<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 2,4-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun kommt der Prophet wieder auf Ninive, und die 
starken Heere der Meder und Chald&auml;er, die GOtt &uuml;ber sie schicken, 
und ihr und ihres K&ouml;nigreichs dadurch ein v&ouml;lliges Ende machen 
werde.</b> 
 
<p>Wo ist ein GOtt unter aller 
Lande G&ouml;ttern, die ihr Land haben von meiner Hand errettet, da&szlig; 
der HErr sollte Jerusalem von meiner Hand erretten? war auch eine von den 
trotzigen Fragen Sanheribs. Aber wie der im Himmel wohnet, seiner damals 
schon gelachet habe, sieht man aus dieser nachmals &uuml;ber ihn und seine 
Stadt ergangenen Frage: wo ist nun die Wohnung der L&ouml;wen? O wer kann 
erretten, wenn GOtt sich aufmacht, wenn der im Zorn redet: siehe, ich 
will an dich. Lasset euch doch weisen ihr K&ouml;nige, und lasset euch 
z&uuml;chtigen ihr Richter auf Erden! Werfet aber euer Vertrauen nicht 
weg, ihr die ihr unter dem F&uuml;rsten dieser Welt und unter allen seinen 
Helfershelfern auf der Erde zu leiden habt; GOtt ist Richter auf Erden, 
und das Seinem Gesalbten zuerkannte Reich wird Er nicht lassen, denn es 
ist Sein Werk. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 1,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 1 Psalm beschreibt den Weg der Gerechten und der Gottlosen, und das Wohl des Einen und 
das Weh des Andern.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Der Weg der Gerechten und ihr Wohl dabei wird gezeigt vom 1. bis zum 4. Vers,</li> 
 
<li> 
der Weg der Gottlosen und ihr Weh dabei im 4. und 5. Vers,</li> 
 
<li> 
k&ouml;nnen wir Beides kurz zusammenfassen nach dem 6 Vers.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Was hat also ein Gerechter f&uuml;r einen Sinn an sich? Nach dem 1 Vers lehrt ihn zuv&ouml;rderst die Furcht 
GOttes, das B&ouml;se meiden, es mag so heimlich als ein Rat, oder so. gemein als ein Weg, oder so 
festgesetzt sein als ein Sitz. Nach dem 2 Vers h&auml;ngt ein Gerechter aber auch dem Guten redlich an, 
und das mit Lust des Herzens am Gesetz des HErrn, und mit Bekenntnis des Mundes davon im 
Reden; ohne dies Anhangen am Guten bleibt man im Ha&szlig; des Argen nicht fest. Sich mit Laufen 
zu dem Guten halten wollen, ohne innerliche Herzenslust an GOttes Gesetz, g&auml;be eine t&auml;ndelhafte 
Liebe. ab, die auch nicht Bestand h&auml;tte. Was hat also ein Gerechter von solchem Sinn zu genie&szlig;en? 
Nach dem 3 Vers Festigkeit wie ein Baum, Zuflu&szlig; aus dem Worte GOttes zur Fruchtbarkeit in 
allem Guten, als gepflanzt an den Wasserb&auml;chen, gem&auml;&szlig;es Zunehmen und daher kommende 
Brauchbarkeit, da&szlig; man seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Was hat ein Gottloser an sich? Einen Rat 
und Vertrauen auf seine List; einen Weg und Trotz auf die Menge, die ihn gehen; einen Sitz, davon 
er sich nicht will treiben lassen. Was wird ihn aber treffen? Weil er aus dem Wort GOttes kein 
Gewicht der Wahrheit in sich hat, so wird er wie Spreu zerstreut. Weit es der Gottlose in seiner 
Sp&ouml;tterei so leicht genommen hat, so wird er erfahren m&uuml;ssen, wie unverm&ouml;gend er ist, im Gericht 
zu stehen; weil er immer nur S&uuml;nden=Gemeinschaft gesucht hat, so wird er auch alsdann nicht 
bleiben in der Gemeinde der Gerechten, wann er es am meisten w&uuml;nschte, auch mit anzukommen. 
Wie heftest du dir das im Herzen an? Mit diesen zwei N&auml;geln: Der HErr kennt den der Gerechten; 
aber der Gottlosen Weg vergehet. guter GOtt! mit welcher Langmut tr&auml;gst Du unsere Tr&auml;gheit. Wer 
steht bei Mitternacht auf, Dich zu loben, wer stellt bei Tag und Nacht Betrachtungen &uuml;ber Dein 
Wort an? Wie h&auml;lt Manchen die Menschenfurcht, oder auch Menschengef&auml;lligkeit, auch wohl 
unzeitige Scham zur&uuml;ck, sich dar&uuml;ber heraus lassen, und wie Mancher l&auml;&szlig;t sich dar&uuml;ber heraus, ohne 
seines Herzens Lust daran zu haben. "Es erf&auml;hrt Niemand," ist der Rat der Gottlosen. "Es macht's 
Jedermann so", ist der Weg der S&uuml;nder. "Was bek&uuml;mmere ich mich um Die, die anders sagen", ist 
der Sitz der Sp&ouml;tter. Auch bei Nacht geht immer etwas im menschlichen Gem&uuml;t vor, es sei Gutes 
oder B&ouml;ses, das Gute aber, wenn es die Oberhand hat, bringt Frucht zu seiner Zeit. Hoffnung ist 
das eigentlichste, das ein Gerechter aus dem Geduld= und Trostwort der Schrift haben und 
behaupten soll. Offenb. 6:17 fragen die Gottlosen selbst in ihrem Schrecken: wer kann bestehen? 
Hingegen hei&szlig;t der liebe Heiland Lukas 21:36 beten, um W&uuml;rdigkeit, zu stehen vor des Menschen 
Sohn. So lang man aber auf dem Weg ist, l&auml;&szlig;t sich Mancher wolle bestehen, er sei so gut, als die, 
welche jetzt die Gerechten hei&szlig;en und sie haben auch ihre Fehler, wie er; aber es wird anders 
herauskommen.</P> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 2,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 2. Psalm f&uuml;hrt</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine ernstliche Klage &uuml;ber das feindselige Wesen, womit Gro&szlig;e und Kleine GOtt und seinem 
lieben Sohn, unserem HErrn JEsu Christo begegnen, und Ihm mit Worten und Werken bezeugen, 
wie sie nicht wollen, da&szlig; Er &uuml;ber sie herrsche, vom 1. bis 3. Vers.</li> 
 
<li> 
Gibt er eine vertraute Nachricht, was hingegen GOtt und sein lieber Sohn tun und mit einander 
verabreden, vom 4-9 Vers. Wie viel unter der Menschen Tun geh&ouml;rt noch unter das: sie wissen 
nicht, was sie tun. GOttes "Warum?" will einen darauf bringen, da&szlig; keine Aufwiegler dahinter 
stecken. Wider den HErrn und seinen Gesalbten geht das Toben und vergebliche Reden, und GOttes 
und seines Gesalbten, wird doch das Reich werden.</li> 
 
<li> 
Er teilt noch einen guten Rat mit, wie man durch besseres Bezeugen gegen GOtt und seinen 
lieben Sohn zu dem zuk&uuml;nftigen Zorn entfliehen soll, vom 10. 12. Vers.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Wenn du nun heut zu Tage unter Gro&szlig;en und Kleinen so viel Unlittigkeit gegen das Wort GOttes 
und die Bestrafungen desselben, so viel Ungehorsam gegen das Evangelium unseres HErrn JEsu 
Christi, so viele Erhebung gegen die redlichen Bekenner desselben antrifft, wie hast du: es 
anzusehen? Als ein noch immer fortgehendes Toben der Heiden, vergebliches Reden der Leute, 
Auflehnen wider den HErrn und seinen Gesalbten. Es ist unter denen die den Christennamen 
angenommen haben, viel. vom heidnischen Zorn sitzen geblieben, der nunmehr in ihren 
Nachkommen wirkt, und sorglich noch &auml;rger kommen wird, Offenb. 6:16-17, bis des HErrn Zorn 
auf ihren Zorn sto&szlig;en wird. Die Welt hat schon lange Alles Versucht, Macht und Verstand, Toben 
und Ratschlagen, Reden und Auflehnen wider den HErrn und seinen Gesalbten gebraucht. Die- 
gro&szlig;en Herren und die verkehrten Gelehrten mit ihrer Sprache sind darin einander ritterlich 
beigestanden. Aber was ist zu tun? Diesen 2. Psalm flei&szlig;ig gebetet, wie ihn die Apostel in ihren 
Umst&auml;nden Apostelg. 4:5 gebetet haben, und sodann, wie der Psalm selber, sich von der Leute 
vergeblichen Reden abgewendet und allermeist auf des HErrn und seines Gesalbten unverg&auml;ngliche 
Worte, als Fundamente seines Reichs gemerkt! Was kann man denn aus denselben lernen? Da&szlig; das 
die Menschen gerade am ver&auml;chtlichsten macht, durch was sie sich wollen gro&szlig; machen: Der im 
Himmel wohnt, lacht ihrer, und spottet ihrer;- durch ihr Toben und ver&auml;chtliches Reden wider seine 
Wahrheit wollen sie sich gro&szlig;machen; - aber gerade das macht sie vor GOtt und seinem 
himmlischen Heere l&auml;cherlich; - da&szlig; sie eben das trifft, wessen sie sich immer erwehren wollten; 
nichts f&uuml;rchten, darin suchten sie ihre Ehre: aber mit seinem Grimm wird Er sie erschrecken, und das 
Warten des Gerichts und des Tages des HErrn wird schon schrecklich sein, Offenb. 15:16-17; - 
hingegen, da&szlig; es bei dem sein unab&auml;nderliches verbleiben haben wird, was GOtt sich vorgenommen 
hat, und bei dem, was von Zion aus als das Evangelium oder Wort vom Reich ausgegangen ist, und 
alle Welt durchl&auml;uft, bis es in Zion seine Erf&uuml;llung und Offenbarung erreichen wird. Das Wort 
GOttes k&ouml;nnte und von allen diesen gro&szlig;en Dingen nicht kr&auml;ftiger &uuml;berzeugen, als da&szlig; es uns 
zuweilen, wie in diesem 2. Psalm, die zwischen dem Vater und Sohn selbst festgesetzte Stiftungen 
und genommene Abreden er&ouml;ffnet, wie jetzt im 7. 8. 9. Vers der liebe Sohn GOttes es selber 
ausspricht, wie Ihm sein Vater das Reich beschieden habe, und so gut dieser liebe Sohn zu dem 
Willen seines Vaters und dem Ihm darunter beschiedenen Leiden Ja sagt, so gut hat Er auch diesen 
Antrag wegen seines Reiches und dessen Ausf&uuml;hrung mit seinem kindlichen Wohlgefallen und 
Glauben versiegelt.</P> 
 
<P>Warum wartet aber der HErr JEsus noch immer so, bis alle seine Feinde zum Schemel seiner F&uuml;&szlig;e 
gelegt werden? GOtt will nicht, da&szlig; Jemand verloren werde, sondern da&szlig; sich Jedermann zur Bu&szlig;e 
bekehre. Der letzte Teil dieses Psalms, V.10, 11 und 12. und die Evangelische Bu&szlig;predigt darin soll 
noch Frucht. schaffen auf Erden, dazu soll gern Jeder, wer kann, mit seinem Gebet auch f&uuml;r die 
K&ouml;nige und f&uuml;r alle Obrigkeit auf Erden mitwirken. 1Ti 2.</P> 
 
<P>Was kann ein redlicher Diener und Rat f&uuml;r ein k&uuml;rzeres Gutachten seinem Herrn abstatten, als nach 
diesem Inhalt: La&szlig;t euch weisen usw. man sehe, was Daniel getan hat Dan 4:24.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 3,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 3. Psalm gibt</P> 
 
<OL> 
 
<LI> 
mit seiner eigenen Aufschrift zu erkennen, von wem - wann, - und in welchen 
Umst&auml;nden er gemacht sei, es hei&szlig;t n&auml;mlich: Ein Psalm Davids, da er flohe vor Absalom. Man kann 
wohl denken, da&szlig; ein solcher Psalm nicht gleich das erste gewesen ist, was David auf seiner Flucht 
vor Absalom angestimmt hat, sondern nachdem es vorher manche andere Not= und Sto&szlig;gebete bei 
ihm gegeben haben mag. So hat er gegen das Ende hin oder vielleicht erst nach &uuml;berstandener Not 
alles dasjenige, was sein Glaube darunter erfahren hat, in einem solchen Psalm zusammengefa&szlig;t. 
Daher findet sich nun im Psalm weiter,</LI> 
 
<LI> 
da&szlig; er vor GOtt bewegliche Klagen &uuml;ber seine Feinde 
f&uuml;hret, im 2. und 3. Vers. David hat also in diesen Umst&auml;nden Alles erfahren, was weh tun kann: 
Offenbare Feinde und deren Macht, aber auch bittere Reden verzagter Leute, die es mit ihm und 
seiner guten Sache sogleich verloren gaben, und ihn durch solche Vorw&uuml;rfe auch verzagt machen 
wollten. Er erwehrt sich aber dessen, und &uuml;berschreit, so zu sagen, solche Reden mit seinem nun 
im 4. und 5. Vers behaupteten gl&auml;ubigen Ruhm an GOtt. Die Flucht vor Absalom kam &uuml;ber David 
als eine Zucht, wegen dem Handel mit Uria und Bathseba, aber GOttes Wort aus Nathans Munde: 
der HErr hat deine S&uuml;nde weggenommen, im 2. Buch Samuel 12:13, hat David so gefa&szlig;t, da&szlig; er 
auf selbiger Flucht mehrmals GOttes Angesicht im Gebet gesucht, und auch in augenscheinlicher 
Erh&ouml;rung gefunden hat, siehe im 2. Buch Samuel 15:31 Aus diesem zusammen ist nun die sch&ouml;ne 
Fassung bei ihm gekommen, da&szlig; er sein Herz &uuml;ber das Gegenw&auml;rtige gestillt V.6-7, auf das 
Zuk&uuml;nftige sich in seinem GOtt gest&auml;rkt V.8, und an das unfehlbare Wohlmachen GOttes sich 
aufgeopfert hat V.9. Zuletzt zieht sich David wieder unter die allgemeine Gnaden= und 
Segens=Verhei&szlig;ungen GOttes zur&uuml;ck, und h&auml;ngt sich wie ein Anderer vom Volk daran, da&szlig;, es 
m&ouml;chte auch mit ihm in seinen besonderen Angelegenheiten gehen wie es wolle, doch der Segen 
&uuml;ber das Volk GOttes nicht ausbleiben w&uuml;rde, und daran auch sein Anteil nicht abgetan werden; 
darum gen&uuml;ge ihm daran. Der Glaube h&auml;lt gern neben aller Freudigkeit &uuml;ber dieser Bescheidenheit, 
da&szlig; er aus seinen einzelnen Umst&auml;nden nicht zu viel macht, und nicht tut, als ob &uuml;ber dem 
Ausbleiben der Hilfe f&uuml;r ihn die Verhei&szlig;ungen GOttes gar aus w&auml;ren, sondern vielmehr umgekehrt, 
wenn auch f&uuml;r mich die Hilfe ausbliebe, so ist doch bei dem HErrn der Segen &uuml;ber sein Volk; so 
bleibt mir doch noch das allgemeine Heil GOttes mit Allen, die darauf warten, man sehe Dan. 
3:17-18 nach, wie die drei M&auml;nner dem Nebukadnezar bezeugen: siehe unser GOtt, den wir ehren, 
kann uns wohl erretten usw.</LI> 
 
</OL> 
 
<P>Es sind oft auch von dem HErrn erweckte Widersacher, wie im 1. Buch der K&ouml;nige 11:14 und 
darum gilt es, dar&uuml;ber vor dem HErrn anzufragen. Das Harren GOttes verstehen Wenige Jes. 30:18.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 4,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 4. Psalm hat auch seine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen auf Saitenspielen; hieraus 
ist aber nicht zu schlie&szlig;en oder zu ersehen, wann und aus welcher Veranlassung derselbe gemacht 
sei; sein Inhalt selbst l&auml;&szlig;t vermuten, da&szlig; dieser vierte Psalm mit dem vorhergehenden dritten der 
Zeit und Veranlassung nach nahe verbunden sei, und also auf die Umst&auml;nde gehen m&ouml;chte, da nach 
Absaloms Niederlage doch Manche von den Vornehmsten im Volk so langsam waren, den K&ouml;nig 
David in das Reich einzusetzen, wovon im 2. Buch Samuel 19:9-11 steht. Hinter dieser Langsamkeit 
stecken allerlei fleischliche &Auml;rgernisse an den Wegen GOttes, und anderw&auml;rtige eitle Absichten 
gegen welche David in diesem Psalm nicht nur sich selber tr&ouml;stet, sondern auch andere verwarnt. 
Man findet also im Psalm wie David vor dem Angesicht und unter Anrufung GOttes sich &uuml;ber die 
Vornehmsten im Volk und ihr Bezeugen gegen ihn beschwert, V.2 und 3 David wollte wie es der 
ganze Psalm zeigt, eigentlich mit Menschen zu ihrer Besserung reden, und er wendet sich dabei 
zuv&ouml;rderst zu GOtt. Wichtiger Vorteil! Hast du es nie erfahren, da&szlig; auf einen geheimen Umgang 
mit GOtt deines N&auml;chsten Herz sich mehr als sonst zu dir neigt? Mit Menschen und sonderlich mit 
seinen Widersachern so handeln und reden, wie man es vorher mit GOtt abgeredet hat, ist wei&szlig;lich 
getan. GOtt meine Gerechtigkeit! Merke von dieser ersten Stelle an, wie durch das ganze 
Psalmenbuch hindurch die Gerechtigkeit GOttes angef&uuml;hrt wird, n&auml;mlich wie sie allen redlichen 
Herzen, die sich der S&uuml;nde begehren abzuziehen, zum Schutz gestellt ist, nicht das strengste Recht 
betreibt, sondern bei Allem den eigentlichen Grund und die daneben einschlagenden D Umst&auml;nde 
mitleidig zu Herzen nimmt und Alles nach der vorz&uuml;glichen Neigung GOttes zur Gnade entscheidet. 
Auf das hat sich David schon wohlbed&auml;chtlich bezogen; wie viel mehr gilt es nun, sich auf die im 
Evangelium geoffenbarte Gerechtigkeit GOttes beziehen, und von derselben die n&ouml;tige Hilfe aus der 
S&uuml;nde in ihren nachteiligen Folgen gl&auml;ubig erwarten. "Wie habt ihr das Eitle so lieb und die L&uuml;gen. 
so gerne;" damit dr&uuml;ckt David seinen Hofleuten und Obersten im Volk das Geschw&uuml;r am rechten 
Ort auf! Der fleischliche Sinn bleibt mit seinem Urteil und Hochachtung, oder auch mit seiner 
Furcht und mit seinen Bedenklichkeiten an denn Eitlen hangen, und dem Schwachen daran gibt man 
durch L&uuml;gen einen Schein der Erheblichkeit. Aus denn n&auml;mlichen Grund hat nachmals auch Davids 
Sohn, unser lieber HErr JEsus Christus, den Juden nicht gefallen.</P> 
 
<P>3) Gibt David im 4 5 6 Vers ihnen selber die beste Anleitung wie sie aus ihrer Verwirrung k&ouml;nnten 
n&uuml;chtern werden, wenn Einer nur einmal soviel Halt macht in seinen Urteilen, und bedenkt, da&szlig; 
GOttes Wege und Gedanken so viel h&ouml;her sind, als unsere Wege und Gedanken; wenn Einer nur 
einmal anf&auml;ngt, sich zu f&uuml;rchten, weil Z&uuml;rnen und S&uuml;ndigen so nahe beisammen sind, weil es bei 
heftigem Zufahren so leicht verfehlt ist. Wenn Einer nur einmal von Anderer Anhetzen abgekehrt 
in der Stille mit seinem Herzen zu reden anf&auml;ngt, so kommt er gewi&szlig; auf die Spur weiter n&uuml;chtern 
zu werden, und er zeigt, wie sich hernach alles Weitere geben und besser gehen werde vom 6. bis 
9. Vers. Wenn ein Mensch erh&ouml;rlich beten kann, wie David sich auf das Allermeist bezogen: "der 
HErr h&ouml;rt, wenn ich Ihn anrufe, "so darf er und Andere mit ihm getrost sein, wenn er schon nicht 
Alles vorher so am Schn&uuml;rlein hat, wie der fleischliche Sinn es gerne h&auml;tte. Die Freiheit, t&auml;glich aus 
der F&uuml;lle GOttes zu nehmen ist sicherer als ein gro&szlig;er Vorrat, auf den ein Anderer rechnet, und was 
jetzt noch mit Kreuzes=Niedrigkeit bedeckt, und unter Schmach und Vorurteil der Leute 
hinuntergesteckt ist, damit gibt es sich doch auch auf anhaltendes Beten: "Aber HErr, erhebe &uuml;ber 
uns das Licht Deines Antlitzes!" schon nach und nach ins Licht.</P> 
 
<P>Der Geist des Gebets steigt himmelan, er steigt und l&auml;&szlig;t nicht ab, bis Der geholfen habe, der Allen 
helfen kann, das hei&szlig;t &uuml;berwinden. David nimmt es mit. dieser Leute Gewissen schon f&uuml;r &uuml;berzeugt 
und gewonnen an.</P> 
 
<P>Bei einem Zorn, wo man rechtm&auml;&szlig;ige Ursachen zu haben glaubt, sich &uuml;ber Etwas zu vereifern, wie 
die an sich selbst blinde Vernunft noch jetzt an David in seinem Lebenslauf sich zu heben glaubt, 
kann man sich am leichtesten verfehlen. "Redet mit eurem Herzen," damit r&auml;umt er ihrer Bewegung 
und deren Trieb etwas ein, und bez&auml;umt doch den Gebrauch der Worte.</P> 
 
<P>"Wie sollte uns dieser weisen, was gut ist?" So geht es. Man wird ungewi&szlig; am Unterschied des 
Guten und B&ouml;sen; man denkt und sagt, es ist Niemand mehr zu glauben, man wei&szlig; nicht, wie man 
sich beim Lob des Guten und beim Eifer wider das B&ouml;se verhalten solle, es kommt immer wieder 
anders heraus, - das Licht des Angesichts GOttes mu&szlig; dich recht f&uuml;hren.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 5,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 5. Psalm hat seine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen f&uuml;r das Erbe.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Weder aus dieser &Uuml;berschrift, noch aus dem Inhalt des Psalms ist so leicht zu schlie&szlig;en, um 
welche Zeit oder aus welcher Veranlassung der Psalm m&ouml;chte gemacht worden sein, vielmehr gibt 
dieser Psalm und Andere seinesgleichen ein Muster vom Zugang zu GOtt im Gebet, da einen nicht gerade ein 
besonderes Anliegen treibt, aber doch das best&auml;ndige Wirken des Glaubens einen veranla&szlig;t, da&szlig; man 
sich immer im Geist seines Gem&uuml;ts erneuert, das Gebet gegen die t&auml;glichen Anl&auml;ufe der 
Versuchungen braucht, seinem GOtt unter Allem mit wahrhaftigem Herzen und gutem Gewissen 
begegnet, von der Menge der B&ouml;sen sich scheidet, und an das H&auml;uflein der Gerechten und ihre gute 
Hoffnung sich wacker anschlie&szlig;t - wie das auch au&szlig;er einem besonderen Notstand die t&auml;gliche 
Glaubens= und Gebets=&Uuml;bung der Heiligen ausmacht. So trifft man es in diesem Psalm auch an, 
da&szlig;</li> 
 
<li> 
David um die Erh&ouml;rung seines Gebetes anh&auml;lt, und die Gr&uuml;nde, so Ihm deshalb gute 
Hoffnung machen, anf&uuml;hrt, und durch solche Betrachtung sich zu flei&szlig;iger 
Gebets=&Uuml;bung erweckt vom 2. bis 9. Vers. Siehe da, wie viel Namen er dem Gebet gibt: Meine Worte, 
meine Rede, mein Schreien, meine Stimme, mein Anbeten, und wie er eben so viel Ausdr&uuml;cke von der 
Erh&ouml;rung macht H&ouml;re, merke auf, vernimm; wie er sonst seine Fassung vor dem Gebet: ich will 
mich zu Dir schicken nach dem Gebet: Ich will darauf merken beschreibt, wie er Alles zusammen genommen 
hat, was Andacht, Ehrfurcht und Zuversicht im Gebet erwecken kann.</li> 
 
<li> 
Auf diese ernstliche Vorbereitung bringt er nun unterschiedliche Bitten vor, die zum Teil ihn 
selbst angehen, zum Teil die Gottlosen betreffen, und zuletzt aber f&uuml;rbittsweise alle Auserw&auml;hlten 
GOttes einschlie&szlig;en, V.12-13. Vom 9. Vers bis zum Ende: Leite mich in Deiner Gerechtigkeit ohne 
k&uuml;mmerliche &Auml;ngstlichkeit und ohne eigenwillige Ausgelassenheit. Vor den Augen des himmlischen 
Vaters zu wandeln, damit dem Trotz und der Zaghaftigkeit des menschlichen Herzens vorgebogen 
wird, ist ein erw&uuml;nschter Gang. Je mehr man die Welt und der Menschen Bosheit darin kennen 
lernt, und erf&auml;hrt, je mehr verlangt einen nach solcher gn&auml;digen Leitung GOttes. La&szlig; sich freuen 
Alle, die auf Dich trauen. Mit dem allgemeinen Verderben und dessen Anblick mu&szlig; man sich nie 
allein aufhalten, sondern auch immer den Samen, den GOtt sich &uuml;brig. beh&auml;lt, bedenken, und wie 
diesem die Gnade durchhilft auch zur b&ouml;sen Zeit. Das richtet die l&auml;ssigen H&auml;nde wieder auf - das 
veranla&szlig;t erh&ouml;rliche Seufzer: 
 
<blockquote> 
La&szlig; bei Deines Namens Schein,<BR> 
Wer Ihn kennet, fr&ouml;hlich sein,<BR> 
Und so langs noch streiten gilt,<BR> 
sei die Gnade Sonn und Schild!<BR> 
Fr&uuml;he will ich aufmerken, aber nicht just fr&uuml;he wirst Du mich abfertigen, sondern er bescheidet sich 
zum Warten. 
</blockquote> 
 
</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 6,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 6. Psalm ist einer von den sieben sogenannten Bu&szlig;psalmen. Von der Absicht und dem 
Gebrauch dieser sieben Psalmen wolle man sich bei diesem und den folgenden einmal f&uuml;r allemal 
merken, da&szlig; es damit nicht gemeint ist, als ob man daraus die allgemeine Beschaffenheit jeglicher 
Bu&szlig;e zu GOtt, und seliger Sinnes=Ver&auml;nderung lernen m&uuml;&szlig;te, oder als ob ein Jeder durch 
dergleichen Zorn=Empfindungen eines solchen Angstkampfes getrieben w&uuml;rde; es sind auch wirklich 
diese Psalmen nicht bei dem ersten bu&szlig;fertigen Zugang Davids zu seinem 
GOtt gemacht worden; sondern vielmehr bei einem nach vorg&auml;ngigem Lauf in den Wegen GOttes 
erst geschehenen leidigen Straucheln und Fallen, wodurch also schmerzliche Wunden verursacht und 
von GOtt, neben denn Druck seiner Hand im Innern, auch schwere Umst&auml;nde im &Auml;u&szlig;ern mit 
Krankheit und Verfolgung verh&auml;ngt worden sind. Dergleichen kommt ja freilich nicht bei Jedem 
vor, dem GOtt Bu&szlig;e zum Leben schenkt, vielmehr findet sichs, da&szlig; GOtt einem einen solchen 
Schritt durch manche Gnadenz&uuml;ge im Innern, und durch allerlei gn&auml;dige Schickungen im 
&Auml;u&szlig;erlichen zu erleichtern sucht; deswegen Keines den Geist der Gnade in seiner Arbeit an sich und 
Andern damit st&ouml;ren soll, da&szlig; er auf ein diesen Bu&szlig;psalmen gleichkommendes Ma&szlig; der Traurigkeit 
und Todes&auml;ngsten dringen wollte. Aber da k&ouml;nnen hernach diese Bu&szlig;psalmen gute Dienste tun, 
wenn GOtt einen Menschen bei gewissen S&uuml;nden, oder beim Aufwachen der alten S&uuml;nden im 
Gewissen solcherlei &Auml;ngste und Zorn Empfindungen schmecken l&auml;&szlig;t, da&szlig; man daraus lerne, wie 
man auch in der gr&ouml;&szlig;ten Angst und Gef&uuml;hl der Verderbnis seine Zuflucht zu der Barmherzigkeit 
und rettenden Gerechtigkeit GOttes nehmen und dieselbe besonders jetzt in Christo JEsu anrufen 
k&ouml;nne. Und da kann es freilich den Glauben nicht wenig erwecken und st&auml;rken, wenn man aus 
diesen Psalmen sieht, wie David wieder aus der gr&ouml;&szlig;ten Angst genesen, und wie ihm der Geist der 
Gnaden sein Herz in der Vergebung der S&uuml;nden so unvergleichlich erweitert und getr&ouml;stet habe.</P> 
 
<P>Der Psalm selbst nun hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
wieder seine &Uuml;berschrift Ein Psalm Davids vorzusingen auf acht Saiten.</li> 
 
<li> 
F&uuml;hrt David eine wehm&uuml;tige Klage unter immer eingemengten Bitten und Abbitten vom V.2-9. 
"Ich bin schwach." Ach wer doch seine Schwachheit von Herzen erkennen k&ouml;nnte! Denn wo ein 
Mensch nicht dahin kommt, da&szlig; er seine Richtigkeit und Schwachheit f&uuml;hlt, und in ihm untergeht 
alles fleischliche Verm&ouml;gen, St&auml;rke und Weisheit, so kann er der Gnade GOttes nicht teilhaftig 
werden, je mehr der Mensch untergeht und zu nichte wird in alten seinen Kr&auml;ften, Werken, Wesen, 
da&szlig; nichts mehr als ein elender Verlassener, Verdammter da ist, je mehr kann die g&ouml;ttliche Gnade, 
Hilfe und St&auml;rke bei ihm ankommen. "Wende dich HErr!" Wenn du GOttes Gnade hast, kannst fein 
beten, GOtt anrufen, Christum bekennen, kannst fein glauben, hast ein fr&ouml;hliches Herz, so h&auml;ltst du 
es oft f&uuml;r gering, und meinst, es komme von dir selber her, wei&szlig;t nicht, da&szlig; GOtt dies Alles in dir 
ist, und tut, hast auch lange diese G&uuml;ter nicht so lieb, kannst ins Trachten nach dem Irdischen 
hineingeraten u. s. w. Da kommt denn unser HErr GOtt und spricht Harre! Ich will dir mein Reich 
aus der Seele nehmen, den Glauben, meine Liebe, die Hoffnung, das Gebet, den Heiligen Geist, ein 
fr&ouml;hliches Herz, denn das ist Alles mein, und will dich in Traurigkeit, Angst, Pein, Furcht und 
Schrecken der Seele hinein f&uuml;hren, und will dann sehen, was dich darin tr&ouml;sten und erl&ouml;sen kann. 
wirst du lernen das Reich GOttes hochachten, und wirst alsdann mit Ernst rufen lernen: Wende dich 
HErr, und errette meine Seele! "Ich bin so m&uuml;de von Seufzen." Das Seufzen der Seele begreift das 
ganze Wesen der Bu&szlig;e, die schmerzliche Reue, den Glauben, und das Verlangen nach GOttes 
Gnade, den Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit in sich. Es sind des Menschen Seufzer nicht 
zu ergr&uuml;nden, denn sie begreifen zugleich Himmel und Erde, GOtt und die Welt, Gesetz und 
Evangelium, Zorn und Gnade, und tragen Alles GOtt vor in einem Augenblick; darum nennt es 
Paulus unaussprechliche Seufzer. So gar tief legt es GOtt in unsern Geist. In dieser Kraft GOttes 
ist das bekehrte menschliche Herz nicht zu ergr&uuml;nden, so wenig als das unbekehrte Herz in seiner 
Bosheit.</li> 
 
<li> 
Er beschlie&szlig;t aber mit einer mutigen Erkl&auml;rung, die von wiedererlangten Trost und 
St&auml;rkung zeugt. Denn wie sich David an seine Feinde von Au&szlig;en macht, so mu&szlig; er auch von Innen 
Luft und Sieg durch die gn&auml;dige Erh&ouml;rung GOttes bekommen haben. V.9-11. "Weicht von mir alle 
ihr &Uuml;belt&auml;ter." Niemalen kann man das b&ouml;se Wesen der Kinder des Unglaubens inniger 
verabscheuen, niemalen tuts einem wohler, wenn man sich von ihnen scheiden kann, als wenn man 
aus einer frischen Erfahrung die Hilfe GOttes wieder gesehen hat: wie einem aus den mi&szlig;lichsten 
Umst&auml;nden bei treuem Anhangen an den HErrn so wohl geholfen sei, und wie es also die Gerechten 
so gut haben. Diese Worte unseres Psalms werden Matth. 7:23. gegen die Heuchler angezogen, die 
all ihre Sache auf gro&szlig;e Ehre, gro&szlig;e Namen, Kunst und Weisheit und gut Leben setzen, k&ouml;nnen 
weder Christum, noch sein Kreuz, noch seine Gnade, noch sein Joch lieben in ihrer geistlichen 
Hoffart und Reichtum, und kommen dabei niemalen zur wahren Bu&szlig;e. Durch wahre Bu&szlig;e und 
Ausharren bei Christo in der Anfechtung mu&szlig; Alles zu nichte werden, was von sich selbst und vor 
den Menschen hochweise, klug und ansehnlich sein will.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Wenn Weltleute ihre Ausschweifungen immer mit Davids Exempel zudecken und verkleinern 
wollen, so sollten sie auch an das Bu&szlig;=Feuer und den brennenden Ofen gedenken, darin er wieder 
gereinigt worden ist. Bei der Bathseba wollten sie gern im Bett liegen, aber nicht mit David die 
ganze Nacht das Bett mit Tr&auml;nen netzen. Solche wird der K&ouml;nig David einst aus ihrem eigenen 
Mund verurteilen, wie jene Boten 2Sam. 1:13-15 ; 4:9-12.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 7,1-17</font></b></h4> 
 
<P>Der 7. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
seine &Uuml;berschrift: Die Unschuld Davids davon er denn HErrn sang von wegen 
des Mohren des Jeminiten. Man kann aber hieraus doch die Gelegenheit, aus welcher der Psalm 
gemacht worden, so gerade nicht treffen, weit man nicht so eigentlich wei&szlig;, wer der Mohr, der Sohn 
Jemini sein soll. Saul, Davids haupts&auml;chlichster Feind, und Simei, der ihn mit den bekannten 
Fluch=Worten angegriffen, waren beide Jeminiten. er einen von diesen Beiden meint und warum 
er ihn unter dein verdeckten Namen des Mohren angezeigt, ist nicht wohl deutlich zu machen. Es 
kann einem aber genug sein, um aus dem Inhalt des Psalms selber zu vernehmen, wie</li> 
 
<li> 
David in 
dringender Gefahr, dergleichen wohl die Flucht vor Absalom war, sich in die H&auml;nde GOttes wirft, 
und Ihm sein Vertrauen und seinen Notstand vorlegt, V.2-3. Nach dieser zu GOtt genommenen 
Zuflucht l&auml;&szlig;t David sich nun</li> 
 
<li> 
in eine umst&auml;ndliche Untersuchung ein, darin er seine Furcht vor 
GOtt in seinen Gerichten bezeugt, und sich bei den L&auml;sterungen seiner Feinde aufs Ernstlichste 
pr&uuml;ft, ob das, was ihn trifft, nach GOttes Vergeltungsrecht &uuml;ber ihn komme V.4-6, Hierauf f&auml;ngt 
er nun</li> 
 
<li> 
an zu beten f&uuml;r sich und gegen das b&ouml;se Vorhaben seiner Feinde V.8-11, Gerechtigkeit 
und Fr&ouml;mmigkeit." David ist ans Verordnung und Salbung GOttes zum K&ouml;nig ersehen und 
ausger&uuml;stet worden. Das war seine Gerechtigkeit, und er hat dies ihm von GOtt in die Hand 
gegebene Recht durch keine b&ouml;sen K&uuml;nste und eigenwilligen Griffe durchzusetzen getrachtet, 
sondern hat Alles redlich auf GOttes Vorsehung und Regierung ankommen lassen. Das war seine 
Fr&ouml;mmigkeit. Unter dein Gebet wird sein Herz getrost, da&szlig; er sich zum Voraus der Hilfe GOttes, 
und der Rache an seinen Feinden freut V.11-17. Endlich macht er einen fr&ouml;hlichen Beschlu&szlig; und 
freut sich seines GOttes. Mohren=Worte m&ouml;gen so viel als barbarische Worte sein, wie Mirjam und 
Aaron Klageweis zum Schimpf das Weib Moses eine Mohrin hie&szlig;en, da sie von Geburt und 
Herkommen keine war.</li> 
 
</ol> 
 
<P>&Uuml;ber solche Worte dem HErrn ein Lied singen, und vor ihm seine Empfindungen aussch&uuml;tten, war 
besser als dem Feind antworten.</P> 
 
<P>Im siebenten Vers sieht man, was es hei&szlig;t: unter Verleugnung seines eigenen Zorns dem Zorn Raum 
geben, wie R&ouml;m. 12.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 8,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 8 Psalm hei&szlig;t nach seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids vorzusingen auf der Githith. Es redet 
aber David in diesem Psalm in dem Geist Christi, wie nachmals unser lieber Heiland selber Matth 
21:16. und die Apostel hin und wieder 1Kor. 15:27 und Hebr. 2:6 sich auch auf diesen Psalm 
beziehen, mithin kann man wohl sagen: Christus redet in diesem Psalm mit seinem himmlischen 
Vater als mit dem HErrn Himmels und der Erden, und bezeugt Demselben in tiefer Demut seine 
Verwunderung &uuml;ber die Gr&ouml;&szlig;e seines Reichs, und &uuml;ber das unergr&uuml;ndliche Geheimnis seines 
Wohlgefallens, durch welches sein himmlischer Vater es von so geringen und schwachen Anf&auml;ngen 
dahin geleitet und gebracht habe, da&szlig; in Christo alle Dinge unter Ein Haupt verfa&szlig;t w&uuml;rden, beides 
das im Himmel und auf Erden ist, wodurch also alle Lande und alle Himmel der Ehre GOttes voll 
w&uuml;rden. Daher er gleich Anfangs das gro&szlig;e Heil r&uuml;hmt, auf das es GOtt in seinem Vorsatz 
angesehen habe. V.2. Von dem, was GOtt auf Erden und in allen Landen tut, hat Er auch Lob und 
Ehre im Himmel. Himmel und Erde werden je l&auml;nger je mehr zusammen gestimmt, als ein 
gemeinschaftlicher Schauplatz der Herrlichkeit GOttes. Man mu&szlig; sich aber immer hier Christum 
als das neue Haupt und den Stammvater des ganzen menschlichen Geschlechts vorstellen, und 
daraus abnehmen, wie Er nicht f&uuml;r sich, und in seinem Namen, sondern im Namen aller 
Menschenkinder, und aus dem Gef&uuml;hl seiner eigenen tiefsten Erniedrigung also redet, und den Weg 
beschreibt, auf dem es von so schwachen Anf&auml;ngen zu solch einem gro&szlig;en Ziel kommen solle.</P> 
 
<P>V.3-4. So hat uns der Glaubensweg wieder m&uuml;ssen bereitet und eingeweiht werden. Nachdem wir 
durch den Fall unserer ersten Eltern auf des Teufels voreilige, gro&szlig;tuerische, betr&uuml;gliche Stege 
verlockt worden sind, hat Christus in unser Aller Namen zu dem Wohlgefallen GOttes, seine Sachen 
mit Unm&uuml;ndigen anzufangen, Ja sagen m&uuml;ssen. So heimlich f&uuml;hrt er seine Gewalt, Er kam in einer 
armen Gestalt, den Teufel wollte er auf diese Weise fangen, den Rachbegierigen vertilgen, und uns 
wieder gewinnen, da&szlig; wir uns den unansehnlichen, langsamen aber doch gr&uuml;ndlich gehenden 
Glaubensweg gefallen lie&szlig;en, und uns bequemten mit zu leiden, und mit zu sterben, damit wir auch 
mit zur Herrlichkeit erhoben werden. Am Ende des Psalms wird noch einmal ger&uuml;hmt das gro&szlig;e 
Ziel, auf das es hinauslaufen werde, wenn Alles unter Ein Haupt in Christo verfa&szlig;t sein werde, 
V.10.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 9,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 9. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
seine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen von der sch&ouml;nen Jugend. Zeit 
und Gelegenheit, auf die der Psalm sieht, ist hieraus nicht n&auml;her zu ersehen.</li> 
 
<li> 
Der Inhalt zeigt, 
da&szlig; David selbst damals aus Gelegenheit einer besonders erlangten Hilfe sich auch aller &uuml;brigen 
Taten und Rettungen GOttes dankbarlich erinnert und auch Andere zu einem Feld= und 
Siegs=Geschrei ermuntert habe, zum Schrecken aller Derer, die wider GOtt streiten wollen, und zur 
St&auml;rkung in der Geduld und Langmut f&uuml;r Alle, die auf das Reich GOttes warten. In solcher Absicht 
f&auml;ngt der Psalm an, GOtt zu loben und mit Freudigkeit von den bisherigen Taten GOttes auf seinen 
weiteren Beistand zu schlie&szlig;en (V.2-4).</li> 
 
<li> 
H&auml;lt er sein vormals in der Angst ausgesprochenes Gebet 
und die erfahrene Hilfe GOttes nochmals neben einander, damit er zu desto tieferem Nachdenken 
&uuml;ber die Gerichte GOttes, zu desto innigerem Wohlgefallen an den Wegen GOttes komme, und auch 
desto getroster aufs Weitere beten k&ouml;nne, vom 14 Vers. bis zum Beschlu&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<P>O wie sind seine Heiligen bei GOtt in Gnaden! Was tut Er ihnen zu Lieb f&uuml;r Wunder, wie richtet 
Er Alles so ein, da&szlig; es Denen, die Ihn lieben, zum Besten dienen mu&szlig;; wie ist es so Schade, wenn 
wir uns den Unglauben das so verdecken und verdunkeln lassen, da&szlig; wir Manches nicht so aus der 
Hand GOttes, nicht so als eine Erh&ouml;rung unseres Gebets annehmen, nicht so von Einem aufs Andere 
schlie&szlig;en, beim Gegenw&auml;rtigen nicht so aufs zuk&uuml;nftige Richten GOttes hinaus sehen, da&szlig; der 
Glaube unter Allem eine gem&auml;&szlig;e &Uuml;bung und St&auml;rkung h&auml;tte. O wie sollten wir einander zum Lob 
GOttes aufmuntern und st&auml;rken, da&szlig; wir doch nicht &uuml;ber der jetzigen Zeit einschliefen, und t&auml;ten, 
als wenn des HErrn Hand verk&uuml;rzt und seine Ohren dicke geworden w&auml;ren, sondern &uuml;ber dem 
Glauben hielten: Er denkt und fragt nach den Drangsalen der Seinigen, und vergi&szlig;t unseres 
innerlichen Seufzens und Schreiens nicht. O wie viel besser ist es doch, am Ende erfahren, da&szlig; auch 
eine zuweilen in Verzug geratene Hoffnung, doch nicht verloren, sondern noch zur Freude wird, als 
wenn ein Anderer erst noch seinen Meister finden wird, und ihm die Furcht, welcher er sich so 
lange erwehren wollte, mit Gewalt wird m&uuml;ssen eingejagt werden.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 10,1-18</font></b></h4> 
 
<P>Der 10. Psalm hat keine besondere &Uuml;berschrift, schlie&szlig;t sich aber sonst wohl an den vorhergehenden 
neunten Psalm an, und lehrt, wie zwischen die im neunten Psalm bezeugte Zuversicht und 
Freudigkeit in b&ouml;sen St&uuml;ndlein auch Furcht und Kleinm&uuml;tigkeit mit unterlauft, und was das sodann 
f&uuml;r einen Kampf veranlasse.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Erz&auml;hlt der gl&auml;ubige Beter seine Anfechtungen, in die er gekommen, 
und die ihm der t&auml;gliche Anblick: wie es in der Welt hergehe, veranla&szlig;t und verursacht, wor&uuml;ber 
er in seinem Halt an den wahren GOtt geschw&auml;cht werde V.1-12. Siehe aus diesem Allem, wie der 
F&uuml;rst dieser Welt zu allen Zeiten sein Werk in den Kindern des Unglaubens gehabt und was der 
Sanftm&uuml;tige und Dem&uuml;tige unter der Andern ihrem Zorn und Stolz immer zu leiden gehabt habe. 
H&ouml;re aber aus unserem Psalm</li> 
 
<li> 
weiter, wie sich der Verfasser desselben unter diesen Anfechtungen 
aufzurichten, und mit Glauben und Gebet zu k&auml;mpfen, und zu &uuml;berwinden gesucht hat V.12. bis 
zum Beschlu&szlig;. Wie gehst du zu deiner Zeit unter dem Lauf der Welt dahin? Hast du auch etwas 
darunter zu leiden, erw&auml;rmst du dich aber auch wieder bei der Welt und ihrem Genu&szlig;? Trachtest 
du auch zu essen von dem, was der Welt beliebt? Oder h&auml;ltst du &uuml;ber dem Glauben an GOttes 
Gericht und bedenkst: wie einem sein fr&uuml;hzeitiges Greifen nach dem Sichtbaren, in dem 
Unsichtbaren so teuer werde von GOtt abgezogen werden, und wie GOtt mit seinem Zorn den Zorn 
der unm&auml;chtigen Menschen werde zusammen treiben; betest du aus solchem Glauben? Wartest du 
auf das Reich GOttes, darin noch alle echte GOttes, alle Worte JEsu in vollen Gang und Schwang 
kommen werden? darin auch ein Jeder seine Leiden, die er unter dem Zorn und Stolz der Gottlosen 
gehabt hat, wird zu genie&szlig;en haben? H&auml;ltst du also die Geduld und den Glauben, der den Heiligen 
aufgegeben ist?</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 11,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 11. Psalm hat eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen, und sodann zwei Teile, in deren 
erstem David den versuchlichen Antrag ablehnt, der ihm gemacht worden: mit seinem Vertrauen 
aufs Eitle zu fallen, V.1-3. In der Not zeigt es eine gro&szlig;e Festigkeit des Vertrauens auf seinen GOtt 
an, wenn man nicht so begierig auf alle Mittel, die sich einem auch zu einiger Erleichterung 
anbieten, hinf&auml;llt, sondern darin nach g&ouml;ttlichem und nicht nach menschlichem Sinn zu w&auml;hlen 
wei&szlig;: was gut tut oder nicht, was Grund hat, oder wessen Grund sandig ist, und umgerissen wird? 
da hernach ein Gerechter froh ist, wenn er nichts auf einen solchen Sandberg gebaut hat. Es macht 
auch eine namhafte Glaubens&uuml;bung aus, da&szlig; man sich aller Gemeinschaft mit solch eitlen und 
unzuverl&auml;ssigen Hilfsmitteln lossagt, und sein Vertrauen auf den HErrn durch nichts so Geteiltes 
zu schw&auml;chen, sondern vielmehr in Verleugnungskraft zusammen zu halten bedacht ist, wie denn 
auch David im Psalm, nachdem er das Eitle von sich geschafft hat, sich nun desto besser und mehr 
GOttes r&uuml;hmen kann, der schon Alles ausf&uuml;hren werde V.4. bis zum Beschlu&szlig;. "Wohl dem, dem 
Alles an GOtt so lieb ist, da&szlig; er sich aus der Heiligkeit, aus der Macht, aus der Allwissenheit 
GOttes, aus seinem Eifer wider das B&ouml;se, einen Grund guter Hoffnung machen kann." Wer einmal 
zum einem solchen Vertrauen in seinem Inwendigen aufgerichtet ist, der werfe doch selbiges nicht 
weg, noch beflecke es mit einiger Nebenabsicht auf das Eitle, sondern gedenke zu seiner Warnung 
an Assa im 2Buch der Chronika im 14. Kap. dieser war anfangs stark im Vertrauen auf den HErrn, 
aber ein andermal kam er in Versuchung, auf weltliche Berge zu fliehen, und Fleisch f&uuml;r seinen 
Arm zu halten, im 16. Kap. dieses Buchas V.2-3. Das gelang zwar nicht &uuml;bel im &Auml;u&szlig;erlichen, aber 
dem HErrn mi&szlig;fiel es sehr und Er ahndete es Scharf, und da Assa sich darunter nicht schuldig 
geben wollte, so ging es ihm zum Schaden bis in seine Grube nach.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 12,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 12. Psalm hat wieder eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen auf acht Saiten. Daraus 
kann man aber nichts von der Zeit und besonderer Veranlassung des Psalms vermuten. Der Inhalt 
selber gibt zu erkennen, da&szlig; David damals auch in einem Glaubenskampf bei &uuml;berhandnehmender 
Gottlosigkeit gestanden sei und dar&uuml;ber Klage vor den HErrn gebracht habe, der ihm tr&ouml;stlich 
zugesprochen, welchen Zuspruch David im Glauben angenommen und versiegelt hat. Hieraus 
ergeben sich drei Teile des Psalms: 1) David dringt sein Gebet und Klage vor den HErrn da&szlig; bei 
Abnahme der Heiligen und Gl&auml;ubigen die Gottlosigkeit im Land &uuml;berhand nehmen, V.2-3. Der HErr 
tut in dieser Sache einen nachdr&uuml;cklichen Rechts= und Macht=Spruch zu Davids und aller 
Gl&auml;ubigen Trost V.6. 2) David nimmt diesen g&ouml;ttlichen Ausspruch mit Glauben an, und legt die 
n&ouml;tige Erf&uuml;llung desselben GOtt noch weiter ans Herz. V.7-9. In des seligen Dr. Speners 
Lebensbeschreibung liest man: da&szlig; er einmal in betr&uuml;bten Gedanken, &uuml;ber den Zustand der Kirche, 
in die Betstunde zu Frankfurt gegangen sei; so haben ihm die Worte des Gesangs:</P> 
 
<blockquote> 
Darum Spricht GOtt: Ich mu&szlig; auf sein,<BR> 
Die Armen sind verst&ouml;ret,<BR> 
Ihr Seufzen dringt zu mir herein,<BR> 
Ich hab ihr' Klag erh&ouml;ret;<BR> 
</blockquote> 
 
<P>welche bei seinem Eintritt gesungen worden, einen ungew&ouml;hnlichen Eindruck ins Herz gegeben, da&szlig; 
er weder vor noch nach eine solche Lieblichkeit auch nur des Tons, als damals gesp&uuml;rt; daf&uuml;r er es 
billig als eine g&ouml;ttliche Antwort auf seinen damaligen Kummer geachtet hat, und weil es sich 
zugetragen, da&szlig; er nach Sachsen gezogen, und in das Churs&auml;chsische Territorium eingetreten, sechs 
Sch&uuml;ler nebst einem Schul=Kollegen gekommen, und an den Wagen getreten, eben den Vers 
anstimmend, hat der selige Mann denselben nachmals in Dresden sich von dem Sch&uuml;ler=Chor vor 
seiner Wohnung gew&ouml;hnlich singen lassen.</P> 
 
<P>Wo Derjenigen, die in der Liebe wandeln, Sanftmut und Demut beweisen, oder auf die man sich 
als auf zuverl&auml;ssige redliche Leute verlassen kann, wenig werden, oder wo sie als gering 
hintangesetzt werden, und V.9. lose Leute die Schlechten mit leeren Worten erheben, und das 
bew&auml;hrte Silber der Worte GOttes abzutreiben Suchen, da ist es kl&auml;glich.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 13,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 13. Psalm hat wieder seine &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Hernach Im Psalmen 
selber geht es fast her, wie Jakobus in seiner Epistel 5:13 schreibt: Leidet Jemand, der bete, ist 
Jemand guten Muts, der singe Psalmen. So finden wir da</li> 
 
<li> 
unter dem Leiden Gebet V.2-5.</li> 
 
<li> 
Bei aufgehendem guten Mut, einen fr&ouml;hlichen Schlu&szlig; V.6. So ist es recht, wenn einen das Leiden nicht 
unmutig macht, sondern ins Gebet treibt, und wenn einen der gute Mut nicht &uuml;ppig und leichtsinnig 
macht, sondern dem HErrn zu singen, anh&auml;lt. Da der HErr seiner verga&szlig;, so wurden der eignen 
Anschl&auml;ge und k&uuml;mmerlichen Sorgen desto mehr; da der HErr sein Angesicht vor ihm verborgen, 
so ward sein Feind desto mehr &uuml;ber ihn erhoben.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 14,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 14. Psalm hat wieder seine &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Psalm Davids, vorzusingen. Man kann wohl auf 
manche gute Vermutung kommen, was dem David die n&auml;chste Veranlassung zu diesem Psalm 
m&ouml;chte gegeben haben, wenn er n&auml;mlich an sich und seiner Regierung erfahren, wie wenig er dem 
Verderben zu steuern verm&ouml;gend sei, und was sich sonderlich durch der Gewaltt&auml;tigen Trotz f&uuml;r 
mancherlei &Uuml;belstand eindringe, unter dem man nichts vor sich habe, als das Seufzen um Hilfe, um 
Anbruch des Reichs GOttes, darin der S&uuml;nde gesteuert, und der Gerechtigkeit ausgeholfen werden 
w&uuml;rde. Nimmt man aber dazu, wie Paulus R&ouml;m. 3:12 diesen Psalm anzieht, so wird man noch 
weiter hinaus gef&uuml;hrt, und zu denken veranla&szlig;t, da&szlig; man diesen Psalm als ein Hauptst&uuml;ck ansehen 
solle, von der Schrift, mit welcher GOtt Alles beschlossen hat unter die S&uuml;nde, auf da&szlig; Er sich 
Aller erbarme, und Keinem eine andere Retirade und Ausweg &uuml;brig bleibt, als der Glaube. Unter 
diesem Augenmerk kann man nun aus dem Psalm sehen</li> 
 
<li> 
wie Alles in die S&uuml;nde, und das 
Verderben gesunken sei, V.1.</li> 
 
<li> 
GOtt hat darein gesehen, und besonders durch die Gebung des 
Gesetzes die Menschen &uuml;ber ihrem unleugbaren Verderben ergriffen und in die Enge getrieben V.3.</li> 
 
<li> 
Damit aber ist dem &Uuml;bertreten nicht gesteuert, vielmehr teils gr&ouml;bere Ausbr&uuml;che der S&uuml;nden 
veranla&szlig;t, teils dem Menschen mehr innere Not und Furcht verursacht worden, bis auf das kleine 
V&ouml;lklein und Geschlecht, das sich anfing auf des Armen Recht zu legen, und sich damit von der 
S&uuml;nde abzuziehen, V.4-6.</li> 
 
<li> 
Unter solcher Not ist das Verlangen nach GOttes Hilfe und Erl&ouml;sung 
desto gr&ouml;&szlig;er geworden, V.7. Nun ist diese Hilfe gekommen! Aber die Erkenntnis dieses Heils wird 
nun aufs Neue durch falsche Lehre, fleischliche Vorurteile verhindert, und durch das gottlose Leben 
so Vieler verdunkelt. Was ist jetzt in dieser neuen Not dein Rat? Ich halt es mit den Armen, die vor 
mir gewesen sind. GOtt ist meine Zuversicht Darum bete ich: Dein Reich komme.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 15,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 15. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Psalm Davids; macht sodann</li> 
 
<li> 
eine wichtige Frage V.1 ;</li> 
 
<li> 
bekommt eine umst&auml;ndliche Antwort V.2-5. ;</li> 
 
<li> 
welche Antwort mit einem 
gl&auml;ubigen Schlu&szlig;wort versiegelt wird: Wer das tut, der wird wohl bleiben. So hat David schon zu 
seiner Zeit das Trachten nach dem Reich GOttes und nach seiner Gerechtigkeit ge&uuml;bt, und dazu 
kann man diesen Psalm auch noch jetzt beim Licht des Evangeliums brauchen. Man sehe nur, wie 
ihn der HErr JEsus in seiner Bergpredigt Matth. 5:6. 7 erkl&auml;rt hat, und lasse dadurch sein Herz im 
den rechten Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit gesetzt, und bis zur Willigkeit, dar&uuml;ber zu 
leiden, erweicht werden, so wird es einen am evangelischen Seligwerden aus Gnaden nicht hindern, 
sondern den richtigsten Weg dazu f&uuml;hren.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Je mehr das Verderben &uuml;berhand nimmt, je mehr m&ouml;gen in einem um den Schaden Josephs 
bek&uuml;mmerten Gem&uuml;t dergleichen Fragen aufstehen: ja, wer kann denn noch selig werden?</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 16,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 16. Psalm.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Die hier zuerst vorkommende, und sich noch bei etlichen andern Psalmen 
befindende &Uuml;berschrift: Ein goldenes Kleinod Davids. Wir m&ouml;gen uns diese &Uuml;berschrift billig 
erinnern lassen, auch diesen Teil des g&ouml;ttlichen Worts &uuml;ber Gold und &uuml;ber fein Gold hoch zu halten, 
da uns darin eine so wichtige Nachricht gegeben wird von dem Glauben, den der Sohn GOttes bei 
seinem Hingang zum Vater so treulich gehalten hat. Bei Allem was einem begegnet, ist das 
Merkw&uuml;rdigste, wie man es ansieht, was man davon denkt, was man daraus macht, wie man sich 
dar&uuml;ber herausl&auml;&szlig;t. So geben uns diese Psalmen in das ganze Leidensgesch&auml;ft des HErrn JEsu das 
rechte Licht, da sie uns so nahe hinzuf&uuml;hren, da&szlig; wir die Unterhandlung des lieben Sohnes GOttes 
mit seinem lieben himmlischen Vater &uuml;ber sein Leiden und dessen Fr&uuml;chte h&ouml;ren k&ouml;nnen. Hier 
findet man den Glauben des lieben Sohnes GOttes in einer dreifachen ruhigen Aussicht, dabei er 
teils auf das Vergangene und das durch den Rat seines himmlischen Vaters auf immerhin 
Festgesetzte zur&uuml;cksieht, teils das Gegenw&auml;rtige vor sich hat, und seine &Uuml;bungen darinnen erz&auml;hlt, 
teils getrost auf das Zuk&uuml;nftige hinaussieht, und unter Allem &uuml;ber Glauben, Liebe und Hoffnung 
h&auml;lt. Der Geist Christi in David l&auml;&szlig;t sich also</li> 
 
<li> 
&uuml;ber das, was in dem ewigen Rat GOttes von 
seinem Leiden, und dessen Frucht beschlossen worden, gl&auml;ubig heraus V.l-6.</li> 
 
<li> 
Beschreibt er mit Danken seine Fassung im Gegenw&auml;rtigen, V.7-8.</li> 
 
<li> 
Er ist auch v&ouml;llig in der Hoffnung auf alles Weitere, V.9-11.</li> 
 
</ol> 
 
<blockquote> 
Mensch! denk hier an des Vaters Freuden,<BR> 
Wie gegen uns sein Herze brach,<BR> 
So oft der Sohn von seinen Leiden<BR> 
Mit Ihm noch vor den Zeiten sprach,<BR> 
Und wie daher sein Mittleramt<BR> 
Schon aus des Vaters Scho&szlig; herstammt.<BR> 
</blockquote> 
 
<P>Denke auch, welch gro&szlig;e Dinge hernach auch in der heiligen Seele unseres liebsten Heilands 
w&auml;hrend seines Wandels auf Erden vorgegangen sind, in Absicht auf das Werk das der Vater ihm 
zu tun gegeben hatte, und was es &uuml;ber sein Leiden und Herrlichkeit f&uuml;r k&ouml;stliche Abwechslungen 
gegeben hat, z. E. da Er das Osterfest im zw&ouml;lften Jahr seines Alters besucht. und in dem sein 
mu&szlig;te, was seines Vaters war; da Er getauft war; da Er den Versucher in der W&uuml;ste &uuml;berwand; da 
Er um des Vaters Haus geeifert; da Er sich. &uuml;ber die den Unm&uuml;ndigen geschehene Offenbarung 
erfreute; da Er auf dem Berg verkl&auml;rt worden; da Er seinen Einzug zu Jerusalem gehalten; da Er 
gesprochen: jetzt ist meine Seele betr&uuml;bt; da Er die letzte Osterlamms=Mahlzeit mit seinen J&uuml;ngern 
gehalten; da Er seine bedenkliche Worte am Kreuz ausgesprochen usw. Da ist dieser im Psalm 
ausgedr&uuml;ckte Glaubensinn auf unterschiedliche Weise ge&uuml;bt worden, und das Alles steht nun als ein 
ewiges Opfer vor GOtt und ist noch frisch, g&uuml;ltig und kr&auml;ftig, wie bei dem ersten Zugang zu GOtt. 
Noch jetzt wird unser schwacher Glaube gesegnet und gest&auml;rkt durch alle die Seufzer, die in dem 
Herzen JEsu bei seinem Leiden aufgestiegen sind Unser einf&auml;ltiges Sehnen nimmt Er nun in seine 
vollen Glaubensarme hinein, und f&uuml;hret uns durch, wohin Er nun Recht hat uns einzuf&uuml;hren. O! da&szlig; 
wir nur gl&auml;ubiger hineins&auml;hen, wo JEsus sein ewig g&uuml;ltiges Opfer hingebracht hat, wo seine Seufzer, 
seine Leidens=Psalmen, samt seinem Blut f&uuml;r uns Schwachgl&auml;ubige reden, wo JEsus das Amt als 
mitleidiger Hoherpriester t&auml;glich unserethalben f&uuml;hrt und fortsetzt und nicht nachlassen wird bis Er 
uns dahin gebracht hat, wo Freude die F&uuml;lle und liebliches Wesen zur Rechten GOttes ewiglich ist. 
Eja, w&auml;ren wir da!</P> 
 
<P>Wenn der HErr eine Seele, die aus der H&uuml;tte geht, in seiner Hand hat und beh&auml;lt, so ist sie nicht 
der H&ouml;lle &uuml;berlassen.</P> 
 
<P>David sahe die Verwesung, aber weil er die Hoffnung auf den Messias in sich hatte, der die 
Verwesung nicht sehen w&uuml;rde, so war der Anblick friedsam, und nicht peinlich; die Gebeine wurden 
bewahrt.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 17,1-15</font></b></h4> 
 
<P>Der 17. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Gebet Davids. Statt da&szlig; man sich &uuml;ber diesen 
Psalmen eine n&auml;here Einteilung macht, um sich zum Verstand desselben zu f&ouml;rdern, so mag man 
vielmehr bemerken, wie in dem Psalm, als in einem Gebet, immer eindringliche Seufzer, gl&auml;ubige 
Erkl&auml;rungen eines gutem Gewissens, bewegliche Vorstellungen seiner Not Klagen &uuml;ber das 
Bezeugen der Feinde, Hoffnungs=Ruhm auf das Zuk&uuml;nftige mit einander abwechseln, wie es sich 
in dem Herzen eines Betenden treibt durch den Geist des Gebets. Unser einem kann an einem 
solchen Psalm immer noch etwas undeutlich und schwer vorkommen; aber wenn man einmal in 
gleiche Umst&auml;nde, Not und Gedr&auml;nge kommt, da geht einem dann ein solches Wort zu vielem Trost 
und Erquickung im Herzen auf. H&ouml;re also diesen Psalm auf gegenw&auml;rtigen oder doch k&uuml;nftigen 
Gebrauch and&auml;chtig. O! wie gut ist es doch, durch seinen Glauben, und durch seine Hoffnung fein 
weit vom b&ouml;sen und gro&szlig;en Haufen sich scheiden! Was hat einer an dem Heiligen Geist f&uuml;r einen 
getreuen Beistand und Advokaten, der einem immer an die Hand gibt, was man in seiner Sache tun, 
und wie man vor GOttes Gnadenthron reden soll nachdem es GOtt gef&auml;llt. Denn sich nur geschwind 
in ungepr&uuml;fter Eigenliebe auf seine Gerechtigkeit und Unschuld berufen, ist keine Sache; aber, in 
Allem bed&auml;chtlich vor GOtt handeln, dessen n&auml;chtliche Besuche und L&auml;uterungen aushalten, mit 
Ehrerbietung in GOttes Gerichtsstube hineingehen, und die Ausf&uuml;hrung des ganzen Heils GOttes 
an sich suchen und erwarten, das ist etwas Anderes, damit kommt man durch in allerlei Gefahr, auf 
seinem Weg der Pilgrimschaft.</P> 
 
<P>Man kann den Psalmen gleichwohl auch einteilen:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
In die Bitte, V.1. 2. und</li> 
 
<li> 
in die Rechtsgr&uuml;nde, womit er seine Bitte unterst&uuml;tzt; diese sind von Seiten des HErrn und von Seiten 
Davids hergenommen, und erz&auml;hlen teils sein bisheriges Bezeugen, teils seine Hoffnung auf das 
K&uuml;nftige.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Die Nacht verbirgt und verdeckt sonst so viel, GOtt aber untersucht an den Seinigen, ob auch darin 
nichts von heimlichen b&ouml;sen T&uuml;cken am ihnen gefunden werde. Auf die Pr&uuml;fung GOttes ist man 
erst recht bei sich Selbst.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 18,1-50</font></b></h4> 
 
<P>Der 18. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine umst&auml;ndliche &Uuml;berschrift Ein Psalm vorzusingen, Davids, des HErrn 
Knechts, welcher hat dem HErrn die Worte dieses Liedes geredet zur Zeit, da ihn der HErr errettet 
hatte von der Hand seiner Feinde und von der Hand Sauls. Hieraus kann man die Absicht des 
Psalms genugsam erkennen, da&szlig; es n&auml;mlich ein Loblied gegen seinen GOtt sein soll, f&uuml;r das gro&szlig;e 
Heil, so Er an David bewiesen, und so gibt es nun auch der weitere Inhalt, denn da bezeugt nun 
David</li> 
 
<li> 
sein gutes Vorhaben, seinen erweckten Herzenssinn in welchem er stehe, V.2-3. Sodann 
bezeugt er</li> 
 
<li> 
seine Not und sein Bezeugen darinnen zwar kurz, aber sehr nachdr&uuml;cklich, V5-7.</li> 
 
<li> 
Aber am ausf&uuml;hrlichsten stellt er nun die Hilfe GOttes vor, samt allen dabei vorkommenden 
Wunderf&uuml;hrungen, und beschreibt dabei jeden Hauptumstand, besonders z. E. die gro&szlig;e Anstalt, so 
GOtt dazu gemacht, V.3-17. Es gibt denkw&uuml;rdige Exempel in der Schrift, was GOtt den Seinen f&uuml;r 
wunderbare Hilfe, auch durch Wetter, verschafft habe, z. E. im 2 Buch Mose 9:23 der HErr lie&szlig; 
Hagel regnen &uuml;ber &Auml;gyptenland; welches im 77 Psalmen V.16 zur gewaltigen Erl&ouml;sung des Volkes 
gerechnet wird. Josua 10:11 lie&szlig; der HErr einen gro&szlig;en Hagel fallen &uuml;ber die K&ouml;nige der Amoriter 
und ihr Heer, da&szlig; ihrer mehr vom Hagel starben denn vom Schwert.</li> 
 
</ol> 
 
<P>1. Buch Sam. 7:10 lie&szlig; der HErr einen gro&szlig;en Donner donnern &uuml;ber die Philister, und schreckte sie, 
da&szlig; sie geschlagen wurden usw. Desto weniger darf es einem unglaublich vorkommen, da&szlig; auch 
bei dem an David bewiesenen Heil GOttes solche Umst&auml;nde vorgefallen sind, wie er im Psalm 
beschreibt. David ist auch nicht der Letzte gewesen dem zu lieb GOtt sein Zeughaus so 
aufgeschlossen hat. Offenb. 8:5 steht, wie auf die Gebete der Heiligen, Stimmen, Donner, Blitz und 
Erdbeben geschehen seien, und nach dem 16. Kap. V.17-24. stehen noch mehr dergleichen bevor. 
Daher darf ein gl&auml;ubiges Kind GOttes auch die gew&ouml;hnlichen Wetter als ein Angeld auf seine und 
aller Auserw&auml;hlten GOttes zuk&uuml;nftige Erl&ouml;sung ansehen. Sodann wie Ps. 2 beschrieben, die auf 
solche gemachte Anstalt wirklich geschehene Hilfe V.12-21. Gleichwie aber an allen Werken GOttes 
das K&ouml;stlichste und f&uuml;r das Menschen=Herz das Brauchbarste ist, auf den k&ouml;stlichen Grund in 
GOttes Rat und Willen zu Sehen, aus welchem Alles geht, so breitet sich nun David im Psalmen 
weiter aus, den Grund darzulegen, aus dem es bei GOtt gegangen, und der wie alle Gedanken 
GOttes so k&ouml;stlich ist, V.21-30. Wenn einer aus solchen Dem&uuml;tigungen, Angstpressen und 
Todesgefahren, und Erfahrungen der Macht und Gnade GOttes herauskommt, so mag sich wohl sein 
gel&auml;utertes Gewissen mit solcher Freudigkeit darlegen, wie David tut und zum Lob GOttes 
bezeugen, wie man die Gottesfurcht und Herzensredlichkeit so wohl zu genie&szlig;en habe nach den 
gesegneten Folgen und Wirkungen davon, V.30-38; und davon macht er nun auch den Schlu&szlig; aufs 
Weitere, was die Hilfe GOttes an ihm austragen werde, V.38-47. Endlich wird mit fr&ouml;hlichem Lob 
GOttes &uuml;ber das Vergangene und mit weiterem guten Vorsatz und Vertrauen auf das Zuk&uuml;nftige 
beschlossen. Siehe aus diesem Allem, was der Teufel immer f&uuml;r einen Zorn gehabt, und wie sich 
die Feindschaft des Schlangen=Samens wider den Weibes=Samen immer an die Personen und 
H&auml;user vornehmlich geh&auml;ngt hat, an welche GOtt seine Verhei&szlig;ungen ankn&uuml;pfte. Siehe aber auch, 
wie beim Weibes=Samen, bei David und seinem Samen, mitten unter erlittenen Fersen=Stichen, es 
sich doch immer zum Sieg hin&uuml;ber gelenkt hat. Hallelujah!</P> 
 
<P>Das Wort und die Rede GOttes wird uns im Leiden gegeben, und da leidet es gleichsam mit uns, 
und beweist sich bei allen dem&uuml;tigenden Erfahrungen als durchl&auml;utert.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 19,1-14</font></b></h4> 
 
<P>Der 19 Psalm hei&szlig;t wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Der weitere 
Inhalt des Psalms lehrt uns GOtt erkennen, aus seinen Werken und aus seinem Wort, mithin preist 
David</li> 
 
<li> 
wie sich GOtt an keinem Menschen unbezeugt lasse, sondern in alle Werke seiner H&auml;nde 
besonders am Himmel so viel Zeugnisse seiner ewigen Kraft und Gottheit gelegt habe, da&szlig; die 
Menschen Ihn daraus f&uuml;hlen und finden k&ouml;nnen, V.2-8.</li> 
 
<li> 
Noch mehr aber r&uuml;hmt David, was GOtt 
in sein Wort f&uuml;r Kr&auml;fte und Eigenschaften gelegt habe, um dadurch der Wahrheit, der Weisheit, der 
Gerechtigkeit, der Lauterkeit, dem Leben und Frieden der Menschen wieder aufzuhelfen, V.8-12. 
Siehe da, wie mannigfaltig GOtt sein Wort an dich bringt, bald als ein Gesetz mit g&ouml;ttlichem 
Ansehen zum Gehorsam, bald als ein Zeugnis mit Gelindigkeit, den Glauben vorzuhalten, bald als 
Rechte, die den Ausspruch &uuml;ber all dein K&uuml;nftiges tun. O! wie bist du ohne dies Wort, und die 
heilsame Wirkung desselben in dir so voll Irrtum und Zweifel, Unentschlossenheit, Eitelkeit, 
erm&uuml;dender Gesch&auml;ftigkeit! Wie mu&szlig; der unverg&auml;ngliche Samen des g&ouml;ttlichen Worts erst in dein 
Herz, in deine Gedanken, in deine Absichten, in deine Arbeiten etwas festes, bleibendes ruhiges, 
lichtes bringen!</li> 
 
<li> 
So beschlie&szlig;t David mit Beschreibung, wie ihm seine &Uuml;bung in GOttes Wort so 
gesegnet sei, und wie er deswegen immer darin unter GOtt wohlgef&auml;lligen Betrachtungen und Beten 
anhalte, V.12-15. Wei&szlig;t du auch, da&szlig; das die beste Weise ist, mit GOttes Wort fruchtbarlich 
umzugehen, wenn ernstliche Betrachtungen und Beten einander abl&ouml;sen? Da ist GOttes Wort, und 
dessen Erinnerungen bei dir zu Grund gesunken, wenn sie sich im Beten wieder aufw&auml;rts treiben, 
und da ist dein Herz und Mund zum Beten recht gestimmt, wenn es vom Wort GOttes und dessen 
Erinnerungen getrieben wird.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 20,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 20. Psalm hat wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
&Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Im Psalmen selbst hat 
David allen getreuen Untertanen eine Gebetsformel f&uuml;r sich und das ganze Reich angewiesen, und 
so gibt dieser Psalm auch noch jetzt ein sch&ouml;nes Muster zur F&uuml;rbitte f&uuml;r die K&ouml;nige, und f&uuml;r alle 
Obrigkeit. Sodann kommen</li> 
 
<li> 
vor, die Bitten Selber, V.2-6. Er unterst&uuml;tzt</li> 
 
<li> 
den Glauben mit tr&ouml;stlicher Erh&ouml;rung, V.7-9 und fa&szlig;t</li> 
 
<li> 
Alles noch einmal im Beschlu&szlig; kurz zusammen, V.10. Der F&uuml;rst dieser Welt steckt sich oft 
hinter die K&ouml;nige der Erden, wenn Er B&ouml;ses &uuml;ber ein Land bringen will. Siehe 2Chron. 
22:1-5 ; Offenb. 16:13-14. Daher sollte man die F&uuml;rbitte f&uuml;r dieselben flei&szlig;iger 
und redlicher treiben.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 21,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 21. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids vorzusingen. Der Inhalt selber hat viel 
&Auml;hnliches mit dem n&auml;chstvorhergehenden, und der Unterschied besteht meistens in dem, da&szlig; der 
vorhergehende Psalm mehr ein Muster zur F&uuml;rbitte, dieser aber mehr ein Formular zu einem 
Danksagungs=Gebet f&uuml;r die am K&ouml;nig und am Reich erwiesenen Wohltaten ist, daher f&auml;ngt nun der 
Psalm</li> 
 
<li> 
an, mit einem dankbaren Bekenntnis, was GOtt Gutes an dem K&ouml;nig und dadurch an dem 
ganzen Volk getan habe, V.2-8.</li> 
 
<li> 
Aus dieser dankbaren Erkenntnis des Bisherigen flie&szlig;t eine gute 
Zuversicht auf den weiteren Beistand GOttes, V.9-14. Heut zu Tage ist es freilich nimmer so leicht, 
die Regierung GOttes in Kriegs= und Friedens=Zeiten bei Bescherung des Siegs und Austeilung der 
L&auml;nder so eigentlich zu merken, und daher wird es einem Kinde GOttes schwerer, unter dem 
jetzigen Lauf der Welt mit Seiner F&uuml;rbitte und Danksagung an Demjenigen Anteil zu nehmen, was 
in den jetzigen Weltreichen vorgeht, und was auch seinen eigenen Regenten davon angeht; hingegen 
ist uns nur das Reich GOttes zu einem n&auml;heren Augenmerk gemacht, da&szlig; wir, es mag in den 
Reichen der Welt so verwirrt hergehen, als es will, und wir m&ouml;gen darunter zu leiden bekommen, 
was wir wollen, den Ruhm der Hoffnung fest behalten: Das Reich der Welt ist unseres HErrn und 
Seines Christus geworden, und Er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Offenb. Joh. 12.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 22,1-31</font></b></h4> 
 
<P>Der 22. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in der &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen von der Hindin, die fr&uuml;he 
gejagt wird, David mag sich in seinem Fliehen und Umgetriebenwerden vor Saul, mit einem 
gejagten Hirsche vergleichen, und diesem Leidens=Psalmen daher diese &Uuml;berschrift gegeben haben,</li> 
 
<li> 
Der Inhalt des Psalmen selber, und dessen &ouml;ftere Anf&uuml;hrung im Neuen Testament, zeigt zwar, 
da&szlig; der Geist Christi eigentlich von Christi Leiden darin zeuge; doch gleichwie noch jetzt der Geist 
Christi das Geheimnis Seiner Leiden am nachdr&uuml;cklichsten verkl&auml;rt, wenn der Mensch selbst auch 
seines Orts im Leiden steht; also mag auch David solche prophetische Aufschl&uuml;sse von dem Leiden 
Christi bei solchen Gelegenheiten bekommen haben, da er selber in schweren Leiden stand, und 
gleichwie der Ausschlag von Verkl&auml;rung der Leiden Christi in dem Herzen eines Seiner 
leidenden Glieder der ist: 
 
<blockquote> 
Bei Christi Leiden, Kreuz und Tod,<BR> 
Verge&szlig; ich billig meine Not;<BR> 
</blockquote> 
 
so mag freilich auch David, wenn er nachgehends &uuml;ber einen solchen Psalmen geforscht und 
nachgedacht hat, darin nicht sowohl die Beschreibung seiner Leiden, als vielmehr die Beschreibung 
der unendlich wichtigeren Leiden Christi gefunden, und dar&uuml;ber auch seiner Not seliglich vergessen 
haben. Das gibt uns dann genugsamen Grund, da&szlig; wir nun einen solchen Psalmen beim Licht des 
Evangeliums geradehin von Christi Leiden verstehen k&ouml;nnen, wie nun auch in diesem Psalmen alle 
weiteren Worte zeigen: denn 
wir finden nun eine kl&auml;gliche und unter stetem Gebet zu GOtt abgefa&szlig;te Beschreibung der innern 
und &auml;u&szlig;eren Leiden JEsu Christi, und da k&ouml;nnen wir also zuh&ouml;ren, was und wie dieser liebe Sohn 
GOttes unter Seinem Leiden mit seinem himmlischen Vater geredet und zu Ihm gebeten hat, V.2-22. 
Was denkst du unter diesem Anblick? ist dir JEsu Kreuz und Leidensgestalt auch ein &Auml;rgernis und 
Spott? - Oder kannst du dies Bild mit zerschlagenem Herzen und mit Neue und Glauben ansehen? 
Gehst du gerne mit solcher ausf&uuml;hrlichen und umst&auml;ndlichen Betrachtung und Verk&uuml;ndigung dieses 
Leidens und Todes um? Treibt dich der Geist, der dem David so fr&uuml;hzeitige Aufschl&uuml;sse von diesem 
Leiden gegeben hat, auch an, in Betrachtung dieser Leiden deine Weide zu suchen, die Schrift und 
deren Erf&uuml;llung zusammen zu halten, dein Herz, dein Gem&uuml;t, deine Glaubens= &Uuml;bung darunter 
flei&szlig;ig zu erneuern, Gegenliebe in dir dadurch zu erwecken, die Leidens = Gemeinschaft dir dadurch 
zu vers&uuml;&szlig;en? Denkst du auch, da&szlig; nun dies Bild die t&auml;gliche Augenlust des himmlischen Vaters sei, 
und da&szlig; die n&auml;mliche Sache, dar&uuml;ber dieser Psalm gestellt ist, nun mit immer neuen Liedern im 
Heiligtum GOttes vor Seinem und des L&auml;mmleins Thron besungen wird, und also auch unser 
t&auml;gliches Lied im Hause unserer Wallfahrt ausmachen soll?</li> 
 
<li> 
H&ouml;re zu diesem Ende nun im 
Psalmen weiter wie sich dein leidender Heiland gegen Seinen himmlischen Vater so freim&uuml;tig und 
gegen uns so gn&auml;dig und mitleidig erkl&auml;rt, was nun Sein Leiden und dessen siegreicher Ausgang 
f&uuml;r Frucht und Segen schaffen soll, V.23 bis zum Beschlu&szlig; siehe also, was aus JEsu Leiden 
erwachsen ist, und noch weiter erwachsen soll: GOttes Ehre und aller Gottesf&uuml;rchtigen Heil, ja eine 
Predigt zur Bu&szlig;e und Vergebung der S&uuml;nden, durch die auch Solche, die ferne waren, sollen 
herbeigerufen werden, da&szlig; sie sich zum HErrn bekehren. Was ist hievon in der Apostelgeschichte 
und weiterhin f&uuml;r ein guter Anfang gemacht worden? Wie vielen Elenden ist inzwischen Schon dies 
Evangelium zum ewigen Leben ihres Herzens zu statten gekommen, und wie wird die Frucht dieses so 
tief in die Erde gefallenen Weizenkorns hinausreichen bis ans Ende 
der Tage? Das wird noch Im Munde der sp&auml;testen Nachkommen der fr&ouml;hliche Ruhm sein: Er tuts, 
Er hats getan, Er hat mit einem Opfer in Ewigkeit vollendet Alle, die geheiligt werden.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 23,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 23. Psalm hat die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Sodann hat er im 1. Vers die Summa von 
allem &uuml;brigen Inhalt des Psalmen, denn wie es im ersten Vers hei&szlig;t: Der HErr ist mein Hirte, so 
hat es hernach der ganze Psalm damit zu tun, da&szlig; er dieses guten Hirten Treue r&uuml;hmt, daher er dann 
weiter seine volle Gen&uuml;ge und gute Versorgung, die er bei diesem Hirten habe, nach 
unterschiedlichen Umst&auml;nden dankbarlich r&uuml;hmt, V.4.-6. Amen, so ist es Amen, so geschehe mir 
noch weiter unter Deiner Hirtentreue. O HErr JEsu! Du bist gekommen, und noch dazu da, da&szlig; 
Deine Schafe Leben und volles Gen&uuml;ge haben sollen.</P> 
 
<blockquote> 
Du bist mein treuer Seelenhirt,<BR> 
Und selber auch die Weide,<BR> 
Du hast mich, da ich war verirrt,<BR> 
Geholt, mit vieler Freude.<BR> 
Ach, nimm dein Sch&auml;flein wohl in Acht,<BR> 
Damit mich weder List noch Macht<BR> 
Von Deiner Herde scheide<BR> 
</blockquote> 
 
<P>Solche Auen sind die gro&szlig;en Anstalten GOttes voll leiblicher und geistlicher Wohltaten zur 
Unterhaltung Seiner Auserw&auml;hlten und Geliebten, und was werden die Auen jener Welt erst sein! 
V.4. Stecken, womit du leitest, sch&uuml;tzest und treibst, da&szlig; es fortgeht, diesen regiert der Eifer des 
HErrn. Stab, worauf du dich lehnst, um Halt zu machen, da&szlig; es nicht zu schnell geht, und die 
Schafe nicht &uuml;bertrieben werden, diesen regiert die Langmut des HErrn, V.6. Wenn ein Hungriger 
nur fleht, da&szlig; der Tisch gedeckt und bereitet wird, so ist es ihm schon eine Erquickung in der 
Hoffnung - nur Gutes bleibt, wenn das B&ouml;se voran und vorbei gegangen sein wird. HErr JEsu! mein 
Hirt, hier bist Du bei mir, dort bin ich bei Dir.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 24,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 24. Psalm hei&szlig;t wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids; hernach im Psalmen selbst 
wird uns unser gesegneter Heiland, der im vorhergehenden Psalmen als der getreue Hirte ist 
anger&uuml;hmt worden, nun als der K&ouml;nig der Ehren vorgestellt, und dabei werden uns folgende 
Umst&auml;nde zu Gem&uuml;t gef&uuml;hrt,</li> 
 
<li> 
was dieser K&ouml;nig der Ehren f&uuml;r ein Land und Territorium habe, und 
worauf sich seine billige Ansprache daran gr&uuml;nde, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Was dieser K&ouml;nig der Ehren f&uuml;r vertraute Reichsgenossen habe, auf was f&uuml;r 
Eigenschaften er bei ihnen Sehe, und was er ihnen f&uuml;r Vorteile verschaffe, V.3-6.</li> 
 
<li> 
Was dieser K&ouml;nig einmal in der Welt f&uuml;r einen k&ouml;niglichen Einzug halten werde, und wie man 
ihm dabei begegnen solle, V.7-10. Du Hausvater! bist du auch &uuml;ber dein Haus und dessen T&uuml;re 
Meister? Tust du auch dieselbe diesem K&ouml;nig der Ehren und seinem Wort der Wahrheit auf? Jagst 
du auch mit den Deinigen der Reinigkeit in Herz und Sinn, in H&auml;nden und Werken nach, beflei&szlig;igst 
du dich der Wahrheit und der Erkenntnis und Bekenntnis derselben? Oder du Anderer, der etwa nur 
&uuml;ber sein Herzens=T&uuml;rlein zu sprechen hat, merkst du auch auf JEsu Stehen vor der T&uuml;r? auf sein 
Anklopfen? H&ouml;rst du auch seine Stimme, und tust die T&uuml;re auf? Bedenkst du auch oft, da&szlig; die 
ganze Erde dazu geschaffen worden, da&szlig; JEsus auf derselben offenbar werden soll? Lernst du auch 
aus JEsu Reden, was dich zu: Seinem Reich t&uuml;chtig oder unt&uuml;chtig macht, und dich im Trachten 
darnach hindert; oder &auml;rgert dich der verwirrte Anblick desselben auf Erden, dadurch du wenig von 
diesem Reich zu sehen meinst? Aber gib Achtung, im 8. Vers des Psalmen hei&szlig;t Er doch: der HErr 
m&auml;chtig im Streit; das gilt, so lange Er noch mitten unter seinen Feinden herrschend, Macht und 
St&auml;rke zu beweisen hat. Hernach im 10. Vers hei&szlig;t Er der K&ouml;nig der Ehren, wenn sein Reich au&szlig;er 
allem Streit und Widerspruch gesetzt sein, und herrlich vor sich gehen wird. Darnach richte dich</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 25,1-22</font></b></h4> 
 
<P>Der 25. Psalm hei&szlig;t wieder in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Wann er gemacht worden sei, 
l&auml;&szlig;t sich nicht wohl bestimmen, indem dergleichen Umst&auml;nde &ouml;fters vorkommen k&ouml;nnen, da&szlig; einer 
so um Gnade und um ein erneuertes Zeugnis derselben, und um Befestigung darin anh&auml;lt, wie David 
in diesem Psalmen tut. Denn gleich im Anfang bezeugt er, was seine Seele f&uuml;r ein inniges 
Verlangen nach GOtt trage, und wie er die unrechten Wege, auf welchen Andere Hilfe und Trost 
suchen, verabscheue, und sich allein an GOtt halte, V.1-3. Sodann tr&auml;gt er seine zwei Hauptbitten 
vor. Vornehmlich, da&szlig; ihn GOtt lehren m&ouml;chte Seine Wege und Seine Wahrheit erkennen, und da&szlig; 
Er sich seiner erbarmen, und ihn bei gn&auml;diger Vergebung der S&uuml;nden erhalten m&ouml;chte. Aber wie 
bed&auml;chtlich bittet er auch noch zuvor um die Unterweisung in den Wegen GOttes! Mancher dringt 
immer auf die Vergebung seiner S&uuml;nden, und auf die Versicherung davon, l&auml;&szlig;t sich aber GOttes 
Geist und Wort nicht genugsam in die Wahrheit GOttes hineinleiten, und bleibt bei seinem 
Unverstand in GOttes Wegen auch im friedsamen Genu&szlig; der Vergebungs = Gnade zur&uuml;ck. Nun &uuml;ber 
diese seine zwei Hauptbitten redet er weiter im ganzen Psalmen mit GOtt, und unterst&uuml;tzt sein Herz 
mit mancherlei Glaubens= und Trost=Gr&uuml;nden, woraus er von der Erh&ouml;rung und Gew&auml;hrung dieser 
Bitten versichert sein k&ouml;nne. Er mengt immer wieder neue Bitten ein, daraus man sehen kann, wie 
ihm sein "Lehre mich und sei mir gn&auml;dig," am Herzen gelegen sei, V.8.-21. Endlich nimmt er im 
Beschlu&szlig; die Not des ganzen Volks mit der seinigen zusammen, und wacht ein Kyrie Eleison 
daraus, und sagt V.22: "GOtt erl&ouml;se Israel aus aller seiner Not." So gehts - manchmal hei&szlig;t es: ich 
bin einsam und elend, so geht es Niemand, wie es mir geht, ich kanns und darfs Niemand sagen; 
aber bald f&auml;llt einem auch der Andern ihr Druck und Teil aufs Herz, da&szlig; man sie mit einschlie&szlig;t 
und sagen mu&szlig;: GOtt! gedenke auch Anderer in ihrer Not! und so geht man denn auch der Erl&ouml;sung 
aus seiner eigenen Not geduldiger entgegen:</P> 
 
<blockquote> 
Wie viel tr&auml;gt, HErr, Dein Erbarmen?<BR> 
Trag' doch auch mich Armen!<BR> 
</blockquote> 
 
<P>Man mu&szlig; es gew&ouml;hnen, und sich darein schicken lernen, was GOtt zur &Uuml;bung im Vertrauen und 
Hoffen, f&uuml;r Wege mit einem geht, V.10. G&uuml;te zum Vertrauen, Wahrheit zum Hoffen. V.21.</P> 
 
<P>Das schlechte oder aufrichtige Wesen h&auml;ngt der G&uuml;te an, und liebt das Gute ganz ohne etwas zu 
veruntreuen und zur&uuml;ck zu lassen. Das rechte oder gerade Wesen liebt das Gute, allein ohne etwas 
Anderes einzumischen oder sich nach etwas Fremdem zu bequemen und zu biegen. Dies sieht aber 
David nicht als eine Gabe an, die ihm in seine Hand gestellt werde, sondern als einen hohen 
g&ouml;ttlichen Beistand, unter welchem er stehen und sich verwahren lassen wolle.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 26,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 26. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Der Inhalt selber zeigt, da&szlig; David 
in diesem Psalmen aus vieler Freudigkeit eines guten Gewissens handelt, und aus solchem Trieb 
bittet, da&szlig; GOtt ihm das durch den Geist der Gnade so fest versiegelte Zeugnis der Unschuld auch 
vor Andern an den Tag bringen, und es mit ihm so machen wollte, da&szlig; er als ein Gerechter seine 
Scheidung von der Gottlosen Haufen auch m&ouml;ge zu genie&szlig;en haben. In solcher Absicht stellt er 
 
<li> 
sich ins Licht GOttes, und bittet: GOtt wolle ihn auf das Genaueste pr&uuml;fen, damit die Reinigkeit 
seines Herzens und die Unschuld seiner Werke an den Tag komme, V.1-3. David hat sonst wohl auch 
gewu&szlig;t: Wer kann merken, wie oft er fehle? Er ist dadurch zum Gebet 
gedrungen worden: Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler! Aber da&szlig; GOttes G&uuml;te vor seinen 
Augen und GOttes Wahrheit ein Licht auf seinen Wegen sei, und da&szlig; er im Glauben und Gehorsam 
gegen GOtt stehe, dar&uuml;ber hat er sich auf alle Weise wollen pr&uuml;fen und l&auml;utern lassen.</li> 
 
<li> 
Nun beschreibt er seinen Wandel in der 
Wahrheit umst&auml;ndlicher, und legt es GOtt St&uuml;ck f&uuml;r St&uuml;ck vor, was Er an ihm pr&uuml;fen und bew&auml;hren 
m&ouml;chte, V.4-8. Alles dieses flie&szlig;t aus der obigen Summa: Deine G&uuml;te ist vor meinen Augen, und 
ich wandle in Deiner Wahrheit. GOttes G&uuml;te vor den Augen entleidet einem die eiteln Leute, die 
einem Andern nacheilen, und verlassen ihre Gnade, die mit ihrer Lust und mit ihrer Furcht immer 
herum und hinum getrieben werden, ohne einigen Halt an GOttes G&uuml;te. Die Wahrheit GOttes und 
das Wandeln in derselben scheidet einen von den Falschen, in deren Worten und Werken so viel 
Unzuverl&auml;&szlig;iges ist. Aber es mu&szlig; einer nicht mit der ersten Scheidung davon zufrieden sein, sondern 
mit einem v&ouml;lligen Ha&szlig; dagegen gewaffnet werden, und sich daher desto mehr auf &ouml;ffentliche 
Bekenntnis und Anhangen an das Gute legen, sonst kann er wieder unvermerkt betrogen werden.</li> 
 
<li> 
Er bittet um die gn&auml;dige Distinction, die GOtt sonst gegen seine Gnaden = Genossen brauche, 
da&szlig; Er sie ihm auch angedeihen lasse. V.9. bis zum Beschlu&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Dieser Psalm setzt freilich den 25. voraus, wo David seine S&uuml;nden erkannte. Nun redet er, wie es 
einem begnadigten und von GOtt geleiteten S&uuml;nder zukommt. Seine Freudigkeit war keine eigene 
Gerechtigkeit noch Ruhm gegen GOtt, sondern eine Gerechtigkeit und Ruhm aus GOtt und in GOtt.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 27,1-14</font></b></h4> 
 
<P>Der 27. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Zeit und Gelegenheit kann man daraus 
so genau nicht bestimmen doch zeigt der ganze Psalm schon viel Erfahrung in den Wegen GOttes 
an, und er mag daher wohl in die letzten Zeiten Davids geh&ouml;ren. Denn das erste im Psalmen ist nun, 
da&szlig; David ein gl&auml;ubiges Bekenntnis ablegt, wie er in Seinem Herzen einen unerschrockenen Mut 
habe, und wie sich derselbige auf seine vorigen Erfahrungen: da&szlig; der HErr sein Licht und sein; Heil 
sei, gr&uuml;nde, und wie ihn diese Hauptabsicht auf das einige Notwendige vor der sch&auml;dlichen 
Zerstreuung in die Sorgen verwahre, V.1-2. Dieses festen Vertrauens ungeachtet aber bittet David 
nun doch sehr Sehnlich und anhaltend, da&szlig; GOtt in der gegenw&auml;rtigen Not an ihn gedenken, ihm 
Sein Wort und Zusage hatten, und sich seiner nach aller Bed&uuml;rfnis annehmen wolle, V.7- 12. Zuletzt 
spricht er doch seiner Seele wieder mutig zu, auf den guten Ausgang, den GOtt machen werde, und 
den sie abwarten solle, V.13-14. Siehe aus diesem Psalmen, was es um den Glauben, auch bei aller 
Zuversicht und Freudigkeit, doch gleichwohl f&uuml;r eine geschmeidige Sache ist, wie er auch um das, 
wessen er aus dem Wort GOttes und Erfahrung wohl versichert ist, doch so dem&uuml;tig anh&auml;lt, wie er 
sich das, wogegen ihn so viele Verhei&szlig;ungen GOttes sicher stellen, doch so geflissen abbittet, wie 
er GOtt nicht begehrt am Schn&uuml;rlein zu haben nach Seinem Willen, sondern vielmehr Unterweisung 
in GOttes Wegen und Leitung auf richtiger Bahn sucht. Glaubens=Mut, und ein steifer in 
Natur=Kraft gefa&szlig;ter Sinn, sind weit von einander unterschieden.</P> 
 
<P>GOtt hat unter dem allgemeinen Ausdruck seines Worts schon auch auf einen Jeden insonderheit 
eine gewisse ausdr&uuml;ckliche eigene Absicht in seinem liebevollen Herzen. Vor Ihm ist Einer wie 
Alle, und Alle wie Einer das Augenmerk Seines Willens.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 28,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 28. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
ein Psalm Davids. Dem Inhalt selber ist so viel 
anzusp&uuml;ren, da&szlig; David aus einer uns eben nicht bekannten Veranlassung einen tiefen Eindruck von 
GOttes Gerichten mu&szlig; bekommen haben, der ihn ins Gebet getrieben, darin er um W&uuml;rdigkeit, vor 
GOtt zu stehen, und allem Widrigen zu entfliehen, angehalten, und sich auf seinen deshalb schon 
in ihn gelegten Hoffnungsgrund erbauet hat. Man h&ouml;rt also</li> 
 
<li> 
wie David nicht ohne Angst um 
Erh&ouml;rung seines Gebets und bei derselben um Sicherheit vor GOttes Gerichten anh&auml;lt, und dabei 
dem gro&szlig;en GOtt in Seinem Gerichte Recht gibt, V.1-5.</li> 
 
<li> 
David dankt Seinem GOtt, der ihn mit der Erh&ouml;rung Seines Gebets getr&ouml;stet hat, und fa&szlig;t 
&uuml;ber sich und das ganze Volk GOttes eine gute Zuversicht, V.6. bis zum Beschlu&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<P>O Mensch! Achtest du auch auf das Tun des HErrn? und nimmst du auch zu Herzen, was GOtt zu 
Seinen Zeiten f&uuml;r Gerichte &uuml;bt, brauchst du Alles als ein Vorspiel aufs k&uuml;nftige Gericht? und gibst 
du dich ins Wachen und Beten, da&szlig; du w&uuml;rdig werdest, zu entfliehen dem Allem, was geschehen 
soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn? Hast du auch unter dem Druck schwerer Zeiten einen 
Grund der Hoffnung in dir, eine Einsicht in die Breite, L&auml;nge, H&ouml;he und Tiefe der Liebe GOttes, 
da&szlig; du dem lieben GOtt zutrauen kannst: Sein Aushelfen, Segnen, Weiden und Leiten werde dir 
gewi&szlig; sein, bis in das ewige Erh&ouml;hen hinein?</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 29,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 29. Psalm hei&szlig;t wiederum</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, und in demselben redet er</li> 
 
<li> 
die Gewaltigen und Vornehmen an, da&szlig; sie GOtt die Ehre geben und sich vor Ihm dem&uuml;tigen 
sollen, wie sichs geb&uuml;hrt, V.2-8. Was kann aber ein Mensch dem HErrn bringen? Anbetung und 
darin Bekenntnis, da&szlig; der HErr Alles habe, und von Ihm alles Gute komme. Wir k&ouml;nnen dem HErrn 
nichts geben, aber Seinen Namen, und Alles, was Er zu seiner Selbstoffenbarung und 
Verherrlichung tut, erkennen und bekennen das ist unsere Sache.</li> 
 
<li> 
Er stellt ihnen bekannte, 
handgreifliche, ihnen selbst oft vorkommende Taten GOttes vor, wodurch sie zum Dem&uuml;tigen unter 
die gewaltige Hand GOttes sollen bewegt werden. Da&szlig; die gesamten Werke des HErrn Seiner 
Stimme zugeschrieben worden, zeigt an, da&szlig; Er Alles ohne m&uuml;hsame Arbeit, ohne fremde Hilfe, 
blo&szlig; durch Seinen Willen und Wort ausrichte; und da&szlig; die Rede zuletzt wieder auf das Lobsagen 
in Seinem Tempel zur&uuml;ckgef&uuml;hrt wird, zeigt an, da&szlig; auch die Werke GOttes in der Natur bei 
Wettern, im Felde, bei wilden und zahmen Tieren und dergleichen, eine Materie zum Anbeten im 
Tempel abgebe, gleichwie diejenigen von den Menschenkindern, welche am n&auml;chsten zu dem Thron 
hinreichen, noch in der Ewigkeit dem HErrn dar&uuml;ber Ehre geben, da&szlig; Er alle Dinge geschaffen 
habe, und Sie durch Seinen Willen ihr Wesen haben und geschaffen seien.</li> 
 
<li> 
Zuletzt legt er Sein 
eigen Glaubensbekenntnis von GOtt und Seinem ewigen Reich ab, und bezeugt den Grund seiner 
Hoffnung, auf dem er stehe, V.10-11. Der HErr hat an der ersten Welt seine richterliche Obermacht 
bewiesen, und es hat Ihn keiner der vorigen Riesen vom Thron gesto&szlig;en. Die heutigen Feinde seines 
Reichs werden Ihn auch m&uuml;ssen sitzen lassen: Wohl Allen, die auf Ihn trauen. Wenn Er auch noch 
das F&uuml;rchterlichste aus seinen Sch&auml;tzen wird offenbar werden lassen, m&uuml;ssen, zur Zeit, wenn sein 
Zorn und der Menschen Zorn noch einmal aufeinander sto&szlig;en werden, so wird Er darunter Alles 
zu der Seinigen Besten wenden, und Sein Volk segnen mit Frieden.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 30,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 30. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm vorzusingen, von der Einweihung des Hauses 
Davids. Vermutlich hat David diesen Psalmen gemacht, da er nach der schweren Flucht vor 
Absalom und allen dabei vorgekommenen dem&uuml;tigenden Umst&auml;nden wieder nach Jerusalem 
gekommen, und sein Haus wieder in Ordnung gebracht, und selbiges besonders von den durch 
Absalom inzwischen darin begangenen Blutschulden gereinigt und wieder eingeweiht hat. Hiermit 
stimmt der weitere Inhalt des Psalmen &uuml;berein, denn</li> 
 
<li> 
David fangt an GOtt zu loben, i der ihn aus der tiefsten Dem&uuml;tigung und nahen Todesgefahr so gn&auml;diglich 
errettet habe, V.2-4. Wo war Ahitophel der b&ouml;se Ratgeber, wo war Absalom, der seinem Vater nach 
dem Leben gestanden? Sie waren in die H&ouml;lle gefahren. Den David aber hat GOtt wieder mit 
Frieden nach Jerusalem gebracht, denn Er hatte Lust zu ihm. Anfangs sahe David mehr aufs 
menschliche bei Absaloms Tod, und rief aus: O Absalom mein Sohn, wollte GOtt, ich m&uuml;&szlig;te f&uuml;r 
dich sterben! Nun aber sieht er mehr auf das G&ouml;ttliche darunter und preist seinen GOtt, der ihn beim 
Leben erhalten, da Jene in die H&ouml;lle fuhren.</li> 
 
<li> 
Sodann ruft David auch andere Gnadengenossen 
GOttes auf, da&szlig; sie mit ihm danken, und der Herrlichkeit GOttes nachdenken sollen, wie Er in den 
unerforschlichen Wegen &uuml;ber die Seinigen unter allem Schrecklichen doch auf lauter Leben ziele, 
V.5-6. David ging freilich den &Ouml;lberg hinan mit Weinen, 2. Sam. 15. und in seinem weichen Herzen 
war der Entschlu&szlig;: ich will des HErrn Zorn tragen, denn ich habe wider Ihn ges&uuml;ndigt. Aber &uuml;ber 
der da: bei noch &uuml;brig gebliebenen Hoffnung, da&szlig; der HErr ihn noch werde Gnade finden lassen, ist er 
nicht zu Schanden worden. Ein Augenblick unter dem Zorn GOttes, wenn er noch dazu nicht 
unvermischt eingeschenkt, sondern noch mit vieler Liebe gem&auml;&szlig;igt ist, kann einem Herzen doch so 
lang werden. Wie wird es denen gehen, &uuml;ber denen der Zorn GOttes bleibt, Ev. Joh. 3, 36. weil sie 
nicht glauben an den Namen des Sohnes GOttes</li> 
 
<li> 
Diese allen Gnadengenossen zum Anbeten 
vorgestellte Heiligkeit GOttes beschreibt nun David noch weiter, wie er sie an seinem Exempel 
erfahren, und zu welch einem bescheidenen Gebrauch der Gnade GOttes er dadurch angehalten 
worden V.7 bis zum Beschlu&szlig;, Ich werde nimmermehr, in Ewigkeit nicht, darnieder liegen. Du, 
HErr, mein GOtt, ich will Dir danken in Ewigkeit. Das macht den Unterschied aus, ob eine Seele 
unter den Dem&uuml;tigungen gelernt hat, bescheiden mit der Gnade GOttes umgehen, oder nicht, wenn 
das Ich sich lauterlich in das "Dir, o HErr mein GOtt" verliert und versinket. Zwischen einem 
solchen Ich und Dir, ist ein solcher gro&szlig;er Unterschied in der &Uuml;bergabe des Herzens, den wir zwar 
mit der Spitze der Vernunft geschwind machen, aber im Werk selbst ohne JEsum und sein Kreuz 
nicht vollbringen k&ouml;nnen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 31,1-24</font></b></h4> 
 
<P>Der 31. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Wir k&ouml;nnen aber nicht 
genau wissen, aus welcher Veranlassung und um welche Zeit der Psalm gemacht sei. Der Inhalt 
selbst gibt nicht undeutlich zu erkennen, da&szlig; es mit Davids Not um selbige Zeit m&uuml;sse aufs 
H&ouml;chste,gekommen sein; wobei er sich des Lebens erwogen, und nur blo&szlig; noch seinen Geist GOtt 
anbefohlen mit dem Seufzer, der nachmals unser liebster Heiland selbst in seiner letzten Not 
gebraucht. Nach endlich erfolgter Rettung aber hat David in diesen Psalmen gefa&szlig;t, was Ihm in 
seinem vorigen Notstand Furchtsames und Gl&auml;ubiges vorgekommen, und wie Beides in ihm 
gestritten habe; und was nun alle redlichen Gnadengenossen GOttes hieraus zur Lehre und 
Glaubens=St&auml;rkung nehmen sollen</li> 
 
<li> 
David beschreibt seinen guten Kampf, den er gek&auml;mpft, 
erstlich von der Seite her, wie Zuversicht und Freudigkeit nach der Empfindung der Not die 
Oberhand gehabt haben, V. 2-- 9.</li> 
 
<li> 
Er legt aber nun auch solche Erfahrungen, und die darunter 
aufgestiegenen Seufzer vor, da die Empfindung der Not und Gefahr fast &uuml;ber die 
Glaubens=Zuversicht den &Uuml;berschwang gewinnen wollte, V. 10-- 20.</li> 
 
<li> 
Er zeigt nun, wie man dies sein Exempel und die an ihm kund gewordenen Wege des HErrn 
gebrauchen k&ouml;nne und solle, V. 21 bis zum Beschlu&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 32,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 32. Psalm ist</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
, was er in seiner &Uuml;berschrift hei&szlig;t: Eine Unterweisung Davids. Denn David 
erf&uuml;llt in diesem Psalmen seinen Vorsatz und Verspruch Ich will die &Uuml;bertreter Deine Wege lehren, 
und stellt also eine Unterweisung f&uuml;r alle bek&uuml;mmerten Herzen, wie es im Gewissen vor und nach 
der Vergebung der S&uuml;nden hergehe, mithin wie. viel Seligkeit und S&uuml;&szlig;igkeit in der Vergebung der 
S&uuml;nden liege. Zu diesem Ende stellt nun</li> 
 
<li> 
David sein eigen Exempel und Erfahrung samt dem, 
was er darunter von den Wegen GOttes gelernt hat, so vor, da&szlig; sich Andere daraus eine 
Unterweisung nehmen k&ouml;nnen, V. 1 -- 7. O Mensch, wo bist du? Steckst du noch in der S&uuml;nden 
H&ouml;hle, und machst dabei das Verleugnen und Verschweigen zu deinem Schirm und Zuflucht, oder 
bist du bei redlicher Erkenntnis und erlangter Vergebung der S&uuml;nden, unter GOttes Schirm zu stehen 
gekommen?</li> 
 
<li> 
F&uuml;hrt David Sodann GOttes eigene Worte an, womit Er ihm zugesprochen, und ihn 
in einen richtigen Gnadengang eingeleitet habe, welches er denn auch f&uuml;r die Unverst&auml;ndigen zu 
einer Warnung, und f&uuml;r die Gerechten zur St&auml;rkung anwendet, V. 8. bis zum Beschlu&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<P>O Mensch! ist es dir um Vergebung der S&uuml;nden und deren heilsamen Gebrauch und dauerhaften 
Genu&szlig; zu tun; so merke fein auf GOttes Unterweisung, gn&auml;dige Leitung, stete Aufsicht, und schicke 
dich unter diesem mehr und mehr zu einem weichherzigen Gehorsam. Denn Unverstand, 
Herzens=H&auml;rtigkeit, Gewalt in etwas durchzurei&szlig;en und seinen Eigensinn durchzusetzen, 
Unachtsamkeit gegen GOttes Z&uuml;ge h&auml;lt einen Manchen auf, da&szlig; er der Vergebung seiner S&uuml;nde 
nicht oder doch nicht dauerhaft froh werden kann.</P> 
 
<P>Vergeben geht auf den S&uuml;nder selbst, Bedecken auf Anderer Anblick. In dem erwachten und von 
GOtt getr&ouml;steten Gewissen hat der Trost der Vergebung allen feindseligen Argwohn gegen GOtt hin 
weggenommen.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 33,1-22</font></b></h4> 
 
