Kurſächſiſches Privileg von 1534 Von Gottes Gnaden Johans Fridrich: Hertzog zu Sachſen vnd Churfürſt etc. ALlen vnd jglichen vnſern Prelaten / Grauen / Herrn / denen von der Ritterſchafft vnd Adel / Landuögten / Heubtleuten / Amptleuten / Amptsuerweſern / Schöſſern / Gleitsleuten / Reten der Stedte / vnd ſonſt allen andern / vnſern Vnterthanen vnd Verwandten / Entbieten wir vnſern grus / gnad / vnd alles guts / zuuor. Ehrwirdige / wolgeborne vnd Edle / lieben Getrewen / Wir geben euch zu erkennen / Das wir auff beſchehens anſuchen / auch anzeigung bewegender Vrſachen / bewilliget / vnd den dreien Buchhendelern zu Wittemberg / Moritzen Goltz / Barteln Vogel / vnd Chriſtoffeln Schrammen / ſolche Befreihung / gegeben / Das ſie / vnd niemands mehr / die nachbenante Bücher / nemlich die gantze Biblia Deudſch / den Pſalter mit den Summarien / New Teſtament klein / Jeſus Syrach / Auch D. Martini Luthers Poſtillen / in vnſern Fürſtenthumen vnd Landen / mügen drücken / feilhaben / vnd verkeuffen laſſen. Vnd ob die ſelben Bücher / an andern Orten nachgedrückt würden / So ſollen ſie doch in vnſern Fürſtenthumen vnd Landen / weder heimlich noch öffentlich verkaufft / oder feil gehabt werden / Bey Peen hundert gülden / Halb den Gerichtsheldern jedes Orts / da die Vbertretter befunden / Vnd die andere helffte jnen den bemelten dreien Buchhendlern / verfallen zu ſein. Begern demnach an euch alle / vnd einen jeden in ſonderheit darob zu ſein / Damit in ewer jedes zuſtendigen auch vnſern Ampts vnd Stadgerichten / obbemelte Bücher / zu drücken / noch andern feil zu haben / oder zu verkeuffen / Der oder die ſelben theten es denn / mit benanter Dreier wiſſen / willen vnd ſcheinliche zulaſſung / nicht verſtattet. Sonderlich ſo jemands dawider gethan hette / oder thete / gegen dem oder den ſelbigen / wollet euch auff benanter dreier Buchverkeuffer / oder jrer Befelhaber anſuchen / mit einbringung vorberürter ſtraffe ernſtlich vnd vnnachleſlich erzeigen / Wolten wir euch nicht vnuermeldet laſſen / Vnd geſchicht daran / bey vermeidung vnſer ſelbs ernſten ſtraffe / vnſere gentzliche meinung. Zu Vrkund mit vnſerm zu rugk auffgedrucktem Secret beſiegelt / Vnd gegeben zu Torgaw / Donnerſtags nach Petri Kettenfeier / Anno. M. D. XXXiiij.
Luthers Warnung an die Drucker von 1541 S. Paulus ſpricht: Der Geitz iſt ein wurtzel alles Vbels. Solchen Spruch erfaren wir in dieſer vnſer ſchendlichen böſen zeit ſo gewaltig / als man nicht wol des gleichen in allen Hiſtorien findet. DEnn ſihe allein das grewliche / ſchreckliche / weſen vnd vbel an / das der Geitz durch den leidigen Wucher treibt / Das auch etliche feine / vernünfftige / dapffere Leute mit dieſem Geitzteufel vnd Wucherteufel alſo beſeſſen ſind / das ſie wiſſentlich vnd wolbedachtes verſtands / den erkandten Wucher treiben / vnd alſo williglich vnd bey guter vernunfft den Abgott Mammon / mit groſſer grewlicher verachtung göttlicher Gnaden vnd Zorns / anbeten / vnd drüber ins Helliſche fewr vnd ewiges Verdamnis ſehend vnd hörend gleich lauffen vnd rennen. DEr ſelbige