<P>Der 33. Psalm f&auml;ngt gleich an mit einer Ermunterung zum fr&ouml;hlichen Lob GOttes, V.1-3, und 
sodann gibt er die Materien zum Lob in die Hand, von denen zwei Haupt&ouml;ffnungen hergenommen 
sind, wodurch sich GOtt den Menschen offenbart, n&auml;mlich durch sein Wort und seine Werke. Und 
da zeigt er, was man aus der Nichtigkeit der Worte, und ans der Best&auml;ndigkeit der Werke GOttes 
f&uuml;r Nutzen ziehen soll, da&szlig; man im Vertrauen auf GOtt immer v&ouml;lliger und zum Harren auf Sein 
weiteres Wohlmachen gest&auml;rkt werde, V. 4. bis zum Beschlu&szlig; Wie Natur und Gnade, Fleisch und 
Geist, GOttes Gedanken und Menschen Worte unterschieden sind, so wird auch da der Heiden Rat 
und des HErrn Rat einander entgegen gesetzt O wie kommt der Nationen Rat von einem Geschlecht 
zu dem andern herunter; aber das, was sich durch viele Geschlechte hindurch noch behauptet hat, 
mu&szlig; endlich in Abgang kommen, wenn das Bessere kommt. Indessen begehre Niemand der Heiden 
Rat durch seinen kleinen Rat zu zernichten. Der HErr wird es tun. Gib deinen Rat nicht f&uuml;r des 
HErrn Rat aus, V.11. Er lenkt ihnen Allen das Herz, durch einf&ouml;rmige Eindr&uuml;cke, womit Er ihnen 
4) zuvorkommt, nicht erst nachdem schon falsche Bilder in sie gekommen. Die Abweichungen von 
der Regel setzen eine Regel voraus, Torheit setzt eine Richtschnur der Weisheit voraus, sonst gibt 
es keine Gerichte. O Menschenkind! wie findet dich GOttes Auge? Bei Seinem Herabschauen vom 
Himmel findet Er dich voll Vertrauen und Vermessenheit auf dich selbst, ohne Bedacht, da&szlig; Alles 
von GOtt kommt, und Alles, was du ausrichten sollst von Ihm dir gegeben sein mu&szlig;? Findet es dich 
in der Erbitterung, wenn So Manches dir nicht ger&auml;t, und der HErr deinen Rat zu nichte macht? 
Findet es dich, da&szlig; du deine Augen aufhebst zum fremden Gott, und beim eitlen Weltlauf deine 
Absichten erreichen willst? Findet es dich in heimlicher Verzweiflung &uuml;ber das tiefe und 
Verborgene in GOttes Regierung? oder hast du ein in GOtt gefa&szlig;tes Herz und stillst dich alle Tage 
unter dem, was zu tun und zu leiden vorkommt, damit, da&szlig; doch GOttes G&uuml;tigkeit t&auml;glich, ja 
ewiglich w&auml;hrt, und da&szlig;, Seiner Gerichte ungeachtet, doch die Erde voll Seiner G&uuml;te ist. Traue 
seinem heiligen Namen, denn Keiner wird zu Schanden werden, der des HErrn harrt.</P> 
 
<P>Auf die empfangene Vergebung der S&uuml;nden, wovon im 32. Psalmen die Rede ist, entsteht eine 
heitere Freude, da&szlig; man nun ein Gerechter geworden ist; es entstehen heitere Blicke in die ganze 
Haushaltung der Gnade GOttes.</P> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 34,1-22</font></b></h4> 
 
<P>der 34. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids da er 
Seine Geb&auml;rde verstellte vor Abimelech, der ihn von sich trieb, 
und er wegging. Man wei&szlig; nicht so eigentlich, wie es bei 
David mit dieser Verstellung seiner Geb&auml;rden hergegangen, ob 
er selber aus Furcht bei vermerkter Gefahr, so was 
Ungeb&auml;rdiges angenommen, und sich damit aus der Philister 
H&auml;nde losgewickelt habe! Ober ob ihm GOtt eine Art von 
Krankheit, wie etwas Gichterisches, zugeschickt, und ihn 
damit vor Abimelech ekelhaft gemacht habe? Das Vornehmste 
ist, was wir ans dem Psalmen Sehen k&ouml;nnen, wie er nach 
diesem &uuml;berstandenen Hergang mit GOtt dar&uuml;ber geredet und 
gehandelt habe, n&auml;mlich</li> 
 
<li> 
f&auml;ngt David mit Lob GOttes an, 
allen Elenden, die auch im Gedr&auml;nge sind, zur Erweckung und 
Trost V.2. 3. Durch Klagen und Zagen einander immer tiefer 
in Unglauben und Traurigkeit hineinjagen, ist keine Kunst, 
aber durch Danken und R&uuml;hmen auch anderen Elenden zur 
Aufrichtung werden, w&auml;re besser.</li> 
 
<li> 
Er fordert wirklich auch Andere zur Gemeinschaft und Lob GOttes auf, und preist 
ihnen aus seiner Erfahrung die Wege GOttes als eitel G&uuml;te und 
Wahrheit an, V.4 11.</li> 
 
<li> 
Er macht sich an die Kinder, die zwar 
die Leidenswege noch nicht so erfahren, und also auch die 
Errettung noch nicht so verstehen, die aber doch n&ouml;tig haben, 
bei Zeiten einen tiefen Grund mit der Furcht GOttes in ihre 
Herzen zu legen, damit, wenn sie mit der Zeit auch in Not 
kommen, sie doch einen Halt haben, und den Unterschied 
zwischen den Gerechten und Gottlosen sich nicht nehmen 
lassen, wenn schon oft dem &Auml;u&szlig;erlichen nach Einerlei &uuml;ber 
beide ergehet, V.12 bis zum Beschu&szlig;. O wie viel besser ist es 
doch, zerbrochenen Herzens sein, und ein zerschlagen Gem&uuml;t 
haben, aber das bei die nahe Aufsicht und Bewahrung des 
HErrn auch &uuml;ber seine Gebeine genie&szlig;en, da&szlig; deren nicht Eins 
zerbrochen wird, als wenn einem Manchen Hals und Bein mu&szlig; 
zerbrochen werden, weil er sich zu keiner Erweichung des 
Herzens bequemen wollte!</li> 
 
</ol> 
 
 
<P>Gro&szlig;e &uuml;ber David ergangene, aber zu seiner Rettung 
ausgeschlagene Dem&uuml;tigung setzt ihn in ein so herzliches und 
lauteres Lob GOttes. Wer schmeckt und sieht, wie freundlich 
der HErr ist, der ist recht bei sich selbst, V.9. Wenn der Grund 
der innern Beruhigung bricht, so bricht das Herz; solchen ist 
der HErr nahe, wenn sie Ihn suchen, und sich von Ihm helfen 
lassen wollen, V.19. Aus dem &Uuml;bel, das einer als ein 
Ungerechter vorher getan hat, und nun als ein Gerechter 
verl&auml;&szlig;t, entsteht viel Leiden, aber aus dem Allem wird ein 
Gl&auml;ubiger herausgerissen, V.20.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 35,1-28</font></b></h4> 
 
<P>Der 35. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift Ein Psalm Davids. Man kann ihn wohl in 
Verbindung mit dem n&auml;chstvorhergehenden ansehen, und dabei denken, wie es David zu Mut 
gewesen, wenn er an Diejenigen gedacht, durch deren Verfolgung er zu einer so mi&szlig;lichen 
Flucht in der Philister Land veranla&szlig;t worden, und vor Denen er nun noch bei seiner 
Zur&uuml;ckkunft ins J&uuml;dische Land so wenig sicher war, als zuvor. Man sp&uuml;rt es der ganzen 
Einrichtung des Palmen an, aus welchem gepre&szlig;ten Herzen er geflossen, man mag daher statt 
einer Einteilung in mehrere Teile vom ganzen Psalmen so viel merken, wie David</li> 
 
<li> 
seine ganze Sache in GOttes Hand gestellt, und blo&szlig; mit gl&auml;ubigem Vertrauen erwartet habe, was 
ihm GOtt f&uuml;r H&uuml;lfe und Ausschlag endlich werde widerfahren lassen; auch was f&uuml;r Mittel, 
Herz und Mut inzwischen durchzukommen, ihm der HErr verleihen werde. Und dabei ist 
Bitte und Klagen, Vorstellung von seinem gl&auml;ubigen und friedlichen, und der Feinde 
trotzigem und feindseligem Bezeugen, Aussicht auf den guten und fr&ouml;hlichen Ausgang seiner 
Seits und auf der Feinde zu Schanden werden anderer Seits, best&auml;ndig in einander geflochtene 
Seufzer, wie man sichs bei dergleichen Erfahrungen am besten vorstellen kann, V.1 bis zum 
Beschlu&szlig;. Es ist geschwind geschehen, da&szlig; einer aus einem solchen Psalmen eine Klage, 
einen Seufzer herausrei&szlig;t, und &uuml;ber seine Feinde aussto&szlig;t. Aber es fragt sich: ob man auch 
die Geduld bewiesen, die David sonst bewiesen hat; ob man auch die Gelegenheiten zur 
Selbstrache so vorbei gelassen? wie er im Glauben an GOttes Wohlmachen getan hat; ob man 
auch sonst in solchem Zugang zu GOtt stehe, und also vor seinen Augen handle und rede, 
was man vornimmt? Ob einem die Gerechtigkeit GOttes so anst&auml;ndig ist, wie sie David 
gewesen, der sie zu nichts gebraucht, als da&szlig; dadurch dem Guten bei ihm und Andern 
aufgeholfen - der S&uuml;nde aber und den &Auml;rgernissen gesteuert w&uuml;rde. Davids Worte wollen 
auch mit Davids Geist gebraucht sein.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Im 34. Psalmen hat David mehr auf die, so sich zu ihm hielten, im 35. Psalmen aber mehr 
auf sein eigen Herz und Anliegen gesehen. Will man eine Einteilung machen, so mag man 
V.1. f&uuml;r die Summa ansehen, da er bittet, HErr, hadere mit meinen Haderern, bestreite meine 
Bestreiter," und das k&ouml;nnen wir so in umgewandter Ordnung abgehandelt achten, da&szlig; der 
1-10. Vers von dem Streiten wider die Bestreiter, vom 11-24. Vers aber von dem Rechten 
wider die Widersacher die Rede ist. Schadenfreude V.15. auch von Solchen, die es am 
wenigsten n&ouml;tig h&auml;tten, und au denen es am schwersten zu tragen ist.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 36,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 36. Psalm</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids des HErrn Knechts, 
vorzusingen. David hat als ein Knecht des HErrn bei seiner Regierung viel Einsicht in den 
Weltlauf bekommen, und dabei bemerkt, wie teils die Bosheit der Menschen so gro&szlig;, teils die 
Wege und Gerichte GOttes so unbegreiflich und unerforschlich sind wie z. E. ein Jonathan 
unter dem Gericht &uuml;ber seines Vaters Haus mit dahin gerufen werden kann, ein anderesmal 
ein B&ouml;sewicht l&auml;nger bestehen bleibt, als menschliche Gedanken begreifen k&ouml;nnen. &Uuml;ber 
solcherlei Erfahrungen hat David sein Herz vor GOtt ausgesch&uuml;ttet, und also davon keinen 
Schaden genommen, wie es bei uns oft geschieht wenn wir uns mit unserem Anblick, 
Nachdenken und Gespr&auml;chen zu viel in dem Weltlauf verlieren, sondern David hat sich 
vielmehr vor GOtt in seinem Ha&szlig; gegen das Arge, und in seinem Anhangen an das Gute 
gest&auml;rkt. Bei solcher Aussicht hat David</li> 
 
<li> 
das gottlose Wesen seiner Zeit und den 
empfindlichen Eindruck, den er davon im Herzen hatte, nachdr&uuml;cklich beschrieben, V.2-6. 
Wer beim Licht des g&ouml;ttlichen Wortes sich selber kennen lernt, und seinem Gewissen durch 
das Wort GOttes t&auml;glich mehr aufhilft, da&szlig; es ihm bei der Gerechtigkeit wohl wird, der 
kommt auch in den Stand, andere von der Ungerechtigkeit Gefangene so in ihren T&uuml;cken 
aufzudecken und zu beurteilen, da&szlig; sie sich oft selber nicht so genau kennen wie es ihnen ein 
Kind des Lichts sagen kann.</li> 
 
<li> 
Von diesem betr&uuml;bten Anblick nun wendet sich David zu 
GOtt, und bewundert dessen allgemeine Langmut, wobei Er gleichwohl seiner Gerechtigkeit 
nichts vergibt, am allerwenigsten aber seine Gl&auml;ubigen zu kurz kommen l&auml;&szlig;t, V.6-11. Wer auf 
der Menschen Bosheit sorglichen allein sieht, m&ouml;chte kleinm&uuml;tig werden und kann sich der Gedanken nicht 
erwehren, wohin es die Erden=Verderber noch bringen werden. Aber, wer auf GOttes G&uuml;te 
und Wahrheit sieht, kann sich und Andere tr&ouml;sten. Es hat bei GOttes noch so langem Zusehen nicht Gefahr, da&szlig; 
Ihm einer seine Gerechtigkeit untergrabt, oder seine G&uuml;te und Wahrheit von der Erde 
verdr&auml;ngt.</li> 
 
<li> 
Aus beiden Betrachtungen, die David im Psalmen gehabt hat, macht er nun im 
Beschlu&szlig; ein Gebet, und bringt darunter sein Verlangen vor den HErrn, V.11 bis zum 
Beschlu&szlig;. O GOtt! la&szlig; auch mich Deiner in Deiner G&uuml;te mit allen frommen Herzen reichlich 
genie&szlig;en, und von der Gemeinschaft der Gottlosen in S&uuml;nde und Strafe frei und los ausgehen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 37,1-40</font></b></h4> 
 
<P>Der 37. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift Ein Psalm Davids. Er schickt sich sehr wohl auf 
den n&auml;chstvorhergehenden, und f&uuml;hrt in gewisser Art noch tiefer als jener, n&auml;mlich wie den 
Frommen die wichtige Betrachtung: Sie seien dazu berufen, da&szlig; sie den Segen ererben, zum 
Leitfaden durch alle Weltlabyrinthe hindurch dienen, und sie nicht nur vor Neid, &Auml;rgernis und 
Gleichstellung mit den Gottlosen bewahren soll, sondern ihnen noch weiter eine gr&uuml;ndliche 
Zufriedenheit mit allen F&uuml;hrungen GOttes gew&auml;hren k&ouml;nne. Der Vortrag ist immer so gemacht, wie er am n&auml;chsten das Herz 
zum Glauben reizen und zum Gehorsam lenken kann. Man kann hierbei folgenden Unterschied bemerken, und 
den 5. Vers zur Einteilung des Psalmen gebrauchen.</li> 
 
<li> 
David macht den Anfang mit Lehren und ermahnen, V.1-12.</li> 
 
<li> 
Gegen diese Versicherungen, davon viele ins Zuk&uuml;nftige hineinreichen, k&ouml;nnten einem die 
Zweifel ans dem gegenw&auml;rtigen Anblick Vieles zu schaffen machen, darum werden nun die 
gemeinsten davon umst&auml;ndlicher beantwortet, und das Herz dagegen gestillt, V.12-21.</li> 
 
<li> 
Den Beschlu&szlig; macht David wieder mit heilsamen Erinnerungen, die mit ausf&uuml;hrlichen 
Beweggr&uuml;nden und Verhei&szlig;ungen unterst&uuml;tzt sind, V.27. bis zum Beschlu&szlig;. O welch ein 
Unterschied ist es, zu den Feinden GOttes oder zu seinen Heiligen geh&ouml;ren, unter seine 
Gesegnete oder unter die Verfluchten gerechnet zu werden, bald abgehauen, vertilgt und 
nirgends gefunden werden? Oder aber erhalten, ewiglich bewahrt und noch in seinem Samen 
gesegnet werden. Mit wem hast du setzt Gemeinschaft? Bei wem wird in Zukunft dein Teil 
sein? Im 37. Psalm wird des Menschen Zorn ged&auml;mpft, und im 38. Psalm wird des HErrn 
Zorn abgebeten. Wer des HErrn Zorn f&uuml;rchten lernt, l&auml;&szlig;t seinen Zorn bald fahren.</li> 
 
</ol> 
 
<P>V.5. W&auml;lze deine Wege: bedeutet eine solche Lenkung der 
Wege, dabei man ringsum darauf umgeht, dem HErrn n&auml;her zu 
kommen, und es um und um versucht, zu Ihm hin zu dringen.</P> 
 
<P>V.7. Stille halten beim Recht, so man hat, oder zu haben vermeint, ist eine edle Verleugnung. 
V.22. Die Sorge f&uuml;r Kinder und Nachkommen kann mehr &auml;ngsten und bek&uuml;mmern, als das 
eigene Leiden. V.26. Leihen deutet alte Art der Freigebigkeit an, die gewi&szlig; wieder vergolten 
wird, besonders auch an Kindern und Nachkommen.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 38,1-22</font></b></h4> 
 
<P>Der 38. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, zum Ged&auml;chtnis. David wollte n&auml;mlich</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
damit sich selbst ein Angedenken machen und auch bei Anderen ein Nachdenken erwecken. Darum beschrieb er so 
umst&auml;ndlich, unter was f&uuml;r ernstlichen Zorn Empfindungen er sich zur Barmherzigkeit und zur hilfreichen 
Gerechtigkeit GOttes hindurch gedrungen habe.</li> 
 
<li> 
Dem Psalmen selber sp&uuml;rt man leicht an, wie David in drei 
Absichten so zu sagen drei Anl&auml;ufe im Gebet nimmt. So oft er n&auml;mlich bei einer Bitte die Ansprache an seinen 
GOtt mit dem Namen H Er r wiederholt, wie es im 2. 10. und 22. Vers geschieht. Im Anfang h&auml;ngt sich David blo&szlig; 
an die Barmherzigkeit GOttes, in der Mitte beruft er sich auf die herzerforschende Allwissenheit GOttes, und am Ende h&auml;lt er um 
die eilfertige Hilfe GOttes an. David bittet, da&szlig; ihn GOtt nicht seinen lautern Zorn wolle 
empfinden lassen, und beschreibt, was er schon unter den bisherigen Z&uuml;chtigungen GOttes 
erfahren habe, V.2-9.</li> 
 
<li> 
David beruft sich bei seiner Freunde sch&uuml;chternem und bei der 
Feinde trotzigem Verfahren auf GOtt, der die beste Kenntnis von ihm und seines Herzens 
Grund habe, und dem Alles heimgestellt sein solle, V.10-22.</li> 
 
<li> 
Zum Beschlu&szlig; h&auml;lt David noch einmal an, da&szlig; ihm doch GOtt durch 
eilfertige Hilfe sein Heil zeigen m&ouml;ge, V.22 bis zum Beschlu&szlig;. O! wie kann ein Tr&ouml;pflein 
vom Zorn GOttes schmecken, wenn dazu noch viel Liebe und Verschonen mit untermischt ist, 
wie kann es doch den Menschen so weh machen? Was mu&szlig; es sein, von dem Kelch trinken, 
den der HErr unvermischt eingeschenkt hat? Wie wenig wei&szlig; einer sich selbst und Andere zu 
sch&auml;tzen, wenn er durch keine dergleichen Erfahrungen gelaufen ist, oder wenn er sich aus 
dem Wort GOttes solcherlei Gerichte GOttes nicht ernstlich vorstellt. Wie viel Grund zu 
seinem guten Mut nimmt man noch aus dem &auml;u&szlig;erlichen Wohlergehen, Gesundheit, Zeugnis 
und Freundschaft der Menschen her, wie viel Sorge f&uuml;r seine S&uuml;nden schl&auml;gt man dar&uuml;ber in 
den Wind wie manchem Bekenntnis der S&uuml;nden weicht man dar&uuml;ber aus? Aber wie geht es, 
wenn einem GOtt allen falschen Schmuck auszieht, und einen blo&szlig; stellt? Da zeigt es sich, 
was einem an GOtt und seiner Gnade gelegen war.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Welch ein Widerstand ist im Menschen gegen das Licht der Wahrheit, da&szlig; aus dem Licht 
m&uuml;ssen Blitze und Pfeile schie&szlig;en!</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 39,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 39. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen f&uuml;r Jeduthun. So 
lange die Hand GOttes schwer &uuml;ber David war, so konnte er nach dem vorigen Psalmen auch 
gegen den Menschen sein, wie ein Stummer und Tauber, wie einer, der keine Widerrede in 
seinem Munde hat. Aber au&szlig;er dem wurde es ihm schwer, seine Zunge allezeit so zu 
bez&auml;hmen, wie er es sich vorgenommen hatte. Und dies Unverm&ouml;gen, genugsam an sich zu 
halten, beklagt er in diesem Psalmen, und sucht sich durch Betrachtung des Todes und das 
Angedenken an seine S&uuml;nden und die darauf folgenden g&ouml;ttlichen Z&uuml;chtigungen so zu fassen, 
da&szlig; er seine Zunge schweigen, und immer gelassener seinem GOtt heimfallen k&ouml;nnte.</li> 
 
<li> 
Bekennt David, wie er sich zwar vorgenommen seinen Mund zu bez&auml;hmen, aber es nicht 
gehalten habe, weil die Empfindlichkeit im Innern noch zu gro&szlig; gewesen, deswegen er sich 
mit dem&uuml;tigem Flehen zu GOtt wendet, V.2-6.</li> 
 
<li> 
David l&auml;&szlig;t sich tiefer ein in die Betrachtung der Eitelkeit aller menschlichen Dinge, macht 
sich von aller betr&uuml;glichen Hoffnung darauf los, bekennt, wie viel Ursache er habe, sich vor 
GOtt zu dem&uuml;tigen, und erneuert also unter Flehen zu GOtt seinen ersten Vorsatz, zu 
schweigen, V.7-1 2. Endlich h&auml;lt David noch einmal an um die Erh&ouml;rung seines Gebets und 
da&szlig; ihn doch GOtt noch zur Ruhe bringen wolle, ehe er gar dahin fahre, V.13. 14. Hast du 
auch schon an dir erfahren, da&szlig; das &auml;u&szlig;ere Bez&auml;hmen des Mundes nicht die rechte Wirkung 
hat, so lange der innere Schmerz und deine Empfindlichkeit nicht durch v&ouml;llige Verleugnung 
abget&ouml;tet ist; so gehe doch auch mit David in die gute Schule, und lerne dich unter allen 
Leiden f&uuml;r schuldig erkennen, und dich selbst verschm&auml;hen, so wirst du bald erfahre; wie die 
Ruhe so gro&szlig; ist, die da flie&szlig;t aus stillem Geist.</li> 
 
</ol> 
 
<P>Am Ende vergeht dem Menschen aller Zorn; daher ist es heilsam jetzt schon sein Ende zu 
Herzen zu nehmen, und unter Erkenntnis desselben den Zorn zu d&auml;mpfen. V.5.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 40,1-17</font></b></h4> 
 
<P>Der 40. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen Der Inhalt selbst und 
die Art, wie dieser Psalm im Neuen Testament angezogen ist, zeigen, da&szlig; er einer von den 
wichtigsten Leidens=Psalmen ist, darin der Geist Christi durch David von den Leiden, die in 
Christo sein w&uuml;rden, geweissagt hat. Und zwar unterscheidet sich dieser Psalm von den 
sonstigen Leidens=Psalmen darin, da&szlig; Andere mehr und umst&auml;ndlicher vom Leiden haben, 
dieser aber mehr von dem priesterlichen Sinn, den der liebe Sohn GOttes unter dem Leiden 
gef&uuml;hrt, und wie Er hierin als Mittler zwischen GOtt und den Menschen mit Seinem 
himmlischen Vater gehandelt habe. Sonst kann man im Psalmen diesen Unterschied merken, 
da&szlig;</li> 
 
<li> 
der Geist Christi wie aus einer frohen R&uuml;cksicht auf die bereits &uuml;berstandenen Leiden 
redet, und dem himmlischen Vater Seinen darunter erlernten und bewiesenen Gehorsam 
vorh&auml;lt, die darunter genossene H&uuml;lfe GOttes preist, und die Tiefe der Friedens=Gedanken 
GOttes in der ganzen Sache zur gl&auml;ubigen Verwunderung vorstellt, V.2-11.</li> 
 
<li> 
Von da an geht 
nun die Rede aus einer weiteren Aussicht auf das noch bevorstehende Leiden, wobei der liebe 
Sohn GOttes Seinen himmlischen Vater teils um Beistand f&uuml;r sich selbst, teils um Frucht und 
Segen an Andern bittet, V.12-18. Wie es da im Psalmen abwechselt, da&szlig; der erste Teil etwas 
freudiger und heldenm&auml;&szlig;iger klingt, und Sich &uuml;ber die Leiden hinaus schwingt, voll Willigkeit 
des Geistes, voll dringender Liebe ist, die Frucht und den Segen davon nur unter Viele zu 
bringen; der andere Teil aber etwas Gebeugtes unter der Last der S&uuml;nde und der 
S&uuml;nden=Strafen, mehr nach der Schwachheit des Fleisches, oder doch nach der tiefsten 
Empfindung, so man von Leiden gehabt hat, sich ausdr&uuml;ckt: so findet man es manchmal auch 
in der evangelischen Geschichte, da&szlig; der Herr JEsus nicht gerade das einemal wie das 
anderemal geredet und gehandelt habe, und da&szlig; es das einemal auch mehr aus einem 
gebeugten Pilgrims=Sinn, das anderemal mehr aus einem &uuml;ber Alles erhabenen himmlischen 
Sinn, das einemal mehr aus gro&szlig;er Freude an Seines Amtes W&uuml;rde, das anderemal mehr aus 
einer Empfindung von Seines Amtes B&uuml;rde gegangen sei Man vergleiche z. E. Sein Gebet 
Joh. 12, und sein bekanntes Gebet am &Ouml;lberg, man h&ouml;re Ihn Marc 19, Seufzen: O du 
ungl&auml;ubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein, wie lange soll ich mich mit euch 
leiden, und denke an Seine sonstige Sanftmut, so wird man Sehen, wie der HErr JEsus auch 
hierin im Tun und Leiden der Anf&auml;nger des Glaubens gewesen ist, da&szlig; Er es das einemal 
nicht gerade so, wie das anderemal hat zu erzwingen begehrt, sondern da&szlig; Er mit getrostem 
Sinn seine jedesmaligen obschon unterschiedlichen Eindr&uuml;cke und Erfahrungen vor seinen 
himmlischen Vater gebracht hat. So geht es freilich auch bei Denen, die nach Christo JEsu 
gesinnt sind, nicht das einemal wie das, anderemal vor sich, da&szlig; sie sich der Tr&uuml;bsale r&uuml;hmen 
k&ouml;nnen. Hat doch bei dem HErrn JEsu selbst, alle Gewi&szlig;heit von dem guten Aus gang seiner 
Leiden, alle Freude an der dadurch geschafften Furcht doch die Schwachheit des Fleisches 
und das daher kommende Grauen vor dem Kelch nicht v&ouml;llig verschlingen k&ouml;nnen. O Dank 
sei dem lieben himmlischen Vater, da&szlig; Er uns einen solchen Heiland gegeben, und Ihn nicht 
anders als durch Leiden vollendet hat. Dank sei dem treuen Heiland, der um unseretwillen 
versucht worden ist allenthalben gleich wie wir, doch ohne S&uuml;nde. Ach, HErr JEsu! la&szlig; all 
Dein Leiden, all dein hohepriesterliches Gesch&auml;ft dar&uuml;ber bis in Deine Todespein, und nun in 
der Kraft des ewigen Lebens, darinnen Du lebst, an mir nicht verloren, sondern zu meinem 
vollkommenen ewigen Heil gesegnet sein. Amen!</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 41,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 41. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in der &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Da der 10. Vers 
dieses Psalmen "der mein Brot isset, tritt mich mit F&uuml;&szlig;en." Joh. 13:18. angezogen, und auf 
den Verr&auml;ter Judas gedeutet wird; so sieht man wohl, da&szlig; auch dieser Psalm &uuml;ber Davids 
Leiden hinausgeht, und sich auf Christi Leiden bezieht; und wir sollen daher billig 
nachdenken, wie auch alle andere im Psalmen beschriebenen Leiden der Krankheit und 
Todes=Gefahren an Christo seien erf&uuml;llt worden. Im Psalmen selber wird</li> 
 
<li> 
Derjenige selig 
gepriesen, der so viel Verstand und Gemerk von dem in der g&ouml;ttlichen Weisheit so hoch 
angesehenen Kreuz: Geheimnis hat, da&szlig; er sich in seinem Sinn gern herunter stellt zu den 
Niedrigen, und sich gern des D&uuml;rftigen annimmt, V.2-4. Die Hoff&auml;rtigen und die mit L&uuml;gen 
umgehen, sind im obigen 40. Psalm V.5. beschrieben worden, als diejenigen, die am Verstand 
und Segen des Kreuzes Christi vorbeifahren. Hier aber wird nun der selig gepriesen, der sich 
des D&uuml;rftigen annimmt, und also darunter Gottes Sch&auml;tzung, der auf das Niedrige sieht, 
verehrt. In der Tat hat der HErr JEsus sich schon vor seinem letzten Leiden unter das Kreuz 
gebeugt dadurch da&szlig; Er sich allen St&uuml;cken nach so tief heruntergelassen hat zum Niedrigen, 
und so hat Er auch unsere Krankheiten getragen, wenn Er auch nicht selbst; krank gewesen, 
indem Er sich doch so viel mit Kranken bem&uuml;ht, und so viel Beschwerliches ihrethalben 
&uuml;bernommen hat. Matth. 8:16-17.</li> 
 
<li> 
Sodann wird in einem Gebet die tiefe Erniedrigung Christi mit allen dabei vorgekommenen 
bitteren Umst&auml;nden angef&uuml;hrt, und dabei der HErr, sein lieber himmlischer Vater mit vielem 
Vertrauen angerufen, da&szlig; Er Ihm H&uuml;lfe schaffen m&ouml;ge, V.5-13. 4) Der Beschlu&szlig; wird mit 
Danken gemacht, V.14. H&ouml;re, wie da d lieber ein Heiland sein Kyrie Eleison, HErr sei mir 
gn&auml;dig, und sein Halleluja, gelobt sei der HErr! angestimmt hat; lerne du zu beiden Amen, 
Amen sagen, und wickle alle deine Seufzer in die seinen ein, so werden sie Ihm angenehm 
und erh&ouml;rlich sein.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 42,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 42. und 43. Psalm haben</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine gemeinschaftliche &Uuml;berschrift; eine Unterweisung der 
Kinder Korah, vorzusingen. Der dreifache Zuspruch den der Bedr&auml;ngte seiner Seele getan hat, 
Psalm 42, 6-12. und Psalm 43, 4. 5. verbinden diese zwei auf das Genaueste miteinander, wie 
denn auch der &uuml;brige Inhalt es so gibt, da&szlig; darin ein aus der Tiefe zu GOtt schreiendes, nach 
und nach aber zu mehrerer Ruhe und St&auml;rkung in GOtt gebrachtes Herz beschrieben wird.</li> 
 
<li> 
Die umgetriebene Seele bezeugt ihr sehnliches Verlangen nach GOtt und nach der 
Gemeinschaft der Heiligen, die ihres GOttes bei seinem Dienst froh sein k&ouml;nnen, V.2. 
Manche geben vor, es sei der Erfahrung nicht gem&auml;&szlig;, da&szlig; der Hirsch nach frischem Wasser 
schreie. Gesetzt es w&auml;re so, so k&ouml;nnte man die Worte auch von einer bei den Hirschen nicht 
ungew&ouml;hnlichen Krankheit verstehen, da sie die Wasserscheue haben, und zwar dem Wasser 
zulaufen, aber davor stehen, und nicht davon trinken k&ouml;nnen, und deswegen schreien, welches 
sich dann noch n&auml;her auf den Zustand einer Seele schickte, die zwar GOttes Trost in der 
N&auml;he um sich hat, aber doch jetzt nicht nach Wunsch zugreifen, und sich daran ers&auml;ttigen 
kann, V.3- 5.</li> 
 
<li> 
Im Geist setzt und stillt er seine Seele, da&szlig; sie nicht sei, wie ein Entw&ouml;hnter, 
der den Verlust seiner Mutter nicht ertragen kann, V.6. Er legt sich ins Gebet vor GOtt, darin 
man wohl sp&uuml;ren kann, wie er sich des Kummers gern erwehrt h&auml;tte, aber immer wieder 
davon angefallen worden ist, V.7-1 1. Er wiederholt den Zuspruch an seine Seele, wie man 
einen Entw&ouml;hnten zu stillen eine Sache manchmal wiederholen mu&szlig;, V.12.</li> 
 
<li> 
Er bittet wieder 
aufs Neue, mit zunehmender Zuversicht da&szlig; GOtt seiner Sache und ihm doch beim Licht 
seiner Gnade und Wahrheit wieder Zugang zu Ihm und seiner heiligen Gemeine verg&ouml;nnen 
wolle.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 43,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 43. Psalm V.1-4. schlie&szlig;t mit dem noch zum 42. Psalmen geh&ouml;rigen und zum 
drittenmale wiederholten Zuspruch an seine Seele, selbige zu setzen und zu stillen, V.5. Siehe, 
wie ein Herz nach und nach aus der Angst genest, wie es aus der Enge nach und nach ins 
Geraumere gehe, wie die Freudigkeit im Gebet zunehmen kann; wie des Klagens und der 
heftigen Ausdr&uuml;cke: es ist wie ein Mord in meinen Beinen, und meine Tr&auml;nen sind meine 
Speise, nach und nach weniger werden; wie man bei zunehmender Glaubens=Kraft immer 
z&auml;rtlichere Namen von GOtt brauchen lernt: GOtt meines Lebens! GOtt, meine St&auml;rke! GOtt, 
der meine Freude und Wonne ist: wie man sich immer n&auml;her unter seine Fl&uuml;gel hinschwingen, 
zu seinem Haus, zu seinem Altar, zu Ihm selbst Zuflucht und Zutritt nehmen lernt; wie das 
Licht seines Angesichts auch unsere Finsternis licht mache, und auch &uuml;ber unser Angesicht 
Friede und Freude aus breite, da&szlig; es Anfangs hei&szlig;t: Er hilft mir mit seinem Angesicht; 
hernach aber: Er ist meine Hilfe und mein GOtt. Wir preisen selig, die erduldet haben, die 
solche Stufen durchgelaufen sind! Darum werfe doch keiner unter seinen Anfechtungen sein 
Vertrauen weg. Welche der HErr lieb hat, die z&uuml;chtigt Er, und liebt sie noch mehr, alldieweil 
sie sich seiner Zucht in einf&auml;ltiger, kindlicher Beugung, ohne im Vertrauen abzunehmen, 
unterwerfen. Es ist doch alles darauf angesehen, da&szlig; wir seine Heiligung erlangen, Hebr. 12, 
1 0., und also zum ewigen Bleiben in seinem Hause, zum n&auml;chsten Zutritt und Aufwartung 
vor seinem Angesicht t&uuml;chtig werden.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 44,1-26</font></b></h4> 
 
<P>Der 44. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen. 
Seinem Inhalt nach hat er ganz was sonderbares; er enth&auml;lt n&auml;mlich eine bewegliche Klage 
der Heiligen &uuml;ber eine allgemeine schwere Drangsal. Bei solchen Umst&auml;nden haben nun sonst 
die Gnadengenossen GOttes in ihren Bu&szlig;gebeten dem&uuml;tige S&uuml;nden=Bekenntnis f&uuml;r sich und 
ihr ganzes Volk abgelegt, z.E. Dan. 9, 5. 8 15. und Jes. 64. In diesem Psalmen aber berufen 
sich die heiligen Beter vielmehr auf ihren treulichen Wandel im Bunde GOttes V.18. Es liegt 
freilich unter solchen Gebeten etwas Unaussprechliches, das eigentlich Dem allein bewu&szlig;t ist, 
der an des Herzens Grunde ersiehet seine Lust, es ist etwas tiefes, warum der Geist der Gnade 
und des Gebets die Heiligen GOttes das einmal so stimmt, da&szlig; sie sich bei der Dem&uuml;tigung 
vor GOtt und Bekenntnis der S&uuml;nden unter dem allgemeinen Haufen der &Uuml;bertreter hinstellen, 
und allen Ruhm und Trost ihres guten Gewissens gleichsam dar&uuml;ber vergessen; das anderemal 
aber sie mit so vieler Freudigkeit zu Gott ausr&uuml;stet, da&szlig; sie ihren ge&auml;ngsteten Geist und 
zerschlagenes Herz darbringen, als ein Opfer, das Er nicht verachten werde, und dabei sie von 
ihrem rechtschaffenen Anhangen an GOtt so reden, als wie wenn sie ihrer Selbst und ihres 
Volks halber keine Anklage zur Besch&auml;mung wider sich h&auml;tten. Der Geist vertritt die 
Heiligen, je nachdem es Gott gef&auml;llt, sieht man in j&uuml;dischen Geschichten nach, in welche Zeit 
man diesen Psalmen setzen k&ouml;nnte, so taugt er entweder um die Zeit der Babylonischen 
Gefangenschaft und selbige Zertretung des Volks, wiewohl damals der Gl&auml;ubigen wenig 
worden ist unter dem Volk, oder man kann ihn auch in die Zeit der Maccab&auml;er zu selbigem 
Druck rechnen, und da scheint es, es habe noch mehr redliche Bekenner gegeben. Aus R&ouml;m. 
8, 36. ist abzunehmen, da&szlig; man solchen Psalmen noch weiter hinaus, auch auf die 
Versuchungen der christlichen Kirche deuten darf, als von welcher Paulus den Psalmen 
anzieht. &Uuml;brigens kann man im Psalmen folgende Abteilung bemerken;</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Die gl&auml;ubigen Beter halten es dem lieben GOtt vor, wie Er sich ehemals zu ihnen und 
ihren V&auml;tern so nahe getan habe, V.2-9.</li> 
 
<li> 
Sie stellen beweglich vor, wie GOtt hingegen jetzt so ferne trete, und 
sie doch unter allen Versuchungen so treulich an ihm gehalten haben, V.10-23.</li> 
 
<li> 
Den Beschlu&szlig; macht eine sehnliche Bitte um baldige H&uuml;lfe, V.24-27. O, was ist GOtt f&uuml;r ein 
verborgener GOtt, wie mu&szlig; man auch beim Glauben nicht meinen, da&szlig; man Ihn am 
Schn&uuml;rlein habe, Er kommt durch Umwege, durch widrig scheinende Wege zu seinem Zweck, 
Er kann abbrechen, was Er selbst gebaut, Er kann ausrotten, was Er selbst gepflanzt hat, sein 
Reich verliert dabei doch nichts, was die Kirche GOttes unter solcherlei Druck zu verlieren 
scheint, das wird durch den Sieg der rechtschaffenen, durch der &Uuml;berbleibenden bew&auml;hrte 
Gottseligkeit, und durch die unter dem Leiden erlangte heilsame Erfahrung reichlich ersetzt. 
Pauli Sieges=Lied: 
 
<blockquote> 
Ich bin gewi&szlig;, da&szlig; weder Tod noch Leben, weder Engel noch F&uuml;rstentum, noch Gewalt, 
weder Gegenw&auml;rtiges noch Zuk&uuml;nftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere, Kreatur 
mag uns scheiden von der Liebe GOttes, die in Christo JEsu ist, unserm HErrn, 
</blockquote> 
 
findet sich erst nach dergleichen Kreuzes=Psalmen, wie dieser 44. Psalm einer ist.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 45,1-17</font></b></h4> 
 
<P>Der 45. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Brautlied und Unterweisung der Kinder 
Korah von den Rosen vorzusingen. Er hei&szlig;t ein Brautlied oder Lied der Geliebten und 
Freundinnen der Braut, weil es so eingerichtet ist, als ob der Braut n&auml;chste und liebste 
Freundinnen in diesem Lied des Br&auml;utigams unsch&auml;tzbare Vorz&uuml;ge und den f&uuml;r die Braut 
hieraus flie&szlig;enden Segen, samt ihrer Liebespflicht h&auml;tten vorstellen wollen, welches sie etwa 
auch selber m&ouml;gen abgesungen haben. Er ist aber freilich auch eine Unterweisung, weil man 
noch jetzt daran zu lernen und zu forschen hat, was f&uuml;r geistliche und unsichtbare Dinge darin 
dem Glauben vorgehalten werden. Da&szlig; es hei&szlig;t von den Rosen vorzusingen, bedeutet 
eigentlich ein Instrument von sechs Saiten oder von sechs Ecken, welches einerlei Namen mit 
den Rosen oder Lilien hat, die sechsbl&auml;tterig sind. Beim weiteren Licht des Evangeliums, das 
wir nun zum Verst&auml;ndnis dieses Psalmen haben, m&ouml;gen wir ihn wohl ein Brautlied des 
Heiligen Geistes hei&szlig;en, auf die Hochzeit, die der K&ouml;nig seinem Sohn machte, darin die 
Herrlichkeit Christi als des Br&auml;utigams, und die daraus flie&szlig;ende Herrlichkeit der Braut so 
lehrreich beschrieben wird, da&szlig; f&uuml;r Glauben, Liebe und Hoffnung viel Weide darin ist, wenn 
man auch manches darin noch nicht durch Auslegung in genugsames Licht setzen kann. Die 
Abs&auml;tze im Psalmen sind ganz deutlich, und man sieht leicht, da&szlig;</li> 
 
<li> 
im Eingang bezeugt wird, mit welcher Lust und Erweckung dies Lied sei gemacht worden, V.2.</li> 
 
<li> 
Von da an wird nun der Br&auml;utigam beschrieben und ger&uuml;hmt im 3. Vers wegen seiner heldenm&auml;&szlig;igen Kraft, 
sich entweder mit sanfter Gewalt Alles untert&auml;nig zu machen, oder die Feindseligen zuletzt 
unter sich zu zwingen, V.4-6.; ferner wegen seinem ewigen auf Gerechtigkeit gegr&uuml;ndeten 
und von GOtt best&auml;tigten Reich, V.7. 8.; wegen einer besonders anziehenden Liebesmacht in 
dem Geruch seiner Kleider gegen der K&ouml;nige T&ouml;chter, besonders aber die Braut, V.9. 10.</li> 
 
<li> 
Nun kommt die Rede n&auml;her und v&ouml;lliger auf die Braut, deren Beschreibung so eingerichtet 
wird, da&szlig; darin eine schickliche Aufmunterung zum ganzen Liebes=Ernst angebracht wird, 
V.11-13; aus den Umst&auml;nden ihrer k&ouml;niglichen Heimf&uuml;hrung viel Herrliches im 
Gegenw&auml;rtigen, V.14-16., und noch weitere gute Hoffnung auf das Zuk&uuml;nftige gemacht wird, 
V.17,, und im Beschlu&szlig; bezeugt der Mann GOttes noch einmal seine Freude an der ganzen 
Sache, V.18,</li> 
 
</ol> 
 
<p>GOtt! wir gedenken auch Deines Namens und alles dessen, was Du zur 
Vollendung Deines Gnaden=Vorsatzes in Christo JEsu &uuml;ber uns getan hast. Wie wirst Du erst 
noch unsern Kindern und Nachkommen Deine Ehre zeigen, was wirst Du noch aus wickeln, 
das uns jetzt noch eingewickelt ist, und bei dessen tieferer Einsicht, v&ouml;lligerem Glauben und 
reinerem Gebrauch wir wegen unserer dermaligen Armut und Schw&auml;che am inwendigen 
Menschen noch stecken bleiben, Du tust aber in Allem &uuml;ber unser Bitten und Verstehen, 
Du wollest Dich auch unsern mangelhaften Begriff, den wir noch von der Hochzeit des 
Lammes haben, nicht hindern lassen, uns doch auch zur Gemeinschaft an allem demjenigen 
Guten zu bringen, so Du da: selbst bereitet hast denen, die Dich lieben. Vermehre aber auch in uns die Gabe des werten 
Heiligen Geistes, des Geistes der Offenbarung, der uns immer v&ouml;lliger verstehen Lehre, 
welches da sei die Hoffnung unseres Berufs, und der Reichtum Deines herrlichen Erbes an 
Deinen Heiligen. Gib uns indessen einen rechtschaffenen Sinn, der mehr nach der Ehre 
trachte, Dir gef&auml;llig zu sein, der lerne diese Welt verachten, der unter Allem, was t&auml;glich zu 
tun und zu leiden vorkommt, herzliches Erbarmen, Liebe, Sanftmut, Demut, Geduld, 
Vertragsamkeit anziehe; so wirst Du darunter schon unseren Hochzeit=Schmuck zu Stande 
bringen, und unsern Teil bei der Offenbarung der Herrlichkeit Deiner Kinder und Erben 
gewi&szlig; nicht abtun. Ja, Schenke Du, HErr JEsu, doch auf meine Bitte, Mir ein g&ouml;ttliches Gem&uuml;te, Einen k&ouml;niglichen 
Geist,</p> 
 
<blockquote> 
Mich als Dir verlobt zu tragen,<BR> 
Allem freudig abzusagen,<BR> 
Was nur Welt und irdisch hei&szlig;t. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 46,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 46. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Lied der Kinder Korah von der Jugend, 
vorzusingen, woraus man aber die Zeit oder n&auml;here Veranlassung zu dem Psalmen nicht wohl 
abnehmen kann. Er schickt sich auf manche Umst&auml;nde, wenn Kirche und Polizei und eigene 
Not im Herzen tr&auml;nkt, GOtt aber dabei den Glauben st&auml;rkt, und einem gegen alles Verderben 
auf dem Erdboden die Hoffnung seines Reichs ins Herz gibt. Das W&ouml;rtlein: Sela; macht die 
beste Einteilung im Psalmen, n&auml;mlich</li> 
 
<li> 
r&uuml;hmen die Gl&auml;ubigen ihre Zuversicht und guten 
Mut in GOtt bei aller Not V.2-4.</li> 
 
<li> 
Sie beschreiben GOttes gn&auml;diges Aufsehen &uuml;ber ihre Stadt, den Ort, den er erw&auml;hlt, unter 
ihnen zu wohnen, V.5-8.</li> 
 
<li> 
Sie wenden sich mit einem n&ouml;tigen Wort der Ermahnung an 
Andere, und dabei f&auml;llt ihnen der HErr selbst in die Rede, und durch beides wer den alle 
Herzen in die rechte Fassung gesetzt gegen GOtt, daher auch der Psalm mit einem 
nochmaligen gl&auml;ubigen Ruhm an GOtt beschlossen wird, V.9-12. Wir sollen bei solchen 
Psalmen nicht nur an das gedenken, was GOtt schon in vorigen Zeiten getan, oder auch uns 
selbst hat sehen lassen, sondern immer auch einen Blick hinaus tun auf das, was noch in 
GOttes Sch&auml;tzen aufbehalten ist. Es ist noch Manches zur&uuml;ck, ein manches Erdbeben, Hagel, 
Brausen des Meers, Umsturz der Berge, Offenb. 16:18-21. Mancher Krieg und Toben der 
V&ouml;lker wider den HErrn und seinen Gesalbten, Offenb. 19:19-20. Da wird GOtt noch Ehre 
einlegen, da wird es aber auch noch bei vielen Menschen Dinge zum erschrecken, verzagen 
und verschmachten vor Furcht geben. Die &auml;u&szlig;ere Natur, Erde, Berge, Meer Himmel, Gestirn 
und dergleichen, mu&szlig; man immer ansehen, wie sie zwischen dem Reich des Lichts und der 
Finsternis mitten inne stehen, so da&szlig; von beiden viele Wirkungen in die &auml;u&szlig;ere Natur 
hineingehen. Wenn nun das Reich des Lichts und das Reich der Finsternis in die h&ouml;chste 
Kollision und letzten sch&auml;rfsten Streit miteinander kommen werden, so wird sich auch in der 
&auml;u&szlig;eren Natur noch Vieles ergeben. Bittet, da&szlig; ihr w&uuml;rdig werdet, zu entfliehen diesem 
Allem, und zu stehen vor des Menschen Sohn. Ach, da&szlig; uns dieser Ruhm nicht gestopft 
werde: Der HErr Zebaoth ist mit uns, der GOtt Jakobs ist unser Schutz, Sela.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 47,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 47. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm vorzusingen, der Kinder Korah. 
Hieraus ist aber weder der Verfasser dieses Psalmen, noch die Zeit und n&auml;hern Umst&auml;nde und 
Veranlassung dazu sicher abzunehmen. Dem Inhalt nach m&ouml;chte er sich in die Zeit schicken, 
da David die Bundeslade aus dem Hause Obed=Edoms in die Stadt Davids mit bekannten 
Freuden 1.Chron. 16:28. heraufgebracht hat, oder als Salomo die Bundeslade gleichfalls mit 
gro&szlig;em Jauchzen und Freudenstimmen in den neu erbauten Tempel gebracht und 
gesetzt hat, 2. Chron. 5:5-8. Bei solch einer Gelegenheit hat der Geist Christi einen Mann 
GOttes erweckt, im Glauben noch weiter hinaus zu sehen, was dem HErrn Messias einmal bei 
seinem herrlichen Sieg in der Himmelfahrt werde f&uuml;r ein Lob gesungen werden, und was es 
an allen Orten seiner Herrschaft bei immer weiterem Ausbruch seines Reichs f&uuml;r neue 
Ermunterungen zu seinem Lob geben werde. &Uuml;brigens teilt das W&ouml;rtlein Sela, V.5., den 
Psalmen in zwei gleiche Teile, deren jeder eine Aufmunterung zum Lob GOttes f&uuml;r alle 
V&ouml;lker enth&auml;lt, so, da&szlig;</li> 
 
<li> 
die Aufmunterung vorangeht, und mit beweglichen Gr&uuml;nden vom 
Gegenw&auml;rtigen und Zuk&uuml;nftigen, V.4. f&uuml;r alle V&ouml;lker, und f&uuml;r die Juden insonderheit 
unterst&uuml;tzt wird, V.5. Die Predigt des Evangeliums, wie sie unter alle Heiden ausgegangen ist, 
war ein solcher Aufruf zum Lob GOttes, und hatte oft auch die Wirkung, da&szlig; Freude und Lob 
GOttes daraus erwachsen ist. Alle Briefe der Apostel lind von den herrlichsten Lobspr&uuml;chen 
GOttes voll. Auch das Schreckliche an GOtt und seinen Rechten ist ein Beweggrund, seine 
Gnade desto mehr zu ehren, und den Antrag derselben desto begieriger zu ergreifen, die 
sichere Gelegenheit, dem zuk&uuml;nftigen Zorn zu entfliehen, mit Freuden anzunehmen, Ihm mit 
dem Lob seines Namens desto williger Frucht zu bringen. Wer einen in dieser Freude st&ouml;ren 
will, es sei nun mit Spotten, wie Michal den David, oder mit anderem Einhalt tun, von dem 
darf man keck glauben, er wird nicht nur dem gro&szlig;en K&ouml;nig zu F&uuml;&szlig;en 
gelegt werden, - sondern auch noch zu den F&uuml;&szlig;en seiner 
Reichs=Genossen anbeten und bekennen m&uuml;ssen, da&szlig; der HErr sie lieb habe, Offenb. 3:9. 3) 
Bei der zweiten Aufmunterung zum Lob GOttes wird der vornehmste Beweggrund 
vorangesetzt, und daraus die Erweckung zum Lob GOttes hergeleitet, daran dann wieder neue 
Beweggr&uuml;nde und Materie zur Freude zugegeben werden, 23. 6.-10. wie viel Zeugen im 
Sichtbaren und Un sichtbaren haben sich schon seit JEsu Himmelfahrt zur Ehre seines Vaters, 
und zur Anbetung dieses gro&szlig;en K&ouml;nigs h&ouml;ren lassen. Was gibt es von Zeit zu Zeit f&uuml;r neue 
Schritte, dar&uuml;ber man kl&uuml;glich lobsingen kann, mit Verstand und Bedacht, wo das Geheimnis 
GOttes in seiner Vollendung daran sei. Ach! wann wird vollends das Reich der Welt GOttes 
und seines gesalbten K&ouml;nigs sein? Wann werden die F&uuml;rsten der V&ouml;lker versammelt sein, und 
sich gern als ein Volk des GOttes Abrahams bekennen? Unserem Glauben und unserer 
Hoffnung ist es inzwischen aufgegeben, dar&uuml;ber zu halten GOtt geh&ouml;ren die Schilde der Erde; 
sein Reich wird alle K&ouml;nigreiche zermalmen; Aber, sein Reich wird ewiglich bleiben. 
Hallelujah.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 48,1-14</font></b></h4> 
 
<P>Der 48. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sehr zu vermuten ist es, da&szlig; dieser 
Psalm nicht von David, sondern von 
einem Mann GOttes sp&auml;terer Zeit sei aus gesprochen worden. Denn zu Davids Zeiten kam 
Jerusalem und der Berg Zion erst auf, im Psalmen aber wird vorausgesetzt, da&szlig; Jerusalem und 
der Berg GOttes schon lange gestanden, und aus viel Gefahr und Anlaufen der Feinde errettet 
worden sei, so, da&szlig; man daraus die Erf&uuml;llung der g&ouml;ttlichen Verhei&szlig;ungen &uuml;ber Jerusalem 
habe ersehen k&ouml;nnen, daher schickt sich dieser Psalm in sp&auml;tere Zeiten, entweder da 
Jerusalem zu den Zeiten Ahas 2. Buch d. K&ouml;nige 16:5. oder zu den Seiten Hiskia, 2. Buch d. 
K&ouml;nige 19:34-35. aus gar mi&szlig;lichen Umst&auml;nden ist herausgerissen worden, oder da es aus 
seiner Asche zu den Zeiten Esra und Nehemia ist wieder aufgerichtet worden. Auf eine oder 
die andere Zeit ist der Psalm ein Ausdruck der Freude der Gl&auml;ubigen &uuml;ber das, was GOtt an 
Jerusalem und dem Berge Zion getan hat; daher</li> 
 
<li> 
GOtt gepriesen wird f&uuml;r Alles, was GOtt an Jerusalem getan, und worin Er sich als ihren 
gro&szlig;en Besch&uuml;tzer er wiesen habe, 23. 2-9. Das wird nun</li> 
 
<li> 
zur St&auml;rkung des Glaubens und Gewinnung weiterer guter Zuversicht angewendet, 23. 10. 11.</li> 
 
<li> 
Die Gl&auml;ubigen werden ermuntert, da&szlig; sie auf den Rat und die Verhei&szlig;ung GOttes &uuml;ber 
Jerusalem weiter merken und auch in ihrem Teil zur Erf&uuml;llung derselben mitwirken sollen, 23. 
12-1 5. Wie lange liegt nun aber Jerusalem wieder im Staub und wird von den Heiden 
zertreten? Wie &uuml;bel hat GOtt die Stadt angez&uuml;ndet, die seines Sohnes und der nachmaligen 
evangelischen Boten M&ouml;rderin geworden ist? GOtt ist an Niemand gebunden. Wenn einer wie 
ein Siegetring an GOttes Hand w&auml;re, so k&ouml;nnte Er ihn abrei&szlig;en, Jer. 23, 24. Was ich gebaut 
habe usw. Jer. 45, 4. 5. O! wie kann man GOtt von seinem Gnaden Vorsatz abbringen und 
dahin treiben, da&szlig; Er die Hand abzieht. Durch was mu&szlig; es nun mit Jerusalem und dem 
werten Land hindurch, bis es wieder zu Lob auf Erden gesetzt wird! O! welch eine liefe in 
den unbegreiflichen Gerichten und unerforschlichen Wegen GOttes!</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 49,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 49. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm der Kinder Korah vorzusingen. Er 
mu&szlig; aus dieser Veranlassung gemacht worden sein, die sich noch oft unter den 
Menschen=Kindern ergibt, da man ihnen n&auml;mlich so eine unm&auml;&szlig;ige Hochachtung des 
Irdischen und Geringsch&auml;tzung des Unsichtbaren und Ewigen ansp&uuml;rt, woraus bei denen, die 
etwas von der Welt an sich rei&szlig;en, Trotzen und R&uuml;hmen, bei den Andern aber Furcht und 
Verdru&szlig; entsteht, wobei aber die Vorbereitung auf die wichtigen Dinge der Ewigkeit 
vers&auml;umt, und der wahre Trost den GOtt gegen das menschliche Elend bereitet hat, aus der 
Acht gelassen wird. Diesem zu steuern beschreibt nun der Psalm aufs Nachdr&uuml;cklichste den 
Unterschied der Klugen, die auf das Ewige und Unsichtbare sehen, und der T&ouml;richten, die mit 
ihrer Lust oder Furcht am Gegenw&auml;rtigen hangen bleiben. Der Psalm selbst besteht</li> 
 
<li> 
aus einem erwecklichen Eingang, 23. 2-5.;</li> 
 
<li> 
aus einem mutigen und mit guten Gr&uuml;nden unterst&uuml;tzten Ruhm, da&szlig; er sich nicht f&uuml;rchten wolle vor Leuten, die nur 
auf das Irdische zielen, und sich nicht durch Glauben an die Erl&ouml;sung um den rechten Trost 
bewerben, V.6-10.; aus einem Anspruch an Andere, da&szlig; auch sie nicht n&ouml;tig haben, sich zu 
f&uuml;rchten, noch den Leuten dieser Welt nachzueifern, 23. 11-21. O! Mensch denke nicht in 
deiner Drangsals Hitze, da&szlig; du von GOtt verlassen seiest, meine nicht, da&szlig; ein Anderer GOtt 
im Scho&szlig; sitze, der sich mit stetem Gl&uuml;cke speist. Die folgende Zeit ver&auml;ndert viel, und setzt 
Jeglichem sein Ziel. Eitelkeit ists, sein gro&szlig;es Elend nicht heilen k&ouml;nnen, sondern unter der 
Furcht des Todes gefangen bleiben, endlich mit Verdru&szlig; sterben m&uuml;ssen, und inzwischen sich 
mit dem schlechten Welt=Genu&szlig; so breit machen, als ob man viel besser daran w&auml;re als 
Andere. Wer nicht aus dem Geheimnis des Kreuzes den rechten Verstand fa&szlig;t, und damit die 
Kreuzes Flucht &uuml;berwindet, der wird auch von der Todesscheu nicht los. O wie viel ist also 
daran gelegen, mit der Furcht des HErrn den Grund zur wahren Weisheit bei sich zu legen, 
und sich sodann durch diese Weisheit in das Geheimnis des Kreuzes einleiten zu lassen, damit 
man lerne, diese Welt verachten, die ja nichts hat als T&auml;uscherei</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 50,1-23</font></b></h4> 
 
<P>Der 50, Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Psalm Asaphs. Es ist dieser einer der tiefsten Psalmen, der weit in das Licht des Neuen 
Testaments hinein reicht, den man aber 
nach unterschiedlichem Grad der Einsicht unterschiedlich verstehen kann. Im n&auml;chsten, 
leichtesten und zu alten Zeiten brauchbarsten Sinn, h&auml;tte man an diesem Psalmen ein 
nachdr&uuml;ckliches Zeugnis gegen den aus blo&szlig;er Gewohnheit mit Unverstand getriebenen 
Gottesdienst, wobei kein redlicher Sinn auf GOtt, seine Beugung unter GOttes Gerechtigkeit, 
sein Zugang zu GOtt und seiner Gnade, seine Freude an seinem Heil ist, und da: 
bei dennoch viel fleischlicher Ruhm damit getrieben wird. Unter diesem Anblick hat dieser 
Psalm zu vielen Predigten der Propheten, die aus gleichem Grund gingen, gebraucht werden 
k&ouml;nnen. Mit einer weiteren Aussicht aber kann man diesen Psalm auch zwischen die Grenzen 
des Alten und Neuen Testaments setzen, und ihn als eine prophetische Unterweisung ansehen, 
wie man sich in den Anbruch und vollen Gang des Neuen Testaments schicken soll, und wie 
sich GOtt dabei in Gnaden und Gericht offenbaren werde. Daraus werden die k&uuml;nftigen 
Begegnisse des Volks GOttes allern&auml;chst nach den Seiten Christi in diese wichtige Anzeige 
gefa&szlig;t. Er wird aber Vielen den Bund st&auml;rken, Daniel 9, 27. usw. So ists nach der Hand 
gegangen. GOtt hat eine Woche lang nach den Zeiten Christi Vielen aus Israel den Bund 
gest&auml;rkt, Alles an ihnen getan, was der Bund mit den V&auml;tern mit sich brachte, ihnen als 
Bundes=Kindern den ersten Antrag von dem Segen Christi tun lassen, und aus der menge 
derer, die den Bund mit ihrem Glauben versiegelten, den ersten Satz zur christlichen Kirche 
genommen. Er hat aber auch mitten in der Woche angefangen, das Opfer und Speisopfer 
aufzuheben. Je mehr n&auml;mlich die Predigt des Evangeliums von der ewigen Kraft des 
vollkommenen Opfers JEsu Christi erkannt und geglaubt wurde, desto mehr kam die 
Anbetung GOttes im Geist und in der Wahrheit auf, und der Opferdienst zu Jerusalem ward 
aufgehoben. Zuletzt aber mochte der Greuel an der heiligen St&auml;tte, der Stadt, dem Tempel und 
allem Gottesdienst darin den v&ouml;lligen Garaus. Jetzt, nach diesen drei merklichen Aufs&auml;tzen 
kann man auch den vorhabenden Psalmen einteilen, wenn man ihn n&auml;mlich so in diese 
Grenzzeiten vorn &Uuml;berschritt des Alten Testaments in das Neue setzt.</li> 
 
<li> 
Ist derselbe ein 
fr&ouml;hliches Zeugnis davon, was GOtt allermeist beim Anbruch des Neuen Testaments durch 
die Verk&uuml;ndigung des Evangeliums von seinem Reich habe h&ouml;ren lassen, zum Anzeichen, da&szlig; 
es nun mit der Offenbarung seiner Selbst am Weitesten gekommen sei, da Er zuletzt durch 
den Sohn geredet, V.1-6.</li> 
 
<li> 
Bei diesem aufgegangenen Licht solle nun Opfer und Speisopfer 
aufh&ouml;ren, so, da&szlig; diejenigen, die ihr zur Wahrheit neigen, freundlich und gr&uuml;ndlich 
unterwiesen werden, wie sie von Opfern ab und zur wahren Anbetung GOttes im Geist und in 
der Wahrheit kommen sollen, V.7-15.</li> 
 
<li> 
Da aber bei den ungl&auml;ubigen Juden der Ruhm vom 
Gesetz, zur Verachtung des Evangeliums, immer fortgetrieben worden, und inzwischen doch 
die Ungerechtigkeit in allen St&auml;nden &uuml;berhand nahm, so k&uuml;ndigt ihnen GOtt ihren v&ouml;lligen 
Untergang an, bei nochmaliger Aufforderung zur Bu&szlig;e, V.16-23. Wie hat GOtt die 
Verachtung seines Evangeliums an den Juden heimgesucht, und gezeigt, wie Er ihren 
fleischlichen Ruhm und ihr Vertrauen auf das Gesetz, Tempel und Opferdienst so f&uuml;r nichts 
achte, wie hat Er ihnen ihr Haus so w&uuml;ste gelassen! Wie wollen wir entfliehen, so wir die 
Seligkeit nicht achten die uns gepredigt wird, so wir aus JEsu Einsetzungen einen neuen 
Dienst im Buchstaben machen, und den Geist dabei nicht erreichen, noch uns darum 
bek&uuml;mmern? O! da&szlig; uns der Mi&szlig;brauch des Evangeliums beim Beharren in der 
Ungerechtigkeit nicht noch zur Zeit der Not erst mit Schrecken m&uuml;sse unter Augen gestellt werden.</li> 
 
</ol> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 51,1-19</font></b></h4> 
 
<P>Der 51. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen, da der Prophet Nathan 
zu ihm kam, als er war zu Bathseba eingegangen. Genugsame Anzeige, bei welcher Gelegenheit und 
in welcher Absicht dieser Psalm gemacht worden. N&auml;mlich, nach dem David geraume Zeit bis &uuml;ber 
die Niederkunft Bathseba hinaus, seine S&uuml;nden nicht besonders empfunden, sondern sich so mit den 
n&auml;chsten Beredungen dar&uuml;ber abgeschweigt haben mag, so mu&szlig;te ihm erst &uuml;ber Nathans 
bed&auml;chtlichen Vortrag die S&uuml;nde &uuml;beraus s&uuml;ndig gemacht, und er zu tieferer Erkenntnis und 
Bekenntnis derselbigen gebracht werden, worunter die Gnade aber auch eine andere Kur zu Stande 
gebracht hat, als wenn es beim ersten Vertuschen und Vergessen geblieben w&auml;re. Das Gewissen 
kann einem oft &uuml;ber etwas mit Schmerzen bluten, wenn man aber nicht mit redlicher Lust zur 
Wahrheit dazu tut; so kann es auch wieder nachlassen, und der Schmerz kann sich legen. Aber das 
ist noch kein Kennzeichen der gr&uuml;ndlichen Heilung. Ein t&ouml;dlicher Brand legt die Schmerzen auch, 
aber heilt den Menschen nicht. Darum mu&szlig; die heilsame Gnade bei solchen Sch&auml;den noch anders 
zugreifen, wie sie da bei David getan, der zuerst durch Nathans Wort angegriffen worden, unter dem 
Kummer aber, wie aus dem 6. und 32. Psalm abzunehmen, auch in &auml;u&szlig;erliche Krankheit und 
Schwachheit geraten ist, unter Allem aber seine Zuflucht zu der Barmherzigkeit und rettenden 
Gerechtigkeit GOttes genommen, und damit auch Andere nach ihm die Wege GOttes gelehrt hat. 
Im Psalmen kann man so zu sagen einen vierfachen Anlauf bemerken, den David im Gebet nimmt. 
Zuerst fa&szlig;t er die G&uuml;te und Menge der Erbarmungen GOttes als seinen ersten Halt in seiner 
S&uuml;nden=Not, und sucht dabei Gnade, und aus Gnade das Tilgen seiner S&uuml;nden, unter Vorstellung 
der innigsten Beweggr&uuml;nde, V.3-8. Dieser erste Gebets=Anlauf wird im 7. und 8. Vers durch eine 
gar dem&uuml;tige Appellation an die Gerechtigkeit GOttes unterst&uuml;tzt, da&szlig; ihn doch GOtt als einen von 
der S&uuml;nde &uuml;berfallenen und ohne all' sein Denken von ihr &uuml;berw&auml;ltigten armen Menschen nicht 
wegwerfen, sondern ihm heraushelfen und die fremde Macht, die von den ersten Anf&auml;ngen der 
Zeugung her &uuml;ber ihm sei, doch d&auml;mpfen wolle. Hiezu hat er aus dem die Hoffnung gefa&szlig;t, da&szlig; 
GOtt Lust habe zur Wahrheit, und ihn daher in dem Verborgenen seines inwendigen Menschen die 
Weisheit werde wissen lassen: wie zwar die S&uuml;nde sich von der Zeugung und Empf&auml;ngnis an so 
fest gesetzt, so weit und tief eingefressen habe; wie aber auch GOtt seine Kur dagegen eben so tief 
und gr&uuml;ndlich bei dem Menschen anfange. Er legt durch seine g&ouml;ttliche Zeugung die Wahrheit und 
die Lust zur Wahrheit eben so tief, und l&auml;&szlig;t es sich gefallen, wenn daraus wieder eine wahrhaftige 
Lust zur ersten Unschuld erw&auml;chst. O! wie tut es so wohl, wenn uns GOtt die Weisheit, die Er zu 
unserem Heil, zu unserer gr&uuml;ndlichen Hilfe aus der S&uuml;nde verordnet hat, einsehen l&auml;&szlig;t. Aus 
Wahrheit und Weisheit entsteht in der Seele eine solche reine Wollust, die aller Lust des Leibes 
weit vorzuziehen ist. O! was ist es besonders jetzt beim Licht des Evangeliums, das gro&szlig;e 
Geheimnis: GOtt ist geoffenbart im Fleische, bedenken, und das darin liegende gro&szlig;e Heil gegen 
der eingedrungenen S&uuml;nde abw&auml;gen, und &uuml;ber dem besch&auml;mt sein des tiefen Anklebens der S&uuml;nde, 
doch die Hoffnung fassen k&ouml;nnen, des Heils so innig und lebendig teilhaftig zu werden, als tief die 
S&uuml;nde eingefressen hat.</P> 
 
<P>3) Er h&auml;lt umst&auml;ndlicher und freim&uuml;tiger um die ganze Hilfe GOttes aus der 
S&uuml;nde an, auch um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung vor neuen Versuchungen, Unterst&uuml;tzung 
runter aller Not, die sich dar&uuml;ber im Inneren und &Auml;u&szlig;eren erheben k&ouml;nnte usw. V.9-15. Der 
Erh&ouml;rung dieser Bitte hat David treulich genossen, als ihn nachgehends bei der Flucht vor Absalom 
die &uuml;ber diesen Handel ihm auferlegte Zucht getroffen hat, und er doch so gro&szlig;en Frieden und 
Freudigkeit seines Geistes darunter beweisen konnte, als die Geschichte, insonderheit auch der 3. 
Psalm ausweist; auch ist das &Auml;rgernis, von welchem Nathan sagt: Du hast die Feinde des HErrn mit 
dieser Geschichte l&auml;stern gemacht, welches freilich noch heutigen Tages in so mancher sp&ouml;ttischen 
Erz&auml;hlung des Lebens Davids fortgetrieben wird, dadurch wieder ersetzt worden, da&szlig; nun im 
Gegenteil auch schon manche arme S&uuml;nder aus diesem Hergang wieder Zuversicht zu GOttes 
Erbarmen gefa&szlig;t, und die Wege des HErrn daraus gelernt haben, an deren Wiederaufrichtung ohne 
Zweifel mehr gelegen ist, als an den Sp&ouml;ttern, die sich mutwillig den Kopf versto&szlig;en, und &uuml;berhaupt 
in den Wegen GOttes nicht wandeln, sondern darein fallen wollen. 4) Er h&auml;lt auch um M&auml;&szlig;igung 
der ihm auferlegten Zucht an, und bittet, da&szlig; GOtt sein ge&auml;ngstetes Herz nicht verschm&auml;hen; wolle, 
V.16-1 9. 5) Aus zarter Sorge f&uuml;r die Ehre GOttes und das Wohl seines Volkes bittet er, da&szlig; es 
doch das Volk und die eingerichteten guten Anstalten nicht m&ouml;chten zu entgelten haben, und GOtt 
um dieser S&uuml;nden willen sein Wohlgefallen und seinen Segen nicht abwenden wolle, V.20.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 52,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 52. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Davids vorzusingen, da Doeg, der 
Edomiter, kam, und sagte Saul an, und sprach: David Ist in Ahimelechs Haus gekommen; und was 
der Psalm in dieser &Uuml;berschrift hei&szlig;t, das ist er auch in folgenden zwei Teilen,</li> 
 
<li> 
Doegs Bosheit und wohlverdiente Strafe wird ernstlich vorgestellt, V.3-7.</li> 
 
<li> 
Auf das wird dann gezeigt, was sich 
die Gerechten, besonders David daraus zur Unterweisung und zum Trost nehmen sollen, V.8-11. 
Wie oft tut unser zagendes Herz, als ob der Menschen Bosheit GOttes G&uuml;te vom Erdboden 
verdr&auml;ngen w&uuml;rde, da doch immer des Guten, so wir aus GOttes G&uuml;te genie&szlig;en, unendlich mehr ist, 
als des Schadens, den wir unter der Menschen Bosheit zu leiden haben. Wie kann man einander mit 
diesem &auml;ngstlichen Sinn anstecken! Wie viel besser aber ist es, vor GOttes Namen so viel Ehrfurcht 
haben, und auch zur b&ouml;sen Zeit auf sein unfehlbares Wohlmachen warten, da&szlig; alle &uuml;brigen 
Gnaden=Genossen GOttes daran Freude haben, und eine Erbaung auf den gemeinschaftlichen 
Glauben daraus nehmen k&ouml;nnen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 53,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 53. Psalm hat sehr viel Gleiches mit dem 14. Psalm. Der Hauptunterschied mag sein, da&szlig; im 
14. Psalm mehr auf Unterweisung und Trost derjenigen gesehen wird, die sich bereits aus dem 
Verderben haben retten lassen, hingegen im vorliegenden Psalm ist es mehr darauf eingerichtet, ob 
nicht etwa noch einem solchen Knecht des Verderbens k&ouml;nnte sein Gewissen erweckt, und er aus 
der &uuml;ber ihm schwebenden Furcht und wirklichen Strafe &uuml;berzeugt werden, da&szlig; er nicht recht daran 
sei, sondern nach der Hilfe GOttes mit Andern zu seufzen Ursache habe. Zu diesem Ende hei&szlig;t 
auch der Psalm 1) in seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Davids, im Chor um einander 
vorzusingen. 2) Sodann kommt die kl&auml;gliche Beschreibung von dem Verderben menschlicher Natur 
und den schrecklichen Ausbr&uuml;chen, zu denen es bei Solchen kommt, die darin liegen bleiben. 3) 
Dabei geschieht nun eine bedenkliche Anzeige, wie GOtt die Menschen in diesem Elende ansehe, 
wie oft Er in mancherlei Gerichten und Offenbarungen seines Zorns vom Himmel auf sie schaue, 
wie sie aber doch aus dem Schrecken ihres Gewissens dar&uuml;ber nicht zu einem bessern Nachdenken 
kommen, V.3-6. 4) Unter solchen Umst&auml;nden wird das Verlangen nach dem Heil GOttes desto 
gr&ouml;&szlig;er bei denen, die sich zu GOtt halten, V.7.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 54,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 54. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine umst&auml;ndliche &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf 
Saitenspielen;</li> 
 
<li> 
da die von Siph kamen und sprachen zu Saul: David hat sich bei uns verborgen. 
Die Anzeige von dieser Absicht und Veranlassung des ganzen Psalmen, n&auml;mlich auch Andern zur 
Unterweisung ein gutes Exempel zu geben, wie man den Namen GOttes durch Anrufen und Beten 
in N&ouml;ten, und durch Loben; und Danken bei erlangter Hilfe heiligen solle und k&ouml;nne. Darnach 
kommt vor Davids Gebet in der Not, V.3-5.</li> 
 
<li> 
Wie unter dem Gebet sein Vertrauen sei gest&auml;rkt 
worden, V.6-7. 4) Wie er den Namen GOttes auch weiter durch Loben und Danken heiligen wolle, 
V.8-9. Der Name GOttes, wie er ihn in seinem Wort und Verhei&szlig;ungen geoffenbart, wie ihn David 
in seinen b&ouml;sen Wegen erfahren, wie er ihn aus dem Angedenken an GOttes Gerichte von der Welt 
her flei&szlig;ig bei sich erneuert hat, war sein gr&ouml;&szlig;ter Trost: die Treue GOttes, womit Er auch seinen 
Drohungen durch Zerst&ouml;rung der Feinde Kraft gibt, wie Er seine Wahrheit durch Erf&uuml;llung seiner 
Verhei&szlig;ungen nicht fehlen l&auml;&szlig;t, war Davids sichere Zuflucht. Und wie es sein Herz geglaubt hat, 
so hat es auch sein Auge zuletzt gesehen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 55,1-23</font></b></h4> 
 
<P>Der 55. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Davids, vorzusingen auf Saitenspielen. 
Wie diese &Uuml;berschrift ganz gleich ist mit dem vorhergehenden 54. Psalmen, so findet sich auch 
sonst zwischen beiden viel &auml;hnliches; da&szlig; n&auml;mlich David in beiden Psalmen um Beistand GOttes 
und Errettung aus der Hand seiner Feinde anh&auml;lt. Nur hat im vorigen Psalm die Freude am Namen 
GOttes merkliche vorgeschlagen, und hat die Furcht und Empfindlichkeit v&ouml;lliger verschlungen, 
nach Psalm 55. aber hat David beides mehr geschreckt, und sich also auch mit desto gr&ouml;&szlig;erer Macht 
des Glaubens und Ernst des Gebets durchschlagen m&uuml;ssen. Beim vorigen Psalm wird auch die 
Gelegenheit ausdr&uuml;cklich, bei welchem er gemacht worden, angezeigt. Hier aber mu&szlig; man nur 
vermuten, ob sich Psalm 55. auf die Umst&auml;nde schicke, da die B&uuml;rger von Kegila im Sinn hatten, 
ihn an Saul auszuliefern, oder aber auf Absalom und Ahitophel und was bei diesem Umstand 
vorgekommen. Da&szlig; der Geist Christi in David hierunter auch noch weiter aus die k&uuml;nftigen Leiden 
in Christo selber gesehen habe, wie sie Ihm besonders durch seinen ungetreuen J&uuml;nger und Verr&auml;ter 
Judas, und durch den Undank des wankelm&uuml;tigen Volks sind verursacht worden, wird Keinem 
unglaublich vorkommen, welcher bedenkt, wie &uuml;berhaupt alle von der Schlange und ihrem Samen 
an David versuchte Fersenstiche eigentlich schon auf Den gezielt haben, der aus dem Samen Davids 
herkommen sollte. Im Psalmen selbst findet sich nun</li> 
 
<li> 
ein dem&uuml;tig gefa&szlig;ter Zugang zu GOtt im Gebet, V.2-4.</li> 
 
<li> 
Eine Vorstellung von seiner Angst, und dem in seinem Herzen aufgestiegenen 
Wunsch, V.5-9.</li> 
 
<li> 
Was ihm der Feind durch an ihm ver&uuml;btes Unrecht f&uuml;r Leiden verursacht, und 
f&uuml;r Seufzer ausgepre&szlig;t habe, und in welchem Sinn und Vorsatz er dar&uuml;ber vor GOtt stehe, und rede, 
V.10-22.</li> 
 
<li> 
Gl&auml;ubiger Beschlu&szlig;, darin er sich selbst oder der Geist der Gnade ihm zuspricht, auf 
denn einmal gefa&szlig;ten Grund der Hoffnung zu bleiben, V.23-24. Der Wunsch: O h&auml;tte ich Fl&uuml;gel 
wie Tauben, ist einem zwar nicht zu verargen; ich aber hoffe auf dich, mu&szlig; doch gleichwohl das 
Herz stillen, wenn man auch nirgends entfliehen kann.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 56,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 56. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift die Veranlassung, aus welcher der Psalm gemacht ist: 
Ein goldenes Kleinod Davids von den stummen Tauben unter den Fremden, da ihn die Philister 
griffen zu Gath. Dieser Umstand ist entweder in dem Leben Davids nicht ausf&uuml;hrlich bemerkt, oder 
geht es auf das, was ihm 1Sam. 29:4 widerfahren ist. Im Psalm selber ist nun das erste</li> 
 
<li> 
Davids eindringliche Seufzer, V.2.</li> 
 
<li> 
seine bewegliche Klage &uuml;ber Sauls Verfolgungen, durch die er so in 
die Fremde getrieben worden, V.3.</li> 
 
<li> 
Dazwischen hinein erz&auml;hlt er etwas von seiner gl&auml;ubigen Fassung dar: unter, V.4.</li> 
 
<li> 
Sodann f&auml;hrt er fort, nun auch &uuml;ber die Bedr&auml;ngnisse zu klagen, die ihm 
von den Philistern sind angetan worden, V.6-8.</li> 
 
<li> 
Er erneuert sich auch hier&uuml;ber vor GOtt auf 
seinem sonst bezeugten Glaubensgrund, V.9-12. Er verpflichtet sich zu &ouml;ffentlichem Dank f&uuml;r die 
erfahrene Hilfe GOttes, V.1-14. David hat es also auch erfahren, wie bei der Zuversicht und 
Freudigkeit, auch Furcht mit unterlaufen kann. Wenn ich mich f&uuml;rchte, sagt er, und doch auch: so 
hoffe ich auf dich. Der HErr JEsus selbst war in seinem Leiden nicht ohne Furcht, Hebr. 5:7. Desto 
gr&ouml;&szlig;er aber ist die Geduld, die durchbricht und &uuml;ber dein Wort GOttes und Gebet h&auml;lt. Die Furcht 
wird erst b&ouml;s, wenn sie einem das Wort GOttes vernichtet. Aber, wo man wie David gleich das 
Wort der Geduld ergreift, und dar&uuml;ber h&auml;lt, ich will GOttes Wort r&uuml;hmen, da wird die Furcht 
&uuml;berwunden, oder was davon &uuml;brig bleibt, fordert einem vielmehr der Weg der Geduld ab. Denn 
da mu&szlig; man es sich gefallen lassen, da&szlig; die Hilfe GOttes nicht so eilends hereinbricht, sondern da&szlig; 
einem nur ein Wort GOttes zum Trost angeboten wird. Wie sich nun einer gegen dem Wort GOttes 
verh&auml;lt; so hat er es zu genie&szlig;en oder zu entgelten. Wer mit David GOttes Wort r&uuml;hmt, mit dem 
Trost durch das Wort einstweilen vorlieb nimmt, der kann die Furcht &uuml;berwinden, und die Hilfe 
abwarten. Wer aber allein ungl&auml;ubigen Ausfl&uuml;chten gegen das Wort GOttes Geh&ouml;r gibt, und sich 
das Sitzen bei diesem, oft in einem dunkeln Ort scheinenden Licht, verdrie&szlig;lich werden l&auml;&szlig;t, der 
bricht damit die Verbindung wischen dem Herzen GOttes und seinem Herzen ab, und wird in seines 
Herzens Dunkel gelassen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 57,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 57. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift die Anzeige von der Zeit und Gelegenheit, bei welcher der 
Psalm gemacht worden. Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, da&szlig; er nicht umk&auml;me, da er vor 
Saul flohe in die H&ouml;hle. Bei solcher &auml;u&szlig;ersten Lebensgefahr brauchte es freilich ein solches 
Eindringen in GOtt, wie im Psalm eines vorkommt, dabei</li> 
 
<li> 
anf&auml;nglich noch das traurige Gef&uuml;hl 
der Not im Beten und Klagen vorgeschlagen hat, V.2-6. Wie kann die Not eine Seele im Gebet so 
freim&uuml;tig machen, da&szlig; sie sich desto n&auml;her an den gn&auml;digen GOtt hin h&auml;lt, je mehr der ungn&auml;digen 
Menschen auf erden ihr Zorn dr&uuml;ckt. Wie wird alle Tr&uuml;bsal, es mag auch noch so viel schweres 
dabei sein, doch dadurch leicht, da&szlig; sie zeitlich ist, da&szlig; sie ein vor&uuml;bergehendes Ungl&uuml;ck ist. Ach, 
was wird es sein, wenn vollends das Erste mit allem Erden=Jammer wird vergangen sein, und der 
HErr Alles neu machen wird, Offenb. Joh. 21:4-5.</li> 
 
<li> 
Nun kommen im Psalm Klagen und Bitten, 
bei denen aber das freudige Danken den &Uuml;berschwang gewinnt, V.7-12.; wie wird GOtt auch &uuml;ber 
das, was Er an einem einzigen Gl&auml;ubigen auf Erden f&uuml;r Hilfe beweist, im Himmel gepriesen! Wie 
wird aus einer jeden einzelnen Probe die ganze G&uuml;te und Treue GOttes erkannt, da&szlig; daher auch 
viele Andere im Himmel und auf Erden mit einem im Lob GOttes anstehen 2Kor. 1:11. O! wie ist 
das einem so tr&ouml;stlich, wenn er wei&szlig;, er ist einmal mit dem Reich GOttes, und mit Allen, die am 
Reich GOttes Anteil nehmen, in eine gute Gemeinschaft gekommen, und was ihm nun von GOttes 
G&uuml;te und Treue widerf&auml;hrt, dar&uuml;ber wird GOtt auch von Andern Ehre gegeben.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 58,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 58. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein goldenes Kleinod Davids, vorzusingen, da&szlig; er nicht 
umk&auml;me. Der Psalm selbst hat es' mit der schweren Versuchung zu tun, die einem beim Lauf durch 
die Welt oft vorkommen kann, da&szlig; man oft M&auml;nner und Leute in &Auml;mtern stehen sieht, die aber ihre 
Pflicht und das Beste Anderer wenig beobachten, sondern mit Ungerechtigkeit und gottlosem Wesen 
das B&ouml;se vielmehr empor bringen, als da&szlig; das Gute Hilfe und F&ouml;rderung von ihnen h&auml;tte. Auch 
dagegen st&auml;rkt sich' nun David in seinem Gebet, so da&szlig; er</li> 
 
<li> 
die Bosheit solcher Leute 
nachdr&uuml;cklich aufdeckt, und ihnen selbst ans Gewissen redet, V.2-6. Je weniger Gerechtigkeit in der 
Welt anzutreffen und zu erhalten ist, desto mehr soll das Warten und Hoffen auf den neuen Himmel 
und die neue Erde, darinnen Gerechtigkeit wohnt, bei einem gest&auml;rkt werden. Da Salomo unter 
anderem Anblick der eitlen Welt auch St&auml;tte des Gerichts sahe, da ein gottloses Wesen war, und 
St&auml;tte der Gerechtigkeit, da Gottlose waren; so nahm er daraus die Lehre: GOtt mu&szlig; richten den 
Gerechten und Gottlosen. So gar soll man sich also den Strom nicht hinrei&szlig;en lassen, sondern 
vielmehr daraus eine Anmahnung nehmen: es ist ja noch GOtt Richter auf Erden. D er Gerechte 
wird es noch zu genie&szlig;en haben. Je mehr Hohe und Niedere, Reiche und Regenten erblich werden, 
desto mehr ist zu sorgen, da&szlig; Leute darin aufkommen, wie der Psalm beschreibt: die von Mutterleib 
an verkehrt sind, die von Jugend an Herz und Ohr von der Wahrheit abwenden, und daf&uuml;r gestraft 
werden. Hingegen war die vorige Regierungsweise unter den Richtern darin bequem, da&szlig; es eben 
einer war den GOtt besonders dazu erweckte, und mit Mut und Redlichkeit ausr&uuml;stete. Jetzt mu&szlig; 
sich freilich ein Christ in das Schicken, wie er es in der Welt antrifft. sein Glaube an das Reich 
GOttes wird ihm immer auch der Sieg sein &uuml;ber die Welt, und was er unter dem &uuml;bel bestellten 
Regiment zu leiden hat.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 59,1-17</font></b></h4> 
 
<P>Der 59. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine ausf&uuml;hrliche &Uuml;berschrift: Ein goldenes Kleinod Davids, da&szlig; er nicht 
umk&auml;me, da Saul hinsandte rund lie&szlig; sein Haus verwahren, da&szlig; er ihn t&ouml;tete. Im Psalm selbst merkt 
man eine immer aufsteigende Zuversicht und Freudigkeit zu GOttes rettender Gerechtigkeit.</li> 
 
<li> 
Zuerst lauft David seinen GOtt an, als ob er Ihn erst zur Hilfe f&uuml;r ihn erwecken m&uuml;&szlig;te, V.2-6. Der 
H&uuml;ter Israel Schl&auml;ft freilich nicht; das wei&szlig; auch der Glaube. Aber, wenn GOtt in die schweren 
Umst&auml;nde, die in der Welt &uuml;ber die Seinigen ergehen, nicht gleich Seine schwere Hand schl&auml;gt, 
sondern es dem Lauf der Welt, des Teufels und seiner Werkzeuge Neid &uuml;berl&auml;&szlig;t, so scheint das uns 
ein Schlaf, und der Glaube schreit: erwache! begegne, und siehe darein!</li> 
 
<li> 
Hernach bittet er schon 
mit mehrerer Gewi&szlig;heit von GOttes Aufsehen &uuml;ber ihn und seine Feinde, V.7-14.</li> 
 
<li> 
Er sieht mit 
Freuden auf den gro&szlig;en Unterschied hinaus, den GOtt zwischen ihm und seinen Feinden machen 
werde, V.15-18. Wie Vielen geht es noch nach jenem Wort Salomos Spr&uuml;chw. 19:3. Die Torheit 
eines Menschen verleitet seinen Weg, da&szlig; sein Herz wider den HErrn tobt: denn ohne Furcht GOttes 
wagt man Sich in Vieles hinein, und will mit Unterdr&uuml;ckung seines N&auml;chsten sich empor bringen. 
Wenn es dann nicht gelingt, und man ger&auml;t dar&uuml;ber in Armut und allerlei verwirrte Umst&auml;nde; so 
tobt man wider den HErrn und geht mit Murren in der Stadt umher. O! wie viel besser ist es, in 
Allem hinter GOtt zu bleiben, und davon Seinen Schutz genie&szlig;en. Wenn man auch unter der 
Menschen H&auml;nde noch so viel zu leiden bek&auml;me, wenn man nur immer von allen ungn&auml;digen 
Menschen sich zu Seinem gn&auml;digen GOtt wenden und dessen alle Morgen neue G&uuml;te r&uuml;hmen kann, 
so wird man mit allen Heiligen Schon noch zu Ehren angenommen werden.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 60,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 60. Psalm hat wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine ausf&uuml;hrliche &Uuml;berschrift: Ein goldenes Kleinod Davids, 
vorzusingen, von einem goldenen Rosenspan zu lehren;</li> 
 
<li> 
Da er gestritten hatte mit den Syrern von 
Mesopotamien, und mit den Syrern von Zoba, da Joab umkehrte, und schlug der Edomiter im 
Salztal zw&ouml;lf tausend. Dieser Psalm ist also ein Kriegslied, darin David den Wegen GOttes mit dem 
Volk Israel nachdenkt, wie Er sie vormals in die H&auml;nde ihrer Feinde gegeben, nun aber anfange, 
ihr Haupt aufzurichten, und die Feinde unter sie zu zwingen, woraus auch weitere Zuversicht aufs 
K&uuml;nftige zu fassen sei.</li> 
 
<li> 
David f&auml;ngt also. an, den HErrn seinen GOtt an die vormalige Ungnade 
&uuml;ber Sein Volk zu erinnern, und freut sich also desto mehr &uuml;ber das nun aufgehende 
Gnaden=Zeichen, V.3-6. Wie wunderlich und hart hat GOtt von Zeit zu Zeit mit den 
Menschen=Kindern, auch mit Seinem Volk umgehen m&uuml;ssen, wegen ihres harten Unglaubens und 
Ungehorsams! Wie waren der Zeiten der Erquickung immer so wenig gegen die Zeiten der 
Heimsuchung durch innerlichen und &auml;u&szlig;erlichen Druck. Was hat das denen, die den HErrn f&uuml;rchten, 
f&uuml;r manchen Kampf verursachen m&uuml;ssen? Wie treu aber ist GOtt, da&szlig; Er ihnen zum Besten immer 
etwas zu ihrem Halt aufgeworfen, daraus sie merken k&ouml;nnten, GOtt habe Seinen Bund nicht 
verlassen noch ge&auml;ndert, was aus Seinem Munde gegangen; sondern werde es nach diesen 
gerichtlichen Umwegen wieder aufs Geleis der Gnade hin&uuml;ber lenken.</li> 
 
<li> 
Darum f&auml;hrt nun David 
im Psalm fort, seinen Glauben und Freude zu bezeugen, da&szlig; GOtt anfange, Hilfe zu schaffen, und 
Seine Verhei&szlig;ungen zu erf&uuml;llen, V.7-1 2. Auch bei den jetzigen Siegen erneuert sich der Glaube 
immer wieder, wie es w&auml;re, wenn es GOtt nicht t&auml;te, wenn Er nicht mit uns w&auml;re. Damit erh&auml;lt man 
sich desto mehr in Demut und Dankbarkeit, und so beschlie&szlig;t nun der Psalm mit Gebet und 
gl&auml;ubigem Hinlehnen auf GOtt allein, V.13-14. O! da&szlig; wir doch die Klugheit lernten, nach GOtt 
zu fragen, oder GOttes Tun herauszusuchen aus so vielem Schutt menschlicher Umst&auml;nde, die 
GOttes Hand verdecken, und das Vertrauen auf fleischlichen Arm leiten wollen. GOtt so fragen, wie 
David in allen Umst&auml;nden getan, und auf dessen Reden im Heiligtum merken, w&uuml;rde einen dazu 
f&ouml;rdern. Je weniger einer Wort GOttes in sich wohnend hat, je mehr wird er noch in Furcht oder 
Vertrauen von menschlichem Geschw&auml;tz umgetrieben. Wie hangt das Herz in Kriegszeiten oft mehr 
an Zeitungs=Bl&auml;ttern als an dem, was GOtt im Heiligtum redet!</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 61,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 61. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids vorzusingen, auf Saitenspiel. Der 
Psalm selbst besteht aus einem dem&uuml;tigen Gebet und einer tr&ouml;stlichen Aussicht auf die Erh&ouml;rung. 
Also</li> 
 
<li> 
h&auml;lt David um gn&auml;dige Aufnahme seines Gebets an, legt seine dem&uuml;tige Bitte vor, und 
unterst&uuml;tzt sie mit schicklichen Beweggr&uuml;nden, V.2-5.</li> 
 
<li> 
Er tr&ouml;stet sich zuversichtlich der gn&auml;digen 
Erh&ouml;rung und verspricht Alles zu GOttes Ehre anzuwenden, V.6-9. Wie war doch David ein Mann 
nach GOttes Herzen, der zur Zeit seiner schweren Leiden das Vertrauen nicht weggeworfen, sondern 
immer im gl&auml;ubigen Gebet seine Niedrigkeit GOtt vorgehalten hat, und die Hoffnung: da&szlig; ihn GOtt 
unter Seinen Fl&uuml;geln noch zur Ruhe bringen werde, behauptet! Wie hat er aber auch zur Zeit der 
gefundenen Hilfe so gar nicht vergessen, was sein Mund gelobt in der Not, wie hat er sich nicht 
auf sich selbst und seinen nun wohlgegr&uuml;ndeten Wohlstand verlassen, wie hat er sich an dem 
Exempel seines Vorfahrers Saul gespiegelt, und in solchem Angedenken fest an der Demut gehalten, 
wie hat er erkannt, da&szlig; ihm GOttes G&uuml;te und Treue zu seiner Bewahrung so n&ouml;tig sei, wie war es 
ihm darum zu tun, da&szlig; er Sich nicht an Menschen h&auml;nge, und auf sie vertraue, sondern vor GOtt 
bleibe! Denn GOtt hat Manchen schon verworfen, wenn er schon vor Menschen noch eine Weile 
sitzen bleibt. So bald aber der Segen, die Gnade, das Wohlgefallen, der Geist und das Licht GOttes 
von einem weicht, so ist man vor GOtt dasjenige nimmer, f&uuml;r was man sich in der Welt noch 
ausgeben kann! wie viel solche Larven und Bilder gibt es in allen St&auml;nden, die das vor GOtt 
nimmer sind, f&uuml;r was sie doch die Menschen noch achten m&uuml;ssen, so lange sie GOtt &auml;u&szlig;erlich 
duldet! Wie genau pr&uuml;ft GOtt hierin der Menschen Herzen, ob einer an seiner Gnade und Wahrheit 
h&auml;ngt, oder ob er sich blo&szlig; mit der Eitelkeit und dem &auml;u&szlig;erlichen Schein behilft.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 62,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 62. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vor Jeduthun vorzusingen. Dem Inhalt 
selber nach gibt er eine sch&ouml;ne Probe von dem Gesch&auml;ft des Glaubens, sich unter Allem, was zu 
tun und zu leiden vorkommt, in GOtt zu stillen, und sich auch aller &Auml;rgernisse am Weltlauf durch 
Aussicht auf GOttes k&uuml;nftige Vergeltung zu erwehren. Mithin kommt vor</li> 
 
<li> 
ein gl&auml;ubiges Bekenntnis, wie es ihm beim stillen Anhangen an GOtt so wohl sei, V.2. 3.</li> 
 
<li> 
Sodann bestraft er seine Feinde, &uuml;ber ihr b&ouml;ses Vorhaben gegen ihn, womit sie ihn aus seinem stillen Frieden treiben 
wollen. V.4. 5.</li> 
 
<li> 
Damit er Sich aber in dieser Betrachtung nicht zu weit vertiefe, und sein Herz 
nicht zum Unmut entz&uuml;ndet werde, so wendet er sich gleich wieder davon ab, und spricht lieber 
Seinem Herzen von Neuem zu, mit festem Anhangen an GOtt zu halten, V.6-8.</li> 
 
<li> 
Zuletzt bezieht 
er sich auf ein ausdr&uuml;ckliches Wort GOttes, das in seinem und Anderer Herzen den Grund zu allem 
Obigen abgebe, V.12-13. Drei St&uuml;cke, sagt der selige Arndt, sind immer beisammen: GOttes 
Verhei&szlig;ung; der Glaube, so derselbigen traut; und die Probe des Glaubens durch das Kreuz. Darum 
hat man an seiner Seele immer zu stillen, sich auf GOttes Wort zu beziehen, den Glauben daran zu 
erwecken, das, was sorgliches und &auml;ngstliches dawider aufsteigen will, vor GOtt auszusch&uuml;tten, und 
durch Bekenntnis von Sich zu tun, die Welt und der Weltmenschen ihr Tun nicht auf der 
betr&uuml;glichen Seite anzusehen, und sichs gefangen nehmen zu lassen; Sondern beim Licht des 
g&ouml;ttlichen Worts ihr Nichts einzusehen, inzwischen aber GOttes Tun abzuwarten, bis Er sich in 
Allem entweder in Seiner Macht oder in Seiner Gnade verherrlichen wird. Jesu! Ei nu, hilf' mir 
dazu, beim Gehorsam auch stille zu sein, wie Du!</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 63,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 63. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, da er war in der W&uuml;ste Juda. 
Hieraus kann man Sich Schon vorstellen, warum nun David im Psalm so ein Verlangen nach dem 
wahren Gottesdienst, und nach der Gemeinschaft des Volks GOttes bezeugt; denn solche St&uuml;cke 
werden in ihrem Wert und Lieblichkeit erst erkannt, wenn man derselben entbehren mu&szlig;. 
Inzwischen zeigt der Psalm doch, wie man sich auch in Solchen Abgang Schicken soll, da&szlig; einem 
doch dem Geist und der Wahrheit nach nichts abgehe an der Anbetung und dem Genu&szlig; GOttes. 
Demnach fangt der Psalm</li> 
 
<li> 
an mit einem kurzen, aber kr&auml;ftigen Glaubensbekenntnis. O GOtt, Du 
bist mein GOtt;</li> 
 
<li> 
und das wird nun ausgebreitet in einer umst&auml;ndlichen Vorstellung, wie er sich 
seinem GOtt zu Nutzen mache, auch bei dem Mangel, da er in der W&uuml;ste des &ouml;ffentlichen 
Gottesdienstes entbehren mu&szlig;, V.2-9.</li> 
 
<li> 
Auf das beschlie&szlig;t er nun, mit glaubensvollem Ruhm auf 
den guten Ausgang Seiner Sache zu warten, V.10-12. GOtt, Du bist mein GOtt! ist dem Glauben, 
der Liebe und der Hoffnung allezeit ein s&uuml;&szlig;es Wort; aber wenn es einem der Unglaube absprechen 
will, wenn die &auml;u&szlig;erlichen Umst&auml;nde k&uuml;mmerlich sind, wenn der Versucher in der W&uuml;ste Steine 
anbietet, die man zu Brot machen soll, so schmeckt es doppelt wohl, wenn dies Licht aus der 
Finsternis hervorbricht: GOtt, Du bist mein GOtt! Und da kann es wohl auch nicht nur einen Durst 
der Seele, sondern auch ein Verlangen des Fleisches nach GOtt abgeben, wenn man auch gerne 
seine Lippen und Hand, zum Lob GOttes brauchen m&ouml;chte. Als es dem David aber nachmals wohl 
ging, ist er durch eine Reizung des Fleisches gef&auml;llt worden. Man sp&uuml;rt es eben unserm Fleisch an, 
wenn es unter dem Druck ist, oder nicht; bei der Macht der S&uuml;nde im Fleisch ist es uns oft n&ouml;tig, 
da&szlig; uns GOtt in die W&uuml;ste f&uuml;hrt. Da lernt man desto mehr sein Seufzen mit dem Seufzen der 
ganzen unter die Eitelkeit geratenen Kreatur vereinigen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 64,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 64. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Weder aus dieser 
&Uuml;berschrift, noch aus dem Psalm selbst ist die n&auml;here Veranlassung desselben zu bestimmen, 
sondern man sieht eben, da&szlig; auch ein Gesch&auml;ft des Glaubens darunter getrieben wird, die Welt und 
ihre T&uuml;cke, ihre b&ouml;se Worte und Werke zu &uuml;berwinden, und sich durch Gebet in GOtt zu st&auml;rken. 
In solcher Absicht kommt</li> 
 
<li> 
vor eine angelegentliche Bitte, V.3.</li> 
 
<li> 
Sodann eine umst&auml;ndliche 
Beschreibung von dem b&ouml;sen Verfahren seiner Feinde, V.4-7.</li> 
 
<li> 
Ein getroster Ruhm, wie es GOtt 
mit ihm und seinen Feinden wenden, und was das zur St&auml;rkung aller Gerechten austragen werde, 
V.8-1.1. O! wie gewi&szlig; ist, was im Buch der Weisheit 1:6-12 steht: GOtt ist Zeuge &uuml;ber alle 
Gedanken, und erkennt alle Herzen gewi&szlig; und h&ouml;rt alle Worte. Denn der Weltkreis ist voll Geistes 
des HErrn, und der die Rede erkennt, ist allenthalben. Darum kann der nicht verborgen bleiben, der 
das Unrecht redet, und das Recht, so ihn strafen soll, wird sein nicht fehlen. Denn des Gottlosen 
Anschl&auml;ge m&uuml;ssen vor Gericht, und seine Reden m&uuml;ssen vor den HErrn kommen, da&szlig; seine 
Untugend gestraft werde. Denn des Eifrigen Ohr h&ouml;rt Alles, und das Spotten' der L&auml;sterer wird nicht 
verborgen bleiben. So h&uuml;tet euch nun vor dem sch&auml;dlichen L&auml;stern, und enthaltet die Zunge vor dem 
Fluchen; denn was ihr heimlich mit einander in die Ohren redet, wird nicht so leer hingehen; denn 
der Mund so da l&uuml;gt, t&ouml;tet die Seele. Strebt nicht so nach dem' Tode mit eurem Irrtum, und ringt 
nicht so nach dem Verderben mit eurer H&auml;nde Werke. O! Schade, da&szlig; sich so Viele, die Andern 
Tr&uuml;bsal anlegen, nicht f&uuml;rchten! Aber auch Schade, da&szlig; Manche, die Tr&uuml;bsal leiden, sich dessen 
nicht mehr r&uuml;hmen und freuen, und damit ihre Geduld und Glauben unterhalten,</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 65,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 65. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, zum Liede vorzusingen. Im Psalm 
selbst ist David besch&auml;ftigt, das Lob GOttes, dessen sein Herz voll, war, auch auf eine dem&uuml;tige und 
GOtt geziemende Weise vorzutragen und anzubringen. Daher er</li> 
 
<li> 
seine und Anderer Unw&uuml;rdigkeit 
und Unt&uuml;chtigkeit: GOtt geb&uuml;hrend zu loben, bekennt, und inmittelst doch im Vertrauen auf GOttes 
Gelindigkeit die Sache angreift, V.2-6. Beim Zugang zu GOtt, auch wenn es auf ein fr&ouml;hliches 
Betrachten und R&uuml;hmen Seiner Wunder, die Er an den Menschen =Kindern tut, angesehen ist, wacht 
doch das Gef&uuml;hl des s&uuml;ndlichen Elends, und der schn&ouml;den Unw&uuml;rdigkeit auf, da&szlig; man mit Jesaja 
6:5-6 sagen mu&szlig;: Wehe mir, ich vergehe, denn ich bin unreiner Lippen; oder mit Petrus Luk. 5:8 
HErr, gehe von mir hinaus, ich' bin ein s&uuml;ndiger Mensch. Bei solcher Zernichtung seiner Selbst 
kommt es dann einem ungemein wohl, wenn man durch solch ein Gef&uuml;hl der G&uuml;te GOttes erquickt 
wird, das einen von dem gn&auml;digen Wohlgefallen GOttes versichert. Er&ouml;ffnet uns den Zutritt zu Ihm: 
Da merkt man, was das wunderliche an der Gerechtigkeit GOttes ist, da&szlig; Er Seine Majest&auml;t und 
Respekt so genau beobachtet, und inmittelst doch uns Elende aus dem Staub aufrichtet, da&szlig; wir 
Zuversicht zu Ihm gewinnen k&ouml;nnen.</li> 
 
<li> 
Diesen freundlichen Eindruck, der ihm von GOtt geworden: 
Da&szlig; GOtt Zuversicht sei Aller auf Erden, und ferne am Meer: breitet nun David im Psalmen weiter 
aus, und r&uuml;hmt, was GOtt auf Erden und im Meer tut, und was das an der Menschen Gewissen f&uuml;r 
eine gute Beweisung abgibt, GOtt zu f&uuml;hlen und zu finden. Arndt schreibt &uuml;ber diesen Psalmen: Die 
Welt wird nicht durch menschliche Weisheit allein regiert, sondern durch GOttes Rat und Ordnung, 
und durch das Gebet der Gl&auml;ubigen. Ach, da&szlig; deren nur Viele w&auml;ren, die ihre Zuversicht auf GOtt 
setzten, und bei GOttes Br&uuml;nnlein den rechten Fond zu ihren Ausgaben suchten. Vor der 
Gewaltt&auml;tigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, vor den neben der Eitelkeit und &Uuml;ppigkeit 
t&auml;glich steigenden Sorgen, kann man oft der G&uuml;te GOttes nicht so froh werden. Aber die 
Sanftm&uuml;tigen werden noch das Erdreich besitzen. Da wird Manches was vom Singen und Jauchzen 
&uuml;ber GOttes Gnade und G&uuml;te zur&uuml;ckgeblieben ist, noch nachgeholt werden. Inzwischen lobt man 
GOtt in der Stille, und Er nimmt das stille Nachdenken &uuml;ber seine wunderbare Regierung f&uuml;r ein 
Lob an.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 66,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 66. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift Ein Psalmlied, vorzusingen. Der Inhalt selbst zeigt, da&szlig; 
es hier wieder auf eine Erweckung zum Lob GOttes angesehen ist, nach unterschiedlichen 
Absichten, n&auml;mlich</li> 
 
<li> 
an alle Lande oder an die ganze Erde, V.1-4. Ach! wer wird leben, wenn 
GOtt solches tun wird, da&szlig; Er dem kleinen und gro&szlig;en Erden=Verderben ein Ende macht, und die 
durch so viele Ver&auml;nderungen durchgef&uuml;hrte Erde endlich der fr&ouml;hliche Schauplatz vom Reich 
GOttes wird, und man mit Furcht und Freude dem HErrn wird Ehre geben k&ouml;nnen, da&szlig; Er seinen 
Rat so herrlich hinausgef&uuml;hrt, und besondere an den Menschenkindern seine mannigfaltige Weisheit 
kund werden lassen, V.5-7.</li> 
 
<li> 
an solche, die unter besonderem Druck und Versuchung die Rettung 
GOttes erfahren, an die Not zur&uuml;ckdenken, V.8.-15, um sie mit in die Anbetung GOttes &uuml;ber seine 
heimliche Wege zu ziehen, V.16-20. GOtt ist im Gro&szlig;en und im Kleinen gro&szlig;. Was Er oft an einem 
einigen Gedr&uuml;ckten zur Erh&ouml;rung seines Gebets tut ist so gro&szlig;, als was sich endlich bei der Rettung 
aller seiner Auserw&auml;hlten auf einmal zeigen wird. Wer an jenem gro&szlig;en erfreulichen Tage Anteil 
haben will, mu&szlig; jetzt im Kleinen GOtt mit Glauben und Gebet ehren, und alle Erfahrungen zur 
St&auml;rkung des Glaubens und der Geduld wohl zusammen halten. Wer nachl&auml;ssig im Gebet, 
unachtsam auf die Erh&ouml;rung desselben, vereitelt im Weltlauf ist, und der Furcht GOttes im 
Gegenw&auml;rtigen vergi&szlig;t, dem wird auch die Hoffnung auf das Zuk&uuml;nftige immer kleiner und 
schw&auml;cher werden, denn diese will in einem guten Gewissen bewahrt, und durch das flei&szlig;ige Gebet 
erweckt sein.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 67,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 67. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalmlied, vorzusingen auf Saitenspielen. Dem 
Inhalt selbst nach gibt er ein Muster, wie man den bekannten Segen, womit GOtt sein Volk zu 
segnen befohlen hat, in ein Gebet verwandeln, und also seinen Mund gegen GOtt auftun m&ouml;ge, da&szlig; 
Er ihn f&uuml;llen kann. An dem W&ouml;rtlein Sela kann man die Grenzen zur Einteilung machen.</li> 
 
<li> 
Kommt die Bitte mit den Worten des bekannten Segens allein vor, V.2. GOtt sei mir gn&auml;dig: ist das erste 
in dem Zugang eines armen S&uuml;nders zu GOtt. So bald er aber das Herz GOttes mit diesem Seufzen 
trifft; so merkt er, was an GOttes Gnade noch weiter f&uuml;r eine F&uuml;lle von Segen h&auml;ngt, die er auch 
an sich ziehen darf, sobald er die Gnade als das erste Glaich an welchem die andern hangen, 
ergriffen hat. Und damit er diese Gnade mit desto dankbarerer Erkenntlichkeit und guter Zuversicht 
genie&szlig;e, so bittet er sich das Angesicht GOttes und sein Leuchten aus. Und dies ist, was nun im 
Neuen Testament Gnade unseres HErrn JEsu Christi, und die Liebe GOttes des Vaters und die 
Gemeinschaft des Heiligen Geistes hei&szlig;t.</li> 
 
<li> 
Zeigt der Psalm die gute Absicht dieser Bitte zur Ehre 
GOttes und zum Heil der Menschen, V.3-5,</li> 
 
<li> 
und nimmt daher Gelegenheit, seine Bitte zum 
Beschlu&szlig; noch einmal anzubringen, V.6-8. So lange freilich die alte Schlange das Verf&uuml;hren aller 
V&ouml;lker auf dem Erdboden durch ihre Helfershelfer so fort treibt, so wird das Heil GOttes unter den 
Menschen, die Erkenntnis und der frohe Genu&szlig; desselben noch sehr aufgehalten, und statt des 
Freuens und Jauchzens gibt es noch manche durchdringende Seufzer unter dem Dunkeln, das noch 
die V&ouml;lker bedeckt. Aber alle diese Seufzer sind lauter gesegnete Geburts=Schmerzen, auf welche 
das Freuen und Jauchzen gewi&szlig; folgen wird. Man kann doch genugsam merken, da&szlig; GOtt auf Erden 
Richter ist, und l&auml;&szlig;t die S&uuml;nde nicht walten. Wer die Wahrheit tut, kommt an das Licht, und kann 
sich GOttes Regieren zu aller Zeit freuen, wenn er schon nach dem &auml;u&szlig;eren Menschen Manches 
darunter zu leiden hat. Die Hoffnung, da&szlig; es zum Anbruch des Reichs und Heils GOttes mitwirke: 
vers&uuml;&szlig;t ihm Alles. Die Furcht GOttes geschweigt ihm seinen Mund da&szlig; er wartet, bis GOttes Wege 
und Gerichte weiter offenbar werden.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 68,1-35</font></b></h4> 
 
<P>Der 68. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalmlied Davids, vorzusingen. Es enth&auml;lt der 
Psalm eine der wichtigsten Weissagungen Alten Testaments, von dem Reich Christi mitten unter 
seinen Feinden bis zu ihrer g&auml;nzlichen Niederlage. Die Vorstellung davon ist so gemacht, da&szlig; zur 
gewurzelten Erkenntnis GOttes seine vormaligen Offenbarungen unter dem Volk Israel dazu 
genommen werden, dabei aber dem Neuen im Reich Christi ein gro&szlig;er Vorzug gegeben wird. Wenn 
man sich durch einige Einteilung des Psalmen die Einsicht darein erleichtern will, so mag man ihn 
in Eingang, Abhandlung und Beschlu&szlig; einteilen.</li> 
 
<li> 
Der Eingang stellt &uuml;berhaupt vor, was es zu 
allen Seiten und auf allen Seiten f&uuml;r herrliche Wirkungen tue, wenn GOtt sich aufmache, und zum 
Schrecken seiner Feinde und Trost seiner lieben Getreuen sein Dasein vermerken lasse; und wie 
man da diesem GOtt, der nahe ist, w&uuml;rdiglich begegnen solle, V.2-7. Nicht nur der Bundeslade und 
der Offenbarung GOttes bei derselben wird so eine N&auml;he und eine Aufnahme zugeschrieben, 
sondern auch von GOtt selbst in seiner heiligen Wohnung hei&szlig;t es: da&szlig; Er sich das einemal mehr 
zur&uuml;ck ziehe, und auch Alles im Himmel sich vor Erwartung seiner Gerichte ehrerbietig 
zur&uuml;ckziehen, und stille halten m&uuml;sse; das anderemal aber, da&szlig; Er sich aufmache und seine Gerichte 
nun offenbar werden. Man sehe Habakuk 2:20, Sach. 2:13, Offenb. 8:1. Auch der HErr JEsus, der 
sonst zur Rechten GOttes sitzt pr&auml;sentiert sich bei besonderen Umst&auml;nden stehend, nach der 
Apostelg. 7:55, da zieht dann freilich das eine oder andere seine besonderen Wirkungen auf Erden 
nach sich, in die sich die Geduld und der Glaube, so den Heiligen aufgegeben ist, schicken mu&szlig;. 
Das Reich GOttes und der Glaube daran, setzt freilich von aller eigenen Weisheit, Gerechtigkeit, 
Macht und Verm&ouml;gen sich selbst zu helfen, herunter; hebt aber auch aus dem Staub der Sorgen und 
Verdrossenheit auf, und fa&szlig;t GOtt beim Wohnen in seiner heiligen H&ouml;he und beim Sehen aufs 
Niedrige, wie Er die Seinigen in verlassenen Witwen= und Waisen=Stand, in Einsamkeit und 
Gef&auml;ngnisse dahin geben kann, aber sich schon die rechte seit zur Hilfe ausersehen.</li> 
 
<li> 
In der Abhandlung des Psalmen kommt vor, wie GOtt schon in vorigen und bisherigen Zeiten sich herrlich 
erwiesen habe, und was man nun von Ihm zu gn&auml;diger Offenbarung und Mitteilung seiner Selbst 
zu gewarten habe, welches dann von St&uuml;ck zu St&uuml;ck namhaft gemacht wird, V.8-11. Diese G&uuml;ter 
werden nun nach den St&uuml;cken angef&uuml;hrt, als z. E. die reiche Predigt des Evangeliums, V.12. die 
schnelle Ausbreitung desselben in die Ferne, V.15, besonderer Segen, der auf Kreuz und Verfolgung 
liegen werde, auch ungehinderter Fortgang der Wahrheit und ihres Zeugnisses, unter welchem Allem 
sich GOttes freies Wohlgefallen und die Kraft der Himmelfahrt Christi herrlich offenbaren werde, 
V.16-19. Hier&uuml;ber wird der Mann GOttes in eine tiefe Anbetung vor GOtt gezogen, V.20-21. Bei 
diesen gn&auml;digen Heimsuchungen GOttes aus dem Reich des Lichts wird das Reich der Finsternis 
nicht feiern mit allerlei Kr&auml;ften, diesem Guten Einhalt zu tun. Aber GOtt wird sich auch daran 
durch Gerichte nur desto mehr verherrlichen, V.22. Hier&uuml;ber sch&uuml;ttet David sein Herz mit 
Weissagen und Beten vor GOtt aus, und bezeugt damit teils seine feste &Uuml;berzeugung davon, teils 
sein aufrichtiges Verlangen darnach, V.29-32.</li> 
 
<li> 
Der Beschlu&szlig; geschieht mit einer Ermahnung an 
die K&ouml;nigreiche der Erden, da&szlig; sie GOtt mit Danken die Ehre geben sollen, welches der Psalm 
selbst in seinen nachdr&uuml;cklichen Schlu&szlig;worten tut: Gelobt sei GOtt zc, V.33-36. An den Ausdr&uuml;cken 
eines solchen Psalmen, an der Art, wie eines mit dem andern verbunden wird, bleibt uns Manches 
schwer, allermeist, weil wir so gar nicht gew&ouml;hnt sind, Sichtbares und Unsichtbares, wie eines aus 
dem andern entspringt, und wieder ins andere zur&uuml;ckflie&szlig;t, so in einen nahen Blick 
zusammenzufassen, wie das Wort GOttes immer tut; auch weil wir das k&ouml;stliche Einerlei in allen 
Wegen und Werken GOttes aus der Verschiedenheit noch nicht so heraussuchen k&ouml;nnen, und uns 
also schwer darein finden, warum das Neue, so GOtt in seinem Reich tut, mit seinen vorigen Taten 
so nahe zusammen genommen wird. Inzwischen gibt es doch f&uuml;r Glauben und Hoffnung eine 
kr&auml;ftige Erweckung und St&auml;rkung, wenn man sieht, wie der Geist Christi schon durch all das 
Hinderliche, was sich dem Reiche GOttes zu allen Zeiten in den Weg gelegt, hindurch gesehen hat, 
und auch unsern Glauben und Hoffnungs=Blick hindurch f&uuml;hrt. Besonders ist es sehr lieblich, wenn 
man es auch in seinem Teil so trifft, wie der Psalm dazu anleitet, da&szlig; man n&auml;mlich mit den gr&ouml;&szlig;ten 
Werken, die GOtt zu seiner Selbstverherrlichung auf dem Erdboden tut, immer auf das t&auml;gliche 
freundliche Bezeugen desselben gegen alle Hilfsbed&uuml;rftige, das gemeinere Retten seiner 
Auserw&auml;hlten aus allerlei Not verbindet, da&szlig; einem also das t&auml;glich Vorkommende ein Beweis von 
dem unerm&uuml;dlichen Treiben seines Werks, und also eine unfehlbare Vertr&ouml;stung auch auf das 
Weitere ist, Anleitung und Aufforderung, GOtt zu suchen, und Ihm die Herrlichkeit zu geben, wird 
ein Jeder zu seiner Zeit genug haben, wenn es ihm nur Ernst ist, sich dem Sichtbaren und der 
verg&auml;nglichen Lust der Welt zu entrei&szlig;en. Gegen eine besondere Macht der Verf&uuml;hrung und 
Versuchung wird GOtt dem Wort von seinem Reich allemal auch eine besondere Klarheit in dem 
Gewissen, der Seinigen verleihen Hosianna, du Sohn Davids, mache dich auf, tr&ouml;ste uns &uuml;ber die 
Anst&ouml;&szlig;e, die wir an dem verderbten Zustande der Kirche nehmen. Es kann freilich dem armen Zion 
nur durch g&ouml;ttliche Gewalt wieder geholfen werden. Beweise dich den B&ouml;sen zum Schrecken und 
den Guten zum Trost, als einen solchen HErrn der Natur. Wir wollen Dich inzwischen ansehen, wie 
Du auf Erden in Hoffnung gewandelt hast und das Ende aller Dinge immer hast im Gesicht gehabt, 
so werden wir uns des versuchlichen Schlummers erwehren.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 69,1-36</font></b></h4> 
 
<P>Der 69. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in der &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, von den Rosen vorzusingen. Der 
Inhalt und die &ouml;ftere Anf&uuml;hrung dieses Psalmen im Neuen Testament zeigt deutlich, da&szlig; der Geist 
Christi darin von den Leiden zeuge, die an Christum kommen w&uuml;rden. &Uuml;berall leuchtet im Psalmen 
das z&auml;rtliche Vertrauen des Leidenden gegen GOtt, der niedrige Sinn von sich selbst, und also die 
gehorsame Hingabe unter das Leiden in dem mitleidigen Bedacht auf die Elenden, denen Alles zu 
gut kommen sollte, hervor, da&szlig; man also bei diesem Psalm recht ins Herz unseres leidenden 
Heilandes hineinsehen kann. Der Psalm teilt sich merklich in drei Hauptteile ab.</li> 
 
<li> 
Unser leidender Heiland schreit br&uuml;nstig zu seinem GOtt, und stellt alle dabei vorkommenden Umst&auml;nde als 
Beweggr&uuml;nde zur Hilfe beweglich vor, V.2-23. In dieser Beschreibung werden fr&uuml;here und sp&auml;tere 
Leiden, Amtsleiden im Lauf Christi und letzte Leiden bei seinem Hingang zum Vater, zusammen 
genommen, und unter Allem wird unseres lieben Heilandes hohepriesterliches Gesch&auml;ft gezeigt, wie 
Er sich durch den ewigen Geist darunter GOtt geopfert, Alles mit Gebet vor den Vater gebracht, 
den darunter liegenden Rat GOttes erkannt, die Ehre seines himmlischen Vaters darunter gesucht, 
f&uuml;r den Glauben derer, die auf das Heil GOttes warteten, gesorgt, und da&szlig; sie nicht von dem 
&Auml;rgernis des Kreuzes verschlungen w&uuml;rden, vermittelt hat. Nun das Alles ist nicht vergeblich: im 
Himmel ist es keine unkr&auml;ftige Sache geworden, sondern steht nun vor GOtt als ein Opfer, das 
ewiglich gilt. Und so soll es auch unsern Herzen zum Glauben und zu dankbarer Liebe immer frisch 
sein.</li> 
 
<li> 
Sodann kommt eine ernstliche Anzeige, was seine Feinde nach g&ouml;ttlichem 
Vergeltungs=Recht treffen werde, V.23-29. das hei&szlig;t: Er stellte es aber Dem heim, der da recht 
richtet. Unter dem Leiden selbst hat der HErr JEsus nochmals f&uuml;r seine Feinde und Kreuziger 
gebeten, und ihnen damit wirklich die Gnadenzeit ausgewirkt, da&szlig; ihnen noch im Evangelium Bu&szlig;e 
zum Leben ist angeboten worden, zu welchem auch manche Juden noch gekommen sind. Die aber 
ihr Herz auch gegen der nachmaligen Verk&uuml;ndigung des Evangeliums verh&auml;rteten und durch 
Verfolgung desselben das S&uuml;nden=Ma&szlig; voll machten, 1Thess. 2:15-16 wurden freilich von diesen 
hier ausgesprochenen Fluchen und Strafen empfindlich getroffen.</li> 
 
<li> 
Zuletzt tr&ouml;stet sich der leidende 
Heiland mit dem, was sein Leiden zur Verherrlichung GOttes und zur Rettung vieler Elenden 
austragen werde, V.30-37. O, was hat das in die Erde gefallene Weizenkorn schon f&uuml;r Frucht 
gebracht! Was ist &uuml;ber JEsu Leiden schon GOtt f&uuml;r Ehre gegeben worden, im dieser und jener Welt! 
Wie manchem Elenden hat sein Herz schon aufgelebt! Wie mancher Gefangene, der mit seinem 
willigen Geist sonst wieder h&auml;tte im Kerker der S&uuml;nde stecken bleiben m&uuml;ssen, hat durch die Kraft 
und Frucht desselben die Stufen der gebrochenen Freiheits=Bahn seliglich gefunden! Wann werden 
die Feinde GOttes, die das Heil GOttes bisher im Himmel, Erde, Meer, noch aufgehalten haben, 
eines nach dem andern r&auml;umen m&uuml;ssen, Apostelg. 10:5-7. Was wird erst noch bei k&uuml;nftiger 
Bekehrung Israels f&uuml;r eine sp&auml;te, aber reiche Frucht von JEsu Leiden nachkommen! O, la&szlig;t uns nur 
den Namen des HErrn lieben, alle durch das Geheimnis des Kreuzes aufgeschlossene Erkenntnis 
GOttes von Herzen hochachten, und uns dadurch zur Willigkeit, mit zu dulden und mit zu sterben, 
erwecken; so werden wir auch an aller daraus erwachsenen Herrlichkeit v&ouml;lligen und seligen Anteil 
ewiglich genie&szlig;en d&uuml;rfen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 70,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 70. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen zum Ged&auml;chtnis. Wie 
man im menschlichen Leben sagt: Ein Monitorium oder Bittschrift eingeben, oder eine Sache, die 
man schon einmal vorgestellt, durch wiederholtes Bitten wieder ins Angedenken bringen; so ist 
dieser Psalm zum Ged&auml;chtnis, eine Anmahnung ergehen zu lassen. Damit kommt der Inhalt &uuml;berein, 
als welcher fast von Wort zu Wort aus dem Beschlu&szlig; des 40. Psalmen genommen ist, nach dem 14. 
Vers, und folgenden. Selbiger Psalm ist ein Leidens=Psalm Christi. Und da nun der Geist Christi 
dem David so schickliche Seufzer in Herz und Mund gelegt hatte, so mag er sich derselbigen auch 
sonst gern bedient haben. Daraus sieht man, da&szlig; auch nach einer wackeren Vorschrift mit einerlei 
Worten mehrmals zu beten schicklich ist, wenn unsere innere Gestalt wohl darin ausgedr&uuml;ckt ist, 
und man sein Verlangen mit den wohleingerichteten Worten allemal aufs Neue vereinigen kann. Der 
Psalm selbst hat nun</li> 
 
<li> 
eine dringende Bitte um eilfertige Hilfe, den Feinden zur Besch&auml;mung und 
den Gottseligen zur Freude V.2-5.</li> 
 
<li> 
Im Beschlu&szlig; fa&szlig;t David noch einmal Alles zusammen, wie 
er sein Elend und seine Klagen dar&uuml;ber, seine Bitten und Gebet vor GOtt bringen will, V.6. Darf 
man denn dem lieben GOtt so Zeit zur eilfertigen Hilfe vorschreiben? Es ist beim Gebet so, wie es 
R&ouml;mer 8:27 hei&szlig;t: der die Herzen forscht, wei&szlig;, was des Geistes Sinn sei. Es ist oft beim Beten eine 
eilfertige Hilfe doch im Herzensgrund eine innige Aufforderung an GOtt und seinen Willen. Und 
so kann oft umgekehrt die Bitte den Worten nach sehr gelassen scheinen, und doch ein harter 
Eigenwille und verwerflicher Zweifelmut dahinter stecken. Man f&uuml;hlt freilich das bekannte Wort: 
 
<blockquote> 
Vernunft wider den Glauben ficht,<BR> 
Aufs K&uuml;nftige will sie trauen nicht:<BR> 
niemals beschwerlicher als um solche Zeit, wo uns eilfertige Hilfe Not zu sein d&uuml;nkt. 
</blockquote></li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 71,1-24</font></b></h4> 
 
<P>Der 71. Psalm hat keine &Uuml;berschrift von seinem Verfasser, vermutlich aber hat ihn auch David 
gemacht, und zwar bei hereinbrechendem Alter, etwa unter den Unruhen Absaloms, oder nachdem 
dieselben &uuml;berstanden waren, und David nun seine bisherigen Erfahrungen in den Wegen GOttes 
zu einem bleibenden Denkmal aufrichten, und zugleich bezeugen wollte, mit was er sein Leben 
weiter zuzubringen und zu beschlie&szlig;en ged&auml;chte. Die Einteilung des Psalmen kann man nach 
folgenden merklichen Abs&auml;tzen machen:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Im Eingang bezeugt David sein gutes gegr&uuml;ndetes 
Vertrauen zu GOtt, und bittet, da&szlig; ihn GOtt darin nicht wolle zu Schanden werden lassen, sondern 
vielmehr auch sein ferneres Gebet in Gnaden annehmen und gew&auml;hren wolle! V.3.</li> 
 
<li> 
Von da an nimmt nun David im Gebet selbst einen Anlauf nach dem andern, V.4. Mein GOtt, V.12. GOtt, sei 
nicht ferne, V.17, GOtt, Du hast mich usw, und so tr&auml;gt er dem lieben GOtt Alles vor, was ihm 
wegen seiner Feinde, wegen seines hereinbrechenden Alters, wegen seiner noch weiteren 
Brauchbarkeit im Reich GOttes, auf dem Herzen lag, V.4-21.</li> 
 
<li> 
Zuletzt kommt ein fr&ouml;hliches 
Gel&uuml;bde, was diese gesamten Gnaden=Erweisungen GOttes in dem Herzen Davids f&uuml;r ein 
best&auml;ndiges Lob GOttes veranlassen, und auch einen fr&ouml;hlichen Ruhm in seinem Munde unterhalten 
sollen, V.22-24. O, was tut uns unsere Verge&szlig;lichkeit f&uuml;r Schaden, wie manche Nahrung des 
Glaubens schneiden wir uns selbst ab, dadurch, da&szlig; wir die Lehre und Erweisung GOttes an uns 
von Jugend an nicht flei&szlig;iger in uns erneuern. Wie vielen Vorteil zieht der Unglaube daraus, da&szlig; 
wir das Wunderbare an unserer F&uuml;hrung: wie GOttes Kraft unter der Schwachheit zum Zweck 
gekommen ist, wie Er auch den Fall zu lauter Kuren gemacht, wie Er dem Schaden von vielen 
jugendlichen &Uuml;bereilungen vorgebogen hat, wie Er uns ohne all unser Denken immer auf das 
geleitet hat, worin wir seinem Willen dienen sollen zu unserer Zeit, und dergleichen; da&szlig; wir, sage 
ich, dies Wunderbare mit der Entscheidung, so GOtt darin gegeben hat, nicht flei&szlig;iger unsern 
Herzen vorhalten, damit wir uns auch in dem, was wirklich unter Handen ist, doch eher in Geduld 
fassen, und im Warten auf GOttes abermaliges Wohlmachen erhalten k&ouml;nnten. Was ist es einem 
hingegen f&uuml;r ein Vorteil, wenn er sich immer wieder auf seinen Klein=Kinder=Glauben 
zur&uuml;ckziehen, und sich an die Hand GOttes hin h&auml;ngen kann, die ihn aus Mutterleibe gezogen, und 
deren Z&uuml;ge und Leitungen ihm nie fremd geworden sind. David hat zu anderer Zeit auch gebetet: 
HErr gedenke nicht der S&uuml;nde meiner Jugend. Und doch wendet er sich nun an GOtt, als an den 
ihm von Jugend auf wohlbekannten GOtt, da&szlig; also doch in seinem Herzen eine Einfalt auf GOtt, 
ein Grund des Vertrauens in der Liebe geblieben ist; wie denn auch das au seinem nachmaligen 
Bezeugen so k&ouml;stlich vor GOtt gewesen ist, da&szlig; er in seiner Zuflucht zu der rettenden Gerechtigkeit 
GOttes, in seinem Eindringen in die Barmherzigkeit GOttes sich immer so geraden Herzens 
bewiesen hat, daher lie&szlig; er sich dann auch die viele und gro&szlig;e Angst, die empfindlichen 
Dem&uuml;tigungen, die erst noch in seinem Alter &uuml;ber ihn kamen, nicht scheu, noch an der Vergebungs 
Gnade zweifelhaft machen. Damit gewinnen uns leiblichen V&auml;tern, die wir doch arg sind, unsere 
Kinder unsere Herzen gleich wieder ab, da&szlig; wir nicht Zorn gegen sie behalten. Und so gewinnt man 
auch das Herz GOttes des himmlischen Vaters, und die gn&auml;dige Leitung seiner Augen am besten, 
wenn man sich seine Z&uuml;chtigungen nicht Scheu oder argdenklich machen l&auml;&szlig;t, sondern von Ihm bei 
allem Gericht &uuml;ber die S&uuml;nde, doch lauter Rettung f&uuml;r uns arme S&uuml;nder erwartet.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 72,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 72. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Des Salomo. Nicht deswegen, da&szlig; er von Salomo selbst w&auml;re 
gemacht worden, sondern da&szlig; ihn David in Absicht auf den Salomo gestellt, denselben Salomo 
&uuml;bergeben, und so auch bei der &ouml;ffentlichen Einweihung Salomos zum K&ouml;nig publiziert, 1Chron. 
29, und hiermit seine Freude an diesem auserw&auml;hlten Thronfolger, noch mehr aber, seine Hoffnung 
auf das Reich GOttes und Christi bezeugt, wovon Salomos Regiment ein Bild sein sollte. Darum 
findet sich im Psalmen</li> 
 
<li> 
ein Wunsch und Gebet f&uuml;r Salomo und sein Volk, V.1-4. David hat in 
seiner Regierung wohl erfahren, da&szlig; er nicht immer konnte, wie er wollte, und da&szlig; ihm, die 
Gerechtigkeit unter das Volk zu bringen, noch viel zur&uuml;ckgeblieben sei. Darum bittet er nun so f&uuml;r 
Salomo, da&szlig; GOtt ihm es auszurichten verleihen wolle. Was im &Uuml;berflu&szlig; anzutreffen, was man ohne 
M&uuml;he haben kann, davon sagt die Schrift: da&szlig; es aus der Erde wachse, und Berge und H&uuml;gel es 
bringen. Eben so sollte nun von Frieden und Gerechtigkeit ein solcher &Uuml;berflu&szlig; sein. Auch der 
Arme und Elende sollte es so ohne M&uuml;he und Kosten haben k&ouml;nnen, als ob es auf jedem Berg oder 
H&uuml;gel wachse. Und das gibt dann den guten Grund zu einer dauerhaften Ehrfurcht in den Herzen 
der Untertanen ab. Keinen gef&auml;hrlicheren Sto&szlig; kann ein Regent seinem eigenen Ansehen geben, als 
durch Ungerechtigkeit. Durch alle Strenge und Tyrannen wird nicht so viel Furcht zuwege gebracht, 
und erhalten, als durch Gericht und Gerechtigkeit.</li> 
 
<li> 
Sodann breitet sich David aus in eine 
Weissagung von dem weit herrlicheren Reich Christi, wovon aber doch Salomos Regierung eine 
Abbildung sein sollte. Daher sind die Ausdr&uuml;cke so, da&szlig; sie sich bald auf Christum, bald auf 
Salomo merklicher beziehen, V.6-17, In dieser Weissagung hat David Alles zusammen gefa&szlig;t, was 
nur immer Herrliches gesagt werden konnte von Christo nach seinem himmlischen Ursprung und 
von seiner erquickenden Kraft, V.6.; nach dem bl&uuml;henden Zustand des Volks, unter dem 
Friedens=Regiment, V.7, nach der weiteren Ausbreitung dieses Recht, V.8, nach der allgemeinen 
Unterwerfung der Willigen und Widerspenstigen unter dasselbe, V.9-11, nach dem &Uuml;berflu&szlig; an 
Gutem, und dessen fr&ouml;hlichem Austeilen, V.15, nach der wachst&uuml;mlichen Kraft, von welcher es sich 
vom kleinen Anfang ins gro&szlig;e Zunehmen und in best&auml;ndigen Flor und Frucht treibt. Dieses Alles 
hat David hier zusammen gefa&szlig;t, und anger&uuml;hmt. Viel davon ist unserm Glauben und unserer 
Hoffnung noch jetzt vorgehalten. Zum Beschlu&szlig; bezeugt er mit Lob GOttes seine Freude an all 
diesem Guten, und sein Verlangen nach dessen ungehinderter Erf&uuml;llung, V.18-20. Beim Glauben 
an das Reich Christi, und im Beten um dasselbe ist David entschlafen, und hat sich wohl begn&uuml;gen 
lassen. Wenn nun auch wir in unsern Tagen nicht Alles erleben und erlangen, was wir vom Reich 
GOttes erwarten, so wollen wir uns begn&uuml;gen lassen an dem, was uns GOtt in unsern sagen von 
seinem Werk zeigt, und die weiteren Wunder, die Er in der Ausbreitung seines Reichs zu tun 
verhei&szlig;en hat, dem Volk, das geboren soll werden, mit Freuden g&ouml;nnen. Bei der herrlichen 
Offenbarung unseres HErrn JEsu Christi werden wir samt Allen, die vor uns und nach uns auf das 
Reich GOttes gewartet haben, unsere Gebete darum in reichlicher Erf&uuml;llung sehen und genie&szlig;en 
d&uuml;rfen. Amen</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 73,1-28</font></b></h4> 
 
<P>Der 73. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Assaphs. Dieser Mann GOttes stellt hiermit 
redlich und gr&uuml;ndlich vor, wie es ihm ergangen, da&szlig; er durch ein allzugeflissenes Aufsehen auf der 
Gottlosen Gl&uuml;ck in der Welt, fast auf anst&ouml;&szlig;ige und irrige Gedanken geraten w&auml;re; zeigt aber auch, 
wie ihm aus dieser Versuchung ein solcher Ausgang geworden, da&szlig; er davon keinen Schaden, 
vielmehr aber ein Wachstum im geistlichen Verstand gehabt habe. Die Einteilung ist ganz deutlich, 
so, da&szlig; er</li> 
 
<li> 
die Haupt= und Grund=Wahrheit voraussetzt, die zwar bei ihm unter langem Kampf 
angefochten worden, aber nun nach der Versuchung desto heller im Herzen leuchte, V.1. Wie gut 
ist es, da&szlig; Assaph nicht unter der Versuchung geredet, und da alle seine Gedanken und Zweifel 
ausgesto&szlig;en, sondern seinen Mund so lange in den Staub gesteckt hat, bis ihm wieder ein Licht 
aufgegangen, sonst kann leicht was Hartes wider den HErrn geredet werden. GOtt ist gut, und 
darum hat auch an Ihm Trost und Alles genug, wer nur reines Herzens ist, und auf Ihn allein zielt. 
Aber wer mu&szlig; nicht &uuml;ber mancher Finsternis die auf ihn f&auml;llt, sagen, es kommt heraus, wir lieben 
uns selbst, und die Kreatur noch mehr als Dich, und das macht so Schmerzen.</li> 
 
<li> 
Sodann bekennt er aufrichtig, wie weit es bei ihm in der Anfechtung &uuml;ber dieser Wahrheit gekommen sei, und unter 
was f&uuml;r Gedr&auml;nge es sich wieder ins Lichte und Geraume durchgeschlagen habe, V.2-22. Es ist 
mi&szlig;lich, sich auch nur in seinen Gedanken, Reden und Nachsinnen, viel beim Weltlauf auf zuhalten; 
wenn es auch nicht mit Belieben, sondern einigem Mi&szlig;fallen geschieht, so vereitelt man doch das 
Herz dar&uuml;ber, macht sich mit dem Weltgeist und seiner Denkungsart allzubekannt, erweckt Neid in 
sich und Zweifel gegen GOttes nahes Aufsehen, treibt das Fleisch in seinen Gel&uuml;sten auf, macht 
sich nach und nach das Schweigen immer schwerer, usw. Mittel und Arten sein Herz zu stillen, sind 
unterschiedlich, und also auch die Wirkung davon langsamer oder schneller, v&ouml;lliger oder 
mangelhafter. Das Exempel aller Kinder GOttes, die je gewesen sind, die Wolke Zeugen, die man 
um sich hat, kann dem k&auml;mpfenden Glauben oft viel austragen. Auch die Fehlg&auml;nge, die man je 
zuweilen tut, und womit man sich in etwas helfen und beruhigen will, das nicht Stand h&auml;lt, machen 
doch oft, da&szlig; man hernach auf dem einigen richtigen Weg desto gewisser und desto geduldiger 
bleibt. Die einige wahre Kur ist freilich dies: beim Wort GOttes unter Gebet hinaus sehen auf das 
Ende.</li> 
 
<li> 
Zuletzt beschlie&szlig;t Assaph in gest&auml;rktem und fr&ouml;hlichem Mut, was nun nach &uuml;berstandener 
Versuchung sein bew&auml;hrter Vorsatz und unab&auml;nderlicher Sinn sei, V.23-28. Das ist die aus dem 
Feuer der Anfechtung heraus gekommene Herzens=Reinigkeit, die das &Auml;rgernis &uuml;berwindet, den 
Strick, der sie auf die Welt=Seite hin&uuml;ber ziehen wollte, abschnitt, statt des vielen Weltgeschw&auml;tzes, 
im Willen, Wort und Tun GOttes und dessen Verk&uuml;ndigung seine Freude sieht. GOtt ist uns immer 
mit vieler St&auml;rkung zum Glauben und zur Hoffnung nahe, wenn nur einmal der fleischliche Affekt 
einem die Decke nimmer vorzieht.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 74,1-23</font></b></h4> 
 
<P>Der 74. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: eine Unterweisung Assaphs. Nun sind solche 
Umst&auml;nde, dergleichen in diesem Psalmen beschrieben werden, zu Assaphs Zeiten nicht 
vorgekommen; mithin ist es von ihm in einem prophetischen Geist, als eine Unterweisung auf 
k&uuml;nftige Zeit, gestellt worden. Man kann auch nicht sagen, da&szlig; bei der babylonischen 
Gefangenschaft und der damaligen Zerst&ouml;rung Jerusalems und des Tempels gerade in Allem so 
verfahren worden sei, wie im Psalm steht; sondern es scheint vielmehr, der Psalm fasse mehrere 
tr&uuml;bselige Zeiten in einen Anblick zusammen, und gebe eine Unterweisung, wie die Gl&auml;ubigen unter 
allerlei Notstand der Kirche, wenn es das einemal so, das anderemal anders hergehe, ihre Herzen 
vor GOtt aussch&uuml;tten, und ihr Vertrauen auf GOttes Bund behaupten sollen. In solcher Absicht f&uuml;hrt 
dann der Psalm</li> 
 
<li> 
eine bittere Klage &uuml;ber den mannigfaltigen Jammerstand darein das Volk GOttes 
gekommen sei, V.1-1 1.</li> 
 
<li> 
Der Glaube wendet sich und sucht GOtt auch unter den Gerichten bei 
seinem Bund zu fassen, und sich durch Betrachtung der gro&szlig;en Taten GOttes zu erwecken, auch 
hierin der Hilfe GOttes doch gew&auml;rtig zu sein, V.12-23. F&uuml;rchte dich nicht, liebes Land, sondern 
sei fr&ouml;hlich und getrost, denn der HErr kann auch gro&szlig;e Dinge tun, ist der Zuspruch beim Propheten 
Joel 2:21; wenn man den Menschen ihre Helden=Geschichten und Taten durchgehet, so lauft darin 
das Mehrste aufs Verderben hinaus, wie der erste Teil des Psalmen klagt. Wenn man aber die 
gro&szlig;en Taten GOttes ansieht, so geht das Meiste aufs Wohltun und Erretten der Menschen. Auch 
das, was Gerichtliches und zum strafen dazu kommt, ist doch auf Errettung der Unterdr&uuml;ckten 
angesehen, und also in ihrem Betracht eine Hilfe. O, wie sollte sich GOtt durch all Hilfe, die Er 
schon getan, einen Namen bei uns gemacht haben, da&szlig; wir Ihm &uuml;ber Alles trauten, und Ihn auch 
unter den Gerichten doch noch bei seinem Bund fa&szlig;ten!</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 75,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 75. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm und Lied Assaphs, da&szlig; er nicht umk&auml;me, 
vorzusingen. Die Worte, da&szlig; er nicht umk&auml;me, kann man auch so &uuml;bersetzen, da&szlig; GOtt nicht 
umkommen lasse, da&szlig; Er dem Verderben steure, und die Verw&uuml;stung abwende. Denn auf solche 
Zeiten und Umst&auml;nde zielt der ganze Psalm, da. man dem lieben GOtt eine Not und Gefahr seiner 
Kirche und seines Volkes vorh&auml;lt, und Ihn bittet: Er wolle es diesmal mit seiner Hilfe nicht lassen 
fehlen, weil sonst so viel Verderben darauf st&uuml;nde. Assaph, als ein f&uuml;r die Kirche und das Volk 
wohlgesinnter Mann, bezeugt seine Hoffnung, da&szlig; auch zu k&uuml;mmerlicher Zeit noch etwas Gutes zur 
Ehre GOttes und zur F&ouml;rderung der Gerechten werde auszurichten sein. Es ist etwas Gro&szlig;es zur 
b&ouml;sen Zeit, seine und Anderer H&auml;nde st&auml;rken zum Guten, wie Assaph in diesem Psalm tut, so, da&szlig; 
er</li> 
 
<li> 
den Grund seiner guten Hoffnung bezeugt, V.2.</li> 
 
<li> 
Sein aus diesem Grund flie&szlig;ender guter Vorsatz, V.3-4.</li> 
 
<li> 
Wie er denselben ausgef&uuml;hrt, und seine gute Hoffnung auch behauptet habe, 
V.5-11. Habe keine ungerechte Sache sowohl im Verborgenen als auch &ouml;ffentlich, verteidige die 
Ehre GOttes, so wirst du wohl bestehen, war einmal der gute Rat, den man einem Beamten gegeben. 
Und so hat s auch Assaph im Psalmen gemacht, dem Namen GOttes und den &uuml;berall nahen Spuren 
seiner Macht, Weisheit und Gerechtigkeit gl&auml;ubig; nachgesp&uuml;rt, gegen Anderer ihre Bosheit 
wenigstens immer eine Protestation und Mi&szlig;fallen dargelegt, und sich darauf bezogen, da&szlig; GOtt auf 
Erden Richter ist, und damit sich und Andere im Vertrauen und im Auswarten der Zeit gest&auml;rkt.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 76,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 76. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Psalmlied Assaphs, auf Saitenspiel vorzusingen. 
Der ganze Psalm bringt auf die Verherrlichung GOttes da&szlig; Er allein zu f&uuml;rchten sei, als der sich 
mit seinen gro&szlig;en Taten schon bereits Respekt gemacht habe, und noch weiter so handeln werde, 
da&szlig; Keiner von seinen Feinden vor Ihm bestehen werde. In solcher Absicht wird</li> 
 
<li> 
ger&uuml;hmt die Gnade, mit welcher sich GOtt so nahe zu seinem Volk getan, V.2-4.</li> 
 
<li> 
Die Gerichte, so GOtt zur Rettung der Seinigen vorgenommen, V.5-10.</li> 
 
<li> 
wird zuletzt eine gute Anweisung gegeben, wie dies 
Alles anzusehen, und mit Glauben, Hoffnung und Vertrauen zu verehren sei, V.10-13. O, wie viel 
besser ist es, sich herunter halten zu den Elenden, denen zu helfen der HErr kommen und alle seine 
Gerichte dahin lenken wird; als sich an die Welt h&auml;ngen, bei ihren F&uuml;rsten und K&ouml;nigen sein Gl&uuml;ck 
suchen, aber dar&uuml;ber vom Reich GOttes abkommen. Wie werden die Trotzigen gleichwohl ihr 
Unverm&ouml;gen, vor seinem Zorn zu stehen, so empfindlich inne werden; wie wird ihnen ihr steifer 
Mut genommen, und dagegen ein unertr&auml;glicher Schrecken eingejagt werden. O, wie viel besser ist 
es, in gem&auml;&szlig;er Furcht vor GOtt stehen, und dabei Freudigkeit gewinnen auf den Tag des Gerichts; 
als jetzt nichts f&uuml;rchten, und sich hingegen in seinem Stolz und Zorn gegen Andere furchtbar 
hinstellen wollen, am Tage des Zorns aber so in den Rechten GOttes zusammen gepre&szlig;t werden, 
wie dieser Psalm und so viel andere Stellen in der Schrift so ernstlich bezeugen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 77,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 77. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Assaphs, vor Jeduthun vorzusingen. Assaph 
beschreibt in diesem Psalmen eine scharfe Versuchung, in die er gekommen, da er das Angesicht 
des HErrn nicht so gn&auml;dig finden konnte, als sonst. Da stellt er dann Andern seine dar&uuml;ber gehabten 
&Uuml;bungen zur Lehre vor, damit sie durch Geduld und Trost seiner Schrift, auch f&uuml;r sich Hoffnung 
sch&ouml;pfen, wenn Gleiches &uuml;ber sie k&auml;me, und lernten: wie beim gl&auml;ubigen Gebrauch der gemeinsten 
Mittel die Kraft GOttes unter unserer Schwachheit zum Zweck komme. Zu diesem Ende fa&szlig;te er 
nun</li> 
 
<li> 
wie in einem Eingang Alles summarisch zusammen, unter was f&uuml;r Not und Ernst er sich zu 
GOtt gedrungen habe, V.2-4. Da scheint es zwar, als wenn die Erh&ouml;rung nicht so lange ausgeblieben 
w&auml;re, aber dabei ist zu merken, da&szlig; ein solcher Psalm erst nach &uuml;berstandener Not ist gemacht 
worden; daher Assaph den Notstand und die gn&auml;dige Erh&ouml;rung und Hilfe GOttes hat so nahe 
zusammen nehmen k&ouml;nnen. Was aber dazwischen hineingekommen ist, das beschreibt er im 
Psalmen weiter kl&auml;glich genug. So gibt es oft auch in unsern Kirchenliedern Stellen, wo z. E. die 
S&uuml;nden=Not, Gewissens=Angst und der Trost GOttes und die Freudigkeit daraus nahe in wenigen 
Versen zusammen genommen werden. Aber da mu&szlig; man nicht meinen, da&szlig; es auch in der 
Erfahrung gerade so hurtig auf einander gehe, als hurtig es sich nach einander hersagen l&auml;&szlig;t, 
sondern es kann oft einen ziemlichen Weg geben, bis man von einem Vers in den andern 
&uuml;berschreiten kann. Inzwischen hat es doch seinen Grund und guten Nutzen, da&szlig; Angst und die 
Genesung aus derselben so nahe zusammen kommt. Denn es findet sich doch beim guten Ausgang, 
da&szlig; einem doch GOtt mitten in der Angst nahe gewesen ist, und dem, der in der Not steckt, macht 
dies ein gutes Herz, da&szlig; der Schritt in die das Herz erquickende Gnade GOttes nicht ferne sei.</li> 
 
<li> 
Sodann aber bekennt er, wie ihn die Hilfe eine Weile ferne ged&auml;ucht habe, und wie er dar&uuml;ber in 
die Enge gekommen sei, V, 5-1 0. Ein redlicher B&uuml;rger in Stuttgart sagte auf seinem Totenbette: 
es sei Ihm einmal zu einer Zeit der Dem&uuml;tigung nichts &uuml;brig gewesen, als dem HErrn zu sagen: 
HErr JEsu, Du wei&szlig;t doch, wie ich Dich ehemals geliebt, gesucht, genossen, gelobt habe, das hei&szlig;t: 
ich denke der alten Zeit, ich denke der Saitenspiele, mein Geist mu&szlig; forschen, warum es denn jetzt 
meinem Bedenken nach so gar ein Anderes mit mir geworden ist?</li> 
 
<li> 
Doch f&auml;hrt er nun fort, und 
zeigt, wie er nach rund nach aus der Angst und Not genesen sei, und womit er seine Seele gesetzt 
und gestillt habe, V.11-16. . Da kommt einer auf die rechte Spur, wenn einer anf&auml;ngt unter dem 
Leiden sich f&uuml;r schuldig zu erkennen, und sich selbst zu verschm&auml;hen, und es f&uuml;r seinen 
angemessenen Teil annimmt, wenn es einer aufgibt, den Trost und Frieden aus seinem eigenen 
Herzen herauszugraben, hingegen merken lernt, wie Alles aus den Worten und Werken GOttes, 
unter Betrachten, Beten, Singen, Danken, in unser Herz einflie&szlig;en mu&szlig;. Unter solchen heilsamen 
&Uuml;bungen kann man sich eines Teils der Tr&auml;gheit, und andern Teils der finsteren Gesch&auml;ftigkeit 
erwehren, seiner selbst auf eine heilsame Weise vergessen, und im Element der allgemeinen Gnade 
GOttes verschnaufen. Daher auch der Psalm</li> 
 
<li> 
zuletzt mit einer tr&ouml;stlichen Betrachtung der Werke 
GOttes an seinem Volk beschlossen wird, V.17-21. Das ist in allen Wegen GOttes die zierliche 
Herrlichkeit, da&szlig; Er offenbaren und verbergen, so mit einander verbinden, und also den Glauben 
zumal st&auml;rken und &uuml;ben kann. Wo Er ist am besten mit, da will Ers nicht entdecken.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 78,1-72</font></b></h4> 
 
<P>Der 78. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Assaphs. Und das ist er auch, 
n&auml;mlich eine sehr lehrreiche Erz&auml;hlung von dem Werk GOttes an dem Volk Israel, von seiner 
Ausf&uuml;hrung aus &Auml;gypten an, bis an die Zeit Davids, Es werden hierbei die Wohltaten, mit welchen 
GOtt immer seinem Volk zuvor gekommen ist, und ihr undankbares und ungl&auml;ubiges Bezeugen 
dagegen so neben einander hingestellt, da&szlig; man sehe, wie gern sich GOtt an dem Glaube und 
Gehorsam verherrliche; wie Er aber auch die Ehre, die Ihm durch Unglauben und Ungehorsam 
entzogen wird, durch ernstliche Gerichte zu suchen wisse; wobei Er aber aller Vers&uuml;ndigung 
ungeachtet, doch immer an seinen Bund mit ihren V&auml;tern gedachte, und um deswillen sein Werk 
an ihnen nicht gelassen habe. Der Psalm selbst besteht hernach auch</li> 
 
<li> 
aus einem erwecklichen 
Eingang, darin das Volt zum Aufmerken aufgemuntert, und die Art und Absicht des Vortrags 
anger&uuml;hmt wird, V.1-11. In der Welt redet man l&auml;ppischer Weise von Neuigkeiten. Das Wort GOttes 
will gesunden Verstand geben durch alle Geschichten und Betrachtungen der vorigen Taten GOttes. 
Die Absicht auf die Kinder und Nachkommen, da&szlig; auch diese GOttes Bund erben und in seinen 
Wegen unterwiesen w&uuml;rden, sp&uuml;rt man gar oft im Wort GOttes, und Abraham wird schon daher als 
ein vertrauter Freund GOttes ausgezeichnet, weil er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm 
befehlen w&uuml;rde, da&szlig; sie des HErrn Wege halten, 1Mose 18:19. Dergleichen Psalmen samt der 
flei&szlig;igen Vorlesung des Gesetzes, so bei dem Volk Israel beobachtet wurde, halfen dazu, da&szlig; ein 
junger Israelit schon bei Zeiten einen hinl&auml;nglichen Bericht und Begriff von dem haben konnte, was 
GOtt an ihre V&auml;ter hatte gelangen lassen. Nach diesem erwecklichen Eingang kommt nun</li> 
 
<li> 
eine ausf&uuml;hrliche Abhandlung, darin 
 
<ol> 
 
<li> 
die Wunder GOttes beim roten Meer, bei der F&uuml;hrung durch die 
Wolkens&auml;ule, bei dem Wasser aus dem Felsen gepriesen, und die ungl&auml;ubige Verachtung alles 
dessen mit Ihren Ausbr&uuml;chen beschrieben wird, V.12-22. Ferner</li> 
 
<li> 
wie GOtt durch Verleihung von 
Brot und Fleisch an ihnen sich bewiesen habe, sie aber seinen Zorn noch weiter darunter gereizt 
haben, V.23-33.; ihre heuchlerische Bu&szlig;e in der Not, von der sie aber bald wieder abgewichen, GOtt 
aber seine fortw&auml;hrende Gnade an ihnen nicht gelassen hat, V.34.</li> 
 
<li> 
Wie sie sich durch Vergessen 
der vorigen Taten GOttes, besonders seines starken Arms, womit Er sie aus &Auml;gypten gef&uuml;hrt, immer 
mehr verh&auml;rtet haben, da&szlig; sie durch alle Erweisungen GOttes bei der Einf&uuml;hrung ins gelobte Land 
nicht zu gewinnen waren, V.40-64.</li> 
 
<li> 
Was GOtt nun durch David f&uuml;r eine neue Gnade habe 
aufgehen lassen, V.65-72. So lasset uns nun f&uuml;rchten, da&szlig; wir die Verhei&szlig;ung, in seine Ruhe 
einzukommen nicht vers&auml;umen, und unser Keiner dahinten bleibe. So la&szlig;t uns nun Flei&szlig; tun, 
einzukommen zu dieser Ruhe, auf da&szlig; nicht Jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens, 
Heb. 4:1-11.</li> 
 
</ol> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 79,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 79. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Assaphs, darin n&auml;mlich Assaph nicht seine 
Zeiten, sondern in einem prophetischen Geist die k&uuml;mmerlichen Zeiten bei Zerst&ouml;rung des Tempels 
zu Jerusalem und der babylonischen Gefangenschaft, auch den nachmaligen Jammerstand zu den 
Zeiten der Maccab&auml;er beschrieben, und also in diesem zuvor geschriebenen Geduld= und 
Trost=Wort, den Samen zum Glauben, Beten und Ausharren, auch in solchen Umst&auml;nden zuvor 
bereitet hat, welcher dann auch wirklich zu der Zeit der Not seine Kraft und Trieb zu Fr&uuml;chten der 
Geduld bewiesen hat. Es enth&auml;lt aber der Psalm</li> 
 
<li> 
eine kl&auml;gliche Vorstellung von des Volks 
Jammerstand, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Eine bewegliche Bitte um g&ouml;ttliche Gnade, teils zur Erlassung der Schuld 
und Strafe, V.5-8, teils um wirkliche Hilfe durch Rache an den Feinden, V.9-12.</li> 
 
<li> 
Ein dankbares 
Gel&uuml;bde, V.13. Auch uns ist es auf unsere und n&auml;chstk&uuml;nftige Zeiten vorausgesagt, da&szlig; 
Babel noch 
werde trunken werden von Zions Blut. Die elende Beschaffenheit unserer Kirche verk&uuml;ndigt uns 
selbst, da&szlig; uns nichts als Gerichte bevorstehen, und da&szlig; dem Guten nicht anders werde Raum 
gemacht werden k&ouml;nnen. Wie sollten wir uns also in Erkenntnis des Namens GOttes und in der 
Freudigkeit, Ihm denselben vorzuhalten, bewahren. Wie sollten wir uns aber auch durch 
Angew&ouml;hnung, mit Wenigem zufrieden zu sein; durch Betrachtung der Exempel anderer Leiden, 
die vor uns und neben uns &uuml;ber unsere Br&uuml;der in der Welt ergangen sind, durch gemeinschaftliche 
Aufmunterung untereinander waffnen, damit uns nicht der Feind als Liebhaber unseres eigenen 
Lebens zu Schanden mache, oder wir nicht zur vergeblichen Selbsthilfe greifen, sondern durch die 
Verhei&szlig;ungen GOttes uns im Glauben und Geduld st&auml;rken, wie es den Heiligen aufgegeben ist.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 80,1-19</font></b></h4> 
 
<P>Der 80. Psalm hei&szlig;t wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Assaphs, von den Spanrosen 
vorzusingen. Geht auch wie der vorhergehende auf die Gefangenschaft und den Jammerstand des 
Volks GOttes. Die dreimalige Wiederholung der Bitte: GOtt tr&ouml;ste uns, la&szlig; leuchten dein Antlitz, 
V.4. 8. 15, gibt uns die sicherste Spur zur Einteilung des Psalmen. Er besteht n&auml;mlich aus einer 
dreimal wiederholten Bitte des Volks GOttes um Trost und Aushilfe, so, da&szlig; die Beweggr&uuml;nde, 
womit diese Bitte unterst&uuml;tzt wird, aus unterschiedlichen Quellen genommen werden. Bei der 
dreifachen Wiederholung dieser Bitte haben Einige au das Geheimnis der heiligen Dreieinigkeit 
gedacht, Andere haben sie auf den dreifachen Notstand des israelitischen Volks gedeutet, da zuerst 
die zehn St&auml;mme in Assyrien, hernach Juda und Benjamin gen Babel gef&uuml;hrt, und bei der letzten 
Zerst&ouml;rung Jerusalems das ganze Volk in die Zerstreuung geraten ist. Bei dem ersten Gebetsanlauf 
sind also die Gr&uuml;nde von GOtt selbst genommen, und von seiner nahen Verbindung, in welcher Er 
mit seinem Volk stehe, V.2-4. Auf die Namen, die GOtt in seinem Wort gegeben werden, in der 
Absicht, da&szlig; wir Ihn dabei in allen N&ouml;ten anrufen sollen, ist besonders zu merken; in dem Beschlu&szlig; 
des vorigen Psalmen hat es gehei&szlig;en: Wir Dein Volk und Schafe Deiner Weide. Wenn es aber ja 
oft unter dem Gef&uuml;hl der Unw&uuml;rdigkeit mit solchem Gnadenruhm nicht recht fort will, so kann man 
doch dem HErrn seinen Hirten= und H&uuml;ters=Namen vorhalten. Zu diesem vertraulichen Namen: Hirt 
und H&uuml;ter, wird aber gleich auch ein hoher Name GOttes gesetzt: der Du sitzest &uuml;ber Cherubim; 
so hei&szlig;t es: unser Vater, aber auch gleich dabei: der Du bist im Himmel. So ist zartes Vertrauen und 
heilige Scheue immer mit einander verbunden, so h&auml;lt sich der Glaube an seine zwei Hauptst&uuml;tzen: 
an die Liebe und an die Macht GOttes. H&ouml;re, erscheine, erwecke." Im Herzen GOttes fangt es im 
Innersten mit h&ouml;ren an, und wird dann auch ins &Auml;u&szlig;ere, dem Glauben zum Trost, den Feinden zum 
Schrecken, gef&uuml;hrt.</li> 
 
<li> 
Beim zweiten Gebetsanlauf werden die Beweggr&uuml;nde von des Volks 
Jammerstand hergenommen, V.5-8. Es hei&szlig;t eigentlich: wie lange willst Du auch gegen das Gebet 
Deines Volks, und ungeachtet des Gebets Deines Volks rauchen, so, da&szlig; das Gebet Deines Volks 
nicht durch kann? Dergleichen Offenb. 15:8 vorkommt, da es hei&szlig;t: Der Tempel ward voll Rauchs 
von der Herrlichkeit GOttes, und von seiner Kraft, und Niemand konnte in den Himmel gehen, bis 
die sieben Plagen der sieben Engel vollendet w&uuml;rden. Darum gilt es mit allen Heiligen zu bitten, 
zur rechten Zeit, da sich GOtt gn&auml;dig finden l&auml;&szlig;t.</li> 
 
<li> 
Bei dem dritten Gebetsanlauf werden die 
Beweggr&uuml;nde von den alten Gnadenerweisungen GOttes hergenommen, die aber durch den 
gegenw&auml;rtigen Jammer fast aufgehoben und vernichtet worden, V.9-20. Mit einem Weinstock und 
Weinberg wird das Volk und die Kirche GOttes &ouml;fters in der Schrift verglichen. Neben sind ein 
edles aber schwaches Holz, bei der Fruchtbarkeit kostbar und wert, bei der Unfruchtbarkeit aber 
untauglich zu Allem und zum Verbrennen gewidmet. Man sehe Ezech. 15. Der Flei&szlig; GOttes an 
diesem aus &Auml;gypten geholten Weinstock wird Jesaj. 5, beschrieben. Dem doppelten Im Psalmen 
vorkommenden: Warum? warum? hast du denn seinen Zaun abgebrochen? wird daselbst Jesaj. 5:4 
ein anderes warum? entgegen gesetzt: Warum hat er denn Heerlinge gebracht, da ich wartete, da&szlig; 
er Trauben br&auml;chte? Desto mehr hat der Glaube zu schaffen, da er auch unter einer vom Volk 
wohlverdienten Z&uuml;chtigung doch den Mut zum Beten nicht aufgibt, sondern immer anh&auml;lt: Der 
Feinde Gewalt betr&uuml;bt uns GOtt Zebaoth, tr&ouml;ste uns, die Leidens=Schmach verfinstert uns, und 
GOttes Gnade erleuchte uns, die Menschen verderben uns, durch GOttes Gnade genesen wir.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 81,1-16</font></b></h4> 
 
<P>Der 81. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Auf der Githith vorzusingen, Assaph Dem Inhalt nach ist er 
eine lehrreiche Ermahnung an das Volk, da&szlig; sie die Festtage nicht nur mit feierlicher Freude und 
Munterkeit, sondern auch in ernstlichem Nachdenken und gehorsamer Aufopferung begehen sollen. 
Er mag besonders aufs Laubh&uuml;ttenfest oder auf die um siebenten Monat zusammen laufende 
mehrere Festtage gerichtet sein, wovon im 3Mose 23:34-43 nachzusehen. Das Wort Sela im 8. Vers 
zeichnet die zwei Teile des Psalmen merklich aus. Der erste Teil besteht aus einer Erweckung zum 
feierlichen Dank und Freude, V.2-8. Der andere Teil f&uuml;hrt hernach tiefer ins Nachdenken &uuml;ber die 
bisberigen Beweisungen GOttes an seinem Volk und fordert zu einem redlichen Anhangen des 
Herzens an GOtt auf, unter vorgehaltenen gro&szlig;en Verhei&szlig;ungen, V.9-17. Es ist eine gro&szlig;e 
Herunterlassung Gottes, da&szlig; Er uns Armen, die wir viel zu unverm&ouml;gend w&auml;ren, eine Freude und 
Anbetung blo&szlig; im Geist zu unterhalten, dadurch zu Hilfe kommt, da&szlig; Er uns besondere Tage, Feste 
und an denselben Freudenlieder und Musik an die Hand gegeben, worunter wir unsere Andacht 
erwecken, und unsere Freude an Ihm auch sp&uuml;ren lassen k&ouml;nnen. Es ist ein gro&szlig;er Undank, wenn 
sich die eins gebildeten Gro&szlig;en und Starken nicht unter solcherlei Anstalten GOttes beugen, sondern 
kl&uuml;ger sein wollen, und inmittelst das, was ihnen GOtt durch seine Herunterlassung nahe gebracht 
hat, wieder vom Herzen weg raisonnieren, und in die Weite hinausspielen. Es ist aber auch sehr 
verkehrt, wenn man die Handleitung aufs Innere, die darunter liegt, nicht merkt, und sich zu Nutzen 
macht, sondern tut, wie wenn man GOtt durch Beobachtung des &Auml;u&szlig;erlichen nun seinen Dienst 
getan h&auml;tte, da man doch allen Gottesdienst als ein Auftun unseres Mundes zu GOtt ansehen sollte, 
wo das F&uuml;llen und mithin die Kraft und der Segen davon uns zu gut k&auml;me, der HErr aber den Preis 
seiner freien Gnade dar&uuml;ber h&auml;tte. Was kann der HErr in eines Jeden Gewissen rege machen, an was 
f&uuml;r kr&auml;ftige Z&uuml;ge und gn&auml;dige Antr&auml;ge kann Er ein Herz mahnen, wenn Er so vor dasselbe hintritt: 
H&ouml;re mich Ich will zeugen, Ich will dich auf dein Gewissen fragen! wolltest du, h&auml;ttest du gewollt, 
so oft ich gewollt habe, wie viel anders w&uuml;rde es um dich stehen! Gebe doch Jedes seinen Willen 
redlich her zu dem, was GOtt an ihm sucht, sonst k&ouml;nnte er zuletzt wollen, wenn GOtt nicht mehr 
will, und seine Hand znr&uuml;ckgezogen hat.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 82,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 82. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
In seiner &Uuml;berschrift Ein Psalm Assaphs, und ist seinem Inhalt nach ein 
Ausdruck, wie man die Wege GOttes mit der Obrigkeit anzusehen, und sein Herz &uuml;ber das 
Regiment in der Welt zu fassen und zu stillen habe. Es wird also darinnen bezeugt, was GOtt den 
Richtern auf Erden einger&auml;umt und deswegen auch von ihnen zu fordern habe; aber auch was Er 
sich best&auml;ndig vorbehalten habe, und dereinst noch ansehnlich aus&uuml;ben werde. Hiermit wird die 
Sache in die wichtige Verbindung gestellt, die zwischen den Richtern auf Erden und dem 
Richterstuhl, vor welchem wir alle m&uuml;ssen offenbar werden, best&auml;ndig sein soll. GOtt hat es unsern 
V&auml;tern bei Verfassung und &Uuml;bergebung der Augsburgischen Konfession, zu einer Zeit, wo daran 
gelegen war, recht gn&auml;dig verliehen, ihren Sinn dar&uuml;ber w&uuml;rdiglich vorzutragen, und im 16. und 17. 
Art. Ihrer Konfession diese beiden St&uuml;cke vom weltlichen Regiment und von Christi Kommen und 
Richten so zusammen zu fassen Im ersten Entwurf, der zur Augsburgischen Konfession gemacht 
wurde, hie&szlig; es im 13. Art.: So wir haften und lehren, da&szlig; unser HErr JEsus Christus kommen wird 
am j&uuml;ngsten Tag, zu richten die Lebendigen und die Toten, und im 14. Art.: Indes bis der HErr zum 
Gericht kommt, und alle Gewalt und Herrschaft aufgehoben wird, soll man weltliche Obrigkeit und 
Herrschaft in Ehren halten und gehorsam sein, als einem Stand von GOtt verordnet, zu sch&uuml;tzen die 
Frommen und zu steuern dem B&ouml;sen. Zu solchem Sinn findet man nun in diesem Psalmen viel 
Best&auml;tigung, denn da wird</li> 
 
<li> 
ausdr&uuml;cklich behauptet, was sich GOtt immer vorbehalten habe, V.1, 
mithin hat GOtt nie sein Volk schlechterdings Preis gegeben, sonderlich das oberste Aufseher= und 
Schutz=Amt immer vorbehalten, viel weniger hat Er den Obrigkeits=Personen einen Freibrief von 
seinem Gericht gegeben, sondern sein Dareinsehen und Richten immer nachdr&uuml;cklich behauptet,</li> 
 
<li> 
was Er hingegen den Richtern auf Erden einger&auml;umt, und also von ihnen zu fordern habe, V.2-7. 
Den Beschlu&szlig; macht ein gl&auml;ubiges Gebet um die Offenbarung des gerechten Gerichts GOttes, V.8. 
Bew&auml;hrter Vorteil: aus allem B&ouml;sen und Ungerechten in der Welt eine kr&auml;ftige Anmahnung an 
GOttes ohnfehlbares Richten zu machen, wie Salomo Prediger 3:16-17. getan. So gibt es viel 
Veranlassung zu dem Seufzer: Dein Reich komme! GOtt ist Erbherr und wird sein Erbe schon 
retten, und einnehmen, und dabei diejenigen verderben, so die Erde verderbt haben.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 83,1-18</font></b></h4> 
 
<P>Der 83. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Assaphs. Zu Davids und also auch zu Assaphs 
Zeiten waren die benachbarten V&ouml;lker meist unter Davids Botm&auml;&szlig;igkeit, oder stunden in 
freundschaftlichem Vernehmen. Mithin ist der Psalm wieder ein auf k&uuml;nftige Not im prophetischen 
Geist gestelltes Kriegs=Gebet, dergleichen Umst&auml;nde etwa unter Josaphat 2Chron. 20 vorkommen; 
&uuml;berhaupt aber schickt er sich auf alle Zeiten, wo das Volk GOttes Ursache hat, wider die List und 
Macht seiner Feinde Sicherheit bei GOtt zu suchen. Der Inhalt selbst besteht</li> 
 
<li> 
aus einer Hauptbitte, 
V.2. An sich wirkt GOtt immer, seine Arbeit kann nicht ruhen. Aber GOtt verbirgt oft sein 
hilfreiches Wirken vor unsern Augen, braucht Mittel und Wege, die wir nicht verstehen, l&auml;&szlig;t der 
Feinde Macht oft hoch steigen, um desto mehr Ehre an ihnen einzulegen. Da d&uuml;nkt es uns dann, 
Er schweige, und halte inne. Aber eben dies Schweigen soll uns desto mehr zum Reden und 
Schreien bringen, da&szlig; den ganzen Tag und die ganze Nacht kein Schweigen sein, sondern ein 
Anmahnen beim HErrn, da&szlig; Er retten m&ouml;ge seine Auserw&auml;hlten, damit nicht nur die Hilfe geschafft, 
sondern auch die geschaffte Hilfe als eine Erh&ouml;rung des Gebets angenommen und erkannt werde. 
Sodann werden</li> 
 
<li> 
die dringenden Umst&auml;nde beweglich vorgestellt, die diese Hauptbitte veranla&szlig;t 
haben, V.3-9. Wider deine Verborgenen hei&szlig;t es: Sch&ouml;ner und tr&ouml;stlicher Name, zu den 
Verborgenen GOttes zu geh&ouml;ren, die Er in Schutz genommen, in Schatz gelegt hat. Dieser Name 
mahnt eben auch zugleich an, da&szlig; man sich nicht auch ins Gro&szlig;tun und Toben nach der Welt Art 
einlassen soll, sondern sich mit seinem verborgenen Schutz und Hinterhalt gern verachten, und von 
der gro&szlig;tuischen Welt f&uuml;r tot ansehen lasse. Zuletzt werden GOtt die Bitten wider die Feinde 
umst&auml;ndlich vorgetragen, und dabei die Ehre seines Namens vorgehalten, V.10-19. Wenn man auf 
die obige Geschichte Josaphats deuten will, so kann man 2Chron 20:23 recht eigentlich sehen, was 
es hei&szlig;t: machen sie wie einen Wirbel, und wie GOtt die, die sonst so leicht fragen: wer ist der 
HErr, dessen stimme ich gehorchen soll? eintreiben kann, da&szlig; sie anders nach seinem Namen 
fragen, und sagen m&uuml;ssen: HErr, was willst Du, da&szlig; ich tun soll? Davon hat es ein ansehliches 
Exempel bei Nebukadnezar gegeben, Daniel 4:29-30, und da ist es billig, dem gro&szlig;en GOtt auch 
noch jetzt &uuml;ber seine vorigen Wunder im Gebet die Ehre zu geben, und sich zum Glauben zu 
st&auml;rken, da&szlig; seine Hand auch noch jetzt nicht verk&uuml;rzt ist.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 84,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 84. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: ein Psalmlied der 
Kinder Korah, vorzusingen auf der Githith. Es wird darin der Segen vom 
gemeinschaftlichen Gottesdienst beschrieben: oder wie der selige Arndt 
es beschreibt, was es f&uuml;r eine gro&szlig;e Wohltat GOttes sei, GOttes Wort 
und Trost darunter stets gegenw&auml;rtig zu haben, vor sein Angesicht 
treten, Ihn anbeten, loben, seine H&uuml;lfe erfahren, und durch GOttes 
Kraft Alles &uuml;berwinden zu k&ouml;nnen. In dieser Absicht bezeugt eine GOtt 
suchende Seele</li> 
 
<li> 
ihr Verlangen nach dieser gesegneten Gemeinschaft, V.2-5.</li> 
 
<li> 
Ihren wirklichen Zutritt dazu, den sie 
suche und finde, V.6-9. Ihre Anbetung, darin sie GOtt ihre Liebe, 
Freude, Vertrauen, Anhangen an Ihn bezeugt, und damit in ihn dringt, 
V.10-13. Das hei&szlig;t GOtt lieben, GOtt f&uuml;r das h&ouml;chste Gut achten, Ihm 
mit dem Herzen anhangen, immer in Gedanken mit Ihm umgehen, das gr&ouml;&szlig;te 
Verlangen nach Ihm tragen, das gr&ouml;&szlig;te Wohlgefallen an Ihm haben, Ihm 
ganz und gar sich ergeben, und um seine Ehre eifern. Dabei gibt es viel 
Freude an GOtt, und viel Ruhe in GOtt, viel Fruchtbarkeit zu allem 
Guten aus GOtt, viel St&auml;rke im HErrn, durch alles Aufh&auml;ltige 
durchzubrechen, sich nicht &uuml;berall un&uuml;bersteigliche Berge und 
Schwierigkeiten vorzustellen, sondern GOtt von Herzen nachzuwandeln, 
und sich auf seinen Wegen immer ein Durchkommen versprechen, auch im 
Jammertal immer Brunnen suchen, und finden, und um GOttes und seiner 
Verhei&szlig;ungen willen mit Allem vorlieb nehmen.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 85,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 85. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm der Kinder 
Korah, vorzusingen. Seinem Inhalt nach ist er ein Gebet derer, die sich 
zur b&ouml;sen Zeit vor den Ri&szlig; stellen und zu einer Mauer machen wollen, um 
ihr Land und Volk. Es ergeben sich darin drei merkliche Abs&auml;tze, 
n&auml;mlich</li> 
 
<li> 
ergreifen sie das Vergangene zur Anfrischung ihres 
Glaubens und Gebets, und halten es dem gro&szlig;en GOtt vor, V.2-4. Im 
Zur&uuml;ckdenken an die vorigen Taten GOttes liegt eine gro&szlig;e St&auml;rkung f&uuml;r 
den Glauben. Aber wenn der Glaube so mit GOtt ringt, und Ihm sein 
vormaliges Vergeben vorh&auml;lt; so ist es etwas Anderes, als wenn ein 
Leichtsinniger denkt, ich habe wohl ehemals mehr B&ouml;ses begangen, und es 
ist mir nichts widerfahren. Der Glaube rechtfertigt auch die 
Offenbarung des gerechten Zorns und Gerichts GOttes, ergreift aber das 
zu seinem Gebet und F&uuml;rbitte, da&szlig; sich GOtt davon wieder abgewendet, 
und auf den ersten Gnaden=Vorsatz umgelenkt habe.</li> 
 
<li> 
Hernach legen sie sich ins dem&uuml;tige Bitten um H&uuml;lfe im Gegenw&auml;rtigen, V.5-8.</li> 
 
<li> 
Nachdem sie das mit kindlicher Zucht und Furcht angebracht haben, so 
geben sie sich aufs Zuk&uuml;nftige in die Stille, und ins zuversichtliche 
Erwarten der H&uuml;lfe GOttes, V.9-14.</li> 
 
</ol> 
 
<p> 
Zu den H&ouml;hen aufzusehen, bleibt 
unseres Glaubens Pflicht, und dabei geht es nicht ohne manche Anregung 
des Geistes ab, der unsern Glauben unterst&uuml;tzt mit dem Zeugnis: doch 
ist ja seine H&uuml;lfe nahe, V.10, und der einem so eine angenehme Aussicht 
verschafft, wie es noch sein werde, wenn das Heil GOttes durchbrechen 
und das Land der Ehre und Herrlichkeit des HErrn voll machen wird. Was 
einander begegnet, und was einander im Begegnen umf&auml;ngt und k&uuml;&szlig;t, das 
kommt aus verschiedenen Gegenden. Von der Gerechtigkeit wird es 
ausdr&uuml;cklich gemeldet, da&szlig; sie vom Himmel schaue; und von der Treue, 
da&szlig; sie auf der Erden wachse. So verh&auml;lt es sich also auch mit der G&uuml;te 
und dem Frieden. Der g&ouml;ttlichen G&uuml;te oder seiner Zuneigung zu uns 
Armen, begegnet die Treue oder unser Glaube, der die G&uuml;te dankbarlich 
annimmt. Die aus dem Himmel schauende Gerechtigkeit und vollst&auml;ndige 
Versicherung von der rechtsbest&auml;ndigen Ausf&uuml;hrung alles 
Gnaden=Vorsatzes GOttes &uuml;ber uns empf&auml;ngt und k&uuml;&szlig;t der Friede, der sich 
ganz darin beruhigt. So wird das erreicht, worauf es angesehen war, 
n&auml;mlich Gerechtigkeit kommt und bleibt im Schwang und Gang.</p> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 86,1-17</font></b></h4> 
 
<p>Der 86. Psalm hei&szlig;t</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift Ein Gebet Davids. Einige 
Psalmen nach einander haben meistens von &ouml;ffentlichen Angelegenheiten 
der Kirche, des Gemein=Wesens des ganzen Landes und Volks gehandelt, 
und ist also auch die Rede so in Aller Namen gef&uuml;hrt worden. Nun kommt 
wieder ein Gebet in Davids Namen allein vor, und schreibt also die 
Schrift auch hierin, wie sichs treibt, wie es so vorkommt, da&szlig; einem 
das einemal mehr der allgemeine Notstand auf dem Herzen liegt, und er 
deswegen sein Gebet und Klagen vor GOtt bringt, ein anderemal aber 
einer mehr bei seinem eigenen Anliegen bleibt, und seines Herzens 
Zustand und Bed&uuml;rfnis vor GOtt kund werden l&auml;&szlig;t. Der Inhalt des Psalmen 
gibt es, zu erkennen, da&szlig; David dies Gebet schon nach ziemlichem 
Fortgang In seinem Lauf, und also nach mancher in den Wegen GOttes 
erlangten Erfahrung verfa&szlig;t haben mu&szlig;. Es findet sich darin eine 
best&auml;ndige Abwechslung von Beten und Loben.</li> 
 
<li> 
David f&auml;ngt mit Beten an, V.1-7.</li> 
 
<li> 
Nach schon unter dem Gebet eingemengtem Lob GOttes 
breitet er sich nun darin weiter aus, V.5-10.</li> 
 
<li> 
Betet wieder dazwischen hinein, V.11.</li> 
 
<li> 
Kommt wieder ins Danken und Loben, V.12-15. 
Zuletzt schlie&szlig;t er wieder mit Beten, V.1 6-17.</li> 
 
</ol> 
 
<p> 
Ach da&szlig; uns der Geist 
des Gebets auch so zu rechter Zeit in Herz und Mund lege, wie wir dem 
lieben GOtt seinen Namen, seine Worte, Verhei&szlig;ungen, Wege, bisherige 
Beweisungen, mit Bitten und Loben vorhalten sollen, uns auf unsern 
Beruf und Erw&auml;hlung aus der Welt, auf unser Pfand, das Er uns, als 
seinen in Christo JEsu heiligen und begnadigten Kindern und Erben 
gegeben hat, auf unser bisheriges Anhangen an Ihm berufen k&ouml;nnen, in 
der Lauterkeit mit der Furcht und dem Vertrauen unseres Herzens nur vor 
Ihm zu bleiben, allen Trost und Genu&szlig; von Kreaturen auszuspeien, gegen 
aller Welt Trotz uns zu Ihm zu halten, unter solchem Beten und solchem 
Loben immer weiter einzudringen, und uns also in unserm GOtt zu st&auml;rken.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 87,1-7</font></b></h4> 
 
<p>Der 87. Psalm hei&szlig;t</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
In seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalmlied der 
Kinder Korah. Es handelt von der Stadt GOttes und Zion, als dem 
vornehmsten Teil desselben. Vermutlich ist der Psalm gemacht worden, da 
es in Jerusalem noch kein Ansehen dazu hatte, da&szlig; das aus Zion werden 
sollte, was der Geist der Weissagung andeutete. Darum hatte der Glaube 
n&ouml;tig, sich &uuml;ber die noch unansehnlichen Umst&auml;nde hin&uuml;ber zu schwingen, 
die so In der N&auml;he waren, und die Erf&uuml;llung der herrlichen Verhei&szlig;ungen 
GOttes in der Zukunft zu erwarten. In solcher Absicht wird in den 
Hauptteilen des Psalmen</li> 
 
<li> 
erstlich der gute Mut bezeugt, den der 
Mann GOttes hatte, und den er allen Liebhabern Jerusalems gerne 
einsprechen wollte, n&auml;mlich, da&szlig; sie nicht sowohl auf den gegenw&auml;rtigen 
geringen Anfang, und die noch obwaltenden Schwierigkeiten, sondern 
vielmehr auf den festen Grund der g&ouml;ttlichen Verhei&szlig;ungen sehen 
sollten, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Hernach wird im Namen GOttes versichert, da&szlig; 
Zion noch eine fr&ouml;hliche Kinder=Mutter werden solle, und alle Nationen 
daselbst aus ihrem Scho&szlig; ihre Nahrung und Wachstum ziehen sollen, 
V.4-6.</li> 
 
<li> 
Welche Verhei&szlig;ungen zuletzt alle gl&auml;ubigen Liebhaber 
Jerusalems mit ihrer freudigen Beistimmung versiegeln, V.7.</li> 
 
</ol> 
 
<p> 
Liegt uns 
auch das Reich GOttes, das Wohl der Kirche, die Bekehrung der V&ouml;lker 
zur Erkenntnis GOttes und seiner Wahrheit so am Herzen? Ach, wann wird 
es an dem guten Faden, an welchem es einmal beim Ausgang des 
Evangeliums aus Zion an Pfingsten N. T. angefangen war, weiter 
angekn&uuml;pft werden, und fortlaufen? Seine Knechte s&auml;hen es freilich 
gerne, da&szlig; sie gebaut und ihre Steine und Kalk zugerichtet w&uuml;rden aber 
es geht noch immer nach dem Ausspruch des Psalmen da&szlig; Er, der H&ouml;chste, 
sie baue. Diesem gro&szlig;en Baumeister mu&szlig; man in die H&auml;nde sehen, Er hat 
den Ri&szlig; dazu in den H&auml;nden, und l&auml;&szlig;t das Anmahnen wegen diesem Bau und 
Erf&uuml;llung aller seiner Verhei&szlig;ungen gern vor sich kommen. Ja Er 
befiehlt uns selbst, da&szlig; bei uns kein Schweigen sei, bis Jerusalem 
gefertigt und gesetzt werde, zum Lob auf Erden.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 88,1-18</font></b></h4> 
 
<p>Der 88. Psalm hat</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
die umst&auml;ndliche &Uuml;berschrift: Ein Psalmlied 
der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine 
Unterweisung Hemans des Esrahiten. Das Sonderbarste an diesem Psalm 
ist, da&szlig; er der einzige ist, der in lauter Klagen besteht, auf welche 
gar kein Trost erfolgt ist. Wem in seinem bisherigen Glaubenskampf noch 
nichts so vorgekommen, der kann doch aus einem solchen Wort auf 
zuk&uuml;nftigen Gebrauch eine Unterweisung nehmen. Es kann einem oft nach 
f&uuml;nf bis sechs Jahren etwas oder erst auf dem Totenbette noch wohl 
kommen. Manche deuten den Psalm als ob er in der Person Christi des 
Anf&auml;ngers alles Glaubens geredet worden w&auml;re wobei aber doch diejenige 
nicht auszuschlie&szlig;en, die vor und nach der Leidenszeit Christi seinem 
Bilde &auml;hnlich, und als Glieder an Ihm dem Haupt in die Gemeinschaft 
seiner Leiden auch hineingezogen werden. Der Psalm hat vier Hauptteile.</li> 
 
<li> 
Das gepre&szlig;te Herz h&auml;lt erstlich sehnlich um Erh&ouml;rung seines 
Gebets an, V.2-4.</li> 
 
<li> 
Sodann beschreibt er seine Todesangst und 
&uuml;brige Bedr&auml;ngnis aufs Beweglichste, V.5-8.; erz&auml;hlt</li> 
 
<li> 
wie er allerlei &Uuml;bungen und Bem&uuml;hungen, sich aufzuraffen, vorgenommen, V.9-14. 
Zuletzt aber gibt er zu verstehen, wie Alles vergeblich sei, und er in 
seinem Elend stecken bleibe, V.5-19.</li> 
 
</ol> 
 
<p> 
Weil in diesem Psalm nichts 
vorkommt, wie sonst in den Bu&szlig;psalmen, das eine Vermutung auf besondere 
Verschuldungen g&auml;be, womit das gepre&szlig;te Herz sich solche Not zugezogen 
h&auml;tte; so geh&ouml;ren diese ausnehmenden Dem&uuml;tigungen mehr in die Zahl 
derjenigen Versuchungen, die GOtt &uuml;ber manche seiner Kinder und 
Gnaden=Genossen, die Er zu seinem Reich t&uuml;chtig machen will, kommen 
l&auml;&szlig;t, und darunter manche heilsame Absichten ausf&uuml;hrt, z. E. es gibt 
unter solchen Erfahrungen vom Feuereifer GOttes eine tiefere Erkenntnis 
des nat&uuml;rlichen Verderbens, es werden allerlei im Herzen steckende 
Zweifel aufger&uuml;ttelt, die gr&uuml;ndlicher geheilt werden k&ouml;nnen, wenn sie 
heraus kommen, als wenn sie in uns stecken bleiben. Man bekommt eine 
gr&ouml;&szlig;ere Achtung vor dem Heil GOttes, vor der Erl&ouml;sung aus der S&uuml;nde, 
und allem &Uuml;bel. Es wird mancher Verstand und Aufmerksamkeit aufs Wort 
GOttes gesch&auml;rft und erweckt. Die Inbrunst im Gebet wird unterhalten, 
die Geduld bekommt ihr v&ouml;lliges Werk, wenn man zwar immer im Zagen ist, 
aber doch Kraft findet, auszuhalten; die Welt wird einem desto mehr 
entleidet, das Vertrauen auf Menschen abgeschmelzt, das mitleidige 
Herunterlassen zu den Niedrigen gef&ouml;rdert, der Glaube zu reinerer 
Absicht auf GOtt allein gel&auml;utert u. s. w., da&szlig; man also wohl selig 
preisen darf, die dergleichen Sucht erdulden, damit sie GOttes 
Heiligkeit erlangen.</p> 
 
<blockquote> 
Wenn ich in dem K&auml;mmerlein<br> 
Kindlich flehentlich<br> 
Bete, vor Dir, Heiland mein<br> 
HErr, so sieh auf mich<br> 
Denn Dein Gesicht<br> 
Dringt auch ins Verborgne ein<br> 
Finster kann nicht finster sein<br> 
Vor Dir, dem Licht.<br> 
Wenn mich in der Leidensnacht<br> 
Die Betr&uuml;bnis plagt,<br> 
St&auml;rke mich mit Deiner Macht,<br> 
Bis es wieder tagt;<br> 
Ja, tr&ouml;ste Du!<br> 
Dem Gerechten geht das Licht<br> 
Immer auf, das fehlet nicht,<br> 
Du sagst es zu.<br> 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 89,1-52</font></b></h4> 
 
<p>Der 89. Psalm hei&szlig;t</p> 
 
<ol> 
 
<li>in seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung 
Ethans, des Esrahiten. Man kann daraus sehen, was auch Andere vor uns 
erfahren haben, wie sie durch Geduld in dem Kampf gelaufen, der Ihnen 
verordnet war, und wie sie ihren Halt an die angebotene Gnade und 
Wahrheit GOttes behauptet haben. Der Psalm</li> 
 
<li> 
fangt an mit einem 
herrlichen Lobspruch &uuml;ber die Gnade und Wahrheit GOttes ins Allgemeine, 
V.2- 19.</li> 
 
<li> 
Sodann wendet sich der Vortrag auf eine n&auml;here 
Beschreibung, wie sich die Gnade und Wahrheit GOttes, vornehmlich in 
den Verhei&szlig;ungen, dem David und seinem Samen geschehen, geoffenbart 
habe.</li> 
 
<li> 
Nun aber kommt V.20-28. eine bewegliche Klage dar&uuml;ber, da&szlig; 
es sich nun so durch Alles zum Gegenteil von Gnade und Wahrheit, 
n&auml;mlich zum Zorn und zum Fehlschlagen aller guten Hoffnung anlasse, 
V.39-47.</li> 
 
<li> 
Und daher schlie&szlig;t nun der Psalm mit einem ernstlichen 
Gebet um Erweisung der vorigen Gnade und Wahrheit, mit angeh&auml;ngtem 
zuversichtlichen Lob GOttes V.48-53.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Wer sich die Geschichte des Volks 
GOttes, wie sie uns in den B&uuml;chern der K&ouml;nige und Chronik beschrieben 
wird, in seinem Gem&uuml;t vorstellt, und dar&uuml;ber bedenkt, was die alte 
Schlange immer f&uuml;r einen Ha&szlig; wider den Samen Davids um der auf 
demselben ruhenden Verhei&szlig;ung willen ausgelassen hat, der wird abnehmen 
k&ouml;nnen, was dieser Psalm zu allen Zeiten f&uuml;r Dienst zur Unterweisung 
hat tun k&ouml;nnen. Wenn z. E. sich In den letzten Regierungs=Jahren Davids 
selbst schon so viel Widriges erhoben hat, wenn auf den kurzen Wohl= 
und Ruhestand unter Salomo, bald so ein gro&szlig;er Sturm gekommen ist, 
durch Abrei&szlig;ung der zehn St&auml;mme vom Hause Davids, wenn nachmals das 
K&ouml;nigreich Juda oft von den benachbarten K&ouml;nigreichen Israels, von 
Syrien und andern V&ouml;lkern gedr&auml;ngt worden ist; wie aber GOtt auch in 
der gr&ouml;&szlig;ten Gefahr an seinen Bund gedacht, und die Herzen der Gl&auml;ubigen 
auf den Immanuel vertr&ouml;stet hat, der aus dem Samen Davids herkommen 
sollte, wie es aber doch zuletzt unter und nach der babylonischen 
Gefangenschaft mit David und seinem Hause bis auf die Wurzel Jesse 
heruntergekommen ist, den hat es freilich etwas gekostet, sein 
Vertrauen auf die Gnade und Wahrheit GOttes doch nicht wegzuwerfen, 
sondern der gewissen Gnaden Davids bei der geringen Leuchte, die noch 
da war, zu erwarten. Wer aber auch aus diesem Hergang dazu nimmt, was 
GOtt von Zeit zu Zeit f&uuml;r wunderbare Rettung verschafft, und wie Er den 
Abgang im &Auml;u&szlig;erlichen dazu gebraucht hat, da&szlig; man das verhei&szlig;ene Reich 
seines Gesalbten, als ein Himmelreich hat glauben und annehmen lernen, 
und nun &uuml;ber der Hoffnung k&auml;mpft, da&szlig; dies Himmelreich beim Sieg der 
Gnade und Wahrheit GOttes auch ins Sichtbare durchbrechen und mit 
seinen G&uuml;tern der Erkenntnis und Furcht des HErrn, das ganze Land, die 
ganze Erde erf&uuml;llen wird; der wird von diesem Psalmen auch noch 
heutigen Tags guten Gebrauch machen k&ouml;nnen, und seine Seufzer: Dein 
Reich komme, &ouml;ftere daraus erweitern und ausbreiten.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 90,1-17</font></b></h4> 
 
<p>Der 90. Psalm hei&szlig;t</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Gebet Mose, des 
Mannes GOttes. Unser seliger Luther schreibt : Wie Moses ein Lehrer 
gewesen, so lautet auch sein Gebet. Er ist ein Diener der S&uuml;nde, des 
Todes und der Verdammnis, dazu hat ihn GOtt verordnet, also, da&szlig; er in 
seiner Lehre nichts Anderes tut, denn da&szlig; er die stolzen hoff&auml;rtigen 
Geister erschreckt, und den sichern frechen S&uuml;ndern ihre S&uuml;nden Lasten 
und Untugenden vor die Augen stellt, daneben auch die Folgen und 
Strafen der S&uuml;nde, und ihr k&uuml;nftiges Verberben, H&ouml;lle und Verdammnis 
anzeigt; also tut er in diesem Gebet auch. Allein, da&szlig; er gleichwohl 
auch die S&uuml;nder tr&ouml;stet, da&szlig; sie in ihrer S&uuml;nden Schuld nicht sollen 
verzweifeln, sondern bei Christo Trost suchen, und gewi&szlig;lich finden. 
Dieser Psalm wehrt also auf zwei Seiten. 
 
<ol type=a> 
 
<li> 
Er weckt, da&szlig; die sichern und frechen Christen sich vor GOttes Zorn und dem Tod f&uuml;rchten, 
sich bekehren, und klug werden.</li> 
 
<li> 
Tr&ouml;stet er die erschrockenen 
Herzen, in der Angst nicht zu verzagen, und kleinm&uuml;tig zu werden, also 
mit einem Wort: im Leben nicht sicher und frech, im Tod nicht furchtsam 
und verzagt.</li> 
 
</ol> 
 
Moses hat also in diesem Psalm ohne Zweifel den 
beschwerlichen Zug des Volks Israel durch die W&uuml;ste auf dem Herzen 
gehabt, vielleicht auch seine eigene M&uuml;he und Arbeit, samt der ihm von 
GOtt auferlegten unhintertreiblichen Notwendigkeit, zu sterben, ehe er 
in das verhei&szlig;ene Land kam. Da war ihm nun f&uuml;r sich und Andere daran 
gelegen, da&szlig; sie doch nicht so unter diesem Tod der Eitelkeit dahin 
f&uuml;hren, sondern sich unter der M&uuml;hseligkeit dieses Lebens zu GOtt 
wenden m&ouml;chten, damit ihnen ihre Not unter Bu&szlig;e, Glauben und Gebet 
m&ouml;chte geheiligt und gesegnet werden. In solcher Absicht saugt er an</li> 
 
<li> 
GOtt in seiner ewigen unverg&auml;nglichen Lebenskraft anzubeten, und 
Ihn als der Menschen Zu flucht zu fassen, V.2-4.</li> 
 
<li> 
Er beklagt die 
Verg&auml;nglichkeit und M&uuml;hseligkeit des menschlichen Lebens samt der 
Menschen schrecklichen Sicherheit, V.5-12. Er legt sich recht aufs 
Beten, da&szlig; doch GOtt nicht aus Zorn, sondern nach seiner Gnade mit den 
armen Menschen handeln wolle, V.13-17. S&uuml;nde und Tod f&uuml;hlen als 
unvers&ouml;hnt, f&uuml;hrt in Verzweiflung ; S&uuml;nde und Tod f&uuml;hlen bei dem Genu&szlig; 
der Vers&ouml;hnung, f&uuml;hrt in Glauben und Geduld.</li> 
 
</ol> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 91,1-16</font></b></h4> 
 
<P>Der 91. Psalm hat keine &Uuml;berschrift, daher ihn einige in genauer Verbindung mit dem Vorigen 
nehmen, und ihn auch dem Moses zuschreiben. Es k&ouml;nnte aber auch sein, da&szlig; ihn David gemacht, 
aus Gelegenheit der Pestilenz, in weicher Taufende hingerissen worden, die aber auf Davids Gebet 
und Opfer nicht an Jerusalem reichen durfte. Dem Inhalt nach ist er eine Aufmunterung zum 
Vertrauen auf GOtt, in Allem, besonders aber in Sterbens=N&ouml;ten. Die Einteilung des Psalmen kann 
man sich merken;</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
wird der Hauptgrund gelegt, wie man bei einem rechtschaffenen Vertrauen auf 
GOtt so wohl beraten sei, V.1. 2.</li> 
 
<li> 
und das wird nun bewiesen, teils aus dem, was GOtt an einem 
tut, V.3-13, teils aus dem, was er einem selbst Tr&ouml;stliches zuspricht, V.14-16.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Ein gottseliger B&uuml;rger 
in einer Reichsstadt hat in seinem selbst verfa&szlig;ten Lebenslauf mit Dank vor GOtt erkannt, da&szlig; er 
keine besondere Landplage erlebt habe. Wir h&auml;tten auch Ursache zu einer solchen Danksagung. 
Wenigstens hat Niemand von uns eine Pest erlebt. Wir wissen aber nicht, was f&uuml;r Jammer noch zu 
unsern Lebzeiten kommen kann. Wie n&ouml;tig ist es also, sich der Gnade GOttes, und seines 
v&auml;terlichen Schutzes in der Wahrheit zu versichern. Im Psalmen kommen nun weiter Spuren vor, 
wie sich GOtt des Dienstes guter und b&ouml;ser Engel, bei der Plage und beim Schutz bediene, wie 
besonders der J&auml;ger, V.3, eine Macht aus dem Reich der Finsternis sein mag. Unter die Vorboten, 
oder mit dareinschlagende Nebenumst&auml;nde geh&ouml;rt auch vorz&uuml;glich der Schrecken des Nachts, V.5. 
Denn man kann die Furcht, Schrecken und Kleinm&uuml;tigkeit der Menschen beim Einbrechen solcher 
Gerichte nicht genug beschreiben, wof&uuml;r auch keine menschliche Hilfe zu finden. Alle menschlichen 
Anstalten, so man um solche Zeit macht, helfen vielmehr dazu da&szlig; der Aufzug desto f&uuml;rchterlicher 
heraus kommt; wie &uuml;berhaupt die Menschen nichts besser k&ouml;nnen, als einander Angst machen. Wer 
einen gn&auml;digen GOtt und Vater in Christo den Heiligen Geist im Herzen und ein gutes Gebet im 
Vorrat, auch einen ordentlichen Beruf im Gewissen hat, und an demselben bleibt, der hat ein starkes 
Geleit.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 92,1-15</font></b></h4> 
 
<P>Der 92. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift Ein Psalmlied auf den Sabbathtag. Da ruhte GOtt selbst 
von seinen Werken, und segnete auch den Menschen an diesem seinem Tage, da&szlig; er sich daran im 
Umgang mit GOtt und Betrachtung seiner Worte, Werke, Verhei&szlig;ungen und Wege erquicken solle. 
Und dahin weist nun auch der Psalm in seiner folgenden Einteilung</li> 
 
<li> 
Was &uuml;berhaupt f&uuml;r Seligkeit 
und S&uuml;&szlig;igkeit im Lob GOttes und in freudiger Betrachtung der Werke GOttes liege, V.2-6.</li> 
 
<li> 
Wie die so &uuml;bel daran seien, die sich durch Unachtsamkeit zu solchem Lob GOttes unt&uuml;chtig machen, 
an denen aber GOtt seine Ehre durch Gerichte suchen mu&szlig;, V.7-12.</li> 
 
<li> 
Wie sich aber GOtt an denen 
so gerne durch Gnade und Wahrheit verherrliche, die Ihn suchen, und Ihnen damit eine neue 
Materie zum immer neuen Lob gebe, V.13- 16.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Die Gedanken, Worte und Werke GOttes haben 
etwas erfreuliches, und es soll einem nichts lieberes sein, als wenn GOtt unter der M&uuml;he und Arbeit 
auf Erden auch nur einen fr&ouml;hlichen Gedanken in unser Herz kommen l&auml;&szlig;t, dabei man aus dem 
Anblick der Worte und Werke GOttes einen guten Mut fassen kann. Undankbare und Boshaftige 
setzt der liebe Heiland, Luc. 6, 35. auch so zusammen, wie hier im Psalmen Unachtsame und 
&Uuml;belt&auml;ter auch so nahe zusammen genommen werden. Denn wer an der G&uuml;te GOttes keine dankbare 
Freude hat, der sucht seinen Trost im Nichtigen, und f&auml;llt dar&uuml;ber auf Bosheit, und in der Bosheit 
ist wieder die Undankbarkeit das &Auml;rgste da&szlig; n&auml;mlich alle &Uuml;belt&auml;ter an einem so wohlt&auml;tigen GOtt 
s&uuml;ndigen. Dann wird es erst einen rechten Sabbath geben, wenn GOtt die &Auml;rgernisse aus seinem 
Reich wegtun wird. Die aber, die einen Sabbath nach dem andern kommen und anbeten, werden 
auch die Leichname der Leute mit Greuel sehen, die an dem HErrn mi&szlig;handelt haben, Jesaj. 
66:23-24. Wer Gnade gefunden hat, der bleibe doch an der Gnade, die einen nimmer unfruchtbar 
werden l&auml;&szlig;t.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 93,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 93. Psalm handelt: Von der Offenbarung des K&ouml;nigreichs GOttes, und f&auml;ngt gleich ohne 
&Uuml;berschrift an</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
mit einer feierlichen Ank&uuml;ndigung dieses Reichs in seinem festen Grunde, V.2. 
Sodann kommt</li> 
 
<li> 
eine Anzeige von dem Feindlichen, was sich wider dieses Reich erhebe, V.3. 4.</li> 
 
<li> 
Schlie&szlig;t er mit einem fr&ouml;hlichen Ruhme, wie und wodurch sich das Reich erhalten werde, V.5.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Das K&ouml;nigreich Christi was davon verhei&szlig;en und nachmals auch durch das Evangelium gepredigt 
worden ist, mu&szlig; man immer als den vollen Segen seiner Erl&ouml;sung ansehen, weil darin die Frucht 
und Kraft seiner Erscheinung, seines Lebens, Leidens und Sterbens und erfolgter Herrlichkeit im 
Gang und Schwang ist, und Alles GOtt durch Ihn zugef&uuml;hrt und nahe wird, deswegen auch 
Gerechtigkeit, Heiligkeit, Anbetung GOttes, Dienst GOttes, mit diesem Reich so nahe verbunden 
werden. Was sich also wider die Wahrheit, wodurch der Menschen Gewissen soll aufgeschlossen 
werden, setzt, was das Ewige und Unsichtbare mit Hochachtung des Sichtbaren und Zeitlichen 
verbringt, das macht die Menschen zu diesem Reich GOttes unt&uuml;chtig. Weil nun in den Reichen 
dieser Welt so viel darauf eingerichtet ist, der Menschen Eitelkeit aufzublasen und sich hinwiederum 
durch der Menschen Ehrenbezeugungen zu erhalten, so wird freilich mit den Welt Reichen eine 
gro&szlig;e Ver&auml;nderung vorgehen, bis es hei&szlig;en kann: das Reich der Welt ist GOttes und seines 
Gesalbten geworden, oder mit den Worten des Psalmen: der HErr ist K&ouml;nig!</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 94,1-23</font></b></h4> 
 
<P>Der 94. Psalm ist in einem brennenden Eifer wider die einrei&szlig;ende Frechheit der Gottlosen gemacht.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Er f&auml;ngt gleich an mit einer eifrigen Bitte, da&szlig; der HErr mit seiner Erscheinung der Gottlosen 
Bosheit ein Ende machen wolle, V.1-7.</li> 
 
<li> 
Sodann wendet sich der Mann GOttes mit einer 
ernstlichen Bestrafung an die Gottlosen, und fordert sie von ihrem viehischen Unverstand zur Bu&szlig;e 
auf, V.8-11.</li> 
 
<li> 
Sodann preist er die selig, die unter der sucht und Unterweisung GOttes lernen stille 
bleiben, und auch ihren gerechten Ha&szlig; wider das Arge in den Schranken der Geduld und Hoffnung 
halten V.12-19. Er beruhigt sich zuletzt in dem unver&auml;nderlichen Recht GOttes, das Er an den 
Gottlosen unfehlbar ausf&uuml;hren, und darunter seine Auserw&auml;hlten retten wird, V.20-23.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Auch im 
rechtm&auml;&szlig;igen Eifer kann man sich doch leicht zu viel heraus nehmen, wenn man sich nicht immer 
wieder von GOttes Wort und Geist Schranken setzen l&auml;&szlig;t. So n&uuml;tzlich das Feuer im Haus ist, so 
bed&auml;chtlich mu&szlig; man doch damit umgehen. Vor der Eitelkeit, menschlichen Gedanken, und mithin 
auch seinen eigenen ungepr&uuml;ften Einf&auml;llen mu&szlig; man sich f&uuml;rchten und h&uuml;ten, und sich dar&uuml;ber 
&ouml;fters Zucht und Zurechtweisung GOttes ausbitten, aber eben so auch gegen die k&uuml;mmerlichen und 
sorglichen Herzens=Gedanken sich an GOttes Tr&ouml;stungen halten. Was man sieht, das in der Welt 
ungestraft bleibt, daraus soll man eine desto kr&auml;ftigere Anmahnung an GOttes k&uuml;nftiges Gericht 
nehmen, und sich eher seine f&uuml;nf Sinne, als GOttes Allwissenheit, Aufsehen und Rechtschaffen 
abstreiten lassen. Recht mu&szlig; doch Recht bleiben, und das Gericht und der letzte richterliche 
Ausschlag wird sich doch auf die Seite des Rechts schlagen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 95,1-11</font></b></h4> 
 
<P>Der 95. Psalm hat keine &Uuml;berschrift. Er wird aber Ebr. 3:7-8 und 4:7 angezogen und dem David 
zugeschrieben. Er enth&auml;lt aber an das ganze israelitische Volk</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine Ermahnung zum gl&auml;ubigen Gehorsam und Anbeten vor GOtt, V.1-7.</li> 
 
<li> 
Eine Warnung vor Unglauben und Verh&auml;rtung des 
Herzens, gegen die Handleitung GOttes zum Glauben, V.8-11.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Die Aufmunterung zum Frohlocken, 
Jauchzen und Danken geht voran, und wird das Herz hiezu in Erkenntnis der Gr&ouml;&szlig;e GOttes 
erweitert. Wenn aber diese Freude im Herzen wohnhaft rund gewurzelt wird, so geht es dann mehr 
ins stillere anhaltende Anbeten und gebeugte Niederfallen, und zwar mehr aus Erkenntnis dessen, 
was Er an uns durch unsere Begnadigung und Annahme vor allen Andern getan hat. Kommt schon 
das Kniebeugen und Niederfallen bei der heutigen kaltsinnigen Welt in Abgang, la&szlig; du es dir um 
deswillen nicht entleiden, du hast an viel tausend heiligen Engeln und Anbetern vor dem Thron 
GOttes Vorg&auml;nge und Exempel genug. Wie einer mit GOttes Wort umgeht, so wird er auch dazu 
zum Anbeten gestimmt. Der Glaube macht ein weiches, auch zum Gebet ausflie&szlig;endes Herz; der 
Unglaube ein hartes, und zum Gebet verschlossenes Herz, und wie der dem Wort der Verhei&szlig;ung 
schuldige Glaube im Herzen abnimmt, so gewinnen hingegen alle L&uuml;ste des Fleisches Eingang und 
Meisterschaft, und es gibt hernach in der Versuchungs=W&uuml;ste bei eines Jeden Lauf solche mi&szlig;liche 
&Ouml;rter wie Massa und Meriba, da&szlig; man ins Murren wider GOtt, ins Versuchen und Anspr&uuml;che 
machen hinein ger&auml;t. O! was ist es um einen gebeugten, zufriedenen, anbetenden, jauchzenden, 
lobenden Glauben! Ach, la&szlig;t uns bei demselben Flei&szlig; tun, da&szlig; wir die Verhei&szlig;ung, zu seiner Ruhe 
einzukommen, nicht vers&auml;umen, und unser doch Keines dahinten bleibe! Ach, lasse Du, unser 
Bundes=GOtt, zu Deiner Ruh, und Deinem Abendmahl uns zu.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 96,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 96. Psalm ist eine sehr erweckliche Aufmunterung an alle V&ouml;lker auf dem Erdboden, ja zuletzt 
an Himmel und Erde und was darinnen ist, da&szlig; sie doch das Neue, so GOtt an ihnen tue, auch mit 
einem neuen Lied besingen sollen. Die Einrichtung des Psalmen ist so, da&szlig; immer die erwecklichen 
Ermahnungen, und die dazu geh&ouml;rigen Beweggr&uuml;nde mit einander abwechseln, also</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ermahnungen, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Beweggr&uuml;nde, V.4-6.</li> 
 
<li> 
Weitere Ermahnungen, V.7-12.</li> 
 
<li> 
weitere Beweggr&uuml;nde, V.1 3.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Es gibt in der Haushaltung GOttes auf Erden, bei der Offenbarung seiner 
Gnade und Wahrheit immer auch was Neues. Ja, selbst vor GOttes Thron und bei Denen, die 
zun&auml;chst herum sind, gibt es neue Er&ouml;ffnungen. Darnach richtet sich der Geist Christi in den 
Gl&auml;ubigen, und gibt ihnen dar&uuml;ber auch ein neues Lied in den Mund. Wie merkw&uuml;rdig ist es, da&szlig;, 
wann es in der Kirche GOttes auf Erden eine merkliche F&ouml;rderung in der Erkenntnis und Anbetung 
GOttes gibt, sich auch die Gabe der Lieder in besonderer Kraft zeigt, wie z. E. zu den Zeiten 
Davids, und in neueren Zeiten bei der Reformation ; wenigstens sollte es dem neuen Wesen und 
der Kraft des Geistes nach bei uns immer ein neues Lied geben; denn das Neue Testament bleibt 
immer neu, mithin soll auch unser Leben daraus, und unser Loben und Danken dar&uuml;ber nicht 
veralten. Schade, wenn man einen Tag hingehen l&auml;&szlig;t, ohne sich darin zu erneuern. Um die Majest&auml;t 
GOttes, wie um alle daraus flie&szlig;enden Werke GOttes ist es etwas Schreckliches, Tiefes, f&uuml;r uns 
Unbegreifliches, und etwas Liebliches und zur Freude und Zutrauen Lockendes. Darum geht es in 
seinem Heiligtum, darin Er sich von den Seinen anbeten und bedienen l&auml;&szlig;t, aus dem Schrecklichen 
gewaltig, und aus dem Pr&auml;chtigen und Lieblichen geht es l&ouml;blich zu. Wir k&ouml;nnen freilich diesem 
gro&szlig;en GOtt nichts geben und bringen; wenn aber der Mensch aus der ausschweifenden Eitelkeit 
seines Sinnes umkehrt, und das, was er vorher den Menschen oder sich selbst zugeschrieben, und 
worin er Fleisch f&uuml;r seinen Arm gehalten hat, nun in GOtt allein sucht und findet; so hei&szlig;t das: 
bringen, und GOtt die Ehre geben. Und zwar Macht gibt man GOtt &uuml;ber dem Schrecklichen an Ihm, 
Ehre aber &uuml;ber dem Lieblichen und Sch&ouml;nen. Das Eine h&auml;lt uns im Respekt vor GOtt, das Andere 
macht die Furcht GOttes lieblich. Ach! da&szlig; der Wille GOttes geschehe auf Erden wie im Himmel 
und bald alle Lande seiner Ehre so voll w&uuml;rden, wie man Ihm dankt im Himmel.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 97,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 97 Psalm ist eine fr&ouml;hliche Botschaft von Christi K&ouml;nigreich, und wird</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
angebracht teils an Solche, die erst zur Freude daran m&uuml;ssen ermuntert werden, teils an solche, die, so bald sie es 
h&ouml;ren, froh sind, und die Botschaft von Christi K&ouml;nigreich an solche tragen, denen es ganz was 
Neues und Unerwartetes ist, und die also erst zu dem rechten Sinn daf&uuml;r erweckt und gebracht 
werden m&uuml;ssen, V.1-7.</li> 
 
<li> 
Die Wirkung dieser Botschaft an Solchen, die auf dieses Reich warten, 
und &uuml;ber dem anscheinenden Verzug desselben manchen Kampf haben, V.8- 12.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Es ist an sich die 
fr&ouml;hlichste Botschaft, wie f&uuml;r den Himmel also auch f&uuml;r die Erde, wenn es einmal in seine volle 
Erf&uuml;llung gehen wird: das Reich der Welt ist GOttes und seines Gesalbten geworden. Aber doch 
wird sich die Freude auf Erden vorher durch viele Schrecken durcharbeiten m&uuml;ssen, denn es wird 
noch etwas dazu geh&ouml;ren, bis diese so lange unter fremder Gewalt gestandene Provinz wird 
herausgegeben, und der gro&szlig;en und kleinen Erden=Verderber wird ein Ende gemacht werden. Selbst 
die im Himmel ziehen sich auf eine Weile in tieferem Respekt zur&uuml;ck, und m&auml;&szlig;igen sich im 
Einschauen, wann GOtt die letzte Hand an diese Eroberung der Welt legen wird, Offenb. 10. Wer 
sich inzwischen nur in der Liebe GOttes und im Ha&szlig; des Argen bewahrt, dem wird das Licht immer 
weiter aufgehen. Im Wort vom Reich liegt der Same zu aller dauerhaften Freude, und man lernt 
dabei GOttes Heiligkeit preisen, nach welcher Er die Sache seines Reichs so weit &uuml;ber aller 
Menschen Gedanken f&uuml;hrt, unter all seiner g&ouml;ttlichen Geduld und Gerechtigkeit so w&uuml;rdiglich 
handelt, so zusammenh&auml;ngend verf&auml;hrt, da&szlig;, so langsam es auch geht, doch nirgends ein Stillstehen 
ist, und das Unkraut, die &Auml;rgernisse so aus seinem Reich hinausbringen wird, da&szlig; dem Weizen 
dadurch kein Schaden geschieht. Dankt Ihm, preist seine Heiligkeit.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 98,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 98. Psalm hat seiner Einrichtung nach viel &Auml;hnliches mit dem vorigen 98. Psalmen, ist aber um 
deswillen nicht f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig zu achten; denn da wir so oft wieder auf den altes Klageton 
verfallen; so ist eine abermalige Aufmunterung zum neuen Lied &uuml;ber das Heil und Reich GOttes 
wohl angelegt. Der Zuspruch und die Beweggr&uuml;nde wechseln auch hier immer mit einander ab.</p> 
 
<ol> 
 
<li> 
Eine Ermunterung: singt dem HErrn ein neues Lied.</li> 
 
<li> 
Beweggr&uuml;nde, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Nochmalige Ermunterung zum fr&ouml;hlichen Lob, V.4-8. 
 