verfluchte Geitz / hat vnter allen andern Vbeln / ſo er treibt / ſich auch an vnſere Erbeit gemacht / darin ſeine bosheit vnd ſchaden zu vben. Denn nach dem vns allhie zu Wittemberg / der barmhertzige Gott ſeine vnausſprechliche gnade gegeben hat / Das wir ſein heiliges Wort / vnd die heilige Biblia hell vnd lauter in die deudſche Sprache bracht haben / Daran wir (wie das ein jglicher Vernünfftiger wol dencken kan) treffliche groſſe Erbeit (doch alles durch Gottes gnaden) gethan. SO feret der Geitz zu / vnd thut vnſern Buchdrückern dieſe ſchalckheit vnd büberey / Das andere flugs balde hernach drücken / Vnd alſo der unſern Erbeit vnd Vnkoſt berauben zu jrem Gewin / Welchs eine rechte groſſe öffentliche Reuberey iſt / die Gott auch wol ſtraffen wird / vnd keinem ehrlichen Chriſtlichen Menſchen wol anſteht. Wiewol meinet halben daran nichts gelegen / Denn ich habs vmb ſonſt empfangen / vmb ſonſt hab ichs gegeben / vnd begere auch dafur nichts / Chriſtus mein HErr hat mirs viel hundert tauſentfeltig vergolten. ABer das mus ich klagen vber den Geitz / Das die geitzigen Wenſte vnd reubiſche Nachdrücker mit vnſer Erbeit vntrewlich vmbgehen. Denn weil ſie allein jren Geitz ſuchen / fragen ſie wenig darnach / wie recht oder falſch ſie es hin nachdrücken / Vnd iſt mir offt widerfaren / das ich der Nachdrücker druck geleſen / alſo verfelſchet gefunden / das ich meine eigen Erbeit / an vielen Orten nicht gekennet / auffs newe habe müſſen beſſern. Sie machens hin rips raps / Es gilt gelt. So doch (wo ſie anders rechte Drücker weren) wol wiſſen vnd erfaren ſolten haben / Das kein vleis gnugſam ſein kan in ſolcher Erbeit / als die Drückerey iſt / Des wird mir Zeugnis geben / wer jemals verſucht hat / was vleiſſes hie zugehöret. DERhalben / ob jemand dieſe vnſer newe gebeſſerte Biblia fur ſich ſelbs / oder auff eine Librarey begert zu haben / der ſey von mir hiemit trewlich gewarnet / das er zuſehe / was vnd wo er keuffe / vnd ſich anneme vmb dieſen Druck der von den vnſern corrigirt wird / vnd hie ausgehet. Denn ich gedencke nicht ſo lange zu leben / das ich die Biblia noch ein mal müge vberlauffen. Auch ob ich ſo lange leben müſte / bin ich doch nu mehr zu ſchwach zu ſolcher Erbeit. VND wündſche das ein jglicher bedencken wolt / das nicht leichtlich jemand anders ſolcher ernſt ſey an der Biblia / als vns allhie zu Wittemberg / als denen zum erſten die gnade gegeben iſt / Gottes wort wider an den tag vngefelſcht / vnd wol geleutert / zubringen. Hoffen auch / vnſer Nachkomen werden in jrem nachdrücken / eben den ſelben vleis dran wenden / Da mit vnſer Erbeit rein vnd völlig erhalten werde. SO haben wirs auch / on allen Geitz / nutz vnd genies (das können wir rhümen in Chriſto) trewlich vnd reichlich / allen Chriſten dar gethan vnd mitgeteilet. Vnd was wir darüber gelidden / gethan / vnd dran gewand / das ſol niemand erkennen / denn des die Gaben ſind / vnd der durch vns vnwirdige / elende / arme Werckgezeug ſolchs gewirckt hat. Dem ſey allein die Ehre / Lob vnd Danck in ewigkeit / AMEN. D. Mart. Luth.