<li> 
Nochmalige Beweggr&uuml;nde, V.9.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Beim Leiden und Sterben, 
Auferstehung und Himmelfahrt unseres HErrn JEsu Christi ist der Grund gelegt, und der Anfang 
gemacht worden. Da ging das Gericht &uuml;ber die Welt, und es ist Alles richterlich vindicirt, und unter 
sein rechtm&auml;&szlig;iges Haupt, den Sohn GOttes, wieder gesprochen worden. Inzwischen ergehet nun an 
Alle im Evangelium der Beruf heraus aus der Welt, ins Reich des lieben Sohnes GOttes, und wer 
das annimmt, dem wird das Heil GOttes, und der starke Arm, den der HErr darin beweist, offenbar, 
und der kann auch aus allem Weiteren, was der HErr zum Richten und Ererben des ganzen 
Erdbodens veranstaltet, nichts &Uuml;bels besorgen; sondern kann beim Licht der Gerechtigkeit, der 
Gnade und Wahrheit GOttes sein Haupt empor heben, und sich seiner herannahenden Erl&ouml;sung 
freuen. Wer aber die im Evangelium geoffenbarte Gerechtigkeit GOttes nicht erkennen noch lieb 
gewinnen lernt, mithin ohne dieselbe der Welt und ihrem F&uuml;rsten immer heimlich oder &ouml;ffentlich 
anh&auml;ngt, der wird erfahren, was es ist, wenn jenes Wort in die Erf&uuml;llung geht: Wer auf diesen Stein 
f&auml;llt, der wird zerschellen, auf welchen er aber f&auml;llt, den wird er zermalmen, Matth. 21, 44. </p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 99,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 99. Psalm ist ein abermaliges herrliches Zeugnis von dem Reich GOttes und seines Gesalbten. 
Die Summa ist in den ersten Worten diese: Der HErr ist K&ouml;nig: n&auml;mlich nicht nach dem 
best&auml;ndigen Regiment, das Er &uuml;ber Alles &uuml;bt und hat; sondern der HErr hat das Reich oder die 
Regierung angenommen, durch eine besondere Offenbarung, dadurch es sich im Himmel und auf 
Erden mehr als jemals unwidersprechlich zu Tage legt, da&szlig; nun der HErr K&ouml;nig sei. Der im 3. 5. 
und 9. Vers dreimal wiederholte Ruhm der Heiligkeit gibt die richtigste Einteilung des Psalmen an 
die Hand, da&szlig; n&auml;mlich der HErr, als der da ist, der da war, und der da kommt, gepriesen, und Ihm 
Herrlichkeit gegeben wird, &uuml;ber das, was Er noch auf das K&uuml;nftige seinem Volk zeigen wird - &uuml;ber 
das, was Er als der wahre und lebendige GOtt ohne alle Ver&auml;nderung in sich selbst ist, - und &uuml;ber 
das, worunter Er sich schon vorher seinen Gnadengenossen bekannt gemacht hat. In jedem Teil des 
Psalmen wird etwas erz&auml;hlt, sodann eine Ermahnung dazu gesetzt, und GOttes Heiligkeit gepriesen.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Der HErr kommt, er wird sich in seiner k&ouml;niglichen Macht noch weiter sehen lassen. Was hat man 
deswegen noch weiter zu beobachten? V.1-3.</li> 
 
<li> 
Der HErr ist - in seinen k&ouml;niglichen Tugenden und 
Eigenschaften, die sich ohne Ver&auml;nderung in Ihm befinden. Wozu uns das bewegen soll? V.4. 5.</li> 
 
<li> 
Der HErr war; schon ehemals hat Er sich von seinen Knechten gn&auml;dig finden lassen, und davon 
ist ein guter Gebrauch zu machen, V.6-9.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Bei einem Jeden, und so besonders bei der letzten 
Ann&auml;herung und Offenbarung des Reichs GOttes, tut die Welt aus Erregung ihres argen F&uuml;rsten 
noch einen Anlauf dagegen, es geht aber mit ihrer Zeit und Macht immer n&auml;her zusammen; und 
endlich ist GOttes Heiligkeit, - das unbewegliche, &uuml;ber allen Verstand, Gedanken und Wege der 
Menschen gehende in GOtt - hierbei der beste Halt, der einem aus dem Erschrecklichen und 
Erfreulichen in seinen Wegen und Gerichten, Furcht und Vertrauen einfl&ouml;&szlig;en kann, was in keinem 
weltlichen Reich so zu erhalten ist: da&szlig; n&auml;mlich zwischen der h&ouml;chsten Gewalt und der z&auml;rtlichsten 
Liebe und daher auch zwischen der tiefsten Erniedrigung und der Aufrichtung zum Vertrauen, das 
Ebenma&szlig; gehalten werde. Was keine menschlichen Gesetze zu verschaffen verm&ouml;gen: da&szlig; n&auml;mlich 
kein Unschuldiger gekr&auml;nkt und beschwert werde, und kein Schuldiger ungestraft s&uuml;ndigen kann, 
das wird GOttes Reich und seine Gerechtigkeit erreichen, und Alles, was ein Jeder im Hunger und 
Durst nach der Gerechtigkeit gelitten, gew&uuml;nscht und gebeten. hat, das wird er im Reich GOttes 
zum Sattwerden finden und genie&szlig;en. Lasse es sich nur Keiner verdrie&szlig;en, mit allen Heiligen vor 
Ihm durch alle Not der S&uuml;nde und Welt in die Vergebungs=Gnade bei dem HErrn durchzudringen, 
und &uuml;ber den Verhei&szlig;ungen seines Reichs zu halten.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 100,1-5</font></b></h4> 
 
 
<P>Der 100. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Dankpsalm. Auf die bisherige h&auml;ufige und &ouml;ftere 
Ank&uuml;ndigung vom Reich GOttes und Christi kommt nun diese erweckliche Ermahnung zum Lob 
und Dienst GOttes. Diese Anweisung, wie man dem, was zu jeder Zeit vom Reich GOttes im Gang 
Ist, begegnen, und sich dessen mit Freude und Gehorsam annehmen soll, geht doppelt. Eine 
Ermahnung zum innerlichen und &auml;u&szlig;erlichen Dienst GOttes zugleich, V.1. 2. Da der Beweggrund 
von der zwischen GOtt und seinen Gl&auml;ubigen gestifteten Gemeinschaft hergenommen ist, V.3. 
Hernach auch zum &auml;u&szlig;erlichen Gottesdienst vorz&uuml;glich, V.4., da der Beweggrund von der Gnade 
und Wahrheit GOttes hergenommen ist, V.5 u Wie greift man sich in der Welt an, wie wird einem 
Tag und Nacht nichts zu sauer, wenn man die Gnade eines Regenten dadurch zu erlangen hofft; wie 
nun dieser einem zu Allem Flei&szlig; und Munterkeit macht, wie vielmehr kann im Reiche GOttes die 
Gnade und Freundlichkeit des HErrn ein Herz beleben, und zu allem Dienst Freude machen. Bei 
allem Diensteifer in der Welt kommen doch manche Dienste und Verdienste nicht vor das Angesicht 
dessen, dem man dienen will, Andere verdr&auml;ngen einen, die Umst&auml;nde leiden es nicht, da&szlig; Jeder 
vorkommen kann. Aber im Reich GOttes kann und darf Jeder vor das Angesicht seines gn&auml;digen 
GOttes kommen. Er hat diese Gemeinschaft und die &Uuml;bung derselben auch durch Anordnung eines 
&auml;u&szlig;erlichen Gottesdienstes erleichtert, weil uns sonst das Innerliche ohne das &Auml;u&szlig;erliche zu 
erreichen, oder in die L&auml;nge fortzusetzen, zu schwer w&uuml;rde; so aber kann man nun unter den 
einf&auml;ltigsten &Uuml;bungen im Worte GOttes, im Hause GOttes als eines Bethauses, in geistlichen 
lieblichen Liedern die gesegnete Gemeinschaft mit GOtt haben und seiner Gnade und Wahrheit froh 
werden.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 101,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 101. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. In den meisten deutschen Bibeln hat er 
die Aufschrift: Davids Regenten=Spiegel. Man kann ihn aber auch sonst in ein jedes kleines Haus 
als eine Haustafel gebrauchen, und sich t&auml;glich darin ersehen, ob es nach GOttes Gnade und Recht 
im Ha&szlig; des Argen und im Anhangen ans Gute wacker fortgehe ? Wenn man</li> 
 
<li> 
eine Einteilung 
machen will, so k&ouml;nnte man etwa sagen, da&szlig; im 1. und 2. Vers die Absicht auf GOtt und den mit 
seiner Erkenntnis gelegten Grund; im 3. 4. hernach die Absicht auf David selbst und die Reinigkeit 
seines Herzens, und dann V.5-8. die Absicht auf Andere, und das Verhalten gegen sie merklich 
vorgeschlagen.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Man kann ihn aber auch gar f&uuml;glich ohne weitere Einteilung lassen, und darin wie 
in einem Spiegel oder Tafel auf einmal erblicken, was zu GOtt gef&auml;lliger Regierung eines Landes 
oder auch eines Hauses geh&ouml;re. Der Grund von aller Regierung GOttes ist sein weisliches 
Temperament von Gnade und Recht. Wer an allen Worten und Werken GOttes Gnade und Recht 
kennen lernt, und beider Wirkung an sich redlich aush&auml;lt, der ist auf der rechten Spur. Und das gibt 
hernach auch das rechte Augenma&szlig; zur Regierung und Behandlung Anderer, sonst wirds zu scharf 
oder zu nachl&auml;ssig, sonst richtet es Erbitterung oder Leichtsinn an. Gnade und Recht beisammen 
tut gut. Vorsicht und Wachsamkeit brauchts. In der Unordnung und schnellen Unbedachtsamkeit 
hat die S&uuml;nde ein Hauptnest. Durch Unordnung kann sie sich in einem Menschen und in einem 
Haus lang verbergen, und darunter das Gute gewaltiglich hindern. Darum hei&szlig;t es so oft eine 
Torheit; die Furcht des HErrn hingegen der Weisheit Anfang. Darum war es auch so oft des 
Heilands Wort: Seht euch f&uuml;r, habt Acht auf euch. Vorsichtigkeit und Redlichkeit ist bei den 
Kindern der himmlischen Weisheit beisammen. Der Welt ihre vermeinte Vorsichtigkeit besteht in 
Falschheit, und darin verstrickt man sich selbst. Je redlicher oder einf&auml;ltiger einer Ist, desto 
vorsichtiger wird er bei dem Hauptumstand sein: wie er in seinem Hause wandle. Oft handeln die 
Menschen unter Andern ganz anders, als in ihrem Hause, k&ouml;nnen gegen Andere gelind und 
nachgebend sein, lassen die H&auml;rtigkeit und Bitterkeit erst gegen die, die in ihrem Hause sind, heraus. 
Wer sich recht will kennen lernen, der gebe nur Achtung, wie er in seinem Hause wandelt. Da 
handelt man bei so t&auml;glichen Anl&auml;ufen aus seinem n&auml;chsten Herzensgrund heraus, da zeigt sichs 
also, wie viel von Gnade und Recht, von Weisheit, Vorsichtigkeit, Redlichkeit, Liebe, Ernst, 
Festigkeit in einem sei. &Uuml;ber der Reinigkeit des Herzens, keine b&ouml;se Sache auch nur in Vorsatz zu 
nehmen, soll man genau wachen. Denn hat sich nur einmal was Unrichtiges in den Vorsatz 
eingedrungen, so sinnt man bald auf Mittel, es unter dem Schein des Rechts auszuf&uuml;hren, und es 
mir Hintansetzung des Gewissens durchzutreiben. Wer glauben kann, da&szlig; GOtt der Allerh&ouml;chste 
gro&szlig;e Dinge tut, durch die Dem&uuml;tigen, der wird sich der Leute von stolzen Geb&auml;rden und Hochmut 
entschlagen, und mit eigenen Augen und eigener Pr&uuml;fung nach den Treuen im Lande sehen; fromme 
Diener aber auch so halten, da&szlig; sie bestehen k&ouml;nnen, und ihnen durch das Vertilgen der Gottlosen 
Raum machen, da&szlig; sie gedeihen k&ouml;nnen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 102,1-28</font></b></h4> 
 
<P>Der 102. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
eine ausf&uuml;hrliche &Uuml;berschrift: Ein Gebet des Elenden so er betr&uuml;bt ist, und 
seine Klage vor dem HErrn aussch&uuml;ttet. Da der Verfasser nicht genannt, noch sonst zu erkennen 
gegeben wird, so kann sichs ein jeder Elender desto n&auml;her auf sich selbst zueignen, und ein 
treffliches Muster davon nehmen, was der Glaube unter allerlei Druck und Not f&uuml;r einen Zugang 
zu GOtt habe, und daraus erkennen, da&szlig; viel an GOtt sei, das ein elender zu seinem Trost ergreifen 
k&ouml;nne. O wie viel Klagen und Seufzer hat GOttes Ohr schon vor sich kommen lassen! Wie bald 
sind aber wir &uuml;berdr&uuml;ssig und unwillig, wenn der Elende seine Klage vor uns aussch&uuml;tten will? 
Luther sagt: Es ist ein Betpsalm, darin die lieben alten V&auml;ter des Gesetzes, der S&uuml;nden und des 
Sterbens m&uuml;de, so herzlich sich sehnen und rufen nach dem Reich der Gnade in Christo verhei&szlig;en, 
denn au&szlig;er Christo ist ja nichts, denn ein elend j&auml;mmerlich Leben. Aber in Christi Reich ist ewiges 
Leben, und der Zeit kein Ende. Solch sein Reich komme! &Uuml;brigens wechseln Im Psalmen 2) nun 
miteinander ab: Klage, Gebet und Trost aus GOtt und seinen Werken, da&szlig; man also zwei Teile 
machen k&ouml;nnte. Davon der erste vom 2-23. Vers., der andere Teil aber vom 24-29. Vers ginge, und 
jeder Klage, Gebet und Trost in sich hielte.</li> 
 
<li> 
Das erste Aussch&uuml;tten des Herzens im Gebet und 
Klage mit einem umst&auml;ndlichen aus GOtt und seinen Werken gesch&ouml;pften Trost,. V.2-23.</li> 
 
<li> 
Nochmalige Klage und Gebet, darunter aber der Elende den Trost von der ewigen Gnade im Reich 
GOttes ergreift, V.24-29.</li> 
 
</ol> 
 
<p>So empfindlich hier die g&ouml;ttliche Traurigkeit beschrieben wird, so ist doch 
selbst unter solchem Heulen und Seufzen im tiefsten Grund mehr Zufriedenheit, als unter aller Welt 
Freude. Denn es ist mehr &Uuml;bereinstimmung mit dem Willen GOttes, mehr Untert&auml;nigkeit unter GOtt 
dabei, mehr Freude, als bei aller Lustbarkeit, die ein stetes Streiten wider GOtt mit sich f&uuml;hrt. Auch 
als ein einsamer Vogel auf dem Dache ist man doch dem Himmel n&auml;her, als einer, der sich in der 
Welt anbauen und fest setzen will. Doch sp&uuml;rt man freilich, da&szlig; man nicht im Himmel ist, sondern 
zwischen dem Weltleben und dem ewigen Leben einsam im Glauben schweben mu&szlig;, wie unser sel. 
Luther &uuml;ber diesen Psalmen sagt. Es wird aber auch an die Welt kommen, da&szlig; sie noch mehr als 
Rohrdommels Heulen erfahren mu&szlig;. Strau&szlig;en werden da wohnen, Feld=Geister werden da h&uuml;pfen, 
Eulen in ihren Pal&auml;sten heulen, Drachen in ihren lustigen Schl&ouml;ssern, das hat schon das alte Babel 
bei seiner Zerst&ouml;rung erfahren, und dem jetzt noch stehenden Babel wirds auch nicht besser gehen, 
wenn sie nach Offenb. 18:2 eine Behausung der Teufel, und eine Behausung aller unreinen Geister, 
und ein Beh&auml;ltnis aller unreinen und feindseligen V&ouml;gel werden wird, wovon die empfindlichen 
Folgen sich &uuml;ber Alle, die vom Wein ihrer Hurerei getrunken haben, ausbreiten werden. O, wie viel 
besser ist es hier mit Zion und &uuml;ber Zion zu weinen! Wer hier zeitlich hat geweint, der darf nicht 
ewig klagen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 103,1-22</font></b></h4> 
 
<P>Der 103. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in der &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Es ist bedenklich, wie auf die im 
n&auml;chstvorhergehenden Psalm so beweglich ausgesch&uuml;tteten Klagen des Elenden nun in diesem Psalm 
so ein herrliches Lobopfer des Begnadigten folgt, besonders wenn man noch etwas n&auml;her bemerkt, 
wie Manches das im vorigen Psalmen als ein schmerzlicher Pfeil des Allm&auml;chtigen, klagweise ist 
angezogen worden, nun als eine zum Heil angeschlagene Kur ger&uuml;hmt wird. Z. E. meine Tage sind 
vergangen wie ein Rauch, meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand, meine Tage sind dahin wie 
ein Schatten, und ich verdorre wie Gras. Hingegen in diesem Psalmen: Der dein Leben vom 
Verderben erl&ouml;st, und dich kr&ouml;nt mit Gnade und Barmherzigkeit; der deinen Mund fr&ouml;hlich macht, 
und du wieder jung wirst wie ein Adler usw., so war auch der Trost aus GOtt im 102. Psalm daher 
genommen: Du aber, HErr, bleibst wie Du bist, und hier im Psalmen hei&szlig;t es: Die Gnade aber des 
HErrn w&auml;hrt von Ewigkeit zu Ewigkeit &uuml;ber die, so Ihn f&uuml;rchten; und seine Gerechtigkeit auf 
Kindeskind; da&szlig; man also wohl sagen mag: S&uuml;nde und Tod f&uuml;hlen, und darunter um Gnade und 
Vers&ouml;hnung ringen, und nach dem Reich GOttes und seiner Gerechtigkeit trachten, ist die Sache 
des 102. Psalmen: S&uuml;nde und Tod f&uuml;hlen, und dar&uuml;ber Vers&ouml;hnung und den Geist, der da lebendig 
macht, empfangen haben, und also seinen GOtt loben, und sich im Glauben und Geduld an alle 
Heiligen GOttes anschlie&szlig;en, ist die Sache des 103. Psalmen.</li> 
 
<li> 
Die Einteilung des Psalmen ergibt 
sich merklich in drei Teile. Der erste Teil enth&auml;lt einen erwecklichen Aufruf zum Lob GOttes, 
womit er seiner eigenen Seele zuspricht, GOttes Wohltaten im &Auml;u&szlig;ern und Innern dankbarlich zu 
erw&auml;gen, V.1-5. Hierauf folgt dann ein ausf&uuml;hrliches Lob GOttes und Anbetung &uuml;ber seine 
Gerechtigkeit, Gnade und Reich, V.6-19. Der Beschlu&szlig; macht einen wiederholten Aufruf zum Lob 
GOttes, der an die Engel und an alle Werke GOttes gerichtet ist, zuletzt aber sich doch wieder auf 
seine eigene Seele zur&uuml;ckzieht, V.20-22. So bald ein Mensch der Gerechtigkeit GOttes untertan ist, 
so kann er sich des ganzen Reichs GOttes, und alles Dessen, was GOtt darin zu seinem Lob bereitet 
hat, mit Freuden annehmen, und Gemeinschaft damit haben. Da l&auml;&szlig;t GOtt von seinem Hadern mit 
einem, und der Mensch l&auml;&szlig;t von seinem Streiten und Rechthaben wider GOtt ab, und gibt sich als 
einen von der S&uuml;nde &uuml;berw&auml;ltigten, in die Bande des Todes geratenen, sich selbst zu helfen 
unverm&ouml;genden Menschen hin, dem GOtt seinen richterlichen Beistand nicht versagen kann, sondern 
ihn nach dem in Gnade und Wahrheit festgesetzten Armen=S&uuml;nderrecht herausrei&szlig;t, und ihm Herz 
und Mund bis zum Loben und Danken stillt und erf&uuml;llt. Da erf&auml;hrt man, was es ist um eine ewige 
Gnade, die mithin auch einen ewigen unaufh&ouml;rlichen Ausflu&szlig; und Zueignung &uuml;ber unser Herz 
bringt. Da gibt es ein fr&ouml;hliches Leben im Willen GOttes, dabei einer an GOtt glaubt, sich in GOtt 
freut, Ihm aus herzlicher Liebe f&uuml;r seine Gnade dankt, Ihn vor der Welt bekennt, sich auch durch 
seinen Heiligen Geist regieren l&auml;&szlig;t zu all seinem Willen, und alle Dem&uuml;tigungen, darunter man dem 
Leib der S&uuml;nde und des Todes f&uuml;hlt, und sich als einen Staub=Menschen empfindet, mit der 
fr&ouml;hlichen Hoffnung des ewigen Lebens in der ewigen Gnade &uuml;berwindet. </li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 104,1-35</font></b></h4> 
 
<P>Der 104. Psalm hat keine &Uuml;berschrift, schlie&szlig;t sich aber ganz wohl an den 103. an, und setzt nun 
die Erweckung zum Lob GOttes fort, aus einem neuen Grund, n&auml;mlich aus der Betrachtung seiner 
Werke in der Sch&ouml;pfung und Erhaltung der Welt. Die Ordnung gibt zu erkennen, da&szlig; wenn man 
nach dem 103. Psalm die Gnade des HErrn in Vergebung der S&uuml;nden und Heilung aller Gebrechen 
hat kennen lernen, und zum dem&uuml;tigen Wandel vor GOtt in seiner Furcht gekommen ist; so kann 
man erst auch das Reich der Natur und die Werke GOttes darin fruchtbarlich betrachten. Das hat 
auch der sel. Arndt in seinen B&uuml;chern vom wahren Christentum so wohl beobachtet, und hat im 1. 
Buch angefangen zu zeigen, wie in einem wahren Christen der alte Adam sterben, Christus aber in 
ihm leben soll, und wie er nach dem Bilde GOttes t&auml;glich erneuert werde, und in der neuen Geburt 
leben m&uuml;sse. Hernach im 2. Buch, wie Christi Menschwerdung, Liebe, Demut, Sanftmut, Geduld, 
Leiden, Sterben, Kreuz, Schmach und Tod, unsern Seelen Arznei und Heil bringe, aber auch unser 
Spiegel und Vorbild sei, dein wir nachfolgen sollen, und wie ein wahrer Christ die S&uuml;nde, Tod, 
Teufel, H&ouml;lle, Welt und alle Tr&uuml;bsal durch Glauben, Gebet, Geduld und himmlischen Trost 
&uuml;berwinden solle, und das Alles in Christo JEsu, durch desselben Kraft St&auml;rke und Sieg in uns; und 
im 3. Buch, wie GOtt den h&ouml;chsten Schatz, sein Reich ins Menschenherz gelegt, als einen 
verborgenen Schatz im Acker als ein g&ouml;ttliches inneres Licht der Seele, und wie dasselbe in uns zu 
erwecken und zu suchen sei. Und dann kommt er erst im 4. Buch darauf, wie das gro&szlig;e Weltbuch 
der Natur von GOtt zeuge und zu GOtt f&uuml;hre. Arndt sagt: GOtt tut gleich als ein lieber Vater, der 
ein Kind zu sich ruft, und gew&ouml;hnt mit s&uuml;&szlig;en Worten. Will es dann nicht kommen, so gibt er ihm 
einen Apfel oder Birn dazu, nicht da&szlig; das Kind diese Gabe so lieb haben solle, da&szlig; es daran hangen 
bleiben solle, sondern es soll an der Liebe des Vaters hangen, als des Gebers. Also l&auml;&szlig;t unser lieber 
Vater im Himmel es nicht dabei bewenden, da&szlig; Er uns durch so holdselige freundliche Worte, wie 
bei den Propheten und Aposteln stehen, zu sich ruft, sondern gibt und wirft uns auch viel gute 
Gaben zu in der Natur. Eben darum hat GOtt den Menschen so elend, d&uuml;rftig, mangelhaft, nackend 
geschaffen, hungrig und durstig lassen geboren werden, da&szlig; ihn GOtt mit so vielen Wohltaten, 
Gaben und Geschenken zu sich ziehen, und der Mensch GOttes Liebe aus allen Dingen schmecken 
m&ouml;ge. In der &uuml;brigen Einteilung des Psalmen sp&uuml;rt man, da&szlig; der Mann GOttes die Werke GOttes 
nicht nur nach dem blo&szlig;en Aussehen der Natur betrachtet, sondern da&szlig; er die Anzeigen und 
Beschreibungen vor sich gehabt habe, die das Wort GOttes von der Sch&ouml;pfung der Welt macht. Um 
so weniger soll man die kurzen Beschreibungen Mosis als verbl&uuml;mte Reden ansehen und entkr&auml;ften, 
weil der Heilige Geist auch lange Zeit hernach andere M&auml;nner GOttes immer aus dieser Spur der 
Sechs Tagwerke fortgeleitet hat, wie jetzt auch dieser Psalm meist darnach eingerichtet ist. Das erste 
Tagwerk GOttes, als das Licht, wird bemerkt, V.1. 2. Das zweite Tagwerk, der Bau des Himmels, 
V.3. 4. Das dritte Tagwerk, Erde und Meer, wobei zugleich etwas vom f&uuml;nften und sechsten 
Tagwerk angebracht wird, V.5-18. Das vierte Tagwerk, Sonne und Mond, wozu wieder etwas vom 
sechsten Tagwerk genommen wird, V.1 9-23. In der Bewunderung nimmt er Alles, was zur 
Sch&ouml;pfung und fortw&auml;hrenden Vorsorge und Unterhaltung geh&ouml;rt, zusammen, V.24-30. Den 
Beschlu&szlig; macht ein freudiger Vorblick auf das, was GOtt noch k&uuml;nftig besonders mit der Erde 
vorhabe. Hier kommt das Hallelujah im Psalterbuch das erstemal vor, und wenn das, was der Psalm 
so mit Freuden voraus gesehen hat, in seine Erf&uuml;llung gehen wird, so wird im Himmel und auf 
Erden das Hallelujah, und so manches bisher aufgehaltene und gehemmte Lob GOttes in vollen 
Schwang kommen. Siehe Offenb. 19. Hallelujah, denn der allm&auml;chtige GOtt hat das Reich 
eingenommen, da wird auf der ganzen Erde das in Christo JEsu hergestellte Wohlgefallen GOttes 
an seinen Werken erst recht hoch gepriesen werden.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 105,1-45</font></b></h4> 
 
<P>Der 105. Psalm schlie&szlig;t sich gar wohl an die beiden n&auml;chstvorhergehenden an, denn wie im 103. 
Psalm die Beweisungen der Gnade an einem jeden Gnadengenossen gepriesen werden, im 104. 
Psalm aber das Wohlgefallen GOttes an allen seinen Werken das gro&szlig;e Ziel gewesen ist; so hat es 
jetzt dieser Psalm allermeist mit den Gnaden=Erweisungen GOttes an dem Volk Israel als den 
n&auml;chsten Erben seiner Verhei&szlig;ung zu tun, und so kann noch immer der Glaube verschiedene Weide 
im Namen GOttes, in der Betrachtung seiner Worte, Werke, Wege, Verhei&szlig;ungen und F&uuml;hrungen 
suchen und finden; das einemal n&auml;her bei sich selbst und seinen eigenen Erfahrungen stehen bleiben, 
das anderemal aber sich in die Haushaltung GOttes mit den &uuml;brigen Gnaden=Genossen ausbreiten. 
Den Anfang macht eine wirkliche Aufforderung zum Lob GOttes, die an das Israelitische Volk 
gerichtet ist, V.1-6., und dann kommt eine ausf&uuml;hrliche Beschreibung, was GOtt an den Erben seiner 
Verhei&szlig;ung von je her f&uuml;r Gnade bewiesen habe, V.7-45. Was f&uuml;r guten Gebrauch man von 
dergleichen Psalmen in der Israelitischen Kirche gemacht habe, davon siehe besonders 2. Buch 
Chron. 17, 7. Die von David gemachte Anstalt zum Danken, aber auch wie man sich in der Not und 
zur Zeit schwerer Gerichte auf den Bund GOttes berufen, und Ihm seine vormalige Gnade 
vorgehalten habe, davon Jer. 32, 17. und Dann. 9, 15. und was der Geist GOttes bei dem Anbruch 
des Neuen Testaments den Gl&auml;ubigen f&uuml;r Psalmen und Loblieder in den Mund gelegt, davon siehe 
Lucas 1:46-68. Wir stehen noch jetzt auf der Wurzel der Israelitischen Kirche und sind dieses Safts 
teilhaftig, und haben uns also auch aller dieser Erweisungen GOttes an Israel mit Freude und Dank 
anzunehmen. An der Gnade Christi genie&szlig;en wir den Segen Abrahams, und GOtt gedenkt noch 
immer an seinen Bund, bis Er uns in das Vaterland und in die Stadt bringt, dazu Er uns berufen und 
die Er uns bereitet hat.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 106,1-48</font></b></h4> 
 
<P>Der 106. Psalm f&auml;hrt nicht nur in der angefangenen Geschichte des Volks GOttes fort, sondern tut 
noch die besondere Betrachtung hinzu, da GOtt auch bei des Volks dazwischen gekommenem 
Unglauben und Undankbarkeit doch so viele Verschonung und neue Gnade habe vorwalten lassen, 
und wie bei GOtt &uuml;ber Alles hinein immer das Angedenken an seinen Bund vorgedrungen sei. Der 
sel. Arndt teilt den Psalm ein: in Danksagung, Beichte und Gebet, und dabei mag man es f&uuml;glich 
lassen.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Danksagung, V.1-5. Was hier von der ewig w&auml;hrenden G&uuml;te GOttes ger&uuml;hmt wird, zeigt 
nicht nur die unver&auml;nderliche Dauer der G&uuml;te GOttes an, &uuml;ber diejenigen, so an der G&uuml;te bleiben, 
sondern macht auch den wichtigen Gegensatz aus gegen den Zorn, der nur einen Augenblick w&auml;hrt, 
und gibt die Versicherung, da&szlig; auch bei dazwischen kommendem gerechten Zorn, doch die Gnade 
siege, und GOtt und, seiner ewig bleibenden G&uuml;te handle.</li> 
 
<li> 
Die Beichte, darin nicht nur ihre 
&auml;u&szlig;erlichen groben S&uuml;nden erkannt und bekannt, sondern auch die tiefen Quellen, davon ihr 
ungl&auml;ubiges Abirren von GOtt, ihr Verkehren seiner Wege in dem&uuml;tige Abbitte vor GOtt gebracht 
wird, V.6-46.</li> 
 
<li> 
Gebet, V.47. 48.</li> 
 
</ol> 
 
<p>&Uuml;ber einen solchen Psalm k&ouml;nnte man nun eine sch&ouml;ne Parodie 
oder nachahmendes Lied machen, und unsere liebe evangelische Kirche vor sich nehmen, und 
dar&uuml;ber solch Danken, Beichten und Beten vor GOtt bringen. Mit Danken sich erinnern, was GOtt 
am Anfang der Reformation f&uuml;r Wunder getan, was sich f&uuml;r ein Segen gezeigt, aber auch in 
dem&uuml;tige Beichte vor GOtt nehmen, was f&uuml;r Unglaube und Sicherheit eingerissen, was hundert Jahre 
hernach durch den drei&szlig;igj&auml;hrigen Krieg f&uuml;r eine Sichtung vorgenommen worden, wie GOtt sein 
Volk wieder hat Gnade finden lassen, wie von selbigem Religionsfrieden an, das liebe Evangelium 
wieder so ruhig und reichlich gepredigt worden; wie man aber GOtt dazwischen hinein immer 
wieder durch Unglauben und Ungehorsam zu neuen Gerichten gereizt, wie aber GOtt auch da nicht 
um unserer Gerechtigkeit willen, sondern um seines Namens und um seines Bundes willen Gebet 
erh&ouml;rt und Hilfe geschafft hat. Luthers Rede war &ouml;fters diese: wem sollen denn die Verhei&szlig;ungen 
GOttes gelten, wenn wir uns derselben nicht annehmen wollen ? O! da&szlig; wir nur insgesamt mit 
unseres Herzens Vertrauen lauterlich auf dem Wort des HErrn und seinen Verhei&szlig;ungen st&auml;nden, 
und selbiges GOtt flei&szlig;ig in unserem Gebet vorhielten, und damit vor den Ri&szlig; st&uuml;nden. GOtt sieht 
sich noch immer nach solchen um, die den Ri&szlig; aufhalten.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 107,1-43</font></b></h4> 
 
<P>Der 107. Psalm ist eine Ermunterung zum Lob GOttes &uuml;ber so mancherlei Gutes, das der HErr an 
den Menschenkindern tut. Da f&uuml;hrt uns der Mann GOttes durch die Welt, als durch einen Schauplatz 
des menschlichen Elends, und der Wunderwerke und Gutherzigkeiten GOttes. Er geht mancherlei 
Gattungen von Bedr&auml;ngten und in Not Geratene durch, und zeigt bei jeder Gattung, wie sie in Not 
gesteckt, darinnen zu GOtt geschrieen, daraus seine Hilfe erfahren haben, und welchen Dank sie 
Ihm also schuldig seien. Zuletzt nimmt er noch manche andere denkw&uuml;rdige Schickungen GOttes 
zusammen und erweckt ein dankbares Andenken dar&uuml;ber.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Er sagt seine Hauptabsicht, n&auml;mlich 
zum Lob GOttes aufzufordern, aus Betrachtung, wie auch bei ernstlichen Heimsuchungen GOttes, 
und darunter hervorblickender Zorn=Gerichte, es doch wieder auf die Erfahrung der ewigen G&uuml;te 
GOttes hinauslaufe.</li> 
 
<li> 
Wendet er sich an die verschiedenen Gattungen von Menschen, die auf 
Reisen, in Fremdlingschaft, In Gef&auml;ngnissen, in Krankheiten und besonders auf dem Meer in gro&szlig;e 
Not geraten, aber auch die m&auml;chtige Hilfe GOttes erfahren haben, V.2-32. Zuletzt werden 
mancherlei im menschlichen Leben und b&uuml;rgerlichen Regiment vorkommende Schickungen GOttes 
zusammen genommen, und der Menschen Nachdenken dar&uuml;ber mit einem eindringlichen Beschlu&szlig; 
erweckt. Undankbare und Boshaftige setzt der liebe Heiland Luc. 6. zusammen, denn wer GOttes 
G&uuml;te nicht mit Dank erkennt, und darin nicht seine Weide sucht und findet, der geht unfehlbar dem 
Eiteln nach, und ger&auml;t dar&uuml;ber in Bosheit, gleichwie im Gegenteil an der Bosheit das Giftigste ist, 
da&szlig; es so aus Undank gegen dem guten GOtt geht,. und da&szlig; man dabei sein Maul oft so weit auftut, 
und sich in seinem Hochmut so viel r&uuml;hmt; darum man sagen sollte: So der HErr will, und wir 
leben, wollen wir dies oder das tun, Jak. 4, 15. 16. Wohl dem, dem der Mund zu allem 
fr&uuml;hzeitigen R&uuml;hmen und unzeitigen Klagen gestopft, und hingegen zum Beten und Loben desto 
mehr er&ouml;ffnet ist.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 108,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 108. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Er ist aus dem 57. und 60, 
Psalmen zusammengesetzt, und kommt in diesen angezogenen Stellen fast von Wort zu Wort vor. 
Es kommt ja auch bei unserer Glaubens= und Gebets=&Uuml;bung nicht selten vor, da&szlig; denen, die mit 
eigenen Worten beten, doch gerne gewisse Ausdr&uuml;cke vor andern h&auml;ufig in den Sinn und Mund 
kommen, und sie also zu verschiedenen Zeiten einerlei Worte im Gebet gebrauchen k&ouml;nnen, nicht 
als ob sie gerade die vorigen wiederholten, sondern weil solche Worte mit ihrer innern 
Seelen=Gestalt vorz&uuml;glich und genau &uuml;bereinstimmen. Hieraus kann man sich einigerma&szlig;en 
vorstellen, wie der Heilige Geist auch den David zu verschiedener Zeit einerlei Worte gelehrt hoben 
mag, ohne da&szlig; das Neuere aus dem Alten gerade wie abgeschrieben war, sondern weil die gleichen 
Worte zu anderer Zeit seines Herzens Zustand und dem darin wirklich vorgehenden Gesch&auml;ft des 
Glaubens so angemessen recht war. David bezeugt also </li> 
 
<li> 
seine Fertigkeit zum Lob GOttes, sein 
Verlangen und seine Hoffnung, den HErrn bald unter allen V&ouml;lkern um seine Gnade und Wahrheit 
loben zu k&ouml;nnen, V.2-7. Die n&auml;mliche Erkl&auml;rung von der in sich selbst versp&uuml;rten Erweckung zum 
Lob GOttes kommt im 57. Psalm erst in der Mitte des Psalmen vor, und zeigt sich also als eine 
Frucht von seinem vorherigen ernstlichen Eindringen in GOtt. Hier aber f&auml;ngt der Psalm damit an, 
und damit hat diese Fertigkeit zum Lob GOttes die Art eines ohne vorl&auml;ufige Vorbereitung 
verliehenen gn&auml;digen Geschenks von oben, wie GOtt zum Beweis seiner freien Gnade uns bald ganz 
unvermutet etwas schenkt, bald aber auch zur Belohnung f&uuml;r die treue im Kleinen uns auf unser 
Anschicken mit einer weiteren F&uuml;lle des Herzens begnadigt.</li> 
 
<li> 
Hernach h&auml;lt David dem gro&szlig;en 
GOtt das Wort der Verhei&szlig;ung vor, das ihm einmal geworden sei, und darauf er sich verlasse, 
V.8-10.</li> 
 
<li> 
Er schlie&szlig;t mit gelassener zuversichtlicher Bitte, da&szlig; der HErr darin seine Wahrheit nicht 
werde fehlen lassen, V.11-14. Bei aller zuvor bezeugten Freudigkeit bleibt er doch bei dem 
dem&uuml;tigen Bekenntnis, da&szlig; der Sieg allein von GOtt komme, und bei dem Angedenken, wie es 
ginge, wenn GOtt verstie&szlig;e, und nicht ausz&ouml;ge mit dem Heer. Heutigen Tags wird Menschen=Hilfe 
und Selbsthilfe sehr hoch gesetzt, damit kommt man immer weiter von der F&uuml;hrung GOttes durch 
Glauben und Geduld ab; daher ist auch das Lob GOttes so matt und rar. O, wie n&ouml;tig ist die 
t&auml;gliche Erinnerung und Erneuerung auf den Glaubens=Sinn: Schaffe uns Beistand in der Not 
Menschen=Hilfe ist kein n&uuml;tze.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 109,1-31</font></b></h4> 
 
<P>Der 109. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift Ein Psalm Davids, vorzusingen. Ist auch einer von den 
Leidens=Psalmen, und wird im Neuen Testament besonders von den Leiden, durch den ungetreuen 
J&uuml;nger Judas verursacht, angezogen. Er enth&auml;lt vor andern Vieles von schweren Fl&uuml;chen, die nach 
GOttes Vergeltungsrecht &uuml;ber die kommen werden, die diese Tr&uuml;bsal angelegt haben. Dar&uuml;ber 
entsteht billig die Frage: Wie hat man es doch anzusehen, da&szlig; unser lieber Heiland bei seinem 
wirklichen Leiden eine so unverbr&uuml;chliche Stille und Geduld bewiesen, und hier hingegen kommen 
so schwere Fl&uuml;che vor? Er stellt es bei aller Geduld Dem heim, der da recht richtet, 1. Petr. 2:23. 
Durch alle Geduld des Leidenden wird der Gerechtigkeit GOttes nichts vergeben. Der da recht 
richtet, beh&auml;lt doch sein Recht an Den, der Tr&uuml;bsal anlegt, auch wenn der Leidende F&uuml;rbitte tut: 
Vergib es ihnen, behalte ihnen diese S&uuml;nde nicht, so gilt es zwar vor GOtt als ein liebliches Opfer. 
Aber ob wirkliche Vergebung erfolgen kann, das kommt noch auf Den an, der Unrecht getan hat, 
ob und wie er sich zur Erkenntnis und Abbitte seines Unrechts bringen l&auml;&szlig;t. Den HErrn, der ihm 
Recht spricht, hatte der HErr JEsus in seinem Leiden wohl vor Augen, Jesaj. 50, 6-8. Daraus st&auml;rkte 
Er sich aber in seiner Geduld. Da&szlig; aber hier und anderswo so bittere Klagen und schwere Fl&uuml;che 
vorkommen, das hat man so anzusehen Beim unschuldigen Leiden ist im Herzen zweierlei. Eines 
Teils eine Empfindung, die der Leidende notwendig hat von dem Unrecht, so ihm widerf&auml;hrt, und 
mithin auch von der Ansprache, die er an die Gerechtigkeit GOttes hat; andern Teils aber die 
Geduld, oder die St&auml;rke Herzens, womit er die Empfindlichkeit &uuml;berwindet, und seine Ansprache 
an die Gerechtigkeit GOttes wohl gar in F&uuml;rbitte verwandelt. Beides kann auf einmal im Innersten 
des Leidenden vorgehen. Aber es kann nicht auf einmal vorgestellt und in Worte gefa&szlig;t werden, 
darum ist es so geteilt, da&szlig; das eine in den Leidens Psalmen vor Augen gestellt ist, und doch das 
Andere unter dem wirklichen Leiden an dem Lamm GOttes geleuchtet hat. Das erste taugt ohnehin 
besser in die Schriften des Alten Testaments, und wie der Geist GOttes damals bei dem noch nicht 
so weit verkl&auml;rten Geheimnis des Kreuzes vom Leiden gezeugt hat, das Andere aber ist der Art des 
Neuen Testaments gem&auml;&szlig;er, wo die Hoffnung der Herrlichkeit unter dem Leiden schon mehr 
hervorgebrochen war, und der Geist GOttes als ein Geist der Herrlichkeit &uuml;ber dem Leidenden ruht, 
und also die Stille und Geduld auch v&ouml;lliger sein kann. Neben dem wird auf diese Weise auch etwas 
zur Verwahrung gesetzt, da&szlig; man an der Stille und Geduld des Leidenden nicht Gelegenheit nehme, 
sich desto frecher an Ihm zu vers&uuml;ndigen, sondern fein auch bed&auml;chte, was zum Voraus auf seine 
Feinde ausgesprochen und geschrieben sei. So hat es auch unser lieber Heiland dem Judas neben 
einander hingelegt, Matth. 26, 24. Des Menschen Sohn geht zwar dahin - doch wehe dem Menschen 
- und endlich hat diese Vorherverk&uuml;ndigung der Schrift dazu gedient, da&szlig; dem &Auml;rgernis vorgebeugt 
wurde, welches sonst f&uuml;r die Redlichen, aber in den Kreuzes=Wegen Unerfahrenen viel schwerer 
gewesen w&auml;re. Darum hat sich der liebe Heiland auch in dem Vorfall mit Judas gegen seine J&uuml;nger 
auf die Schrift bezogen, und Petrus nachgehends Apostelg. 1, 16. ausdr&uuml;cklich auf diesen 109. 
Psalm. &Uuml;brigens l&auml;&szlig;t sich derselbe f&uuml;glich in zwei Teile einteilen, und f&auml;ngt an,</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
mit Gebet, aber so, da&szlig; die Klage und Beweggrund zur Erh&ouml;rung von der Feinde Bosheit und 
Falschheit hergenommen ist, und also GOttes Vergeltungs=Recht &uuml;ber sie angerufen wird, V.1-20.</li> 
 
<li> 
Von dem wendet sich nun das Gebet so, da&szlig; die Klage und Beweggrund zur Erh&ouml;rung von des Leidenden 
gro&szlig;em Elend hergenommen ist, und dabei verspricht er sich zuversichtlich einen guten Ausgang, 
V.21-31. So hatte unser leidender Heiland unter seinem Leiden eine Seele, in welcher GOtt verkl&auml;ret 
war, und einen Leib voll Leiden, Schmerzen, Schmach und Hohn. Aber was GOttes Hand 
herausgebracht, das wird nun im Evangelium verk&uuml;ndigt und uns zum Glauben und Genie&szlig;en 
vorgehalten.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 110,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 110. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Unser lieber Heiland selbst zieht 
ihn an, und sagt: David habe darin im Geist geredet; und in der Tat zeugt der Psalm von einer ganz 
besonderen Erleuchtung, wodurch David im Geist &uuml;ber den Schatten seiner Zeit hin&uuml;ber gehoben 
ward, und vom K&ouml;nigreich und ewigen Priestertum Christi, mithin von den gr&ouml;&szlig;ten Geheimnissen 
des Evangelii, so hell und nachdr&uuml;cklich beugen konnte. Zugleich bewies sich auch an ihm ein solch 
fester Glaube, mit welchem er sich an diese heimlichen Wahrheiten gehalten, eine solche Freude, 
in welcher er mit GOtt und seinem Gesalbten dar&uuml;ber geredet, da&szlig; also zusammen ein rechtes 
Gespr&auml;ch im Geist hei&szlig;en mag. Hieraus ergibt sich auch die Einteilung des Psalmen am leichtesten, 
denn es kommt deutlich vor: Ein doppelter Ausspruch vom HErrn. Der HErr sprach, V.1, und der 
HErr hat geschworen, V.4, woraus David den gro&szlig;en Aufschlu&szlig; und hernach &uuml;ber beides eine 
liebliche Gratulation bekommen, womit sich David in erfreutem Geist teils zu Christo, teils zu dem 
himmlischen Vater wendet, und damit zugleich seinen erfreuten Glauben &uuml;ber diese gro&szlig;en Dinge 
also bezeugt.</li> 
 
<li> 
Den Ausspruch GOttes vom Reich seines lieben Sohnes, und Davids dar&uuml;ber 
bezeugte Freude, V.3. Welch einen gn&auml;digen Zutritt David dabei zum H&ouml;ren bekommen, was der 
HErr zu seinem HErrn gesprochen hat! Welch eine W&uuml;rdigkeit der Schrift: da&szlig; in derselben 
vorkommt, nicht nur was GOtt mit den Menschen redet, sondern auch das, was selbst zwischen dem 
Vater und Sohn im Scho&szlig; vorgegangen und veranstaltet worden ist! Tiefer Verstand vom Reich 
Christi wie es mit dem Sitzen zur Rechten angegangen, dieser Thron aber nicht gleich mit der 
Exekution und Aufreibung der Feinde befestigt worden ist, sondern deshalb eine in Zeiten und 
Stunden gefa&szlig;te Haushaltung und Ordnung angegangen ist, in welcher nun Alles nach einander 
abl&auml;uft und gegen welche Verordnung des Vaters der Sohn in einer kindlichen Ergebenheit und 
Warten steht. Inmittelst wird dies K&ouml;nigreich in der Welt mit Nachdruck und Segen gepredigt, und 
es gibt ein Herrschen mitten unter den Feinden ab. Die Kraft des Heiligen Geistes, den JEsus vom 
Thron aussendet, erf&uuml;llt die Herzen seines Volks mit Willigkeit und manchen andern sch&ouml;nen 
Gaben, und es werden ihm immer Kinder des Reichs geboren, wie der Tau aus der Morgenr&ouml;te,</li> 
 
<li> 
Kommt vor der Ausspruch GOttes vom ewigen Priestertum seines Sohnes, und Davids Anrede an 
den himmlischen Vater, und dar&uuml;ber bezeugte Freude, wie der von Ihm eingesetzte K&ouml;nig und 
Priester sein Amt f&uuml;hren werde, V.4-7. Sonst schw&ouml;rt Der, der das Amt &uuml;ber sich nimmt, hier aber 
Der der es &uuml;bertr&auml;gt, weil auch so viel daran gelegen ist, von dem festen und unab&auml;nderlichen 
Vorsatz gewi&szlig; zu sein, auf welchem Alles beruht. Gegen den Sohn r&uuml;hmt David, V.2. 3., was der 
Vater an Ihm zur Ausbreitung seines Reichs tun werde ; gegen den Vater aber, wie der Sohn beim 
K&ouml;nigreich und Priestertum Alles nach dein Willen und zum Wohlgefallen des Vaters ausf&uuml;hren 
werde. O! wie wird dieser Psalm noch weiter, wenn es auf Offenb. 16:13. 14. 19. und 18, 19. 
hinaus geht, gen&uuml;tzt und verstanden werden. "Wie haben die lieben V&auml;ter im Alten Testament ihren 
Artikel vom zuk&uuml;nftigen Christo so wohl und so fest gefa&szlig;t!" schreibt unser lieber sel. Luther; wie 
haben sie so fr&ouml;hlich und von ganzem Herzen des gewartet, als hatten sie keine andere Freude und 
Trost auf Erden. K&ouml;nnten wir unserer fr&ouml;hlichen herrlichen Auferstehung und des ewigen Lebens 
auch eben so gewi&szlig; und fr&ouml;hlich warten, w&auml;re unser Herz auch des Glaubens so voll was w&uuml;rde 
fehlen, da&szlig; wir nicht auch solche sch&ouml;ne fr&ouml;hliche Psalmen sollten machen?</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 111,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 111. Psalm fangt an: Hallelujah; welches mit Recht die gew&ouml;hnliche Trompete des Heiligen 
Geistes hei&szlig;t, Alles zum Lob GOttes aufzuwecken. Der sel. Luther schreibt: Zuerst ist der Psalm 
gemacht und gebraucht worden, dem Volk Israel zu singen am Osterfest, beim Osterlamm dem 
HErrn zu danken f&uuml;r alle seine Werke. Aber nun geht er durch die ganze Welt, und ist nicht mehr 
nur in dem Lande Kanaan, als in einem kleinen Winkel der Welt, er ist nun gr&ouml;&szlig;er geworden und 
klingt weiter. Er besteht</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
aus einem erwecklichen Eingang, darin der Mann GOttes seinen Vorsatz 
bezeugt, V.1.</li> 
 
<li> 
Aus der Abhandlung, darin wechselweise der Werke GOttes &uuml;berhaupt und dann 
der besonderen Wohltaten, die Er an den Seinigen erwiesen, gedacht wird, V.2-9.</li> 
 
<li> 
Den Beschlu&szlig; 
macht eine kr&auml;ftig unterst&uuml;tzte Ermahnung, V.10.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Welch eine Wohltat, wenn man noch immer 
Einige zusammen bringen kann, mit denen man von GOttes Werken reden und sein Lob besingen 
kann, sonst geht man aus Gewohnheit und Unachtsamkeit an Vielem vorbei, woraus man eine 
St&auml;rkung des Glaubens ziehen k&ouml;nnte. die S&uuml;nde hat freilich das L&ouml;bliche und Herrliche an den 
Werken GOttes sehr entstellt. Aber dagegen ist einem die ewig bleibende Gerechtigkeit GOttes ein 
Trost, die sich nicht sch&auml;mt, dem armen Ton den Unflat abzuwaschen, und die wird auch noch 
fertig werden, da&szlig; alles noch so gewaltige B&ouml;se wird welchen m&uuml;ssen. O wie sollte einen hungern 
und d&uuml;rsten nach der Gerechtigkeit! Wie soll einen verlangen nach dem neuen Himmel, und nach 
der neuen Erde, darinnen Gerechtigkeit wohnt, und wo die Werke GOttes erst in ihrer 
vollkommenen Sch&ouml;nheit werden zu sehen sein.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 112,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 112. Psalm hat wieder ein Hallelujah zum voranstehenden Wecken, der zugleich zeigt, da&szlig; 
ungeachtet der Psalm die Seligkeit der Gottesf&uuml;rchtigen beschreibt, doch Alles auf das Lob des 
HErrn selbst hinauslaufen soll, und mau an den Gottesf&uuml;rchtigen und ihrem Wohl haupts&auml;chlich 
seine Hand zu verehren habe, auch sie selbst Ihm ihre Kronen und was Er ihnen gibt, gar gern mit 
ihrem Hallelujah zu F&uuml;&szlig;en legen sollen. Dieser Psalm hat wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
einen Eingang, darin so viel 
als die Vorstellung des Vorhabens enthalten, V.1.</li> 
 
<li> 
Die Abhandlung, darin das Wohl aus der 
Furcht und dem Dienst GOttes und dann auch das Wohl aus der Lust an den Geboten GOttes 
vorgestellt wird, V.2-9.</li> 
 
<li> 
Kommt ein kurzer Beschlu&szlig; vom Gegenteil, n&auml;mlich vom elenden 
Zustand der Gottlosen, V.10.</li> 
 
</ol> 
 
<p>In Eilfertigkeit, wo und wie man zukommen kann, ohne Furcht 
GOttes, ohne Absicht auf seine Gebote, etwas vom Wohl an sich rei&szlig;en, das ist unserer Natur eigen, 
aber sein Wohl in der Furcht GOttes abwarten und auf dem Weg des Gehorsams es aus einer Hand 
empfangend, das scheint so ungewi&szlig;, und darum mu&szlig; die Schrift so oft und nun auch In diesem 
Psalmen die Gottseligkeit als zu allen Dingen n&uuml;tze, anpreisen, und die Verhei&szlig;ungen auch dieses 
Lebens, so darauf ruhen, Ins Licht stellen. Aber freilich sind es Verhei&szlig;ungen, und lassen sich also 
nicht abpochen, sondern auf den verschiedenen Wegen, die GOtt geht, und nach den ungleichen 
Stunden, die Er ums setzt, erwarten. Wenn jetzt im Psalmen das H&ouml;chste, z. E. sein Same wird 
gewaltig sein, gesetzt ist, so ist auch das Niedrige darunter eingeschlossen, wenn schon Eines sein 
Same nicht gewaltig ist, wenn schon nicht gro&szlig;e F&uuml;lle und Reichtum im Hause ist, so ist es doch 
ein Segen vom HErrn, wenn nur sonst n&ouml;tiges Auskommen und T&uuml;chtigkeit, etwas zu lernen, sich 
findet. Wer dies Wenigere verachtet, hat gewi&szlig; kein solches Herz, da&szlig; ihm ein Mehreres k&ouml;nnte 
gegeben werden. Ein getrostes Herz, das durch stete &Uuml;bung im Worte GOttes, durch immer 
erneuertes Angedenken an die Wege GOttes, durch &ouml;fters ge&uuml;bten Zugang zu GOtt unterst&uuml;tzt ist, 
kommt einem oft w&ouml;hler als aller &uuml;brige Vorrat. Hingegen dem Gottlosen ist ein Eifer in den 
Gebeinen, der ihn auffri&szlig;t, wie sich denn Viele auf ihrem Verm&ouml;gen oder gar an ihrem Leben 
aufzehren, nur dar&uuml;ber, da&szlig; sie Andern etwas entrei&szlig;en, oder an sich bringen wollen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 113,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 113. Psalm hat wieder in seinem Anfang ein Hallelujah, und wiederholt selbiges auch am Ende, 
und gibt also seine Absicht genug zu erkennen, da&szlig; es auf eine Erweckung zum Lob GOttes 
angesehen ist, und so mag man den Psalmen in zwei Teile abteilen, da der erste die Aufmunterung 
zum Lob GOttes enth&auml;lt, und der andere verschiedene Beweggr&uuml;nde hiezu an die Hand gibt:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Die nachdr&uuml;ckliche Erweckung zum Lob GOttes, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Die verschiedenen Beweggr&uuml;nde, V.4.-9.</li> 
 
</ol> 
 
<p>An allen Worten und Werken GOttes finden sich k&ouml;stliche Spuren von der Gr&ouml;&szlig;e und Hoheit, und von 
der herunlassenden Liebe GOttes. Gro&szlig; und hoch ist GOtt, da&szlig; Ihm Niemand gleich tun, Niemand 
Ihn erreichen - viel weniger von seinem Sitz heruntersto&szlig;en kann. Niedrig aber und herunterlassend 
ist der HErr in seiner Vorsorge, Aufsicht, Sch&ouml;pfers= und Erhalters=Treue, hoch gegen die, so sich 
selbst erheben, und Recht haben wollen; herunterlassend gegen die, so sich selbst erniedrigen. Nach 
diesen beiden Eigenschaften hat besonders der Sohn GOttes den Namen des Vaters auf Erden 
verkl&auml;ret. Menschenwitz triffts nicht. Entweder raisonnirt man von GOtt nach dem Hochmut 
heidnischer Weltweisen, und vergi&szlig;t dar&uuml;ber seiner eigenen und Anderer Not und Elende, oder aber 
man stellt sich GOtt sonst so gering in seiner Gerechtigkeit, so nachl&auml;ssig in seinem Verm&ouml;gen, zu 
helfen, so arm vor, da&szlig; keine gr&uuml;ndliche Furcht GOttes noch wahres Vertrauen auf GOtt dabei 
aufkommen kann. Der Glaube nimmt das Hohe und das Herunterlassende in GOtt zusammen und 
beides ist ihm teuer und k&ouml;stlich.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 114,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 114. Psalm ist eigentlich ein Opferpsalm zum Ged&auml;chtnis des Ausgangs der Kinder Israel aus 
&Auml;gypten und der Einf&uuml;hrung in das verhei&szlig;ene Land. Davon kamen sonst auch gro&szlig;e und 
ausf&uuml;hrliche Psalmen vor. Hier aber ist es in einem kurzen Auszug gefa&szlig;t. Beides hat seinen Nutzen 
zur St&auml;rkung und Anfrischung des Glaubens. Der Psalm hat zwei Teile:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Eine nachdr&uuml;ckliche 
Vorstellung von dem, was am Volk Israel und zu seinem Besten geschehen, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Erweckliche 
Fragen, warum das geschehen, samt einer zur Verherrlichung GOttes eingerichteten Antwort. Als 
ein Haus Jakob, als eine einzig eingerichtete Familie von ungef&auml;hr siebzig Seelen war das Volk in 
&Auml;gypten gekommen, das nachher in mehr als sechs mal hunderttausend Seelen wieder auszog. Auf 
die geringen Anf&auml;nge der Werke GOttes mu&szlig; der Glaube immer wieder zur&uuml;cksehen. Ein Heiligtum 
und eine Herrschaft unter ihnen anzulegen, sie als ein priesterliches K&ouml;nigreich zu distinguiren, 
durch ihren Gottesdienst und das sichtbare Bild vom Reich GOttes auszuzeichnen, war ein 
Hauptaugenmerk von der F&uuml;hrung GOttes mit ihnen. Das Meer flohe bald im Anfang ihres Zugs, 
der Jordan wandte sich zur&uuml;ck beim Eingang ins verhei&szlig;ene Land, die Berge h&uuml;pften allermeist bei 
der Gebung des Gesetzes; mithin ist doch in diesem kurzen Psalmen den Hauptgrenzen nach Alles 
ins Angedenken gebracht, womit GOtt seine Gegenwart unter Israel bewiesen hat. Luther sagt &uuml;ber 
diesen Psalmen Wir singen ihn nun Christo zu Lob, der uns nun aus dem Tod und S&uuml;nde durch das 
W&uuml;ten der Welt, des Fleisches und des Teufels f&uuml;hret in das ewige Leben.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 115,1-18</font></b></h4> 
 
<P>Der 115. Psalm hat keine &Uuml;berschrift und auch sonst keine deutliche Spur, aus welcher 
Veranlassung, um welche Zeit und von wem er m&ouml;chte gemacht worden sein. So viel sp&uuml;rt man 
wohl, es liegt ein gewaltiges Zeugnis von der Herrlichkeit des lebendigen GOttes darin, samt einer 
eindringlichen Lehre und Ermahnung, diesem lebendigen GOtt anzuhangen, und sich nicht mit den 
G&ouml;tzen zu vereiteln. Der Anfang wird gemacht</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
mit einer Bitte, da&szlig; doch GOtt seinen Namen als ein lebendiger GOtt verherrlichen wolle, V.1-8.</li> 
 
<li> 
Von da an wendet sich der Vortrag in eine heitere Ermahnung, den lebendigen GOtt mit 
wohlanst&auml;ndigem Vertrauen zu ehren, welches so 
gro&szlig;e Belohnung habe, V.9-16.</li> 
 
<li> 
Sodann wird wirklich mit einem Lob GOttes beschlossen, 
V.17-18.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Alle Welt und die Ihres Sinnes sind, rufen zusammen Uns die Ehre, uns geb&uuml;hrt zu reden; 
der Glaube, der auch hierin der Sieg ist, der die Welt &uuml;berwindet, gibt GOtt lauterlich die Ehre, und 
lehnt es nicht nur in Bescheidenheit von sich ab, sondern er wehrt sich recht: Nicht uns, nicht uns; 
denn Ehre und Lobeserhebungen soll man wie feurige Kohlen von sich absch&uuml;tteln. Man erw&auml;ge 
das bedenkliche Exempel, Apostelg. 12, 23. u. 14, 14. 15. Unter Allem will sich GOtt vornehmlich 
in seiner Gnade und Wahrheit verherrlichen, und der ist wohl daran, der an der Herrlichkeit Anteil 
hat, die GOtt &uuml;ber seine Gnade und Wahrheit wird gegeben werden. In solcher Gnade und Wahrheit 
hat sich GOtt besonders an das Haus Israel verbunden, und unter diesem wird das Haus Aaron oder 
die ganze Priesterschaft dazu bestellt, den Bund der Gnade und Wahrheit GOttes im Angedenken 
unter dem Volk zu erhalten, und auch vor GOtt ins Angedenken zu bringen. Die den HErrn 
f&uuml;rchten, hatten schon den ersten guten Schritt gemacht, und konnten also vollends in das Vertrauen 
auf die Gnade und Wahrheit des HErrn eintreten. Aus Furcht GOttes mu&szlig; einer viel nat&uuml;rliche und 
unnat&uuml;rliche Hoffnungsst&uuml;tzen wegwerfen, bekommt aber daf&uuml;r reichen Ersatz aus der Gnade und 
Wahrheit GOttes. Ohne Vertrauen aber auf die Gnade und Wahrheit GOttes behandelt man den 
lieben GOtt nicht besser, als wie einen stummen G&ouml;tzen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 116,1-19</font></b></h4> 
 
<P>Der 116. Psalm hat auch keine &Uuml;berschrift, dem Inhalt nach aber geht seine Absicht dahin, unter 
dankbarem Angedenken an die genossene Hilfe GOttes sich ganz und gar an Ihn aufzuopfern.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Der Mann GOttes ist &uuml;ber die Erh&ouml;rung seines Gebets innig ger&uuml;hrt, und fa&szlig;t den Vorsatz, dem 
HErrn seinem GOtt ewiglich anzuhangen, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Er erz&auml;hlt seine Erfahrung, sowohl was sie f&uuml;r 
Angst &uuml;ber ihn gebracht, als auch wie er darunter getr&ouml;stet worden sei, V.3-9.</li> 
 
<li> 
Er legt dem HErrn 
sein dankbares Herz dar, wie er der verschafften Hilfe nimmermehr vergessen, sondern seinem GOtt 
ewiglich anhangen wolle, V.10-19.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Bei gesunden oder kranken Tagen sich vom Schrecken des 
Todes und der H&ouml;lle, oder doch von ernstlichen Stichen, so die Ewigkeit geben kann, recht 
durchsuchen lassen, schadet nichts. Es wird viel H&auml;rtigkeit der Natur zerbrochen, und das Herz zu 
mancher Erfahrung t&uuml;chtig gemacht, die sonst zur&uuml;ck bliebe. Da sieht man, wie die Einf&auml;ltigen, die 
sich nicht selbst klug genug sind, noch zu helfen wissen, dem lieben GOtt am Herzen liegen. Aber 
auch mit welcher Beugung, Dank, Gehorsam und stiller Zufriedenheit der Glaube seinem GOtt und 
dessen Gnadenvorsatz begegnet, und sich unter Allem an die bewahrende GOttes=Macht hinh&auml;ngt. 
Der sel. Bengel schreibt in seinem Lebenslauf: Mein Leiden war meist geistlich und verborgen, 
sachte und anhaltend, und besonders gab mir bisweilen einen geschwinden Stich die Ewigkeit, die 
der Mensch vor Furcht vor dem Wehe, auf das Wohl die Ewigkeit an sich selbst mit ihrer so gro&szlig;en 
Wichtigkeit mein Innerstes durchdrang, und sch&auml;rfer durchl&auml;uterte, als keine Widerw&auml;rtigkeit zu tun 
vermag." Da mag es auch so durchdringende Seufzer wie im Psalmen gegeben haben: O HErr, 
errette meine Seele. HErr, ich bin Dein Knecht. Im Jahr Christi 303, unter der 10. heidnischen 
Verfolgung, wurde auch ein Knabe von sieben Jahren &uuml;ber dem Bekenntnis der Wahrheit zum Tode 
verurteilt, den seine Mutter selbst dem Scharfrichter hingab, und mit Vorhaltung eines Tuchs sein 
Haupt, das ihm abgeschlagen wurde, auffing, und es nochmals an ihre Brust dr&uuml;ckte, und dabei die 
Worte gebrauchte: der Tod seiner Heiligen ist wert gehalten vor dem HErrn. O HErr, ich bin Dein 
Knecht, ich bin Dein Knecht, Deiner Magd Sohn.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 117,1-2</font></b></h4> 
 
 
<P>Der 117. Psalm ist ein Meisterst&uuml;ck des Heiligen Geistes. Mit so wenig Worten so viel zu sagen. 
Aber auch ein Muster, wie etwas den Worten nach so leicht und bekannt sein kann, das doch der 
Sache und Kraft nach so wenig verstanden wird. Dies Ps&auml;lmlein wird ein jedes Judenkind 
auswendig gekonnt haben, und da es zur Erf&uuml;llung gekommen, ist es so schwer eingegangen. 
Welchen Rumor hat dieser kleine Psalm in der Welt angerichtet, bis es unter allen V&ouml;lkern vom 
Toben wider den HErrn und seinen Gesalbten zum fr&ouml;hlichen Loben gekommen ist. Der Psalm 
selbst ist anzusehen</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
als eine Ermunterung zum Lob GOttes, wie die Gl&auml;ubigen aus dem Volk 
GOttes hierzu alle Heiden und alle V&ouml;lker auffordern, V.1.</li> 
 
<li> 
Der gro&szlig;e Beweggrund dazu wird 
vom Walten der Gnade und Wahrheit GOttes hergenommen, V.2. O, was hat die Gnade und 
Wahrheit GOttes schon besiegt, und unter ihr sanftes noch und Regiment gebracht, und wie viel 
fr&ouml;hliches Lob GOttes ist schon daraus veranla&szlig;t, wie viel freundliche Aufnahme dieser 
Gnadengenossen unter einander dadurch gef&ouml;rdert worden! O, da&szlig; bald Alles vollends wegger&auml;umt 
w&uuml;rde, was dies Regiment der Gnade und Wahrheit GOttes noch aufh&auml;lt, und es unter allen V&ouml;lkern 
und Heiden so auss&auml;he, da&szlig; der Glaube fr&ouml;hlich r&uuml;hmte: Seine Gnade und Wahrheit waltet; die 
Liebe um Alle Band schl&uuml;nge und sagte: &Uuml;ber uns die Hoffnung das Siegel darauf dr&uuml;ckte: in 
Ewigkeit. Indessen freue sich, wer kann, der Barmherzigkeit, die Andern widerf&auml;hrt, und danke der 
Gnade, Treue und Wahrheit, die ihn selbst auch h&auml;lt und tr&auml;gt.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 118,1-29</font></b></h4> 
 
<P>Den 118. Psalmen mag David nach einer &uuml;berstandenen gro&szlig;en Not gemacht haben, da er etwa &uuml;ber 
die ihm widerfahrene Hilfe GOttes ein Dankfest angestellt. Der Geist Christi in ihm hat aber unter 
diesen Worten weiter gedeutet auf die k&uuml;nftigen Leiden und die darauf erfolgte Herrlichkeit Christi, 
und was daraus f&uuml;r ein Lob und Anbetung erwachsen sollte. Der liebe Heiland beruft sich selbst in 
einer seiner letzten Unterredungen auf diesen Psalm, Matth. 21:42. Man kann also den Psalmen 
wohl so ansehen, da&szlig; darin der Geist Christi</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Alles zum Lob GOttes aufmuntert, und darin 
sogleich mit seinem eigenen guten Exempel vorgeht, und die ihm widerfahrene Hilfe erhebt, 18. 
1-14.</li> 
 
<li> 
Darunter gewinnt er eine gute Aussicht wie dies Lob GOttes in den H&uuml;tten der Gerechten 
weiter ausbrechen werde, mit welch fr&ouml;hlichem Anblick er sich in der tiefsten Leidens=Not 
getr&ouml;stet, V.15-18.</li> 
 
<li> 
Er bestimmt einen besonderen Freudentag, daran er sich mit den Seinigen 
vorz&uuml;glich zu GOttes Lob wolle h&ouml;ren lassen; im Anfang und Beschlu&szlig; geht die Rede in Christi 
eigenem Namen dazwischen hinein aber kommt die Rede derer, die auf allerlei Weise an seiner 
guten Sache Anteil nehmen, 18. 19-29.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Wie gern und flei&szlig;ig sollten wir nach den Wunder=Werken 
GOttes in der Aufrichtung und bisherigen F&uuml;hrung des Reichs Christi nachdenken, und mit Danken 
und Beten zu dem noch weiteren Anbruch desselben mitwirken. Der k&ouml;stliche Sinn, in welchem 
Christus selbst durch Leiden zur Herrlichkeit eingegangen, mu&szlig; freilich aus der gleichen Worten 
immer besser gefa&szlig;t, angelogen und behauptet werden. Christi Sinn war in allen St&uuml;cken auf GOtt 
und seine Ehre gerichtet. Diesen zu verkl&auml;ren - zu dessen Lob viel Frucht der Gerechtigkeit zu 
bringen und zu schaffen - auf dies war bei ihm Alles eingerichtet. Und dabei konnte denn auch ein 
volles Vertrauen auf GOtt aufkommen, und bestehen unter Verleugnung alles Vertrauens auf 
Menschen, mithin aber auch ein Vertrauen in gro&szlig;er Freiheit von der Furcht vor Menschen in einem 
gro&szlig;m&uuml;tigen Sinn, wie GOttes Recht unter dieser seiner Reichssache bestehen werde, wann 
Menschen=Gedanken und Anschl&auml;ge verloren sein werden dabei aber doch ein Sinn voll Demut, 
sich unter alle Z&uuml;chtigung, ja unter das Leiden des Todes zu beugen, und darunter den Ruhm der 
Hoffnung der Herrlichkeit doch nicht aufzugeben. Je mehr einer diesen Sinn an Christo zuerst 
erkennen und liebgewinnen lernt, unter solcher Liebe aber Ihn selbst auch in sich nimmt und 
bewahrt, desto weniger wird er sich den Leib der S&uuml;nde und des Todes, die Welt mit ihrer Lust und 
Furcht, die t&auml;glichen Z&uuml;chtigungen, unter denen er gehalten wird, an dem Lob GOttes &uuml;ber den 
Sieg, der uns gegeben ist durch unsern HErrn JEsum Christum, hindern lassen, mit der Freude am 
HErrn und seinem durch alle Hindernisse hindurch brechenden Reich jeden Verdru&szlig; unter seine 
F&uuml;&szlig;e zu treten.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 119,1-176</font></b></h4> 
 
<P>Der 119. Psalm hat keine &Uuml;berschrift noch anderweitige unfehlbare Anzeige, wann und von wem 
er gemacht worden sei. Weil so viel vom Abweichen auf falschem Weg und vom genauen Bleiben 
an der unverf&auml;lschten Richtschnur des g&ouml;ttlichen Worts darin vorkommt, so setzen ihn Manche in 
sp&auml;tere als Davids Zeiten, weil n&auml;mlich erst durch den vielen Umgang mit fremden V&ouml;lkern so eine 
Vermischung der Wahrheit mit L&uuml;gen unter das J&uuml;dische Volk gekommen Sei. Er ist aber auch auf 
alle Zeiten hinein ein wichtiges Zeugnis von dem manchfaltigen Gebrauch und Nutzen des 
g&ouml;ttlichen Worts, wie ein Mensch GOttes dadurch vollkommen ausger&uuml;stet und zu allem guten Wert 
geschickt werden kann. Zur Einteilung des Psalmen ist &uuml;berhaupt so viel zu merken, da&szlig; er nach 
dem hebr&auml;ischen Alphabet, welches 22 Buchstaben hat, in 22 Teile eingerichtet ist, So da&szlig; jedesmal 
8 Verse nach einander mit einerlei hebr&auml;ischen Buchstaben anfangen. Der erste Achter macht den 
Eingang, die 20 mittleren die Abhandlung, und der letzte den Beschlu&szlig; aus. Der Eingang enth&auml;lt 
die Summe vom ganzen Psalmen. Der Mann GOttes hat n&auml;mlich unter einem tiefen Eindruck von 
der Seligkeit derer, die das Wort GOttes halten, den Vorsatz und Wunsch in seinem Herzen gefa&szlig;t, 
da&szlig; seine Wege auch nach diesem Wort GOttes eingerichtet, und er dadurch zu einem Menschen 
GOttes ausger&uuml;stet, mithin dieser Seligkeiten auch teilhaftig w&uuml;rde. In der Abhandlung wird hernach 
dieser gute Vorsatz und Wunsch ausgef&uuml;hrt, und da hat man aus zwei St&uuml;cke zu merken, erstlich 
auf die mancherlei N amen, die darin das Wort GOttes bekommt. Denn daraus sieht man, wie sich 
der Mann GOttes auf den g&uuml;ldenen Text so ernstlich applicirt und gelegt, die Materie desselben, 
die Art des Vortrags, die daran h&auml;ngenden Siegel der Rechte und Gerichte in Belohnung und 
Bestrafung, die Fassung des Worts und Willens GOttes in einen Bund, in Zeugnisse und Gebote, 
wie er dies Alles so genau bemerkt - andern Teils aber die vielf&auml;ltigen &Uuml;bungen, so der Mann 
GOttes daraus von sich genommen, mit Beten, mit Bekenntnis und Lob, mit gehorsamem Angriff, 
mit Klage &uuml;ber sein Elend und Unverm&ouml;gen, mit Erneuerung seines guten Vorhabens, mit Eifer &uuml;ber 
Andere, mit Zur&uuml;ckdenken ans Vergangene, mit froher Aussicht aufs Zuk&uuml;nftige, und was ihn jede 
dieser &Uuml;bungen zu seinem guten Zweck gef&ouml;rdert habe. Demnach kommt es auf die zwei Vorteile 
an: Applicre dich ganz auf den k&ouml;stlichen Text, und die Sache applicire ganz auf dich. Das ist: halte 
an mit Lesen, Betrachten, Wiederholen, Vergleichen der Worte GOttes, Alles aber, was vorkommt, 
la&szlig; bei dir zur Besserung des Herzens anschlagen, da&szlig; es dich ins Gebet zur Bewahrung deiner 
Sinne, zur L&auml;uterung deiner Absichten, zur Verabscheuung der Welt und ihres Laufs, zum 
Mi&szlig;trauen gegen dein betr&uuml;gliches Herz, zur sorgf&auml;ltigen Anwendung der Gnade antreibe.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Der Eingang: das selige Vorhaben, GOtt in Seinem Wort zu suchen, an GOtt nach seinem Wort 
zu hangen, und durch das Wort GOttes ein zu allein guten Werk geschickter Mensch Gottes zu 
werden.<BR> 
Das Wort GOttes treibt durch Aufdeckung unserer M&auml;ngel zum Gebet. Deswegen wer viel und 
ernstlich mit GOttes Wort umgeht, wird immer zum Gebet gestimmt, teils nach dem Gef&uuml;hl seines 
eigenen Bed&uuml;rfnisses, teils nach dem Glauben aus ganze Wort GOttes.</li> 
 
<li> 
Er bekennt, da&szlig; man mit der &Uuml;bung im Wort GOttes fr&uuml;h anfangen und flei&szlig;ig anhalten m&uuml;sse, 
wenn man zu dem gew&uuml;nschten Zweck kommen wolle.<br> 
Mit Lust, Begierde, Freude, Verlangen, Flei&szlig; des Herzens, es zu behalten, hat sich einer im Worte 
GOttes zu &uuml;ben, aber auch hernach mit Bekenntnis des Mundes, mit Reden davon, mit Erz&auml;hlen sich 
dessen anzunehmen.</li> 
 
<li> 
Er f&auml;hrt fort, GOttes Beistand zu seinem guten Vorhaben zu suchen, damit er nicht von 
innerlichen und &auml;u&szlig;erlichen Hindernissen davon abgehalten werde.<br> 
Wer freilich in die &Uuml;bung in GOttes Wort hineinkommt, der findet erst die tiefen Wunder desselben, 
er sp&uuml;rt die Schw&auml;che seiner Augen, selbige einzusehen. Und wenn dazu noch die Fremdlingsschaft 
in der Welt kommt, darin einem so viel Gef&auml;hrliches und Betr&uuml;gliches begegnen kann, so viel 
Exempel von Verf&uuml;hrern und Verf&uuml;hrten vorkommen, so viel Ansehen der Menschen, das einen 
erschrecken und gefangen nehmen will; so merkt man freilich, da&szlig; man sich nichts Geringes 
vorgenommen hat, wenn man sich vorgenommen, ein durch das Wort GOttes zu allem guten Werk 
 
geschickter Mensch GOttes zu werden.</li> 
 
<li> 
Er kommt &uuml;ber seinem guten Vorsatz in einen noch tieferen Kampf hinein, diese Bedr&auml;ngnis 
aber sch&auml;rft auch sein Gebet und er h&auml;lt desto mehr um Erleuchtung an, und verspricht 
Standhaftigkeit im Wort des HErrn. Da geht es aus dem n&auml;mlichen Ton, wie in dem Kirchenlied: 
 
<blockquote> 
Ach, erheb' die matten Kr&auml;fte,<br> 
Da&szlig; sie sich doch rei&szlig;en los,<br> 
Denke, da&szlig; ein armer Mensche<br> 
Dir im Tod nichts n&uuml;tze sei?<br> 
Heb ihn aus dem Staub der S&uuml;nden zc.<br> 
</blockquote></li> 
 
<li> 
Nun aber kommen gelassene Bitten, wie noch bei einer redlichen &Uuml;bung im Wort GOttes bald 
der Ernst und Flei&szlig;, sich anzugreifen, vorschl&auml;gt, bald das Gef&uuml;hl, wie bei unserem Unverm&ouml;gen 
das Beste sei, nur gelassen um die Handleitungen der g&ouml;ttlichen Weisheit anzuhalten.<br> 
Zeige mir diese Wege, unterweise mich, f&uuml;hre mich, neige mein Herz, sind lauter so gelassene 
Bitten, die zwar aus einem billigen Mi&szlig;trauen gegen sich selbst gehen, dabei man sich aber doch 
kindlich an GOtt und an seine Hand hinh&auml;ngt: 
 
<blockquote> 
Wie die Jugend g&auml;ngle mich,<br> 
Da&szlig; der Feind nicht r&uuml;hme sich,<br> 
Er hab' so ein Kind gef&auml;llet,<br> 
Das auf Dich sein' Hoffnung stellet.<br> 
</blockquote></li> 
 
<li> 
Von da an regt sich nun ein tr&ouml;stlicher Vorblick aufs Zuk&uuml;nftige, wie er seines Gebets noch 
werde froh werden, und das tr&auml;gt er dankbarlich dem HErrn vor, und h&auml;lt daneben mit Beten an. 
<br> 
Da tut es einen guten Schritt mit einem, wenn es in die Bereitschaft zur Verantwortung gegen Den, 
der Grund fordert, hineingeht, wenn man die Scheue, die sich verborgen h&auml;lt, &uuml;berwindet, und 
Anderer Unglauben und Sp&ouml;tterei sich nicht vom Bekenntnis der Wahrheit abhalten l&auml;&szlig;t. Solch ein 
Bekennen vor den Menschen vergilt einem der HErr gleich mit einer mehreren Freudigkeit im 
Zugang zu Ihm Selbst und mit einer reichen Lust an seinen Geboten.</li> 
 
<li> 
 
Er st&auml;rkt sich, auf seinem Vorsatz zu bleiben, auch durch R&uuml;cksicht auf das Vergangene, 
erz&auml;hlt seine Erfahrungen, die er ehemalen &uuml;ber die Bewahrung des Worts GOttes gehabt, und 
mahnt immer an bei dem lieben GOtt, um weitere Erf&uuml;llung seiner Verhei&szlig;ungen an ihm. 
<br> 
Ein tr&ouml;stliches Zur&uuml;ckdenken an die &uuml;berwundenen Versuchungen ist ein trefflicher Vorteil, wenn 
man auch neue Anl&auml;ufe zu erleiden hat, und es wird einem versichert Dergleichen hab ich schon 
manches mit dem Wort des HErrn abgewiesen. Dein Wort ist mein Trost in meinem Elend : ist 
wohl die Summe von allen Erfahrungen : durch Geduld und Trost der Schrift in seinem Elend 
Hoffnung haben, daran kann einem gen&uuml;gen.</li> 
 
<li> 
Nun stellt er neuerdings in Einfalt auf den HErrn vor, und zeigt, was ihm die Aufsicht auf das 
Zuk&uuml;nftige und der R&uuml;ckblick auf das Vergangene im Gegenw&auml;rtigen f&uuml;r eine ruhige Fassung gebe, 
und wie er mit Beten, mit Untersuchung seiner selbst, mit eilfertiger Aufraffung aus der Tr&auml;gheit, 
mit Abschneidung der Hindernisse so ihm gemacht werden, mit Gesuch der gesegneten 
Gemeinschaft im Guten , sich immer wieder auf seinen Vorsatz erneure.<br> 
Ohne die Sorge und Frage: Wie soll ichs machen und angreifen? gar zu lang umtreiben, lieber nach 
jedesmaligem besten Wissen und Gewissen es angreifen, und so gut man kann, sich nicht s&auml;umen, 
f&ouml;rdert am besten.</li> 
 
<li> 
Er merkt, da&szlig; das bisherige Ringen &uuml;ber seinen guten Vorsatz nicht vergeblich gewesen, da&szlig; 
es ihm etwas zum Geschmack des g&uuml;tigen Worts GOttes ausgetragen habe; er kommt dar&uuml;ber mit 
Beten und Loben vor den HErrn, der ihm viel Gutes getan, und seine innerlichen und &auml;u&szlig;erlichen 
Leiden so zum Besten gewendet habe.<br> 
Was ist es f&uuml;r ein Unterschied, wenn sich einer in seiner erstmals erweckten Gutwilligkeit, GOtt zu 
suchen, ansieht, oder hernach dazu nimmt, aus was f&uuml;r Irrungen er erst hernach zurechtgef&uuml;hrt 
worden, nachdem ihn Anfechtung aufs Wort merken lehrte. Durch Dem&uuml;tigungen bringt einen GOtt 
von der eigenen Weisheit herab, V. 67. und gemeiniglich durch noch sch&auml;rfere Dem&uuml;tigungen von 
der eigenen Gerechtigkeit, V. 71.</li> 
 
<li> 
Bei bisher erfahrenem guten Fortgang streckt er sich nun nach dem Weiteren aus, und fa&szlig;t einen 
neuen Mut gegen alle noch &uuml;brigen Versuchungen, empfiehlt sich dabei GOtt an, unter der guten 
Hoffnung seinen Vorsatz zu erreichen.<br> 
Auch f&uuml;r Andere, die GOtt f&uuml;rchten, aber unter dem Druck vom Dienst der Eitelkeit etwa noch 
nicht so durchbrechen k&ouml;nnen, ist es keine geringe F&ouml;rderung, wenn sie einen sehen, der sich mit 
Glauben, Bekennen, &Uuml;ben, Hoffen, so fest an GOtt h&auml;lt, und sich von keiner Hindernis 
niederdr&uuml;cken l&auml;&szlig;t.</li> 
 
<li> 
Hier l&auml;&szlig;t sich ein neuer Kampf sp&uuml;ren, da&szlig; er &uuml;ber seinem edlen Vorhaben &uuml;ber GOttes Rechten 
zu halten noch so verhindert werde, wenigstens nicht schnellen Fortgang merke; doch bleibt ihm 
der Trost, da&szlig; ihn der HErr bei anhaltendem Verlangen nicht werde dahinten lassen, wie er 
sehnlichst bittet. 
 
<blockquote> 
Man kommt freilich oft in Umst&auml;nde, wo es einem dringt zu rufen:<br> 
JEsu, hilf Siegen, und la&szlig; mich nicht sinken,<br> 
Wenn sich die Kr&auml;fte der L&uuml;gen aufbl&auml;hn,<br> 
Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,<br> 
La&szlig; mich viel heller noch Deine Kraft sehen. 
</blockquote> 
Man kann einem mit L&uuml;gen sein rechtschaffenes Wesen heruntermachen, und dagegen was Anderes 
aufb&uuml;rden wollen, da&szlig; es einem zu schaffen macht. 
</li> 
 
<li> 
Bei erlangter neuer St&auml;rkung fa&szlig;t er einen neuen getrosten Mut, mit der unver&auml;nderlichen 
ewigen Wahrheit des Worts GOttes Alles zu &uuml;berwinden, und ewig damit zu bestehen.<br> 
Man bekommt freilich &ouml;fters zu empfinden, was man ohne das Wort GOttes, ohne den t&auml;glichen 
Unterricht desselben, ohne die Hoffnung des Reichs GOttes aus seinem Wort, w&auml;re, und wie wenig 
Menschen und all ihr Trost an einem ausrichteten. Und es ist ganz gut, je mehr man auf den Grund 
zu stehen kommt. 
 
<blockquote> 
Binde doch Alle, die Dich lieben,<br> 
In den Gurt der Wahrheit ein,<br> 
Uns um Dich oft zu betr&uuml;ben,<br> 
Und in Dir nur zu erfreun. 
</blockquote></li> 
 
<li> 
Er st&auml;rkt sich noch weiter in der Hoffnung, mit dem ewig bleibenden Wort GOttes wohl zu 
bleiben, durch Betrachtung, was ihm sein Bleiben am Wort GOttes bisher gen&uuml;tzt habe, zu was f&uuml;r 
Wachstum in der Weisheit, zu welchem Geschmack und Erfahrung, zu welcher Befestigung in allem 
Guten er gleichwohl gekommen, ungeachtet er nicht so eilend das Ziel erreicht, wie er etwa gedacht. 
<br> 
Was ein redliches Herz hierunter zu seinem eigenen Lob zu sagen scheint, das l&auml;uft doch eigentlich 
auf lauter Lob GOttes und seines Worts hinaus, als wodurch man so gelehrt, geleitet, vor b&ouml;sem und 
falschem Weg bewahrt worden sei.</li> 
 
<li> 
Nachdem er durch so viel guten Fortgang gest&auml;rkt worden war, so w&auml;chst sein Eifer, und er 
macht sich durch einen Eid aufs neue verbindlich, &uuml;ber seinem Vorsatz zu halten, sollte es auch 
immer neue Proben geben.<br> 
&Uuml;ber dem besten und ernstlichsten Vorsatz wie V. 106, kann es hintennach die sch&auml;rfste 
Dem&uuml;tigungen geben, V. 1 07. damit das mit einschlagende fremde Feuer geschieden, der Mensch 
vor Erhebung verwahrt, und der bezeugte Ernst auf eine gem&auml;&szlig;e Probe gesetzt werde. Dar&uuml;ber 
empfiehlt man es aber desto mehr dem HErrn zum Wohlgefallen und F&ouml;rdern an. </li> 
 
<li> 
Die erfahrene Dem&uuml;tigung bringt ihn aber nicht von seinem Vorsatz ab, sondern er bleibt auf 
seinem Sinn gegen GOtt und seinem Wort, auch auf seinem Eifer gegen die Ver&auml;chter desselben 
und bittet GOtt, da&szlig; Er ihn gegen alles innere Unverm&ouml;gen und &auml;u&szlig;ere Anl&auml;ufe sch&uuml;tzen und Ihm 
den g&ouml;ttlichen Eifer gegen die B&ouml;sen fruchtbarlich vorstellen wolle.<br> 
Der Spa&szlig; wider das Arge mu&szlig; ,die Liebe zum Guten sch&auml;rfen und reinigen, die Liebe zum Guten 
aber mu&szlig; auch den Ha&szlig; wider das Arge regieren und in Ordnung halten.</li> 
 
<li> 
Er legt sich nun auf anhaltendes Beten und gibt auch dazwischen immer Seinen unverr&uuml;ckten 
Sinn auf die Liebe, die Wahrheit und auf den Ha&szlig; gegen Alles zu erkennen.<br> 
GOtt mu&szlig; einen vertreten und seine eigene Wahrheit daf&uuml;r verpf&auml;nden, da&szlig; Er einen nicht wolle 
umkommen noch Schaden nehmen lassen, unter so vielen b&ouml;sen H&auml;nden , die nach einem greifen, 
und das ist einem der einzige Trost der das Herz fest macht. Es rei&szlig;e keine Lust noch Pein mich 
von der Liebe GOttes und Seines Worts hin.</li> 
 
<li> 
Nachdem ihm GOttes Wort unter allen bisherigen Versuchungen und &Uuml;bungen so zum Licht 
und zur Kraft geworden ist, so sch&auml;rft sich sein Verlangen nach dessen Er&ouml;ffnung noch weiter, und 
auch der Eifer um die Ehre des Worts GOttes gegen die Ver&auml;chter steigt.<br> 
Sei mir gn&auml;dig und la&szlig; kein Unrecht &uuml;ber mich herrschen; vergib uns unsere Schulden, und f&uuml;hre 
uns nicht in die Versuchung: sind die zwei Hauptst&uuml;cke bei einem geraden Lauf in der Wahrheit, 
und darin tut einem freilich das Wort GOttes treffliche Dienste, es spricht in der S&uuml;ndenpein 
herzlich von Vergebung ein, und es bewahrt vor Versuchung zu neuen S&uuml;nden.</li> 
 
<li> 
Er preist das Wort der Gerechtigkeit und Wahrheit GOttes nachdr&uuml;cklich, sowohl nach den 
herrlichen Eigenschaften und Kr&auml;ften, die GOtt, sein Urheber, darein gelegt, als auch nach den guten 
Wirkungen, die es bei Ihm habe, ihn im Eifer wider das B&ouml;se und im steten Angedenken und 
Betrachtung der Rechte GOttes zu erhalten.<br> 
GOttes Wort ist wohl gel&auml;utert, nicht zu hoch und nicht zu nieder, eben recht, &uuml;berall hin brauchbar, 
man darf nicht erst wie an menschlichen Rechten nach Zeit und Umst&auml;nden daran mehren, mindern, 
 
nachgeben, Sondern es bleibt einmal wie das anderemal dabei. Aber ein Herz kann sich auch 
unver&auml;ndert darauf verlassen.</li> 
 
<li> 
Er merkt und bezeugt mehr und mehr, wie es ihm beim Halten an dem Wort GOttes so wohl 
sei, tr&ouml;stet sich dessen gegen seine Verfolger und h&auml;lt einmal &uuml;ber das andere im Gebet an , da&szlig; 
ihm GOtt zu immer genauerem Bewahren Seines Worts verhelfen wolle.<br> 
Gnade und rechte GOttes in seinem Wort angeboten und bezeugt, sind ein tr&ouml;stlicher Stab. Gnade 
ist das Erste, was ein zerschlagenes Herz ergreifen kann, wenn es aber davon erquickt und belebt 
wird, so merkt es auch, da&szlig; es eine aufs Recht gegr&uuml;ndete, rechtlich ausgemachte und befestigte 
Gnade ist, und das macht das Herz noch fester.</li> 
 
<li> 
Er f&auml;hrt noch weiter im Beten fort, und r&uuml;hmt, was f&uuml;r Trost er aus GOttes Wort genossen, und 
st&auml;rkt, sich im Angedenken an die Barmherzigkeit GOttes die sein Schutz bleiben werde. 
<br> 
Man kann sp&uuml;ren, wie die vertrauliche Freim&uuml;tigkeit gegen dem Beschlu&szlig; des Psalmen zunimmt, 
und wie die Zukehr zu GOtt vermittelst seines lieben Worts immer z&auml;rtlicher wird, wie er sich aber 
auch vom heillosen Zustand der Gottlosen immer ernstlicher scheidet, weil sie mit den Rechten 
GOttes auch alles Heil GOttes dahinten lassen.</li> 
 
<li> 
Er legt vor GOtt und Menschen dar, da&szlig; er mitten unter den Verfolgungen doch seine 
Ehrfurcht und Freude am Wort GOttes nicht verloren habe, Sondern in der Liebe dazu ungekr&auml;nkt 
ausharre, und noch darauf bleibe.<br> 
F&uuml;rchtet euch vor ihrem Trotzen nicht. Heiligt aber GOtt den HErrn in eurem Herzen. Dies ist auch 
eine aus dem Samen des lebendigen Worts GOttes erwachsene gute Frucht die mit gro&szlig;em Frieden 
und Warten auf das Heil GOttes und dessen unfehlbare herrliche Hinausf&uuml;hrung verbunden ist.</li> 
 
<li> 
Beschlu&szlig;, und in demselben die kurze Summarische Wiederholung des Psalmen womit er 
nochmals seinen Sinn vor GOtt bringt, und teils f&uuml;r sich um Unterricht, und f&uuml;r die Feinde um 
Rettung anh&auml;lt, teils verspricht, GOttes Name und Wort mit Bekenntnis zu verherrlichen, teils 
nochmalen aufs Dem&uuml;tigste zu erkennen gibt, wie er bei all Seinen guten Vors&auml;tzen und redlichem 
Ernst blo&szlig; der Gnade leben m&uuml;sse, und seiner Schwachheit t&auml;glich bewu&szlig;t sei. 
<br> 
So wird der edle Vorsatz, durch das Wort, ein zu allem guten Werk geschickter Mensch GOttes zu 
werden, ausgef&uuml;hrt und behauptet, unter tiefer Armut des Geistes im Gef&uuml;hl Seines Unverm&ouml;gens, 
in herzlicher Liebe und Hochachtung gegen dem gro&szlig;en Ziel, nach welchem man sich ausstreckt, 
und in dessen Betrachtung man sich aufgemacht hat. So wird das Wort GOttes und die Kraft 
desselben ins Herz hineingebeten, und so flie&szlig;t hernach das Gebet auch wieder in das ganze Tun 
und lassen eines Menschen ein, der sichs zu Seinem Ziel gemacht: 
 
<blockquote> 
O da&szlig; mein Leben Deine Rechte mit ganzem Ernst hielte! 
</blockquote> 
</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 120,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 120. Psalm hat mit vielen nachfolgenden Psalmen die &Uuml;berschrift:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Lied im h&ouml;hern Chor; 
wor&uuml;ber die Gedanken der Ausleger nicht einig sind: Ob es sich auf die Art der Musik, wie sie 
beim Gottesdienst abgesungen wurden, oder auch auf den Inhalt des Psalmen beziehe? Der jetzt 
vorhabende Psalm hat in manchen deutschen Bibeln die &Uuml;berschrift: Stille Tr&auml;nen in Kedar, und 
so sp&uuml;rt man auch wirklich im Psalmen ein zu GOtt gerichtetes Herz, das sich unter dem Druck 
im Jammertal fa&szlig;t, und besonders die Versuchung, von b&ouml;sen Zungen angegriffen zu werden, 
&uuml;berwindet.</li> 
 
<li> 
Er f&auml;ngt mit einer guten Nachricht an , wie ihn seine Not ins Gebet getrieben , und 
wie es nicht ohne Erh&ouml;rung geblieben, V. 1. 2.</li> 
 
<li> 
Er klagt aber doch hernach beweglich, wie viel 
es ihm zu Schaffen gemacht, und wie sich sein Pilgrims=Sinn in ein So ernstliches Heimweh treibe, 
V. 3-7.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Selig sind die sanftm&uuml;tigen , selig sind die Friedfertigen, das sind die zwei in der 
Bergpredigt so bed&auml;chtlich in einem Bezug an einander gesetzte P&uuml;nktlein. Das erste geh&ouml;rt zum 
Eintritt in die wahre Gerechtigkeit, das Andere zu derselben L&auml;uterung und Bew&auml;hrung. Sanftmut 
legt den guten Grund, und Friedfertigkeit st&auml;rkt, da&szlig; man nicht von L&uuml;genm&auml;ulern und falschen 
Zungen &uuml;berwunden wird, sondern ihr B&ouml;ses mit Gutem &uuml;berwindet. Ohne Kampf gehts freilich 
nicht ab, und wenn man sich schon Selbst zusprechen will, was ists dann, was kann dir die falsche 
Zunge tun, So bricht doch die Empfindlichkeit immer wieder, wie eine nicht gr&uuml;ndlich geheilte 
Wunde auf, bis Gebet und dessen Erh&ouml;rung, Hoffnung, jene H&auml;user des Friedens in der verhei&szlig;enen 
Ruhe zu erreichen, als Balsam darein flie&szlig;t und gr&uuml;ndlich heilt.</p> 
 
<blockquote> 
Glaub und leid,<br> 
Lieb und meid,<br> 
In gar wenig Stunden<br> 
Ist es &uuml;berwunden.<br> 
</blockquote> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 121,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 121. Psalm hat wieder die &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Er handelt von der Vorsorge 
GOttes in zwei Teilen, so, da&szlig; der Mann GOttes</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
ein aufrichtiges Bekenntnis ablegt, wie er sich hie und da nach Hilfe umgesehen habe, 
aber nirgends keine als bei dem HErrn gefunden, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Hernach ists, als ob ihm der Geist GOttes, oder ein erfahrener Gl&auml;ubiger oder er selbst seinem 
Herzen zuspreche, welch gewisse und auf alle Umst&auml;nde schickliche Hilfe er bei dem HErrn finden 
werde, V.3-8.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Auch neben dein Glauben an die Vorsorge GOttes kann man doch zuweilen seine 
Augen aufheben zu diesem und jenem Berge, und rechnen, da und dorten k&ouml;nnte und sollte die 
Hilfe kommen, bis der Glaube ganz durchbricht, und sagt: mein Hilfe kommt, und zwar vom HErrn, 
vom HErrn ganz allein, und dabei erf&auml;hrt man freilich GOttes Treue und Macht in Abwendung des 
B&ouml;sen, und in Bescherung alles Guten im Gro&szlig;en und Kleinen. Schatten &uuml;ber Deiner rechten Hand, 
scheint eine Kleinigkeit zu sein. Aber wir sind eben Leute darnach, denen eine Kleinigkeit zu 
schaffen machen, und denen hingegen eine Hilfe darin sehr gelegen kommen kann. Man denke nur 
an Jonas K&uuml;rbis.</p> 
 
<blockquote> 
GOtt hat schon vor dem Lauf der Zeiten,<br> 
Der seinen Wohl gar wohl bedacht,<br> 
Und alle ihre Kleinigkeiten<br> 
In Christo selig ausgemacht,<br> 
Bis auf ein Haar von ihrem Haupt,<br> 
Wohl dem, ders bis aufs Kleinste glaubt. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 122,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 122. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift: Ein Lied Davids im h&ouml;hern Chor. 
Darin bezeugt David</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Seine Freude an Jerusalems Wohlstand, und der Kirche und des Gemein=Wesens Segen davon, 
und ermahnt auch Andere, daran frohen Anteil zu nehmen.</li> 
 
<li> 
Er bezeugt seine Freude dar&uuml;ber, da&szlig; 
es mit Jerusalem und der Anrichtung des Gottesdienstes und guter b&uuml;rgerlicher Verfassung so weit 
gekommen sei, V.1-5. Ein sehr gro&szlig;er Vorteil wars bei Jerusalem, da&szlig; sich der Sitz des 
Gottesdienstes, und die Residenz der Regierung so wohl mit einander betragen haben, wo man vor 
Gericht, am Hof und in der Kanzlei etwas zu suchen hatte, sich auch an dem sch&ouml;nen Gottesdienst 
des HErrn erg&ouml;tzen konnte. Dem David mu&szlig;te das eine besondere Freude sein, da&szlig; er nach so viel 
ausgestandener Not doch noch das erlebt hat. Gro&szlig;e Satisfaktion f&uuml;r eine Obrigkeit, dem Willen 
GOttes zu seiner Zeit gedient zu haben, wie es von David hei&szlig;t Apostelg. 13, 36.</li> 
 
<li> 
Nun muntert 
er auch Andere auf, an dieser Freude &uuml;ber Jerusalems. Wohlstand Anteil zu nehmen, V.6-9. Es mu&szlig; 
freilich immer auch mit F&uuml;rbitte unterst&uuml;tzt werden, da&szlig; gute Anstalten in Kirchen und Schulen 
nicht wieder verfallen, da&szlig; gute Absichten nicht durch Uneinigkeiten verhindert werden, Was hat 
es unsern lieben Heiland f&uuml;r Tr&auml;nen und Seufzer gekostet, als Er das nachmalige Jerusalem 
angesehen, und gewu&szlig;t, da&szlig; n&auml;chstens von seinen Tempeln und sonstigen Pal&auml;sten kein Stein auf 
dem andern bleiben sollte.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 123,1-4</font></b></h4> 
 
<P>Der 123. Psalm hat wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Seinem Inhalt nach besteht 
er in einer dem&uuml;tigen Vorstellung, wie die Gl&auml;ubigen ihrem GOtt begegnen, teils mit gelassenen 
Worten, teils mit sehnlichem Anhalten um seine Hilfe.</li> 
 
<li> 
Sie sehen hinauf, der Vater herab, oder 
der Glaube wartet auf den HErrn, und was dieser ihm zum Trost tun und zeigen werde, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Er h&auml;lt dem&uuml;tig an bei GOtt, der die Geringen tr&ouml;stet, da&szlig; Er auch ihm gn&auml;dig sei. Der Glaube sieht 
auf den HErrn, nicht da&szlig; er ihm, V.3-4. um seines t&auml;glichen Brots willen in die H&auml;nde sehen m&uuml;&szlig;te, 
sondern in sein gnadenvolles Herz hinein sieht er Ihm, um daraus ein tr&ouml;stliches Gnaden=Zeugnis 
zu bekommen, das besser ist als Leben. Und besonders kommt ein solches Gnaden=Zeugnis wohl, 
wenn man unter der Stolzen Spott beim Gef&uuml;hl des eigenen Elends bald vollends hinunter gedr&uuml;ckt 
w&auml;re. Man meint oft, man wolle Alles verschlucken, und es soll einem nicht viel austragen. Aber 
man erf&auml;hrt, wie man so genug kriegen kann; der beste Dienst jedoch, den einem eine solche 
Verachtung tun kann, ist, da&szlig; es einem Gelegenheit macht, um eine neue Gnadenbeweisung GOttes 
und ein gutes Zeugnis seines Geistes anzuhalten.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 124,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 124. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Lied Davids im h&ouml;hern Chor. David legt darin 
dem kleinen H&auml;uflein des Volks GOttes zweierlei vor, teils vor wie viel Gefahr sie der gn&auml;dige 
GOtt bewahrt, teils was f&uuml;r Vertrauen sie deswegen ihrem GOtt schuldig seien.</li> 
 
<li> 
Wo w&auml;re es 
hingekommen, wenn der gn&auml;dige GOtt es nicht abgewendet h&auml;tte, und davon soll der Glaube sagen 
und r&uuml;hmen, V.1-5.</li> 
 
<li> 
Wie soll man GOtt dar&uuml;ber mit Danken und weiterem Vertrauen die Ehre 
geben? V.6-8.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Wie das bei dem alten Israel der Kern aller Verhei&szlig;ung war: Ich will dein GOtt sein, 
Ich will mit euch sein, so ist es nun auch f&uuml;r die kleine Herde JEsu das Tr&ouml;stlichste: Ich bin bei 
euch alle Tage bis an der Welt Ende. Von der Erf&uuml;llung dieser Verhei&szlig;ungen ist das freilich ein 
starker Beweis, wenn man denkt: Wo w&auml;re es sonst hingekommen, wie h&auml;tte sich das Volk Israel 
unter den Heiden durchgebracht? Wie nahe ist es schon dabei gewesen, da&szlig; die Christenheit von 
den Sarazenen und T&uuml;rken w&auml;re verschlungen worden ! Wie sehr fehlerhaft ist es bei Ausbreitung 
und bisheriger Erhaltung der christlichen Kirche zugegangen? Aber dem fleischlichen Sinn ist es 
nie gelungen. Die halsstarrigen abgestandenen Juden haben nie h&auml;rter dar&uuml;ber gehalten, da&szlig; 
Jerusalem nicht solle erobert, noch der Tempel zerst&ouml;rt werden, als da es am n&auml;chsten dabei 
gewesen. Darum schreibt der sel. Spener bedenklich gegen die verderblichen besorglichen 
Heimsuchungen unserer Kirche, darin etwa nicht viel von unserem &Auml;u&szlig;erlichen m&ouml;chte &uuml;brig 
bleiben. K&ouml;nnen wir uns der Verhei&szlig;ung unseres Erl&ouml;sers: da&szlig; Er seine Kirche sch&uuml;tzen und 
erhalten wolle, nicht also getr&ouml;sten, da&szlig; wir durchaus versichert sein k&ouml;nnten, da&szlig; jene Not nicht 
kommen w&uuml;rde? Denn seine Verhei&szlig;ung wird freilich so wahr bleiben, da&szlig; sie auch von der H&ouml;llen 
Pforte nicht kann &uuml;berw&auml;ltigt werden. Aber sein Reich und Kirche h&auml;ngt nicht an unserer 
&auml;u&szlig;erlichen Verfassung, sondern bleibt ohne diese noch fest stehen. Ja es mag dies das obwohl 
betr&uuml;bte, doch gesegnete Mittel sein, die Schlacken zu verbrennen, da&szlig; das pure Gold desto 
herrlicher werde. Da wird sich aufs neue zeigen, was wir sonst zu singen pflegen:</p> 
 
<blockquote> 
Wenn Vernunft spricht, es ist Alles verloren<br> 
So hat das Kreuz doch neu geboren,<br> 
Die seiner Hilfe harren. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 125,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 125. Psalm hat wieder</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Hernach besteht er aus 
solchen zwei Teilen, die in der &Uuml;bung des Glaubens h&auml;ufig in solcher Verbindung vorkommen, da 
n&auml;mlich and&auml;chtiges Betrachten und ernstliches Beten oft einander abl&ouml;sen. So f&auml;ngt der Psalm an</li> 
 
<li> 
mit einem ernstlichen Nachdenken &uuml;ber den fest gegr&uuml;ndeten Wohlstand der gl&auml;ubigen Kinder 
GOttes, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Das wird nun mit ernstlichem Beten unterst&uuml;tzt, V.4-5.</li> 
 
</ol> 
 
<p>An der ehemaligen Lage 
der Stadt Jerusalem ist es abgebildet worden, was die wahren Kinder Zions f&uuml;r eine Festigkeit haben 
durch Gnade. Wenn aber auch Berge weichen, und H&uuml;gel hinfallen, so bleibt doch GOttes Friedens 
Bund fest stehen, und so l&auml;&szlig;t auch eine darauf genommene Zuversicht nicht leicht zu Schanden 
werden. Die Gottlosen m&ouml;chten freilich nichts lieber, als da&szlig; sie mit ihrem Scepter, Dringen, 
Trotzen und Schmeicheln es dahin bringen k&ouml;nnten, da&szlig; nur Alles in ein w&uuml;stes unordentliches 
Wesen zusammen fiele. Aber eben darum ist es den Gerechten so zum Zeichen gegeben, wie einer 
belagerten Stadt von einem anr&uuml;ckenden Succurs und Entsetzung, damit sie doch vollends Glauben 
und Geduld halten , und ihre Hand nicht ausstrecken zur Ungerechtigkeit. Denn &uuml;ber solchem 
Abweichen auf krumme Wege f&auml;llt man ins Gericht mit den &Uuml;belt&auml;tern. Aber Friede ist und bleibt 
&uuml;ber dem Israel GOttes und &uuml;ber allen rechtschaffenen Israeliten, in denen kein Falsch ist und die 
ihre Zuversicht auf GOtt mit keinem Abweichen beflecken.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 126,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 126. Psalm der auch wieder die &Uuml;berschrift hat:</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Ein Lied im h&ouml;hern Chor, ist auf die 
Erl&ouml;sung des Volks aus der babylonischen Gefangenschaft gestellt, und enth&auml;lt</li> 
 
<li> 
eine fr&ouml;hliche 
Nachricht von den gro&szlig;en Taten GOttes hierunter, wie sie von den Kindern Zions genossen, und 
auch von Fremden erkannt werden w&uuml;rden, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Eine Bitte um weitere Rettung dessen, was 
noch zur&uuml;ck war, V.4. Ein tr&ouml;stlicher Zuspruch an die Herzen, sie zum geduldigen Auswarten der 
Hilfe GOttes zu st&auml;rken, V.5-6.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehrt werden, ist noch 
immer der wahren Glieder Christi Stab und Trost. Man kann der Traurigkeit und der Tr&auml;nen nicht 
&uuml;berhoben bleiben. Man findet sich gefangen im Kerker der S&uuml;nden, verhindert und gedr&auml;ngt, im 
Guten beschwert mit so mancherlei B&ouml;sem. Aber es soll und wird anders werden. Die Traurigkeit 
soll in Freude verkehrt werden. Es geht aber mit diesem Verkehren wie mit der Aussaat und Ernte. 
O, wie wird einem alles &uuml;berstandene Leiden so gering und wie ein Traum vorkommen gegen die 
&uuml;berschwengliche und ewig w&auml;hrende Herrlichkeit der Kinder GOttes!</P> 
 
<blockquote> 
Drum so fa&szlig;, o Christenherz,<br> 
Alle deine Schmerzen,<br> 
Wirf sie fr&ouml;hlich hinterw&auml;rts,<br> 
La&szlig; des Trostes Kerzen<br> 
Sich entz&uuml;nden mehr und mehr,<br> 
Gib dem gro&szlig;en Namen<br> 
Deines GOttes Preis und Ehr,<br> 
Er wird helfen, Amen. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 127,1-5</font></b></h4> 
 
<P>Der 127. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Lied Salomos im h&ouml;hern Chor. Er ist auch der 
anderw&auml;rtigen Erkenntnis und Erfahrung des Salomo gem&auml;&szlig;, und geht besonders aus dem n&auml;mlichen 
Sinn, aus welchem das Prediger=Buch geflossen ist. N&auml;mlich den Menschen zur M&auml;&szlig;igkeit und 
N&uuml;chternheit in allem seinem Vornehmen zu bringen, durch den ernstlichen Bedacht: wie es in allen 
St&auml;nden nicht auf Flei&szlig;, Kunst und nat&uuml;rliche Klugheit ankomme, sondern auf GOttes Segen und 
Vorsehung. Weswegen man sich ja sein Vertrauen auf den HErrn nicht durch allzuviele und 
unm&auml;&szlig;ige Gesch&auml;ftigkeit verderben oder bei vorkommenden Schwierigkeiten verdrossen, aber auch 
bei gutem Fortgang nicht auf sich selbst einbildisch werden soll. Der Psalm enth&auml;lt</li> 
 
<li> 
eine Vorstellung, was den Menschen &uuml;berhaupt in allem seinem Vornehmen m&auml;&szlig;ig machen und blo&szlig; an 
GOtt mit seinem ganzen Vertrauen hinbinden soll, V.1-2</li> 
 
<li> 
Hievon macht er hernach eine n&auml;here 
Zueignung auf die Kinder, &uuml;ber denen sonst Manche, die sich selbst helfen wollen, in so viel Sorgen 
hineingeraten, V.3-5.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Arbeit, Flei&szlig; und Verstand dabei hat gro&szlig;en Nutzen; es sind auch viele 
Belohnungen GOttes darauf gesetzt. Doch ists daneben auch n&ouml;tig, da&szlig; GOtt die Menschen 
dem&uuml;tigt, und es ihnen fehlen l&auml;&szlig;t, damit sie klug werden und nach GOtt fragen lernen. Und da 
kann einer &uuml;ber nichts so empfindlich gedem&uuml;tigt werden, als &uuml;ber den Kindern, deren Wohl einem 
so nahe liegt, und deren Geraten man doch so wenig in seiner Macht hat, was Salomo selbst an 
seinem Sohn und Thron Nachfolger Rehabeam erfahren. Wie n&ouml;tig ists, sie sein oft in die H&auml;nde 
des starken HErrn Zebaoth zu &uuml;bergeben, darin sie wohl geraten und zum Ziel treffen.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 128,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 128. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor</li> 
 
<li> 
Die Vorstellung, um die es da zu tun, V.1.</li> 
 
<li> 
Die Ausf&uuml;hrung und der beste Beweis davon, V.2-4. Ferner ein herzlicher 
Wunsch, den einer dem andern tut. Man redet und schreibt in der Welt viel von dem patriotischen 
Sinn, aber der Grund dazu mu&szlig; tief in der Furcht GOttes gelegt werden, denn ohne dieselbe gibt 
es weder ein eigenes Wohl noch einen gesegneten Anteil an dem allgemeinen Wohl. Einander Angst 
machen &uuml;ber den Anblick der tr&uuml;ben Zeiten, ist keine Kunst, einander das Herz beschweren und den 
wenigen Vorrat von ehelicher und elterlicher Liebe und Treue vollends durch Verdru&szlig; aufreiben, 
dies ist keine Kunst. Aber sich und Andere in GOtt st&auml;rken, selbst auch den Lauf der Welt so 
ansehen, da&szlig; man darunter das Wert des HErrn merkt, an denen die Ihn f&uuml;rchten, und sich dadurch 
im Glauben und Geduld st&auml;rken: Das w&auml;re besser, das w&auml;re eine Frucht, die aus flei&szlig;igem Umgang 
mit GOtt und aus den Geduld= und Trost=Worten der Schrift erwachsen sollte.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 129,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 129. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
In seiner &Uuml;berschrift wieder: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Er besteht aus zwei 
Teilen. Erstlich</li> 
 
<li> 
legt es der Mann GOttes dem ganzen Volk Israel in den Mund wie es sich seiner 
von Anfang her ausgestandenen Bedr&auml;ngnis und der Aushilfe GOttes daraus erinnern solle, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Hernach &ouml;ffnet sich ihm eine wichtige Aussicht auf den fr&uuml;hzeitigen Untergang seiner Feinde, 
V.5-8.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Die zwischen dem Schlangen= und Weibes=Samem gesetzte Feindschaft hat Vieles von den 
Bedr&auml;ngnissen Israels von Jugend auf veranla&szlig;t, und der Gram wider Zion hat auch dem Hause 
Davids viel Verfolgung zugezogen. Aber die Verhei&szlig;ung ist um deswillen nicht ausgeblieben. Eben 
unter der armen Gestalt ist der Teufel gefangen worden. Da er es meinte mit dem Hause Davids am 
Weitesten herunter gebracht zu haben, kam Der, der da kommen sollte, und zerst&ouml;rte die Werke des 
Teufels. O, wie viel besser ists noch heute mit dem bedr&auml;ngten und von der Welt verha&szlig;ten Zion 
es zu halten, als sich zum Arm der Gottlosen zu schlagen, der andere Tr&uuml;bsal anlegt. Wie noch heut 
zu Tage das Politische, die Regiments= und Reichs=Verfassung und das Kirchliche oder Religions 
Wesen genau in einander geflochten sind, so war es auch ehemals mit Israel und Zion. Man dr&auml;ngte 
Israel, und an Israel war man vornehmlich Zion gram und so ists noch. GOtt aber sei Dank, der uns 
alle Zeit Sieg gibt in Christo!</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 130,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 130. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Bei uns ist dieser Psalm 
einer von den sieben Bu&szlig;psalmen, und es findet sich darin wirklich auch teils eine Beschreibung 
von dem dem&uuml;tigen Zugang zur Vergebungs=Gnade, die der Mann GOttes gesucht und gefunden, 
teils eine an Israel gerichtete Ermahnung zu gleichem Ernst, unter der Verhei&szlig;ung, gleiche Gnade 
und Erl&ouml;sung zu finden.</li> 
 
<li> 
Dem&uuml;tiger Zugang zur Vergebungs=Gnade, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Wie dies sein 
Exempel der Bu&szlig;e und des Glaubens auch Andern dienen, und wie sie ihm darin nachfolgen sollen, 
V.4-8.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Die Vergebungs=Gnade allein setzt den Menschen in eine gem&auml;&szlig;e Furcht vor GOtt, die er 
aushalten kann, die ihm nicht zu peinlich ist, sondern darin er dem lebendigen GOtt ohne 
k&uuml;mmerliche &Auml;ngstlichkeit und ohne eigenwillige Ausgelassenheit dienen kann. Und das r&uuml;hmt der 
Begnadigte gegen dem lieben GOtt mit Dank. 4) Von dem Harren und Warten seiner Seele redet 
er erst gegen andere Gnaden Genossen, mithin nicht dem HErrn hierunter einen Verzug 
vorzur&uuml;cken, sondern mehr Andern eine dienliche Nachricht zu geben, da&szlig; es Wartens gelte, wobei 
man aber doch ein Wort vor sich habe, und in demselben den angebotenen Trost, und zuletzt erf&auml;hrt 
man, da&szlig; GOtt so an einem handle, wie Er es im Wort verhei&szlig;en hat. Das ist die Natur des neuen 
Menschen, da&szlig; er ein stetiges Harren, Hoffen, Trauen, Glauben, zu GOtt tr&auml;gt, aber dem nat&uuml;rlichen 
Menschen kommt solch Hangen am Wort GOttes schwerer an, als sonst irgend das gr&ouml;&szlig;te Werk.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 131,1-3</font></b></h4> 
 
<P>Der 131. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Lied Davids im h&ouml;hern Chor. Der vorige Psalm ging 
auf das dem&uuml;tige Gesuch der Gnade dieser hingegen mehr auf dem&uuml;tige Bleiben an der gefundenen 
Gnade beim Leben im Glauben. Dabei geht der Vortrag wieder wie bei dem Vorigen</li> 
 
<li> 
zuerst auf 
den dem er seinen Sinn bezeugt, und auf den wie er zu dieser M&auml;&szlig;igung gekommen, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Hernach ruft er Israel auf, da&szlig; es auch mit standhafter Hoffnung dem HErrn die Ehre geben solle, 
V.3.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Die Welt ist arg, und daher auch argw&ouml;hnisch, und zieht die Kinder GOttes in keinen Verdacht 
leichter als in den Verdacht hochm&uuml;tiger Absichten, dergleichen auch David mehrmalen widerfuhr. 
Vor den Menschen kann man diesfalls seine Unschuld nicht allemal an den Tag bringen. Aber mit 
GOtt dar&uuml;ber reden ist nie ohne Nutzen. Dabei kann man zwar die Gnade in ihrem Sieg im Herzen 
r&uuml;hmen, aber gleichwohl auch zugestehen, da&szlig; es Zusprechens, Setzens und Stillens bei unserer 
Seele brauche, damit sie nicht Andern nacheifere, sondern sich darein gebe, ihr Leben beim 
Verlieren zu erhalten. O wie ists einem so wohl, wenn man so unter dem Schatten der Fl&uuml;gel 
GOttes Zuflucht suchen, und darunter auch von allem unverdienten Verdacht ausruhen kann.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 132,1-18</font></b></h4> 
 
<P>Der 132. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
In seiner &Uuml;berschrift wiederum: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Vermutlich hat 
Salomo oder ein anderer Mann GOttes diesen Psalmen gemacht um die Zeit des Tempelbaues zu 
Jerusalem, in der Absicht allen damaligen Gl&auml;ubigen zu zeigen, wie sie die Zeichen ihrer Zeiten 
ansehen, die mit dem Gottesdienst und der Regierung vorgehende Verbesserung. erkennen, sich 
dadurch im Glauben an die noch weiter sehenden Verhei&szlig;ungen GOttes st&auml;rken sollen, wie aber 
auch jeder in seinem Teil durch Glauben und Beten zu der Erf&uuml;llung alles dieses Guten mitwirken 
k&ouml;nne. So ist auch in den zwei Teilen des Psalmen selbst im ersten mehr anhaltendes Bitten, im 
Andern mehr stilles Nachdenken &uuml;ber die festen Gr&uuml;nde des Glaubens in der Verhei&szlig;ung GOttes. 
</li> 
 
<li> 
Sehnliche Bitten, da&szlig; GOtt das schon von David gefa&szlig;te, und nun zur Ausf&uuml;hrung gediehene 
Vorhaben reichlich segnen wolle, V.1-10.</li> 
 
<li> 
Weiteres Nachdenken &uuml;ber die g&ouml;ttlichen 
Verhei&szlig;ungen, auf welche sich alles Vorige gr&uuml;ndet, ja mit welchem GOtt noch &uuml;ber der Bitten ihr 
Ziel tut. Leiden waren Davids Weg zum Thron, V.11-18., und &uuml;ber der Erf&uuml;llung aller gewissen 
Gnade Davids ist noch immer die Decke der Kreuzes Niedrigkeiten gebreitet. Und wer das durch 
Davids Reich bezeichnete K&ouml;nigreich GOttes ererben will, mu&szlig; sich noch zur Anfechtung schicken. 
Doch hat es sich ehemalen und zu allen Zeiten gezeigt, da&szlig; man beim Trachten nach dem Reich 
GOttes auch im &Uuml;brigen sein Durchkommen finde. Im ersten Teil des Psalmen ist lauter Trachten 
nach dem Reich GOttes, im andern Teil ist die frohe Verhei&szlig;ung: Ich will ihre Speise segnen, und 
ihren Armen Brots genug geben. Ach da&szlig; nur nichts so gro&szlig; in unsern Augen w&auml;re, als das Reich 
GOttes, und wir mit Beten und Forschen der g&ouml;ttlichen Verhei&szlig;ungen so anhielten, wie die 
Gl&auml;ubigen vor uns.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 133,1-3</font></b></h4> 
 
<P>Der 133. Psalm hat die &Uuml;berschrift: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Er preist darin die Bruderliebe an, 
als sein und gut und als lieblich und angenehm. Beides wird mit angebrachten Gleichnissen erl&auml;utert 
und mit einem richtigen Schlu&szlig;wort best&auml;tigt, V.1-3. Das N&ouml;tigste lehrt GOtt den Menschen gar 
fr&uuml;hzeitig von Jugend an, an seinen Eltern , an seinen Geschwistern. Wer da Gehorsam dem kommt 
es gewi&szlig; sein Lebtage wohl, da es Mancher erst in der Fremde, im eigenen Hausstand lernen und 
mit Verdru&szlig; b&uuml;&szlig;en mu&szlig;, wenn er unter Geschwistern nicht mehr auf Eintracht gesehen hat. Ach 
HErr, gib uns Frieden allenthalben, und auf allerlei Weise,</P> 
 
<blockquote> 
Ach, HErr JEsu GOttes Sohn,<br> 
Schau auf uns von Deinem Thron,<br> 
Schaue die Zertrennung an,<br> 
Die kein Mensch nicht heilen kann;<br> 
Sammle, gro&szlig;er Seelen Hirt,<br> 
Alles was sich hat verirrt,<br> 
La&szlig; in Deinem Gnadenschein<br> 
Alles ganz vereinigt sein. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 134,1-3</font></b></h4> 
 
<P>Der 134. Psalm hat die &Uuml;berschrift noch einmal: Ein Lied im h&ouml;hern Chor. Der Psalm besteht aus 
einer Ermahnung, und aus einem Wunsch oder Verhei&szlig;ung. Man kann dabei annehmen, da&szlig; beides 
aus einem Munde gehe, und die Priester also teils ihres Amts erinnert, teils des g&ouml;ttlichen Segens 
versichert worden. Oder man kann sich den Psalmen auch wie ein Gespr&auml;ch vorstellen, darin der 
eine Teil den Andern mit einer Erinnerung anredet, und der andere Teil mit einem Segenswunsch 
antwortet. Wie denn Einige meinen, da&szlig; das Laubh&uuml;ttenfest damit beschlossen worden, da&szlig; man 
die im Dienst und Aufwartung GOttes gebliebene Priesterschaft mit den Worten im 1. u. 2. Vers 
ermuntert und gest&auml;rkt, sie aber mit dem 3. Vers einem Jeden daf&uuml;r gedankt, und ihn im Segen 
entlassen haben, V.1-3. So lange einer auch noch im Glauben sagen kann: ich geh&ouml;re gen Zion in 
sein Zelt, so soll er sich auch den Mund zum Lob GOttes nicht stopfen lassen, sondern es soll dabei 
bleiben: es ist billig, da&szlig; ich mehre sein Lob in aller Welt.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 135,1-21</font></b></h4> 
 
<P>Der 135. Psalm ist</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
wie eine Ausf&uuml;hrung oder weitere Fortsetzung des vorherigen 134. Psalmen 
anzusehen, und f&uuml;hrt ganz aufs Lob GOttes, teils mit den gew&ouml;hnlichen Worten, Hallelujah, teils 
mit einer umst&auml;ndlichen Darlegung, wie man den HErrn loben, und was man dabei vor dem Herzen 
haben solle, V.1-3,</li> 
 
<li> 
Der Name GOttes, und dessen l&ouml;bliche Brauchbarkeit wird nun weiter 
beschrieben aus dem Wort, wie Er sich in seinem und im Reich der Natur geoffenbart, und 
besonders was Er auch in seiner Kirche tue, und noch weiter tun werde, zum Beweis, da&szlig; Er seine 
Ehre keinem Andern gebe, V.4-18.</li> 
 
<li> 
In einer Schlu&szlig;=Ermahnung wird noch einmal die ganze 
Kirche, die Priesterschaft und die k&ouml;stliche Auswahl aus beiden, n&auml;mlich die Gottesf&uuml;rchtigen zum 
Lob GOttes aufgerufen, V.19-21.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Der Glaube macht und bringt Alles nahe und gegenw&auml;rtig, das 
Vergangene veraltet ihm nicht, das Zuk&uuml;nftige bleibt ihm nicht ferne, darum ist er auch so geschickt 
zum Lob GOttes. Wer zuviel im Gegenw&auml;rtigen hangen bleibt, und darin eben nicht viel Trost 
erblickt, kann leicht verdrossen werden. Glaube, der einem Vergangenes und Zuk&uuml;nftiges darstellt, 
erweitert das Herz, und f&auml;llt den Mund zum Lob gegen GOtt, und solche Freude am HErrn wird 
dann freilich unsere St&auml;rke, und zieht uns ins g&ouml;ttliche Wesen hinein. Auf wen man hofft und 
vertraut, dem wird man unvermerkt gleich, und nimmt Vieles von seinem Wesen an; so macht einen 
auch das Vertrauten auf GOtt seinem Bilde &auml;hnlich, und zieht einen in das Wohlgefallen an GOttes 
Wegen und Gerichten hinein, woran allen Friede und Ruhe f&uuml;r unsere Seelen h&auml;ngt.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 136,1-26</font></b></h4> 
 
<P>Der 136. Psalm ist eine noch weitere Best&auml;tigung dessen, was in dem vorhergehenden Psalm vom 
Lob GOttes beschrieben worden ist. Die Ermahnung ist wieder wie in dem Vorigen so, da&szlig;</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
mit einer Ermunterung zum Lob GOttes der Anfang gemacht wird, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Hernach werden wieder 
die gro&szlig;en Werke GOttes in der Sch&ouml;pfung und Erhaltung aller Dinge, noch mehr aber seine Wege 
mit seinem Volk, als die st&auml;rksten Beweggr&uuml;nde zum Lob GOttes vorgehalten, V.4-25.</li> 
 
<li> 
Hernach wird mit einer nochmaligen Aufmunterung zum Lob GOttes beschlossen, V.26.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Vermutlich ist der 
Psalm in zwei Ch&ouml;ren abgesungen worden, wovon der eine allemal geantwortet hat: Seine G&uuml;te 
w&auml;hrt ewiglich. Dieser Lobspruch l&auml;&szlig;t sich im Psalmen &ouml;fters auch da h&ouml;ren, wo die Rede noch 
nicht ganz aus ist, sondern erst im folgenden Vers vollends erg&auml;nzt wird, woraus man eine um so 
dringendere Begierde, GOtt zu loben, abnehmen kann. Da&szlig; der Anfang mit den Werken GOttes in 
der Sch&ouml;pfung gemacht, und hernach auch noch beim Beschlu&szlig; von der Erhaltung aller Dinge 
angebracht wird, dazwischen hinein aber Alles von den Taten GOttes an seinem Volk voll ist, das 
gibt eine liebliche Ermahnung, wie die ganze Welt um der Kirche willen erschaffen ist, und erhalten 
wird, damit GOtt ein Volk darin habe, das Ihm dient, wie wir auch zu singen pflegen:</P> 
 
<blockquote> 
Frohlocke du Erde, und jauchzet ihr H&uuml;gel,<br> 
Dieweil du den g&ouml;ttlichen Samen geneu&szlig;'st,<br> 
Denn das ist Jehova sein g&ouml;ttliches Siegel,<br> 
Zum Zeugnis, da&szlig; Er dir noch Segen verhei&szlig;t.<br> 
</blockquote> 
 
<P>Da&szlig; es auch &uuml;ber die Vertilgung der Feinde hei&szlig;t: Seine G&uuml;te w&auml;hret ewiglich, ist so anzusehen, 
wie wenn ein Kind von einem Tier angefallen worden w&auml;re, und man erlegt dem Kind zu lieb das 
Tier, so w&auml;re das eigentlich ein Werk der Liebe. Eben so erweist GOtt seine G&uuml;te, wenn Er den 
Seinigen zu lieb die Feinde erlegt, seine Rache ist Eifer, und sein Eifer ist Liebe, und daraus flie&szlig;en 
alle seine Werke.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 137,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Zwischen die bisherigen und die noch weiter folgende Loblieder kommt nun dies Klagelied hinein. 
Denn die Schrift schreibt, wie sichs treibt, wie es im menschlichen Leben und in der Erfahrung 
vorkommen mag, da es oft Abwechslungen von der Freude ins Leid, und vom Loben ins Klagen 
auszusch&uuml;tten gibt. Auf die babylonische Gefangenschaft geht der Psalm offenbar, ob ihn aber ein 
Mann GOttes fr&uuml;herer Zeiten als eine vorl&auml;ufige Verk&uuml;ndigung gestellt, oder ob ein unter der Not 
wirklich stehender Gl&auml;ubiger, seine und seiner Mitgenossen Not so vor GOtt gebracht habe, das l&auml;&szlig;t 
sich so genau nicht bestimmen. Der erste Vers ist wie die ganze Summa des Psalmen anzusehen, 
und nach demselben ist auch die Einteilung zu machen, so, da&szlig;</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
der Mann GOttes das Weinen 
an den Wassern zu Babel, und die empfindliche Veranlassung dazu beschreibt, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Sein unverr&uuml;cktes Angedenken an Zion, und was sich darin f&uuml;r Hoffen und Beten geregt habe, V.5-9.</li> 
 
</ol> 
 
<p>An den Wassern zu Babel ist auch ein Ezechiel gesessen. An der babylonischen Gefangenschaft hat 
auch ein Daniel, ein Nehemia Anteil genommen. Wenn es Solchen schon f&uuml;r ihre eigenen Personen 
nicht just so &uuml;bel dabei gegangen ist, so lag ihnen eben doch Zion und die darauf haftende 
Hoffnung des Reichs GOttes sehr am Herzen, und es beklemmte sie, da&szlig; selbige nun durch diese 
Gefangenschaft so sollte zu Boden gesto&szlig;en werden. Deswegen hat GOtt gerade auch um selbige 
Zeit in den Weissagungen Daniels so eine nachdr&uuml;ckliche Protestation eingelegt, da&szlig; weder Babylon 
noch die nachfolgenden Reiche der Welt sein Reich verdr&auml;ngen werden. Ach, da&szlig; wir es nicht 
erfahren m&uuml;&szlig;ten, was es ist, &uuml;ber seiner Religion, Gottesdienst und Liedern von Fremden verspottet 
zu werden. Auf den Fall aber, wenn wir es erfahren m&uuml;ssen, so k&ouml;nnte man sich aus solch einem 
Wort mit Glauben und Geduld waffnen, damit einem ein solches Leiden nicht zum &Auml;rgernis w&uuml;rde, 
sondern man den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behielte. Es geh&ouml;rt mit unter die Tiefe der 
Gerichte GOttes, da&szlig;, da GOtt sonst zu anderer Zeit selbst kleine Kinder als einen Beweggrund zum 
Verschonen ansieht, Er hingegen auch wann die Missetat eines Volks voll ist es an den Kindern mit 
unbegreiflicher Sch&auml;rfe heimsuchen kann. Wie reicht die Verhei&szlig;ung so weit, die GOtt dem 
Abraham gegeben: ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen. Wie wird 
es sich noch an den Gesegneten des himmlischen Vaters, die das Reich zu erben eingef&uuml;hrt, worden, 
so herrlich zeigen, wie es ihnen in so reicher Segens=Folge nachgegangen ist, da&szlig; sie sich der 
geringsten Br&uuml;der angenommen haben, da sich hingegen die Andern durch ihr Fremdtun und 
Entziehen, noch mehr aber durch Tr&uuml;bsal anlegen und Verspotten der unansehnlichen Glieder 
Christi, ein schweres Gericht anziehen werden.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 138,1-8</font></b></h4> 
 
<P>Der 138. Psalm hat die kurze &Uuml;berschrift: Davids. Und dieser in den Wegen GOttes ge&uuml;bte David 
erinnert sich erstlich,</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
wie seine bisherigen Wege und Erfahrungen mit GOttes Verhei&szlig;ungen 
zugetroffen haben, und nimmt sich vor, dem HErrn dar&uuml;ber zu danken, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Er sieht ferner mit 
Freuden voraus, wie noch alle K&ouml;nige auf Erden die Ehre des HErrn erkennen, und fr&ouml;hlich in 
seinem Willen leben werden, V.4-6.</li> 
 
<li> 
Er spricht sich selbst zu, da&szlig; er des weiteren Wohlmachens 
GOttes &uuml;ber sich auch aufs K&uuml;nftige gewi&szlig; sein wolle, V.7-8.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Von den .K&ouml;nigen der Erde hat der 
Name und die Erkenntnis des HErrn von jeher manche Hindernis gehabt, bei ihnen selbst, und durch 
sie auch bei vielen Andern. Wenn Das gehoben werden wird, so wird das auch bei Andern viel 
austragen. Es wird aber gehoben, wenn sie h&ouml;ren werden das Wort des Mundes GOttes &uuml;ber dessen 
Vers&auml;umnis jetzt so Alles in der Eitelkeit versinkt. Der HErr wird solches schon zu rechter Zeit 
eilends ausrichten, man mag jetzt einem auch vorwerfen: es habe noch so wenig Ansehen dazu. Der 
HErr wird ein Ende machen, und wirds ausf&uuml;hren. Und wenn Jeder nur zuerst mit den N&auml;chsten um 
ihn herum fertig wird, wie David sagt: der HErr wird ein Ende machen um meinetwillen, oder was 
mich anbetrifft, was zun&auml;chst um mich herum ist: so kann Er ihm das Weitere im Gr&ouml;&szlig;eren gewi&szlig; 
auch zutrauen.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 139,1-24</font></b></h4> 
 
<P>Der 139. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids, vorzusingen. Er enth&auml;lt ein 
unvergleichliches Bekenntnis von der Allwissenheit, Allgegenwart und gesamter Vorsehung GOttes, 
und was diese Betrachtungen und Erfahrungen im Herzen wirken sollen.</li> 
 
<li> 
Zu erst legt er seine 
gewissenhaften Erfahrungen vor, von der Allwissenheit GOttes, mit dem Bekenntnis, wie sein 
eigenes Erforschen nicht so weit reiche, V.1-6.</li> 
 
<li> 
Hernach ein eben so durchdringendes Bekenntnis 
von der Allgegenwart und Allmacht GOttes, unter abermaliger tiefer Vernichtigung seiner selbst, 
V.7-18.</li> 
 
<li> 
Darauf entz&uuml;ndet sich in seinem Herzen eine eifrige Anrufung der erwachenden Rache 
GOttes wider die Gottlosen, unter Bezeugung seines eigenen Hasses &uuml;ber sie, V.19-22.</li> 
 
<li> 
Den Beschlu&szlig; macht ein herzliches Gebet, da&szlig; GOtt ihm seine Allwissenheit rund Allgegenwart wolle 
zu gut kommen lassen. wie ist es so gut, wenn einem Alles an GOtt so, V.23. 24, recht anst&auml;ndig, 
tr&ouml;stlich, brauchbar ist, und sich einer mit friedlichem Herzen so darunter beugen kann, wie David 
in diesem Psalmen tut; wenn man des elenden Streitens wider GOtt, der frechen Gedanken wider 
die Vorsehung und Regierung GOttes, der unlittigen, schwierigen, verwegenen Klagen los ist &uuml;ber 
den Ursprung des B&ouml;sen, &uuml;ber die Fortpflanzung des B&ouml;sen, durch Zeugung und Geburt, &uuml;ber die 
einem daher anklebende Temperaments=S&uuml;nden, wenn man davon durch Gnade los ist, und GOtt 
als Den fassen kann, von welchem als dem Vater der Lichter auch noch in der Natur gute Gaben, 
noch vielmehr aber aus der Erl&ouml;sungs=Gnade nun vollkommene Gaben von oben herabkommen. 
Wie tut es einer Seele, die sich durch das Wort der Wahrheit von der S&uuml;nde abziehen, und in einen 
rechtm&auml;&szlig;igen Ha&szlig; wider alles Arge lassen will, hernach so wohl, wenn sie vor dem GOtt, der nahe 
ist, keine Heimlichkeiten, keinen heimlichen Zusammenhang mit dem B&ouml;sen hat, noch zu haben 
begehrt, sondern vielmehr im Gewissen einen tr&ouml;stlichen Widerschein genie&szlig;en kann von dem, was 
GOtt von uns wei&szlig;.</li> 
 
</ol> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 140,1-13</font></b></h4> 
 
<P>Der 140. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Das dreimal wiederholte W&ouml;rtlein Sela 
und die darauf folgende Anrede: HErr: gibt zu erkennen, wie David einen dreimaligen Anlauf im 
Gebet nimmt, und mit immer steigenden Ernst anh&auml;lt, da&szlig; ihn GOtt von seinen Feinden erretten 
wolle. Zuletzt aber zeigt er sich gest&auml;rkt durch Erh&ouml;rung seines Gebets, und von dem Ende, das 
GOtt in der Sache machen werde, versichert, spricht er das Urteil &uuml;ber alle seine Verfolger, und 
tr&ouml;stet zugleich die Gerechten.</li> 
 
<li> 
Der erste Zugang zu GOtt mit dem&uuml;tiger Bitte um Errettung von 
den Feinden und dem bisher schon erlittenen Unrecht, V.2-4.</li> 
 
<li> 
Kommt vor ein aufs neue 
genommener Anlauf mit der Bitte, um Bewahrung vor seinen Feinden und der k&uuml;nftig 
bevorstehenden Gefahr, V.5-6.</li> 
 
<li> 
Im dritten Anlauf betreibt er die gesamte Erh&ouml;rung seines Gebets 
und l&auml;&szlig;t noch vor der Bitte ein Bekenntnis seines guten Vertrauens auf GOtt hergehen, V.7-9.</li> 
 
<li> 
Gro&szlig;e Freudigkeit auf den Ausgang, den GOtt machen, und auf die Frucht, so es bei allen gerechten 
schaffen werde, V.10-14. Bew&auml;hrter Vorteil</li> 
 
</ol> 
 
<blockquote> 
Wenn mein Gem&uuml;t entbrennt,<br> 
So hab' ich mich gew&ouml;hnt,<br> 
Vor Deinen Thron zu treten,<br> 
Mit Herz und Zung zu beten:<br> 
HErr, zeige Deinem Knechte,<br> 
Zu tun nach Deinem Rechte! 
</blockquote> 
 
<P>Da kommt mehr heraus, als wenn man sich ins Klagen gegen die Menschen aussch&uuml;ttet. Aber mit 
dem k&ouml;stlichen sagen zum HErrn: du bist mein G0tt, mu&szlig; es freilich seine Richtigkeit haben, Da&szlig; 
der Glaube seine Zuversicht, auf den allm&auml;chtigen GOtt setzt, die Hoffnung zu diesem Fels der 
Ewigkeit sich alles Guten best&auml;ndig versieht, und die Liebe sich unter Allem an der Leutseligkeit 
GOttes vergn&uuml;gt, und sich Ihm ganz zu eigen hingibt; hinter einer solchen &Uuml;bung l&auml;&szlig;t sich Manches 
auswarten. Der Gottlose ist wie ein Wetter, das vor&uuml;bergeht; wenn er schon manche Spuren der 
Verw&uuml;stung hinter sich l&auml;&szlig;t, so ist das etwas Geringes gegen GOttes G&uuml;te, deren die Erde voll ist, 
und wor&uuml;ber die Gerechten immer fr&ouml;hlich sein sollen.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 141,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 141. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
in seiner &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Dem Inhalt nach schickt er sich 
wohl zu dem vorigen, denn er geht haupts&auml;chlich dahin, Davids Sinn zu bezeugen: wie gern er von 
den Gottlosen geschieden sein m&ouml;chte, und wie ihm hingegen die Gemeinschaft mit den Frommen 
so lieb sei. Man kann ihn einteilen</li> 
 
<li> 
in einen Eingang, darin David &uuml;berhaupt um gn&auml;dige 
Erh&ouml;rung seines Gebets anh&auml;lt, V.1-2.</li> 
 
<li> 
In eine Abhandlung, darin wechselsweise die Bitten selbst 
und dann auch ihre gesegneten Wirkungen vorkommen, V.3-10.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Nirgend ist die Zunge schwerer zu 
bez&auml;hmen als beim Leiden unter Anderer H&auml;nden, darum ist die Bewahrung GOttes darunter so 
n&ouml;tig. Nirgends ist es n&ouml;tiger, sich an die Gemeinschaft der Gerechten anzuschlie&szlig;en, als wo man 
von den Gottlosen viel Nachstellung zu besorgen hat. Die Gerechten aber sollen nicht untereinander 
heucheln und zu Gefallen reden, oder einander zum unlittigen Wesen auftreiben, sondern einander 
in der Geduld und im Gebet st&auml;rken. Dabei ist oft dem alten Adam etwas ein Schlag, was dem 
neuen Menschen ein Balsam ist. Der sel. Franke schreibt irgendwo : ,,Die br&uuml;derliche Bestrafung 
tut wohl dem alten Adam weh, aber ich mache es mit meinen Bekannten vorher aus, da&szlig;, wenn sie 
auch einige Ver&auml;nderung und Unwillen bei solcher Bestrafung an mir wahrnehmen sollten, so sollen 
sie sich daran nicht kehren; wenn sich der neue Mensch besinnen und durchk&auml;mpfen werde, der 
werde ihnen tausendmal Dank wissen, wie eine christliche Person einmal gesagt: Sie m&ouml;chte den 
Ort k&uuml;ssen, wo Der gestanden, der ihr ihre Fehler entdeckt habe."</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 142,1-7</font></b></h4> 
 
<P>Der 142. Psalm hei&szlig;t</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
In seiner &Uuml;berschrift: Eine Unterweisung Davids zu beten, da er in der 
H&ouml;hle war. Man findet darin,</li> 
 
<li> 
wie er sich zum Gebet erweckt und anschickt, V.2-3.</li> 
 
<li> 
Seine Angst und Hilflosigkeit beweglich vorstellt, und die ihm einzig &uuml;brig gebliebene Zuflucht zu GOtt 
nimmt, V.4-6.</li> 
 
<li> 
Und dann kommt er erst auf die Bitten selbst, V.7-8</li> 
 
</ol> 
 
<p>David ist ein ge&uuml;bter und 
erfahrener Mitgenosse an der Tr&uuml;bsal gewesen. Man kann wohl etwas von ihm lernen, und 
Unterweisung annehmen. Es ist nicht umsonst, da&szlig; Davids Geschichte so umst&auml;ndlich in der Schrift 
beschrieben ist, und da&szlig; uns in seinen Psalmen so viel von seinen Glaubens= und Gebets=&Uuml;bungen 
unter diesen seinen Leiden aufbehalten worden. Es geht noch heutigen Tags mit Allen, die sich an 
die gewissen Gnaden Davids gl&auml;ubig halten, durch eben dergleichen Gedr&auml;nge. Da kann man die 
Wege GOttes, aber auch die Beugungen des Glaubens, und was er zu seinem Halt ergriffen, die 
Langmut, mit welcher er GOttes Rat ausgewartet hat, kennen lernen; aber auch sehen, wie wahr es 
ist, wie es einmal hei&szlig;t:</p> 
 
<P>Wenn Vernunft spricht, es ist Altes verloren, so hat der Glaub schon neu geboren, Die seiner Hilfe 
harren.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 143,1-12</font></b></h4> 
 
<P>Der 143. Psalm hat</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Darin h&auml;lt David in einem umst&auml;ndlichen 
Eingang und Vorbereitung um die Erh&ouml;rung seines Gebets an, und stellt seine Not und den zu GOtt 
gerichteten Ernst seiner Seele vor, V.1-6.</li> 
 
<li> 
Hernach sch&uuml;ttet er sein Herz mit wirklichem Beten 
und Flehen vor GOtt aus, und bezeugt seine gute Zuversicht wegen der Erh&ouml;rung und Gew&auml;hrung 
seiner Bitten, V.7-12.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Gehe nicht ins Gericht mit Deinem Knecht, war des sel. Arndts Seufzer noch 
auf seinem Totenbette. Wo Gerechtigkeit nicht durch Gnade und Wahrheit temperiert w&auml;re, so g&auml;be 
es ein Gericht ab, das sich ein Knecht des HErrn abbitten darf. Aber auf die mit Gnade und 
Wahrheit temperierte Gerechtigkeit, besonders wie sie jetzt im Evangelio geoffenbart ist, kann man 
sich getrost im Leben und Sterben einlassen. Und an diese h&auml;ngt sich auch David im Psalmen als 
an die gute Hand, die ihn nicht nur aus der Not herausf&uuml;hren, sondern bis ins Land der Lebendigen 
leiten und bringen werde. Nach derselbigen geschehe auch an uns und durch uns alles Wohlgefallen 
GOttes auf Zeit und Ewigkeit!</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 144,1-15</font></b></h4> 
 
<P>Der 144. Psalm hat wieder die &Uuml;berschrift: Ein Psalm Davids. Darin freut sich</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
David des HErrn 
seines GOttes in Absicht auf das Vergangene, und betet GOtt an, da&szlig; Er sich so zu des Menschen 
Niedrigkeit herunterlasse, V.1-4.</li> 
 
<li> 
Hernach ruft er GOtt um H&uuml;lfe und Beistand in Absicht auf das 
Gegenw&auml;rtige an, V.5-8.</li> 
 
<li> 
Aufs Weitere verspricht er GOtt bei k&uuml;nftiger Erfahrung seiner Hilfe 
ein neues Lied, und h&auml;lt seiner eitlen Feinde Ruhmredigkeit, und seine und seines Gleichen 
gegr&uuml;ndete Freude an GOtt gegen einander, V.9-15.</li> 
 
</ol> 
 
<p>O Mensch was meinst du, das was g&ouml;ttlich, 
oder das was menschlich ist? G&ouml;ttlich ist der Sinn, der durch Leiden mit Christo zur Herrlichkeit 
will und dringt. Menschlich ist der Sinn, der ohne Leiden Ruhe haben will f&uuml;rs Fleisch und den 
Nutzen des Leidens ausschl&auml;gt. Lasse Andere greifen nach was sie wollen, bleibe du bei dem: Wohl 
dem, des der HErr sein GOtt ist. Zeitlich ist eben zeitlich, wenns noch so gro&szlig; scheint und klingt.</P> 
 
<blockquote> 
Wohl recht wichtig, und recht t&uuml;chtig,<br> 
Ist der Christen Gl&uuml;cke;<br> 
Unser GOtt und Heil bestehet,<br> 
Wann der Welt Gl&uuml;ck bald vergehet,<br> 
Wie sich eine Kugel drehet. 
</blockquote> 
 
<P>wer nur einmal GOttes genaue Aufsicht &uuml;ber alle unsere Kleinigkeiten glauben lernte, und was 
besonders ein Mensch , der in Christo eine neue Kreatur geworden ist, f&uuml;r ein Ansehen in GOttes 
Augen habe, seitdem sich der liebe Sohn GOttes in unserer Menschheit so gedem&uuml;tigt, und GOtt 
in unser Aller Namen die Ihm geziemende Ehre gegeben hat. Was ist der Mensch, da&szlig; Du sein 
gedenkst! Im Unmut ist leicht und bald gesagt: Ist doch der Mensch wie nichts! Aber in Demut ists 
besser, in Demut, die sich damit nicht wegsch&auml;tzt, sondern an die zum Aufrichten angebotene 
Gnadenhand GOttes in Christo hinh&auml;ngt.</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 145,1-21</font></b></h4> 
 
<P>Der 145. Psalm hei&szlig;t in seiner &Uuml;berschrift Ein Loblied Davids; und so kommen vollends bis zum 
Beschlu&szlig; des Psalmenbuchs lauter Lob=Psalmen vor. In dem gegenw&auml;rtigen Psalmen</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
findet sich erstlich Davids guter Vorsatz, den HErrn zu loben, V.1-2.</li> 
 
<li> 
Wie dieses gute Vorhaben unges&auml;umt 
angegriffen und treulich ausgef&uuml;hrt wird, V.3-20.</li> 
 
<li> 
Zum Beschlu&szlig; bezeugt David nochmals seinen 
Sinn, in Gemeinschaft alles Fleisches am Lob GOttes zu bleiben.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Wie sich jetzt im Seufzen nach 
der herrlichen Offenbarung der Kinder GOttes in ihrer Freiheit alle Kreatur vereinigt, so wird sich 
auch dereinst im Loben mit den Heiligen Alles vereinigen. Ja schon jetzt kann man sagen, wie es 
Jener ausdr&uuml;ckt die Kreatur betet mit uns die siebente Bitte Erl&ouml;se uns von dem &Uuml;bel; also auch alle 
Werke GOttes beten mit uns die drei ersten Bitten, da&szlig; GOtt mit der Zukunft seines Reichs und 
inzwischen mit Vollbringung seines Willens seinen Namen heiligen wolle. O wie oft bleibt unser 
engherziger Unglaube lieber an dem n&auml;chsten Erdendruck kleben, als da&szlig; wir uns in diesem 
herzerquickenden Element des Lobes GOttes von allen Orten seiner Herrschaft her erholen m&ouml;chten!</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 146,1-10</font></b></h4> 
 
<P>Der 146. Psalm zeigt in seinem Anfangs=Wort Hallelujah das hernach auch im Beschlu&szlig; wiederholt 
wird, seine Hauptabsicht, n&auml;mlich da&szlig; David sich selbst und Andere darin zum Lob GOttes 
aufgemuntert, also</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
sich selbst V.1-2.</li> 
 
<li> 
Auch Andere, V.3-10.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Neben der Erweckung zum Lob 
GOttes aus wahrem Vertrauen zu GOtt lauft die Warnung von dem Vertrauen auf Menschen 
schicklich her. Der Inhalt wird von der Menschen Unmacht und Hinf&auml;lligkeit hergenommen, ob sie 
den guten Willen und redliche Absicht zu helfen haben oder nicht, das wird au seinen Ort gestellt. 
Von GOtt aber wird teils sein gn&auml;diger Wille zu helfen, umst&auml;ndlich versichert, teils auch seine 
Ewigkeit als eine Bewahrung gegen alles sorgliche Abnehmen seiner Kraft und Anschl&auml;ge 
angezogen. Wer die St&uuml;cke, die von der gn&auml;digen Regierung GOttes und der Macht seines ewigen 
K&ouml;nigreichs ger&uuml;hmt werden, etwas genauer erw&auml;gen mag, wird finden, da&szlig; sie teils in keines 
Menschen oder F&uuml;rsten Macht stehen, teils oft von Menschen und F&uuml;rsten zwar erwartet werden, 
aber vergeblich.</P> 
 
<blockquote> 
Wohl dem, der einzig schauet<br> 
Nach Jakobs GOtt und Heil,<br> 
Wer sich Dem anvertrauet,<br> 
Der hat das beste Teil,<br> 
Das h&ouml;chste Gut erlesen,<br> 
Den sch&ouml;nsten Schatz geliebt,<br> 
Sein Herz und ganzes Wesen<br> 
Bleibt ewig unbetr&uuml;bt. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 147,1-20</font></b></h4> 
 
<P>Der 147. Psalm hat weiter keine &Uuml;berschrift, macht aber in der angefangenen Erweckung zum Lob 
GOttes fort, und unterbaut selbige mit immer neuen Beweggr&uuml;nden. Man kann im Psalmen drei 
Abs&auml;tze bemerken, davon man nicht unwahrscheinlich</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
den ersten auf alle Israeliten insgemein deuten kann, V.1-6.</li> 
 
<li> 
Hernach, scheint es, wende sich die Rede an alle zum Dienst und Lob 
GOttes besonders bestellte Priester und Leviten.</li> 
 
<li> 
Und endlich wird Zion und Jerusalem aufgefordert, V.7-11.</li> 
 
<li> 
Wie sie besonders als der Sitz des K&ouml;nigreichs in der Regierung anzusehen 
sind, V.12-20.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Von denen, die zun&auml;chst um den Thron GOttes sind, wird das Werk der Sch&ouml;pfung 
und Erhaltung aller Dinge so herrlich gepriesen: HErr, Du bist w&uuml;rdig zu nehmen Preis und Ehre 
und Kraft, denn Du hast alle Dinge geschaffen, und durch Deinen Willen haben sie das Wesen und 
sind geschaffen; wie vielmehr sollen wir auch die gemeinsten und t&auml;glich vorkommenden Wohltaten 
GOttes in der Natur preisen, da uns derselben Abgang oder Schm&auml;lerung gleich so wehe tut. Bei 
aller Regierung GOttes aber f&uuml;hrt uns die Schrift meist darauf, wie GOtt aufs Niedrige sehe, die 
zerbrochenen Herzen heile, nicht an Dem Gefallen habe, auf was die Menschen so mit Hochachtung 
sehen und hinfallen. Wer in gro&szlig;en St&auml;dten und Residenzen wohnt, der merke doch besonders auch 
darauf, wie zwar insgemein die Wohltaten GOttes darin am meisten zusammen flie&szlig;en, und man 
in allen Bequemlichkeiten des menschlichen Lebens gro&szlig;en Vorzug habe, aber wie auch insgemein 
die S&uuml;nden und &Auml;rgernisse daselbst sich so h&auml;ufen, da&szlig; endlich auch die g&ouml;ttlichen Gerichte darin 
zusammen laufen. Auch haben die Werke GOttes das Besondere, da&szlig; sie ohne m&uuml;hsame und 
verz&ouml;gernde Anstalten, wie durch ein blo&szlig;es Wort und sprechen, schnell zu Stande gebracht werden. 
Wenn man sich aber auch in Betrachtung. und dankbarer Anpreisung der Wohltaten GOttes noch 
so weit ausgebreitet hat, so bleibt einem doch das Gr&ouml;&szlig;te, was uns GOtt Gutes tut, sein gutes Wort, 
durch die Erkenntnis seiner Rechte. Ach, da&szlig; wirs nicht vergeblich empfangen, sondern von Denen 
seien, die des Reichs GOttes Fr&uuml;chte bringen, nachdem sich GOtt nun mit demselben von seinem 
eigenen Volk zu uns Heiden gewendet hat!</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 148,1-14</font></b></h4> 
 
<P>Der 148. Psalm hat im Anfang und Beschlu&szlig; den gro&szlig;en Aufruf zum Lob GOttes: Hallelujah! Und 
diese Einladung zum Lob GOttes ergeht dann wiederum mit merklichen Abs&auml;tzen</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
an das, was im Himmel ist von Sichtbaren und unsichtbaren Kreaturen, V.1-6.;</li> 
 
<li> 
an Alles, was auf Erden ist, besonders aber an die Menschen, V.7-14.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Im Alten Testament kommt hin und 
wieder eine solche Aufforderung zum Lobe GOttes, und bei der er&ouml;ffneten T&uuml;r im Himmel, die es nachgehends 
gegeben hat, kann man sehen und h&ouml;ren, wie das Lob und die Anbetung GOttes im wirklichen Gang 
ist, bei denen, die um seinen Thron sind. Unter den Menschen werden Diejenigen zuerst 
aufgefordert, denen GOtt als K&ouml;nigen und F&uuml;rsten viel zu verwalten anvertraut, und manchen Genu&szlig; 
dabei zugeworfen hat. Hernach kommt er an Diejenigen, denen GOtt in ihrer Jugend viel Munterkeit 
verleiht, die zum Lob GOttes schicklich ist, mit denen hernach aber auch die Alten aus ihrer 
vielfachen ergrauten Erfahrung anstehen sollen.</P> 
 
<blockquote> 
Meine Seele, singe du,<br> 
Und bring auch dein Lob dazu! 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 149,1-9</font></b></h4> 
 
<P>Der 149. Psalm hat wieder im Anfang und Beschlu&szlig; den Aufruf: Hallelujah, und fangt dann auch</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
mit einer weiteren Aufforderung zum Lob GOttes an, welche an die Gemeinde der Heiligen in 
Israel und an die Kinder Zion vornehmlich gerichtet ist, V.1-3.</li> 
 
<li> 
Hernach kommt ein herzerquickender Beweggrund zum Lob GOttes vor, V.4.</li> 
 
<li> 
Zuletzt wird wieder eine Aufmunterung zum Lob GOttes samt einer herrlichen Weissagung von 
dem endlichen Sieg der Heiligen angebracht, V.5-9.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Dieser Psalm ist eine eigentliche Fortsetzung 
des vorigen 148. Psalmen. In selbigem hie&szlig; es n&auml;mlich: Lobet den HErrn, denn Er hat erh&ouml;het das 
Horn seines Volks; das wird nun in diesem Psalmen weiter ausgef&uuml;hrt, und von den verachteten 
Kindern Zions wegen ihres K&ouml;nigs und der Offenbarung seines Reichs mit Besiegung der 
Welt=Reiche herrlich abgehandelt. Die Erf&uuml;llung dieses Psalmen wird man sehen, wenn es auf das 
19. Kap. in der Offenb. hinauslaufen wird, und da wird Der, welcher auf dem wei&szlig;en Pferd sitzt, 
und sein Heerzug hinter Ihm das sicherste Zeichen sein, wenn es Zeit ist, die Schwerter zu 
ergreifen, die der Verfolgungs=Geist und sonstig nat&uuml;rliches Ungest&uuml;m so fr&uuml;hzeitig und zum 
Schaden f&uuml;r das Reich GOttes gezuckt hat; jetzt k&ouml;nnen nicht nur K&ouml;nige, sondern auch die ihren 
Unglauben einschleckende Edle und Andere alle Liebes=Seile GOttes zerrei&szlig;en, alle Bande seiner 
Wahrheit von sich werfen, und ein Zeuge der Wahrheit mu&szlig; es wohl sp&uuml;ren, mit was f&uuml;r 
ungebundenen Leuten man es zu tun hat, aber es wird allen Feinden GOttes fehlen. Das Reich, 
davon geschrieben ist, die Gerechtigkeit des Reichs GOttes wird aufkommen. Es wird noch einmal 
auf dem Erdboden so aussehen und hergehen, wie es geschrieben ist. Dergleichen Blicke verleiht 
das Wort GOttes zur St&auml;rkung des Glaubens und der Geduld bei den Heiligen, besonders auch zur 
Verwahrung, da&szlig; sie nicht auf eine Torheit geraten, noch ihre Hand ausstrecken zur Ungerechtigkeit, 
so lange das Scepter der Gottlosen so &uuml;ber dem H&auml;uflein der Gerechten ist. So viel Jedem hiezu 
n&ouml;tig ist, und er geh&ouml;rig anwendet, wird ihm Einsicht darein verliehen werden. Ach, da&szlig; wir auch 
mit Wonne dabei seien, wenn aus aller Heiligen Mund erschallen wird: Hallelujah; denn der 
allm&auml;chtige GOtt hat das Reich eingenommen!</P> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Psalm 150,1-6</font></b></h4> 
 
<P>Der 150. Psalm beschlie&szlig;t vollends das ganze Psalterbuch mit lauter Lob GOttes. In den bisherigen 
Psalmen ist viel Herrliches nacheinander vorgekommen, vom Reich GOttes &uuml;berhaupt, von den 
vorz&uuml;glichen G&uuml;tern und Fr&uuml;chten desselben, von den Reichen der Welt, von den Anf&auml;ngen des 
Reichs Gottes auf Zion, von der Ausbreitung desselben in der letzten Zeit. Das wird nun Alles in 
diesem Psalmen vorausgesetzt und zusammengefa&szlig;t, was das f&uuml;r einen Zug zum ununterbrochenen 
Lob GOttes an allen Orten seiner Herrschaft tun solle, V.1-2.</P> 
 
<ol> 
 
<li> 
Wo und warum soll man den HErrn loben?</li> 
 
<li> 
Mit welchen Anstalten und Instrumenten es geschehen soll, V.3-5.</li> 
 
<li> 
Ferner wie sich Alles zum Lob GOttes soll h&ouml;ren lassen ? V.6.</li> 
 
</ol> 
 
<p>Alle Lob-Psalmen sind zugleich auch heimliche 
Trost=Psalmen und Versicherungen, da&szlig; GOtt noch Alles &uuml;berall von seiner Erkenntnis und so, auch 
von seinem Lob voll machen werde, uind da&szlig; Er auch das, was von der Welt lange zur &Uuml;ppigkeit 
mi&szlig;braucht worden, wie z. E. die Musik, noch zu seinem Dienst heiligen wolle. Es ist eine gro&szlig;e 
Frechheit, da&szlig; die Menschen auf der Welt, als in diesem Jammer: und Tr&auml;nen=Tale, doch so sicher 
tun. Alles, was in der Welt Sch&ouml;nes, Liebliches, Erg&ouml;tzliches zur&uuml;ckgelassen ist, sollte man nur als 
eine Anmahnung an unsern Verlust und au unsere im Reich GOttes wieder vorgehaltene gute 
Hoffnung gebrauchen, so auch die Musik unter der Erkenntnis: Sie geh&ouml;rt GOtt, Offenb. 14:2-3. 
15:2-3. Er will uns aber gern dadurch etwas zur Erweckung zu seinem Lob zugehen lassen, und uns 
unter unserer M&uuml;he und Arbeit auf Erden tr&ouml;sten, und mit einem Geschmack von den Kr&auml;ften der 
zuk&uuml;nftigen Welt aufrichten. Wer nicht viel von dergleichen Erweckung genie&szlig;t, dem sollen die 
Psalmen und &uuml;brigen Worte der Schrift diesen Dienst tun. So bald ich einen Psalmen oder Spruch 
vor mich nehme, sagt der liebe sel. Luther, so leuchtet und brennts ins Herz, da&szlig; ich einen andern 
Sinn und Mut gewinne. Ein Psalm ziert die Fr&ouml;hlichkeit und lindert die Traurigkeit, die um GOttes 
willen ist, und es ist ein Zeugnis, da&szlig; einer mit in der Gemeinschaft der Heiligen ist, wenn sich 
einer ihre Worte so reimen, und so ein Lied mit ihnen singen kann: Alles was Odem hat, lobe den 
HErrn, Hallelujah!</P> 
 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Hosea Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Die Zeit, in welcher er geweissaget, 
gibt er selbst an, durch Benennung einiger K&ouml;nige in Juda, allermeist 
aber des K&ouml;nigs In Israel, Jerobeams, des zweiten. Denn auf diesen 
ist vornehmlich zu sehen, weil es Hosea in seiner Weissagung haupts&auml;chlich 
mit Israel zu tun hat. Die Zeiten dieses Jerobeams werden uns im <i>2 
Buch der K&ouml;nige 14, 23  29.</i> kurz 
beschrieben, und das mu&szlig; man sich zum Verst&auml;ndnis des Propheten 
wohl ins Gem&uuml;t dr&uuml;cken. Die benannten K&ouml;nige in Juda regierten 
erst nach Jerobeam, woraus zu schlie&szlig;en, da&szlig; der Prophet Hosea 
noch &uuml;ber Jerobeams Zeiten hinaus gelebt, und Vieles von seiner Weissagung 
noch selbst in der Erf&uuml;llung gesehen, bei dem Umsturz des Reichs Israel 
aber sich nach Jud&auml;a gewendet habe. 
 
<p>Hosea traf also das Volk unter 
einem vor GOtt verschuldeten, und unter Seinen Gerichten gedr&uuml;ckten 
Zustand an, doch so, da&szlig; GOtt wirklich auf war, sich durch eine nochmalige 
H&uuml;lfe an ihnen zu verherrlichen, welche Sie aber, wie alles Vorige, 
zur Sicherheit mi&szlig;brauchten, und sich also den endlichen Untergang 
ihres Reiches zuzogen; unter dessen Ank&uuml;ndigung bei dem Propheten 
gleichwohl immer wieder tr&ouml;stliche Verhei&szlig;ungen vom zuk&uuml;nftigen 
Guten hervorblickten. Die drei ersten Kapitel hangen besonders zusammen, 
und bestehen in Geschichten und Weissagungen zugleich, die beide dahin 
gehen, dem Volk seine Schuld und Strafe, samt dem neuen Gnaden=Antrag vorzuhalten, 
und unter des Propheten Heirat und ehelicher Gemeinschaft mit Gomer, der 
Tochter Diblaim, abzubilden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 1,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Aufschrift des Buchs (V. 1).</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 1,2</font></b></h4> 
 
<p><b>Der unerwartete Befehl GOttes an den Propheten, ein 
Hurenweib zu nehmen, samt kurzem Fingerzeig auf die hierunter liegende 
Absicht.</b> 
 
<p>Um sich leichter hierein finden 
zu k&ouml;nnen, mu&szlig; man den Zustand des Israelitischen Volks und 
der Kirche sich recht vorstellen. Diese waren n&auml;mlich vorn Gottesdienst 
zu Jerusalem ganz abgerissen, zu der abg&ouml;ttischen Anbetung der g&uuml;ldenen 
K&auml;lber verleitet, und tiefen darin der Hurerei nach. Doch wollte sie 
GOtt niemalen so gar aufgeben, da&szlig; Er sie wie andere heidnische V&ouml;lker 
geachtet hatte; sondern dachte immer an Seinen Bund, m und suchte auch 
zu den Zelten ihres gr&ouml;&szlig;ten Verfalls noch Kinder aus dieser 
Kirche zu zeugen und zu erziehen. Diese g&ouml;ttliche Herunterlassung 
recht vorzustellen, diente diese Heirat des Propheten, der damit zum Zeichen 
gesetzt ward. Soviel es menschlicher Weise ein redliches und zu GOtt gezogenes 
Gem&uuml;t kostet, eine Gemeinschaft mit solch einer Person einzugehen, 
so gro&szlig; ist GOttes Nachgeben zu achten, das Er an Israel bewies. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 1,3-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Des Propheten schleuniger Gehorsam, und die aus dieser 
gestifteten Ehe erzeugten Kinder, und deren auf g&ouml;ttlichen Befehl 
erhaltene bedenkliche Namen V. 3-9</b> 
 
<p>Jesreel war ein ehemaliger 
Sitz der K&ouml;nige In Israel, woselbst sonderlich zu Ahabs Zeiten, und 
bei Ausrottung seines Samens durch Jehu viel Merkw&uuml;rdiges vorging. 
Da&szlig; des Propheten erster Sohn den Namen Jesreel bekam, war ein Zeichen, 
da&szlig; nun dieses Orts und seiner Schuld besonders vor GOtt gedacht 
werde, wie <i>Offenb. 16, 49, 19.</i> 
das die n&auml;chste Vorbereitung auf Babylons Gericht ist, da&szlig; es 
hie&szlig;, und Babylon, der gro&szlig;en, ward gedacht vor GOtt, ihr zu 
geben den Kelch des Weins von Seinem grimmigen Zorn Jehu bewies zwar in 
Ausrottung des Hauses Ahabs und seiner Greul gro&szlig;en Eifer aber sonst 
wenig rechtschaffenes Anhangen an das Gute. Darum ward er mit dem Sitzen 
seiner Kinder bis ins vierte Glied auf dem Thron Israels abgefertigt; und 
Jerobeam war nun wirklich sein drittes Glied, mit dessen Sohn gings denn 
vollends aus. Die Namen der beiden folgenden Kinder k&uuml;ndeten mit aufsteigender 
Sch&auml;rfe die bisherige Barmherzigkeit GOttes, und den daher genossenen 
Schutz auf und die unausbleiblichen Gerichte an. Das hei&szlig;t schon 
bei Mose: Sie sollen inne werden, was es ist, wann ich die Hand abziehe, 
oder eigentlich: 
 
<p>Wann man mich von meinem Gnadenvorsatz 
abbringt. Es ist viel j&auml;mmerlicher, als irgend eine Trennung zwischen 
Eheleuten oder Verlobten sein kann, wenn GOtt denen, die sein Volk waren, 
also aufk&uuml;ndet. Ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein, 
hie&szlig; sonst die ganze Bundesformel. Das eine hatten sie durch ihren 
Unglauben zerbrochen: Ihr seid nicht mein Volk; damit haben sie den HErrn 
zum Eifer gereizet, da&szlig; Er das erste auch aufgek&uuml;ndet, doch 
nicht ausdr&uuml;cklich die ganze Bundesformel zur&uuml;ckgenommen, noch 
gesagt hat: Ich will nicht euer GOtt sein; sondern im Eifer die Rede abgek&uuml;rzt 
hat: Ich will nicht der Eure sein; wobei noch Raum bleibt zu der Gnade, 
die noch &uuml;ber sie aufs Neue aufwachen wird. 
 
<p>Von welcher sogleich ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 1,10-2,1</font></b></h4> 
 
<p><b>... k&ouml;stliche &Ouml;ffnung ins Vaterherz GOttes 
macht, der auch im Zorn der Barmherzigkeit gedenkt, und beweist, da&szlig; 
Sein Zorn eigentlich Eifer ist, der das Leidige, so zwischen die anf&auml;ngliche 
Liebe gekommen ist, empfindet, und mit Ernst wegr&auml;umt, aber immer 
den Bedacht hat, der ersten Liebesgemeinschaft wieder aufzuhelfen.</b> 
 
<p>&Uuml;ber der Vermehrung der 
Kinder Israel hat von jeher eine besondere g&ouml;ttliche Vorsehung gewaltet, 
und da&szlig; Sie nach so gewaltigen Gerichten wieder zu solch starker 
Anzahl gekommen sind, als sich heutigen Tags findet, ist nichts Geringes, 
und von GOtt zu weiterem Gro&szlig;en aufgespart. Und in solcher Menge 
und noch dazu an dem Ort, in dem Land ihres vormaligen Aufenthalts soll 
diese selige Ver&auml;nderung mit ihnen vorgehen. Ach wem wird wohl dies 
Evangelium an die aus Neue begnadigten Juden anvertraut werden, wer wird 
diese holdselige Stimme f&uuml;hren d&uuml;rfen: O ihr Kinder des lebendigen 
GOttes Vermutlich aus ihnen selber wird sich GOtt solche Werkzeuge erwecken 
die bald im Glauben so erstarken, da&szlig; sie zu Anderer Gewinnung und 
St&auml;rkung ihrer Br&uuml;der viel werden beitragen k&ouml;nnen, durch 
den Zuspruch: sie seien mein Volk sie seien in Gnaden. Denn das werden 
nicht gerade Predigten, wie von der Kanzel herunter sein, sondern Zuspr&uuml;che 
und Handreichung unter einander, im t&auml;glichen Umgang, Reden, da&szlig; 
es Gnade gibt dem, der es h&ouml;rt <i>Eph. 
4:29.</i> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 2,3-23</font></b></h4> 
 
<b>Nun gibt der Geist GOttes noch eine umst&auml;ndlichere 
Erkl&auml;rung dar&uuml;ber, was GOtt durch die Heirat des Propheten mit 
dem Hurenweib habe vorbilden wollen, n&auml;mlich, wie durch gerechten 
Zorn und Strafen m&uuml;sse Platz gemacht werden, die Gnade von Neuem fruchtbarlich 
anzubringen bei diesem abtr&uuml;nnigen Volk, V. 2-13. und wie reichlich 
und herrlich sich diese diese Gnade an ihnen beweisen werde, V. 14 bis 
23. Zu solchem Ende geht</b> 
 
<ol> 
 
<li> 
anf&auml;nglich die Rede scharf in Vorstellung ihrer 
Schuld und Strafe, V. 2. 3. 4. 5.</li> 
 
<li> 
Wird schon auf eine etwas gelindere Weise angedeutet, 
was f&uuml;r eine Absicht auf ihre Besserung GOtt unter Seinen Strafen 
habe, V. 6 - 13.</li> 
 
<li> 
wie es GOtt anf&auml;nglich angreifen wolle, da&szlig; 
Er es von diesen Seinen Gerichten wieder ins Geleis der Gnade einlenke (V. 14-17).</li> 
 
<li> 
Und wie weiterhin die Gnade vollen Raum gewinnen werde, 
sich in allen leiblichen und geistlichen Erweisungen an diesem aufs Neue 
begnadigten Volk zu verherrlichen (V.18-23).</li> 
 
</ol> 
 
<p>O was tut GOtt, da&szlig; Er 
den Menschen von seinem Vornehmen wende, und seine Seele vor dem Verderben 
verschone. Was liegt oft f&uuml;r eine entgegenwandelnde Gnade darunter, 
wann Er einem einen Weg abgrabt, ein b&ouml;ses Vorhaben nicht gelingen 
l&auml;&szlig;t. Wie soll unter der erfahrenen Bitterkeit der S&uuml;nde 
dem Nachdenken aufgeholfen werden, wie man es ins Vaters Haus und beim 
Gehorsam der Wahrheit so gut haben k&ouml;nnte, und in seiner ehemaligen 
Unschuld wirklich besser gehabt habe. Wie macht es GOtt auch mit Seinen 
Strafen so, da&szlig; wir nicht tiefer in Feindschaft wider Ihn, und in 
den Ha&szlig; seiner Gerichte sollen hineingejagt werden, sondern bringt 
daneben ein sanftes freundliches Locken an uns,,das und wieder ein Vertrauen, 
eine Lust zur R&uuml;ckkehr abgewinnen m&ouml;chte. Und wann das Eingang 
findet, wann das eine bu&szlig;fertige dem&uuml;tige Antwort veranla&szlig;t, 
wie geneigt ist der treue Gott, allen Seinen Bund wieder &uuml;ber uns 
gelten, und es an keinem Guten fehlen zu lassen von Allem, was Er geredet 
hat. Wer bedenkt, was die Menschen oft um Brots willen tun, wie sie eingetrieben 
und gefangen gehalten werden von denen, denen sie um ihres Nutzens und 
Fortkommens willen in die H&auml;nde sehen m&uuml;ssen, der wird auch merken, 
warum bei der Verhei&szlig;ung des Reichs GOttes auch so viel aufs Leibliche, 
auf leichtere Nahrung u. dgl. gesehen wird, und was das auch in die Gerechtigkeit 
GOttes und zu. deren ungehindertem Schwung f&uuml;r merklichem Einflu&szlig; 
haben wird.  Alles, was f&uuml;r einen Menschen in diesem Leben recht 
gut ist, fasset sich darin zusammen, da&szlig; er, nicht aus Gewohnheit, 
sondern wohl befugt und bed&auml;chtig sagen kann: Mein GOtt; dies ist 
ein Wort des Glaubens, womit man seine ganze Zuversicht auf den allm&auml;chtigem, 
wahrhaftigen, barmherzigen GOtt setzt; dies ist ein Wort der Hoffnung, 
da man sich zu GOtt, der ein Fels der Ewigkeiten ist, alles Guten auf das 
K&uuml;nftige unaufh&ouml;rlich versieht; dies ist ein Wort der Liebe und 
Vereinigung, da man sich mit der Leutseligkeit GOttes vergn&uuml;gt, und 
sich Ihm zu eigen gibt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 3,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p><b>Darin kommt vor: Eine erneuerte Unterhandlung, die der 
Prophet mit seinem ungetreuen Eheweib eingehen sollte. Dabei ist das</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 3,1</font></b></h4> 
 
<p><b>der abermalige g&ouml;ttliche Befehl, den er dazu empfangen.</b> 
 
<p>Ohne diesen ausdr&uuml;cklichen 
Befehl GOttes h&auml;tte Hosea die auf ihre alten Wege verfallene Gomer 
immerhin aufgegeben und fahren lassen; so aber hat er im dem aufs Neue 
befohlenen Buhlen, oder, weil dieses Wort seine alte z&uuml;chtigere Bedeutung 
fast verloren hat, sollte man lieber sagen, durch den erneuerten Antrag 
seiner Liebe und Bekanntschaft, die ausnehmende Liebe und Herunterlassung 
GOttes abbilden sollen, nah welcher Er nicht wartet, bis der S&uuml;nder 
umkehrt, sondern mit Seinem erneuerten Gnadenantrag zuvorkommt, wenn Er 
schon auch die Ehre Seiner Heiligkeit an einem so lang ausschweifenden 
S&uuml;nder retten mu&szlig;. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 3,2</font></b></h4> 
 
<p><b>Des Propheten Gehorsam, und wessen er sich dabei mit 
ihr verabredet habe.</b> 
 
<p>Die Absicht war also nicht, 
da&szlig; Gomer wieder in die vorige eheliche Gemeinschaft mit Hosea aufgenommen 
w&uuml;rde, wie denen auch keines weiteren Kinderzeugens gedacht wird, 
sondern sie sollte nur die Verpflichtung &uuml;ber sich nehmen, in mehrerer 
Eingezogenheit zu leben, und die v&ouml;llige Auss&ouml;hnung mit ihrem 
Mann und Eintritt in die vorige Gemeinschaft abzuwarten. Daf&uuml;r sollte 
sie soviel als einen Magdlohn zu ihrem Unterhalt zu genie&szlig;en haben, 
und &uuml;brigens von ihm versichert sein k&ouml;nnen, da&szlig; er in 
dem steten Bedacht stehe, sie wieder in den vorigen Bund aufnehmen. Davon 
wird nun ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 3,3-5</font></b></h4> 
 
<p><b>... die Zueignung auf das Volk Israel mit Folgendem gemacht: (V.3-5)</b> 
 
<p>In der ersten Ehestiftung mit 
Gomer stellte der Prophet die noch einigerma&szlig;en zwischen GOtt und 
dem Volk Israel obwaltende eheliche Bundsgenossenschaft vor, doch so, da&szlig; 
sich das Volk durch sein Verschulden zur Strafe immer reifer machte. Der 
hier beschriebene Vorgang aber, kraft dessen sich Gomer ihres vorigen b&ouml;sen 
Genusses gab, und doch die eheliche Liebe Hosea nicht sowohl geno&szlig;, 
als sie vielmehr in einem verschlossenen Zustand abwartete,, bildet den 
Zustand ab, in dem sich das Volk nunmehr besonders seit seiner letzten 
Zerstreuung befindet. Es ist n&auml;mlich ein Halten, Sitzen, Warten, was 
sein GOtt noch mit ihm anfangen, und wie Er die auf ihm haftende Verhei&szlig;ungen 
erf&uuml;llen werde. Es huret nicht und Ist keines Andern, es enth&auml;lt 
sich von der Abg&ouml;tterei, zu welcher es sonst so geneigt war, es hat 
keinen weltlichen Arm mehr, mit dem es dem Reich Christi oder den Drohungen 
GOttes Trotz bieten k&ouml;nnte. Hat es schon nicht sein voriges gesegnetes 
Land zu genie&szlig;en, so h&auml;lt es doch auch GOtt im Zeitlichen nicht 
gar zu kurz, da&szlig; es durch Mangel gedrungen w&auml;re, seine H&auml;nde 
aufzuheben zum fremden Gott. Und es fehlt auch sonst nicht an Spuren, wie 
GOttes Herz noch immer auf dies Volk gerichtet ist. Freilich, wie man sich 
das Christenvolk nicht nach dem groben, rohen Haufen vorstellen mu&szlig;, 
sondern nach dem wenigern, edlen Teil derjenigen, die GOtt im Geist und 
in der Wahrheit anbeten; so mu&szlig; man auch das Judenvolk nicht nach 
dem sch&auml;tzen, was von des gro&szlig;en Haufens Betrug und irdischem 
Sinn meist in die Augen f&auml;llt, sondern man mu&szlig; auch an die Verborgenen 
unter ihnen gedenken, die unter mancher Bekenntnis ihrer und ihres Volkes 
S&uuml;nden auf denn Rat des HErrn mit ihnen merken, und Seinen Verhei&szlig;ungen 
entgegen gehen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p><b>Das vierte Kapitel enth&auml;lt eine ernstliche Strafpredigt, da, nach 
einem erwecklichen Eingang V. 1. eine durchaus abwechselnde Vorstellung 
von S&uuml;nden=Schuld und S&uuml;nden=Strafe gemacht wird, so da&szlig; 
man dabei immer eine genaue Beziehung beobachten kann, welche Schuld und 
Strafe auf einander haben.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Also, der erweckliche Eingang: (V.1)</b> 
 
<p>Strafpredigten hat man also 
als ein wohlbefugtes Rechten GOttes mit uns, anzunehmen; als ein Vorfordern 
vom K&ouml;nig, der mit seinen Knechten rechnen wollte. 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,2</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Hauptbeweis von ihrem schrecklichen Verfall.</b> 
 
<p>Aus Vers&auml;umnis des Guten 
kommt das einrei&szlig;ende B&ouml;se. Wenn die Wahrheit dahin und nicht 
einmal ein Ernst und Bedacht da ist auf das, was zu unserm eigenen Frieden 
dienet, da ists gleich auch um die Liebe des N&auml;chsten geschehen, und 
Erkenntnis GOttes wird auch erstickt. Wo durch Halten &uuml;ber dem Guten 
kein Widerstand mehr gegen das B&ouml;se geschieht, da ist der Verfall 
bald gro&szlig;. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,3</font></b></h4> 
 
<p><b>Auf dies allgemeine Verderben folgen auch allgemeine 
Plagen.</b> 
 
<p>Jene Welt wird mehr die pers&ouml;nlichen 
Belohnungen und Bestrafungen und eines Jeden seinem Werk aufschlie&szlig;en; 
in dieser. Welt hat bei zeitlicher Wohlfahrt ober Schadenleiden, die Gemeinschaft 
mit Andern Vieles auf sich; um so mehr sollte man einander auch in F&uuml;rbitte 
und Sorgfalt behalten, weil man seiner Mitb&uuml;rger so zu genie&szlig;en 
ober so zu entgelten haben kann. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,4</font></b></h4> 
 
<p><b>Neue Verschuldung durch Unlittigkeit, sich bestrafen 
zu lassen.</b> 
 
<p>Da ist's weit gekommen, wenn 
man auch von denen nichts mehr annimmt, denen man sonst noch am ehesten 
ein Wort der Ermahnung zu gut gehalten; da&szlig; man sich in allen St&auml;nden 
so &uuml;ber das Lehramt und dessen Vorstellungen hinaussetzt, ist ein 
mi&szlig;liches Zeichen unsrer Zeit. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,5-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Gem&auml;&szlig;e Strafe daf&uuml;r, da&szlig; GOtt 
so mit ihnen umgehen wird, wie sie mit Seinem Wort.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,7</font></b></h4> 
 
<p><b>H&auml;ufung der Schuld durch die Menge derer, die 
s&uuml;ndigen. Um welcher Menge willen ihrer GOtt doch nicht schonen 
wird. (V.7)</b> 
 
<p>In der Menge sucht man sonst 
Ehre, und meint einer Stadt, einem Volk damit aufzuhelfen; aber Gottes 
Gericht tritt in den Weg, und macht diese gesuchte Ehre zu Schanden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,8</font></b></h4> 
 
<p><b>Der besondere leidige Einflu&szlig;, den das Verderben 
im Lehrstand in das &uuml;brige Volk hat.</b> 
 
<p>Wie das ehemalen bei irdisch 
gesinnten Priestern war, so findet sich nun etwas bei manchen Vorstehern 
in beiden obern St&auml;nden, wo man entweder um des Tares willen allerlei 
s&uuml;ndliche Dinge erlaubt, und damit begierig ist nach des Volks S&uuml;nde, 
oder sonst zu allerlei B&ouml;sem Gelegenheit macht, und hintennach aus 
denn Strafen. oder Untersuchungen dar&uuml;ber seinen Gewinn sucht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,9-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Gerechte Strafe daf&uuml;r.</b> 
 
<p>Darum sind die vormaligen Weichlinge 
zur Zeit der Heimsuchung am &uuml;belsten daran, weil alles Herz, Verstand, 
Mut, sich in etwas zu schicken, weg ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,12-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Weitere Klagen GOttes &uuml;ber des Volkes Abg&ouml;tterei.(V.12-13)</b> 
 
<p><b>Schreckliche Strafe dar&uuml;ber. (V.13-14)</b> 
 
<p>Denn das t&ouml;richte Volk will geschlagen sein. 
 
<p>Zu allen Zeiten hat der Teufel, 
wann er etwas Verderbliches unter den Menschen hat aufbringen wollen, so 
eine Lockspeise f&uuml;r das Fleisch dazu hingestellt, wie Bileam lehrete, 
ein &Auml;rgernis anrichten, wie die Werke der Nikolaiten waren, wie jetzt 
Vieles in der heutigen Zeit ist. Und wer seine Kinder durch solcherlei 
Eitelkeit vom HErrn dem l&auml;&szlig;t GOtt oft auch die Freude nicht, 
da&szlig; sie vor der Welt wohl ankommen und ihr Gl&uuml;ck machen, sondern 
wehrt es nicht, wann sie sich in &auml;u&szlig;erste Schande und Verderben 
st&uuml;rzen. Durch sein Gesetz hat GOtt allen solchen Greueln genug gewehrt, 
aber wenn Regenten und Obrigkeiten aufkommen, die nicht dar&uuml;ber hatten, 
die mit ihrem Exempel alles Gesetz zerrei&szlig;en, 
so wird dies schreckliche Wort: Ich wills nicht wehren, noch erf&uuml;llt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,15-16</font></b></h4> 
 
<p><b>Besonders schwere Verschuldung, da&szlig; man durch 
sein B&ouml;ses auch Andern zum &Auml;rgernis und Versuchung wird.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 4,17-19</font></b></h4> 
 
<p><b>Beim beharrlichem Bleiben in seinen S&uuml;nden 
&uuml;bergibt einen GOtt zuletzt in des b&ouml;sen Herzens D&uuml;nkel.</b> 
 
<p>Auch dieses Alles widerfuhr 
denen zum Vorbild; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche 
das Ende der Welt kommen ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 5 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das f&uuml;nfte Kapitel hat die n&auml;mliche Einrichtung wie das vorhergehende 
vierte Kapitel, da&szlig; nach einem zur Aufmerksamkeit auffordernden Eingang 
wieder eine stete Abwechslung zwischen der S&uuml;nden=Schuld und S&uuml;nden=Strafe 
gehalten wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Eingang spricht nachdr&uuml;cklich alle in den 
unterschiedlichen drei St&auml;nden sich Befindenden um ihre Aufmerksamkeit 
an (V.1).</b> 
 
<p>Wann der HErr redet, so sollen 
auch die vor Ihm stille sein, die sich sonst in der Kirche h&ouml;ren lassen; 
und auch der gemeine Mann sich aus seiner durch Gewohnheit zugezogenen 
Unachtsamkeit aufwecken lassen aber auch K&ouml;nige und ihre Gewaltige, 
wann sie noch so lange ihr Ohr von der Wahrheit abgekehrt haben, sich wieder 
gewinnen lassen. 
 
<p><b>Sodann wird &uuml;berhaupt angek&uuml;ndigt, wie ihre 
S&uuml;nden=Schuld S&uuml;nden=Strafe nach sich ziehe (V.1-2).</b> 
 
<p>Sonderlich machen sich Diejenigen 
zur Strafe reif, die teils Andern zum Versuchungs=Strick werden, teils 
ihre Irrt&uuml;mer und Verunreinigungen doch f&uuml;r eine Tiefe und Geheimnis 
ausgeben, und damit Diejenigen noch leichter verf&uuml;hren, die ihren 
Weg nicht bewahren. Vergleiche <i>Offenb. 
2, 24. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,3-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Ihre fortgesetzte, offenbar getriebene Abg&ouml;tterei, 
da sie immer &uuml;ber frischer Tat ergriffen werden konnten, aber kraft 
ihres Geistes noch Recht haben wollten.</b> 
 
<p>Bei aller S&uuml;nde und einrei&szlig;endem 
Verderben, hat man nicht nur aufs &auml;u&szlig;erliche Werk, sondern auf 
die dahinter steckende Macht der Finsternis, auf den Geist, auf das Behendeste 
und Feinste daran zu sehen, das noch am Verschmitztesten recht haben und 
seine Sachen behaupten will. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,5-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Scharfe und weit um sich greifende Strafe.</b> 
 
<p>Schreckliches Gericht, wenn 
GOtt die Hand so abzieht. Aber auch gemeine Ursache, warum selbst unter 
dem Schrecken, den die einbrechenden Strafen gleichwohl verursachen, nicht 
gr&uuml;ndlicheres Gute geschafft wird, weil die Menschen so leicht vom 
vorigem Unglauben und Ungehorsam nun in Aberglauben verfallen, und es mit 
dem &Auml;u&szlig;erlichen und dessen Beobachtung ausrichten wollen, wie 
hier ihr Opfern, nicht ohne gerechte Verachtung, eine Kommen mit Schafen 
und Rindern hei&szlig;t, weil das vornehmste Augenmerk des g&ouml;ttlichen 
Wohlgefallens n&auml;mlich der ge&auml;ngstete Geist und das zerschlagene 
Herz fehlte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,7</font></b></h4> 
 
<p><b>Noch einmal genau Ineinander geflochtene S&uuml;nden=Schuld 
und S&uuml;nden=Strafe.</b> 
 
<p>Wer zwei Herren dienen will, 
mu&szlig; &uuml;ber dem Anhangen am Einen, den Andern verachten; sonderlich 
nimmt der eifrige GOtt das unreine Teilen des Herzens als eine Verachtung 
Seiner angetragenen reinen Liebe an, und damit wird freilich. eines Menschen 
ganzer &uuml;briger Gottesdienst eitel. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 5,8-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Da die bisherigen Vorstellungen und Warnungen nichts 
gr&uuml;ndlich Fruchtbares unter ihnen: ausrichteten, so will sie doch 
GOtt durch die nachdr&uuml;cklichste Ank&uuml;ndigung Seiner Gerichte unentschuldbar 
machen, und ihnen zeigen, wie alle bei Menschen gesuchte Hilfe so vergebene 
sein werde, Er aber doch im Verborgenen auf ihre endliche gr&uuml;ndliche 
Dem&uuml;tigung zielen und warten wolle.</b> 
 
<p>So lange der unter die Zucht 
GOttes genommene Mensch irgend noch meint, Hilfe zu finden, und sich sein 
Elend durch Trost von Kreaturen zu lindern, so verl&auml;uft er sich, als 
in seiner Irre, weiter von der lebendigen Quelle, und m&ouml;chte sich 
der Hauptdem&uuml;tigung, n&auml;mlich der Erkenntnis seiner Schuld erwehren. 
Wenn aber GOtt mit seiner schweren Hand &uuml;ber ihn anh&auml;lt, und 
nirgends kein Retter ist, ,da wacht doch oft noch ein zuvor schon von GOttes 
gute: Hand ins Herz gelegte S&auml;mlein auf, und dabei verh&auml;lt sich 
der liebe GOtt wie ein Mensch, der Samen auf sein Land ges&auml;et hat, 
er geht hin an seinen Ort, und l&auml;&szlig;t es darauf ankommen, was 
mit der Zeit und nach dem rauhen Winter sich vom Samen zeigen wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 6,1-6</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 6 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>In der guten Absicht, einen solchen zur Ver&auml;nderung 
ihres Sinnes wirksamen Samen in ihr Herz zu legen, macht ihnen nun der 
Prophet im Namen GOttes eine r&uuml;hrende Vorstellung, wie gn&auml;dig 
GOtt dereinst die bu&szlig;fertige Zukehr Israels annehmen werde, ungeachtet 
beim jetzigen Zerfall noch so wenig Ansehen dazu sei. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 6,1-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Die in der Umkehr zu GOtt begriffenen Israeliten werden 
redend eingef&uuml;hrt, wie sie sich untereinander zur Bu&szlig;e erwecken 
werden, und was es bei ihnen f&uuml;r ein dem&uuml;tiges Rechtfertigen 
der Gerichte GOttes, und f&uuml;r ein gl&auml;ubiges Ergreifen der Gnade 
GOttes geben wird, darin sich auch GOtt ansehnlich an ihnen verherrlichen 
wird.</b> 
 
<p>Dergleichen Anzeigen von k&uuml;nftiger 
Bekehrung . geschehen auch in der Absicht, da&szlig; man sogleich und zu 
allen Zeiten eine Reizung daraus nehmen k&ouml;nne, seinem GOtt zu begegnen. 
Was kann man sich ersparen, wenn mau sich nicht lange nach Menschenhilfe 
umsieht, die doch kein n&uuml;tze ist sondern gerade unter Rechtfertigung 
der Gerichte GOttes in Seine Erbarmung und Vergebungs=Gnade durchdringt. 
Wenn einer auf diese einmal wieder Zuversicht gewonnen hat, so verbirgt 
sich freilich auch das Verlangen nicht nach der Zeit, wann einem wieder 
eine neue Gnade aufgehen werde; und &uuml;berhaupt kommt man in den ganzen 
Flei&szlig; und Achtsamkeit auf das Wort, auf die Wege GOttes, auf die 
Zurechtweisungen Seines Geistes, auf die Zeiten, die Er in Seinen gn&auml;digen 
Mittheilungen h&auml;lt. Darunter lernt man das vorz&uuml;gliche Wohlgefallen 
GOttes au der Barmherzigkeit verstehen und recht gebrauchen, in welchem 
Geheimnis alle Diejenigen blind bleiben, die es nicht durch Erfahrung lernen. 
Auf Opfer, Brandopfer und solcherlei &auml;u&szlig;erliche &Uuml;bungen 
fa&szlig;t der Mensch noch leichter ein Vertrauen, als auf das freie Wohlgefallen 
GOttes an der Gnade. Aber wenn das H&ouml;feln, Behauen, Behobeln, die 
sp&auml;t und fr&uuml;he an den armen S&uuml;nder gewendete M&uuml;he, 
die Erfahrungen, wie manches Wort GOttes einem zum Tod gereichte, das einem 
doch zum Leben gegeben war, weil man sich nie in die ganze Erkenntnis GOttes 
wollte hinein leiten lassen; wenn das bei einem durcheingeht, da lernt 
man den HErrn und Seine Gnade ehren, und merkt, was Gnade f&uuml;r eine 
rechtm&auml;&szlig;ige, rechtsbest&auml;ndige Gnade sei; in welcher GOtt 
mehr Ruhm sucht und erlangt, als in Seinen Gerichten. Darunter gibts freilich 
Wirkungen, wie beim Tau, die verborgen, schnell, weitausgebreitet, unansehnlich 
und doch kr&auml;ftig sind. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 6,7-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Aber jetzt war das Ansehen in der N&auml;he noch gar 
nicht dazu, sondern GOtt fand vielmehr gerechte Ursache zu steten Klagen.</b> 
 
<p>Es kann freilich viel zum Schaden 
der Nachkommenschaft, zum Aufenthalt des Guten, das GOtt sonst gedachte 
zu tun, dazwischen kommen, wie bei Adam; doch dringt zuletzt die vorz&uuml;gliche 
Liebes=Neigung in GOtt zum Gnade=Erweisen durch Alles durch. Aber was hat 
unser zur Rechten GOttes erh&ouml;hter Heiland und HErr noch zu veranstalten, 
bis da&szlig; herwiedergebracht werde Alles, was und wie es GOtt geredet 
hat durch den Mund Seiner heiligem Propheten! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-7: GOtt beklagt das &uuml;berhandnehmende Verderben unter 
Seinem Volk noch umst&auml;ndlicher als vorher.</b> 
 
<p>Viel Gutes bei Bu&szlig;e und 
Glauben f&auml;ngt von dem Bedacht auf die Allwissenheit GOttes und unsers 
Heilandes an; viel B&ouml;ses aber entsteht und h&auml;uft sich durch Hintansetzung 
solchen Bedachts, da&szlig; Er Alles merke. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,3</font></b></h4> 
 
<p>Die b&ouml;se Staatskunst, 
da man nur lauter gute Zeitungen will nach Hof kommen lassen, Mittel und 
Wege wei&szlig; zu verh&uuml;ten, da&szlig; der wahre Notstand nicht kund 
wird, sieht anfangs einem Vertr&ouml;sten gleich, aber am Ende findet sich, 
wie immer Einer dem Andern damit die Br&uuml;cke zu seinem Verderben gebaut. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,4-7</font></b></h4> 
 
<p>Die best&auml;ndige Entz&uuml;ndung 
zur Hurenlust und zum &uuml;ppigen Getr&auml;nk wird hiermit gar kl&auml;glich 
vorgestellt, teils mit deutlichen Worten: sie sind allesamt Ehebrecher, 
sie fangen an toll zu werden vom Wein; teils mit Gleichnissen vom B&auml;cker 
und dessen Verrichtungen, worunter an diesen S&uuml;nden gar lebhaft abgemalt 
wird, sowohl die Schreckliche Brunst und Heftigkeit des Trieb, der sich 
dabei findet, worin der S&uuml;nder einem hei&szlig;en Backofen gleich 
ist; als auch die Gewalt, so dergleichen S&uuml;nden &uuml;ber den ganzen 
Menschen gewinnen. Sie, ihr Herz, ihre Andacht, ihr Nachsinnen, ihre Phantasie, 
ihr Sagen, Alles wird davon entz&uuml;ndet und in Lauf gebracht; sonderlich 
aber auch das Tag und Nacht ununterbrochen fortgehende G&auml;hren, da&szlig; 
kein Nachlassen ist; der Wein und die so tief ins Herz genommene Lust wirkt 
auch im Schlaf fort, des Morgens erwacht man schon weiter entz&uuml;ndet, 
woraus dann auch die Schwierigkeit entsteht, irgend zum Heil zu gelangen. 
Es kommt nie eine n&uuml;chterne Zeit dazwischen. Es ist Alles ineinander 
gerichtet, wie bei einem Backwesen. Die b&ouml;se Lust mu&szlig; ausge&uuml;bt 
sein, und kaum ist sie ausge&uuml;bt, so st&auml;rkt und entz&uuml;ndet 
man sich wieder zu einer neuen, und so geht es fort. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,8-9</font></b></h4> 
 
<p><b>V.8-16: Zu der weiter fortgehenden Beschreibung von ihrem 
S&uuml;nden=Greuel kommen noch h&auml;ufigere Ank&uuml;ndigungen der unausbleiblichen 
vielfachen Strafen.</b> 
 
<p>Mit fremden V&ouml;lkern vermengt 
man sich, und wird von ihren S&uuml;nden angesteckt, und diese Fremden 
fressen dann auch eines Landes Kraft; so geht es im Gro&szlig;en ebenso, 
wie Salomo im Kleinen jedem Ehebrecher drohet, da&szlig; sich Fremde von 
seinem Verm&ouml;gen s&auml;ttigen und seine Arbeit in eines Andern Hause 
sei. <i>Spr&uuml;chw. 5, 10.</i> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,10-13</font></b></h4> 
 
<p>Das Rechthaben wollen bei seinem 
B&ouml;sen, oder die Einbildung GOtt mit L&uuml;gen und f&auml;lschlich 
vorgegebener Besserung befriedigen zu k&ouml;nnen, macht einen vollends 
aller H&uuml;lfe unf&auml;hig und unw&uuml;rdig. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 7,14-16</font></b></h4> 
 
<p>Das Innerste des Herzens, und 
was darin von Vertrauen und Gehorsam haftet, oder was abgeht, das pr&uuml;ft 
GOttes Auge gar genau, und wo man sich blo&szlig; um Korn und Mostes willen 
vor Ihm b&uuml;cket, wo es einem blo&szlig; um das Irdische zu tun ist, 
und man doch beim n&auml;chsten Umstand wieder schnell ist, B&ouml;ses 
von GOtt zu denken, wie die in Israel nie von ihrem K&auml;lberdienst abgelassen 
haben, aus dem mi&szlig;trauischen Gedanken, ihr K&ouml;nigreich k&ouml;nnte 
sonst nicht bestehen, wenn sie sich zum Gottesdienst nach Jerusalem hielten; 
- da merkt freilich GOtt, der Lust zur Wahrheit hat, den losen Bogen, der 
nicht zum Ziel trifft, und l&auml;&szlig;t freilich auch zur Strafe die 
gehoffte H&uuml;lfe, und den mit Dr&auml;uen schon darauf gesetzten und 
ausge&uuml;bten Trotz zu Spott werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 8 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>In demselbigen erweckt GOtt den Propheten aufs Neue, 
den Verfall des Israelitischen Volks in seiner kirchlichen und b&uuml;rgerlichen 
Verfassung doch weiter einzusehen, und im Verk&uuml;ndigen der Gerichte 
GOttes nicht m&uuml;de noch verzagt zu werden. Zu welchem Ende ihm von 
Seiten GOttes die Worte in den Mund gelegt werden, wie er mit ihnen reden 
soll. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,1</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt erweckt den Propheten aufs Neue, sein Amt zu tun, 
und bei hereinbrechenden Gerichten GOttes noch zu warnen, wer sich warnen 
lasse.</b> 
 
<p>N&ouml;tiger Wecker f&uuml;r 
einen Lehrer, der unter einem ungehorsamen Volk wenig Eingang findet; und 
dar&uuml;ber Nachlassen kommen m&ouml;chte. Aber ten GOttes ist nicht eine 
Zeit wie die andere. Es kommt auch zuweilen von GOtt, da&szlig; Er einem 
die Zunge am Gaumen kleben l&auml;&szlig;t <i>Ezech. 
3:26</i>, bis wieder ein solcher Wecker kommt 
Nach menschlichem Ermessen kann man sich darin nicht richten; oft ist man 
m&auml;&szlig;ig, oft kommt es heraus, als tue man zuviel, <i>2.Korinth. 
5:13</i>. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,2</font></b></h4> 
 
<p><b>V.2-14: GOtt gibt dem Propheten die Worte in den Mund, was 
Er ihnen von Seinetwegen sagen soll.</b> 
 
<p>Bei aller Abweichung will doch 
oft der S&uuml;nder die Religion, Gottesdienst und Gebet nicht gar aufgeben. 
In Heuchelei mi&szlig;braucht er oft die sch&ouml;nsten Worte Du bist mein 
GOtt, ist sonst die Summa alles k&ouml;stlichen Gebets. Die heuchlerischen 
Menschen ziehen aus der Schrift ein Complimentir=B&uuml;chlein, wo sie 
etliche Formeln finden, die in derselben ger&uuml;hmt werden; so stecken 
sie sich dahinter, da sie doch von der Kraft ferne bleiben. Wo man oft 
am vertraulichsten tun will, wie da: wir, Israel, kennen Dich und sich 
vieler Gemeinschaft mit GOtt anma&szlig;en, da hat man am meisten darauf 
zu sehen, ob es auch Grund hat, und Probe h&auml;lt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,3</font></b></h4> 
 
<p>Wer da sagt, er kenne GOtt 
und h&auml;lt Seine Gebote nicht, der ist ein L&uuml;gner, und in solchem 
ist keine Wahrheit. <i>1. Joh. 2:4.</i> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,4</font></b></h4> 
 
<p>In steter Meinung, sich selbst 
zu helfen, veranla&szlig;ten sie eine Ver&auml;nderung im Regiment nach 
der andern, und daraus entstund immer mehr Verwirrung. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,5</font></b></h4> 
 
<p>Das Kalb stund zwar nicht zu 
Samaria, aber war doch eigentlich um des K&ouml;nigreichs willen aufgerichtet, 
und sollte zu desto gewisserer Unterhaltung des Mi&szlig;verst&auml;ndnisses 
zwischen beiden K&ouml;nigreichen Israel und Juda dienen; mithin wurde 
es von Samaria, von Hof aus, am meisten unterst&uuml;tzt, wie es denn bei 
jedem K&ouml;nig von Israel angemerkt wird, er lie&szlig; nicht von den 
S&uuml;nden Jerobeams der n&auml;mlich den K&auml;lberdienst aufgerichtet 
hatte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,6</font></b></h4> 
 
<p>So lange man noch den Ursprung 
eines eingerissenen B&ouml;sen wei&szlig;, so soll man die Ver&auml;chtlichkeit 
desselben, auch damit der Menschen Gewissen aufdecken. Hat sich aber etwas 
schon von langer Zeit her in gewaltt&auml;tigen Schwung gebracht, so lasse 
man doch die Menschen auf das Ende merken, auf da&szlig; sie klug werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,7-8</font></b></h4> 
 
<p>So geht es, wenn das Salz dumm 
wird, wenn das g&ouml;ttliche Wohlgefallen sich abkehren mu&szlig;, so 
f&auml;llt man auch den Menschen zum Zertreten unter die F&uuml;&szlig;e. 
Es ist nichts Unwerteres, denn ein Mensch, der eine geistliche Kraft gehabt 
hat, und wieder darum kommt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 8,9-14</font></b></h4> 
 
<p>Mit der Religion, Gottseligkeit 
und Ehrbarkeit unter einem Volk f&auml;llt allemal auch aller &auml;u&szlig;erliche 
Wohlstand und Fortkommen danieder, Wenn man aber den Verfall in der Religion 
noch eine Weile durch geistloses Mitmachen des &Auml;u&szlig;erlichen verkleiden 
will, so hat man freilich noch mehr betr&uuml;gliche Mittel, den Verfall 
im b&uuml;rgerlichen Wohlstand zu verbergen, und der Sache vielmehr eine 
Gestalt zu geben, als ob es der Aufnahme gleich s&auml;he. Aber wie schnell 
kann GOtt all solch Menschenwerk vernichten, wie zuletzt der ganzen Welt 
in ihrem letzten Brand widerfahren wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-12: Weitere Vorstellungen, die der Prophet im Namen GOttes 
dem Volk teils ihrer S&uuml;nden, teils der g&ouml;ttlichen Gerichte halben 
tun soll.</b> 
 
<p>Eben darum l&auml;&szlig;t 
GOtt Manches fehlen, damit man nicht meine, mit seinem Abweichen vom HErrn 
was erjagt zu haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,3-4</font></b></h4> 
 
<p>Das hei&szlig;t allen vorigen 
Bund und Gemeinschaft mit ihnen scharf aufgek&uuml;ndet, wie wenn man einem 
heutigen Tags sagte, es soll dir nimmer so gut werden, da&szlig; du in 
eine Kirche kommst, oder ein Wort GOttes zu h&ouml;ren, oder ein Abendmahl 
zu genie&szlig;en bekommst. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,5-6</font></b></h4> 
 
<p>O wie gar anders! Ihre gl&auml;ubigen 
V&auml;ter lie&szlig;en ehemals Ihre Gebeine aus &Auml;gypten her&uuml;berbringen 
in des HErrn Land; ihre ausgearteten Nachkommen aber sollen ausgesto&szlig;en 
und im fremden Lande begraben werden. So scharf aber auch GOtt beim Ausrotten 
dieses Seines eigenen Landes zu verfahren droht, so lautet es doch weit 
sch&auml;rfer, wenn von der Zerst&ouml;rung des alten und neuen Babels 
die Rede ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,7</font></b></h4> 
 
Eines der schrecklichsten Gerichte: daf&uuml;r, da&szlig; sie die Liebe 
zur Wahrheit nicht angenommen haben, wird ihnen GOtt kr&auml;ftige Irrt&uuml;mer 
senden, da&szlig; sie glauben der L&uuml;ge. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,8-12</font></b></h4> 
 
<p>Wenn sie abweichen, wollen 
sie den Schaden nicht sogleich merken; aber wenn ich gewichen bin, werden 
sie es empfinden m&uuml;ssen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,14</font></b></h4> 
 
<p><b>V.14-17: Von da an gewinnt nun der Vortrag die Gestalt eines 
Gespr&auml;che mit GOtt, darin der Prophet zuerst anf&auml;ngt, GOtt in 
Seinem gerechten Gericht beharret, und der Prophet dann auch seine Anbetung 
dar&uuml;ber vor GOtt tut.</b> 
 
<p>Auf solche Zeiten, da man sagen 
wird: Selig sind die Leiber, die nicht geboren, und die Br&uuml;ste, die 
nicht ges&auml;uget haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 9,15-17</font></b></h4> 
 
<p>Das hei&szlig;t freilich sein 
Amt mit Seufzen tun m&uuml;ssen, wenn man zuletzt seine Zuh&ouml;rer, die 
aber nie h&ouml;ren noch gehorchen wollten, so dem gerechten Urteil GOttes 
&uuml;berlassen mu&szlig;, da&szlig; GOtt mit ihnen umgehe, wie sie vorher 
mit Seinem Wort umgegangen sind. Wohl dem Knecht, der bei noch so wenigem 
Guten, das er ausrichten konnte, doch den friedsamen Zutritt und die freudige 
Ansprache: mein GOtt! nicht verliert. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 10 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Da macht der Prophet das Wort GOttes in seinem Munde 
zu einem genauen Richter der Gedanken und Sinne seines Volks, der ihnen 
nicht nur den leidigen Abfall von ihrer vorigen bessern Art zu erkennen 
gibt, sondern auch aufdeckt, wie die Gedanken, die sich verklagen, unter 
den einbrechenden Strafen GOttes bei ihnen durcheinander laufen, und macht 
ihnen daraus noch eine Reizung zur Bu&szlig;e, bei deren Ausbleiben aber 
die Drohungen GOttes in ihrer Sch&auml;rfe steigen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,1</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-8: Israel wird in seinem zum Verderben eilenden Zustand 
beweglich vorgestellt.</b> 
 
<p>Nach der ersten guten Art, 
die GOtt darein gelegt, nach dem Flei&szlig;, womit Er das Volk gepflanzet, 
nach der Frucht, die Er das von erwartet, sollte es ein edler Weinstock 
sein; aber nach der Wildnis, in die er geraten, nach dem von den Fremden 
erlittenen Zerw&uuml;hlen, ist er nun ein verw&uuml;steter Weinstock, und 
das gibt eine gar ungeschlachte Frucht, wann ein Volk, eine Kirche, eine 
Seele von der ersten in sie gelegten edlen Art abkommt; wie jetzt im Munde 
eines abgestandenen Lutheraners das R&uuml;hmen vom Glauben, und Berufen 
auf die Gnade, ohne den Geist der Gnade gar was Abgeschmacktes wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,2</font></b></h4> 
 
<p>Unter ihrem von Jerobeam gestifteten 
G&ouml;tzen= und K&auml;lberdienst wollten sie doch immer noch ein Auge 
auf den GOtt Israels haben, das gab dann so ein zertrennet Herz, so ein 
Hinken auf beiden Seiten ab: und wenn dann ihr von ihnen in Mi&szlig;brauch 
gezogener bl&uuml;hender Zustand unter den Gerichten GOttes herunterkam, 
so schlug sie darum ihr b&ouml;ses und verunreinigtes Gewissen bald, da&szlig; 
sie ihre Schuld finden konnten; aber das war noch nicht Bu&szlig;e zum 
Leben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,3</font></b></h4> 
 
<p>Die leidige Trennung Israels 
vom Hause Davids ist &uuml;ber der Unlittigkeit &uuml;ber das bisherige 
Regiment entstanden. Aber die Gem&auml;chlichkeit, die sie unter Jerobeam 
suchten, ist ihnen teuer zu stehen gekommen; denn da sie dieser von der 
Furcht GOttes abf&uuml;hrte, so war die H&uuml;lfe, die von der Regierung 
zu hoffen gewesen w&auml;re, damit schon auch untergraben. Solcherlei Betrug 
der S&uuml;nde merkt freilich der durch die Strafe erweckte S&uuml;nder 
noch leichter, als da&szlig; er mit ganz erweichtem Herzen sich wieder 
zu GOtt kehrte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,4</font></b></h4> 
 
<p>Es kann unter ein ganzes Volk 
schnell so ein Gedanke kommen, womit sie sich zu helfen meinen, und kann 
doch in Kurzem ihnen allen so zu einem bittern Rat werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,9-10</font></b></h4> 
 
<p><b>V.9-15: Nun ists, als wenn der Prophet vor die Frecheren unter 
dem Volk hintr&auml;te, und ihnen unter ihre verh&auml;rteten Stirnen hin 
die Wahrheit sagte, wie tief sie sich verschuldet, und wie scharf sie von 
der Hand GOttes sollen getroffen werden.</b> 
 
<p>Die zwei an unterschiedlichen 
Orten Israels aufgerichteten K&auml;lber machten Israels zwei haupts&auml;chliche 
S&uuml;nden aus, und zogen eine sch&auml;rfere und weiter greifende Strafe 
nach sich als die vormalige sch&auml;ndliche Tat derer zu Gibea. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,11</font></b></h4> 
 
<p>Dreschen war keine harte,- 
und immer mit nahem gutem Futter versehene Arbeit; Reiten, Pfl&uuml;gen, 
Eggen, ist viel h&auml;rter, und kann weniger Genu&szlig; dabei sein; so 
stellt es GOtt vor, wie Er mit dem Volk umgehen wolle. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 10,12-15</font></b></h4> 
 
<p>Wie lange h&auml;lt sich das 
menschliche Herz auch bei erfahrener Bitterkeit der S&uuml;nde doch von 
ganzer &Auml;nderung des Sinnes und Wesens ab, wann es immer noch meinet, 
es wolle sich sonst helfen, wieder erholen, es zu seinem vorigen Wohlstand 
bringen, sind dar&uuml;ber vers&auml;umt es oft vollends alle Zeit, seinem 
GOtt zu begegnen, und wird mitten in seinen vergeblichen Bem&uuml;hungen 
sich zu helfen, so da hingerissen, da&szlig; kein Retten da ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 11 Einleitung </font></b></h4> 
 
<p>Darin f&uuml;hrt GOtt selber eine bewegliche Klage &uuml;ber 
das Volk Israel, wie Seine sp&auml;t und fr&uuml;he an sie verwendete M&uuml;he 
bisher so wenig erkannt noch zum guten Zweck angelegt worden sei; fa&szlig;t 
sich aber doch noch weiter in der Zeit Seiner Geduld, und sieht hinaus, 
wie die neue Gnade, die Er ihnen noch einst zuwenden wolle, begieriger 
gesucht, und besser ben&uuml;tzt werden w&uuml;rde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,1</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-7: GOtt stellt seine im Leiblichen und Geistlichen erwiesene 
Wohltaten, und den Undank und Unempfindlichkeit ihrer Herzen beweglich 
neben einander.</b> 
 
<p>GOtt f&uuml;hrt in Seinem Wort 
- und In des Menschen Gewissen Alles gern auf die ersten Anf&auml;nge zur&uuml;ck. 
Wie war es bei dir, bei den Deinigen in deiner Jugend, wie war es, da du 
noch in geringem Stand, von wenigem Verm&ouml;gen, au&szlig;er so vielen 
Bekanntschaften, warst usw.? Dort kann einer gemeiniglich noch viel Spuren 
,von der an ihn verwendeten Liebe GOttes und Christi antreffen. Dieser 
Spruch wird bekanntlich <i>Matth&auml;i 
2:15</i>, bei der Flucht Christi in &Auml;gypten 
angezogen, und damit auch auf die Wege unseres lieben Heilandes in Seiner 
heiligen Kindheit und Jugend als ein Denkmal hingestellt, .das uns aufmerken 
hei&szlig;t, wie von da an das Auge des himmlischen Vaters. &uuml;ber diesem 
Seinem Im Fleisch geoffenbarten Sohn gewacht, Sein Wohlgefallen auf Ihm 
geruht, und Ihn mit vielen Erweisungen und Zeugnissen hiervon versiegelt 
habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,2</font></b></h4> 
 
<p>GOtt ladet immer wieder zur 
ersten Liebesgemeinschaft ein; aber der Eine geht hin auf seinen Acker, 
der Andere zu seiner Hantierung, und die Meisten gar zu ihren Welt=G&ouml;tzen. 
- 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,3</font></b></h4> 
 
<p>Das geht auf die Zeit, wo einem 
anf&auml;ngt auf die F&uuml;&szlig;e geholfen zu werden, da&szlig; es im 
&Auml;u&szlig;erlichen auch ein freies Fortkommen gibt. Aber da zeigt es 
sich auch gemeiniglich, was angeborene Blindheit, Unglauben, Zweifel, Undank, 
der aus dem Herzen kommende Unverstand f&uuml;r Fr&uuml;chte bringen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,4-5</font></b></h4> 
 
<p>GOtt richtets mit uns immer 
teils nach unserer Schwachheit, teils nach dem Reichtum Seiner Liebe; und 
wann Er uns auch mit einem Joch dr&uuml;cken mu&szlig;, so gibt Er noch 
etwas dazu, das tragen hilft, und l&auml;&szlig;t es wenigstens am Allern&ouml;tigsten 
zu Nahrung und Kleidung nicht fehlen, nur damit zu verh&uuml;ten, da&szlig; 
der Mensch nicht nach seiner L&uuml;sternheit auf eigenm&auml;chtige Selbsthilfe 
verfallen, sondern GOttes Rat &uuml;ber sich auswarten solle. Aber wie 
Israel mit seinem Herzen immer geneigt war, sich nach &Auml;gypten umzuwenden 
und dort auch gegen die Gerichte GOttes H&uuml;lfe suchen wollte so machte 
es der eigensinnige Mensch immer noch und nimmt lieber Alles &uuml;ber 
sich nur das nicht, worunter er sich nach GOttes Rat beugen, solle; und 
wenn es oft auch schon sehr unangemessen herauskommt, So ist es ihm genug, 
er will sich nicht von seinem Vorhaben wenden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,6</font></b></h4> 
 
<p>Denn einen Solchen Trotz, der 
sich gegen die g&ouml;ttlichen Gerichte durch Menschenhilfe zu Sch&uuml;tzen 
meint, zerbricht GOtt gemeiniglich am h&auml;rtesten; wie die Erf&uuml;llung 
hiervon 2. Buch d. K&ouml;nige 17, 4. ausdr&uuml;cklich steht: da der K&ouml;nig 
zu Assyrien inne ward, da&szlig; der K&ouml;nig in Israel beim K&ouml;nig 
in &Auml;gypten H&uuml;lfe suchte, kam er, belagerte ihn, und legte ihn 
ins Gef&auml;ngnis. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,7</font></b></h4> 
 
<p>Eigentliche Beschaffenheit 
derer, die erst durch Gerichte einigerma&szlig;en aufgeweckt werden; m&uuml;de, 
ungewi&szlig;, unentschlossen, zwischen Furcht und Hoffnung, Lust und Unlust 
umgetrieben. Es ist freilich nimmer die vorige Sicherheit, aber doch sonst 
so viel Unruhe und Zerst&ouml;rung des Gem&uuml;ts dabei, da&szlig; es 
selten zum v&ouml;lligen Ausschlag auf die gute Seite kommt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,8-9</font></b></h4> 
 
<p><b>V.8-11: Bei dem allem einen st&auml;rkt sich gleichwohl GOtt, 
die Zeit der Geduld &uuml;ber sie noch fortw&auml;hren zu lassen, und bei 
einem endlichen neuen Gnaden =Antrag ihre Herzen noch zu gewinnen.</b> 
 
<p>So lange der S&uuml;nder mit 
Frucht und Hoffnung ringt, ist &uuml;ber ihm im Herzen GOttes ein Streit, 
zwischen Seinem gerechten Zorn und Seiner br&uuml;nstigen Barmherzigkeit. 
Wer daraus abnehmen lernt, was GOtt nach dem Recht tun k&ouml;nnte, der 
lernt dann Gnade als Gnade verehren und annehmen. Unsern erschrockenen 
Gewissen macht der Gedanke: ich habe es mit GOtt und keinen Menschen zu 
tun, &ouml;fters schwer, die Vergebung der S&uuml;nden zu suchen und zu 
glauben (siehe hiervon des Eli Rede an seine S&ouml;hne, <i>1.Sam. 
2:25</i>.); aber die g&ouml;ttliche Gro&szlig;mut 
macht sich einen Beweggrund daraus, selbige uns desto reichlicher angedeihen 
zu lassen, oder doch Seine Zeit der Geduld &uuml;ber einen zu verl&auml;ngern, 
wie es da bei Israel eigentlich war, das zwar von dem grimmigen Zorn nicht 
gar aufgerieben und vertilgt werden sollte, aber doch nun sich selbst &uuml;berlassen 
ist, und ohne Gottesdienst, ohne Stadt, darein GOtt eigentlich zu ihm k&auml;me, 
und sich nahe zu Ihm t&auml;te, wie vormals, dahin geht, und unter allen 
V&ouml;lkern zerstreut ist, bis Er sie aus selbigen wieder sammeln, und 
zum Erstaunen das an ihnen ausf&uuml;hren wird, wovon es vollends im Beschlu&szlig; 
des Kapitels hei&szlig;t. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,10-11</font></b></h4> 
 
<p>Auch zu Gnaden=Erweisungen 
kann der Anfang teils so unerwartet, teils unter solchen Umst&auml;nden 
gemacht werden, da&szlig; es nicht ohne Schrecken bei denen abgeht, auf 
deren Bestes es doch eigentlich abgesehen ist. Man wird oft von etwas aufgeschreckt, 
ehe man in die H&auml;user des Friedens zu wohnen. kommt, darin man hernach 
seine Lust an GOttes Gnade zu sehen bekommt. Ein Wink, ein Wort vom HErrn: 
sehet auf, merket, was f&uuml;r eine Erl&ouml;sung, was f&uuml;r eine Kraft 
des Reichs GOttes hinter allem Schreckhaften nahe ist, kommt einem dabei 
wohl. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,12-12,5</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 12 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das zw&ouml;lfte Kapitel hat in der Mitte V. 7. eine kr&auml;ftige Ermahnung 
zur Bu&szlig;e,, und zu dieser wird im vorhergehenden der Weg gebahnt, 
und durch das nachfolgende wird sie wie mit weiteren Spie&szlig;en und 
N&auml;geln in deren Herzen angeheftet. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 11,12-12,5</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt macht dem Volk Israel ihr s&uuml;ndiges Abweichen 
von Ihm um so mehr s&uuml;ndig, weil sie an ihren rechtschaffenen Stammvater 
Jakob so ein ganz anderes Exempel vor sich hatten, und auch an ihren Br&uuml;dern 
in Juda noch immer eines Handleitung, zum rechten heiligen Gottesdienst 
umzukehren, h&auml;tten nehmen k&ouml;nnen.</b> 
 
<p>V.1-4: Durch diese eingeschlossenen: 
Worte (sagen sie) bekommt das folgende die Gestalt, als ob die ausgearteten 
Nachkommen selber auf dies Exempel berufen, und dar&uuml;ber einen fleischlichen 
Ruhm gesucht h&auml;tten, der ihnen hiermit niedergeschlagen w&uuml;rde, 
nach der Art Johannis des T&auml;ufers: denket nur nicht, da&szlig; ihr 
wollt sagen, wir haben Abraham zum Vater. Es scheint aber dem Zusammenhang 
gem&auml;&szlig;er zu sein, wenn man es als eine Rede im Namen GOttes fortlaufen 
l&auml;&szlig;t, womit Er durch die ihrem Vater Jakob vormals in Bethel 
widerfahrene Offenbarung den nunmehrigen Mi&szlig;brauch dieses Orts durch 
den K&auml;lberdienst zu Bethel desto gr&auml;ulicher darstellen will 
 
<p>V.4-6: Der Ausdruck: mit uns geredet, 
hat dem seligen Luther vermutlich Anla&szlig; gegeben, es so als eine Rede 
des Volks anzunehmen; wann man es aber im Namen GOttes den Propheten so 
reden l&auml;&szlig;t, so findet das doch statt, und bleibt der ganze Vortrag 
also eine Schickliche Vorbereitung auf die sogleich folgende Ermahnung 
zur Bu&szlig;e, deren Kraft man nach dem Exempel unsers lieben Heilandes 
kurz in das zusammenfassen kann: w&auml;ret ihr Abrahams (Jakobs) Kinder, 
so t&auml;tet ihr auch Abrahams (Jakobs) Werke. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 12,6</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Erweckung zur Bu&szlig;e, um die es in dem ganzen 
Vortrag haupts&auml;chlich zu tun ist.</b> 
 
<p>Da hat man Bu&szlig;e und die 
rechtschaffenen Fr&uuml;chte derselben kurz beisammen Was unser lieber 
Heiland gegen die Pharis&auml;er und Schriftgelehrten als das Schwerste 
am Gesetz, oder als das Wichtigste an der ganzen Lehre GOttes behauptet, 
die Barmherzigkeit, das Gericht und den Glauben - auf das dringt hiermit 
diese Ermahnung. GOtt kann uns nicht nachgeben zum Schaden Seiner Wahrheit; 
aber wir k&ouml;nnen zu Ihm umkehren, und dann geht es erst auch mit dem 
Vertrauen zu Ihm, und Hoffen auf Ihn vor sich, das in einem unreinen Gewissen 
durchaus nicht aufkommen kann. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 12,7-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Um diese. Bu&szlig;=Ermahnung nun mit desto st&auml;rkerer 
Macht auf ihre Herzen zu treiben, zeigt ihnen GOtt, wie auch ihre verborgenen 
und von ihnen mit Rechthaberei bedeckten S&uuml;nden im Licht vor Seinem 
Angesicht stehen, und wie sie sich ihres im &Auml;u&szlig;erlichen weiter 
gebrachten Wohlstandes gar nicht zu r&uuml;hmet; h&auml;tten, da es der 
Kraft der Gottseligkeit nach bei ihrer V&auml;ter geringen Umst&auml;nden 
besser gestanden seie.</b> 
 
<p>O was ist doch durch alle vorigen 
Zeiten hindurch Israel widerfahren zum Vorbild, und uns geschrieben zur 
Warnung, wie soll doch Keiner aus der Gnade eine Schuldigkeit machen, oder 
tun, als ob er sie verpachtet hatte ; wie soll man sich seines &auml;u&szlig;erlichen 
Wohlstandes nicht mit solchem Wohlgefallen annehmen, da&szlig; man dar&uuml;ber 
GOttes Verhei&szlig;ungen verachtete, oder meinte, man k&ouml;nnte selbiger 
entbehren. Durch was mu&szlig; es jetzt mit Israel bis auf den heutigen 
Tag hindurch, ehe GOtt bei der Vollendung Seines Geheimnisses ihnen wieder 
solche Zeiten der Erquickung senden kann, wie es bei ihrer Ausf&uuml;hrung 
ans &Auml;gypten gegeben hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 13,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 13 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>In diesem wird die oft gef&uuml;hrte Klage &uuml;ber 
des Volks S&uuml;nden beschlossen, und zwar, nach bisheriger Art des Vortrags, 
da&szlig; S&uuml;nden = Schuld und S&uuml;nden=Strafe immer zusammen genommen 
werden, dazwischen hinein aber herrliche Gnaden=Verhei&szlig;ungen angebracht 
werden wie der S&uuml;nde und allem dadurch eingedrungenen Verderben begegnet 
und abgeholfen werden solle. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 13,1</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-3: Die b&ouml;se betr&uuml;gliche Stege, auf denen es 
mit dem im Volk immer weiter gekommen, werden mit richterlichem Ernst GOttes 
angezeigt.</b> 
 
<p>Zuerst nahm es sich die Regierung 
heraus, den Dienst der g&uuml;ldenen K&auml;lber einzuf&uuml;hren, und 
setzte es durch, da&szlig; sich Niemand mehr dagegen setzte, oder kein 
Widerspruch mehr geachtet ward; und da man die Spur der Wahrheit so weit 
verlassen hatte, so war es um so leichter, auch vollends auf heidnische 
G&ouml;tzen, besonders den Baal zu verfallen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 13,2-3</font></b></h4> 
 
<p>O wie kann ein Mensch ja ein 
ganzes Volk von seinem verkehrten Sinn dahin gerissen werden, wenn es die 
Liebe zur Wahrheit nicht angenommen hat; wie unstet und fl&uuml;chtig, 
eitel und vergeblich werden auch alle andern Anschl&auml;ge und Bem&uuml;hungen, 
wenn einmal kein Gewicht der Wahrheit mehr, aus dem Wort GOttes und dessen 
Bewahrung, in Einem ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 13,4-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Gewaltiges Zeugnis, was eine versehrte Liebe, und 
verscherzte Gnade nach ziehe, und wie sich GOtt als einen starken und eifrigen 
GOtt zeigen k&ouml;nne.</b> 
 
<p>Das ist eigentlich der Eifer 
GOttes, da&szlig; Er Sein altes Liebes=Recht, das Er an einem Menschen 
oder an ein Volk von Seinem Bund her hat, und das Er durch so viele Gnaden 
= Erweisungen und Wohltaten immer mehr befestiget hat, sich nicht so liederlicher 
Weise will nehmen lassen, sondern gegen das dazwischen gekommene. B&ouml;se, 
Unglauben, Undank der Menschen, Seinen gerechten Zorn ausl&auml;&szlig;t, 
aber inmittelst doch noch immer auf des S&uuml;nders Heil und m&ouml;glichste 
Rettung zielt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 13,10-14,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Beides, wie Israel sich selbst in Ungl&uuml;ck gebracht, 
und was ihm noch f&uuml;r ein Heil und H&uuml;lfe bei GOtt gut steht, wird 
nun weiter ausgef&uuml;hrt.</b> 
 
<p>Der Verfall im &Auml;u&szlig;erlichen 
wird Manchem auch vollends der Weg, spornstreichs sich in Tod und H&ouml;lle 
zu st&uuml;rzen, und in seinem verstockten Herzen gibt man es lieber mit 
seinem ganzen Heil bis in Tod und H&ouml;lle hinunter verloren, ehe man 
seinem GOtt mit einem zerschlagenen Herzen begegnen, Recht geben, und sich 
wieder zum Vertrauen auf Ihn aufrichten m&ouml;chte. Darum umfa&szlig;t 
nun auch die Verhei&szlig;ung GOttes den ganzen Schaden, den ganzen Abgrund 
des Verderbens, in den sich der S&uuml;nder st&uuml;rzt, um mit dieser 
verhei&szlig;enen Erl&ouml;sung aus Tod und H&ouml;lle doch ja den trotzigen 
Unglauben noch zu &uuml;berwinden, und dem aufs &Auml;u&szlig;erste getriebenen 
Menschen noch ein gutes Herz zu seinem GOtt zu machen. O da&szlig; doch 
Alle, denen die S&uuml;nde ihr Verderben geworden ist, sich an dieser angebotenen 
Hand GOttes noch am Rand des Todes und der H&ouml;lle retten lie&szlig;en; 
sonderlich, wie wir jetzt im N. T. den Sieg, den uns GOtt in Christo JEsu 
gegeben hat, noch v&ouml;lliger einsehen, und also auch den Trost daraus 
leichter erreichen k&ouml;nnen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Hosea 14 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das vierzehnte Kapitel macht an der ganzen Weissagung Hoseas einen tr&ouml;stlichen 
Beschlu&szlig;, da&szlig; n&auml;mlich GOtt Seinem Volk noch einst Bu&szlig;e 
geben werde, die Wahrheit zu erkennen, und aus des Teufels Stricken n&uuml;chtern 
zu werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 14,2-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Bei einer eindringlichen Ermahnung zur Bu&szlig;e werden 
ihnen die Worte zu einem Bu&szlig;=Gebet ins Herz und in den Mund gelegt.</b> 
 
<p>Sobald in des verlornen Sohnes 
Herzen der Ausschlag fest wird: ich will mich aufmachen und 
zu meinem Vater gehen; so nimmt er sich auch vor, wie er zu ihm sagen, 
wie er sich selbst verklagen, des Vaters Recht erkennen, und nur das &Auml;u&szlig;erste 
von seinem Erbarmen ergreifen wolle. Und so legt der Geist der Gnade mit 
dem Vorsatz sich zum HErrn zu bekehren, auch die Willigkeit in die Seele 
der S&uuml;nder: ich sprach: ich will dem HErrn meine &Uuml;bertretung 
bekennen. O wie gut, wenn nur einmal das heimt&uuml;ckische Stillschweigen 
gebrochen ist, und man mit einem von der Falschheit befreiten Geist anf&auml;ngt 
mit GOtt zu reden. Ein Hauptst&uuml;ck von der Ehre, die man seinem GOtt 
bei rechtschaffener Zukehr zu Ihm geben kann, ist: da&szlig; man alle bei 
Menschen vorher gesuchte H&uuml;lfe, allen von den Kreaturen gezogenen 
Trost ausspeit, und GOtt den HErrn in seinem Herzen mit Furcht und Vertrauen 
heiliget, und als ein hilfloser Waise Gnade sucht, wie nachlas der HErr 
JEsus uns Alle zu solchen Waisen gemacht hat, da Er uns gelehret hat, unsern 
Vater im Himmel zu suchen, als Waisen, die keinen Vater auf Erden haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 14,5-8</font></b></h4> 
 
<p><b>In der g&ouml;ttlichen Antwort auf dies Bu&szlig;gebet 
wird ihnen viel neue Gnade zugesagt, und von deren Wirkungen und Fr&uuml;chten 
auch viel Gutes ger&uuml;hmt.</b> 
 
<p>O welche Gnade, wie viel Erl&ouml;sung 
ist bei dem HErrn! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 14,9</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt fordert noch einmal Ephraim namentlich auf, 
von der Gemeinschaft mit den G&ouml;tzen abzustehen,, so lieb ihm die verhei&szlig;ene 
Gnade seines GOttes und deren Fr&uuml;chte seien.</b> 
 
<p>Paulus macht eine &auml;hnliche 
Ansprache an alle von der S&uuml;nde betrogene S&uuml;nder: was hattet 
ihr zu der Zeit f&uuml;r Frucht? Deren ihr euch jetzt sch&auml;met. Nun 
aber habt ihr eure Frucht, da&szlig; ihr heilig werdet; das Ende aber das 
ewige Leben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Hosea 14,10</font></b></h4> 
 
<p><b>Endlich empfiehlt der Prophet in einem nachdenklichen 
Schlu&szlig;wort Alles zum Bewahren in einem seinen guten Herzen.</b> 
 
<p>Mit Unverstand und Unvorsichtigkeit 
hat sich das Volk in viel Not gest&uuml;rzt. Um so mehr wird nun Alles 
zum bed&auml;chtlichen Nachdenken empfohlen. Wie GOtt von der Welt her 
gerichtet hat, auf was mannigfaltige Weise Er sich an den Menschen bezeugt 
hat, wie Er G&uuml;te und Ernst bewiesen, in Langmut geschwiegen und zugesehen 
aber auch Gerichte und Heimsuchungen verh&auml;ngt, von solchen wieder 
auf Gnade umgelenkt hat: ist alles zusammen richtig, GOtt und Seiner Wahrheit 
gem&auml;&szlig;, des Menschen Heil zu erreichen verm&ouml;gend ; aber 
nur der zur Klugheit der Gerechten Bekehrte merkt es und gibt sich in einen 
von Schritt zu Schritt bewiesenen Gehorsam hinein, der zum guten Ziel f&uuml;hrt. 
Der unbedachtsame &Uuml;bertreter zieht die Langmut auf Sicherheit und 
Mutwillen, wird unter der Sch&auml;rfe der Gerichte unmutig, und sto&szlig;t 
sich also an Allem, bleibt in seinem Fallen liegen und verf&auml;llt immer 
weiter 
 
<p>Luther 
schreibt im Beschlu&szlig; seiner Erkl&auml;rung &uuml;ber den Propheten 
Hosea: "Hiemit tr&ouml;stet sich der heilige Prophet wider das heftige 
und gro&szlig;e &Auml;rgernis, da&szlig; ihrer so wenig das Wort annehmen 
und demselben folgen. Und also sollen wir uns auch tr&ouml;sten und begn&uuml;gen 
lassen,, da&szlig; nur Etliche weise und klug sind, die nicht mit dem rohen 
Haufen das Wort verachten, sondern ihre - S&uuml;nden erkennen, sich bessern, 
Vergebung der S&uuml;nden suchen, und den Verhei&szlig;ungen glauben. Lasset 
uns danken dem barmherzigen und ewigen Vater unsers Erl&ouml;sers und Mittlers 
JEsu Christi, f&uuml;r diese h&ouml;chsten Gaben, da&szlig; Er uns Seine 
richtigen Wege geoffenbaret hat, und bitten, da&szlig; Er uns, die wir 
darinnen wandeln, mit Seinem Heiligen Geist regiere, und in Ewigkeit erhalte. 
Amen!" 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 1,1-12</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Joel Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Joel Setzt in der &Uuml;berschrift 
seiner Weissagung V.1. seinen und seines Vaters Namen, aber ohne weitere 
Anzeige von dem Ort oder der Zeit seiner prophetischen Amtsf&uuml;hrung. 
Weil er von Israel gar keine Meldung tut, sondern nur von Juda und Jerusalem, 
wie es noch zur Zeit des ersten Tempels gewesen; so mutma&szlig;t man, 
seine Zeit m&ouml;chte zwischen die Aufhebung des Israelitischen K&ouml;nigreichs, 
und zwischen die Zerst&ouml;rung Jerusalems durch Nebukadnezar, gefallen 
sein. Der Inhalt seiner Weissagung geht gleich andern Propheten dahin, 
da&szlig; bei &uuml;berhandnehmenden S&uuml;nden zur Bu&szlig;e ermahnt, 
und dabei auf die Zeiten des neuen Bundes gewiesen wird, besonders aber 
f&uuml;r das J&uuml;dische Volk herrliche Verhei&szlig;ungen auf hie letzten 
Zeiten vorgehalten werden. Im N. T. wird er vornehmlich angezogen <i>Apostelg.2:14</i>. 
ff. <i>R&ouml;mer 19:13.</i> 
 
<p>Der Prophet Hosea hat mehr 
den ganzen Zustand des Volkes in der Kirche und dem gemeinen Wesen vor 
sich gehabt; Joel sieht mehr auf den Schaden f&uuml;r den Hausstand, davon 
sich aber auch viel Nachteiliges &uuml;ber Religion und Gottesdienst ausbreitete. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Joel 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das erste Kapitel besteht aus einer Ansprache zuerst an die Alten und 
alle Inwohner des Landes, und dann insonderheit an des HErrn Priester,und 
wird mit einem kurzen Gebet des Propheten selber beschlossen ; Alles aus 
Veranlassung eines wirklich einbrechenden schweren Gerichts und schrecklicher 
Verw&uuml;stung des Landes durch Ungeziefer und D&uuml;rre. Der Prophet 
spricht also im Namen des HErrn ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 1,1-12</font></b></h4> 
 
<p><b>... die &auml;ltesten und erwachsenen Einwohner des Landes 
an, da&szlig; sie nicht nur selber GOttes Gericht &uuml;ber sie erkennen, 
sondern auch Andere aufmerksam und verst&auml;ndig machen sollten.</b> 
 
<p>Wer vermutete ein so genaues 
Aufsehen GOttes &uuml;ber ein unter Sein Gericht gefallenes Land als uns 
in diesen Worten zu erkennen gegeben wird. GOttes jetzige Gerichte sind 
freilich noch nicht so offenbar, wie es sein wird, wenn man einmal aus<i>Offenb. 
15, 4.</i> wird sagen k&ouml;nnen deine Urteile 
sind offenbar worden ; sondern bei den jetzigen Strafen 
GOttes ist allemal noch etwas, um des willen man daran 
zweifeln kann, ob es gerade von GOttes Hand und zu Offenbarung Seines gerechten 
Zorns komme, ob es nicht sonst seine Ursachen, und andre 
Absichten habe. Aber eben deswegen sollen &Auml;ltere, Verst&auml;ndigere, 
den Andern zu statten kommen, und sie die Furcht des 
HErrn lehren, und zu den Werken GOttes allemal auch Seine Worte 
nehmen, und sodann aus Beidem den rechten Sinn fassen, der sich 
auf der einen Seite von der Unempfindlichkeit, und auf der andern Seite 
von dem zaghaften Unmut 
entfernt, und mit Beugung in der Mitte einhergeht. Sonderlich soll man 
dabei zu Herzen nehmen was der Zerfall der Haushaltung und Nahrung der 
Menschen f&uuml;r einen leidigen 
Einflu&szlig; zum Nachla&szlig; im Gottesdienst hat. Bei 
dem j&uuml;dischen Gottesdienst war es freilich offenbarer, 
da&szlig; man mit Opfern, Zehntem und Geheiligtem nicht so aufkommen konnte; 
aber auch bei der jetzigen Pflanzung des Christentums 
bleibt man in Erkenntnis der Wahrheit in rechtschaffener 
Auferziehung der Kinder in &Uuml;bung der gemeinschaftlichen 
Liebe untereinander sehr zur&uuml;ck, wenn man mit der Nahrung gar zu schwer 
zu k&auml;mpfen hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 1,13-18</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wendet sich der Prophet mit seiner erwecklichen 
Ansprache an die Priester, und zeigt ihnen, wie sie durch ihr Bezeugen 
den HErrn ihren GOtt vor dem Volk heiligen, und also Seine Gerichte zum 
Teil noch abwenden, zum Teil doch die gute Absicht derselben bef&ouml;rdern 
sollen.</b> 
 
<p>Bei gro&szlig;er Best&uuml;rzung ist es oft 
n&ouml;tig, da&szlig; man einen nicht nur &uuml;berhaupt zu GOtt weist, 
sondern da&szlig; man ihm auch die &Uuml;bungen der Bu&szlig;e n&auml;her 
anweist, womit er GOtt suchen soll. Die Legitimation der allgemeinen. Bu&szlig;=, 
Bet= und Fast=Tage soll te man heutigen Tages nicht so aus den Augen setzen. 
Manchmal Ist ein Gericht erst der Notanfang, und k&ouml;nnte also durch 
rechtschaffene Begegnung noch Manches gem&auml;&szlig;igt werden. Wer priesterlich 
vor seinem Volk aus = und eingehen will, soll sich ja auch unter die sie 
betreffenden Dem&uuml;tigungen redlich hinunterstellen, und nicht nur da 
erst zum schreien anfangen:, wenn Ihm was abgeht, sondern sich auch feines 
Volkes, ja auch des geplagten Viehs erbarmen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 1,19-20</font></b></h4> 
 
<p><b>Endlich stellt sich der Prophet selber vor den Ri&szlig;, 
und h&auml;lt die Plage mit einem dem&uuml;tigen Gebet auf.</b> 
 
<p>Der Prophet sch&auml;met sich nicht, in seinem 
Gebet auch auf die Gemeinschaft der wilden Tiere im Schreien sich zu berufen, 
wie der Geist GOttes uns auch im Psalmen anweist, unsern Glauben zu erwecken, 
da&szlig; GOtt auch die jungen Raben speise, dem Vieh sein Futter gebe; 
und GOtt selber auch beim Verschonen &uuml;ber Ninive sich auf das dortige 
Vieh beruft, und &uuml;berhaupt Seinen Bund nach der S&uuml;ndflut auch 
mit allem lebendigen Tier aufgerichtet haben will. Unser lieber Heiland 
weist uns auch auf die V&ouml;gel des Himmels, und wie Sein himmlischer 
Vater diese ern&auml;hre, gibt uns aber zugleich auch Macht zu glauben, 
da&szlig; wir mehr denn diese seien. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Joel 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das zweite Kapitel beschreibt umst&auml;ndlicher die teils schon angefangene, 
teils noch weiter bevorstehende Verw&uuml;stung des Landes durch au&szlig;erordentliche 
D&uuml;rre und allerlei Geschmei&szlig;, wobei aber der HErr selber immer 
zur Bu&szlig;e ermahnet, und noch Hoffnung auf einen &uuml;brigen Segen 
macht. Die Rede teilt sich gar merklich in zwei Hauptteile, V. 1-14 und 
V. 15-27. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-14: Zuerst werden alle Einwohner des Landes zusammen genommen, 
und ohne Unterschied zur Bu&szlig;e ermahnet.</b> 
 
<p>Manches ist in den Sch&auml;tzen 
GOttes noch verborgen, und wird erst bei der Vollendung des heiligen Grimmes 
GOttes noch offenbar werden; Manches aber ist auch schon: so ausgef&uuml;hrt, 
da&szlig; dergleichen nimmer kommen wird. Wohl dem, der vom zuk&uuml;nftigen 
Zorn erl&ouml;set ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,3-5</font></b></h4> 
 
<p>V.3: Lang anhaltende D&uuml;rre 
und gro&szlig;e Hitze ist zur Vermehrung und schnellen Ausbreitung solcherlei 
Geschmei&szlig;es besonders wirksam. 
 
<p>V.3-5: Wie hiermit wirkliche Heuschrecken 
und Geschmei&szlig; mit feindlichen Rossen und Reitern verglichen, und 
ihr Einfall so beschrieben wird, wie man den Einfall eines feindlichen 
Heeres beschreiben k&ouml;nnte; so werden umgekehrt wirkliche feindliche, 
sch&auml;dliche, h&auml;ufig sich zudringende V&ouml;lker, als Heuschrecken 
beschrieben (<i>Offenb. 9:3. ff.)</i>. 
Was einem, einzeln betrachtet, oft zu Schwer d&uuml;nken, und zu wenig 
&Uuml;berzeugung gew&auml;hren k&ouml;nnte, das ist f&uuml;r einen an die 
ganze Schriftsprache Gew&ouml;hnten und mit Beugung unter derselben Stehenden 
weit leichter und gel&auml;ufiger. Man lasse sich nur in Herz, Sinn und 
Gedanken recht vom Wort GOttes bilden, und schlage die Herunterlassung, 
die GOtt darin braucht, nicht im Eigend&uuml;nkel aus. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,6</font></b></h4> 
 
<p>&Uuml;berhandnehmende Furcht 
ist eine besondere Zugabe bei einbrechenden Gerichten. Unter den vorigen: 
Sicherheiten und &Uuml;ppigkeiten sammelt man sich Materie zu solcher Furcht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,7-11</font></b></h4> 
 
<p>Weil die s&auml;mtlichen Gerichte 
GOttes endlich an jenem gro&szlig;en letzten Tag des Zorns ihre Vollendung 
bekommen, so werden auch die fr&uuml;here Gerichte schon so beschrieben, 
wie sie den Menschen in ihren Gewissen jenen Tag mit allem Schrecklichen, 
und sonderlich mit ihrem Unverm&ouml;gen zu: bestehen, empfindlich darstellen. 
O was ist es um der Menschen Fleisch, wenn es au&szlig;er der Gefahr und 
Not ist, wie trotzig ? aber wie unverm&ouml;gend und verzagt in der, Not? 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,12-14</font></b></h4> 
 
<p>V.12: Dieser erweckliche Eingang 
wird zu der gleich folgenden Bu&szlig;=Ermahnung mit gutem Bedacht gemacht, 
damit man es desto weniger einen gutgemeinten menschlichen Einfall des 
Propheten achte, wie es so den Leuten oft kommt: man nehme eben von dem, 
was den Menschen sonst empfindlich sei, Gelegenheit, sie zur Bu&szlig;e 
zu ermahnen, und ihnen noch Linderung der Gerichte zu versprechen; es gehe 
aber damit doch seinen Gang. Diese ungl&auml;ubige Geringsch&auml;tzung 
der Bu&szlig;=Ermahnung r&auml;umt dieser Eingang aus dem Weg, und lehrt 
das Folgende nicht als Menschenwort aufzunehmen., sondern, wie es wahrhaftig 
ist, als GOttes Wort. 
 
<p>V.12-14: Keiner k&ouml;nnte sich zur 
Bu&szlig;e bequemen, wenn nicht gleich auch so ein Same zum Glauben und 
zur Hoffnung auf Gnade ins Herz gelegt w&uuml;rde. Und wenn schon diese 
Hoffnung nur allgemach aufgeht, wie der Ausdruck anzeigt: wer wei&szlig;, 
es mag ihn gereuen; so wird doch das wankende Herz davon im Verborgenen 
unterst&uuml;tzt, und kann es oft besser fassen, als wenn man es ihm gleich 
mit allzu gro&szlig;er Gewi&szlig;heit aufdringen will; wie man denn auch 
bei wirklicher bu&szlig;fertiger Zukehr zu GOtt doch dergleichen Milderung 
in zeitlicher Strafe in GOttes freie Hand und Gnade zu stellen hat. Was 
GOtt darin tut, tut Er uni Seines Namens willen: wie da einen Segen zum 
Opfern hinterlassen; so ist &uuml;berall weislich Seine Ehre und unser 
Heil so mit einander verbunden, da&szlig; auch des S&uuml;nders Begnadigung 
das durch erleichtert wird, weil des S&uuml;nders Heil auch zu GOttes Ehre 
gereicht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,15-17</font></b></h4> 
 
<p><b>V.15-27: In der zweiten Ansprache werden nun unterschiedliche 
Arten und Geschlechte der Menschen namhaft gemacht, und Anweisung gegeben, 
wie die sich in der Dem&uuml;tigung vor GOtt zusammentun, und Ihm begegnen 
sollen, damit Er Seine ihnen bereits wieder zugedachte neue Gnade w&uuml;rdiglich 
bei ihnen anbringen k&ouml;nne.</b> 
 
<p>Das obige Blasen V. 1. war 
mehr zum ersten Schrecken und Erwecken, wie das Anziehen der Sturm=Glocke; 
dies Blasen aber soll nun zum Versammeln eingerichtet sein, die &ouml;ffentlichen 
allgemeinen Bu&szlig;=&Uuml;bungen zu veranstalten. Unsern ehemaligen allgemeinen 
Bu&szlig;= Bet= und Fast=Tagen hat es etwas von der annehmlichsten Freiwilligkeit 
des Geistes benehmen k&ouml;nnen, wenn man sie so, als durch obrigkeitliche 
Befehle ausgeschrieben angesehen hat. Aber wenn man es als einen aus GOttes 
Liebes=Herzen geflossenen Rat annehme, worunter Er Selber uns an die Hand 
geben wolle, wie man besonders den mit Seinen zeitlichen Gaben vorher getriebenen 
Mi&szlig;brauch dem&uuml;tig zur&uuml;cknehmen k&ouml;nnte; so w&uuml;rde 
es noch jetzt einem Land zum guten Geruch vor GOtt gedeihen. Sonderlich 
sollten des HErrn Diener unter ihren Amts=Verrichtungen das Weinen Dicht 
so gar abgehen lassen. Es steht auch im N. T.: ich habe dem HErrn gedienet 
mit vielen Tr&auml;nen <i>Apostelgesch. 
20:19,</i> und: nun sage ich auch mit Weinen, <i>Phil. 
3:18.</i> Es wird nicht im Wege gefunden, 
sondern will mit redlichem Ernst gesucht sein, wenn so gn&auml;dige Antworten 
GOttes erfolgen sollen, als nun da weiter geschieht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,18-24</font></b></h4> 
 
<p>Je mehr man auch die Betrachtung 
des g&ouml;ttlichen Worts nur ins Wissen und nicht ins Leben f&uuml;hrt, 
je befremdlicher l&auml;&szlig;t man sichs verkommen, oft leibliche und 
geistliche Verhei&szlig;ungen so nah beieinander, ja so innig in einander 
geflochten sein sollen. Allein GOttes Worte sind alle ins Leben gerichtet, 
wie es nun bei der wirklichen Erfahrung im menschlichen Leben gar wohl 
kommt, wenn zur Zeit einbrechender Not auch noch eine Anweisung und Lehre 
da ist, wie man GOtt und Seine Gerechtigkeit darunter erkennen soll, oder 
auch, wenn bei wiedererlangter H&uuml;lfe einer durch Lehre und Unterricht, 
zum dankbaren Empfahen der H&uuml;lfe, zum Trachten nach der Gerechtigkeit 
&uuml;ber alles &Uuml;brige hinaus, angehalten wird; so taugen auch dergleichen 
Verhei&szlig;ungen gar nahe zusammen, und machen mit einander erst das 
aus, was GOtt dem Glauben anbietet, und was Er auch zur &Uuml;berwindung 
der Versuchungen von allen Seiten her n&ouml;tig hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,25-27</font></b></h4> 
 
<p>O welch eine Lindigkeit GOttes, 
da&szlig; Er jetzt bei dieser ,Verhei&szlig;ung selber so die Rede f&uuml;hrt: 
Ich will euch den Schaden ersetzen, und da&szlig; Er es so auf Seinen 
Namen oder, wie man bei einem Menschen sonst sagt, auf feine Reputation 
nimmt, da&szlig; sie &uuml;ber dem Vertrauen auf Ihn nimmer sollen zu Schanden 
werden. Welch ein Segen aber auch von der durchgemachten Dem&uuml;tigung, 
wenn hernach satt werden und den HErrn seinen GOtt loben, so bei einem 
Eins wird und Eins bleibt, und man GOttes Gaben nimmer so zum Aufbl&auml;hen, 
Wohlgefallen an sich selber, &Uuml;ppigkeit, ungerechtem Untertreten Anderer, 
mi&szlig;braucht, sondern vor GOttes Hand bleibt, in unverr&uuml;ckter 
Furcht, Liebe und Vertrauen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,28-29</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545: Joel 3,1-2</font></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Joel 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Damit f&auml;ngt der zweite Hauptteil von Joels Weissagung 
an. Das Bisherige ist meist auf die n&auml;chsten Zeiten gegangen, und 
GOtt hat darin viel Ermahnungsweise geredet; dieser zweite Hauptteil aber 
f&auml;ngt nun mit den Zeiten N. T. an, und geht ganz durch dieselben durch, 
ja bis in die Verhei&szlig;ungen, teils Ank&uuml;ndigungen des Gerichts. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,28-29</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545: Joel 3,1-2</font></h4> 
 
<p><b>V.28-32: Der Anfang wird mit der Verhei&szlig;ung des Heiligen 
Geistes und dessen reicher Ausgie&szlig;ung gemacht, aber so, da&szlig;. 
auch hier Tage der gn&auml;digen Heimsuchung und Tage der Rache aber die 
vergeblich empfangene oder angebotene Gnade gar nahe zusammensto&szlig;en 
werden.</b> 
 
<p>Mit der Sendung Seines Sohnes 
In die Welt hat GOtt Seine Verhei&szlig;ungen, durch Mose und die Propheten: 
gegeben, erf&uuml;llt; aber mit der Ausgie&szlig;ung Seines Geistes hat 
Er auch vollends die Reden und Verhei&szlig;ungen, durch den Sohn selber 
ausgesprochen, in die volle Kraft gesetzt, da&szlig; man also wohl die 
Ausgie&szlig;ung des Heiligen Geistes, und die fortw&auml;hrenden Kr&auml;fte 
und Wirkungen desselben, die Erf&uuml;llung des Evangeliums hei&szlig;en 
kann. Der Geist GOttes hat freilich von Anfang mit den Menschen zu schaffen, 
und ihrem Fleisch zu widerstehen gehabt; aber in solche Gemeinschaft mit 
den Menschen konnte Er sich nicht einlassen, bis sie durch die Gnade Christi 
und Seine gestiftete Vers&ouml;hnung in die Liebe GOttes gesetzt waren, 
die sie als Begnadigte und Geliebte auch mit dem Geist und dessen herrlichen 
Gaben und Wirkungen ausger&uuml;stet haben wollte. Und das in solcher F&uuml;lle, 
da&szlig; in Christo kein Unterschied zwischen: S&ouml;hnen und T&ouml;chtern, 
&Auml;ltesten und J&uuml;nglingen, Freien und Knechten gemacht w&uuml;rde, 
sondern wie Zeder des Heiligen Geistes bed&uuml;rftig, So auch Zeder damit 
begnadigt w&uuml;rde; so n&auml;mlich, da&szlig; sich der Geist zwar weit 
&uuml;ber die Natur erh&uuml;be, und sich also Keiner wegen geringer Natur=Gaben 
wegsch&auml;tzen d&uuml;rfte, aber doch auch, da&szlig; sich der Geist 
in Manchem nach der Natur richtete, und z. E. den &Auml;ltesten bei ihrem 
eingekehrten stillen und bes&auml;nftigten Herzens=Zustand eher mit Tr&auml;umen 
J&uuml;nglingen bei noch mehrerer St&auml;rke ihrer &auml;u&szlig;erlichen 
Sinnen eher mit Gesichten: beikommen konnte. Alles aber nicht zum Spielen, 
nicht zum Vorwitz, nicht zum Gro&szlig;tun, sondern nach Bed&uuml;rfnis, 
nach der Not und Anfechtung, in der man steht, nach der Erbauung und gemeinem 
Gebrauch, der damit zu schaffen ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 2,30-32</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545:Joel 3,3-5</font></h4> 
 
<p>In der Haushaltung GOttes kommt 
es oft so vor, da&szlig; gro&szlig;e Gnaden=Erweisungen GOttes und schwere 
Gerichte nahe zusammensto&szlig;en; entweder da&szlig; Gerichte vorangehen, 
und dem hernachfolgenden Guten Raum machen, oder da&szlig; das vers&auml;umte 
Gute nun vollends den Einbruch der Gerichte beschleunigt. So war es bei 
Jerusalem; diejenigen so die holden Pfingst=Fl&auml;mmlein, die sich bei 
der Ausgie&szlig;ung des Heiligen Geistes sehen lie&szlig;en verachteten, 
die bekamen Blut, Feuer und Rauch=Dampf bei der Zerst&ouml;rung zu sehen; 
wovon der Heiland selber das als die Hauptursache angibt: darum, da&szlig; 
du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Schon bei 
der ersten Welt griff GOtt zu solchen Mitteln, da sich die Menschen nimmer 
an Seinen Geist und dessen Strafe kehren wollten ; und je mehr auch die 
heutige Welt den Geist d&auml;mpft, die Weissagung verachtet, dem Fleisch 
und seinen Gesch&auml;ften aufhilft, desto schrecklicher wird ihr der Tag 
sein, auf den ihr Gericht von langem her nicht s&auml;umet. Wer aber den 
Namen des HErrn anrufet, der kann w&uuml;rdig werden, dem Schrecklichen 
zu entgehen, und hingegen zu stehen vor des Menschen Sohn. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 3,1-8</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545: Joel 3,6-13</font></h4> 
 
<p><b>V.1-21: Nun stellt GOtt dem Propheten in einem durch alle 
Zeiten hindurch reichenden Anblick vor, wie Er es durch unbegreifliche 
Gerichte und unerforschliche Wege dahin bringen werde, da&szlig; das so 
zertretene Zion, und das so zerstreute Volk, samt der darauf haftenden 
Hoffnung des Reiches GOttes noch aufgerichtet und ausgef&uuml;hrt, aller 
Heiden Zorn und Macht aber gebrochen, und was da&szlig; Reich GOttes nicht 
wollte kommen lassen, aus dem Weg ger&auml;umet werde.</b> 
 
<p>Das Toben der V&ouml;lker, 
das Auflehnen ihrer Gewaltigen, de! fleischliche Sinn der &Uuml;brigen 
geht Immer wider das Reich GOttes. So lang nun an Israel die Hoffnung desselben 
allermeist haftete, so ging auch der Heiden ihr Zorn meist wider Israel; 
nachdem aber das Reich GOttes von Israel genommen und dem kleinen H&auml;uflein 
gegeben ward, das dessen Frucht brachte; so machte es die Welt diesem eben 
so, und es war immer Ein Trotzen, Ein Bem&uuml;hen, sich in des HErrn Erbteil 
zu teilen, und es da hinauszutreiben, da&szlig; das Wort GOttes nicht erf&uuml;llt, 
und die Hoffnung derer, die es bewahren, zu Schanden w&uuml;rde. Wenn nun 
GOtt Sein zerstreutes Volk Israel wieder sammeln, und das zertretene Jerusalem 
wieder aufrichten wird; so wird Er eben damit auch alle Seine &uuml;brige 
Auserw&auml;hlte retten, und den Drang, so sie inzwischen von der Welt 
erlitten haben, dieser auf ihren Kopf vergelten. Man mu&szlig; deswegen 
diese Weissagung Joels mit der <i>Offenbarung 
Johannis Kap. 14, 16, 19 und 20</i>. zusammenhalten, 
so wird man n&auml;her darauf kommen, wann GOtt eines oder das andere tun 
wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 3,9-11</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545: Joel 3,14-16</font></h4> 
 
<p>Je sch&auml;rfer der Streit 
zwischen dem Reich des Lichts und der Finsternis wird, je mehr wird auch 
der F&uuml;rst dieser Welt seinen Kr&auml;ften von allen Enden her aufbieten; 
aber eben desto mehr wird sich auch der HErr durch das Zerbrechen aller 
dieser H&ouml;llen=Riegel verherrlichen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Joel 3,12-21</font></b></h4> 
 
<h4><font color=#0000FF>Luther 1545: Joel 3,17-26</font></h4> 
 
<p>O wohl eine Tiefe des Reichtums, 
der Weisheit und der Erkenntnis GOttes. Des Reichtums, da&szlig; GOtt bei 
allem Unglauben und Ungehorsam Seines Volkes, ihrer doch nicht vergessen 
noch Seinen Bund aufgehoben hat; der Weisheit, die so vieles Hinderliche 
doch zu ihrem Zweck herumzulenken und durch Umwege gleichwohl zum Ziel 
zu kommen wei&szlig;; der Erkenntnis, die dieses Alles schon: So durchgesehen 
hat, und Schon zu Joels Zeiten So zuversichtlich davon hat reden k&ouml;nnen. 
 
<p>Lerne an Israel, was du f&uuml;r 
ein Herz und Vertrauen zu GOttes Barmherzigkeit fassen darfst, wenn du 
auch schon so lange unter GOttes schwerer Hand l&auml;gest, als Jerusalem 
in seinem Schutt liegt, seine Kinder zerstreut sind, und der heilige Berg 
von den Heiden zertreten ist. Lerne, wie die Weisheit GOttes durch nichts 
ratlos gemacht wird, &uuml;berlasse dich mit allen deinen Umst&auml;nden 
gern dieser weisen F&uuml;hrung. Was dir unvermutet kommt, was dir eine 
schon gefa&szlig;te Hoffnung wieder vernichten will, darin beziehe dich 
auf die Erkenntnis GOttes, welcher alle ihre Werke von der Welt her bewu&szlig;t 
sind. 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Amos Einf&uuml;hrung</font></b></h4> 
 
<p>Die ntigste Nachricht von ihm findet 
man nicht gleich in der Aufschrift seiner Weissagung, sondern auch noch 
weiter unten Kap. 7, 12. ff. Da er sich gegen den gottlosen Priester Amazia 
und dessen Widersprche zu verteidigen hatte, gibt er noch umstndlichere 
Rechenschaft von seiner vorigen Lebensart, und wie er zu den prophetischen 
Gesichten und Reden gekommen sei. Die Zeit seiner ausgesprochenen Weissagungen 
ist auch angemerkt in der Aufschrift und fllt meist mit den Zeiten der 
Propheten Jesaja und Hosea zusammen, nur da Amos nicht so lange auf dieser 
Hut scheint gestanden zu sein, auch Seine Absicht mehrenteils auf Israel 
gerichtet war. Er hatte meist gttliche Strafgerichte anzukndigen, nicht 
nur ber die Kinder Israel, sondern auch ber manche fremde benachbarte 
Vlker; doch werden dabei immer heilsame Warnungen und Bu=Erweckungen 
eingemengt, und zuletzt wird Alles auf die herrliche Verheissung von Christo 
und der Aufrichtung Seines Reichs hinausgelenkt, Kap. 9:11. ff., auf welche 
Stelle sich Jakobus Apostelg. 15:16. bezieht. 
 
<p>Zu einiger Einteilung kann man auch den 
Unterschied bemerken, da von Kap. 1-6. Reden und Aussprche, von Kap. 
7 - 9. aber auch Gesichte mit ihren Erklrungen vorkommen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Aufschrift der Weissagung: (V.1)</b> 
 
<p>So lie GOtt auch vor dieser 
Seiner Stimme durch die Natur ein Warnen durch Sein Wort vorangehen, und 
whlte dazu ein vor der Welt schwaches und unedles Werkzeug an dem die 
Stolzen sich zwar desto leichter stoen knnten, bedchtlichere Herzen 
aber daran auch merken, da es des HErrn Werk sei, und nichts von Menschen 
Gelerntes. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,2</font></b></h4> 
 
<p><b>den summarischen Inhalt von allem Folgenden.</b> 
 
<p>GOtt wird sich aufmachen, 
weit und breit herum Gerichte zu ben und die Vorherverkndigung, die hiermit 
geschieht, hilft eben dazu, da man erkennen mu, der GOtt Israel, der 
zu Zion und Jerusalem wohnt, habe Sein Werk darunter. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,3-5</font></b></h4> 
 
<p><b>der Anfang zur Verkndigung dieser Gerichte wird bei fremden Vlkern 
gemacht, damit die Rede im Folgenden ununterbrochen an Israel gerichtet 
bleiben kann. Unter den Fremden ist zuerst von den Syrern und ihrer Hauptstadt 
Damaskus die Rede.</b> 
 
<p>Es darf sich Niemand wundern, 
warum sich die Propheten unter dem Volk GOttes auch so viel mit fremden 
Vlkern in ihren Weissagungen aufgehalten haben, denn es geschah darunter 
eine gar schickliche Protestation, da der GOtt Israels Erbherr ber alle 
Heiden sei, und auch die Heiden zchtige, die von Ihm und Seinen Gerichten 
nichts wissen wollten. Hernach hat es doch auch unter den fremden Vlkern 
noch manche Anleitung zur Furcht vor dem GOtt Israels gegeben, wie man 
an Ninive sieht, und es hat manche Wege gegeben, auf denen dergleichen 
Weissagungen haben weit auskommen knnen. Man sehe z. E. Jerem. 27:2-3. 
Auch dienten dergleichen Weissagungen selbst unter dem Volk Israel dazu, 
da sie sich desto weniger mit Hochachtung und Vertrauen an die fremden 
Vlker hngten, auch da sie shen, was GOtt bei allen Gerichten doch noch 
fr einen Unterschied zwischen Seinem Volk und den andern Nationen machte. 
Man sehe hiervon Jerem. 46:28. Bei allen diesen Gerichts Ankndigungen 
wird immer dreier Missetaten gedacht, denen GOtt schon lngere Zeit zugesehen 
habe, und einer vierten, die endlich das Ma voll gemacht und die Strafe 
beschleunigt habe. GOttes Aufsehen auf die Menschenkinder geht so genau, 
da Er auch wei was sie ihren Husern und Palsten fr Namen geben, und 
gegen dergleichen Lusthuser Sein Angesicht stellen kann, wenn seine Zeit 
kommt, heimzusuchen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,6-8</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun kommt die Reihe an die angrenzenden Philister.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,9-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Noch weiter an die Nachbarn und ehemaligen Bundesgenossen der Israeliten 
in Tyrus.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,11-12</font></b></h4> 
 
<p><b>An die Edomiter, in denen noch etwas von dem Mord=Geist war, der 
sich schon in ihrem Stammvater Esau gegen seinen Bruder Jakob regte.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 1,13-15</font></b></h4> 
 
<p><b>An die Kinder Ammon, die auch an Israels Schaden ihren Nutzen Suchen 
wollten.</b> 
 
<p>Den bisherigen Vlkern wurde 
zur schwersten Verschuldung angerechnet was sie sich am Volk GOttes vergriffen 
hatten. Nun aber kommt im ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>... zweiten Kapitel noch ein fremdes benachbartes Volk vor, an dem sich aber 
GOtt als Richter und Rcher beweiset wegen einer Grausamkeit die sie an 
einem gleichfalls heidnischen Knige bewiesen hatten.</b> 
 
<p>Wer sollte sich nicht entsetzen 
vor diesen Gerichten GOttes? Wer soll aber nicht auch einen Trost gegen 
alten Trotz der Menschen aus dem Angedenken fassen, wie GOtt von bei Welt 
her gerichtet hat? Wer sollte sich nicht auch vor allem bermut Unbarmherzigkeit, 
Gewaltttigkeit hten, weil er wei was GOtt fr ein Rcher ist ber das 
Alles. Wie kam es dem Hiob in seinem Unfall so wohl, da er Kap. 31, 13. 
14. mit seinem Gewissen so reden konnte: Habe ich verachtet das Recht meines 
Knechts ober meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten? Was wollte 
ich wenn GOtt sich aufmachte? Und was wrde ich antworten, wenn Er heimsuchte? 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,4-5</font></b></h4> 
 
<p><b>Von den Vlkern nun, die ohne Gesetz gesndiget hatten, und so auch 
ohne Gesetz aber doch nach der Leuchte GOttes in ihrem Gewissen gerichtet 
wurden, kommt er nun auf das Volk GOttes in Juda und Israel die am Gesetz 
allermeist gesndiget hatten, und so auch durch das Gesetz verurteilt wurden.</b> 
 
<p>Wenn ungttliches Wesen und 
eitler Wandel von den Vtern auf die Kinder ins dritte und vierte Glied 
fortgepflanzt wird, so reit der Eifer des HErrn Zebaoth ein solches Geschlecht 
dahin, da kein Retten mehr statt hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,6-7</font></b></h4> 
 
<p><b>V.6-16: Nun wendet sich die Rede des HErrn durch den Propheten an Israel 
bei welchem er sich am lngsten aufhlt als zu dem er eigentlich gesandt 
war.</b> 
 
<p>Das kann die Welt noch jetzt 
meisterlich, den Weg der Elenden hindern, im Handel und Wandel, bei Handwerkern, 
in Amtssachen bei Versorgung der Kinder bei anderem billigem Gesuch, den 
Weg der Elenden hindern, woran ein Mancher seine Kunst, Verschlagenheit 
und Vielvermgenheit zeigen will wenn er diesen und jenen Menschen, diese 
und jene Familie, die Leute von dieser Gesinnung u. f. f. nicht aufkommen 
lt. Bei Snden der Unreinigkeit steht das oft in der Schrift, da man 
damit GOttes heiligen Namen entheilige, welches ja die kahle Entschuldigung 
abschneiden sollte, womit man sich bei solchen Arten Snden behilft, als 
ob sie nicht so gerade wider GOtt gingen, und man damit ja nicht die Absicht 
habe, GOtt zu beleidigen. Inzwischen fhrt man eben doch verchtlich oder 
verzagt an allem dem vorbei, was uns GOtt von Seinem heiligen Namen und 
von Seiner Ansprache, auch uns sich zum Eigentum zu heiligen, hat wissen 
lassen, und tut wie die Heiden, die von GOtt nichts wissen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,8</font></b></h4> 
 
<p>Das ist auch Schon bei Hosea 
geahndet worden, da man Alles, und so auch die Gelegenheiten, Strafen, 
Sndopfer, Tare zc. einzuziehen, zur Unterdrckung des schwcheren Teils 
mibrauche. Noch jetzt heit es: in manchem Land und Reich sehen die Gesetze 
mehr gelegten Fallen gleich, als Unterweisungen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,9-11</font></b></h4> 
 
<p>Bei den vorigen Ansprachen 
an die brigen Vlker war gleich das erste, die Ankndigung der Strafe; 
hier aber gegen Israel braucht GOtt die groe Herunterlassung, da Er sich 
in eine eigentliche Abrechnung mit ihnen einlt, ber alle an sie im Leiblichen 
und Geistlichen gewendeten Wohltaten, und auch ber die Gerichte, die Er 
vor ihren Augen an Denen gebt, in deren heidnische Greuel sie nun zurckfielen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,12</font></b></h4> 
 
<p>Einer von den grbsten Ausbrchen 
des ungttlichen Wesens, wo man sich eine Freude daraus macht, auch Anderer 
Gewissen zu bertuben, und ihnen gegen dasselbe etwas zuzumuten und einzureden; 
hingegen von allem Gttlichen nichts an sich kommen lassen will, zu seiner 
Warnung oder Bestrafung. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 2,13-16</font></b></h4> 
 
<p>Weil die Menschen zu Geringachtung 
der Drohungen GOttes so gern darauf verfallen, da sie sich Schon helfen 
wollen, oder wie es Jesaja 9:9-10. von den Brgern von Samaria heit: da 
Sie in Hochmut und stolzem Sinn Sprechen: Ziegelsteine sind gefallen, aber 
wir wollen es mit Werkstcken wieder bauen; man hat Maulbeerbume abgehauen, 
So wollen wir Zedern an die Sttte setzen; so schrft GOtt zuweilen Seine 
Drohungen auch damit, da keine menschliche Halse dagegen sein werde. Freilich 
sind die meisten zeitlichen Strafen, die GOtt Schickt, noch mit vieler 
Barmherzigkeit gemigt, und machen noch nicht den Kelch aus, darein der 
Zorn unvermischt eingeschenkt ist, und daher kommt es, da Er oft noch 
zu menschlichen Rettungsmitteln Segen gibt, und dadurch wieder was erleichtert.; 
aber wenn man meint, damit immerhin GOtt und Seinen Gerichten trotzen zu 
knnen, so kann Er einen inne werden lassen, da wider den HErrn weder 
Rat noch Tat helfe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 3,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
In demselbigen wird nun die unfehlbare Heimsuchung GOttes ber 
Israel noch weiter und so angekndigt, da die Gerechtigkeit GOttes bei 
Seinen Gerichten von allen Seiten her erkannt, inmitttelst aber doch Seine 
vorzgliche Liebes=Neigung, Seine Gerichte wie der zu migen, und auf 
neue Gnade herumzulenken, redlich angeboten werde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 3,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt beweiset aus Seiner bisher an sie verwendeten Liebe auch Sein 
Recht, mit ihnen vorzglich ins Gericht zu geben.</b> 
 
<p>In beidem steht uns noch immer 
Israel zum Vorbild da, was GOtt fr einen unerforschlichen Reichtum von 
Gnaden anwenden, aber auch was fr unbegreifliche Gerichte Er an denen 
ben kann, die Seine Gnade vergeblich empfangen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 3,3-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Er fhrt sie durch nachdenkliche Fragen darauf, da nichts von Ungefhr 
geschehe, da die gttlichen Drohungen durch die Propheten nicht leer seien, 
oder nur halb und halb und blindlings zutreffen, sondern da sie Sich vor 
denselben zu entsetzen Ursache haben, und ihren Nachbarn darin zum Schauspiel 
dienen wrden.</b> 
 
<p>Diejenigen, denen GOtt heut 
zu Tage Sein Zeugnis der Wahrheit in der Welt zu fhren, anvertraut hat, 
knnen sich zwar nicht gleiches mit den Propheten voriger Zeit anmaen, 
und sollen sich auch kein Natur=Feuer hierin bernehmen lassen; doch ist 
es hochbedenklich, da HErr JEsus vom Himmel herunter das teure Zeugnis 
Seiner Offenbarung, und also auch dasjenige Geheimnis, worunter der Zorn 
GOttes wird vollendet werden, an die Vorsteher der asiatischen Gemeinden 
adressiert hat, und damit doch ein Anzeigen gegeben, was der Lehrstand 
durch alle Zeiten hindurch fr Anteil an den Gerichten 
GOttes habe, teils selbige vorauszusehen, teils vorauszusagen, teils sonst 
mit Wachsamkeit und Gebet guten Einflu darein zu haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 3,11-12</font></b></h4> 
 
<p><b>V. 11-15: Nun legt der HErr selber Seine ernstlichen aber doch noch mit einer 
geringen Errettung gemigten Gerichte ihnen als ein Zeugnis aufs Gewissen, 
und deutet auf die schwersten Verschuldungen, womit sie sich diese Strafen 
zugezogen haben.</b> 
 
<p>So gering wird die Errettung sein, als 
ob vom Hirten nur ein Knie oder Ohrlpplein noch ergriffen, oder bei einem 
Brand und Einfall nur noch ein Eck vom Bett oder ein Stck von der Bettlade 
gerettet wrde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 3,13-15</font></b></h4> 
 
<p>Die Altre zu Bethel sind die 
in der Schrift so oft geahndeten Snden Jerobeams, von denen keiner seiner 
Nachfolger gelassen hat, immer in der Hoffnung, ihr Reich desto gewisser 
in Ruhe zu erhalten. Aber GOtt hat ihnen ihre fleischliche Weisheit zur 
Torheit gemacht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 4,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das vierte Kapitel beschreibt klglich, das bei berhandnehmender Ungerechtigkeit 
eingerissene Elend in allen Stnden, wobei auch schon viel vorige Schlge 
GOttes an ihnen vergeblich gewesen seien; fordert sie deswegen auf, noch 
jetzt ihrem GOtt zu begegnen, ehe Er in Seines Gerichten weiter und schrfer 
gehen msse. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 4,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Anfang wird bei den Vornehmen und Gewaltigen gemacht, ihnen 
ihr Unrecht, aber auch das ber sie erwachte Gericht GOttes vorzustellen.</b> 
 
<p>Die Rede ist gar zu treffend 
auf Leute, die am Brett sind, und am Hof und sonst Gewalt ben mit ihren 
Weibern und Familien, die oft an bsen Ratschlgen, . Unterdrckungen und 
Gewaltttigkeiten nicht wenig Anteil haben. Bei denen kommt im Tun Ungerechtigkeit, 
und im Reben groe Sicherheit zusammen. Je gewaltttiger man in Amts= und 
Regiments = Sachen darein geht, je liederlicher und scherzhafter fhrt 
man sich unter andern Seinesgleichen auf, und sucht damit alle menschliche 
Empfindung von des Andern Not, alle Anklage ber das verbte Unrecht bei 
sich zu bertuben. Je leichtsinniger aber ihre reden sind, desto ernstlicher 
ist der HErr in Seinem Rat und Schwur ber sie; und wie sie um ihrer Nachkommen 
willen, sie zu befrdern, zu bereichern, Vieles getan haben, so wei GOttes 
Gericht sie samt ihren Nachkommen zu treffen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 4,4-5</font></b></h4> 
 
<p><b>An dem grern und gemeinem Haufen wird ihr Verfall im Aberglauben 
und eiteln Gottesdienst so beschrieben, da sie als hingegeben in diesen 
ihren Herzensdnkel dabei angesehen werden.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 4,6-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wird ihnen vorgestellt, wie mannigfaltig sie GOtt schon angegriffen 
habe, da sie doch zur Vernderung ihres Sinnes htten kommen sollen, bisher 
aber Alles fruchtlos, gewesen sei.</b> 
 
<p>Zuvor war ein nachdenkliches 
Berufen auf die vorigen Wohltaten GOttes, nun auch ein Abrechnen ber die 
Schon an ihnen vorgenommenen Zchtigungen. Zwei Haupt=Augenmerke bei einem 
Land, Volk, Gemeinde, Haus und auch einzelnen Seelen, wie GOtt Schon mit 
Lieben und mit Leiden an Jeden gekommen sei, und was Eines oder das Andere 
gefruchtet habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 4,12-13</font></b></h4> 
 
<p><b>Mit groer Lindigkeit redet ihnen GOtt noch einmal ans Herz, sie 
zu Sich zu locken, und der Geist GOttes durch den Propheten gibt dieser 
lockenden Stimme einen Nachsatz durch eine gar majesttische Beschreibung 
GOttes und Seiner Herrlichkeit.</b> 
 
<p>Wie gibt es doch die Freundlichkeit 
und Leutseligkeit GOttes dem Menschen Selber zu berlegen, Alles zusammen 
zunehmen, einen wohlbedachten Schlu zu fassen;. wie verhtet Er so sorgfltig, 
da man sich die angedrohten Strafen nicht ins weitere Fliehen vor GOtt 
treiben lasse, Sondern Ihm zu begegnen suche, dessen Angesicht man gndig 
finden werde. die herrliche Beschreibung GOttes dabei fat einesteils das 
Gewissen, da es die Drohungen GOttes nicht gering achten noch sich mit 
eitlem Trost dagegen decken kann, und andernteils flt es dem Herzen Schon 
auch was ein von dem, mit was fr einem GOtt es durch redliche Zukehr zu 
Ihm wieder in Gemeinschaft komme. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 5 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das fnfte Kapitel heit der Prophet selber: ein Klaglied ber das Haus Israel 
Wie nun in einem Klaglied das gegenwrtige Leid empfindlich ausgebreitet, 
daneben aber Alles, was zu gegenwrtiger und knftiger Linderung desselben 
dienen knnte, schicklich angebracht wird; so ist auch in diesem Klaglied 
der Snden=Greuel und der daraus entstehende Verwstungs=Greuel klglich 
vorgestellt, zugleich aber auch Ermahnung, ihrem GOtt so zu begegnen, da 
der Schaden noch einigermaen gelindert werden knnte, immer ineinander 
geflochten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet fngt mit klglicher Beschreibung ihres Verfalls an: (V.1-3)</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,4-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Zwischen dies ernstliche 
Drohen kommt sogleich ein vterlicher Rat zur Bue hinein.</b> 
 
<p>GOttes Rat benennt gleich das 
Bse, von welchem Sie ablassen, und das Gute, auch die Stricke, in welchen 
sie am hrtesten gefangen liegen, die Ungerechtigkeit, in welcher sie die 
Wahrheit GOttes aufhalten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,8-13</font></b></h4> 
 
<p><b>Er treibt aber noch weiter mit Macht auf ihre Herzen, Alles, was 
ihnen eine durchdringende Furcht einzujagen, und ihre Unlittigkeit, sich 
bestrafen zu lassen, ihre Einbildung, als ob ihnen Alles So hingehen mte, 
ihnen zu benehmen vermgend sein knnte.</b> 
 
<p>Die Weltmenschen freuen sich, 
wenn sie meinen, es so weit gebracht zu haben, da ihnen nun ihr Mutwille 
glcklich fortgeht, da sich ihr Einkommen vom Lohn der Ungerechtigkeit 
mehrt, da sie sich damit Ansehen machen, Andere in Furcht setzen, ber 
die heilsame Lehre und Strafe mit Verachtung wegsehen, den Klugen zurcktreiben 
knnen, da er Schweigen mu, und Sehen, wie gegen einen solchen Strom 
nichts auszurichten sei. Aber GOttes Zorn Blicke in ihr Gewissen: Ich wei 
euer bertreten, bleiben um. deswillen nicht auen; aber die durchbringenden 
Strahlen, wie ein Leichtes es dem groen. GOtt sei, auch im Regiment der 
Welt So Schnelle Vernderungen einzufhren, als Er in der Natur aus dem 
Tag die finstre Nacht macht, knnen Sie doch nicht verhten, da sie ihnen 
nicht mit manchem Schrecken durchs Herz fahren. Der Kluge aber, wenn er 
auch Schweigen mu um solche Zeit, geniet doch das Wohl, wovon es Psalm 
94:12-13. heit: Wohl dem, den Du, HErr, zchtigst; und lehrest ihn durch 
Dein Gesetz, da er Geduld habe, wenn es bel geht, bis dem Gottlosen die 
Grube bereitet werde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,14-17</font></b></h4> 
 
<p><b>GOttes brnstige Barmherzigkeit setzt noch einmal an, sie vom Bsen 
abzuziehen, und aufs Gute zu lenken, und verspricht ihnen alles Verschonen, 
droht aber auch bei weiterem Ungehorsam mit den empfindlichsten Strafen.</b> 
 
<p>Hasset das Arge, hanget dem 
Guten an, mu beisammen sein und bleiben. Mancher kommt zur bsen Zeit 
mit seinem Hang zum Guten gleichwohl zu kurz, weil er sich nicht genugsam 
mit Ha wider das Arge waffnet. Mancher meint aber auch Eifer wider das 
Bse zu haben; ist aber in der Liebe zum Guten nicht gesund; sondern steckt 
in der Heuchelei, wogegen nun sogleich im Folgenden die ntige Augensalbe 
angeboten wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 5,18-27</font></b></h4> 
 
<p><b>Weil es nmlich zur bsen Zeit immer auch viele Weltkinder gibt, 
die aus Ungeduld und Unzufriedenheit des HErrn Tag mit Unverstand verlangen, 
und Sein Gericht ber diejenigen sehen wollen, unter deren Hand sie zu 
leiden haben; so wird diesen nun gar ernstlich bedeutet, wie viel ihnen 
noch zu der gehrigen Bereitschaft auf des HErrn Tag abgehe, und was sie 
schon von langem her fr eine abtrnnige falsche Art seien.</b> 
 
<p>Des HErrn Tag heit in der 
Schrift eigentlich jngste Tag; weil alle vorhergehende Gerichte ein Angeld 
auf dies letzte sind, und GOtt mit jeder solcher Heimsuchung, allemal Seinen 
Tag und die Offenbarung Seines gerechten Zorns ins Angedenken bringen will, 
so heien auch solche frhere Tage der Rache, "des HErrn Tag." So was Edles 
es nun um eine wahre Liebe zu JEsu Erscheinung, und um eine aus der Liebe 
GOttes flieende Freudigkeit auf frhere Gerichts=Tage ist; so was Unwertes 
und Eckelhaftes ist es hingegen, wenn manche mit so viel Blindheit an sich 
selber, mit so viel Ungeduld und Kreuzflucht GOtt und Sein Gericht herausfordern, 
und unter solchen Vernderungen Ruhe und Vorteil fr das Fleisch suchen; 
zu ihrer vermeinten und angematen Wrdigkeit, vor dem HErrn zu stehen, 
keinen besseren Grund haben, als solches Heu und Stroh, das der knftige 
Tag geschwind anznden wird, und das GOtt zum voraus da so wegschtzt: 
ich mag es nicht riechen, ich habe seinen Gefallen daran, ich mag es nicht 
ansehen zc. - O, GOtt ist ein eifriger GOtt, diene Ihm Keiner mit falschem 
Herzen. Stehst du noch nicht in, der Lauterkeit vor GOtt so begehre wenigstens 
Seinen Tag nicht, sondern lerne vorher Seine Geduld fr deine und Anderer 
Seligkeit achten. Was selbst Moses von dem schlechten Verhalten ihrer Vter 
in der Wste nicht hat aufzeichnen sollen, das hat hier, zur Niederschlagung 
ihrer Rechthaberei, noch mssen ans Licht gebracht werden; wie sich auch 
Stephanus in gleicher Absicht darauf beruft, Apostelg. 7:42. O reize Niemand 
GOtt so, da Er einem Seinen Kot ins Angesicht werfen mu. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 6 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Nachdem diese, die des HErrn Tag aus Ungeduld begehrten, weil 
sie unter dem damaligen Weltlauf zu leiden hatten, ihren Bericht bekommen 
hatten; so wendet sich die Rede an Diejenigen, die sich weit vom bsen 
Tag achteten, weil sie im Welt=Genu berall wohl zukommen konnten. Diese 
werden nun nachdrcklich angeredet, berzeugend ermahnt nach Sinn und Wesen, 
Tun und Lassen, grndlich beschrieben, aber auch scharf bedroht, und in 
ihrem jetzigen bermut beweglich beklagt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Die gewaltige Ansprache heit: (V.1)</b> 
 
<p>Das kann man wohl wissen, wer 
zu jeder Zeit die grte Meisterschaft an sich zieht, und also mit einer 
solchen Anrede gemeint ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,2</font></b></h4> 
 
<p><b>etwas, das sie noch am leichtesten zum Nachdenken und berzeugung 
bringen knnte, wird vorgeschlagen.</b> 
 
<p>An Anderen lehrt uns GOtt immer; 
berall im Groen und Kleinen ist Alles voll Fustapfen, da Hochmut vor 
dem Fall komme, da GOtt den Hoffrtigen widerstehe, den Demtigen Gnade 
gebe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,3-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Ihr Sinn und Wesen wird genau beschrieben und gerichtet.</b> 
 
<p>Wer glaubt es aber, da der 
HErr so ein genaues Aufsehen habe ber den Pracht in Meubeln, ber den 
berflu in Essen und Trinken, Mibrauch der Musik, freches und falsches 
Berufen auf Davids und andere Schrift=Exempel. Wer bedenkt es, wie viel 
Bses, Lsternes, Weichliches auf diesem Wege eingeflt wird, und wie 
man dadurch so weit vom demtigen Pilgrims=Sinn abkommt, und sonderlich 
so ungeschickt und unlittig wird, das Seufzen der Elenden zu hren. O wie 
oft ist Josephs Geschichte in der Welt wieder aufs gelegt worden; sie warfen 
Joseph in die Grube und setzten sich nieder zu essen. 1. Mose 37: 24-25. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,7</font></b></h4> 
 
<p><b>V.7-11: Nun kommt auch die scharfe Drohung: (V.7)</b> 
 
<p>Wenn Einen schon sein groer Stand in der 
Welt vor mancher Beschwerde schtzt, so gibt es auch wieder andere Zeiten 
und Umstnde, wo man im Krieg, bei Geielschaften und dergleichen, mehr 
nach den Vornehmen und Reichen greift, als nach den Gemeinen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,8-11</font></b></h4> 
 
<p>Bei diesen Drohungen ist das 
schrecklichste, da man gleich sprt, wie auch unter diesen Gerichten wenig 
Besserung erreicht, sondern die Menschen in der uersten Verzweiflung 
dahin gerissen worden sind; welches die Rede: sie wollten nicht, da man 
des HErrn Namens gedenken sollte, zu erkennen gibt. Denn sie zeigt entweder 
an, da die Verstorbenen ohne einen Gedanken auf GOtt dahingefahren sind, 
oder aber, da der noch einige brige Teil alles Beten und Sagen von des 
HErrn Namen fr verloren hielt, und in seinem schwierigen Gemts=Zustand 
nicht ein Wort weiter mochte an sich bringen lassen. Im ersten Sinn mu 
es der selige Luther angesehen haben, der andre Sinn aber scheint dem Grundtext 
nher zu kommen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 6,12-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Zuletzt wird ihr jetziger bermut und Sicherheit beweglich beklagt.</b> 
 
<p>Es ist unglaublich, wie sich 
ein Menschenherz erheben und aufblasen kann, und wie es sich wohlgefllt, 
wenn es Manches durchtreibt, was nicht wohl mglich schien; aber wie tckisch 
es seine verlorne Anschlge und vergebliche Bemhungen verbergen und vergessen 
kann, nur damit es sich und Andere in der schmeichelhaften Beredung erhalte: 
es ist Alles mglich, man mu sich nur recht angreifen. O was kann einem 
aber GOttes Hand zuletzt fr enge Grenzen setzen! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 7 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Von da an kann man den zweiten Hauptteil des Propheten Amos 
rechnen, darin viel durch gttliche Gesichte und deren Erklrung lauft. 
Bei den meisten kommt vor, was der Prophet gesehen, was er darber gesagt, 
und was der HErr fr einen Ausspruch getan. Das vorhabende Kapitel enthlt 
drei solcher gttlichen Gesichte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Das erste auf eine noch gemigte Strafe zielende Gesicht.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,4-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Das zweite Gesicht, von einer andern auf des Propheten Frbitte 
auch wieder gemigten Plage.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,7-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Das dritte Gesicht, von einem Gericht, gegen das sich der Prophet 
nicht weiter unterwunden hat mit dem HErrn zu reden.</b> 
 
<p>Eine Bleischnur ist sonst ein 
Zeichen Eines, der bauen und wieder aufrichten will, und so hat es auch 
zu den Zeiten Jerobeams unter Israel ausgesehen, als ob es wieder besser 
gehen sollte. Aber da das Volk in Sicherheit fortfuhr, ungehorsam zu sein, 
so reuete den HErrn das Gute, das Er ihnen gedachte zu tun, und da drang 
der Geist den Propheten zu keiner weiteren Frbitte; wohl aber mu er diese 
gttlichen Gesichte und ihre Deutung Andern kund getan haben, welche eine 
solche Glaubenskraft erforderte, als von Noah dorten bezeugt wird, da 
er im Glauben die erste Welt verdammet habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,10-11</font></b></h4> 
 
<p><b>V.10-17: Davon nimmt Amazia, ein Priester zu Beth-El, Gelegenheit, den Amos 
zu verklagen und ihm den Mund in stopfen; der sich aber auf seinen Beruf 
getrost bezeugt, und dein Amazia sein eigenes und Israels gemeinschaftliches 
Gericht ankndigt.</b> 
 
<p>In Amos Weissagung war eigentlich 
vom Hause Jerobeams die Rede, in der Klage aber wird es auf die Person 
Jerobeams gewendet; so kann man oft durch einen kleinen Zusatz der Wahrheit 
desto mehr Verdru zuziehen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 7,12-17</font></b></h4> 
 
<p>Wie gar kennet die Welt die 
Knechte GOttes nicht, und was sie an denselbigen hat. Amos Frbitte, und 
was er durch dieselbe an den Gerichten GOttes gemigt hat, wei ein Amazia 
nicht zu schtzen, und aus seinem verkndigten Wort nimmt er auch nur das 
Gehssigste heraus. O wie wre mancher Knecht GOttes des Berufs Andern 
ein harter Bote sein zu mssen, selbst so gerne berhoben. GOttes Wort 
lt sich nicht binden. Sein Geist lt sich nicht dmpfen nach kurzsichtigen 
Weltmaximen. Unter den rgernissen, die ein Mancher aus Menschengeflligeit 
vertuschen hilft, mu er selber in seiner Familie leiden, wie dem Amazia 
widerfahren. So lohnt die Welt, wenn man ihr noch so viel zu Gefallen redet. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 8,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 8 Einleitung</font></b></h4> 
 
Das achte Kapitel enthlt wieder ein neues gttliches Gesicht, samt dessen zuerst 
kurz gefaten Deutung, die dahin geht, da nun Israels Ende gekommen sei, 
und kein Verschonen mehr Statt habe. Selbiges Ende aber wird nach allen 
schweren Umstnden, die dabei vorfallen werden, beweglich beschrieben, 
und inmittelst die Snden, womit sie sich solches Gericht zugezogen, nochmals 
bestraft. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 8,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Neues Gesicht, samt dessen kurzer Deutung.</b> 
 
<p>O was ist das, wann der Reichtum 
der Gte, Geduld und Langmut GOttes ber einen Menschen ausgeht, und einem 
im Rat GOttes der Termin zu seinem Ende so gesetzt wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 8,4-8</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun werden ihnen ihre Snden, sonderlich Gewaltttigkeit, Ungerechtigkeit, 
Reichtum sammeln zc. vorgehalten, womit sie sich dies Gericht zugezogen 
haben.</b> 
 
<p>Ungerechtigkeit verwstet alle 
Lande. Aber weil nicht gleich ein Urteil geschieht, weil man meinet, es 
werde doch Mancher durch seine bse Griffe reich, und mache die Herrlichkeit 
seines Hauses gro; so wird einem durch diesen betrglichen Schein die 
nahe Verderbensgrube verdeckt, und es eifert immer einer dem andern nach 
in der Ungerechtigheit, und nimmt mit dem kurzen Genu davon sein Henkermahl 
ein, auf seinen nahen Schlachttag. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 8,9-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Die pltzlichen, schreckhaften und empfindlichen Umstnde, womit 
dies Ende begleitet sein werde, legt nun der Prophet im Namen des HErrn 
beweglich vor.</b> 
 
<p>Bei verdorbenen Zeiten ist 
es einer von den rhrendsten Anblicken, wenn man die Kinder und jungen 
Leute anfleht, die so von Kindesbeinen an ins Verderben eingeflochten werden, 
und von dem eitlen Wandel nach vterlicher Weise in ihre Reden und Gebrden 
so viel ppiges und Leichtsinniges nehmen; da kann man sich vorstellen, 
wie hilflos, wie trostlos diese einmal Schmachten werden, wenn ihre und 
ihrer Vter Snden an ihnen werden heimgesucht werden. 
 
<p>Im Jahr 1782 den 18. Juli 
ist im Wrttembergischen ein allgemeiner Bu=, Bet= und Fasttag gehalten, 
und daran ber diesen Text, vom angedrohten Hunger und Durst nach dem Wort 
GOttes gepredigt worden. Wer zurck denken mag, merken, aus was fr Veranlassung, 
und was uns die damaligen Stillen im Lande werden erbeten haben, das wir 
bisher noch zu genieen gehabt haben.</p> 
 
<blockquote> 
GOtt der Wahrheit!<br> 
La uns nur, wann Alles fort,<br> 
Dich, und JEsum, und Dein Wort! 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 9,1-4</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Amos 9 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das neunte Kapitel beschreibt noch eine gttliche Erscheinung, die der Prophet 
gehabt, und darber eine Deutung bekommen hat; in selbiger wird freilich 
das zuvor schon angedrohte endliche Gericht besttiget, doch aber auf eine 
trstliche Verheiung von der Wiederaufrichtung des Zerfallenen umgelenkt, 
woran auch durch die Gnade Christi in den ersten Zeiten des Neuen Testaments 
ein Anfang gemacht worden ist, Gott aber nach Seiner Wahrheit auch das 
brige zu seiner Zeit. nachzuholen nicht versumen wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 9,1-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Die letzte von Amos beschriebene Erscheinung mit der darber empfangenen 
Deutung.</b> 
 
<p>Damit wird also ein gnzlicher, 
unvermeidlicher Untergang angekndigt, und alle menschliche Hilfs= und 
Linderungs=Mittel werden mit ungewhnlicher Schrfe abgeschnitten, weil 
GOttes Antlitz wider sie stehen werde. Dies Gefhl vom Angesichte Des, 
der sich auf den Richterstuhl gesetzt hat, Sein Holen, Sein Vorfordern, 
Sein Abrechnen wird dem Snder oft schwerer und unertrglicher, als die 
Strafe selbst. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 9,5-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Dies empfangene gttliche Wort schrft nun der Prophet weiter durch 
unterschiedliche Betrachtungen von GOtt und Seinen Wegen.</b> 
 
<p>An der Gnade, an dem Bund, 
an dem Gesetz, an der Nahe, in der sich GOtt zu diesem Volk tat, htte 
freilich Israel Vieles vor den Heiden zum Voraus gehabt; aber wann sie 
selber das nicht achten und nicht darin ihre Herrlichkeit Suchen, sondern 
sich Sonst nach uerlichen Vorteilen mit andern Nationen messen wollten, 
so mute ihnen ihr Nichts und ihr Unvermgen, den Gerichten GOttes Trotz 
zu bieten, so gezeigt werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Amos 9,8-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Hingegen wird nun Israels wahrer Vorzug, und der groe Unterschied, 
den GOtt nach Gnade und Wahrheit zwischen ihnen und andern Vlkern halten 
werde, nachdrcklich bezeugt und versiegelt.</b> 
 
<p>Bei der ersten Aufnahme der 
Heiden in die Gemeinschaft des Heils, das von den Juden kam, beruft sich 
der Apostel Jakobus auf das hier verheiene Wiederbauen der zerfallenen 
Htte Davids, und damals ist freilich auch das dem Hause Davids verheiene 
Reich mit Seiner Gnade und Wahrheit unter die Heiden gekommen, und sie 
haben angefangen, sich mit Freuden dazu zu sammeln. Weil aber bald darauf 
das Zerstreut= und Gesichtet=werden unter den Heiden, bei der Zerstrung 
Jerusalems, so gewaltig wieder ber das Haus Israel gekommen ist, und noch 
anhlt, so sieht man wohl, da der HErr auch dieses Gefngnis seines Volks 
einmal wieder wenden, und Seine Verheiungen so an ihnen erfllen wird, 
da auch alle brigen, durch die Gerichte GOttes freilich auch zusammengeschmolzen, 
unter den Heiden sich desto begieriger zu Israels neuem Gnadenlicht sammeln 
werden. 
 
<p>O was beweiset Der, in dessen 
Hand die Wurfschaufel ist, und der Seine Tenne feget, fr eine Macht Seines 
Ernsts und Seiner Gte, da Er Diejenigen, in denen kein Sinn und Herz 
auf den GOtt ihrer Vter und auf Seine Verheiungen ist, wie Spreu vom 
Wind zerstreuen lt ; und inmittelst doch verhtet, da kein Krnlein 
auf die Erde fllt. Man bedenke die Offenb. 7:4 ff. vorkommende bedenkliche 
Versiegelung, von welcher man wohl sieht, sie diente dazu, da die anscheinende 
Vertilgung der Juden eingeschrnkt und abgewendet, an den Versiegelten 
aber Solche brig blieben, die eine heilige Wurzel zur Fortpflanzung dieses 
Volks abgaben, und aus denen endlich der Same kommen wird, an dem sich 
GOtt zuletzt durch Erfllung aller Seiner Verheiungen verherrlichen wird. 
Nach menschlicher und politischer Wahrscheinlichkeit darf man freilich 
Solche Dinge nicht abwgen. Der Prophet hat durch Seine wiederholte Versicherung: 
Spricht der HErr, der Solches tut; Spricht der HErr dein GOtt, Alles schon 
genugsam verwahrt, und mit diesen Spieen und Ngeln Soll es auch in unsern 
Herzen als Wahrheit angeheftet bleiben.</p> 
 
<blockquote> 
Amen, HErr, all Dein Wort ist wahr!<br> 
Amen, komm HErr, vollend es gar! 
</blockquote> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Obadja 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Obadja Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>In der Schrift kommen Mehrere 
vor, so diesen sch&ouml;nen Namen gef&uuml;hrt, der einen Knecht des HErrn 
bedeutet. Der K&ouml;nig Ahab hatte einen gottesf&uuml;rchtigen Hofmeister 
dieses Namens <i>(1. K&ouml;nige 
18:3-4)</i>. Unter den F&uuml;rsten, deren 
H&uuml;lfe sich der gottselige K&ouml;nig Josaphat bediente, um der Wahrheit 
GOttes in Israel wieder aufzuhelfen, hie&szlig; auch einer Obadja <i>(2. 
Chron. 17:7)</i>. Bei der Reinigung und Besserung 
im Tempel, die der K&ouml;nig Josia vornahm, kommt auch ein Levit aus den 
Kindern Merari, als ein Vorsteher selbiger guten Anstalt vor, der Obadadja 
gehei&szlig;en <i>(2. Chron. 34:12).</i> 
Unser Prophet Obadja meldet gar nichts, weder von seinem Geschlecht, noch 
von der Zeit, darinnen er gelebet; und daher ist auch nicht wohl zu bestimmen, 
ob er eine oder die andere von den obigen Personen k&ouml;nnte gewesen 
sein, oder wie er seiner Zeit und Geschlecht nach davon unterschieden? 
Aus dem Inhalt der Weissagung schlie&szlig;t man mutma&szlig;lich, da&szlig; 
er mit Jeremia und Ezechiel zu einer Zeit, mithin um die babylonische Gefangenschaft 
oder unter derselben m&ouml;chte gelebt haben; denn Seine Weissagung handelt 
zwar meist von den Edomitern, doch mit ganz genauer Absicht auf Israel. 
Es war freilich not, da&szlig; bei dem Schweren Gericht, So &uuml;ber Israel 
ging, der Wohlstand der Edomiter ihnen nicht zum &Auml;rgernis w&uuml;rde, 
noch sie dar&uuml;ber an dem Bund GOttes mit ihren V&auml;tern gar irre 
w&uuml;rden; Sondern GOtt suchen lernten, als Den, der, wenn Tr&uuml;bsal 
da ist, der Barmherzigkeit gedenkt, und die Verhei&szlig;ung Seines Reichs 
nicht auf die Erde fallen l&auml;&szlig;t. Daher in dieser Weissagung die 
den Edomitern bevorstehende Strafe umst&auml;ndlich beschrieben, auch die 
Schuld, womit sich Edom solches Gericht zugezogen scharf geahndet wird, 
zuletzt aber doch Alles auf Verhei&szlig;ung f&uuml;r Israel, und auf Behauptung, 
da&szlig; das K&ouml;nigreich des HErrn sei, hinausgef&uuml;hrt wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Obadja 1,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet setzt einen nachdenklichen Eingang zu seiner 
Weissagung.</b> 
 
<p>Ob der Prophet diese Weissagung 
nach Edom geschickt, und sie daselbst bekannt gemacht habe; oder ob er 
nur beim Volk Israel eine solche Nachricht von Edom beigelegt, und den 
Aufmerksamen eine Verwahrung vor &Auml;rgernis und eine St&auml;rkung ihres 
Glaubens beigebracht habe? steht dahin. Es sein Eines oder das Andere, 
so war dem Propheten meist darum zu tun, da&szlig; man dies Wort nicht 
f&uuml;r eine Mutma&szlig;ung, nicht f&uuml;r ein aus politischen Gr&uuml;nden 
gestelltes Prognostikon ansehe, sondern es als ein Wort des HErrn, das 
einen Glaubensgrund abgibt, aufnehme. Was als ein Rat der Heiden und unter 
den V&ouml;lkern durch Botschaften ausgemacht ward, davon war noch fr&uuml;her 
was vom HErrn zu vernehmen; denn auch darin liegt ein Beweis von dem K&ouml;nigreich 
des HErrn, da&szlig; Er sich zu allen Zeiten auch anderer V&ouml;lker, 
ihres Aufkommens und Unterganges so angenommen hat, und so zuverl&auml;ssig 
davon hat verk&uuml;ndigen lassen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Obadja 1,2-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wird es umst&auml;ndlich beschrieben, was der HErr HErr von Edom gesprochen habe.</b> 
 
<p>O wie kann GOttes gewaltige 
Hand Alles zunichte machen, auf was sich ein Mensch, Land und Volk verlassen 
will. Wie ist Derjenige, welchen sein eigen Herz einmal betrogen und zum 
Hochmut verleitet hat, so vielem andern Betrug ausgesetzt, denn alles Richtige, 
womit er seine hohen Gedanken unterst&uuml;tzt, wird ihn betr&uuml;gen, 
und kann ihn nicht retten gegen GOtt, der den Hoff&auml;rtigen widersteht. 
Beim Propheten Obadja lie&szlig; es sich zwar ansehen, als ob Edoms Unfall 
blo&szlig; durch Menschenh&auml;nde ginge, von der Feinde Grausamkeit und 
List, von der vormaligen Freunde ihrer Untreue so bereitet w&uuml;rde, 
Aber <i>Jer. 49:10</i> 
schreibt es sich der starke GOtt selber zu: Ich habe Esau entbl&ouml;&szlig;et, 
und seine heimlichen Orte ge&ouml;ffnet, da&szlig; er sich nicht verstecken 
kann. Darum wer sich r&uuml;hmen will, der r&uuml;hme sich des, da&szlig; 
er den HErrn kenne, der Barmherzigkeit Recht und Gerechtigkeit &uuml;bt 
auf Erden. Alles Andere ist wie Heu, wann des HErrn Geist darein blaset. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Obadja 1,10-16</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wird die Schuld, womit Edom sich solches Gericht 
zugezogen habe, dergestalt beschrieben, da&szlig; die noch besser Gesinnten 
unter Edom daraus eine Abmahnung nehmen k&ouml;nnten, von ihrem bisherigen 
Wandel nach v&auml;terlicher Weise abzustehen.</b> 
 
<p>Im <i>Psalm 
137:7</i>. haben die Heiligen GOttes in einem 
durchdringenden Seufzer es Dem &uuml;bergeben, der da recht richtet: HErr, 
gedenke der Kinder Edom am Tage Jerusalems, die da sagen: rein ab, rein 
ab, bis auf ihren Boden. Durch den Propheten wird die g&ouml;ttliche Antwort 
auf dies Angstgeschrei gegeben, und das g&ouml;ttliche Vergeltungsrecht 
versichert. Wie genau, wie oft eingesch&auml;rft, wie tief in aller Menschen 
Gewissen gegraben ist das: wie du getan hast, so soll dir wieder geschehen! 
Und doch wird es so oft aus den Augen gesetzt, und der Mensch ladet sich 
aus Heftigkeit seiner Passionen, aus betr&uuml;glicher Begierde, einen. 
Vorteil zu erjagen, so Manches auf, das ihn ins Verderben und Verdammnis 
versenkt. Was eine Drohung war, das konnten sich doch immer Solche, die 
sich noch f&uuml;rchteten vor GOttes Wort, dahin zu Nutze machen, da&szlig; 
sie sich von Manchem zur&uuml;ckhalten lie&szlig;en, und also auch an ihrem 
Gericht wenigstens noch etwas milderten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 1,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Jona Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Jona gibt mit dieser seiner Weissagung 
noch einen st&auml;rkeren Beweis ab, als der vorhergehende Prophet Obadja, 
da&szlig; GOtt auch um die Zeit wo Er noch alle Heiden ihre eigenen Wege 
wandeln lie&szlig;, sich doch auch als der Heiden GOtt bewies, und das 
nicht nur im Richten und Strafen, sondern auch, wie besonders hier im Antrag 
Seiner Gnade und in solchen Vorblicken, wie der Segen Abrahams und die 
Erkenntnis des GOttes Israels einst unter die Heiden kommen und viel Frucht 
schaffen werde. Sonst aber hat Jona freilich auch unter dem Volk Israel 
geweissagt, und das zu den Zeiten Jerobeams des Zweiten, dem er sonderlich 
die H&uuml;lfe mu&szlig; geweissagt haben, die GOtt Seinem bedr&auml;ngten 
Volk zu einem nochmaligen Gnadenzeichen schaffen wollte. Denn bei dieses 
K&ouml;nigs Siegen hei&szlig;t es <i>2Ki 
14:25</i> ausdr&uuml;cklich: nach dem Wort 
des HErrn, des Gottes Israel, das Er geredet hatte durch Seinen Knecht 
Jona, den Sohn Amithai, den Propheten, der von Gath-Hepher war. Von selbigen 
Weissagungen aber ist nichts Weiteres auf uns gekommen, hingegen das, in 
was er &uuml;ber seiner Bu&szlig;predigt an die Stadt Ninive geraten ist, 
hat ihn der Heilige Geist so umst&auml;ndlich und mit so redlicher Darlegung 
seiner Fehler zu schreiben getrieben, weil er darunter allermeist das Zeichen 
auf Christum wurde, und darin auch sonst so viel zur Lehre auf alle Zeiten 
hinein beizubringen war. Da&szlig; er durch das ganze Buch. von sich immer 
in der dritten Person redet: Jona machte sich auf, Jona Sprach, Jona betete 
usw. statt: ich sprach, ich betete, ist kein Beweis, da&szlig; ein anderer 
Mann GOttes das Buch geschrieben habe, sondern hat teils viel &Auml;hnliches 
mit anderen Stellen der Schrift, da es auch oft hei&szlig;t: Der HErr erschien 
Mose, Mose sprach zum HErrn usw.; teils hat es hier seine besondern Geziemlichkeiten, 
da&szlig;, da er soviel von seinen Schwachheiten zu bekennen hatte, der 
Geist GOttes es ihm verstattete, da&szlig; er es so au&szlig;er sich hinausstellen 
und wie von einem Dritten reden durfte; die Gnadenkur aber, die ihm seiner 
Natur Gewalt gebrochen, und ihn von sich Selbst freigemacht hatte, desto 
mehr preisen k&ouml;nnte. Wer an sich Selbst verst&auml;ndig worden ist, 
zu merken, wo es ihm fehlt, wird auch hierin das T&ouml;richte GOttes weiser 
achten, als alles Menschliche, da&szlig; Er in Seinem Wort statt vieler 
ansehnlichen Werke, die Er von manchem Seiner Knechte anf&uuml;hren k&ouml;nnte, 
eher ihre Schwachheiten und Fehler darlegt, weil uns nicht sowohl sch&ouml;ne 
und gro&szlig;e Exempel zur Nachfolge n&ouml;tig sind, als vielmehr Exempel 
zum Trost, wie wir uns aus den &Uuml;bereilungen von der S&uuml;nde wieder 
aufraffen, die zum Aufstehen angebotene Hand GOttes ergreifen sollen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Jona 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das erste Kapitel beschreibt, wie Jona von GOtt zur Predigt f&uuml;r die 
Stadt Ninive berufen worden sei, welchem Beruf er sich durch eine Flucht 
habe entziehen wollen, aber erfahren habe, wie GOtt Einen finden, und Einem 
seine eigenwilligen Wege vermachen k&ouml;nne. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 1,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>Jona wird von GOtt berufen, in Ninive zu predigen.</b> 
 
<p>Von Solchen, die in ihrer 
Abweichung schon weiter von GOtt abgekommen sind, hei&szlig;t es: ihre 
S&uuml;nden sind heraufgekommen vor Mich, Ich habe das Geschrei davon geh&ouml;rt 
usw. Von denen aber, zu denen sich GOtt noch n&auml;her tut, oder in deren 
Mitte der HErr JEsus noch wandelt, hei&szlig;t es: Ich wei&szlig; deine 
Werke, ich sehe, wie es unter euch zugeht. Auch nur diese erste Anzeige 
hat den Jona schon auf den Inhalt seiner Predigt vorbereiten k&ouml;nnen, 
doch ist kein Zweifel, da&szlig; ihm selbiger noch n&auml;her ist geoffenbart 
worden, wie er sich unten <i>Kap. 
4:2</i> darauf beruft, warum er schon daheim 
in seinem Lande keine Lust zu Solch einer Predigt gehabt habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 1,3</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie sich Jona diesem g&ouml;ttlichen Beruf durch eine 
Flucht habe entziehen wollen.</b> 
 
<p>Jona wu&szlig;te und glaubte 
freilich die Allgegenwart GOttes, vor welcher Niemand fliehen k&ouml;nnte, 
nach <i>Ps 139</i>. 
Aber au&szlig;erhalb des Landes Israel, darin GOtt So besonders wohnte, 
au einem fremden Ort, wo kein Wort, Glaube und Erkenntnis GOttes anzutreffen, 
meinte Jona doch vor GOttes Ruf, Erscheinung und Antrieb sicherer zu Sein. 
Aus dem Umstand, da&szlig; er gleich So ein Schiff nach Seinem Wunsch angetroffen, 
wird sich Jona auf sein Vorhaben gesteift haben. Allein auch zu einer im 
Ungehorsam vorgenommenen Flucht kann sich im &Auml;u&szlig;eren Alles schicken. 
Ob ein Mensch beim Gehorsam auf gutem Wege sei, mu&szlig; aus andern Kennzeichen 
ausgemacht sein. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 1,4-16</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie Jona auf dieser Flucht von GOtt verhindert und 
bestraft worden sei.</b> 
 
<p>Dieser ganze Hergang hat 
zwar GOttes gerechtes Mi&szlig;fallen an der Flucht des Jona offenbaren, 
zugleich aber ihn doch zu k&uuml;nftiger mutiger Ausrichtung seines Berufs 
ausr&uuml;sten sollen. Denn da&szlig; Jona bei dieser fremden Leute ihrem 
Gewissen doch soviel Legitimation fand, da&szlig; es soviel Eindruck von 
Furcht GOttes dabei gab,. da&szlig; so viel Ernst, GOtt anzurufen, in Ihnen 
aufwachte, das konnte den Jona vorbereiten, seine Predigt an eine fremde 
Stadt nicht so schwer zu nehmen. Auch alle Lindigkeit, die sie gegen Jona 
brauchten, war eine Wirkung von der in ihrem Innern gesch&auml;ftigen Wahrheit 
GOttes; denn was t&auml;te sonst der nat&uuml;rliche Sinn gegen einen Menschen, 
der Einen nicht nur in solchen Verlust seiner G&uuml;ter, sondern auch 
in solche Gefahr des Lebens gebracht! Wenn sich schon Jona allein als S&uuml;nder 
und Urs&auml;cher dieses Ungl&uuml;cks angegeben hat, so mu&szlig; der 
Andern Gewissen doch auch aufgeweckt worden sein, zu empfinden, was sie 
auf sich haben. Die g&ouml;ttliche Traurigkeit und Reue, in der Jona stund, 
wirkte auch in ihm die rechtm&auml;&szlig;ige Rache <i>(2Co 
7:11)</i>, da&szlig; er sprach: nehmt mich, 
und werft mich ins Meer. Doch st&uuml;rzt er sich nicht selber in das Meer. 
Solch ein Unterschied findet sich zwischen einem aufgeweckten und zwischen 
einem verzweifelnden Gewissen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 2,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Jona 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das zweite Kapitel beschreibt, wie der ins Meer geworfene Jona nach GOttes 
besonderer Schickung von einem gro&szlig;en Fisch verschlungen, darunter 
aber doch beim Leben erhalten worden sei, in weicher Not er zu GOtt gerufen 
und bei Ihm Erh&ouml;rung und Errettung gefunden habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 2,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Was GOtt mit dem ins Meer geworfenen Jona f&uuml;r 
einen tiefen Leidensweg gegangen sei, und auf demselben gleichwohl seine 
Erhaltung verschafft habe.</b> 
 
<p>Innerhalb, dieser Zeit konnte 
freilich Jona unter so anhaltendem Schmecken des Todes gedem&uuml;tigt 
und &uuml;ber die weiteren Wege GOttes mit ihm nachdenklich gemacht werden. 
Wir Alle sollen gern die Tiefen von Gerichten und von Errettungen Gottes; 
die in solchen Geschichten liegen, ehrerbietig ansehen, und daraus den 
Samen zum Vertrauen auf GOtt auch in der &auml;u&szlig;ersten Not ins Herz 
fassen; besonders aber an diesem Zeichen des Jona das Vorbild auf die tiefe 
Erniedrigung des Sohnes GOttes mitten in die Erde, und auf Sein Lebendigwerden 
aus den Toten, wohl beherzigen, als wovon hernach das Licht auf alle sonst 
noch so tiefe und dunkle Leidenswege f&auml;llt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 2,2-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Das Gebet des Jonas, als ein treffliches Muster, wie 
man in der Not seinen GOtt suchen m&ouml;ge.</b> 
 
<p>Vermutlich ist Jona nicht 
gar augenblicklich vom Fische verschlungen, sondern noch eine Weile vom 
Meer hin und hergeworfen worden, daher er seinen Aufenthalt im Fisch schon 
als eine anf&auml;ngliche Errettung GOttes ansehen und auf die weitere 
H&uuml;lfe so geziemend andringen konnte. So beten ist freilich etwas Anderes, 
als eine gewohnte oder erlernte Formel hersagen oder herlesen. Schon da 
Jona aus dem Schiffe geworfen ward, beteten die Leute dabei, und so ist 
es noch viel weniger bei ihm selber ohne viele unaussprechliche Seufzer 
abgegangen, bis er aus der Todesfurcht und H&ouml;llenangst so weit genesen 
ist, Da&szlig; er zu solchem Gebet kommen konnte, wie uns da beschrieben 
ist. Denn durch den Zorn hindurch, den man f&uuml;hlet, und von dem man 
so umschlossen ist, nach der G&uuml;te greifen, ist nichts Geringes. Es 
ist nicht anders, als ob man durch eitel Spie&szlig;e und Schwerter durchbrechen 
m&uuml;&szlig;te. Manche Ausdr&uuml;cke im Gebet des Jonas sind aus den 
Psalmen genommen, man vergleiche <i>Ps 
42:8; 31:23</i>. So kommt Einem etwas aus 
der Schrift oft erst nach langer Zeit wohl, wenn man in &auml;hnliche Umst&auml;nde 
kommt. Was f&uuml;hren doch alle unsere Dem&uuml;tigungen f&uuml;r einen 
Stachel der Ewigkeit bei sich, da&szlig; drei Tage und drei N&auml;chte 
Einem schon so lang werden k&ouml;nnen, als ob man ewiglich verriegelt 
w&auml;re. Wie wunderbar bricht das Licht aus der Finsternis hervor: da 
meine Seele bei mir verzagte, gedachte ich an den HErrn; und mit dem ersten 
Angedenken an den HErrn geht auch wieder das erste F&uuml;nklein Licht 
und Leben auf. Die tiefste Wurzel vom Betrug der S&uuml;nde in seinem und 
Anderer Herzen hat Jona darin angetroffen, wenn Einen das Halten &uuml;ber 
dem Eiteln, es sei hernach eitle Lust oder Furcht, von Seiner Gnade abbringt. 
Wohl dem, der nur die R&uuml;ckkehr dazu noch so findet, wie sie Jona gefunden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 2,11</font></b></h4> 
 
<p><b>Die g&ouml;ttliche Antwort auf dies Gebet Jona.</b> 
 
<p>So kann GOtt auf dein Gebet 
antworten, da&szlig; du es zwar nicht h&ouml;rst, aber die durch Seinen 
Willen geschaffte Hilfe erf&auml;hrst. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 3,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Jona 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das dritte Kapitel Jona empf&auml;ngt erneuerten Befehl von GOtt, in Ninive 
Bu&szlig;e zu predigen, befolgt ihn auch und predigt mit solcher gesegneten 
Wirkung, da&szlig; der gro&szlig;e GOtt sich von Seinem Zorn und dem angedrohten 
Untergang wendet, und der Stadt verschonet. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 3,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>Jona empf&auml;ngt erneuerten Befehl von GOtt.</b> 
 
<p>Jonas Gebet hat sich mit 
Geloben alles k&uuml;nftigen Danks und Gehorsams geendigt, und dazu wird 
ihm nun durch den erneuerten Befehl des HErrn gute Gelegenheit gemacht. 
Wer so ans einer Not, Gefahr, Krankheit herauskommt, dem l&auml;&szlig;t 
GOtt gemeiniglich bald eine Gelegenheit vorkommen, wo er seine Gel&uuml;bde 
bezahlen kann. Doch wartete Jona den erneuerten Befehl GOttes deswegen 
ab. Denn wenn man einmal durch Ungehorsam seinen ersten Beruf vernichtigt 
hat, so gilt es hernach nicht, im Eigenwillen das Vers&auml;umte selber 
wieder gut machen zu wollen, wie Israel einst hinaufziehen wollte, die 
Amoriter einzunehmen, <i>(Nu 14:40-43)</i>, 
sondern man mu&szlig; erneuerten Befehl GOttes abwarten. Aus <i>Lu 
11:30</i> ist fast zu schlie&szlig;en, 
da&szlig; die Niniviten von allen an Jona vorgegangenen Wundern Nachricht 
bekommen haben, und da&szlig; er ihnen darunter So zum Zeichen geworden 
ist, welches mit zu ihrer Bu&szlig;e mag gewirkt haben. Ob sie es aber 
erst mit der Predigt des Jonas von ihm selbst erfahren haben, oder ob ihnen 
durch die mit Jona, im Schiff Gewesenen Nachricht davon zugekommen sei, 
mithin auch, ob dieser zweite Beruf des Jonas schnell auf den ersten, oder 
nach einiger Zwischenzeit geschehen sei, l&auml;&szlig;t sich so eigentlich 
nicht bestimmen. Der HErr tut Alles fein zu Seiner Zeit. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 3,3-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Jona folgt und predigt, was ihm der HErr befohlen 
hat, und findet damit solchen Glauben und Eingang, der viele Fr&uuml;chte 
der Bu&szlig;e schafft.</b> 
 
<p>GOtt glauben in Seinen Verhei&szlig;ungen 
oder Drohungen oder Befehlen, macht den Anfang zu allem weiteren Guten: 
wie es damit auch bei den Leuten zu Ninive anfing. Viel zu F&ouml;rderung 
dieses guten Werks trug es aus, da&szlig; die Leute selber etwa mit ihren 
&auml;ltesten und n&auml;chsten Gemeinde=Vorstehern ein solches Fasten 
und solche Bu&szlig;=&Uuml;bungen veranstalten konnten. Des K&ouml;nigs 
nachher dazu gekommener weiterer Befehl war von desto besserer Wirkung, 
da er nicht nur die Gem&uuml;ter der Anderen so bereitet antraf, sondern 
auch des K&ouml;nigs eigener Vorgang und Exempel dabei mehr tat, als keine 
Worte allein auszurichten verm&ouml;gend gewesen w&auml;ren. Die Bu&szlig;&uuml;bungen 
werden hier meist nach den &auml;u&szlig;erlichen dabei gebrauchten Umst&auml;nden 
beschrieben, ganz anders, als wie man heutigen Tages Bu&szlig;e tun, seine 
Andacht haben, beten will; aber ohne da&szlig; einem die n&auml;chste Umgebung 
viel davon ansp&uuml;ren soll; allein wo das Innere in rechten Ernst gesetzt 
wird, da kann das &Auml;u&szlig;ere wohl nicht so zur&uuml;ckbleiben. Die 
Niniviten haben bei ihrer Bu&szlig;e doch auch das Meiste auf das Innerliche 
gesetzt, n&auml;mlich, zu GOtt zu rufen, und vom B&ouml;sen abzustehen, 
wobei ihr Glaube GOttes Gnade und zu erlangendes Verschonen vor Augen hatte, 
ungeachtet er freilich deswegen in Furcht und Kampf stund, da ihnen Jona 
ohnehin nicht viel Hoffnung zu dergleichen Verschonen wird gemacht haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 3,10</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt sieht diese Furcht vor Seinem Wort an den Leuten 
zu Ninive mit Erbarmen an, und l&auml;&szlig;t sie das gesuchte Verschonen 
finden.</b> 
 
<p>Der HErr JEsus gibt dieser Bu&szlig;e der Leute zu Ninive das Zeugnis 
<i>Mt 12:41,</i> da&szlig; sie noch mit ihren 
guten Folgen bis auf den Tag des Gerichts hinausreichen werde; und so mu&szlig; 
es auch von Seiten GOttes mit Seinem Verschonen ein redlicher Liebes Ernst 
gewesen sein. Da aber Ninive in vorige S&uuml;nden zur&uuml;ckfiel, besonders 
sein trotziger K&ouml;nig Sanherib sich so Sehr wider, den HErrn auflie&szlig;, 
so wurde es bald nach dessen Zeiten, nicht wohl hundert Jahr nach dieser 
heilsamen Umkehr auf des Jonas Predigt, doch vom Zorn des HErrn umgekehrt, 
wie auch der Stadt Jerusalem widerfahren ist, da sie Den, dessen Vorbild 
Jona war, nicht besser erkannte und nutzte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 4,1-5</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Jona 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das vierte Kapitel beschreibt, mit welchem Mi&szlig;vergn&uuml;gen Jona 
dies Verschonen GOttes &uuml;ber Ninive angesehen habe, aber auch die Mittel 
und die Art, wie ihm GOtt die Unbilligkeit desselben hat zu erkennen und 
empfinden gegeben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 4,1-5</font></b></h4> 
 
<p><b>Was die gute Wirkung der Predigt des Jonas bei ihm 
selber f&uuml;r eine traurige Wirkung gehabt habe.</b> 
 
<p>Ein Mancher m&ouml;chte diesen 
Verdru&szlig; an Jona fast nicht fassen k&ouml;nnen. Allein, ehe man sich 
&uuml;ber Jona aufh&auml;lt, so bedenke man zuvor wohl, was herausk&auml;me, 
wenn wir unsre Gedanken und Empfindungen &uuml;ber manche Begebenheiten 
in der Regierung GOttes so aufrichtig beschreiben sollten, als Jona da 
getan. Lerne Jeder nur die so tief sitzenden Argheiten seines eigenen Herzens 
erkennen und dar&uuml;ber nachdenken, ob das nicht das Unheilbarste an 
uns ist, da&szlig; es in uns steckt, und wir verbergen es vor uns und Andern. 
Hernach mu&szlig; man es auch nach den Zeiten und Versuchungen des Jonas 
beurteilen; da konnte es auch einem Mann GOttes begegnen, die Heiden gering 
zu achten; hatte doch Petrus bis ins Neue Testament hinein daran zu lernen, 
da&szlig; vor GOtt kein Ansehen der Person sei, Sondern unter allem Volk, 
wer Ihn f&uuml;rchtet und Recht tut, Ihm angenehm sei. Die Sorge, da&szlig; 
die in den Wegen GOttes unerfahrenen Niniviten solche Langmut GOttes auf 
Mutwillen ziehen, und GOttes Drohungen verachten w&uuml;rden, war auch 
nicht ungegr&uuml;ndet. &Uuml;berhaupt aber mu&szlig; man bei allen Fehlern 
und Gebrechen, die man im Umgang mit Andern wirklich zu tragen hat, oder 
die man an denen, die vor uns gewesen sind, aus Nachrichten von ihnen bemerkt, 
immer denken, GOtt wei&szlig;, was f&uuml;r ein Gem&auml;cht wir sind, 
und wie unser Naturell zwar auf der einen Seite zu etwas besonders versuchlich, 
aber auf der andern Seite auch zu etwas brauchbar macht, damit man sich 
sonderlich bei Andern nie an das Fehlerhafte h&auml;nge, Sondern vorher 
das Gute an der Gabe n&uuml;tze. Des Jona affektvolles Wesen hat ihn in 
diese Fehler gest&uuml;rzt, aber wozu das n&auml;mliche Naturell ihm in 
seinem Amt auch brauchbar geworden ist, mu&szlig; man nicht aus der Acht 
lassen. Das ist ein b&ouml;ser T&uuml;ck unsers Herzens, von welchem einmal 
Salomo sagt, da&szlig; ein Fauler sich weiser d&uuml;nkt, als sieben, die 
Sitten lehren; n&auml;mlich, wer nie etwas angreift, macht seinem D&uuml;nken 
nach auch weniger Fehler, und gef&auml;llt sich darin wohl; aber was er 
als ein Fauler vers&auml;umt, rechnet er nicht. 
 
<p>Jona betete gleichwohl nicht 
um der Niniviten Verderben, sondern um seines eigenen Lebens Ende. Damit 
sind sonst diejenigen am schnellsten fertig, die den Ernst GOttes im Gerichte 
des Todes am wenigsten erfahren haben. Jona aber hatte Schon zehnfach den 
Tod auf dem Meer ausgestanden, und hat darunter so &auml;ngstlich zu dem 
HErrn gerufen, und doch lag ihm jetzt der Eifer f&uuml;r Sein Amt und die 
demselben von GOtt angeh&auml;ngte Ehre so an, da&szlig; er lieber tot 
Sein wollte als leben. Allein GOtt kann ein Opfer von uns fordern, was 
Er f&uuml;r eines will; jetzt forderte Er von Jona nicht Seines Lebens 
Hingabe, sondern ein gelassenes Warten, wie es weiter gehen werde, und 
darunter fand Jona einen andern, aber ihm heilsameren, Tod, als wenn GOtt 
Seine Seele von Ihm genommen h&auml;tte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Jona 4,6-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Was GOtt vor eine weitl&auml;ufige Anstalt gemacht 
habe, um Jona schw&uuml;riges Herz gr&uuml;ndlich zu heilen.</b> 
 
<p>Wie viel tausend Schl&auml;ge, 
wie viel rauhe Wege kostet Dich ein Herz! Bei Andern meinen wir oft, ein 
Wort und eine Vorstellung solle Schon genug sein, aber an uns selber erfahren 
wir, wie wir uns erst unter wirklichen Schickungen GOttes recht kennen 
lernen, und also auch erst gr&uuml;ndlich genesen; wer recht dahinter kommen 
will, was ein Eifer und Unmut, der SICH ziemlich f&uuml;r geistlich oder 
doch wohlbefugt ausgeben will, gleichwohl vom Fleisch an sich habe, der 
merke nur, wie er oft durch was Geringes, dem Fleisch Vergn&uuml;gliches, 
kann gestillt werden. Das ist die Eitelkeit unsers Herzens, da&szlig; es 
sich &uuml;ber so kleine Dinge freuen, und &uuml;ber so kleine Dinge betr&uuml;ben 
kann; und doch braucht GOtt oft diese Erfahrung an uns Selber zu einem 
Mittel, uns zu heilen, oder uns von Solchem Halten &uuml;ber dem Richtigen 
ab und zu einem Halt an Seine unver&auml;nderte Gnade zu bringen; wenn 
uns ein K&uuml;rbis zu viel freut, so wei&szlig; GOtt Schon, da&szlig; 
weiter nichts als ein Wurmstich dazu geh&ouml;rt, so kann der Mensch wieder 
aus seiner Freude n&uuml;chtern werden; nur Schade, wenn es hernach auf 
die andere Seite zu weit in Verdru&szlig; f&auml;llt. GOttes Nachgeben 
und Geduld wird auch hierunter unsre Seligkeit. Was der ganze Hergang bei 
Jona gefruchtet habe, wird unserm eigenen Nachdenken &uuml;berlassen, ist 
aber aus der redlichen Darlegung des ganzen Hergangs genugsam zu schlie&szlig;en; 
denn zu Solcher aufrichtigen Bekenntnis kommt man nicht, wo nicht das Gewissen 
gr&uuml;ndlich geheilet, und das Herz von Solchen bitteren Wurzeln los 
ist.</p> 
 
<blockquote> 
Der K&uuml;rbis Jon&auml; w&auml;hrt nicht lang,<br> 
Liebst ihn zu viel macht er dir bang;<br> 
Drum suche doch kein bleibendes Vergn&uuml;gen,<br> 
Als in GOtt selbst, der ewig bleibt,<br> 
Der alles Andre von dir treibt,<br> 
Um dich ganz blo&szlig; allein zu Ihm zu f&uuml;gen;<br> 
Sonst wird vergehen &uuml;ber Nacht,<br> 
Was dir so kurze Freud gebracht! 
</blockquote> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Micha Einf&uuml;hrung</font></b></h4> 
  
<p> 
Sein Geschlecht und die Zeit, darin er gelebt, unterscheidet ihn von 
dem andern bekannten Propheten Micha, der zu den Zeiten Ahabs und 
Josaphats gelebt hat, und von seiner Prophezeiung wegen Ahabs Untergang 
besonders ber&uuml;hmt ist <i>1. K&ouml;. 22: 8-17</i>. Nach Anzeige der Zeit V. 1. 
hat er sein Prophetenamt zu gleicher Zeit gef&uuml;hrt, als in Juda der 
Prophet Jesaja, und in Israel der Prophet Hosea lebten und weissagten. 
Mit Jesaja besonders hat er viel gemein. Es ist je und je die Weise 
GOttes, Seiner Knechte zwei zu senden, und auch dadurch ihr 
gemeinschaftliches Zeugnis zu best&auml;rken, auch unter mancherlei Leiden 
und Anfechtung einen durch den Andern aufzurichten. Es liegt deswegen 
auch viel daran, wie man sich gegen seine Zeitgenossen verh&auml;lt. Der 
Engel zu Pergamon hatte es bei dem HErrn JEsu in gutem Angedenken 
stehen, wie er sich gegen Antipas, den treuen Zeugen verhalten 
<i>Offenb. 2:13</i>. Hingegen wird es den Schriftgelehrten und Pharis&auml;ern zu 
gro&szlig;er Heuchelei angerechnet, da&szlig; sie die vorigen Propheten und 
Gerechten hintennach lobten, aber die zu ihrer Zeit zu ihnen Gesendeten 
so wenig erkannten. <i>Matth. 23:29-34</i>. Auch der k&uuml;nftig noch zu 
erwartenden Zeugen werden zwei sein <i>Offenb. 11:3</i>. Micha hat den durch 
ihn selbst angedrohten Untergang des Israelitischen Reichs noch in 
seinen Tagen erlebt, da er in die Zeiten Hiskias hineingereicht; Israel 
aber gleich im sechsten Jahr der Regierung Hiskias gefangen weggef&uuml;hrt 
wurde. Bis aufs letzte hinaus zeigt GOtt eben, da&szlig; Er keinen Gefallen 
habe am Tod des S&uuml;nders, sondern vor Einbruch solcher Gerichte noch 
einmal durch Sein Wort zu retten suche, was zu retten ist. Er lehrt uns 
aber auch, da&szlig; man den Reichtum Seines Worts, die Menge begabter 
Knechte GOttes, den Ernst, womit sie das Werk des HErrn treiben, nicht 
in Sicherheit ziehen, noch sich deswegen ferne vom b&ouml;sen Tag achten 
solle; sondern wenn es oft diesen Umst&auml;nden nach dem Pflanzen und Bauen 
gleich sieht; so ist es doch oft nahe beim Umgehauen werden, wie beim 
Baum, der noch dies Jahr auf anhoffende Frucht stehen blieb. Aus dieser 
Beschaffenheit der Zeit ist auch der Inhalt und Zweck solcher 
Weissagungen am leichtesten zu erkennen, n&auml;mlich die damals 
herrschenden S&uuml;nden des Volks, auch ihrer F&uuml;rsten und Priester zu 
bestrafen, die Gerichte GOttes deswegen anzuk&uuml;ndigen, aber immer auch 
die Verhei&szlig;ungen von Christo mit anzubringen, und damit zur Bu&szlig;e zu 
rufen, besonders aber die Gl&auml;ubigen aufzurichten, da&szlig; sie sich in dem 
gemeinen Unfall gr&uuml;ndlich tr&ouml;sten, und am geduldigen Warten auf das 
Reich GOttes und Christi halten k&ouml;nnten; ja wenn Manche auch erst unter 
ihrer S&uuml;ndenstrafe aus dem Schlaf aufwachten, sie durch ein solches 
Wort zu ihrem Bundes=GOtt gewiesen w&uuml;rden, und an der Verhei&szlig;ung 
Desselben nicht verzagten. Au&szlig;er dem, was hierin manche Propheten 
GOttes mit einander gemein haben k&ouml;nnten, verlieh GOtt auch durch einen 
Jeden etwas Besonderes, wie z. E. Micha den Ort der Geburt Christi zu 
verk&uuml;ndigen bekam; mit welcher eigenen Gabe sie sich aber freilich an 
das, was GOtt durch Andere bescherte, geh&ouml;rig anschlossen. Da&szlig; seine 
Weissagung noch zu seinen Lebzeiten nicht ohne Ehrerbietung aufgenommen 
worden, sieht man daraus, da&szlig; man sich unter dem J&uuml;dischen Volk noch 
geraume Zeit hernach darauf bezogen hat,<i>Jer. 26:18</i>, und wie man es 
in folgenden Zeiten genutzt, sieht man aus <i>Matth. 2:5-6</i> Die Abs&auml;tze 
sind meist so deutlich,. da&szlig; man ihrer bei der Einteilung des Propheten 
nicht leicht verfehlen kann.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,1</font></b></h4> 
 
<p><b>die Anzeige von des Propheten Geschlecht, und von der Zeit seiner 
Weissagung.</b></p> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,2</font></b></h4> 
 
<p><b>Eine nachdr&uuml;ckliche Vorforderung vor das Gericht, an Diejenigen, 
mit denen es Micha vornehmlich zu tun hatte.</b></p> 
 
<p>Wie wenn etwas in der Residenz, vor dem k&ouml;niglichen Stuhl, verhandelt 
und ausgemacht wird, und daher seine besondere Solennit&auml;t hat; so 
fordert sie GOtt hiermit vor Seinen heiligen Tempel, woher sonst so 
viel Gnaden=Dekrete &uuml;ber sie ausgegangen sind, und ihnen so viel H&uuml;lfe 
gesandt worden ist; dorther sollte nun auch ihr Endurteil ergehen. O 
was ist es, wenn der Schutz, welchen man bis daher vom goldnen Altar im 
Tempel GOttes zu genie&szlig;en hatte, so aufgek&uuml;ndet wird, wie 
<i>Offenb. 9:13</i>.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,3-5</font></b></h4> 
 
<p><b>Ank&uuml;ndigung der Strafe &uuml;ber beide Reiche Israel und Juda, wobei 
zuerst der Prophet im Namen GOttes die Rede f&uuml;hrt.</b></p> 
 
<p>Damit k&uuml;ndigt der Prophet an, wie sich GOtt aus Seiner bisherigen 
Langmut und Geduld aufmachen, und ihre &Uuml;bertretungen, besonders in den 
Hauptst&auml;dten so heimsuchen werde, da&szlig; sie ihr Unverm&ouml;gen, vor Ihm zu 
stehen, wohl empfinden, und nicht nur mit ihrem Verm&ouml;gen, sondern auch 
mit Herz und Mut wie zerschmolzen Wachs sein w&uuml;rden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,6-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Sodann nimmt GOtt Selber die Rede, und dr&uuml;ckt es noch viel sch&auml;rfer 
aus, wie es besonders Samaria zuerst gehen werde.</b></p> 
 
<p>Wie genau wei&szlig; GOtt, auf welchem Weg ein Verm&ouml;gen zusammengebracht 
worden, und wie richtet Er sich auch in Seinen Strafen darnach. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,8-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet nimmt das so zu Herzen, da&szlig; er sich noch gar mitleidig 
&uuml;ber diese Plage seines Volks gr&auml;mt, und die Schadenfreude der 
Ungl&auml;ubigen gern verh&uuml;ten m&ouml;chte.</b></p> 
 
<p>Daraus sp&uuml;rt man schon dem Propheten Micha mehr Liebe f&uuml;r sein Volk an, 
als Jona gegen die fremden Niniviten gehabt hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 1,11-16</font></b></h4> 
 
<p><b>Zuletzt werden noch einige J&uuml;dische St&auml;dte besonders namhaft 
gemacht, und jeder ihr eigener Anteil an den Gerichten angek&uuml;ndigt.</b></p> 
 
<p>Es ist kein Wunder, wenn uns an solchen Stellen etwas Dunkles &uuml;brig 
bleibt, denn es kommen da Namen der St&auml;dte vor, auf die sich das 
bezieht, was ihnen angek&uuml;ndigt wird. Das kann aber bei einer 
&Uuml;bersetzung in eine andere Sprache nimmer so deutlich ausfallen. Man 
nehme ein Paar Exempel von den Namen unsrer Landst&auml;dte, z. E. wenn man 
von Lauffen sagte: du wirst der Strafe nicht entlaufen; oder von 
Freudenstadt, du wirst in Trauer gesetzt werden. So hat da der Prophet 
Hebr&auml;ische Namen genommen, und gezeigt, da&szlig; GOtt entweder nach ihrer 
Bedeutung mit ihnen umgehen, oder sie das Gegenteil von ihren Namen 
werde erfahren lassen. Wie weit l&auml;&szlig;t sich GOtt in Seinem Wort herunter, 
da&szlig; Er das, was in Seinem heiligen Tempel beschlossen wird, auch an die 
Namen, die wir oder unsere St&auml;dte von Alters her haben, anbindet, um es 
uns desto eher einzusch&auml;rfen. Bei Jerusalem blickt noch immer die 
M&auml;&szlig;igung hervor, da&szlig; es anf&auml;nglich nicht weiter als nur bis vor ihre 
Tore kommen werde, wie dann Sanherib zu den Zeiten Hiskias mit seinem 
Trotz nicht weiter kam; und bei Maresa regt sich die Verhei&szlig;ung von dem 
rechten Erben, dessen das Land eigen war, und um deswillen auch GOtt 
immer wieder der Barmherzigkeit gedachte, 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,1-5</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Anfang wird mit Vorstellung der S&uuml;nden und ihrer unfehlbaren 
Heimsuchung durch schwere Strafen gemacht.</b></p> 
 
<p>O was ist es f&uuml;r eine Versuchung, die Macht zu haben zu tun, was einem 
b&ouml;se T&uuml;cke eingeben. Was t&auml;te Mancher, wenn die Macht der Hand so gro&szlig; 
w&auml;re, als der Trotz des Herzens. Nun aber richtet GOtt nach dem Rat des 
 Herzens, und bringt an das Licht, womit man auch auf seinem Lager 
umgegangen ist. Wer in Gottesfurcht und billigem Mi&szlig;trauen gegen sich 
selber steht, soll es mit Dank von GOtt annehmen, wenn Er einem nicht 
viel Macht l&auml;&szlig;t, und soll auch desto gerner in allen geringen 
Gelegenheiten seines Herzens H&auml;rtigkeit brechen lassen. &Auml;cker und 
H&auml;user an sich rei&szlig;en, schl&auml;gt so gar zu Bedr&uuml;ckung des geringem 
N&auml;chsten aus. Wer mehr Verm&ouml;gen hat, sollte es von Rechtswegen an 
andere Arten des Gewerbes im menschlichen Leben legen, als an das, was 
den Andern neben ihm so unterdr&uuml;ckt. O wie kann GOtt in Seinen 
Gerichten - allen noch so klug eingerichteten Maximen - den Rang 
ablaufen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,6</font></b></h4> 
 
<p><b>V.6-9: Nun beantwortet der Prophet die Ausfl&uuml;chte, womit sie sich in ihren 
S&uuml;nden tr&ouml;sten, und die Ank&uuml;ndigung der g&ouml;ttlichen Strafe=Gerichte von 
sich schieben, wollen.</b></p> 
 
<p>Der Ausdruck ist vom Regen hergenommen, womit auch sonst die Rede 
verglichen wird. Hier mag es bei der Unlittigteit gegen die 
Bestrafungen zugleich etwas Ver&auml;chtliches angedeutet haben, womit sie 
den Propheten zum Schweigen bringen wollten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,7</font></b></h4> 
 
<p>Das ist die alte und noch immer fortgetriebene Weise, den Drohungen 
GOttes auszuweichen, n&auml;mlich, da&szlig; man sich so eigenwillige Gedanken von 
der g&ouml;ttlichen Barmherzigkeit macht, und sich vorspiegelt, es sei nicht 
zu vermuten, da&szlig; GOtt so z&uuml;rne. Ja, lerne einer vorher den lieben GOtt 
aus Seiner eigenen Rede kennen; alle au&szlig;er diesem Wort gefa&szlig;te, oder 
gar wider dies Wort behaupteten Einf&auml;lle zerfliegen. Den Aufrichtigen, 
so die Wahrheit tun, und damit an das Licht kommen, gelingt es; wer das 
Licht hasset, dem ist auch mit erdichtetem Trost eine Weile gedient, 
aber nicht geholfen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,8-9</font></b></h4> 
 
<p>&Ouml;ffentliche Gewaltt&auml;tigkeiten aus Zerfall im b&uuml;rgerlichen Regiment 
ziehen auch viele Privat = Gewaltt&auml;tigkeiten in unfriedlichen Ehen, in 
unbilligen Ehescheidungen nach sich, wodurch besonders die Kinder auf 
immerhin verderbt, und also der Grund zu allem Verderben in andern 
St&auml;nden gelegt wird. O gib uns Frieden allenthalben und auf allerlei 
Weise. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,10-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Bedenkliche Anzeige, warum diese ernstlichen Vorstellungen nicht 
mehreren Eingang finden.</b></p> 
 
<p>So steigt die Sicherheit, und die Begierde, sich auf seinen Schlachttag 
zu weiden, endlich auf das H&ouml;chste. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 2,12-13</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt aber denkt ewiglich an Seinen Bund, und sieht durch alle 
Gerichte hindurch, wie Er wieder ins Gnadengeleise mit seinem Volk 
einlenken wolle.</b></p> 
 
<p>Wie hat doch GOtt immer daf&uuml;r gesorgt, da&szlig; man unter der S&uuml;nde und 
S&uuml;ndenstrafe nicht am Reich GOttes und JEsu Christi verzagte, sondern 
merkte, wie GOtt nach Allem um der Menschen Unglauben und Ungehorsam 
willen genommenem Umweg, es doch wieder gern auf Seinen ersten Gnaden 
= Vorsatz mit ihnen oder doch mit ihren Nachkommen hinausf&uuml;hre. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 3,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Micha 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das dritte Kapitel enth&auml;lt eine, teils an die H&auml;upter und Vornehmsten im Volk, teils an 
die falschen Propheten und den verdorbenen Lehrstand gerichtete 
ernstliche Straf=Predigt, darin Anfangs der HErr noch selber das Wort 
f&uuml;hrt, hernach aber der Prophet aus einer ihm besonders dazu 
geschenkten Geisteskraft das Urteil &uuml;ber sie spricht.</p> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 3,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-8: Der Prophet 
redet im Namen des HErrn jeden Teil ernstlich an, erinnert ihn seiner 
Pflicht, stellt ihm die dieser Pflicht zuwiderlaufenden S&uuml;nden 
nachdr&uuml;cklich vor, und bedroht sie mit schweren Strafen.</b></p> 
 
<p>GOtt hat jedem Stand in der Welt wie seine Ertr&auml;glichkeiten im &Auml;u&szlig;eren, so auch seine besondern Handleitungen 
zum Guten gegeben; so h&auml;tten auch die Gro&szlig;en und Vornehmen in der Welt an ihrer mehreren Kultur, Verstand 
und Einsicht, eine Handleitung, GOttes Rechte verstehen zu lernen. Aber wie sie diese Gnade vers&auml;umen, und ihrer 
&auml;u&szlig;erlichen Gewalt mi&szlig;brauchen, stellt der Prophet nachdr&uuml;cklich vor; wenn Gro&szlig;e in der Welt das Gute hassen, 
so ist es nicht nur ihnen selber ein leidiger Beweis, wie sie Kinder des Teufels seien, sondern gibt auch einen 
gewaltigen H&ouml;llenriegel f&uuml;r Andere ab, weil viel Gutes in seiner ersten Bl&uuml;te ged&auml;mpft, wird durch den Ha&szlig; oder 
doch b&ouml;sen Verdacht, den die Gro&szlig;en darauf legen. Je mehr man sich von seiner Ungerechtigkeit Genu&szlig; und 
Vorteil machen kann, je weniger l&auml;&szlig;t man mehr davon. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 3,4</font></b></h4> 
 
<p>So wenig es sonst der Gewaltigen ihre Sache ist, da&szlig; sie zum HErrn 
schreien, so k&ouml;nnen doch auch &uuml;ber sie im Krieg, bei schneller 
Todesgefahr, bei Schmerzen und Krankheiten, viele Umst&auml;nde kommen, 
darunter das Schreien zum HErrn aufwacht. Wie die Verhei&szlig;ung von der 
Erh&ouml;rung des Gebets das Tr&ouml;stlichste f&uuml;r einen armen und in sich selbst 
so hilflosen Menschen ist; so ist die Drohung: nicht erh&ouml;ren, das 
Angesicht verbergen zc., das Schrecklichste. Man sehe <i>Pred. 1:28-29</i>. 
O wer manchen Notleidenden, der eine gerechte Forderung an ihn hatte, 
der sich seines Amts und amtlicher H&uuml;lfe zu bedienen befugt war, so 
abweist, sein Angesicht vor ihm verbirgt, sich verleugnen l&auml;&szlig;t usw., 
der sehe zu, was er mit diesem b&ouml;sen Wesen verdient. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 3,5-8</font></b></h4> 
 
<p>Die Zeiten, wo es im weltlichen Regiment sehr tr&uuml;b und unordentlich 
zugeht, f&uuml;hren gemeiniglich auch gro&szlig;e Gefahr der Verf&uuml;hrung in der 
Kirche mit sich. Bei &uuml;berhandnehmender Ungerechtigkeit will noch Jeder 
mitessen, wo er zukommen kann, und vom Genu&szlig; des Irdischen an sich 
rei&szlig;en, was er wei&szlig;. Das wirft auch einen so gro&szlig;en Teil vom Lehrstand 
in den irdischen Sinn. Desto mehr ist es mit Dank von GOtt zu erkennen, 
wenn Er gegen einen gro&szlig;en Verfall auch noch etwas aufstellt, das mit 
Seinem Geist und Kraft ausger&uuml;stet ist. Botschafter an Christus Statt 
m&ouml;chten freilich jetzt lieber ihr Amt, das die Vers&ouml;hnung predigt, im 
Geist und Kraft f&uuml;hren, als nur &Uuml;bertreten und S&uuml;nde anzeigen; aber sie 
k&ouml;nnen eben nichts wider die Wahrheit, sondern f&uuml;r die Wahrheit, und 
darum m&uuml;ssen sie das Verk&uuml;ndigen des &Uuml;bertretens oft mit dazu nehmen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 3,9-12</font></b></h4> 
 
<p><b>Mit einem neuen, in seiner gewaltigen Strafpredigt genommenen 
Anlauf wendet sich der Prophet noch einmal zu den Vorstehern in den 
beiden obern St&auml;nden, und braucht gro&szlig;e Freim&uuml;tigkeit, ihr Unrecht 
aufzudecken und ihr fleischliches Vertrauen niederzuschlagen.</b></p> 
 
<p>Der Mi&szlig;glaube tut oft so gro&szlig;en Schaden als der Unglaube. Bei 
&uuml;berhandnehmendem Verderben im Leben sich auf die Reinigkeit der Lehre 
allein verlassen, und sich um deswillen ferne vom b&ouml;sen Tag achten, ist 
Mi&szlig;glaube; im Geistlichen nur allein auf die Verhei&szlig;ungen sehen, und 
die auf die &uuml;berhandnehmenden S&uuml;nden gesetzten Drohungen nicht achten 
wollen, ist so sch&auml;dlich, als wenn man im weltlichen Regiment nur immer 
gute Nachrichten am Hof haben will, und dem, was den wahren Zustand 
aufdeckte, den Zutritt und die Einsicht versagt. Freilich ger&auml;t das 
Reich GOttes nie ins Stocken; aber inzwischen kann es doch von uns 
genommen und Andern gegeben werden. Da zu Jerusalem kein Stein mehr auf 
dem andern geblieben ist, hat GOtt anderw&auml;rts viel tausend lebendige 
Steine zu Seiner Behausung im Geist auferbaut. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 4,1-7</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Micha 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Da h&ouml;rt nun der Prophet auf, die Gottlosen um ihres s&uuml;ndlichen Lebens 
willen zu strafen, und f&auml;ngt an, das geringe H&auml;uflein der Frommen zu 
tr&ouml;sten, auf da&szlig; sie in dem gemeinen &ouml;ffentlichen Ungl&uuml;ck h&auml;tten, womit 
sie sich tr&ouml;sten k&ouml;nnten, und solch Ungl&uuml;ck alles durch die Hoffnung 
der zuk&uuml;nftigen Erl&ouml;sung &uuml;berwinden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 4,1-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Auf die n&auml;chstvorhergehende Drohung &uuml;ber Zion, Jerusalem und den Berg 
des Tempels, wird nun in einer ansehnlichen Verhei&szlig;ung dieser gesamten 
St&uuml;cke wieder im Besten mit gro&szlig;er Hoffnung gedacht.</b></p> 
 
<p>Man hat bei dieser Stelle gute Gelegenheit, &uuml;berhaupt den gro&szlig;en und so 
weit hinausreichenden Verhei&szlig;ungen und deren Gebrauch f&uuml;r jede Zeit 
nachzudenken. Die n&auml;chstvorhergegangene Drohung wurde zu den Zeiten des 
K&ouml;nigs Hiskias ausgesprochen, wie <i>Jer. 26:18</i> deutlich steht. Damals 
stund noch der erste von Salomo erbaute Tempel; es war aber nimmer gar 
weit dahin, da&szlig; er unter Nebukadnezar zerst&ouml;rt wurde. Bei selbigem 
Unfall &uuml;ber Jerusalem und den Tempel wird man wohl wie die Drohung 
empfunden, so auch an dieser Verhei&szlig;ung sich aufgerichtet haben, und 
unter der S&uuml;ndennot und S&uuml;ndenstrafe den Glauben erweckt und gest&auml;rkt 
haben. Mithin konnten manche gl&auml;ubige Herzen selbiger Zeit sich unter 
der den Tempel und ihr Land treffenden Verw&uuml;stung an dieser gro&szlig;en 
Verhei&szlig;ung aufrichten, und damit blieb auch das gl&auml;ubige Warten auf den 
Messias noch unter dem Juden=Volk. Die obige Drohung ist aber so 
scharf, da&szlig; sie durch das, was zu Nebukadnezars Zeiten vorging, nicht 
v&ouml;llig erf&uuml;llt wurde. Denn der Tempel ist zwar verbrannt, aber doch 
nicht zur wilden H&ouml;he geworden, vielmehr hatte noch einiges Besuchen 
dieser gottesdienstlichen St&auml;tte Platz, wie aus <i>Jer. 41:5</i> zu sehen. 
Aber eben so ist auch die Verhei&szlig;ung zu gro&szlig;, als da&szlig; man sie durch die 
von Cyrus und Darius wieder verstattete Erbauung des Tempels v&ouml;llig 
erf&uuml;llt achten k&ouml;nnte. Denn wenn sie sich schon auch um selbige Zeit 
mit dieser Verhei&szlig;ung und mit allem Herrlichen, das ihnen der HErr von 
diesem zweiten Tempel sagen lie&szlig;, zu ihrem Werk daran werden ermuntert 
haben; so zeigte doch der Erfolg, da&szlig; weder Jerusalem noch der Tempel 
zu demjenigen Flor kam, wie solcherlei Verhei&szlig;ungen anzeigten. Unter 
den Heiden, allermeist den Samaritern war viel Neid &uuml;ber den Tempelbau, 
unter den Juden selbst viel Unordnung, daraus neue Bedr&uuml;ckungen mit 
viel Entheiligung des Tempels zu den Zeiten der Maccab&auml;er entstunden; 
dadurch wurde jedes aufmerksame Herz mit der erw&uuml;nschten Erf&uuml;llung 
solcher Verhei&szlig;ungen weiter hinaus gewiesen. Endlich kam Christus, 
durch dessen Gegenwart wurde freilich Jerusalem und der Tempel 
herrlich, und es gingen gro&szlig;e Dinge in Jerusalem vor bis auf die 
Ausgie&szlig;ung des Heiligen Geistes und den Anfang der Predigt des 
Evangeliums, da wird wieder unter allen Gl&auml;ubigen manche Achtung auf 
diese Verhei&szlig;ung und deren volle Erf&uuml;llung gewesen sein. Aber der 
Erfolg hat wieder gezeigt, da&szlig; um selbige Zeit nicht Alles so herwieder 
gebracht und hergestellt worden ist, wie GOtt geredet hat durch den 
Mund Seiner heiligen Propheten. Der Tempel zu Jerusalem wurde bald nach 
den Zeiten Christi wieder zerst&ouml;rt, und Jerusalem so zertreten, als 
vorher nie geschehen war. Das Reich GOttes wurde von den Juden genommen 
und den Heiden gegeben. Unter denselben brachte es zwar hier und da 
Frucht, doch kam das in der Welt nicht heraus, was nach diesen 
Weissagungen zu erwarten ist. Anfangs dr&uuml;ckten die heidnischen 
Verfolgungen die christliche Kirche hart; als unter den ersten 
christlichen Kaisern schien Ruhe anzugehen, so nahm hingegen die innere 
Kraft, Eintracht und Rechtschaffenheit merklich ab, und &uuml;ber eine Weile 
wurde unter dem Namen GOttes und Christi ein weltm&auml;&szlig;iges, 
fleischliches, der Art des Reiches GOttes ganz widerliches Reich in der 
Kirche Christi aufgerichtet, dadurch viel Menschliches wider die Geb&uuml;hr 
erhoben, und viel g&ouml;ttliche Wahrheit verdr&auml;ngt wurde. Dadurch wurde, 
wie vielem Guten, also auch der Bekehrung der Juden und anderer V&ouml;lker 
immer mehr Hindernis gemacht; statt da&szlig; Juden und Heiden nun w&uuml;&szlig;ten, 
wohin sie sich zu halten, und wo sie die Wahrheit zu suchen h&auml;tten, 
werden sie durch die Trennungen und &Auml;rgernisse der Christen 
aufgehalten, und statt der heilsamen Lehre GOttes wird ihnen allerlei 
Greuel von Babylons Huren = Wein angeboten. Auch in unserer eigenen 
Kirche und bei der k&ouml;stlichen Gewissensfreiheit, zu welcher uns GOtt 
geholfen hat, ist doch das Reich GOttes aller Orten vom Weltreich und 
Weltgeist eingeschr&auml;nkt und unterdr&uuml;ckt, man kann nicht mit der 
geringsten Zucht aufkommen, viel weniger, da&szlig; man das Reich GOttes in 
der Macht sp&uuml;ren k&ouml;nnte. Mithin wird man auch noch heutigen Tags mit 
der Hoffnung weiter hinausgewiesen, und je gr&ouml;&szlig;er die Not wird, je 
besser k&ouml;nnen einem solcherlei Verhei&szlig;ungen zu statten kommen. Auch 
wenn GOtt unsere Evangelische Kirche noch weiter und verderblicher 
heimsuchte, so m&uuml;&szlig;te das unser Trost sein, da&szlig; wenn GOtt abbricht, was 
Er Selbst gebaut hat, Er alle lebendige Steine anderw&auml;rts zu Seinen 
Absichten brauchen werde. Die Gewi&szlig;heit des Israelitischen Glaubens im 
Alten Testament, und die Festigkeit aller g&ouml;ttlichen Verhei&szlig;ungen durch 
die Propheten, hat zu allen Zeiten zur Best&auml;tigung des christlichen 
Glaubens gedient, und so sollen uns alle f&uuml;r Zion, Jerusalem und den 
Tempel noch aufgesparte Verhei&szlig;ungen nicht fremd noch gleichg&uuml;ltig 
sein, sondern wir sollen es als das Ziel von unserer Christen = 
Hoffnung ansehen, als das, was Gelegenheit machen wird, da&szlig; noch auf 
der ganzen Erde JEsus hochgelobet werde! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 4,8-5,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet ist bem&uuml;ht, diese herrliche Verhei&szlig;ung zu best&auml;tigen 
und noch n&auml;her auf Jerusalem anzuwenden, besonders aber zu verwahren, 
da&szlig; man die viele Not, durch die es vorher hindurch mu&szlig;te, sich nicht 
irren lie&szlig;e.</b></p> 
 
<p>Wo kein oder wenig Glaube im Herzen ist, und die Menschen noch mit 
vieler Hochachtung des Irdischen behaftet sind; da gibt es manche zu 
fr&uuml;hzeitige und &uuml;ber den Verlust &auml;u&szlig;erlicher Vorteile allzu 
empfindliche Klagen, dagegen man oft auch bezeugen mu&szlig;, es kann und 
wird noch weiter im &Auml;u&szlig;erlichen herunterkommen, und GOtt wird Seine 
Verhei&szlig;ung gleichwohl nicht fehlen lassen , sondern zeigen, da&szlig; Er die 
Gedanken der V&ouml;lker wenden, Seinen Rat aber bestehend machen kann. 
Unser Herz versenkt sich entweder in die Not hinein, und vergi&szlig;t 
dar&uuml;ber der Verhei&szlig;ung und des Trostes; oder wenn es ein Ohr zur 
Verhei&szlig;ung neigt, so meint es, es d&uuml;rfe nichts Widriges dazwischen 
kommen. Wer Verhei&szlig;ungen und Drohungen GOttes zumal vor dem Gesicht 
hat, der kann erst etwas vom Rat des HErrn im Regiment der Kirche und 
der Welt merken. Es geht wohl schw&auml;chlich zu; doch mu&szlig; GOttes Reich 
kommen. Halte fest, und leide dich; es mu&szlig; das Kreuz die Kirche Christi 
geb&auml;ren. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Micha 5 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Mit der gro&szlig;en Verhei&szlig;ung von Christo und Seinem Reich tr&ouml;stet der 
Prophet alle ge&auml;ngstigte Herzen, da&szlig; wenn es auch noch so weit mit dem 
Volk Israel herunterk&auml;me, so solle man das Vertrauen auf die Verhei&szlig;ung 
nicht wegwerfen, denn diese werde doch erf&uuml;llt werden zur Zeit, da es 
das wenigste Ansehen dazu habe. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 5,2-15</font></b></h4> 
 
<p>So leicht man den Hauptinhalt und die Hauptabsicht dieses Kapitels 
treffen, und auch in seinem Herzen vergn&uuml;glich genie&szlig;en kann; so schwer 
ist es, und so manches Unausgemachte bleibt einem noch &uuml;brig, wenn man 
die n&auml;here Deutung eines jeden Verses aufsuchen, und den Sinn eines 
jeden Ausdrucks treffen soll. Man kann aber in dem, was deutlich und 
gewi&szlig; ist, seine Weide finden, und vor dem Schwereren so viel 
Ehrerbietung haben, da&szlig; man glaubt, es liege auch darin etwas, daraus 
entweder schon Andere vor uns ihren Glauben gest&auml;rkt haben, oder auf 
das Andere nach uns noch besser achten lernen. Aus dem Anfang des 
Kapitels hat man Bethlehem, das Stammhaus Davids, f&uuml;r die Geburtsstadt 
Christi erkannt, wie nicht nur die Hohepriester und Schriftgelehrten 
die Frage des Herodes: wo Christus sollte geboren werden? so 
beantwortet haben: zu Bethlehem im j&uuml;dischen Lande; sondern auch unter 
dem Volk es eine gemeine Rede war: spricht nicht die Schrift, von dem 
Samen Davids und aus dem Flecken Bethlehem, da David war, solle 
Christus kommen? Christus wird aber auch hier vornehmlich als Der, so 
&uuml;ber Israel HErr sein sollte, verhei&szlig;en, mithin in seinem K&ouml;nigreich. 
Wo bleibt denn Sein Hohenpriestertum, Seine Vers&ouml;hnungsarbeit und 
Alles, was uns sonst im Evangelium von Ihm gepredigt wird? Das Alles 
hat seine Beziehung und Erf&uuml;llung im K&ouml;nigreich. Denn das K&ouml;nigreich 
setzt seine ganze Erl&ouml;sung in Gang und seligen Genu&szlig;, und verschafft 
aller Gerechtigkeit GOttes ihre Erf&uuml;llung. Das war der Juden Fall, da&szlig; 
sie im irdischen Sinn aufs K&ouml;nigreich allein hineingefallen sind, und 
das &Uuml;brige an Christo nicht als den Weg dazu angesehen, sondern sich 
vielmehr daran ge&auml;rgert haben; und jetzt kommt es bei Manchen in der 
Christenheit fast umgekehrt heraus, da&szlig; sie an Christo wohl Seine 
Vers&ouml;hnung und Seine heilige Lehre erkennen, aber nichts vom K&ouml;nigreich 
nach der Verhei&szlig;ung der Propheten wissen wollen. Wie trennt man doch so 
gern, was zusammen geh&ouml;rte, und was gibt ein geringer Mi&szlig;verstand oft 
f&uuml;r Anla&szlig; zum Unglauben. Vom zweiten Vers an fangen nun die 
Schwierigkeiten an. Durch die, so geb&auml;ren sollte, verst&auml;nde man am 
leichtesten die Maria, und die zu Bethlehem geschehene Geburt ihres 
hochgelobten Sohnes. Nur will damit nicht ganz &uuml;bereinstimmen, teils 
da&szlig; die Plage der Gefangenschaft darum weit nicht bis an die Geburt 
Christi hingereicht hat; teils, da&szlig; es nach dieser Geburt sogar nicht 
besser gegangen ist, sondern vielmehr der gr&ouml;&szlig;te Teil des j&uuml;dischen 
Volks sich zu ihrem bisherigen Gericht vollends reif gemacht hat. 
Deswegen haben Andere den Gedanken, diese Stelle weise auf 
<i>Offenb. 12:1-5</i> hinaus, und verstehen unter der, die geb&auml;ren sollte, das 
im Gesicht erschienene Weib, die Christum in Seinem K&ouml;nigreich geb&auml;ren 
sollte; durch und nach welcher Geburt die Bekehrung Israels und alle im 
Kapitel noch weiter verhei&szlig;enen Erweisungen Seines Reichs in Gang 
kommen w&uuml;rden. Dem Glauben ist es nicht so schwer zu fassen, da&szlig; wie 
Christus einmal Seiner Person nach zu Bethlehem geboren worden, und von 
da an durch alle Stufen des Alters und Wachstums durchgelaufen ist; 
also Er auch in Seinem Reich, als der durch so manche Schmerzen und 
Seufzer aller Gl&auml;ubigen ausgeborne Nationen=Hirte sich einmal zeigen, 
und Alles zu dem im Vorsatz GOttes gefa&szlig;ten Zier bringen werde. In 
solchem Sinn k&ouml;nnte man wohl auf Maria, und was auf ihre Geburt erfolgt 
ist, und auf das Weib in der Offenbarung, und was auf ihre Geburt 
erfolgen wird, zugleich sehen, und sich im Glauben und Hoffnung des 
Reichs Christi st&auml;rken, auf die gegenw&auml;rtige F&uuml;hrung desselben in 
Verborgenheit verst&auml;ndig werden, und zum Warten auf die Offenbarung 
wacker bleiben, ja auch zum Mittragen an den noch n&ouml;tigen 
Geburtsschmerzen oder doch Leiden, die es &uuml;ber der jetzigen 
Verborgenheit gibt, sich willig machen lassen. O wer nur gern in seiner 
eigenen Fassung und F&uuml;hrung, und sodann in seinem Warten auf das Reich 
GOttes dem Gr&auml;slein gleich ist, das auf Niemand harret, noch auf 
Menschen wartet (V. 7). O wer nur gern die Rosse und alles Vertrauen 
auf ihre St&auml;rke so von sich tun l&auml;&szlig;t (V. 10); und an dem allein bleibt, 
da&szlig; man den HErrn f&uuml;rchtet und auf Seine G&uuml;te wartet; der wird das 
Zeugnis f&uuml;hlen, das denen so wohl tut, die auf Ihn alleine zielen, wann 
sich Not und Tr&uuml;bsal find't! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 6,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Micha 6 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Diese durchdringende Bu&szlig;=Predigt hat drei Teile, die sich merklich 
unterscheiden n&auml;mlich einen gewaltigen Eingang zur Erweckung der 
Herzen, eine freundliche Unterweisung zu Gewinnung der Herzen, und eine 
scharfe Bestrafung und Bedrohung &uuml;ber die verschlossenen Herzen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 6,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>Der gewaltige Eingang zeigt, wer hier redet, und an wen die Rede 
gerichtet sei, und was GOtt darunter suche.</b></p> 
 
<p>Auf Bergen und H&uuml;geln hat sich das Volk allermeist verschuldet; darum 
werden diese nun aufgefordert, des HErrn Strafen und Schelten zu 
h&ouml;ren, wie Er n&auml;mlich mit Seinem Volk abrechne, unter Vorhaltung der an 
sie gewendeten Gnade und ihres undankbaren Ungehorsams, sie zur Bu&szlig;e 
auffordere, mit noch immer untermengtem neuen Gnaden =Antrag. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 6,3-8</font></b></h4> 
 
<p><b>Mit ausnehmender Herunterlassung f&auml;ngt nun GOtt Sein Abrechnen so 
an, da&szlig; es doch ja zu Gewinnung ihrer Herzen gereichen sollte.</b></p> 
 
<p>Hierbei es eigentlich her, wie bei einer Abrechnung. Der HErr f&auml;ngt an, das 
Volk redet dazwischen, und der HErr behauptet Sein Recht. Seine bisher sp&auml;t und fr&uuml;he an sie 
verwendete M&uuml;he stellt Er ihnen als Zeugnisse Seiner Treue vor, von 
welcher Er sich nichts habe abwendig machen lassen. Dem Propheten Micha 
selber mu&szlig; das einen tiefen Eindruck gegeben haben, woraus noch am Ende 
seiner Weissagung die zuversichtliche Erkl&auml;rung geflossen: du wirst dem 
Jakob die Treue, und Abraham die Gnade halten, wie du unsern V&auml;tern 
vorl&auml;ngst geschworen hast. Aber das Volk antwortet auf eine Weise, 
die schon ihr verkehrtes Herz verr&auml;t. Es kommt n&auml;mlich heraus, wie wenn 
sie sagten, ja, das begehren wir ja nicht zu leugnen, aber wie soll man 
es denn angreifen, da&szlig; es ein Gen&uuml;ge tut; wie man etwa heutigen Tages 
seine Unlittigkeit gegen den Dienst GOttes im Geist und in der 
Wahrheit so ausst&ouml;&szlig;t, da&szlig; man sagt: es wei&szlig; einer fast nimmer, was man 
tun soll, man will ja mit nichts mehr zufrieden sein. Aber GOtt sagt es 
ihnen kurz und deutlich: lasset nur das Wichtigste nicht dahinten, das 
Gericht, die Barmherzigkeit und den Glauben. Es in Allem ernstlich, 
gerichtlich, nach dem was g&ouml;ttlich ist und nicht nach dem, was 
menschlich ist, nehmen, und dabei dem Wort GOttes seine richterliche 
Kraft lassen; Barmherzigkeit mit Lust &uuml;ben, und in dem&uuml;tigem Glauben 
vor und mit GOtt wandeln: das kann ein Jeder mehr in seinem. Herzen und 
Gewissen finden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 6,9-16</font></b></h4> 
 
<p><b>Zuletzt aber mu&szlig; die Predigt doch auf eine Scharfe Bestrafung und 
Drohung &uuml;ber die verschlossenen Herzen ausgehen.</b></p> 
 
<p>Anzeige k&uuml;nftiger Dinge hat GOtt nie zum Futter des menschlichen 
Vorwitzes aufgesch&uuml;ttet; sondern um Besserung im Gegenw&auml;rtigen damit zu 
wirken, ein Steuern wider die Ungerechtigkeit zu tun sich angelegen 
sein lassen. Die wichtige Anzeige von k&uuml;nftigen Dingen war nur in das 
so eingeflochten, wie es am Besten seinen Zug tun konnte, im 
Gegenw&auml;rtigen Frucht zu schaffen, oder den Gerechten zur Verwahrung zu 
dienen, da&szlig; sie ihre Hand nicht auch ausstreckten zur Ungerechtigkeit. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 7,1-7</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Micha 7 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Nach vielen unterschiedlichen Reden mit seinem Volk, schlie&szlig;t der 
Prophet seine Weissagung in einer Rede mit sich selbst, und mit seinem 
GOtt; da er dem j&auml;mmerlichen Zustand nachdenkt, wie er durch seine 
Predigten gar nicht verbessert worden ist, den Feinden zum Spott und 
Schadenfreude Gelegenheit macht, der Prophet aber die Hoffnung &uuml;brig 
beh&auml;lt, da&szlig; er durch die Macht der Gnade noch &uuml;berwunden, und Alles zum 
Guten herumgelenkt werden k&ouml;nne. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 7,1-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Des Propheten Bek&uuml;mmernis &uuml;ber seines Amtes Unfruchtbarkeit, samt 
dem ihm noch einzig &uuml;brigen Trost.</b></p> 
 
<p>Bei Reden und Vorstellungen an Menschen, mu&szlig; man es nie bewenden 
lassen, noch damit sein Amt getan zu haben glauben, sondern den 
&ouml;ffentlichen Vortrag mit manchen Reden vor und mit dem Vater im 
Verborgenen unterbauen: und wenn einen die Unfruchtbarkeit der 
&ouml;ffentlichen Arbeit mit Erm&uuml;den decken will, so mu&szlig; man sich unter 
diesem Umgang mit GOtt wieder erholen. Man k&ouml;nnte meinen, der Prophet 
h&auml;tte es in seiner Empfindung &uuml;bertrieben, und das Verderben so 
beschrieben, als ob gar kein ehrlicher Mensch mehr &uuml;brig w&auml;re. Allein 
f&uuml;r die gleichwohl noch &uuml;brigen Gerechten war das ein heilsamer 
Stachel, da&szlig; sie sich nicht so verbergen sollen <i>Pred. 28:28</i>, sondern 
sich in ihrem bessern Sinn auch regen. Beim Abnehmen aller &ouml;ffentlichen 
Treu und Glauben, bei Mi&szlig;verst&auml;ndnissen in Ehen und Familien bricht 
endlich S&uuml;nden=Schuld und Strafe zusammen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 7,8-13</font></b></h4> 
 
<p><b>In seinem und anderer Gl&auml;ubigen Namen behauptet der Prophet doch 
einen dem&uuml;tigen Ruhm, da&szlig; es nicht auf der Feindin ihrer b&ouml;sen 
Schadenfreude hinauslaufen werde.</b></p> 
 
<p>Es gibt immer Leute, die es gern sehen, wenn die Wahrheit so herunter 
und die Bekenner und Zeugen derselben ins Gedr&auml;nge kommen, wenn es mit 
der Religion scheint aus zu sein, wenn Ordnung, Zucht und Ehrbarkeit zu 
Boden getreten wird. Die machen zusammen die Feindin aus, die Zion gram 
ist. Aber so klein sich der Glaube vor GOtt macht, so macht er sich 
gegen den Teufel und seinen Anhang gro&szlig;. Dazu geh&ouml;rt der rechte 
Verstand von den Gerichten GOttes, wie sich n&auml;mlich dabei die eifrige 
Liebe GOttes um das, was ihr ist, wehrt, und also zwar das Gericht am 
Hause GOttes anf&auml;ngt, aber ein schreckliches Ende &uuml;ber die Ungl&auml;ubigen 
bringt. Das macht einen freilich unter aller auf der Kirche und dem 
Dienst an der Kirche liegenden Schmach geschmeidig, da&szlig; man merkt, es 
ist ein Zorn darunter, da&szlig; GOtt sich so zur&uuml;ck zieht, die Gnade so 
verborgen wirkt, und wir nimmer an den Segen der vorigen Zeugen 
hinreichen. Aber Hoffnung erquickt doch das Herz. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Micha 7,14-20</font></b></h4> 
 
<p><b>Mit einem Schlu&szlig;gebet gibt der Prophet seinem GOtt die Ehre, 
tr&ouml;stet die Gl&auml;ubigen, fa&szlig;t seine Seele in; Geduld, und zieht noch 
jeden Leser und Zuh&ouml;rer seiner Weissagung in gleiche Anbetung GOttes 
hin.</b></p> 
 
<p>O wie wird GOtt noch die ganze Erde, die so lange ein Streit=Platz der 
S&uuml;nde und der Gnade gewesen ist, und darauf der Menschen Bosheit so oft 
GOttes G&uuml;te, und des Teufels L&uuml;gen so oft GOttes Wahrheit zu verdr&auml;ngen 
schien, endlich noch zum herrlichen Schauplatz vom Reich unsers HErrn 
JEsu Christi machen, darin man das Recht lieb hat. Ach, st&auml;rket 
einander die Herzen und H&auml;nde, und bittet, da&szlig; Er Zion bald Hilfe sende. 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 1,1-8</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Nahum Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Die vorhergehenden sechs 
Propheten sind mehrenteils etwas &auml;lter; die jetzt folgenden sechs 
etwas sp&auml;ter. Die sechs Ersteren hatten es meistens zu ihrem Hauptzweck, 
dem Volk Israel und Juda noch Bu&szlig;e zu predigen, und sie damit vor 
ihrem endlichen Strafgericht zu warnen. Die sechs Letzteren aber fallen 
in die Zeiten, da entweder Assyrien schon dem Israelitischen, und Babel 
dem J&uuml;dischen K&ouml;nigreich ein Ende gemacht hatten, oder da GOtt 
wieder anfing, Seinem Volk aufs Neue gn&auml;dig zu sein, und es nach der 
Babylonischen Gefangenschaft wieder in sein Land zu sammeln. Mithin haben 
die sechs letzteren Propheten haupts&auml;chlich die Absicht, das Volk 
GOttes unter dem wirklichen Einbruch und Druck von ihrer S&uuml;nden = 
Strafe noch aufzurichten, und ihnen zu zeigen, wie der Eifer GOttes &uuml;ber 
sie zwar gro&szlig;, aber Sein Zorn &uuml;ber ihre Feinde noch viel schwerer 
sei, und wie GOtt nach der durch ihre Z&uuml;chtigung und Dem&uuml;tigung 
erreichten Absicht, es ihren Feinden erst vergelten, ihnen aber zum Besten 
an Seinen Bund gedenken werde. Gro&szlig;e Absicht des g&ouml;ttlichen 
Worts, den Menschen nicht nur zur Bu&szlig;e zu leiten, und vor Schaden 
und Strafe zu verwarnen, sondern auch bei wirklich hereingebrochener S&uuml;nden 
= Strafe ihn wieder aufzurichten, und ihm Gnade und Erl&ouml;sung anzutragen. 
 
<p>Was nun den Nahum besonders 
anbetrifft, so zeigt die Aufschrift: Last &uuml;ber Ninive, seine Hauptabsicht 
schon an. Assyrien n&auml;mlich hatte nach dem Verh&auml;ngnis GOttes dem 
Israelitischen Reich ein Ende gemacht und die zehn St&auml;mme weggef&uuml;hrt; 
dessen &uuml;berhob sich der nachmalige K&ouml;nig Sanherib, da&szlig; 
er auch mit Juda und Jerusalem es so zu machen gedachte, und zu den Zeiten 
Hiskias den bekannten Trotz aus&uuml;bte; aber GOtt fing da an, ihn nicht 
nur in Person zu dem&uuml;tigen, sondern auch bald seinem ganzen Reich 
ein Ende zu machen, besonders aber die Hauptstadt desselben, Ninive, das 
inne werden zu lassen, was geraume Zeit vorher schon Jona ihnen gepredigt 
hatte, und was durch die Bu&szlig;e der damaligen Leute zu Ninive noch 
abgewendet worden ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Nahum 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das erste Kapitel k&uuml;ndigt der Stadt Ninive ihr Strafgericht so an, 
da&szlig; eine majest&auml;tische Beschreibung von GOtt, dessen Eigenschaften 
und Regierung vorangeht, durch welche Vorstellung zugleich der Niniviten 
Sicherheit widerlegt, und alle Hoffnung zu abermaligem Aufschub der Strafe 
abgeschnitten wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 1,1-8</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet f&auml;ngt gleich nach der Aufschrift seiner 
Weissagung mit einer majest&auml;tischen Beschreibung GOttes an.</b> 
 
<p>In dieser Beschreibung GOttes 
sieht der Prophet meist auf dessen ernstliches Verhalten gegen die B&ouml;sen; 
doch kommt gegen den Beschlu&szlig; noch ein lieblicher Strahl dazwischen 
hinein, von Seiner Freundlichkeit gegen die, so ihre Zuflucht zu Ihm nehmen. 
Alles in GOtt ist den B&ouml;sen schrecklich, Alles ist Denen, die Zuflucht 
zu Ihm nehmen, tr&ouml;stlich. Der Eifer GOttes wird oft in der Schrift 
angezogen. Eifer hat eine verletzte Liebe zum Grund, und geht entweder 
&uuml;ber die, so man durch solchen Eifer wieder auf ihre Liebespflicht 
zur&uuml;ckf&uuml;hren will, oder wider die, die sich an dem Geliebten 
vergreifen, und durch deren Wegr&auml;umung man nun dem Geliebten Luft 
machen will. Die vormals bewiesene Geduld, und die Kraft, auch in die L&auml;nge 
&uuml;ber derselben zu halten, gibt, wenn endlich GOttes Zeit kommt heimzusuchen, 
Seinen Gerichten einen besondern Stachel in der Menschen Gewissen, der 
aber bei einer endlichen Dem&uuml;tigung noch gar heilsam werden kann. 
Man kann nichts furchtbarer bestrafen, als was man vorher einige Zeit mit 
Geduld getragen hat. GOtt kann an einzelnen Menschen und an ganzen V&ouml;lkern 
solche Langmut brauchen, die uns unbegreiflich ist, Er kann aber auch solche 
Gerichte ergehen lassen, deren Gerechtigkeit erst der Ausgang bei der Offenbarung 
Seiner Gerichte rechtfertigen kann. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 1,9-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Aus dieser majest&auml;tischen Beschreibung GOttes 
leitet nun der Prophet den Schlu&szlig; &uuml;ber Ninive her, da&szlig; 
ihr Gericht wohl verdient, und daher auch unvermeidlich sei.</b> 
 
<p>Wenn man die l&auml;sterlichen 
Worte, die der Assyrische K&ouml;nig Sanherib durch seine Diener wider 
den GOtt Israels hat aussto&szlig;en lassen, mit diesem ihm und seinem 
Samen hiermit gesprochenen Endurteil vergleicht, so kann man sehen, wie 
unverm&ouml;gend auch der m&auml;chtigste Mensch auf Erden gegen den HErrn 
vom Himmel ist, und wie ineinandergewachsene Dornen, wohl projektierte, 
aller Orten her unterbaute, durch Gemeinschaft der B&ouml;sen befestigte 
Absichten, im besten Saft, ehe sie gar reif werden, wenn das Menschenherz 
noch voll ist, B&ouml;ses zu tun, von GOttes Zorn so pl&ouml;tzlich k&ouml;nnen 
dahingerissen werden. Schrecklich ist es, in die H&auml;nde des lebendigen 
GOttes und in Seine Rache zu fallen. Wohl Allen, die auf Ihn trauen! 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,1-4</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Nahum 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wird die Ank&uuml;ndigung vom Gericht der Stadt 
Ninive und vom Untergang des Assyrischen Reichs aufs H&ouml;chste getrieben, 
und auch die Verschuldung, womit sie sich solches Gericht zugezogen, am 
deutlichsten aufgedeckt. Anf&auml;nglich f&uuml;hrt noch der Prophet im 
Namen des HErrn die Rede, vom f&uuml;nften Vers an aber ist es, als ob 
K&ouml;nig, Stadt und Reich vor dem Richterstuhl des HErrn der Heerscharen 
selbst dast&uuml;nden, und das davon ausgehende Zorndekret mit allen dazu 
geh&ouml;rigen Urkunden selbst anh&ouml;ren m&uuml;&szlig;ten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,1-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet redet im Namen des HErrn.</b> 
 
<p>Vorher siehet sich das Auge 
nimmer satt, und das Ohr h&ouml;ret sich nimmer satt an Dingen, die in 
einer &uuml;ppigen Stadt zur Reizung aller L&uuml;ste aufgestellt werden. 
Aber was kann es &uuml;ber eine kleine Weile f&uuml;r ganz andere Spektakel 
geben, wobei Alles, was das Geh&ouml;r und das Gesicht mit Schrecken und 
also da&szlig; Herz mit Empfindung vom Zorn erf&uuml;llen kann, zusammen 
schl&auml;gt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,5-7</font></b></h4> 
 
<b>V.5-19: Nun ist es, als ob der starke GOtt, der Richter der ganzen 
Welt, pers&ouml;nlich das Endurteil &uuml;ber diese verschuldete Stadt 
und Land ausspr&auml;che, und ihre unerkannten S&uuml;nden ihr ins Licht 
vor sein Angesicht stellte.</b> 
 
<p>O was braucht man oft im 
weltlichen Regiment, bei einem gemeinen Wesen, bei einer Familie f&uuml;r 
K&uuml;nste, den wahren Zustand zu verbergen, die inneren Sch&auml;den 
zuzudecken, um &auml;u&szlig;erlichen betr&uuml;glichen Glanz zu behaupten; 
was wird es sein, wenn der HErr all dies Gebr&auml;me aufdecken, und Alles 
in der Bl&ouml;&szlig;e darstellen wird. Wenn die Hand GOttes &uuml;ber 
einen kommt, da fangen auch die Menschen an, ganz anders zu urteilen und 
zu reden. Auf Seiten der Menschen kann freilich viel unbefugte Schadenfreude 
darunter sein, aber GOtt braucht es inzwischen doch zur Strafe &uuml;ber 
einen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,8-11</font></b></h4> 
 
<p>Sanherib hat in seinem Trotz 
so die V&ouml;lker nachrechnen k&ouml;nnen, die seine V&auml;ter verderbet 
haben; aber hiermit wird nun eine ganz andere Art zu rechnen und zu schlie&szlig;en 
angegeben, wovon das herauskommt: wider den HErrn und Seine Gerichte vermag 
weder St&auml;rke noch Rat etwas. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,12-17</font></b></h4> 
 
<p>Wie kann GOtt alles Vertrauen 
auf der Menschen Rat, Macht und Reichtum zu Schanden machen; wie steift 
man sich auf Manches, h&auml;lt es f&uuml;r ein gro&szlig; Aufnehmen, wenn 
Handlungen empor gebracht, wenn sonst reiche Leute mit gro&szlig;em Verm&ouml;gen 
in eine Stadt oder Land gezogen werden. Aber wenn es eben &uuml;berall 
am Hauptgrund der Furcht GOttes fehlt, so wird zugleich viel Schwelgerei, 
viel fremde S&uuml;nden mit herein geschleppt, und wenn man von dem bl&uuml;henden 
Zustand und Reichtum Gebrauch machen will, oder wenn diese weise Herrn 
raten sollen, So fliegen sie davon; auch unter dem Vorwand des Publikums 
sucht man mehr sich selbst, und ist mit dem, das man zu erhaschen 
strebte, immer davon zu fliegen bedacht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Nahum 3,18-19</font></b></h4> 
 
<p>Das hei&szlig;t, ich will 
dich strafen, und will dir es unter die Augen stellen; wohl dem, unter 
GOttes Gerichten bei Zeiten nur noch so m&uuml;rb wird, als Adoni-Besek 
darunter geworden, der <i>Richter 
1:7</i> spricht: wie ich nun getan habe, 
so hat mir GOtt wieder vergolten. O wie viel tausend Schl&auml;ge, wie 
viel rauhe Wege hat GOtt schon an den Menschen brauchen m&uuml;ssen, sie 
dahin zu bringen, da&szlig; der Mensch nicht mehr trotze auf Erden. Wer 
wollte denn seinen Hals noch steifen gegen den, der Andere vor uns so zerbrochen 
hat! wie viel besser ist es, anbeten zu Seinen F&uuml;&szlig;en, und Zuflucht 
haben unter dem Schatten Seiner Fl&uuml;gel; unter Allem, was &auml;ngstiget, 
sich mit der Erscheinung JEsu und Seines Reichs tr&ouml;sten k&ouml;nnen! 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Habakuk Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Habakuk folgt der Ordnung, Zeit und Inhalt nach 
auf den Nahum, hat auch mit Selbigem meist einerlei Absicht. Nahum n&auml;mlich 
hatte es mit Ninive und den Assyrien zu tun gehabt, die Israel zu Boden 
schlugen, und ein Gleiches an Juda und Jerusalem ver&uuml;ben wollten; 
aber zu den Zeiten Hiskias von der gewaltigen Hand GOttes gedem&uuml;tiget, 
und bald darauf gar vertilget worden sind. Dieser g&ouml;ttlichen Hilfe 
und Errettung aus der Hand der Assyrer konnten die Gl&auml;ubigen und Stillen 
im Lande nicht lange froh sein, sondern da unter dem Sohn und Nachfolger 
Hiskias, dem K&ouml;nig Manasse, das Verderben so gewaltig einri&szlig;, 
so kamen sie dar&uuml;ber aufs Neue ins Gedr&auml;nge, und um Solche Zeit 
und in solcher Not mag Habakuk den in seiner Weissagung beschriebenen Glaubenskampf 
gehabt, und GOttes Geduld= und Trost=Wort so auszusprechen bekommen haben. 
In der Weissagung ist eine best&auml;ndige Abwechslung zwischen der Rede 
des Propheten mit seinem GOtt, und zwischen der Antwort GOttes ans Herz 
dieses Seines Knechtes. sieht hieraus, wie neben dem Au&szlig;erordentlichen, 
das bei der Offenbarung war, aus welcher die heiligen M&auml;nner GOttes, 
getrieben von dem Heiligen Geist, geredet haben, doch auch Vieles von dem 
gew&ouml;hnlichen Glaubens&uuml;bungen hineingeflossen ist; z. E. der bek&uuml;mmernde 
Anblick ihrer Zeiten die Anfechtung &uuml;ber die Verhei&szlig;ung und 
deren Erf&uuml;llung das Beten um das Reich GOttes, das Seufzen &uuml;ber 
die Greuel, so damals geschahen; und darnach hat sich dann auch das Wort 
des HErrn, so ihnen und Andern zum Trost gegeben ward, gerichtet. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Habakuk 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
Darin wechselt auch des Propheten beweglich vor, GOtt 
gebrachte Klage, mit der darauf erhaltenen g&ouml;ttlichen Antwort ab, 
die aber dem Propheten eine Veranlassung gibt, sein bek&uuml;mmertes Herz 
weiter vor GOtt auszusch&uuml;tten. Dies obschwebende Gericht, das Habakuk 
gesehen, hat ihm zwar Schmerzliche Empfindung und einen ernstlichen Glaubenskampf 
verursacht, aber er hat dabei auch die Wahrheit jenes Worts zu genie&szlig;en 
gehabt: der Witzige siehet das Ungl&uuml;ck, und verbirgt sich: die Albernen 
gehen durchhin, und werden besch&auml;diget. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 1,1</font></b></h4> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 1,2-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun bringt der Prophet seine Klage vor den HErrn 
&uuml;ber das eingerissene Verderben. und was er darunter zu leiden habe.</b> 
 
<p>O GOtt, in welche Zeiten hast Du uns kommen 
lassen? Was m&uuml;ssen wir sehen und erleben? Wo ist die Erh&ouml;rung 
so vielen Gebets, das um Deine g&ouml;ttliche H&uuml;lfe schon l&auml;ngst 
aufgestiegen ist? Das sind auch Fu&szlig;stapfen des Glaubens, in die wir 
zu treten &ouml;fters gedrungen werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 1,5-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun kommt eine g&ouml;ttliche Antwort, dadurch wenigstens 
die Sicherheit und der Trotz der damaligen Ungl&auml;ubigen gebrochen, 
und GOttes Richteramt auf Erden behauptet wird.</b> 
 
<p>Wie sich dergleichen Vorstellungen zu allen 
Zeiten, gegen jede Macht des Unglaubens brauchen lassen, davon siehe <i> 
Ac 13:41</i>. Es ist gar eine gemeine Ausflucht 
des Unglaubens, da&szlig; er so am Anblick des Gegenw&auml;rtigen bleibt, 
und meinet, wenn es sich zur Erf&uuml;llung der g&ouml;ttliches Verhei&szlig;ungen 
oder Drohungen im &Auml;u&szlig;erlichen so gar nicht anlasse, So Sei auch 
nicht darauf zu achten. Aber GOtt kann Schnell, noch zu unsern Zeiten etwas 
erwecken, das einem nicht glaublich vorkommt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 1,12-17</font></b></h4> 
 
<p><b>Weil aber des Propheten Absicht nicht eigentlich 
war, Gerichte &uuml;ber die Gottlosen seiner Zeit herzuziehen, sondern 
vielmehr H&uuml;lfe f&uuml;r das kleine H&auml;uflein der Gl&auml;ubigen, 
so gibt ihm diese g&ouml;ttliche Antwort neuen Anla&szlig; vor GOtt zu 
beten, da&szlig; Er ihm doch das Unbegreifliche an Seinen Gerichten und 
Wegen aufschlie&szlig;en, und doch unter Allem Seines Bundes eingedenk 
bleiben wolle.</b> 
 
<p>Die &Auml;rgernisse, so unser fleischlicher 
Sinn an der Langmut GOttes nimmt, der Kampf, den uns der Gottlosen Gl&uuml;ck 
verursacht, sind oft schon f&uuml;r unsere eigene Person beschwerlich genug; 
aber wenn man noch als ein Knecht GOttes ein ganzes Volk zu stillen, und 
gegen das Fallen in Unglauben zu verwahren und zu enthalten hat, So treibt 
es einen noch vielmehr in die Not, und in derselbigen zu solchem Schreien, 
da&szlig; doch GOtt Seine &uuml;ber der Menschen Wegen waltende Vorsicht 
nicht verdunkelt werden lassen, und der Gottlosen Mutwillen nicht steifen 
wolle. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 2,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Habakuk 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das zweite Kapitel zeigt, wie der g&ouml;ttlichen Antwort Gegenschein mit 
des Propheten Bitte einstimmte. Diese wenigen Verse &ouml;ffnen uns einen 
tiefen Einblick sowohl in das Herz des Glaubens, wie der gegen seinen GOtt 
sich bezeugt, als auch in das Herz GOttes, wie der dem Glauben nachgibt, 
den Unglauben aber &uuml;berwindet. Denn wir h&ouml;ren ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 2,1</font></b></h4> 
 
<p><b>... was bei dem Propheten f&uuml;r eine heilige anhaltende 
Begierde gewesen sei, eine g&ouml;ttliche Antwort zu erhalten.</b> 
 
<p>Auch beim Nachlassen vom bisherigen Beten 
blieb er doch mit seines Herzen, Achtsamkeit zu GOtt gezogen, um wie ein 
tapferer Kriegsmann auf seinem Posten das, was sich in der N&auml;he oder 
Ferne zum Vorteil oder Nachteil ergebe, wohl zu beobachten. Auch Diejenigen, 
die in wahrer Gemeinschaft mit GOtt stehen, sind nicht immer in einerlei 
Seelenfassung, das einemal sind sie mit &auml;u&szlig;erlichen Dingen besch&auml;ftigt, 
wiewohl in g&ouml;ttlicher Ordnung; - das anderemal aber werden sie von 
irdischen Dingen ganz abgezogen, und in einen Stand gesetzt, der der Aufwartung 
vor dem Thron GOttes n&auml;her kommt. Das geschieht zuweilen nach der 
freien Gnade GOttes durch einen unvermuteten Zug; zuweilen aber kommt auch 
von Seiten des Gl&auml;ubigen eine Vorbereitung und Sammlung dazu. Diesen 
Stand hei&szlig;t der Prophet seine Beste; was sonst im Neuen Testament 
hei&szlig;t: ich befand mich im Geist. Den Bek&uuml;mmernissen und Vorw&uuml;rfen 
im eigenen Herzen, und auch Anderer kleinm&uuml;tigen Gedanken h&auml;tte 
er gern begegnen, dem Unglauben aber den Mund stopfen m&ouml;gen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 2,2-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie ihm die g&ouml;ttliche Antwort, mit dem Befehl 
sie zu Jedermanns Kunde und Wissenschaft zu - bringen; zugekommen sei.</b> 
 
<p>Damit wird die Weissagung und aller darauf 
gestellte Glaube und Hoffnung ganz au&szlig;er Zweifel gesetzt; und was 
uns nach unserer Rechnung ein Verzug d&uuml;nkt, das wird als kein Verzug, 
Sondern als auf Seine rechte Zeit eingetroffen an den Tag kommen, und so 
erkannt werden. Aber mit halsstarrigem Wesen lassen sich Verhei&szlig;ungen 
nicht erzwingen, sondern von Solchen eigen = gesch&auml;ftigen Trieben 
f&auml;llt man eher wieder ins Weichen zur&uuml;ck, dar&uuml;ber man die 
Verhei&szlig;ung gar vers&auml;umt. O welche Ruhe beim Glauben, welche 
St&auml;rke, das Weitere auszuwarten! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 2,5-8</font></b></h4> 
 
<p><b>V.5-20: Darin wird die dem Propheten erteilte Antwort nun n&auml;her 
auf die Chald&auml;er, und GOttes Gericht &uuml;ber dieselben angewendet.</b> 
 
<p><b>V.5-8: Der Prophet bekommt also n&auml;hern Bescheid, wie das schnell steigende Kriegsgl&uuml;ck 
und die Eroberungen der Chald&auml;er in GOttes Gericht angesehen, und 
schon in ihr Ziel gesetzt seien.</b> 
 
<p>O auf was mu&szlig; ein Mensch, der beim 
Glauben keine Ruhe in seinem Herzen hat, verfallen, in Meinung, darin Ruhe 
zu finden. Und wie ist bei einem, der von der Spur, GOtt zu suchen, abkommt, 
nichts mehr, hinl&auml;nglich, den Abgrund seiner Seele zu ers&auml;ttigen, 
wenn er auch die ganze Welt in sich schlucken k&ouml;nnte. Was hat man 
an seinen Eroberungen, was hat man an seinem Errungenen und Gewonnenen 
f&uuml;r Schlamm auf seiner Seele. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 2,9-20</font></b></h4> 
 
<p><b>Dar&uuml;ber fa&szlig;t der Prophet einen heiligen 
Eifer, ihnen in einer ausf&uuml;hrlichen Strafpredigt dies Gericht GOttes 
umst&auml;ndlicher anzuk&uuml;ndigen.</b> 
 
<p>Der Prophet hatte diesen ganzen Aufschlu&szlig; 
bei stillem und anhaltendem Warten auf denn HErrn bekommen; und nun weist 
er auch der Ausf&uuml;hrung halber die ganze Welt in die Stille vor dem 
HErrn, der von Seinem heiligen Tempel aus die Vollendung dieser Seiner 
Reden schon betreiben werde, der aber von den Seinigen auch mit Respekt 
und mit M&auml;&szlig;igen ihres Einschauens in Seine Gerichte, geehret 
sein will. Man sehe <i>Re 15:8.</i> 
Wie h&auml;lt man sich doch an H&ouml;fen gro&szlig;er Herren zur&uuml;ck, 
wenn etwas vor ist, wie h&uuml;tet man sich auch nur mit einem Urteil, 
dem vorzulaufen, was heraus kommen soll. Seid stille, und erkennet, da&szlig; 
Ich GOtt bin. Wenn das Herz aus seinen tausend Sorgen, Anschl&auml;gen 
Affekten, parteilichen Neigungen n&uuml;chtern wird, so kann es manche 
Strahlen der g&ouml;ttlichen Erkenntnis erst fassen. Durch stille sein 
und hoffen wird man stark. Der Glaube ist kein Schlaf, sondern ein wachsames 
Erkennen, da&szlig; der HErr GOtt ist, aber er ist auch kein Eilen und 
schnelles Selbstelfen, sondern ein Warten auf den HErrn. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 3,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Habakuk 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wird die Weissagung Habakuks vollends mit einem 
abermaligen ernstlichen Gebet beschlossen. Selbiges hat ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 3,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>... einen Eingang.</b> 
 
<p>So kann Betrachten und Beten auch noch 
jetzt bei der Behandlung des prophetischen Worts abwechseln. Was dabei 
in seines Herzens Grund war, das legt der Prophet gleich Anfangs dar, n&auml;mlich 
eine vor GOtt gefa&szlig;te heilige Furcht aus dem Vorigen, und ein aufs 
Zuk&uuml;nftige gewonnenes gutes Vertrauen. GOttes Werk in Christo JEsu, 
und die Kundschaft davon in alle Welt durch das Evangelium, fielen in die 
Mitte des Weltalters, wie es sich f&uuml;r dies Licht der Welt geziemte. 
Es mag zu einer Zeit so verwirrt aussehen auf dem Erdboden, es m&ouml;gen 
Gerichte auf einem Volk liegen, was f&uuml;r wollen, so beh&auml;lt nun 
um dieser Gnade willen, die durch Christum worden ist, doch die Barmherzigkeit 
den Ruhm weit &uuml;ber das Gericht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 3,3-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun legt der Prophet ausf&uuml;hrlich dar, was er 
f&uuml;r ein Ger&uuml;cht vom HErrn geh&ouml;ret, oder was er aus den vorigen 
Taten GOttes, aus den Beweisungen an Seinem Volk und aus den Gerichten 
&uuml;ber die Feinde f&uuml;r einen Eindruck bekommen und behalten.</b> 
 
<p>Hier geht der Prophet in seinem Angedenken 
zur&uuml;ck, wie GOtt von der Welt her gerichtet habe, und wie alle vorige 
Erweisungen unter Israel, z. E. bei der Gebung des Gesetzes, bei den Wundern 
am roten Meer und ans Jordan, bei der Einnahme des verhei&szlig;enen Landes, 
bei mehrmaliger Erl&ouml;sung des Volks zu den Zeiten der Richter, bei 
Best&auml;tigung des K&ouml;nigreichs unter David u. s. w. mit so vielen 
gro&szlig;en und f&uuml;rchterlichen Umst&auml;nden verbunden gewesen seien, 
send zeigt, wie alle diese vorigen Taten und Gerichte GOttes einen Grund 
der Hoffnung auf das Zuk&uuml;nftige abgeben; weil alle Wege und Werke 
GOttes, bei ihrer gro&szlig;en Verschiedenheit, doch eine zusammenh&auml;ngende 
Beziehung haben, sind immer in dem zusammenlaufen, da&szlig; GOtt in der 
Tr&uuml;bsal doch der Barmherzigkeit gedenke, und aus den f&uuml;rchterlichsten 
Bewegungen noch etwas Gnadenvolles herauskomme. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Habakuk 3,16-19</font></b></h4> 
 
<p><b>Im Beschlu&szlig; stellt sich der Prophet in seinem 
durch Schrecken in allweg sehr angegriffenen, auf das Zuk&uuml;nftige aber 
gleichwohl getr&ouml;steten Herzens = Zustand hin.</b> 
 
<p>Wenn man auch einen noch so sch&ouml;nen 
Anblick des Reichs GOttes hinter denn Gerichten erblickt; so graut einem 
eben doch, da&szlig; dem Guten erst durch solche vorhergehende Gerichte 
soll Raum gemacht werden, und es f&auml;llt einem auch ein, was uns und 
den Unsrigen selber dabei noch werde abgestreift werden. Doch gewinnt auch 
der Sinn Luft:</p> 
 
<blockquote> 
La&szlig; mir nur, wenn Alles fort,<br> 
Dich und JEsum und Dein Wort. 
</blockquote> 
 
<p>So bleibt auch bei der jetzigen Hoffnung 
besserer Zeiten der Sinn m&auml;&szlig;ig und gebeugt, und man ist vor 
allem &Auml;rgernis an den Weg GOttes verwahrt.</p> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 1,1-18</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Zephanja Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Zephania weissagte nach seiner eigenen Anzeige, 
zur Zeit Josia, des K&ouml;nigs Juda, der zwar f&uuml;r sich den HErrn 
redlich suchte, aber mit den unter den beiden vorigen Regierungen Manasses 
und Amons eingedrungenen Greueln lange zu k&auml;mpfen hatte, und es zwar 
endlich zu einer ge&auml;nderten und gebesserten Religionsform brachte, 
aber dadurch die Herzen Vieler im Volk nicht &auml;ndern, mithin sie auch 
nicht vom Verderben erretten konnte. Daher ist kein Wunder da&szlig; auch 
in dieser Weissagung so scharfe Strafgerichte &uuml;ber Juda und Jerusalem 
angek&uuml;ndigt werden, mit denen es sich aber doch wieder nach dem &Uuml;berschwang 
der Gnade auf herrliche Verhei&szlig;ungen hinaus lenkt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Zephanja 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das erste Kapitel k&uuml;ndigt in einer aneinander fortgehenden Rede einen 
schrecklichen Tag der Rache GOttes an, da bald die Sache selbst, wie GOtt 
der gottlosen Bosheit ein Ende machen wolle, bald die Ausbreitung und der 
weite Umfang, in welchen das Gericht alle Arten von Menschen treffen werde, 
bald die Sch&auml;rfe, und wie genau es GOtt nehmen, bald die N&auml;he 
und Schnelle, in denen GOtt diesen Seinen heiligen Grimm vollenden werde, 
so vorgestellt wird, da&szlig; es einen Eindruck zu machen verm&ouml;gend 
w&auml;re. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 1,1-18</font></b></h4> 
 
<p>Aus diesem ganzen Vortrag des Propheten 
sieht man, wie in gro&szlig;em Ernst das gesprochen ist, was <i>2Ki 
23:25-27</i>. steht: Josia bekehrte sich 
so von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kr&auml;ften zum HErrn; 
doch kehrete sich der HErr nicht von dem Grimm Seines gro&szlig;en Zornes, 
und sprach: ich will Juda auch von meinem Angesicht tun. Was kann oft unter 
einer Regierung aufkommen, da&szlig; GOtt nimmer nachl&auml;&szlig;t, bis 
Er nicht nur die Gottlosen, sondern auch ihre &Auml;rgernisse nicht nur 
die durch sie eingef&uuml;hrte s&uuml;ndliche Gewohnheiten, sondern euch 
die &Ouml;rter und H&auml;user vertilget hat, welche Andern Wege zur H&ouml;lle 
worden sind. Wie genau wei&szlig; GOtt, was f&uuml;r einen b&ouml;sen Herzensgrund 
alle Ausbr&uuml;che der S&uuml;nde zur Quelle haben, da man eben GOtt nicht 
f&uuml;rchtet, nicht achtet, nicht nach Ihm fragt; und wiederum, wie pr&uuml;ft 
Er nicht nur Herzen und Nieren, sondern fleht auch, was f&uuml;r Kleider 
die Menschen tragen, wie da von denen fleht, die ein fremd Kleid tragen, 
und von denen, die &uuml;ber die Schwellen springen, die so bei Andern 
den Augendiener machen, Zutreiber, Zutr&auml;ger sind, und davon auch wieder 
ihren Genu&szlig; suchen. O was zieht GOtt oft erst aus dem Verborgenen 
hervor, wenn Er anf&auml;ngt mit Laternen zu durchsuchen. Wie wenig Trost 
und Rettung gibt auch gro&szlig;es Gut am Tage eines solchen Zorns. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 2,1-4</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Zephanja 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin zeigt der Prophet, wie man diese Ank&uuml;ndigung 
der Gerichte GOttes gebrauchen solle, damit, wenn selbige schon nimmer 
abzuwenden seien, doch mancher Elende, und der sich f&uuml;rchtet vor des 
HErrn Wort, noch eine Bewahrung zu genie&szlig;en haben m&ouml;ge; und 
sodann spricht Er auch einige Weissagungen vom Gericht und Untergang benachbarter 
und ausl&auml;ndischer V&ouml;lker aus. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 2,1-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet erteilt noch guten Rat, da&szlig;, wenn 
man schon zu einer solchen Zeit der Heimsuchung nicht gro&szlig;e Dinge 
begehren, noch den Herren von Seinem gerechten Zorn abwenden k&ouml;nne, 
man doch sonst noch in manchem eine gn&auml;dige Ausnahme f&uuml;r sich 
und die Seinigen auszuwirken, seinem GOtt begegnen solle.</b> 
 
<p>Zuerst m&ouml;chte der Prophet freilich 
am ganzen, in seinem Mi&szlig;trauen und feindseligen Sinne wider GOtt 
zerstreuten, Volk, etwas Gutes ausrichten, davon sie noch eine Milderung 
am Tage des Gerichts zu genie&szlig;en? h&auml;tten. Wenn aber ja da nichts 
oder wenig auszurichten w&auml;re, so macht er sich doch an die Elenden, 
die unter der &uuml;berhandnehmenden Ungerechtigkeit mehr zu leiden, als 
Genu&szlig; davon gehabt haben, und erweckt diese, da&szlig; sie nicht 
&uuml;ber der Not ihrer Zeit gar einschlafen sondern den HErrn, der sich 
zu Solcher Zeit verbirgt, suchen, und bei allem Trost eines guten Gewissens 
in der Gerechtigkeit, doch sich in Demut alles Leidens schuldig geben sollen. 
Wenn einer schon bei solchen allgemeinen N&ouml;ten in viel Ungemach mit 
eingeflochten wird; so ist es doch Ausnahme genug, wenn einer so verborgen 
wird, wie z. E. bei dieser Verw&uuml;stung Jerusalems dem Propheten Jeremia 
<i>Jer 
39:11-12</i>, dem Baruch <i>Jer 
45:5</i>, dem Ebed-Melech <i>Jer 
39:17-18</i> widerfahren ist. Weil es aber 
eine so gemeine Ausflucht ist da&szlig; man denkt: ja es geht anderw&auml;rts 
auch nicht besser zu, wird dann just nur unser S&uuml;ndenma&szlig; so 
voll sein; so beruft sich der Prophet auch auf das, was GOtt weit und breit 
herum auch an andern V&ouml;lkern tun werde, und das f&uuml;hrt er nun 
im zweiten Teil dieses Kapitels aus. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 2,5-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Was GOtt an den Philistern, Moabitern und Ammonitern 
zuletzt auch an den Assyrern und ihrer Hauptstadt Ninive f&uuml;r Rache 
&uuml;ben werde.</b> 
 
<p>Israel hat sich oft durch die umliegenden 
V&ouml;lker zum Eifer reizen lassen, z. E. sie wollten auch einen K&ouml;nig 
haben wie die andern Heiden um sich her; sie &auml;rgerten sich daran, 
da&szlig; andere V&ouml;lker bei ihrem G&ouml;tzendienst so aufkommen und 
gro&szlig; werden, und sie den wahren GOtt haben und dabei so herunter 
kommen sollten. Deswegen sind ihnen so h&auml;ufig auch die an anderen 
V&ouml;lkern ge&uuml;bten Gerichte vorgehalten worden, teils wie diese 
alle auch unter der Regierung des GOttes Israel stehen der Ziel gesetzt 
und zuvor versehen habe, wie lang und weit jedes Volk wohnen sollte; teils 
was GOtt bei allen Gerichten doch f&uuml;r einen genauen Unterschied mache 
zwischen seinem Volk und zwischen den &uuml;brigen Heiden, und wie Er hierunter 
immer an Seinen Bund mit ihren V&auml;tern gedenkt, und es noch auf die 
Erf&uuml;llung Seiner Verhei&szlig;ung da&szlig; Abraham der Welt Erbe 
Sein werde, hinauslenke, und da&szlig; die, so den Samen Abrahams segnen, 
gesegnet, und die, so ihm fluchen, verflucht werden sollen. Deswegen auch 
diesen V&ouml;lkern ihr &uuml;ber das Israelitische Volk ausgelassener 
&Uuml;bermut und Schadenfreude so hoch angerechnet wird. O suchet Demut! 
Was kann man sich mit seinem ruhmredigen Mund zuziehen! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 3,1-13</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Zephanja 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wendet sich der Prophet wieder zu der Stadt Jerusalem, 
und straft sie &uuml;ber ihre vielen S&uuml;nden in Vers&auml;umnis des 
Guten und Begehrung des B&ouml;sen, zeigt, wie die so lange vergeblich 
empfangene Gnade und Langmut GOttes an ihnen ausgehen werde, und weil Sie 
den HErrn ihren GOtt So lange auf Fr&uuml;chte der Bu&szlig;e haben warten 
lassen, so werden sie auch lange zu warten haben, bis die Gnade wieder 
an ihnen den Sieg behalten werde. Doch beschlie&szlig;t er mit einer tr&ouml;stlichen 
Anweisung, wie man diese Weissagung anwenden sollte um durch das Gerichtliche 
hindurch, in die zuletzt doch den Ruhm behaltende Gnade durchzuschauen 
und durchzudringen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 3,1-13</font></b></h4> 
 
<p><b>Mit einer ungew&ouml;hnlichen Sch&auml;rfe redet der 
Prophet die Stadt Jerusalem an, und verk&uuml;ndigt ihr ihr &Uuml;bertreten 
und ihr ohne weitere Langmut einbrechendes Gericht.</b> 
 
<p>An der &uuml;ber Jerusalem gef&uuml;hrten 
Klage hat man ein Bild, wie in gro&szlig;en St&auml;dten das Verderben 
in allen St&auml;nden sich so fest Setzen kann, da&szlig; es euch zu eines 
K&ouml;nigs Josias Zeiten den Kopf noch so aufrichten kann; und wie GOtt 
nebenher doch t&auml;glich so viel Zeugnisse Seiner Wahrheit ablegen, und 
damit gegen das &uuml;berhandnehmende B&ouml;se protestieren l&auml;&szlig;t. 
Wie aber GOtt mit dem Volk der Juden wirklich so umgegangen ist, wie Er 
ihnen da angek&uuml;ndigt hat: darum m&uuml;sset ihr wiederum mein auch 
harren, das sieht man an dem gegenw&auml;rtigen Zustand des J&uuml;dischen 
Volks; denn da ist so viel hundert Jahre nun unter ihnen selbst und unter 
Andern ein best&auml;ndiges Harren und Warten, was GOtt noch mit ihnen 
anfangen werde, und wozu sie aufgehoben seien. Sie k&ouml;nnen w&auml;hrend 
ihres Unglaubens wider das Evangelium nimmer so aufkommen, da&szlig; sie 
dem Reich Christi gef&auml;hrlich w&uuml;rden; und inmittelst sind sie 
doch vor allen V&ouml;lkern noch so ausgezeichnet, da&szlig; man merken 
mu&szlig;, sie sind noch zu etwas Besonderem gewidmet. O was wird aus dieser 
Wiederaufrichtung Israels auch den &uuml;brigen V&ouml;lkern und Heiden 
f&uuml;r Heil kommen, die freilich bis daher vor der Verwirrung in der 
Christenheit, und besonders vor Roms. unreinem Gemenge zu keinem Begriff 
vom Reich GOttes haben kommen k&ouml;nnen. Mit was freundlichen Lippen 
wird GOtt noch predigen lassen; wie kann man Seine Anstalt dazu. von weitem 
her schon merken. Denn wenn sich einesteils so viel Materie zu den Gerichten 
GOttes h&auml;uft, so verleiht GOtt andernteils so viel F&ouml;rderliches 
zu reinerem Verstand Seines Worts, und bereitet sich solche Prediger von 
freundlichen Lippen. Bei den mi&szlig;lichsten Zeiten darf man also doch 
sich und die Seinigen nicht gerade f&uuml;r lauter Fegopfer der hereinbrechenden 
Gerichte ansehen, sondern GOtt kann Sich auch brauchbare Werkzeuge zu Seinen 
Absichten auf solche Zeiten daraus bereiten. Ach, da&szlig; alles Bem&uuml;hens, 
seine eigene Gerechtigkeit aufzurichten, ach, da&szlig; alles fleischlichen 
R&uuml;hmens ein Ende gemacht w&uuml;rde; ach, da&szlig; man die Ruhe ohne 
Furcht gen&ouml;sse, wenn der Vater der L&uuml;gen gefangen, und Sein Verf&uuml;hren 
ihm niedergelegt. sein wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Zephanja 3,14-20</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet zeigt noch zum Beschlu&szlig;, wie man 
beides, die Ank&uuml;ndigung und den Anblick der bevorstehenden Gerichte, 
und den so weit hinaus verliehenen Hoffnungs = Blick geh&ouml;rig anwenden 
solle.</b> 
 
<p>O was ist es, wenn der Begnadigten Freude 
an GOtt und Seiner Gnade, und GOttes Freude an der Vollendung Seines Rats 
so zusammentreffen wird. Wen das Alles zu gro&szlig; d&uuml;nkt, der sehe 
nur auch auf das gro&szlig;e Siegel, so Allem angeh&auml;ngt ist, n&auml;mlich: 
So spricht der HErr. Der kann gro&szlig;e Dinge tun, der kann es eilend 
ausrichten, wenn der Menschen Unglaube oder Kleinglaube noch keine Anstalt 
dazu Sieht. Gedenke, HErr, Deinen Knechten auch an dies Dein Wort, auf 
welches Du uns l&auml;ssest hoffen! 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 1,1-11</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Haggai Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Dieser und die noch &uuml;brigen zwei Propheten 
haben nach der Babylonischen Gefangenschaft geweissaget, unter dem Volk, 
das wieder ins Land Israel zur&uuml;ck kam, und den von Cyrus verg&ouml;nnten 
Bau des Tempels unternahm, aber auch die Schwierigkeiten und Hindernisse 
erfuhr, bis das gute Vorhaben unter Darius eine neue F&ouml;rderung bekam. 
Da der vorigen Propheten Lebens- und Amtsjahre von K&ouml;nigen in Juda 
und Israel her benannt waren, so wird nun dieser ihre Zeit von ausw&auml;rtigen 
K&ouml;nigen bestimmt, unter deren Macht das Volk GOttes und ihr Land damals 
stund. Von solcher Zeit an gab es in der J&uuml;dischen Kirche neue Versuchungen, 
gegen welche auch das Zeugnis GOttes durch diese Seine Knechte allermeist 
gerichtet war. Durch ihre Zerstreuung unter die. Heiden haben die Juden 
tiefer in den Weltlauf hineingesehen, und daraus allerlei &Auml;rgernis, 
Zweifel, verf&auml;ngliche Denkungsart aufgefangen, woraus mancherlei Gemenge 
unter die ihnen sonst anvertraute Wahrheit GOttes gekommen ist; bei der 
Wiederaufrichtung ihrer kirchlichen und b&uuml;rgerlichen Verfassung ging 
es klein und schwer her, dar&uuml;ber lie&szlig;en sie aus verzagtem Mut 
in Vielem nach, wor&uuml;ber sie um des Bundes und der Zusage GOttes willen 
h&auml;tten getroster halten sollen. Darum waren Haggai und seine Mitknechte 
erweckt, des Volks l&auml;ssige H&auml;nde aufzurichten, und ihre m&uuml;de 
Kniee zu st&auml;rken, aber nicht mit Verhei&szlig;ungen, die wieder auf 
Davidische Siege, oder Salomonischen Reichtum zielten, sondern mit solchen 
Trostworten, die sich mehr zu dem Geist und Inhalt des Neuen Testaments 
hinneigten, wonach sie aus dem, was in die Augen fiel, weniger machen lernen, 
und die Herrlichkeit des Tempels nicht nach Silber und Gold, sondern nach 
der Gegenwart des HErrn und nach der Offenbarung Seines Geistes sch&auml;tzen 
sollten. Und was sie aus ihrer Zerstreuung unter die Heiden f&uuml;r mildere 
Gedanken von ihnen gefa&szlig;t hatten, das sollte nicht zu einer Vermengung 
der Wahrheit mit heidnischem Unglauben Anla&szlig; geben, sondern diese 
Erben der Verhei&szlig;ung GOttes zu der Hoffnung allgemach lenken, da&szlig; 
die Heiden hierin auch noch ihre Miterben werden, wenn der Messias sich 
auch als der Heiden Trost zeigen werde. Die Einteilung seiner Weissagung 
macht der Prophet Haggai selber am Deutlichsten durch Bemerkung der unterschiedenen 
Zeiten, darin das Wort des HErrn zu ihm geschehen, im andern Jahr Darii, 
im sechsten Monden, am ersten Tag <i>Kap. 
1:1</i> am ein und zwanzigsten Tag des siebenten 
Monden <i>Kap. 2:2</i>., 
am vier und zwanzigsten Tag des neunten Monden <i>Kap. 
2:11</i>. Man kann es aber auch bei der Einteilung 
in die zwei Kapitel lassen, wenn man nur die Worte, die im Deutschen zum 
Anfang des zweiten Kapitels gezogen sind, an ihren rechten Ort zum Beschlu&szlig; 
des ersten Kapitels setzt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Haggai 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet ruft das Volk und ihre Vorsteher zu mehrerem 
Ernst in Erbauung des Tempels auf, bestraft ihre bisherige Nachl&auml;ssigkeit, 
benimmt ihnen die hiezu gebrauchten Vorw&auml;nde, und wird bald mit einer 
guten Wirkung seines Worts erfreut. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 1,1-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Da das Volk im Tempelbau viel zu nachl&auml;ssig, und 
ihre sonst rechtschaffenen Vorsteher gegen die Schwierigkeiten der damaligen 
Zeit und den daher genommenen Vorw&auml;nden zu nachgiebig waren, so bringt 
der Prophet im Namen des HErrn an Beide eine Aufmunterung deren guten Grund 
sie bei m&auml;&szlig;iger &Uuml;berlegung in ihrem eigenen Gewissen leicht 
finden konnten.</b> 
 
<p>Es ist eine scheinbare Versuchung, wo man 
sich hinter die Schwierigkeiten seiner Zeit steckt, und im Dienst GOttes 
und in dem Bekenntnis Seiner Wahrheit das nicht ausrichten zu k&ouml;nnen 
vermeint, was zu anderer Zeit habe fein k&ouml;nnen. Aber der Herzen und 
Nieren pr&uuml;fet, kann die darunter steckende Tr&auml;gheit und Falschheit 
des Unglaubens hervorziehen, und aus dem, wie man in andern Sachen handelt, 
wo einen Eigenliebe und Eigennutz antreibt, unleugbar &uuml;berzeugen, 
da&szlig; man auch der Religion sich nachdr&uuml;cklicher annehmen k&ouml;nnte, 
wenn man nur auch GOttes Liebe in Sich h&auml;tte, und von der rechtm&auml;&szlig;igen 
Ehrbegierde, sich Ihm zum Wohlgefallen darzustellen, getrieben w&uuml;rde 
GOtt zeigt es einem aber oft auch, wie man mit aller Eilfertigkeit und 
abgerichteten geschwinden R&auml;nken Ihm doch nichts abzwingen k&ouml;nne, 
sondern wie man oft &uuml;ber der unm&auml;&szlig;igen Liebe seines Lebens 
auf dieser Welt, es verliere, und auf einer andern Seite soviel zu Schaden 
komme, als man auf der einen Seite zu gewinnen meinte. O da&szlig; man 
sich in gro&szlig;en und kleinen Angelegenheiten durch den himmlischen 
Fingerzeig: Schauet, wie es euch gehet, <i>V. 
5-7</i>, auf die rechte Spur bringen lie&szlig;e! 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 1,12-2,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Was dieser Zuspruch gefruchtet, und wie der Prophet 
dieser ersten Willigkeit durch weitere tr&ouml;stliche Verhei&szlig;ung 
GOttes auf- und fortgeholfen habe.</b> 
 
<p>Mit Furcht vor dem HErrn und Seinem Wort 
f&auml;ngt der Gehorsam an; die Freundlichkeit GOttes aber lenkt es damit 
bald zu einem noch freudigeren Ausstrecken der H&auml;nde, durch den k&ouml;stlichen 
Trost: ich bin mit euch, wodurch einem Vergebung &uuml;ber alles Vergangene, 
und Beistand auf alles Zuk&uuml;nftige versichert wird, welches dem Geist 
eine Erweckung und Belebung ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Haggai 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
GOtt legt darin durch den Propheten noch weitere Geduld- 
und Trostworte ans Herz des Volks und ihrer Vorsteher in den beiden obern 
St&auml;nden, um dadurch den Tempelbau zu f&ouml;rdern, und alle verkleinernde 
Gedanken, die sie darin h&auml;tten m&uuml;de machen k&ouml;nnen, wegzur&auml;umen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 2,2-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Auf den gegen dem ersten Wort bewiesenen Gehorsam l&auml;&szlig;t 
sie GOtt nicht ohne weiteren Trost und Zuspruch, sondern versichert sie 
im Gegenw&auml;rtigen alles Beistandes, und auf das Zuk&uuml;nftige vieler 
&uuml;ber ihre Vermutung gehender Offenbarungen Seiner Herrlichkeit.</b> 
 
<p>Auch darin sind der Menschen Gedanken so 
eitel, da&szlig; sie dem lieben GOtt Sein Werk Schon beurteilen und tadeln, 
ehe es noch halb ausgemacht ist. Es soll oft das Ansehen haben, als ob 
man es ernstlicher und schwerer n&auml;hme, als Andere, die eben mit Wenigerem 
aus Unwissenheit zufrieden Seien. Aber am Vertrauen durch Christum zu GOtt 
ist mehr gelegen, als an unserm Schwernehmen, darum geht der g&ouml;ttliche. 
Zuspruch allermeist darauf: Sei getrost, sei getrost. Das schwernehmen 
laust auf faules Entziehen hinaus; bei dem Trostwort: <i>seid 
getrost</i>, findet auch das Geduldwort: 
<i>arbeitet</i>, 
eher Eingang; und solch einf&auml;ltiges Auge im Vertrauen auf den HErrn, 
und solch arbeitsame Hand im Werk des HErrn, soll man nie trennen. Beim 
Schwernehmen h&auml;ngt man sich oft mehr ans &auml;u&szlig;ere Ansehen, 
wie die damaligen Leute die Herrlichkeit eines Tempels gegen dem Andern 
nach dem Silber und Gold und dessen Vorrat gesch&auml;tzt haben; aber beim 
Vertrauen auf GOtt lernt man, was vor Ihm herrlich geachtet wird. Christus 
und die durch Ihn zu stiftende ansehnliche Verbesserung und Hilfe hei&szlig;t 
hier aller Heiden Trost, weil gewi&szlig; auch unter den Heiden manches 
Seufzen nach n&auml;herer Offenbarung GOttes, nach mehr Kraft und Sieg 
&uuml;ber die S&uuml;nde, sich geregt hat, wie der Mann aus Macedonien 
im Gesicht zu Paulo sprach; Komm herab zu uns und hilf uns. Heut zu Tage 
geht es nun freilich wieder sehr zerfallen Selbst in der Christenheit aus, 
und man nimmt an diesem zerfallenen Zustand der Kirche mancherlei Anst&ouml;&szlig;e, 
und behandelt Taufe, Abendmahl, Absolution, sonstige predigt des Worts 
nimmer mit Solcher Achtung,. wie es billig w&auml;re, wenn man sich nicht 
durch so vielerlei Skrupel daran geschw&auml;cht h&auml;tte. Aber man mu&szlig; 
lernen, alle diese Anst&ouml;&szlig;e auf den HErrn werfen, und merken, 
da&szlig; GOtt auch auf unsre Zeiten noch mehr Verhei&szlig;ungen gelegt 
hat, als wir wert sind, und da&szlig; der Geist JEsu, so allm&auml;hlich 
als er jetzt wirkt, sich doch noch nicht aus unserer Kirche zur&uuml;ckgezogen 
hat, sondern auf diesem Kampfplatz der S&uuml;nde und der Gnade, auf diesem 
L&auml;uterungsort der Auserw&auml;hlten, Sein Werk treibt. O wenn wir 
ohne Zorn und Zweifel im Gebet anhalten, so h&auml;lt uns GOtt bei unserm 
Elend h&ouml;her, als wenn wir in den herrlichsten Zeiten lebten, 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 2,11-20</font></b></h4> 
 
<p><b>Wieder zu einer andern Zeit bekommt der Prophet eine 
g&ouml;ttliche Offenbarung, die abermal darauf eingerichtet ist, das Werk 
beim Tempelbau zu f&ouml;rdern, die Hochachtung der Religion samt dem Vertrauen 
auf GOtt zu unterhalten, und dem Verzagen in k&uuml;mmerlichen Zeiten zu 
wehren.</b> 
 
<p>Hierunter wurde dem Volk vorgestellt, da&szlig; 
leichter etwas verunreinigt, als etwas geheiligt sei. Die Opferhandlungen 
m&ouml;gen an sich noch so heilig sein, so konnten sie doch der Juden ungl&auml;ubiges 
und an ihrem GOtt und Seinem Bund verzagtes Wesen nicht heiligen, vielmehr 
verunreinigte die Falschheit ihrer Herzen all ihre Opfer und &uuml;brigen 
Werke, da&szlig; sie das Wohlgefallen GOttes damit nicht erreichten, das 
sonst um GOttes Befehl willen darauf ruhte. Unter dieser Vorstellung wurde 
es Ihnen noch einmal in ihrem Gewissen geahndet, da&szlig; Sie bisher so 
auf ihre H&auml;user zueilten, und um ihr Aufnehmen bek&uuml;mmert waren, 
ehe sie Hand an den Tempelbau legen wollten; ihnen aber auch aus ihrer 
eigenen Erfahrung gezeigt, wie sie als Liebhaber ihres eigenen Lebens zu 
Schanden gemacht worden, und just das verloren haben, was sie zu erhalten 
bem&uuml;ht waren. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Haggai 2,21-23</font></b></h4> 
 
<p><b>Zum Beschlu&szlig; wird aus einer f&uuml;r das ganze 
Reich GOttes wichtigen Verhei&szlig;ung ein besonderer Trost f&uuml;r den 
Serubabel hergeleitet, und ihm ans Herz gelegt.</b> 
 
<p>Das Wort GOttes ist Sehr besorgt, da&szlig; 
unter den vielen Ver&auml;nderungen im Weltreich den Menschen das Reich 
GOttes nicht aus dem Angedenken komme; vielmehr unter den oft schrecklichen 
Umst&auml;nden, die im Krieg und andern Revolutionen auf dem Erdboden vorkommen, 
die Hoffnung des Reichs GOttes der gr&ouml;&szlig;te Trost bleibe. Besonders 
haben fromme Staatsm&auml;nner, R&auml;te oder gar Regenten auch ihre besonderen 
Anfechtungen, nach dem eigenen Augenma&szlig;, mit welchem sie die Ver&auml;nderungen 
in der Welt ansehen, oder nach dem Anteil, den sie oft selber daran nehmen 
m&uuml;ssen. Deswegen nimmt sich auch der HErr ihrer gern besonders an, 
&ouml;ffnet ihnen die Augen, wie sie den Lauf der Welt anzusehen, und was 
sie Kraft ihrer Erw&auml;hlung Vorz&uuml;gliches dabei zu genie&szlig;en 
haben. 
 
<p>Uns Allen aber h&auml;lt Paulus im Grund 
die n&auml;mlichen Verhei&szlig;ungen vor, wenn er <i>Heb 
12:28</i> schreibt: wir empfahen ein unbewegliches 
Reich, und sind damit &uuml;ber alle Revolutionen und Ver&auml;nderungen 
auf dem Erdboden, samt aller daher kommenden vergeblichen Furcht und Hoffnung 
hin&uuml;bergehoben; und haben Gnade, durch welche wir sollen GOtt dienen: 
das Reich GOttes besteht bei uns nicht in Worten, sondern in der Kraft, 
die Gnade ist reel, und die Gelegenheiten, dem Willen GOttes zu dienen, 
sind reell, Gnade und Treue machen die festesten Bande eines Reichs aus; 
<i>Ihm 
zu gefallen</i>: es ist bei uns nicht vergebliche 
verlorne M&uuml;he, nicht vergessene noch von Andern verdrungene Verdienste, 
sondern es kommt Alles vor GOtt, dem wir zu einem k&ouml;niglichen Priestertum 
dargestellt sind; es erreicht Alles durch Christum das g&ouml;ttliche Wohlgefallen 
und gedeiht vor GOtt zum s&uuml;&szlig;en Geruch; <i>mit 
Zucht und Furcht</i>, nicht da&szlig; wir 
uns ungeb&uuml;hrlich mit GOtt dem Richter &uuml;ber Alles familiarisieren, 
nicht da&szlig; wir uns selbst viel zutrauen, sondern vielmehr die Macht 
der Versuchung in dieser letzten betr&uuml;bten Zeit wohl zu Herzen nehmen, 
aber uns dabei an GOttes Vorsatz und Gnadenwahl, wie Serubabel, ich habe 
dich erw&auml;hlet, mit v&ouml;lligem Glauben halten. Wie unansehnlich 
ist Serubabel gegen einen K&ouml;nig Darius gewesen, aber nicht Darius, 
sondern Serubabel ist ein Petschaft-Ring an der Hand GOttes gewesen. Alles 
f&auml;llt; was GOttes. Auswahl uns beigelegt, was Christus uns gegeben, 
bleibt allein stehen, ist auch allein der Liebe wert. 
 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Sacharja Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Sacharja hat nur zwei Monat sp&auml;ter als der 
vorhergehende Haggai zu weissagen angefangen, macht also einen gar eigentlichen 
Zeit und Amts=Genossen mit Demselben aus, und richtet sich nach gleichen 
Versuchungen selbiger Zeit. Darin aber hat er gar was Vorz&uuml;gliches, 
da&szlig; er so viele Nachrichten aus dem Unsichtbaren hat und gibt, und 
immer zeigt, wie das, was damals auf dem Erdboden und vorz&uuml;glich im 
J&uuml;dischen Land geschah, seinen Ursprung aus dem Unsichtbaren habe, 
und wie vieles uns sonst unbekanntes Gesch&auml;ft deswegen zwischen GOtt 
und Seinem lieben Sohn, als der .Menschen Mittler, vorgehe, und welchen 
mannigfaltigen Dienst auch die heiligen Engel dabei tun. 
 
<p>Eben damit neiget sich Sacharja gar merklich 
zu dem Geist des Neuen Testaments, und verk&uuml;ndiget das Reich GOttes 
als ein Himmelreich, steuert den fleischlichen Begriffen von einem weltlichen 
Kriegshelden, schreibt Alles dem Geist und dessen Wirkung zu, h&auml;lt 
eine Erl&ouml;sung aus der Grube und dem Treiben des Gesetzes 
vor usw. Die Einteilung des Propheten kann ein Jeder leicht merken; so 
lange es n&auml;mlich von <i>Kap. 
1:8</i> an immer hei&szlig;t: ich sahe, und 
siehe ich hob meine Augen auf und sahe zc. bis ans Ende des sechsten Kapitels; 
so weit reichen die Gesichte und Erscheinungen samt der dar&uuml;ber gegebenen 
Deutung und Erkl&auml;rung. Wenn es aber vom <i>Kap. 
7:1</i>. an hei&szlig;t: des HErrn Wort geschah 
zu Sacharja zc., so geht es von da an in eigentliche Weissagungen, bei 
welchen keine Gesichte, sondern Worte und Aussprachen GOttes vorkommen. 
Es verh&auml;lt sich also mit dem Propheten Sacharja, wie oben mit dem 
Amos, nur in umgewandter Ordnung, da n&auml;mlich im Amos von <i>Kap. 
1-6</i>. zuerst Reden GOttes und Predigten 
des Propheten, und dann <i>Kap. 7-9</i>. 
Gesichte vorkommen, hier aber die Gesichte zuerst, und die Reden hernach, 
stehen. Die weitere Betrachtung wird zeigen, da&szlig; die Gesichte allermeist 
auf n&auml;here Zeiten und Umst&auml;nde gingen, die Weissagungen aber 
noch weiter hinaus reichen, auf entferntere Zeiten. Zu dem N&auml;chsten 
war wirklich im unsichtbaren. Reich GOttes viel Anstalt und Gesch&auml;ft, 
das in Gesichten vorgestellt wurde: das Weitere hinaus war auch schon im 
Rat und Willen GOttes festgesetzt, und deswegen nicht unwirksam, doch hat 
es seine Geziemlichkeit, da&szlig; es noch als, in Worte gefa&szlig;t vorgetragen, 
und noch nicht, wie in Gesichten, als eine wirkliche unter die Hand genommene 
Arbeit vorgestellt wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das erste Kapitel enth&auml;lt nach einer gemachten Vorbereitung die zwei 
ersten Gesichte mit ihren noch zusammentreffenden Deutungen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,1</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Titel, den der Prophet seinem Buch der Weissagung vorsetzt: (V.1)</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,2-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Ein gleichfalls &uuml;ber das ganze Buch der Weissagung 
reichender Eingang, darin der bisherige Zorn GOttes &uuml;ber Sein Volk, 
und die nunmehrige Gnade neben einander hingestellt wird.</b> 
 
<p>Zwei sehr erweckliche und zur Ver&auml;nderung 
und Erneuerung unsers Sinnes kr&auml;ftige Anblicke, in die man sich oft 
hineinstellen soll, n&auml;mlich teils an die zu gedenken, die vom Zorn 
GOttes getroffen worden sind, und dar&uuml;ber entweder mit Leib und Seele 
zu Grund gegangen, oder doch dem Leibe nach Fegopfer der g&ouml;ttlichen 
Gerichte geworden sind; teils an die, die in vorigen Zeiten als Kinder 
und Knechte GOttes Seinem Willen gedient, und inzwischen im Frieden entschlafen 
sind, deren Worte und gef&uuml;hrtes Zeugnis der Wahrheit aber sich nun 
an den heutigen Zeiten nicht verbirgt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,7-8</font></b></h4> 
 
<p><b>V.7-17: Das erste Gesicht, so dem Propheten gezeigt worden 
ist, samt der ihm dar&uuml;ber verliehenen Deutung.</b> 
 
<p>Wenn etwas Ansehnliches, Gewaltiges, siegreich 
Durchdringendes im Reich GOttes vorzustellen ist; so wird dazu gern das 
Bild von Pferden und darauf sitzenden Reitern genommen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,9-10</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet richtete seine Frage aus Bescheidenheit 
an den Engel, der ihm besonders zum Gef&auml;hrten und Ausleger zugegeben 
war. Weil aber der Mann, so unter den Myrten hielt, als die Hauptperson 
im ganzen Gesicht, diese Begierde des Propheten mit gn&auml;digen Wohlgefallen 
angesehen, so hat er die Frage selber beantwortet, und damit einen geheimen 
Wink gegeben, auf welchen sich hernach diese himmlischen M&auml;chte noch 
n&auml;her in ihren Verrichtungen haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,11</font></b></h4> 
 
<p>Eben durch diesen an ihn abgestatteten 
Bericht erkennen sie ihn f&uuml;r ihren Anf&uuml;hrer; und vermutlich war 
es nicht nur ein F&uuml;rst ihres Gleichen, sondern der unerschaffene Engel 
des Bundes, der liebe Sohn GOttes, wie Sein nun alsobald vorkommendes Mittlers: 
Gesch&auml;ft weiter zeigt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,12</font></b></h4> 
 
<p>Es kommen hin und wieder denkw&uuml;rdige 
Spuren in der Schrift vor, wie sich der Sohn GOttes, auch noch vor Seiner 
Menschwerdung, als Mittler zwischen GOtt und die Menschen gestellet, und 
GOtt in Seiner Geduld gest&auml;rkt, oder bei der Offenbarung Seines Zorns 
wieder Verschonen und Gutes f&uuml;r die Menschen ausgewirkt hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,13</font></b></h4> 
 
<p>Die F&uuml;rbitte wurde nicht nur an den, 
der sie eingelegt, beantwortet; sondern, so zu sagen,. gleich zu Protokoll 
gegeben, zum Ausfertigen und Publizieren dem Engel gegeben, der so begierig 
war, diese gute Botschaft weiter auszubringen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,14-17</font></b></h4> 
 
<p>Wie da diese gute Botschaft von Kreis zu 
Kreis gelaufen ist; aus GOttes Herzen zuerst denen, die zun&auml;chst vor 
Seinem Thron sind, kund geworden und, von Diesen, an diejenige gebracht 
worden ist, die es unter den Menschen zu predigen hatten; so geschieht 
ohne Zweifel dem Lehrstand noch jetzt manche Unterst&uuml;tzung aus dem 
Unsichtbaren, und widerf&auml;hrt ihnen manche Anmahnung, was sie predigen 
sollen, durch den Dienst der heiligen Engel. &Uuml;ber Jerusalem und Zion 
hei&szlig;t es GOtt einen Eifer, welches eine Wirkung einer verletzten 
Liebe ist; &uuml;ber die stolzen Heiden aber einen Zorn, weil sie es in 
ihrem &Uuml;bermut so grausam an dem Volk GOttes verfehlt haben. Ach, da&szlig; 
ich h&ouml;ren sollte, da&szlig; GOtt auch so &uuml;ber uns redete und 
uns Frieden zusagte, damit seine Heiligen nicht auf die Torheit geraten, 
ihre Hand auch auszustrecken zur Ungerechtigkeit. Aber auch da&szlig; auch 
wir unsere Ohren von so viel Menschen Geschw&auml;tz und Urteilen abwendeten, 
und verst&auml;ndig w&uuml;rden zu merken, was auch &uuml;ber unsre Zeiten 
von GOttes Thron, noch Tr&ouml;stliches ausgeht. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 1,18-21</font></b></h4> 
 
<p><b>Das zweite Gesicht samt dessen kurzer Deutung.</b> 
 
<p>Sie haben mich oft gedr&auml;nget von meiner 
Jugend auf, hatte Israel zu, sagen, sie haben mich oft gedr&auml;nget von 
meiner Jugend auf, und es haben sich oft viele feindseligen M&auml;chte 
darin verbunden, Zion gram zu sein, und den Namen Israel zu vertilgen, 
oder doch sonst durch Zerstreuen,. den Besitz ihres Landes und den Flor 
ihres Gottesdienstes darin zu hindern. Es m&ouml;gen sich auch zu einer 
Zeit vor der andern vier feindselige M&auml;chte darin besonders hervorgetan 
haben. Der HErr aber zeigte auch Schmiede, oder gute, und f&uuml;r das 
Reich GOttes unter Israel wohlgesinnte M&auml;chte vermutlich aus den guten 
Engeln, unter deren Mitwirkung zuerst g&uuml;nstige Befehle f&uuml;r das 
Volk und den Tempelbau ausliefen, wodurch das Feindselige wenigstens abgeschreckt 
wurde, bis es zum weiteren Absto&szlig;en unter nachfolgenden Strafgerichten 
kam. HErr, &ouml;ffne uns die Augen, da&szlig; wir sehen, wie deren mehr 
ist, die bei und f&uuml;r uns sind, denn deren, die wider uns sind. wie 
Mancher wird noch abgeschreckt, mit einem Jakob nicht anders als freundlich 
zu reden; o wenn wir w&uuml;&szlig;ten, wer manches Schwert wider uns noch 
in der Scheide h&auml;lt. Bei den ins Unsichtbare ge&ouml;ffneten Augen 
kommt man erst auch zu einem getrosten Mut. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 2,1-5</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das zweite Kapitel enth&auml;lt das dritte Gesicht, wodurch die beiden 
Gesichte noch weiter best&auml;tiget und erl&auml;utert, der Ausgang des, 
Volkes GOttes aus den Heiden, dahin sie zerstreut waren, bef&ouml;rdert, 
und ihre Hoffnung, im Tempelbau getrost fortzufahren, durch herrliche Blicke 
ins Weite hinaus gest&auml;rkt wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 2,1-5</font></b></h4> 
 
<p><b>Das dritte Gesicht mit seiner n&auml;chsten Deutung.</b> 
 
<p>An dem Jerusalem, das nach der Babylonischen 
Gefangenschaft aus seinem Staub aufgerichtet wurde, war man bald und sehr 
flei&szlig;ig auf Wiederherstellung der Mauern bedacht, und es war nach 
<i>Ne 6 ,7</i> 
eine gro&szlig;e Freude, da&szlig; man damit so weit zu Stande kam. Mithin 
f&uuml;hret dies Gesicht, und der darin verliehene Hoffnungsblick noch 
weiter auf eine Zeit, da Jerusalem zu Lob auf Erden gesetzt, und zum Siegesplatz 
f&uuml;r das Reich GOttes und Seines Gesalbten gemacht werden wird. Dieses 
Ziel der Werke GOttes auf Erden ist best&auml;ndig vor Seinen Augen; und 
Seine Knechte, die gerne s&auml;hen, da&szlig; so gebauet, und die von 
Langem schon bereiteten Materialien so zusammengetragen w&uuml;rden, d&uuml;rfen 
ihn wohl auch &ouml;fters daran erinnern, da&szlig; der HErr erscheine 
in Seiner Ehre 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 2,6-13</font></b></h4> 
 
<p><b>Anweisung, wie diese drei Gesichte zur St&auml;rkung 
des Glaubens und der Hoffnung wohl anzuwenden seien.</b> 
 
<p>Auch nach verschaffter Verg&uuml;nstigung, 
in das Land Israel zur&uuml;ckzukehren, blieben doch viele Juden in den 
L&auml;ndern, dahin sie zerstreut waren, und achteten der bereiteten H&uuml;lfe 
nicht gro&szlig;; wie so das fleischliche Herz der Menschen gesinnet ist, 
und lieber mit &auml;u&szlig;erlicher Ruhe in Babel bleibt, als mit M&uuml;he 
und unter gem&auml;&szlig;en Glaubens=&Uuml;bungen nach Jerusalem zieht. 
Gegen diesen Sinn sind nun diese Zuspr&uuml;che gerichtet, darinnen dem 
Volk der Juden ein unges&auml;umtes Scheiden von den heidnischen V&ouml;lkern 
angeraten wirb, weil nach der Ehre, so GOtt Seinem Volk durch ihre Erl&ouml;sung 
zugedacht, nun die Reihe der Gerichte an ihre Feinde kommen w&uuml;rde, 
mithin einer, der sich zu lange bei diesen noch verweilt, auch von ihren 
Plagen etwas empfangen k&ouml;nnte. Oben im Propheten <i>Hab 
6:20</i> ist ein Stille sein vor dem HErrn 
geboten worden, weil Er in Seinem heiligen Tempel sei, und Jedermann mit 
Respekt auf Seine von dort aus ergehende Resolution, warten soll; hier 
nun ein Stille sein, weil Er sich aufgemacht aus Seiner heiligen St&auml;tte, 
und also in der Exekution Seiner unbegreiflichen Gerichte mehr mit Stille 
betrachtet, und sich nur hintennach gesehen haben will, als da&szlig; wir 
Sein noch nicht ausgemachtes Werk verstehen k&ouml;nnten. O GOtt stille 
auch alle unsere Gedanken, W&uuml;nsche und &Auml;ngsten &uuml;ber das, 
was Du auf dem Erdboden tust, damit, da&szlig; inmittelst doch Dein Reich 
kommt, und Du von allem Guten, was Du geredet hast durch den Mund Deiner 
heiligen Propheten, nichts zur&uuml;cklassen wirst. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das dritte Kapitel beschreibt ein weiteres Gesicht, darin dem Propheten 
die Einsetzung des Hohenpriesters Josua in seinen neuen Dienst im neu angelegten 
Tempel vorgestellt wird, wobei alle f&uuml;r das Werk GOttes besorgten 
Knechte auf den Mann Zemah gewiesen, und auf den fr&ouml;hlichen Genu&szlig; 
der Gnade unter ihm vertr&ouml;stet werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,1</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-7: Was bei der Einweihung des Hohenpriesters Josua vorgekommen, 
und durch welche Hindernisse das Gericht zum Sieg ausf&uuml;hrt worden 
ist.</b> 
 
<p>Der Engel des HErrn wird gleich im zweiten 
Vers der HErr selber genannt, doch so, da&szlig; er sich in seiner Rede, 
der HErr schelte dich, eine kindliche Ehrerbietung vor GOtt, dem Richter 
&uuml;ber Alles ansp&uuml;ren l&auml;&szlig;t; und mithin ist es, der Sohn 
GOttes, der freilich sich schon damals der Reinigung der Kinder Levi, aber 
auch ihres Schutzes vorz&uuml;glich annahm. Der Satan aber, der sich dem 
ganzen Gnaden=Werk GOttes an Israel widersetzte, suchte besonders auch 
diesen Amts=Segen Josuas abzugraben, und steift sich ihm zur Rechten, als 
ob ihm der Sieg schon gewi&szlig; w&auml;re. Vergl. <i>Ps 
109:6.</i> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,2</font></b></h4> 
 
<p>Ehe was Weiteres mit Josua vorgenommen 
wird, mu&szlig; dieser Widersacher auf die Seite geschafft werden. Zu der 
Zeit, da das Gericht noch nicht ergangen war, dadurch der F&uuml;rst dieser 
Welt ausgesto&szlig;en worden, hatte es seine besondere Geziemlichkeit, 
da&szlig; dies Schelten dem HErrn, als Richter &uuml;ber Alles, &uuml;bergeben 
ward. - In das Gnaden Dekret wodurch Jerusalem wieder erw&auml;hlt, und 
der Tempel zur Wohnung GOttes wieder ausersehen ward, ist auch des Josua 
Absolution und neue Brauchbarkeit zum Dienst GOttes eingeflochten worden. 
Einem aus dem Feuer erretteten Brand kann zwar wohl etwas Unansehnliches 
nachgehen; doch aber h&auml;lt man bei dein Verlust des &Uuml;brigen das 
errettete Wenige desto mehr aller Achtung wert. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,3</font></b></h4> 
 
<p>Daher wird eben der Satan Gelegenheit genommen 
haben, ihn verklagen, und gegen ihn zu protestieren. Kleider fallen am 
Menschen zuerst in das Gesicht; man kennt und beurteilt einen- schon viel 
nach der Kleidung; an Kleider kann sich manche Befleckung von Au&szlig;en 
anh&auml;ngen. Darum bedeuten unreine oder befleckte Kleider in der Schrift 
so viel als die im menschlichen Leben und Umgang angenommenen, aus der 
Gleichstellung mit der Welt angezogenen Eitelkeiten und Unarten, bei denen 
man seinen oft bessern Sinn unter einer solchen Tracht. verstellt und &uuml;ber 
eine Weile schw&auml;cht, da&szlig; die Unsauberkeit in das Fleisch und 
wohl gar in den Geist hinein bringt. Dergleichen Unsauberkeit konnte Josua 
aus Babel mitgebracht haben, die der brachte, besonders als an einem Hohenpriester, 
wie man auch noch bei uns sagt, am schwarzen Rock sehe man die Flecken 
am leichtesten. Doch gibt sein Stehen vor dem Engel etwas von Verlangen 
und Erwarten der Hilfe zu erkennen. Man kann wohl an Einem diesen oder 
Jenen Flecken sehen, aber wenn man w&uuml;&szlig;te, wie oft er schon vor 
GOtt und Seinem Gnadenstuhl gestanden, und um Vergebung und Befreiung angehalten, 
so w&uuml;rde man nicht so durch Austragen der Flecken einen Satan abgeben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,4</font></b></h4> 
 
<p>Josuas Dastehen war also mit einer wirklichen 
Anfrage und Erwartung verkn&uuml;pft, worauf Antwort erfolgte. Das Gnadenwerk 
zu Josuas Bestem kommt freilich dem HErrn allermeist zu, doch ist auch 
der Engel Dienst dazu gebraucht worden, wie bei <i>Isa 
6:6-7</i> zum Beweis, da&szlig; der Engel 
Dienst. nicht nur leibliche Bewahrung und Hilfe anbetrifft, sondern oft 
auch ins Innere des Menschen hinein reicht. 
 
<p>Durch diese dem Josua hier widerfahrene Gnade 
ist Sowohl im eigenen Gewissen geholfen, als auch gegen Anderer Anklage 
Gerechtigkeit und St&auml;rke verschafft worden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,5-7</font></b></h4> 
 
<p>Eine stattliche Ermahnung und Verhei&szlig;ung, 
womit dieser Investitur=Akt desto eindringlicher gemacht worden ist. In 
diesem zweiten Tempel gingen ansehnliche St&uuml;cke ab, die Bundeslade, 
das Licht und Recht. Aber deswegen wollte GOtt Seine Knechte, die Ihm zu 
solchen k&uuml;mmerlichen Zeiten dienen, nicht verachtet haben., sondern 
setzt sie in alte vorigen Rechte ein. Nur sollen sie Amtssegen und Amtsautorit&auml;t 
als eine Frucht vom selbsteigenen Wandeln in GOttes Wegen ansehen und bewahren. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 3,8-10</font></b></h4> 
 
<p><b>Was f&uuml;r tr&ouml;stliche Verhei&szlig;ungen noch 
weiter allen um das Reich GOttes bek&uuml;mmerten Knechten des HErrn aus 
dieser Veranlassung vorgehalten werden, die in dem hochbetrauten Knecht 
des HErrn, Zemah, dem gerechten Gew&auml;chs Davids, Ja und Amen sind.</b> 
 
<p>Es ist freilich wunderbar, was GOtt zu 
allen Zeiten an Seiner Kirche, und an dem verachteten, verschm&auml;hten, 
mit eigenen &Auml;rgernissen befleckten Lehrstand derselbigen tut, und 
was Er hier und da Einem bei seiner kleinen Kraft doch noch f&uuml;r T&uuml;ren 
auftut. Das hat freilich Alles seinen Trieb und Kraft noch aus dem einmal 
hingegebenen Mann Zemah, und aus dem g&ouml;ttlichen Wohlgefallen, da&szlig; 
es unter Diesem gr&uuml;nen und fortgehen soll. Denn Der ist vom HErrn 
ausgehauen und zu all Seiner Absicht und Brauchbarkeit eingerichtet, und 
Seine sieben Geister, die Er in alle Lande aussendet, wissen freilich aus 
Seiner an Einem Tag gestifteten Vers&ouml;hnung und erfundenen ewigen Erl&ouml;sung 
noch alle Tage zu Tagen der Freude zu machen, darin man dem himmlischen 
Vater dankt, da&szlig; Er uns einen solchen vollendeten Heiland bereitet 
hat, und uns von Seiner ewigen Gerechtigkeit solche Stille und Sicherheit 
unter dem Weinstock und Feigenbaum genie&szlig;en l&auml;&szlig;t. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 4,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
Der Prophet wird durch den Engel, der mit ihm redete, 
in einen besondern Stand der Entz&uuml;ckung gesetzt, und sieht in demselben 
ein weiteres Gesicht, und empf&auml;ngt auch dar&uuml;ber einige ihm n&ouml;tige 
Deutung. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 4,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Prophet wird von seinem sonstigen Zustand, und 
Umgang mit dem Sichtbaren in eine erweckte F&auml;higkeit gesetzt, wichtige 
Eindr&uuml;cke und Vorstellungen aus dem Unsichtbaren zu empfangen.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 4,4-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun folgt die Deutung hier&uuml;ber, wie teils der 
Prophet durch sein lehrbegieriges Fragen, teils auch der ihm zugegebene 
Engel durch sein Anmahnen dazu Gelegenheit gemacht.</b> 
 
<p>Aus dem Gesichte und dessen Deutung sieht 
man so viel mit hinl&auml;nglicher &Uuml;berzeugung, da&szlig; darin die 
neue Gemeinde GOttes in Juda und Jerusalem, samt dem Werk, das GOtt in 
derselben habe, und den Knechten, deren Dienst Er sich zu demselben vorz&uuml;glich 
gebrauchen wolle, vorgestellt werde. Im vorigen Gesicht kam der Hohepriester 
Josua und seine Freunde oder Amtsbr&uuml;der im priesterlichen Geschlecht 
vor, aber so, wie sie als ein Brand aus dem Feuer gerissen waren, und an 
ihren unreinen Kleidern noch Merkmale von ihrem Aufenthalt in fremden L&auml;ndern 
trugen, deswegen auch erst aus dem Gericht genommen und gegen des Satans 
Anklage gesch&uuml;tzt, auch von dem, wovon er den Vorwand, ihnen zu widerstehen, 
genommen hat, befreit werden mu&szlig;ten. Hier aber kommt nun Alles, Gemeinde 
und die Diener daran, in einem hochbegnadigten, gereinigten und geheiligten 
Stand vor GOtt f&uuml;r, in einem reichen Ausflu&szlig; des Geistes GOttes 
&uuml;ber sie, und so, da&szlig; in der Kraft dieses Geistes das Werk ihrer 
H&auml;nde gef&ouml;rdert, und alle im Sichtbaren und Unsichtbaren bisher 
Hindernisse gehoben werden. In diesen doppelten Anblick, den die Kirche 
GOttes und die Gemeinschaft der Heiligen noch immer hat, mu&szlig; man 
sich schicken lernen, und sich es nicht befremden lassen, wenn es bald 
wie Lazarett und Krankenhaus aussieht, und man Diener, und das Werk GOttes 
darin, als von Schwachheiten, M&auml;ngeln und &Auml;rgernissen verstellt, 
als kaum aus de, Feuer gerissen und des Satans Widerspruch entzogen findet 
bald aber auch ein solcher sch&ouml;ner Lichtstrahl aus dem Wort GOttes 
auf dieselbe f&auml;llt, da&szlig; man wieder merken kann, wie es doch 
einen Sieg nach dem andern gibt, und wie GOtt sich mit Seinem Geist noch 
immer darin beweiset, und Alles der Vollendung Seines Geheimnisses zuf&uuml;hret. 
Daher mu&szlig; man sich auch gew&ouml;hnen, das Werk GOttes immer als 
Eines anzusehen, beim Jetzigen und Gegenw&auml;rtigen immer auf die gute 
Wurzel im Vorigen zur&uuml;cksehen, auf welcher das jetzige Kirchenwesen 
gleichwohl steht, und den Hoffnungsblick auch auf das hinaus zu f&uuml;hren, 
was GOtt noch herausbringen wird, und um Deswillen Er eben das Gegenw&auml;rtige 
so tr&auml;gt, weil es Ihm inmittelst doch die Br&uuml;cke abgibt, auf 
welcher es zu der gro&szlig;en H&uuml;lfe hin&uuml;ber geht, die GOtt schaffen 
wird. Es m&ouml;gen jetzt Serubabel und Josua eines Teils, und die zwei 
Propheten Haggai und Sacharja andern Teils, dem Willen GOttes bei der Aufrichtung 
des zweiten Tempels noch so redlich gedienet haben, und also auch Jeder 
an diesem Gesicht und dessen Bedeutung seinen gem&auml;&szlig;en Anteil 
haben, wie es <i>Ezr 5:1-2</i> 
deutlich steht; so kann doch die ganze Vorstellung weiter hinaus zielen, 
und auch das in sich fassen, was noch in k&uuml;nftigen Seiten zwei vortreffliche 
R&uuml;stzeuge GOttes in Jerusalem ausrichten werden, wovon<i> 
Re 11:3-4</i> nachzusehen. Wie in der 
Natur V&auml;ter und Vorfahrer schon den Samen zur Nachkommenschaft in 
sich haben; so pr&auml;sentieren vor GOtt Seine gl&auml;ubigen Kinder und 
Knechte oft auch schon das, was sie nicht just Alles allein zu ihrer Zeit 
ausrichten, sondern was sich erst in den Nachkommen weiter entwickeln wird. 
Wie die treffliche &Uuml;bereinstimmung des F&uuml;rsten Serubabels mit 
dem Hohenpriester Josua viel gesegneten Einflu&szlig; in das Werk GOttes 
selbiger Zeit gehabt; so wird freilich GOtt auch, beim k&uuml;nftigen weiteren 
Anbruch Seines Reichs die leidigen Kollisionen zwischen dem Weltreich und 
der Kirche, die Eingriffe ins Geistliche von der weltlichen Macht, und 
die Befleckung des Geistlichen mit weltm&auml;&szlig;iger Herrschsucht 
heben; und rechte Gesalbte erwecken, in denen Sein Geist kr&auml;ftig wirkt, 
so da&szlig; auch Andere durch sie zu diesem Geist und dessen Gnade geleitet 
werden. Zu keiner Zeit aber soll Jemand von seinem eigenen Abnehmen, Verfall 
und Zur&uuml;ckbleiben die Schuld auf Andre, oder auf den allgemeinen Lauf 
in der Kirche oder in der Welt schieben wollen, und seine Tage als geringe 
verachten, darin er nicht genug F&ouml;rderung h&auml;tte. GOtt hat einen 
Jeden in die ihm angemessene Zeit gesetzt; sei Jeder nur der Gnade seiner 
Zeit getreu; nehme sich dessen, was GOtt schafft, mit Beten, Loben und 
Danken an, erbaue sich auf seinen allerheiligsten Glauben, verfange sich 
nicht an der Betrachtung der Hindernisse im &Auml;u&szlig;ern, sondern 
sehe im Glauben mehr auf die Hilfe aus dem Unsichtbaren.</p> 
 
<blockquote> 
Kaufet, kauft die Zeit,<br> 
Denn es hei&szlig;t noch Heut,<br> 
Kaufet &Ouml;le, kauft Erkenntnis<br> 
La&szlig;t euch &ouml;ffnen das Verst&auml;ndnis<br> 
Kaufet, kauft die Zeit;<br> 
Denn es hei&szlig;t noch Heut 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 5,1-4</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 5 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das f&uuml;nfte Kapitel enth&auml;lt zwei Gesichte, die aber, keine so fr&ouml;hliche 
Bedeutung mehr haben, wie die bisherigen, sondern vielmehr zu erkennen 
geben, wie falsche Lehre und Ungerechtigkeit im Handel und Wandel das neu 
angebaute Land Israel wieder verw&uuml;sten, und neue Gerichte &uuml;ber 
das Volk ziehen werde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 5,1-4</font></b></h4> 
 
<p><b>Das erste Gesicht mit seiner Deutung.</b> 
 
<p>Bisher waren dem Propheten meist fr&ouml;hliche 
oder doch auf das Fr&ouml;hliche ausschlagende Dinge gezeiget, nun kommt 
was Betr&uuml;btes und Gerichtliches vor. Einige deuten diesen fliegenden 
Brief auf die unter dem Judenvolk aufgekommene Lehre der Pharis&auml;er 
und Schriftgelehrten, bei deren falschen Erkl&auml;rung des Gesetzes Diebe 
und Meineidige sich fromm machen und rechtfertigen konnten, welches viel 
Verderben und Zorn GOttes nach sich zog. Andere aber wollen lieber den 
fliegenden Brief f&uuml;r ein wirkliches Dekret GOttes ansehen, darin der 
Fluch oder GOttes Zorn und die daraus kommen den Strafen Allen, die im 
Lande wohnen angek&uuml;ndigt werden, eben &uuml;ber die schreckliche Sicherheit, 
bei welcher sich jeder Dieb fromm und jeder Meineidige unschuldig gemacht 
hat. So beschreibt wenigstens Malachia die Versuchungen der n&auml;chstfolgenden 
Zeiten, <i>Mal 3:15</i> 
wir preisen die Ver&auml;chter, die Gottlosen nehmen zu, sie versuchen 
GOtt, und gehet ihnen Alles wohl hinaus. Aber eben dieser Beredung und 
allem an der Langmut GOttes genommenen &Auml;rgernis sollte durch diesen 
fliegenden Brief, durch dies g&ouml;ttliche Patent, gesteuert, und behauptet 
werden, da&szlig; sich zwar Mancher lange an dem Schatz des Zornes sammeln 
k&ouml;nne GOtt aber Alles hervorbringen, und Keiner sein ungerechtes Gut 
gegen den Fluch GOttes sicher stellen werde. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 5,5-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Das zweite Gesicht mit seiner Deutung.</b> 
 
<p>Ein Epha ist ein Kornma&szlig; zur selbigen 
Zeit gewesen, wie bei uns heutigen Tags ein Simri oder Vierling. An dessen 
Gestalt und Gr&ouml;&szlig;e mu&szlig; etwas Betr&uuml;gliches gewesen 
sein; wie denn der tapfere Nehemia schon zu seiner Zeit an dem aus Babel 
zur&uuml;ckkommenden Volk der Juden, und sonderlich an den Angeseheneren 
und Verm&ouml;genderen unter ihnen das sehr geahndet, da&szlig; sie mit 
Geld, Getreide, Most und &Ouml;l so an ihren Br&uuml;dern wucherten. <i>Ne 
5:1-2, 7-8, 11-13</i> und diese Gottlosigkeit 
mu&szlig; dann immer wieder das Haupt aufgerichtet haben. Luther gibt es 
gar oft, gottlose Lehre, eitle Lehre, falsche Lehre, wenn es &uuml;berhaupt 
hei&szlig;t: Gottlosigkeit, Eitelkeit, Falschheit. Weil er zu seiner seit 
allermeist mit der Lehre zu k&auml;mpfen hatte; und es &uuml;berhaupt h&auml;ufig 
geschieht, da&szlig; die Gottlosigkeit auch mit eigenen ihr g&uuml;nstigen 
Lehren unterst&uuml;tzt wird. Nach diesem Gesicht des Propheten aber sollte 
diese Gottlosigkeit so heimgesucht, und von der gewaltigen Hand GOttes 
durch den Engel so niedergedr&uuml;ckt und in ihrem eigenen B&ouml;sen 
so verstrickt und gefangen werden, da&szlig; kein Ausgang mehr zu finden. 
Wenn von den vielen Geschichten, was sich von den mit ungerechtem Gut Verstrickten 
nach ihrem Tod habe sp&uuml;ren lassen, auch nur das Tausendste wahr ist, 
so k&ouml;nnte man daraus sehen, wie Mancher auch nach dem Tode in seinem 
verf&auml;lschten Epha sitzen bleiben, und noch selber ein Augenzeuge sein 
m&uuml;sse, wie sein Haus vom Fluch GOttes verzehrt wird. Wenigstens bringen 
besonders S&uuml;nden der Ungerechtigkeit am N&auml;chsten begangen in 
den Kerker, darin auf Bezahlung des letzten Hellers gedrungen wird. Da&szlig; 
der Epha von zwei Weibern, die man bei ihrem Gesch&auml;ft und Munterkeit, 
den Willen GOttes auszurichten, f&uuml;r nichts anders als f&uuml;r zwei 
gute Geister ansehen kann, ins Land Sinear gef&uuml;hrt worden ist, deutet 
man insgemein auf die nochmalige und bis jetzt anhaltende Zerstreuung des 
j&uuml;dischen Volks, wodurch sie zwar unter alle V&ouml;lker getrieben 
wurden, anf&auml;nglich aber doch die. Meisten noch in den morgenl&auml;ndischen 
Gegenden, Persien und ihren Grenzen blieben, und daselbst ihren Talmud 
mit gro&szlig;er Verleugnung alles geistlichen Sinnes schmiedeten, und 
auch dadurch in dem irdischen Sinn schrecklicher verstrickt wurden, in 
welchem sie noch vor aller Welt Augen als ein im Handel und uners&auml;ttlicher 
Begierde, Geld und Gut zu gewinnen und Betrug zu spielen, versenktes Volk 
wie in ihrem betr&uuml;glichen Epha gefangen sitzen. O wie hat es der HErr 
JEsus schon zu seiner Zeit als das betr&auml;chtlichste Hindernis angetroffen, 
warum Sein Wort nicht unter ihnen fange: die Dornen, die Sorgen und L&uuml;ste 
dieses Lebens, der betr&uuml;gliche Reichtum erstickten es. Die Pharis&auml;er 
waren geizig, und verspotteten Seine Lehre. Sie fra&szlig;en der Witwen 
H&auml;user unter dem Vorwand langer Gebete. Darum ist auch der HErr JEsus 
mit der Wahrheit Seiner Lehre diesem j&uuml;dischen Sinn so oft entgegen 
gegangen. Z. E. Selig sind die Armen; sammelt euch nicht Sch&auml;tze auf 
Erden; wie schwerlich wird ein Reicher ins Himmelreich kommen; du Narr, 
diese Nacht wirb man deine Seele von dir fordern; es war ein reicher Mann, 
der kleidete sich alle Tage u. 5. w. O welch ein Unterschied, ob einer 
im irdischen Sinai immer tiefer in die Erde hineinw&auml;chst, oder ob 
eine Seele durch heilige Begierden und Seufzer so im Unsichtbaren wurzelt, 
da&szlig; am Ende sie die Engel dahin bringen k&ouml;nnen, wo Schatz und 
Herz Schon l&auml;ngst beisammen gewesen sind.</p> 
 
<blockquote> 
Wo JEsus wird geschauet,<br> 
Da sehn ich mich hinein,<br> 
Wo Jesus H&uuml;tten bauet,<br> 
Denn dort ist gut zu sein!<br> 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 6,1-8</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 6 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das sechste Kapitel hat wieder zwei Hauptteile, davon der Eine noch das 
letzte Gesicht des Propheten beschreibt, der Andere aber eine einem Gesicht 
&auml;hnliche Vorstellung, womit zugleich der &Uuml;bergang geschiehtvon 
den bisherigen Gesichten in den Vortrag durch Worte und Weissagungen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 6,1-8</font></b></h4> 
 
<p><b>Das letzte Gesicht des Propheten mit seiner gar wenigen 
Deutung.</b> 
 
<p>Je weniger Deutung und Aufschlu&szlig; 
&uuml;ber dies ganze Gesicht gegeben wird, je weniger sind wir auch im 
Stande, alle darin vorkommenden Umst&auml;nde besonders auseinander zu 
setzen. Das Haupts&auml;chlichste ist zu merken, da&szlig; wenn der Engel 
die vier Wagen auf die vier Winde unter dem Himmel deutet, <i>V. 
5</i> man nicht an die vier Winde in unserm 
Luftkreis hierunter gedenken m&uuml;sse, sondern nach dem Sinn es nehmen, 
wie es <i>Ps 104:4</i> 
von den Engeln hei&szlig;t: Du machest Deine Engel zu Winden, und Deine 
Diener zu Feuerflammen; und sich also unter diesen vier Wagen, vier himmlische 
Geister, oder vielmehr vier Ordnungen himmlischer Geister vorstellen, die 
auch sonst oft als der Wagen GOttes und als Reiter in der Schrift vorkommen. 
z. E. <i>2Ki 2:11, 6:17 zc</i>. 
Der in der ganzen Sache zum Besten des Volkes GOttes immer gesch&auml;ftige 
Sohn GOttes, der <i>V. 8</i>. 
sagen kann: <i>meinen Geist</i>, 
weist des Propheten Aufmerksamkeit allermeist auf die gegen Mitternacht 
ziehenden Rosse, und gibt ihm dabei zu verstehen, da&szlig; durch den Dienst 
und das Gesch&auml;ft selbiger Helden GOttes vollends alles zu Stande gekommen, 
an was der Geist GOttes im Lande gegen Mitternacht mit so vielem Eifer 
Eifer, Zorn und nachfolgendem Erbarmen gearbeitet h&auml;tte, nach dessen 
Vollendung er nun ruhen und seinen Zweck als erreicht sehen k&ouml;nnte; 
wie es <i>Eze 16:42</i> 
in einem &auml;hnlichen Ausdruck hei&szlig;t: Ich will meinen Mut an dir 
k&uuml;hlen, und meinen Eifer an dir s&auml;ttigen; da&szlig; ich ruhe, 
und nicht mehr z&uuml;rnen d&uuml;rfe. Da&szlig; die vier Wagen zwischen 
zwei ehernen Bergen hervorgehen, deren aber im Gesicht weiter nimmer gedacht 
wird, mag einen an das erinnern, was wir sonst von GOtt und Seinen Wegen, 
zu singen pflegen:</p> 
 
<blockquote> 
Du reissest wohl die st&auml;rkste Bandentzwei,<br> 
Was sich entgegen setzt, mu&szlig; sinken, hin;<br> 
Ein Wort bricht oft den allerh&auml;rtsten Sinn;<br> 
Dann geht Dein Fu&szlig; auch durch Umwege frei,<br> 
und l&auml;&szlig;t die eherne Berge seitw&auml;rts liegen. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 6,9-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Die einem Gesicht noch etwas &auml;hnliche Handlung, 
darin der Prophet Befehl bekommt, eine Anstalt zu machen, darunter was 
H&ouml;heres im Unsichtbaren abgebildet wird.</b> 
 
<p>GOtt stellt gern das Unsichtbare an Seinen; 
Werken auch durch etwas im Sichtbaren dar, damit wir uns das Unsichtbare 
auch reell und wirklich so vorgehend, vorstellen k&ouml;nnen, Schon oben 
<i>Kap. 3</i>. Ist Josua priesterlich gekleidet und 
dabei schon auch eine Weisung weiter hinaus auf den Mann Zemah gegeben 
worden. Hier aber wird er als Priester auch K&ouml;niglich gekr&ouml;nt, 
welches ihm f&uuml;r seine Person nicht zugekommen w&auml;re; daher es 
gleich dabei steht, wessen Person er hierunter vorstelle. Wie etwa einem 
Gesandten etwas kann aufgetragen, eine Braut angetraut, ein Schmuck angelegt 
werden, wobei er aber nur zur gegenw&auml;rtigen Solennit&auml;t die Person 
hergibt, das Recht aber ganz dem Herrn zugeh&ouml;rt und bleibt. Bei diesem 
Mann Zemah fiel Priestertum und K&ouml;nigreich, in Eins zusammen; in Seinem 
K&ouml;nigreich ist die Erf&uuml;llung Seines Priestertums, die durch Sein 
Priestertum und Vers&ouml;hnung, gestiftete Gemeinschaft mit GOtt, der 
Zugang zu Seiner Gnade wird durch Sein K&ouml;nigreich &uuml;ber Alles 
im Himmel und auf Erden gesegnet ausgebreitet, und wie sich in der Person 
Christi K&ouml;nigreich und Priestertum sowohl miteinander vertr&auml;gt, 
so wird auch einmal in Seiner Haushaltung, auf Erden zwischen beiden Friede 
sein und werden, wenn die H&ouml;llenriegel zerbrochen sein werden, deren 
St&auml;rke immer darin besteht, Priestertum und K&ouml;nigreich mit einander 
in Versto&szlig; zu bringen, entweder ein weltm&auml;&szlig;iges Reich 
unter Christi Namen und Vorwand Seines Priestertums aufzurichten, wie im 
Papsttum; oder aber unter dem Namen der Oberherrlichkeit und Landes=Macht 
die Kirche Christi unter die F&uuml;&szlig;e zu treten, wie bei uns Protestanten, 
da&szlig; man nimmer wissen soll, wo man Christi Priestertum oder K&ouml;nigreich 
Suchen soll. Die zum Ged&auml;chtnis aufbehaltenen Kronen sollten Gelegenheit 
neben, von Christi Priestertum und K&ouml;nigreich recht in lehren, und 
auch diese milde Stiftung im Segen zu erhalten. K&ouml;nigreich und Priestertum 
zanken sich noch im fleischlichen Sinn &uuml;ber die Kronen, und oft kein 
Teil nimmt das zu Herzen, was unter dein Mann Zemah gr&uuml;nen und wachsen 
sollte. Alles ist Heu, Alles ist wie des Grases Blume, was nicht aus Dir, 
o HErr JEsu, hergr&uuml;net. Deines K&ouml;nigreichs und Priestertums freue 
ich mich, unter Dir will ich wachsen, was Dein Reich nicht kann ererben, 
das gehe an mir in Tod und Verwesung 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 7,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 7 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Mit demselben fangen nun die Reden GOttes durch den 
Propheten an. Zu diesen ersten im siebenten und achten Kapitel enthaltenen 
Reden GOttes hat eine Anfrage Gelegenheit gegeben, die wegen des bisherigen 
Fastens ist aufgeworfen worden, und die durch des HErrn Zebaoth Wort so 
ist beleuchtet worden, da&szlig; was dem Volk zu seiner Bestrafung und 
Besch&auml;mung, aber auch Ermahnung und Trost zu sagen n&ouml;tig war, 
damit eingeflochten worden ist. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 7,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Gelegenheit zu dieser Offenbarung des Willens GOttes.</b> 
 
<p>Vermutlich waren das Familien, die in Babel 
oder einer andern Zerstreuung in fremden L&auml;ndern zur&uuml;ckblieben, 
gleichwohl. aber, da sie den Fortgang des Tempelbaues h&ouml;rten, auch 
einige Liebe f&uuml;r ihren v&auml;terlichen GOttesdienst zeigen wollten; 
wie manchmal noch so etwas vorkommt, da&szlig; man sich nicht bis zum Ungemach 
leiden mit dem Volk GOttes einlassen, aber doch sonst Sein Gewissen mit 
etwas stillen will. Am siebenten Tag des f&uuml;nften Monats ward der Tempel 
zu Jerusalem durch Nebukadnezars Heer verbrannt; <i>2Ki 
25:8-10</i> und daher mag dies Fasten geordnet 
gewesen sein. Nun wollen sie fragen: ist es mit dem Tempelbau so weit gekommen, 
da&szlig; man dies Fasten aufheben kann, oder ist es doch gut, es zum Ged&auml;chtnis 
bei wieder aufgerichtetem Tempel beibehalten? 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 7,4-14</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt gibt aus Gelegenheit dieser Anfrage eine gar 
lehrreiche Antwort, darin Er zuerst zeigt, das Fasten Sei kein von Ihm 
ihnen aufgelegter Dienst, sondern sie haben sich in Schuld und Strafe, 
und damit in die Notwendigkeit des Fastens gebracht; GOtt habe ihren V&auml;tern 
bessere &Uuml;bungen zum Gottesdienst aufgegeben, aber das umsonst, und 
so sei der Zorns gekommen.</b> 
 
<p>Die Anfrage ward nur von einigen Wenigen 
gemacht; die g&ouml;ttliche Antwort aber wird an allen Volk im Lande gerichtet. 
Wenn oft nur Einer, etwas von seinen Anst&auml;nden Gedanken und Eindr&uuml;cken 
&uuml;ber die Wahrheit GOttes herauslie&szlig;e, k&ouml;nnte oft etwas 
f&uuml;r Alle N&uuml;tzliches aus einer Solchen Veranlassung angebracht. 
werben. Sie fragten nur vom Fasten im f&uuml;nften Monat, die g&ouml;ttliche 
Antwort nimmt aber auch das im siebenten Monat dazu. Da wurde n&auml;mlich 
Gedalja erschlagen, <i>2Ki 25:25</i> 
und vollends alles Judenvolk zerstreut; darum mag man auch auf dieser Tage 
Ged&auml;chtnis solch ein Fasten verordnet haben, aber freilich nur, wie 
ihnen GOtt nun zu erkennen gibt, anfangs mehr dem eigenen Schmerzen nachzuh&auml;ngen, 
als hierunter auf GOtt und dessen Dienst im Geist und in der Wahrheit zu 
sehen. Von Speise und Trank sich zu enthalten, kommt den Menschen nicht 
so schwer an, tr&auml;gt aber auch zu Seiner gr&uuml;ndlichen Besserung 
nicht so viel aus, als einer Vorteilhaftigkeit, Unbarmherzigkeit absagen, 
eine Gelegenheit, sich zu r&auml;chen, vorbei lassen u. dgl. Der Bedacht 
auf das Wort GOttes und die Erf&uuml;llung desselben macht eine leibliche 
&Uuml;bung, erst n&uuml;tzlich und heilsam; das Zur&uuml;ckdenken, wie 
man GOtt von Seinem Gnadenvorsatz abbringen k&ouml;nne, da&szlig; Er ein 
edles Land, darin Er selbst vorher zu wohnen Lust hatte, abbrechen und 
ausrotten m&ouml;ge, wo man Seiner Gnade nicht gnadenm&auml;&szlig;ig begegne, 
das bringt erst ein Dem&uuml;tigen unter die gewaltige Hand GOttes, woraus 
ein Fasten kommen kann, das der HErr erw&auml;hlet. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 8,1-15</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 8 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wird die g&ouml;ttliche Antwort wegen dem Fasten 
fortgesetzt, und zu einer tr&ouml;stlichen Entscheidung gebracht, die dem 
Hauptinhalt nach auf das hinaus lauft: Bei neuen Gnadenerweisungen wartet 
nun GOtt auch auf einen angenehmen Dienst im neuen Wesen des willigen Geistes. 
Geistes. Deswegen werden ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 8,1-15</font></b></h4> 
 
<p><b>... die neuen Gnadenerweisungen auf allerlei Weise ausgebreitet, 
und dem Volk dar&uuml;ber wieder ein Trost und Mut eines guten Gewissens 
eingesprochen.</b> 
 
<p>Wenn es dem Menschen noch gar neu ist wie 
ihn seine S&uuml;nden und derselben Strafen ergreifen, wenn ihm die Nachwehen 
davon noch merklich nachgehen, so braucht es viel Zuspr&uuml;che: F&uuml;rchtet 
nur nichts. Da ist es aber auch dem lieben GOtt der angenehmste Dienst, 
wenn sich einer wieder Gutes zu Ihm versieht, und im Vertrauen auf Ihn 
auch Sein Amt und Werk, wozu ihn GOtt beschieden, wieder mutig angreift. 
Deswegen breitet sich der liebe GOtt in Seinen freundlichen Verhei&szlig;ungs=Worten 
bis auf die Kn&auml;blein und M&auml;gdlein aus, die man auf den Gassen 
zu Jerusalem werde spielen sehen, um Seine Lust, ihnen wohl zu tun und 
bei ihnen aufs neue zu wohnen, recht auszudr&uuml;cken. Daraus kann man 
aber auch Sch&auml;tzen, aus welchem Drang die nachmaligen Tr&auml;nen 
JEsu &uuml;ber Jerusalem geflossen, da Er voraus gesehen hat, wie M&uuml;tter 
und Kinder in Jerusalem so w&uuml;rden ge&auml;ngstigt werden, da&szlig; 
man anfangen w&uuml;rde zu Sagen: Selig sind die Leiber, die nicht geboren, 
und die Br&uuml;ste, die nicht ges&auml;uget haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 8,16-23</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun lehrt die g&ouml;ttliche Antwort weiter, worin 
k&uuml;nftig der GOtt wohlgef&auml;llige Dienst im willigen Geist bestehen 
solle, und entscheidet damit die Anfrage wegen dem Fasten v&ouml;llig.</b> 
 
<p>Anf&auml;nglich war die Frage vom Fasten 
im f&uuml;nften Monat, wegen der Zerst&ouml;rung des Tempels; dann wurde 
auch das vom siebenten Monat dazu genommen, wegen der v&ouml;lligen Zerstreuung 
des Volks nach Gedaljas gewaltsamen Tod; und nun auch vollends das im vierten 
Monat, als an dessen neuntem Tag die Stadt erobert worden, <i>Jer 
52:6-7</i> und das im zehnten Monat, worin 
fast zwei Jahr zuvor die Belagerung ihren Anfang genommen, <i>Jer 
52:4</i> Alle diese traurigen Denkmale 
sollte die neue Gnade bei einem der Gnade w&uuml;rdigen Wandel in fr&ouml;hliche 
Jahresfeste verwandeln. O was wird es austragen, wenn GOtt unser Gef&auml;ngnis 
v&ouml;llig wenden und die Freiheit hereinbrechen wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 9,1-8</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 9 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das neunte Kapitel fangt mit schweren Drohungen an &uuml;ber einige dem 
Land Israel benachbarte heidnische V&ouml;lker und ihre L&auml;nder; kommt 
aber bald auf das, was bei allen Weissagungen das vornehmste Augenmerk 
GOttes gewesen ist, n&auml;mlich auf den K&ouml;nig, den Er Seinem Volk 
erwecken, und das Heil so Er durch denselben Schaffen wolle. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 9,1-8</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt zeigt sich auch als den, der die Heiden z&uuml;chtigt, 
und der unter dem was die dem Land Israel benachbarten V&ouml;lker f&uuml;r 
Dem&uuml;tigung, oder doch Schrecken treffe, Seine Hand habe, und dabei 
Sein Volk und Seinen Rat mit demselben zum vornehmsten Augenmerk behalte.</b> 
 
<p>Die Erf&uuml;llung dieser Weissagung traf 
unter Alexander dem Gro&szlig;en ein, der das persische Reich in diesen 
Gegenden zu schw&auml;chen anfing und besonders Sidon und Tyrus nach einer 
siebenmonatlichen Belagerung, Gaza aber nach einer zweimonatlichen Belagerung 
gewonnen hatte, und in seinem vorhabenden Zug nach &Auml;gypten auch Jerusalem 
heimzusuchen, und, weil sie ihm gegen Darius nicht Beistand leisten wollten, 
sie mit seiner Heereskraft zu &uuml;berziehen drohte. Als ihm aber der 
Hohepriester Jaddus mit den Priestern und der B&uuml;rgerschaft entgegen 
zog, ist des gro&szlig;en Alexander Herz zu aller Liebe und Freundlichkeit, 
auch Bekenntnis des GOttes Israels geneigt worden, und solle bekannt haben, 
da&szlig; ihm eben diese Person, die er jetzt an dem Hohenpriester Jaddus 
erblickt habe, Schon in Mazedonien erschienen sei und ihn zu diesem Zug 
gegen die Perser ermuntert habe. Wie von diesem Allem in dem j&uuml;dischen 
Geschichtsschreiber Josephus im elften Buch und achten Kapitel weiter zu 
Sehen ist; welchem nach freilich sich GOtt selber ansehnlich zum Besch&uuml;tzer 
des neu erbauten Tempels gemacht hat, und so haben auch die an den benachbarten 
V&ouml;lkern vorgenommenen gewaltigen Dem&uuml;tigungen die Frucht geha&szlig;t, 
da&szlig; sie sich nachgehends desto eher nach dem Heil GOttes umgesehen 
das aus den Juden kam; wovon nun der zweite Teil des Kapitels handelt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 9,9-17</font></b></h4> 
 
<p><b>Der Tochter Zion wird ihr K&ouml;nig und seine Ankunft 
verhei&szlig;en, dessen Reich so sanftm&uuml;tig und f&uuml;r die Bedr&auml;ngten 
so tr&ouml;stlich sein werde, das aber auch in der letzten Zeit durch alle 
so lange gehabte Hindernisse durchbrechen, und das Feld behalten werde.</b> 
 
<p>Die Ankunft des Messias, die Gewi&szlig;heit 
Seines Heils, Seiner Gerechtigkeit, Seiner Erl&ouml;sung war unter alter 
S&uuml;ndennot und Druck von innen und au&szlig;en Israels Trost und Freude; 
und so ist jetzt bei uns die Hoffnung, da&szlig; die Wahrheit Seines Worts 
den Sieg behalten und GOtt noch Alles so darstellen werde, wie Er es durch 
den Mund Seiner heiligen Propheten geredet hat, auch der vornehmste Halt 
unter so manchen Zweifeln und. Widerspr&uuml;chen, die sich &uuml;ber dem 
Verzug der erwarteten Vollendung erheben. Ach da&szlig; uns nur vom Morgen 
bis an den Abend nichts so am Herzen liege, als der Name und die Erkenntnis 
GOttes, nichts so gro&szlig; in unsern Augen sei, als das Reich GOttes, 
und nichts so munter und fr&ouml;hlich mache, als das Tun des Willens GOttes 
in Gemeinschaft aller Kreaturen im Himmel und auf Erden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 10,1-2</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 10 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>In diesem Kapitel wird das Reich GOttes, vermutlich 
wie es in der letzten Zeit wieder im Land Israel unter dem neu begnadigten 
Volk GOttes bl&uuml;hen werde, noch weiter beschrieben, aber so, da&szlig; 
die Ausdr&uuml;cke und Bilder von &auml;u&szlig;erlichen, meist auch kriegerischen 
Anstalten hergenommen sind, und doch immer wieder Manches dazwischen gesetzt 
wird, das man von nichts anderem, als von den eigentlichen G&uuml;tern 
des Reichs GOttes verstehen kann. So f&auml;ngt es an ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 10,1-2</font></b></h4> 
 
<p><b>... mit einer Ermahnung zum Gebet.</b> 
 
<p>Man k&ouml;nnte beim ersten Vers nur, an 
leiblichen, zum Wachstum der Erdgew&auml;chse n&ouml;tigen Regen gedenken. 
Aber so zeigt gleich der zweite Vers, da&szlig; es vom Mangel eines wahren 
Trostes, einer nahrhaften Lehre handle, und da&szlig; es also auf ein Gebet 
ums Reich GOttes und um die mit demselbigen durchbrechende Wahrheit angesehen 
sei, davon der Menschen Gewissen gesunden Unterricht und St&auml;rkung 
haben k&ouml;nnen Und so geht es dann fort ... 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 10,3-12</font></b></h4> 
 
<p><b>... in die weiteren Verhei&szlig;ungen, wie GOtt sich 
aufmachen und eine H&uuml;lfe Schaffen werde, die ihrer ehemaligen Erl&ouml;sung 
aus &Auml;gypten gleichkommen solle.</b> 
 
<p>So wenig wir im Stande sind, von einem 
jeglichen Ausdruck in dieser Vorstellung hinl&auml;ngliche Rechenschaft 
zu geben, so &uuml;berzeugend kann es uns gleichwohl sein, da&szlig; die 
immer hervorblickenden Verhei&szlig;ungen: ich erbarme mich ihrer, ich, 
der HErr, ihr GOtt, will sie erh&ouml;ren: ihr Herz soll fr&ouml;hlich 
sein am HErrn, Ich will sie st&auml;rken in dem HErrn, da&szlig; sie sollen 
wandeln In Seinem Namen usw. das Reich GOttes beschreiben, mit seiner Kraft 
und Frucht, die es beweist, und bringt, wo das Evangelium davon im Glauben 
aufgenommen wird. Was mithin die kriegerischen Ausdr&uuml;cke dazwischen 
hinein betrifft, so mu&szlig; man sie entweder auch so verstehen, wie es 
dieser geistlichen Art des Reiches GOttes gem&auml;&szlig; ist, oder man 
mu&szlig; dazu nehmen, mit was f&uuml;r Revolutionen und Ver&auml;nderungen 
im Weltlauf oft auch ein solcher Anbruch des Reichs GOttes verkn&uuml;pft 
ist. Wer z. E. wei&szlig;, wie das Evangelium beim Werk GOttes in der Reformation 
zu uns in unser Vaterland gekommen ist, und durch was f&uuml;r tr&uuml;be 
Umst&auml;nde man zuvor durchlaufen mu&szlig;te, der kann Schon merken, 
wie GOtt oft manches seiner armen Schafe, dem es f&uuml;r sich um nichts 
als um die Weide im Wort der Wahrheit zu tun ist, doch zur&uuml;sten mu&szlig;, 
wie ein geschm&uuml;ckt Ro&szlig; im Streit, bis es die Hindernisse durchbricht, 
und gegen aller Welt Trotz behauptet: man mu&szlig; GOtt mehr gehorchen, 
denn den Menschen. Selbst bei eines jeden einzelnen Reichs=Genossen seinem 
himmlischen Beruf kommt so was vor, da&szlig; ihm auch ein Schwert gegeben 
wird, sich aus seinen verf&auml;nglichen Welt=Verbindungen herauszuhauen. 
Ach HErr JEsu,</p> 
 
<blockquote> 
La&szlig; bei Deines Namens Schein,<br> 
Wer ihn kennet, fr&ouml;hlich sein;<br> 
Und so langs noch streiten gilt,<br> 
Sei die Gnade Schirm und Schild. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 11 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das elfte Kapitel besteht aus gewaltigen Zeugnissen von GOttes G&uuml;te 
und Ernst &uuml;ber Israel, oder bildet ab, wie es vom letzten Umgraben 
und Bearbeiten dieses Baums so pl&ouml;tzlich zum Umhauen und Ausrotten 
desselben gekommen sei. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,1-3</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Zerst&ouml;rung des Tempels wird als eine, den 
b&ouml;sen Hirten sehr empfindliche Strafe angek&uuml;ndigt.</b> 
 
<p>Zu den Zeiten Sacharias war der Tempel 
kaum wieder aus seinem ersten Brand und Ruin ein wenig aufgerichtet, und 
die damaligen Knechte GOttes hatten sonst genug zu tun, Glauben und die 
H&auml;nde der Leute zu diesem Werk zu st&auml;rken; Wie soll denn Schon 
die Drohung vom abermaligen Untergang dazwischen kommen? Hat doch GOtt 
auch gleich bei der Aufrichtung des ersten Tempels dem Salomo <i>2Ch 
7:20-21</i> im Gesicht gesagt: und dies 
Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich von meinem Angesicht 
werfen usw. Doch hat GOtt hier beim Sacharja diese Drohung in eine gewisse 
Dunkelheit eingewickelt, da&szlig; man es zu Sacharjas Zeiten nicht gleich 
so offenbar auf den Tempel deuten konnte. Denn der Tempel ward nicht gleich 
so kostbar gebaut, mit Zedern aus Libanon, sondern in k&uuml;mmerlichen 
Zeiten k&uuml;mmerlich. Aber je n&auml;her es zu dem hier angedrohten Untergang 
kam, je pr&auml;chtiger ist er worden. Zu Christi Zeiten Sagten die Juden: 
Schon 46 Jahre baue und repariere man daran, <i>Joh 
2:20</i> und noch in Seinen letzten Tagen 
hei&szlig;t es: sie zeigten ihm das Bauwesen am Tempel, welches bis gegen 
die letzten Jahre hin soll gedauert haben. Also je mehr Seine &auml;u&szlig;ere 
Pracht stieg, desto n&auml;her war Sein Zerfall. Wenn es oft am meisten 
ins &auml;u&szlig;erliche Aufnehmen geht, so nimmt die innere Kraft ab, 
und man wird vor GOtt zum Aas, und f&uuml;r die Adler oder Heere GOttes 
zur Strafe reif. Euer Haus soll euch w&uuml;ste gelassen werden, war der 
letzte Ruf JEsu in demselben, <i>Mt 
23:38</i>. Das eine Mal hei&szlig;t es: 
die Hirten heulen, und das andre Mal: die jungen L&ouml;wen br&uuml;llen. 
Im Tempel GOttes sa&szlig;en sie sonst als Hirten, und wollten diesen Sch&ouml;nen 
Namen haben. Aber nachdem sie dies Bethaus zur M&ouml;rdergrube gemacht, 
so war auch f&uuml;r sie der rechte Name: junge L&ouml;wen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,4-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Zur Zeit, da es so dem Untergang zuging, ward doch 
der gute Hirte bestellt.</b> 
 
<p>So hat der HErr JEsus den Zustand im j&uuml;dischen 
Land mit Jammer angetroffen. Durch innerliche Uneinigkeit, Neid, Begierde 
Schaden zu tun, lieferte immer Einer den Andern zu desto h&auml;rterem 
Druck in die Hand ihres K&ouml;nigs. Dadurch ist der R&ouml;mer Macht &uuml;ber 
die Juden so gro&szlig; worden, weil immer Einer den Andern zu Rom verklagt, 
und mit Hilfe Roms den Andern unterdr&uuml;ckt hat. Wie auch nachgehends 
der weltliche Arm &uuml;ber die Kirche so stark worden, da der Priester 
Neiden und Streiten unter einander dem K&ouml;nig Alles in die H&auml;nde 
spielte. So mitten unter den W&ouml;lfen traf der HErr JEsus die Schlacht=Schafe, 
die Kinder des Todes, an, denen Er zum Heil gesandt war. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,7</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie der liebe Sohn GOttes diesen Ruf Seines himmlischen 
Vaters angenommen, und demselben nachgekommen sei?</b> 
 
<p>Er achtete also der Schafe, und hielt es 
um der elenden Schafe willen, dessen aber noch zu raten war, wohl der M&uuml;he 
wert, sich an diesen verdorbenen Zustand zu machen. Aber freilich mit zwei 
St&auml;ben ger&uuml;stet, deren Gebrauch nun weiter gemeldet wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,8-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Was tat er denn mit dem Stab Wehe?</b> 
 
<p>So ging es nach den Zeiten Christi vor 
und bei der Zerst&ouml;rung Jerusalems her, wie Er ihnen treulich zuvor 
bezeuget hat. Da wurden Hausv&auml;ter mit ihren L&auml;mmern, Lehrer mit 
ihren Schafen, Obrigkeiten mit ihren Untergebenen mit Einem Male vertilgt, 
nachdem die Langmut des guten Hirten an ihnen ausgegangen, und sie auf 
ihrem Nichtwollen bestunden. Was war das f&uuml;r ein sonderbarer Grimm, 
in welchem sie auf die holdselige Hirtenrede JEsu, <i>Joh 
10</i>, antworteten: Er hat den Teufel, und 
ist unsinnig, was h&ouml;ret ihr ihm zu? <i>Joh 
10:20</i> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,10-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie ging es aber bei solchen Umst&auml;nden mit dem 
Stab Sanft?</b> 
 
<p>Des Weidens in der J&uuml;dischen Kirche 
wurde ein v&ouml;lliges Ende gemacht, der Bund, in dessen Betracht zur 
Best&auml;tigung der Wahrheit GOttes alles Bisherige geschehen, ward aufgehoben, 
und dagegen mit allen V&ouml;lkern aufgerichtet; das Reich GOttes wurde 
von ihnen genommen und den Heiden gegeben. Welches zwar auch von Seiten 
der Gl&auml;ubigen aus den Juden nicht ohne manchen Kampf abgegangen ist, 
doch aber endlich zu ihrer merklichen St&auml;rkung und Freudigkeit im 
Glauben gedient hat, nachdem sie sahen, da&szlig; das Christentum nicht 
h&auml;tte aufkommen k&ouml;nnen, wenn nicht das Judentum so tief w&auml;re 
heruntergesetzt worden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,12-13</font></b></h4> 
 
<p><b>Was wird als die Hauptverschuldung angef&uuml;hrt, 
womit sich Israel dies Gericht zugezogen, da&szlig; sich GOttes Bund von 
ihnen zu den Heiden gewendet ?</b> 
 
<p>Mit der &Uuml;bergabe des HErrn JEsu an 
die Heiden wird auch nachmals in der Evangelischen Geschichte dieser leidige 
Kauf der drei&szlig;ig Silberlinge verbunden, <i>Mt 
17:9-10</i>, und durch den davon erkauften 
T&ouml;pfers: Acker ist die Wahrheit besser an das Licht gebracht worden, 
da sie selbige sonst gern vertuscht h&auml;tten;. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,14</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie ging es endlich mit dem andern Stab Wehe?</b> 
 
<p>So sieht nun schon geraume Zeit der Zustand 
des J&uuml;dischen Volks aus. GOtt ist nimmer mit dem Stab Weh hinter ihnen 
drein,. wie in vorigen Zeiten, sondern sie k&ouml;nnen meist so geruhig 
und gem&auml;chlich in ihrer Zerstreuung leben, als sonst andere V&ouml;lker. 
Es legitimiert sich daher nimmer an eines Juden Gewissen, wenn man sie 
so als ein unter dem Fluch liegendes Volk vorstellen will. Sie sp&uuml;ren 
es vielmehr, da&szlig; der Stab Wehe zerbrochen ist, und da&szlig; sie 
zwar nicht, so viel zu Kr&auml;ften kommen, und wieder in Ein Volk zusammenflie&szlig;en 
k&ouml;nnen, das f&uuml;r das Christentum gef&auml;hrlich werden k&ouml;nnte, 
aber doch, da&szlig; ihnen GOtt Ruhe l&auml;&szlig;t in ihrer Zerstreuung 
an den GOtt ihrer V&auml;ter zu; gedenken, ihre Wege zu betrachten. Dabei 
es dann freilich ihrerseits nicht ohne n&auml;here Neigung zum Evangelium 
Christi abgeht, sind auch unter den Christen nach und nach manche &Auml;rgernisse 
wegger&auml;umt werden, z. E. der gar bittere Ha&szlig; im gemeinen Volk, 
manche Streitigkeiten unter den Gelehrten usw., aus welchem Allem zusammen 
man wohl sehen kann, was es ist, da&szlig; der Stab Wehe &uuml;ber das 
J&uuml;dische zerbrochen ist. Was aber das Aufheben der Br&uuml;derschaft 
zwischen Juda und Israel sagen wolle, davon merke man sich etwa Folgendes: 
Seit der Trennung der beiden Reiche hat diese Br&uuml;derschaft mancherlei 
Ver&auml;nderungen erlitten, sonderlich nachdem die zehn St&auml;mme meist 
in ihrer durch die Assyrische Gefangenschaft veranla&szlig;ten Zerstreuung 
blieben, Juda aber sich nach Seiner Wiederkunft aus Babel in seinem Land 
bauete, und noch je und je das Haupt aufrichtete. Auf Juda haupts&auml;chlich 
haftete die Verhei&szlig;ung, da&szlig; aus ihm der K&ouml;nig Israels 
kommen sollte, weil aber eben diese aus Juda Den, der da kann im Namen 
des HErrn, nicht erkannten, sondern an Ihm der Propheten Schriften erf&uuml;llten, 
und darum in der nachmaligen Predigt des Evangeliums sich es mu&szlig;ten 
sagen lassen, da&szlig; sie den guten Hirten get&ouml;tet h&auml;tten, 
so wurden sie dadurch dem Evangelium besonders abgeneigt. Eben das war 
auch f&uuml;r die unter den Griechen und Heiden Zerstreuten aus Israel 
ein Hindernis am Glauben, so lange sie noch &uuml;ber dieser Br&uuml;derschaft 
Juda hielten, und aus derselben eines andern warteten, der Israel erl&ouml;sen 
sollte. Je mehr aber durch die ganze Folge der Zeit sich zeigte, da&szlig; 
aus Juda so wenig mehr etwas zu hoffen sei als aus Israel, je weniger stund 
diese Br&uuml;derschaft mehr im Weg, und es hat jetzt Einer so wenig mehr 
auf den andern zum sehen, als man mehr den Unterschied der St&auml;mme 
aus einander setzen kann. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 11,15-17</font></b></h4> 
 
<p><b>Wie ist es aber mit denn Reich GOttes unter den 
Heiden gegangen, und haben die Sch&ouml;nen Fr&uuml;chte desselben Bestand 
gehabt?</b> 
 
<p>Was es unter dem J&uuml;dischen Volk verderbt 
hat, das ist auch das Verderben in der Christlichen Kirche worden. Das 
Gemenge des Geistlichen und Leiblichen, da man bei geistlichen Sachen und 
unter ihrem Vorwand sich nach aller Welt Weise Ehre, Reichtum, Gewalt suchen 
und aus&uuml;ben wollte, dar&uuml;ber aber vom Geist und der Kraft, vom 
Balsam und &Ouml;l des Evangeliums, von der Pflege der Schwachen ganz abkam. 
Das machte den gro&szlig;en Schaden im Papsttum. Davon hat GOtt zwar einige 
Hilfe geschafft, durch die Reformation. Aber da man freilich weder allen 
Lehrern noch Zuh&ouml;rern den Geist Christi geben und sie unter dessen 
Regiment bringen konnte, so hat man eben auch in der evangelischen Kirche 
die Ordnung beibehalten m&uuml;ssen, da&szlig; Kirchensachen unter dieser 
weltlichen Form mit obrigkeitlicher Autorit&auml;t betrieben werden, worunter 
Manches &uuml;bertrieben, Manches vers&auml;umt wird. Ein gewissenhafter 
Christ aber mu&szlig; sich nun damit leiden, bis GOtt weitere Hilfe schaffen 
wird, und inzwischen flei&szlig;ig beten:</p> 
 
<blockquote> 
Ach, Segne all Dein Wort mit Kraft an unsern Seelen,<br> 
La&szlig; Deinen Sch&auml;flein nie an guter Weide fehlen;<br> 
Suchdas Verirrte Selbst, bind das Verwundte zu;<br> 
Das Schlafende weck auf, das M&uuml;de bring zur Ruh. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 12,1</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 12 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Schon das vorhergehende Kapitel hat &uuml;ber die Zerst&ouml;rung 
Jerusalems hinaus, ja bis in unsre heutigen Zeiten hineingereicht; nun 
f&uuml;llen die drei letzten Kapitel im Propheten Sacharja vollends die 
k&uuml;nftigen Zeiten aus mit solchen Taten GOttes, die bei der Aufrichtung 
Seines Volks aus ihrem Unglauben und Verfall vorkommen werden. Die Beschreibung 
ist durchgehend so, da&szlig; man wohl sieht, diese Verhei&szlig;ungen 
sind noch nicht erf&uuml;llt, gleichwohl aber findet sich in den Werken 
GOttes eine solche Gleichheit, da&szlig; auch von diesen letzten gro&szlig;en 
Begebenheiten schon etwas &Auml;hnliches zum Vorbild in fr&uuml;heren Zeiten 
geschehen ist. In der ganzen Vorstellung herrscht die doppelte Absicht: 
auf das gemeine Wesen und auf die Kirche oder Religion, wie Beidem solle 
aufgeholfen, die Feinde ged&auml;mpft, die Hindernisse gehoben werden, 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 12,1</font></b></h4> 
 
<p><b>V.1-9: Gewaltige Weissagung, wie Sich GOtt in der letzten 
Zeit an der Errettung Jerusalems und Besch&uuml;tzung des unter Seinem 
Volk wieder angerichteten Reichs verherrlichen werde.</b> 
 
<p>Gegen die Hoffnung besserer Zeiten &uuml;berhaupt, 
sonderlich aber der Wiederaufrichtung und Bekehrung Israels hat man die 
gemeinen Einwendungen: Es lasse sich eines Teils im Weltlauf noch so gar 
nicht dazu an; aber der Prophet sagt: GOtt wird Seine Hand daran legen, 
wie an den Bau Himmels und der Erden; und andern Teils: der Juden selbsteigene 
Gem&uuml;tsart und Gesinnung l&auml;&szlig;t noch nicht viel dergleichen 
vermuten; allein GOtt macht den Geist im Menschen, und wenn Er einmal mit 
seinem Werk zu dieser Reise gekommen ist, so wird er auch der Menschen 
Geist dazu schaffen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 12,2-9</font></b></h4> 
 
<p>Man Sp&uuml;rt wohl, da&szlig; in dieser 
Weissagung viel Anderes vorausgesetzt wird. Denn Jerusalem wird Schon wieder 
als eine angebaute Stadt, und Juda als ein mit F&uuml;rsten besetztes Land 
angesehen, und also vorgestellt, wie der V&ouml;lker ihr letzter Grimm 
wider Jerusalem ablaufen, und wie GOtt durch ihre Niederlage Seinen Namen 
verherrlichen werde. Denn auf das zielen zuerst die Gleichnisse, ein Taumelbecher, 
auf dein man begierig und mit Lust, seine Rache und Durst zu k&uuml;hlen, 
hinf&auml;llt daran man sich aber den Tod trinkt; und ein Laststein, den 
man, gern heben m&ouml;chte, durch dessen Weghebung man seine Absichten 
erreicht zu haben meinte, den man aber so fest gegr&uuml;ndet findet, da&szlig; 
man durch alle wider ihn angewendete M&uuml;he nur sich selber Schaden 
tut. Und was zuerst in diesen Gleichnissen gesagt ward, das wird im Folgenden 
mit eigentlichen Worten noch mehr ausgebreitet. Aus <i>Zec 
14:14</i>, ist zu schlie&szlig;en, da&szlig; 
die au&szlig;er Jerusalem wohnenden Juden und ihre F&uuml;rsten selbst 
auch wider Jerusalem zu streiten werden gezwungen werden; aber mit was 
f&uuml;r einem Herzen, wird hier angezeigt, n&auml;mlich mit dem innerlichen 
Wunsch, da&szlig; die Einwohner Jerusalems nur getrost seien auf den HErrn, 
ihren GOtt, und also Seine Hilfe abwarten. Damit aber Niemand sich Fleisches 
r&uuml;hme, so wird nicht der Widerstand, den Jerusalem und seine B&uuml;rger 
leisten, die Sache entscheiden, sondern der HErr selber wird eine Hilfe 
schaffen durch Feuer vom Himmel <i>Re 
20:9</i> und wenn GOtt den Anfang so unmittelbar 
macht, so kann er auch die F&uuml;rsten Judas noch zu was brauchen, darunter 
sie wie eine Fackel in seiner Hand sind. Dann wird jeder Einwohner Jerusalems 
an Geist, Gaben und Kraft zu helfen sein, wie ehemals David in seiner k&ouml;niglichen 
Herrlichkeit Das Haus David aber, und der um selbige Zeit aus demselben 
erweckte Regent wird merkliche Spuren an sich haben, da&szlig; er dem K&ouml;nig 
aller K&ouml;nige zur letzten H&uuml;lle seines Reichs diente, wie ehemals 
die Wolkens&auml;ule dem Engel, der vor ihnen verzog, zu seiner. H&uuml;lle 
und Wohnung gedient hat, von wo aus des Herrn Herrlichkeit sich offenbarte. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 12,10-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Tr&ouml;stliche Beschreibung, wie sich GOtt in Juda 
und Jerusalem wieder ein solches Volk bereiten wolle, an dem er sich in 
Gnade und Wahrheit verherrlichen k&ouml;nne.</b> 
 
<p>Hiervon hat sich gleich auf Golgatha etwas 
geregt unter dem Volk das an Seine Brust Schlug; und da es den Zuh&ouml;rern 
des Petrus aus seiner ersten Pfingstpredigt, <i>Ac 
2:37</i> durchs Herz ging, zu h&ouml;ren: 
 
<p>JEsum, den ihr gekreuziget habt, hat GOtt 
zum HErrn und Christ gemacht, so stand es auch schon auf dieser Wurzel, 
aus welcher, diese letzte sch&ouml;ne Frucht ausschlagen wird, wenn Israels 
letzte und volle Bekehrung auch mit solcher Reue angefangen wird. so beh&auml;lt 
also der Geist der Gnaden das zum vornehmsten Gesch&auml;ft, JEsum zu verkl&auml;ren, 
die Decke wegzutun, die Verblendung der Sinne zu vertreiben, und als ein 
Geist des Gebets dann auch die rechten S&uuml;nden=Bekenntnisse und gl&auml;ubigen 
Erkl&auml;rungen in Herz und Mund zu legen. 
 
<p>O GOtt, wie wenig achtet man insgemein auf 
Dein Werk und auf das Gesch&auml;ft Deiner H&auml;nde; wie ist man um Dein 
Geheimnis und um die Vollendung desselben weniger bek&uuml;mmert, als um 
den. geringsten Welthandel; wie dunkel sind auch unsere Augen noch im prophetischen 
Wort. O la&szlig; doch unser Keines Teil sein bei den Ungl&auml;ubigen, 
die dein Reich nicht wollen kommen lassen. O da&szlig; wir zur b&ouml;sen 
Zeit nicht unter die Verzagten geraten, die es mit der Hoffnung deines 
Reichs verloren, und den Weltmenschen gewonnen geben. Erneuere und vermehre 
auch in uns die Gabe des Heiligen Geistes, zum w&uuml;rdigen Wandel in 
der Gnade und zum kindlichen Beten. Erhalte uns in weichem Sinn gegen deine 
Wunden, und in der Freudigkeit auf den Tag, da Andre erst werden heulen 
m&uuml;ssen, die sich desselben in Herzens=H&auml;rtigkeit so lang erwehrt 
haben. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 13,1-9</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 13 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das dreizehnte Kapitel steht in genauer Verbindung mit dem vorhergehenden zw&ouml;lften, 
und setzt die angefangene Verhei&szlig;ung und Beschreibung von Israels 
Gnade in der letzten Zeit fort., und deutet auch auf den rechtschaffenen 
Sinn, womit diese Erl&ouml;sten den HErrn und Seine Gnade ehren werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 13,1-9</font></b></h4> 
 
<p>&Uuml;ber ein solches Kapitel und dessen 
Dunkelheit soll man nicht ungeduldig werden; es hat auch seinen Nutzen, 
wenn uns das Wort, GOttes mit seinen Aufgaben dem&uuml;tigt, und wir erfahren, 
es liegt noch mehr darin, als wir verstehen. &Uuml;ber dem aufgedeckten 
Rat GOttes von unserer Seligkeit sollen wir zwar dankbar sein, aber um 
deswillen ein solches St&uuml;ck nicht, f&uuml;r &uuml;berfl&uuml;ssig 
achten unter dem Vorwand: das bekehrt, doch Niemanden. Ja, aber es kann 
doch zu Bekehrung, Erleuchtung, Verwahrung eines Manchen etwas beitragen, 
wenn mans am wenigsten meint, sonderlich wenn es naher zur Erf&uuml;llung 
kommt, da GOtt auch weitere Einsicht darein verleihen kann. Mutma&szlig;lich 
kann man jetzt so davon denken: Wie &uuml;berhaupt noch eine gro&szlig;e 
Versuchung vom Papsttum und von dem letzten betr&uuml;glichen Aufzug desselben 
bevorsteht; so m&ouml;chte allem Ansehen nach Israel zun&auml;chst vor 
seiner wahren Bekehrung in gro&szlig;er Gefahr deshalb laufen: 
 
<p>und wie man auf r&ouml;mischer Seite schon 
lang ein Auge auf Jerusalem und das gelobte Land gehabt; so m&ouml;chte 
es dem noch k&uuml;nftigen gro&szlig;en Antichrist gelingen, deshalb etwas 
Namhaftes auszuf&uuml;hren, da&szlig; sich hernach das j&uuml;dische Volk, 
bei dem es sich einesteils zu seiner Bekehrung anl&auml;&szlig;t, bei dem 
aber andernteils der fleischliche Gedanke von einem weltlichen Messias 
und dessen Reich noch nicht genug abgestorben ist, an diese geistlich=weltliche 
Macht h&auml;ngte, und ein Teil den andern zu seinen Absichten brauchte. 
Wer etwas wei&szlig; von den Arbeiten der Jesuiten in China und dergleichen 
entlegenen Orten, wie sie da die Lehre beugen, je nachdem es das Interesse 
bei ihnen erfordert, der wird sich einige Vorstellung machen k&ouml;nnen, 
was noch in Babylons letzten Hurenbecher kommen k&ouml;nnte, wenn vollends 
der abgestandene Christensinn und der fleischliche Judensinn zusammenfl&ouml;ssen. 
Auf dergleichen Umst&auml;nde mag nun das vorhabende Kapitel gehen, wenn 
man <i>Re 11</i> 
damit vergleicht. Denn mit dem jetzigen und so vielhundertj&auml;hrigen 
Zustand Israels ist das, was von G&ouml;tzen und falschen Propheten steht, 
nicht wohl zusammenzureimen. Wenn es aber zwischen der geistlich=weltlichen 
Macht des R&ouml;mischen Papsttums und zwischen Israel zu einer anfangs 
scheinbaren Verbindung kommt, so m&ouml;gen wohl auch unter Israel dergleichen 
unreine Geister, falsche Propheten, G&ouml;tzen, rauhe Kleidung usw. aufkommen, 
deren endliche Ausrottung aber bei Israels Bekehrung zum Licht verhei&szlig;en 
wird. Das Papsttum hat ungemein viel aus dem Judentum, und es kann sich 
noch wunderlich Eins in das Andre mengen. Ein desto herrlicherer Sieg der 
Wahrheit wird es sein, wenn GOtt endlich so kr&auml;ftige Irrt&uuml;mer 
st&uuml;rzen wird. Daher mag auch der gro&szlig;e Eifer f&uuml;r die Ehre 
GOttes kommen, da&szlig; alsdann auch Eltern zu Unterdr&uuml;ckung solcher 
L&uuml;gengeister in ihren Kindern helfen werden; jeder aber seines vorigen 
betr&uuml;glichen Wesens und der Mahlzeichen, so ihm von diesen hurerischen 
Liebhabern sind angeh&auml;ngt worden, sich selber sch&auml;men wird. Darum 
wird auch das Geheimnis des Kreuzes angezogen, unter welchem der HErr JEsus 
der gro&szlig;e Hirte der Schafe geworden ist, und das der best&auml;ndige 
Plan zu allen Werken GOttes bleibt. So wenig aber die Obersten dieser Welt 
damals die darunterliegende g&ouml;ttliche Kraft und Weisheit erkannt haben, 
so wenig hat man auch bemerkt, da&szlig; das weltliche Gemenge, das man 
im Papsttum in die Religion hineinbringe, mit diesem Kreuzgeheimnis nicht 
bestehe. Darum wird auch gegen das letzte, besorgliche Gemenge, dies Grund=Exempel 
angezogen, und daraus gezeigt, da&szlig; das GOttes Weg nicht sei, sondern 
da&szlig; in GOttes Wegen, wie bei Christo selber, Alles durch das Leiden 
gehe, mit Ausrecken der Hand zu den Kleinen anfange, und da&szlig; Vieles 
hinwegfalle, bis die wenigen Auserw&auml;hlten &uuml;brig bleiben, die 
zum Dienst GOttes im Geist und in der Wahrheit taugen <i>Re 
11:13.</i> 
 
<p>Wenn man's aber auch mit der obigen Mutma&szlig;ung 
nicht so genau getroffen h&auml;tte, so bleibt doch aus diesem Kapitel 
so viel Jedem ganz deutlich: das Geheimnis des Glaubens will in gutem Gewissen 
bewahrt sein. Beim offenen Born wider die S&uuml;nde und Unreinigkeit mu&szlig; 
Heuchelei und falsche Lehre weg. GOttes Wege sind Kreuzes Wege; nach den 
Anf&auml;ngen des Reichs GOttes und Christi ist immer auch noch der Fortgang 
desselben einzurichten. Der Leidenssinn mu&szlig; unter allem bleiben. 
An die Menge sich zu h&auml;ngen ist allemal mi&szlig;lich; Reinigkeit 
der Lehre und Heiligkeit des Lebens hat sich immer unter dem kleinen und 
gedr&uuml;ckten H&auml;uflein am ehesten erhalten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 14,1-7</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Sacharja 14 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Das vierzehnte Kapitel macht den Beschlu&szlig; an dem, was mit Jerusalem und 
dem j&uuml;dischen Volk in der Letzten Zeit vorgehen wird, und beschreibt 
etwas n&auml;her wie GOtt die im Vorhergehenden angek&uuml;ndigte L&auml;uterung 
vornehmen, das Untaugliche absch&auml;umen, unter so schreckhaften Umst&auml;nden 
aber das &Uuml;brige vollends zubereiten wird, Seiner herrlichen Gnade 
und deren Erweisungen w&uuml;rdiglich zu begegnen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 14,1-7</font></b></h4> 
 
<p><b>Die fr&ouml;hliche Sache, um die es zu tun ist, wird 
vorangesetzt, und sodann erst das Gedr&auml;nge und die k&uuml;mmerlichen 
Wege, durch die es damit laufen werde, bezeugt, aber auch behauptet, da&szlig; 
GOtt nicht zur&uuml;ckgehen, sondern sein Vorhaben durchsetzen werde, bei 
welchem auf das H&ouml;chste gekommenen Streit zwischen dem Reich des Lichts 
und der Finsternis es auch in der &auml;u&szlig;ern Natur ungewohnte Umst&auml;nde 
geben wird, dabei jeder Gl&auml;ubige etwas zu warten haben wird.</b> 
 
<p>Wer dazu nimmt, was <i> 
Re 11:7-13</i> vom Tod der zwei Zeugen, von 
dem nachmals zu einer so heilsamen Frucht ausschlagenden Erdbeben, ingleichem 
was <i>Re 16:12</i> 
von dem den K&ouml;nigen bereiteten Weg, und dann <i>Re 
19:11-21 </i>vom himmlischen Heerzug zu 
der gro&szlig;en Schlacht vorkommt, dem wird es leichter glaublich werden, 
auch hier Alles so zu verstehen, wie es der Text ank&uuml;ndigt. In unsern 
Zeiten, da GOtt sein Wort meistens, ohne viel Neues zu schaffen, in einem 
schon eingerichteten Geleis fortlaufen l&auml;&szlig;t, wird man gegen 
so etwas fremd; aber wenn man die vorigen Taten und Wunder GOttes dazunimmt, 
auf welche sich auch manche prophetischen Texte beziehen, so kann man ja 
wohl in diesen k&uuml;nftigen Wegen GOttes auch so etwas erwarten, dergleichen 
Er schon in &Auml;gypten bei Ausf&uuml;hrung Seines Volks getan hat. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 14,8-11</font></b></h4> 
 
<p><b>Sodann wird Jerusalems und des ganzem Landes ruhiger und herrlicher Wohlstand beschrieben.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 14,12-15</font></b></h4> 
 
<p><b>Dazwischen hinein wird die Strafe, so GOtt an den Feinden &uuml;ben werde, ger&uuml;ckt.</b> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Sacharja 14,16-21</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wird die zuvor abgebrochene Rede von dem im 
Reich GOttes bl&uuml;henden Segen wieder fortgesetzt und sonderlich die 
priesterliche Heiligkeit Alles dessen, was in dies Reich geh&ouml;rt, gepriesen.</b> 
 
<p>Da&szlig; die Beschreibung vom Reich GOttes 
und JEsu Christi so gespalten, und die Niederlage der Feinde so dazwischen 
gesetzt wird, ist eine Anzeige, da&szlig; zwar ein guter Anfang gemacht 
und ein Heerlager der Heiligen gesammelt werde, welches aber der Feinde 
Grimm so reizt, da&szlig; sie es zu verschlingen anfallen. Aber an der 
Niederlage der Feinde wird sich der HErr erst vollends in aller Welt verherrlichen, 
und das Reich GOttes wird sich erst im Frieden vollends recht ausbreiten 
k&ouml;nnen.</p> 
 
<blockquote> 
HErr, nimm wahr<br> 
Deiner Schar,<br> 
Aller, die noch kriegen,<br> 
Bis zum letzten Siegen! 
</blockquote> 
 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 1,1-5</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Der Prophet Maleachi Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Der Prophet Maleachi ist der letzte Prophet Alten Testaments, 
von dessen Zeugnis etwas Schriftliches auf die Nachkommenschaft ist aufbehalten 
worden. Von seinem Geschlecht und von der Zeit, in welcher er geweissagt, 
meldet er weiter nichts; der Inhalt selber aber zeigt, da&szlig; er sp&auml;ter 
als die beiden vorhergehenden Haggai und Sacharja gelebt und geweissaget 
habe. Denn vom Tempelbau, den die Vorhergehenden betrieben, kommt beim 
Maleachi weiter nichts vor, sondern der Tempel mu&szlig; fertig und der 
Opferdienst darin angefangen gewesen, aber freilich mir solcher Geringachten, 
Zweifel, Unglauben, fleischlichem Sinn getrieben worden sein, da&szlig; 
GOtt zu solchen Klagen Ursache fand, dergleichen im Propheten h&auml;ufig 
vorkommen. Der dem Serubabel und Josua durch den Propheten Sacharja verhei&szlig;ene 
g&ouml;ttliche Beistand ist nicht ausgeblieben, und es hat auch noch weiterhin 
durch die rechtschaffenen M&auml;nner Esra und Nehemia in der neu aufgehenden 
Kirche und Regiment manches gute Aussehen gewonnen. Aber weil eben alle 
g&ouml;ttliche Wohltaten selten so reich ausfallen, als es der fleischliche 
Sinn w&uuml;nscht; so hat nachgehends so ein undankbarer Unglaube ansetzen, 
und bei demselben solche &Auml;rgernisse einrei&szlig;en k&ouml;nnen, als 
der Prophet zu bek&auml;mpfen antraf. Wie n&auml;mlich zu den Zeiten des 
ersten Tempels das Volk zu Aberglauben und Abg&ouml;tterei geneigt war; 
so verfiel, es zur Zeit des zweiten Tempels, und nachdem durch ihren Aufenthalt 
in Babel allerlei fleischliche Weisheit unter sie gekommen war, vornehmlich 
in Unglauben, Verachtung der Religion, Zweifel an GOttes Vorsehung und 
an der Erf&uuml;llung der Verhei&szlig;ung, den V&auml;tern geschehen, 
in freche Reden und dergleichen, welcher heidnische Sinn gleich auch heidnisches 
Leben, besonders Ausschweifungen in der Ehe nach sich zog, wie das immer 
so zusammentrifft, da&szlig; je mehr die Menschen in heidnischen Unglauben 
und Unwissenheit von GOtt verfallen, je weniger k&ouml;nnen sie sich heidnischer 
S&uuml;nden und Unreinigkeiten erwehren, und je mehr sie sich denselben 
ergeben, desto mehr mu&szlig; das herrschende Fleisch in ihnen alle Stimme 
GOttes im Gewissen unterdr&uuml;cken. GOttes Absicht bei diesem Propheten 
war also: diesem Verderben in Lehre und Leben Einhalt zu tun, dabei Sich 
in Seiner g&ouml;ttlichen Geduld dar&uuml;ber, die wenigen Gl&auml;ubigen 
aber in ihrem Warten, zu st&auml;rken, durch die nochmalige Verhei&szlig;ung 
von Christo und dem Heil, das er schaffen werde. Damit aber dies heilige 
Gericht, so GOtt hiermit &uuml;ber der Menschen unrichtige Herzens=Gedanken 
von Seinem Dienst und von Seiner Gerechtigkeit halten wolle, desto mehr 
erkannt w&uuml;rde; so ist der Vortrag wie Gespr&auml;chsweise eingerichtet, 
wo Reden und Einwendungen des Volks mit den ernstlichen Antworten GOttes 
abwechseln. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Maleachi 1 Einleitung</font></b></h4> 
 
Darin rechtet GOtt zuerst mit dem ganzen Volk &uuml;berhaupt, 
und dann mit den Priestern insbesondere. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 1,1-5</font></b></h4> 
 
<p><b>GOtt behauptet gegen des Volkes Undank und Unglauben 
Seine vorz&uuml;gliche Liebes = Neigung gegen sie, und beruft sich auf 
die davon gegebenen Beweise.</b> 
 
<p>Es gibt unter den Menschen so viel Versto&szlig;, 
wenn sich Einer nicht auch des Andern Liebe unwert achtet, sondern statt 
dankbarer Erkenntlichkeit immer nur mehr fordern will. Aber man kommt auch 
in GOttes Wegen nicht fort, wenn man nicht lernt, der Liebe GOttes sich 
unwert achten. Dem Unglauben werden alle Liebeserweisungen GOttes gering, 
sobald er unter den damit verbundenen Kreuzes= Niedrigkeiten aushalten 
soll. Anf&auml;nglich hat GOtt nur nach freier Wahl der Gnade Jakob vorgezogen 
und Esau zur&uuml;ckgesetzt. Je weniger aber Esau diesen g&ouml;ttlichen. 
Schlu&szlig; respektieren, sondern seiner Naturkraft aufbieten und sich 
in derselben erheben wollte, je mehr ist er unter ein wirkliches Mi&szlig;fallen 
und Ha&szlig; GOttes geraten, und hat erfahren, wie GOtt den Hoff&auml;rtigen 
widerstehe. An Jakob aber und seinen Nachkommen wird es sich noch ansehnlich 
zeigen, wie GOtt der Menschen Ungeduld mit G&uuml;te pflegt zu zwingen, 
und wie Seine Geduld endlich unsre Ungeduld heile, da&szlig; sie von ihren 
harten Reden abstehen, und GOtt die Ehre geben mu&szlig;. O GOtt, gib uns 
verst&auml;ndige Herzen, die das Vergangene in dankbarem Angedenken, das 
Gegenw&auml;rtige in bed&auml;chtlichem Anblick, und das Zuk&uuml;nftige 
in einer fr&ouml;hlichen Aussicht vor sich haben und behalten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 1,6-14</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun wendet sich GOttes Rede zu den Priestern, die 
dem, was GOtt von ihnen zu fordern und zu erwarten hatte, gar nicht nachkommen, 
und gleichwohl noch Recht haben wollen.</b> 
 
<p>Mancher tr&auml;gt etwas als seinem Sinn 
und in seinen Grund=Gedanken in sich herum, aus dem er handelt, wenn er 
es schon nicht in wirkliche Worte und Reden fa&szlig;t; aber wann es ihm 
GOtt unter Augen stellen will, so mu&szlig; ihm sein gef&uuml;hrter Sinn 
als ein,wirkliches Sagen hingestellt werden. Es hat freilich seine eigene 
Versuchungen zu solchen Zeiten, wo man sehen mu&szlig;: die Leute halten 
nimmer viel auf ihre Religion, es ist in ihrem Kirchgehen und ganzen Gottesdienst 
der vorige Eifer nimmer; da hei&szlig;t es anf&auml;nglich, man mu&szlig; 
jetzt Vieles leiden; aber &uuml;ber eine Weile ist es einem kein eigentliches 
Leiden mehr, sondern man wird leichtsinnig und gleichg&uuml;ltig darunter, 
greift selbst Alles mit weniger Geist und Kraft an, h&auml;ngt fleischlicher 
Klugheit nach, sich sonst noch in einem Kredit zu erhalten, und seinen 
Nutzen dabei zu finden; dar&uuml;ber kann einem durch Gewohnheit zuletzt 
das Heiligste ver&auml;chtlich werden; und ein solches 
dummes Salz wird dann vollends unter der Leute F&uuml;&szlig;en zertreten. 
Man wundert sich oft, wie GOtt einem solchen Zustande so zusehen k&ouml;nne. 
Aber Er sieht hinaus, und wei&szlig;, wie das, was zu k&uuml;mmerlichen 
Zeiten einen mi&szlig;lichen Anblick gibt, doch noch die Br&uuml;cke ist, 
auf welcher sich das Reich GOttes seinem siegreichen Anbruch entgegendringt. 
Aber wer ohne Gemeinschaft der S&uuml;nden und Strafen zu solcher Zeit 
durchkommen will, der wird sich oft mit den Seufzern zu waffnen haben Neige 
mein Herz zu Deinen Zeugnissen und nicht zum Geiz. La&szlig; Deinen Knecht 
Dein Gebot festiglich f&uuml;r dein Wort halten. Wende von mir den falschen 
Weg und g&ouml;nne mir Dein Gesetz. Gedenke Deinem Knecht an Dein Wort, 
auf welches Du mich l&auml;ssest hoffen. La&szlig; meinen Gang gewi&szlig; 
sein nach Deinem Wort, und la&szlig; kein Unrecht &uuml;ber mich herrschen. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 2,1-9</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Maleachi 2 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wird anf&auml;nglich die Strafpredigt wider die 
Priester fortgesetzt. Nach der Mitte des Kapitels aber f&auml;ngt was Neues 
an und betrifft die weitere Vorstellung anderer im b&uuml;rgerlichen Leben 
vorfallenden, besonders durch Bitterkeit und H&auml;rtigkeit zwischen Ehegatten 
veranla&szlig;ten Ungerechtigkeiten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 2,1-9</font></b></h4> 
 
<p><b>Der gar ernstliche Beschlu&szlig; an der Strafpredigt 
GOttes wider die Priester.</b> 
 
<p>Die Menschen gehen in allen St&auml;nden 
mit GOttes Geboten nicht besser um, als wie wann es menschliche Reskripte 
und Recesse w&auml;ren, wo immer die &auml;lteren von den neueren verdr&auml;ngt 
werden. Aber GOtt hat Seine Rechte von Anfang so gegr&uuml;ndet, da&szlig; 
sie nicht immer umgeschmolzen zu werden n&ouml;tig haben; Er gibt auch 
um der ver&auml;nderten Zeiten willen nichts von Seinen Rechten nach, wie 
man oft bei menschlichen Gesetzen der Not weichen mu&szlig;, sondern durch 
Maleachi in den sp&auml;ten Zeiten f&uuml;hrt Er es wieder auf das, wo 
es bei Mose angefangen ward. Die &auml;ltesten &Auml;rgernisse und b&ouml;sen 
Gewohnheiten sind neuer als die Rechte GOttes. Hingegen ist GOtt auch so 
gerecht, da&szlig; Er zur Zeit des gr&ouml;&szlig;ten Zerfalls dem priesterlichen 
Stand doch noch an das Gute gedenkt, so in vorigen Zeiten durch wackere 
Arbeiter darin ist ausgerichtet worden. In der Welt wirft man um etlicher 
ungeschlachten &Auml;ste willen oft auch Stamm und Wurzel weg. In diesem 
St&uuml;ck ist es wunderbar, wie die Menschen durch sich selbst gestraft 
werden. Die Welt kann die im Geist Christi brennenden Priester nicht leiden, 
sondern will laue haben; aber &uuml;ber eine Weile werden eiskalte daraus, 
die ihr selber ver&auml;chtlich werden. Und da meinet man eine Weile, man 
habe es im Unglauben vollends gewonnen, wenn man diesen Stand so zum Verachten 
und Zertreten unter die F&uuml;&szlig;e bekommt, aber die Welt hat davon 
zuletzt auch den gr&ouml;&szlig;ten Schaden, da&szlig; ihr alle Gelegenheit 
entgeht, ein kr&auml;ftiges Zeugnis der Wahrheit zu h&ouml;ren; welches 
dann auch in andern St&auml;nden so viel Verderbliches nach sich zieht, 
als der Prophet nun weiter beklagt. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 2,10-17</font></b></h4> 
 
<p><b>Was f&uuml;r Seufzen und Schreien &uuml;ber einander 
im b&uuml;rgerlichen Leben durch Ungerechtigkeit, und besonders in Ehen 
durch Bitterkeit und H&auml;rtigkeit veranla&szlig;t werde; und mit welchen 
bu&szlig;fertigen Betrachtungen solches verh&uuml;tet werden sollte.</b> 
 
<p>Bei Ungerechtigkeiten im gemeinen b&uuml;rgerlichen 
Leben, besonders bei &uuml;berhandnehmender Zwietracht unter Ehegatten, 
Freunden, Nachbarn, leidet auch aller Gottesdienst sehr, das Gem&uuml;t 
geht Tag und Nacht mit um, das Gebet unterbleibt gr&ouml;&szlig;tenteils, 
und die Erh&ouml;rung ist den Unvers&ouml;hnlichen versagt. Nirgends ist 
mehr n&ouml;tig, sich vor seinem eigenen Geist zu h&uuml;ten, als wo vielerlei 
Sachen zusammenschlagen, die geduldiges Auseinandersetzen brauchen; bei 
verletzter Liebe, daraus erwachsenden Bitterkeit, bei wirklichem Recht, 
aber ungeschickter Art, selbiges zu brauchen: da mu&szlig; ein billiges 
Mi&szlig;trauen gegen sich selbst Einen geduldig machen, da&szlig; man 
seine innersten Grundgedanken geh&ouml;rig herausstellt, und was unrichtig 
daran ist, sich durch GOttes Zucht und Geist zerbrechen l&auml;&szlig;t. 
Ein Solcher Geduldiger ist besser, denn ein Starker, der zuf&auml;hrt, 
wie es ihn ankommt. O welch eine heilsame Sache, mit allen seinen Anschl&auml;gen 
und Begierden, auch wo so etwas Behendes, wie in Heirats = Gedanken und 
Eheh&auml;ndeln sich einmengen kann, unter GOtt sein und bleiben, bedenken, 
was dem Willen GOttes gem&auml;&szlig; Ist, um Desselben willen gern gegen 
seinen eigenen Sinn handeln. Au&szlig;er dem geht es oft, wie es <i>Spr&uuml;chw. 
19:3</i>. steht: die Torheit eines Menschen 
verleitet seinen Weg, da&szlig; sein Herz wider den HErrn tobet. Wenn man 
sich durch seine Torheit in genug verdrie&szlig;liche Umst&auml;nde hineingest&uuml;rzt 
hat, so meinet man zuletzt noch Ursache zu haben, wider den HErrn zu toben, 
und die Schuld von Vielem auf Sein Regieren zu werfen, wie die frechen 
M&auml;uler im Beschlu&szlig; des Kapitels getan haben, die aber im Folgenden 
nachdr&uuml;cklich gestopft werden. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 3,1-12</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Maleachi 3 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Weil nicht bald ein Urteil geschieht &uuml;ber die b&ouml;sen 
Werke, so wird mancher Menschen Herz voll, B&ouml;ses zu tun; Manche aber 
werden versucht, dem B&ouml;sen nachzueifern und sich &uuml;ber die &Uuml;belt&auml;ter 
zu erz&uuml;rnen, und diese bekommen dann solchen Bescheid, darin sie ihr 
Herz setzen und stillen sollten. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 3,1-12</font></b></h4> 
 
<p><b>Das Licht, das in die Welt kommen sollte, und mit demselben 
eine gem&auml;&szlig;e Strafe aller b&ouml;sen Werke, wird verhei&szlig;en, 
Jeder aber erweckt zu bedenken, mit welcher Liebe zum Licht er die Zucht 
desselben erleiden, oder aber an den unfruchtbaren Werken der Finsternis 
h&auml;ngen bleiben werde.</b> 
 
<p>O wie lange w&auml;hrt unter den Menschen 
die leidige Bem&uuml;hung, ihr Unrecht zu entschuldigen, und sich mit Vorw&auml;nden 
zu behelfen. Im Paradies hat es angefangen, und noch an jenem Tage werden 
Manche den letzten Versuch damit machen. GOtt aber macht inzwischen in 
Seiner Regierung fort, und h&auml;lt zwischen der Offenbarung Seines gerechten 
Zorns, und dem Erweisen Seiner Langmut und Geduld eine so weisliche Mitte, 
da&szlig; wer Sein Wort redlich dazunimmt, von keinem Mi&szlig;brauch verschlungen 
werden kann. GOtt zeigt noch immer genug, da&szlig; Er auf Erden Richter 
ist, und l&auml;&szlig;t die S&uuml;nde nicht walten. Sehe nun Jeder darauf, 
wie er der um ihn schallenden Stimme der Weisheit und Lehre der Wahrheit 
nachkomme, und warte nicht, bis es in der Welt um ihn herum anders wird. 
Wer noch in der Falschheit steckt, da&szlig; er der S&uuml;nde und dem 
Unrecht nur feind ist, wenn er was darunter zu leiden hat, hingegen selber 
noch daran h&auml;ngt, wenn daraus ein Vorteil f&uuml;r ihn blickt, der 
hat Ursache, ernstlich in sich zu gehen, und statt &uuml;ber GOttes Regierung 
und Anderer Durchschl&uuml;pfen bei derselben zu klagen, mehr &uuml;ber 
sich zu murren. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 3,13-18</font></b></h4> 
 
<p><b>Nun werden auch Diejenigen, die ihren eigenliebigen 
Tadel an GOttes Regieren noch scheinbarer anbringen, zuerst durch der Gottesf&uuml;rchtigen 
eigenes dankbares Bekenntnis und dann durch den dazu kommenden g&ouml;ttlichen 
Ausspruch so abgefertiget, da&szlig; ihr Unverstand auf GOttes Werk, und 
ihre Eigenliebe, nur ihr Recht &uuml;berall zu behaupten, dadurch besch&auml;met 
wird.</b> 
 
<p>Klagen, mit verf&auml;nglichen Nachrichten 
einander auftreiben, das Herz entz&uuml;nden, harte Reden veranlassen, 
Nacheifern erwecken u s w. das k&ouml;nnen die Menschen meisterlich; aber 
der Gottesf&uuml;rchtigen ihre Sache ist, einander tr&ouml;sten, das Herz 
stillen, dem &Auml;rgernis wehren, den lieben GOtt nicht ausrichten, sondern 
Seine Wege rechtfertigen. Bei den Lohns&uuml;chtigen, die meinen GOttes 
Verhei&szlig;ungen werden an ihnen nicht genugsam erf&uuml;llet, schl&auml;gt 
der knechtische Sinn vor; die g&ouml;ttliche Antwort nimmt bei denen, die 
Seinen Bund und Zeugnis halten, ihre Kindschaft, wozu Er sie in Gnaden 
verordnet, und den Bedacht auf ihren in Seinem Dienst bewiesenen Flei&szlig;, 
zusammen, und sagt, Er wolle sie halten, wie ein Mann seinen Sohn, der 
ihm dienet.</p> 
 
<blockquote> 
Hilf, da&szlig; ich wandeln mag, als wenn durch frommes Leben<br> 
Ich k&ouml;nnt erwerben hier die Sch&auml;tze jener Welt;<br> 
Doch wollest Du dabei mir Solchen Glauben geben,<br> 
Der mein Verdienst f&uuml;r nichts, und Dich f&uuml;r Alles h&auml;lt. 
</blockquote> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 4,1-3</font></b></h4> 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Maleachi 4 Einleitung</font></b></h4> 
 
<p>Darin wird der n&auml;chst zuvor bezeugte Unterschied 
zwischen dem Gerechten und Gottlosen noch weiter beschrieben, und die Weissagung 
des Propheten in derselben, aber zugleich das ganze Schrift Zeugnis Alten, 
Testaments mit einer bedenklichen Ermahnung und Verhei&szlig;ung beschlossen. 
 
<p><b>Wann und wie der Unterschied zwischen dem Gerechten 
und Gottlosen noch gr&ouml;&szlig;er ausfallen werde, als in dieser Zeit 
Niemand geglaubet hat.</b> 
 
<p>Jenes Feuer in der Wolken=S&auml;ule war 
f&uuml;r die Israeliten eine Leuchte und f&uuml;r die &Auml;gypter ein 
Schrecken. So wird auch das Licht jenes Tages f&uuml;r diejenigen eine 
Sonne der Gerechtigkeit sein, deren gute, aber im Streit und Verachtung 
gelegene Sache ans Licht gebracht werden wird, und f&uuml;r Andere wird 
es ein Ofen Sein, der ihnen von all ihrer Herrlichkeit weder Wurzel noch 
Zweig &uuml;brig lassen wird. O wer sollte also den Andern um ein Gl&uuml;ck 
beneiden, oder sich eine Herrlichkeit. so in die Augen stechen lassen, 
die so wie Asche unter die F&uuml;&szlig;e fallen wird! O wer sollte nicht 
froh sein, wenn ihm &uuml;ber Manchem nicht Vergeltung geschieht auf Erden, 
der aber wei&szlig;, da&szlig; er es gut stehen hat auf die Auferstehung 
der Gerechten und den Aufgang selbiger Sonne, die, was im Finstern verborgen 
ist, an das Licht bringen wird. 
 
<h4><b><font color=#0000FF>Text: Maleachi 4,4-6</font></b></h4> 
 
<p><b>Die Weissagung Maleachis und in derselben das gesamte 
Schrift = Zeugnis Alten Testaments wird mit einer bedenklichen Ermahnung 
und Verhei&szlig;ung beschlossen.</b> 
 
<p>Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist. Wer 
sich mehr an denn Weltlauf kehren, und nach den s&uuml;ndlichen Gewohnheiten 
der, Welt Sein Leben einrichten will, der tue es auf seine Gefahr. GOtt 
hat Seines Willens Erkl&auml;rung und Seine gegen die Welt eingelegte Protestation 
nicht unter die Bank gesteckt, es kommt nur darauf an, wer es zu Herzen 
nehmen und sich in seinem Angedenken flei&szlig;ig darauf beziehen mag. 
<i>Matth. 
17:10</i> fragten die J&uuml;nger JEsu warum 
die Schriftgelehrten sagen, Elias m&uuml;sse zuvor kommen? und der HErr 
JEsus beantwortet diese Frage so, da&szlig; man wohl sieht, wie Er des 
Elias Sein eigentlich verhei&szlig;enes Kommen weiter hinaussetzt; in dem 
Sinn aber, wie es die Schriftgelehrten erwarteten, es auf Johannes deutete, 
der als Sein Vorl&auml;ufer vor Ihm hergegangen, und im Geist und Kraft 
Elias auch an V&auml;tern und Kindern mit ihrer Erweckung zu der Klugheit 
der Gerechten Vieles ausgerichtet hat (<i>Luk. 
1:17)</i>. Mithin konnte Johannes von sich 
sagen: ich bin nicht Elias; und der Heiland konnte gleichwohl sagen: So 
ihrs wollt annehmen, ist er Elias; wenn man es n&auml;mlich recht fa&szlig;t, 
und bei dem, was an und durch Johannes erf&uuml;llt worden ist, gleichwohl 
noch weiter hinaus sieht auf die letzte Erf&uuml;llung. Und durch dessen 
Dienst wird der HErr JEsus auch bei Seinem Kommen zum Gericht noch Glauben 
finden auf Erden, mithin nicht Alles mit dem Bann Schlagen m&uuml;ssen, 
sondern denen, die auf Ihn warten, erscheinen zur Seligkeit. So war denn 
also durch alle Propheten teils das Gesetz Moses, teils das Zeugnis von 
Christo best&auml;tiget; wo man jenes hielte und auf Diesen wartete, da 
hatte der Glaube Alten Testaments seine Vollst&auml;ndigkeit, und beim 
Anbruch des Neuen Testaments hie&szlig; es mit Freuden: Wir haben Den gefunden, 
von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben. 
 
 