Das Alte Teſtament Vorrede auff das Alte Teſtament DAs Alte Teſtament halten etliche geringe / Als das dem Jüdiſchen volck alleine gegeben / vnd nu fort aus ſey / vnd nur von vergangenen Geſchichten ſchreibe / Meinen / ſie haben gnug am newen Teſtament / vnd geben fur eitel geiſtliche ſinn im alten Teſtament zu ſuchen / Wie auch Origenes / Hieronymus vnd viel hoher Leute mehr gehalten haben. Aber Chriſtus ſpricht Joh. v. Forſchet in der Schrifft / denn dieſelbige gibt zeugnis von mir. Vnd S. Paulus gebeut Timotheo / Er ſolle anhalten mit leſen der Schrifft. Vnd rhümet Rom. j. wie das Euangelium ſey von Gott in der Schrifft verheiſſen. Vnd j. Cor. xv. ſagt er / Chriſtus ſey nach laut der Schrifft von Dauids geblüte komen / geſtorben vnd vom Tod aufferſtanden. So weiſet vns auch S. Petrus mehr denn ein mal enhinder in die Schrifft. Joh. 5; 1. Tim. 4; Rom. 4; 1. Cor. 15. DA mit ſie vns je leren / die Schrifft des alten Teſtaments nicht zu verachten ſondern mit allem vleis zu leſen / weil ſie ſelbs das newe Teſtament ſo mechtiglich gründen vnd beweren / durchs alte Teſtament / vnd ſich drauff beruffen. Wie auch S. Lucas Act. xvij. ſchreibt / Das die zu Theſſalonich teglich forſcheten die Schrifft / Ob ſichs ſo hielte / wie Paulus lerete. So wenig nu des newen Teſtaments grund vnd beweiſung zu verachten iſt / So thewr iſt auch das alte Teſtament zu achten. Vnd was iſt das newe Teſtament anders / denn ein öffentliche predigt vnd verkündigung von Chriſto / durch die Sprüche im alten Teſtament geſetzt / vnd durch Chriſtum erfüllet. Act. 17. DAs aber die jenigen / ſo es nicht beſſer wiſſen / ein anleitung vnd vnterricht haben / nützlich drinnen zu leſen / Habe ich dieſe Vorrede nach meinem vermügen / ſo viel mir Gott gegeben geſtellet. Bitte vnd warne trewlich einen jglichen fromen Chriſten / Das er ſich nicht ſtoſſe an der einfeltigen Rede vnd Geſchicht / ſo jm offt begegnen wird / Sondern zweiuele nicht dran / wie ſchlecht es jmer ſich anſehen leſſt / es ſeien eitel Wort / Werck / Gericht vnd Geſchicht der hohen göttlichen Maieſtet / macht vnd weiſheit. Denn dis iſt die Schrifft / die alle Weiſen vnd Klugen zu Narren macht / Vnd allein den Kleinen vnd Albern offen ſtehet / wie Chriſtus ſagt Matth. xj. Darumb las dein dünckel vnd fülen faren / vnd halte von dieſer Schrifft / als von dem allerhöheſten / edleſten Heiligthum / als von der allerreichſten Fundgruben / die nimer mehr gnug auſgegründet werden mag. Auff das du die Göttliche weiſheit finden mügeſt / welche Gott hie ſo alber vnd ſchlecht furlegt / das er allen hohmut dempffe. Hie wirſtu die Windeln vnd die Krippen finden / da Chriſtus innen ligt / Da hin auch der Engel die Hirten weiſet. Schlecht vnd geringe Windel ſind es / Aber thewr iſt der ſchatz Chriſtus / der drinnen ligt. Matt. 11; Luc. 2. So wiſſe nu / das dis Buch ein Geſetzbuch iſt / das da leret / was man thun vnd laſſen ſol. Vnd da neben anzeigt Exempel vnd Geſchichte / wie ſolch Geſetze gehalten oder vbertretten ſind. Gleich wie das newe Teſtament / ein Euangelium oder Gnadenbuch iſt / vnd leret / wo mans nemen ſol / das das Geſetz erfüllet werde. Aber gleich wie im newen Teſtament / neben der Gnadenlere / auch viel andere Lere gegeben werden / die da Geſetz vnd Gebot ſind / das Fleiſch zu regieren / ſintemal in dieſem leben der Geiſt nicht volkomen wird / noch eitel gnade regieren kan. Alſo ſind auch im alten Teſtament / neben den Geſetzen / etliche Verheiſſung vnd Gnadenſprüche da mit die heiligen Veter vnd Propheten vnter dem Geſetz im glauben Chriſti / wie wir / erhalten ſind. Doch wie des newen Teſtaments eigentliche Heubtlere iſt / gnade vnd friede durch vergebung der ſünden in Chriſto verkündigen / Alſo iſt des alten Teſtaments eigentliche Heubtlere / Geſetze leren vnd Sünde anzeigen / vnd guts foddern. Solches wiſſe im alten Teſtament zu warten. Vnd das wir zu erſt auff Moſes Bücher komen / Der leret in ſeinem erſten Buch / wie alle Creatur geſchaffen ſind / Vnd (das ſeines ſchreibens meiſte vrſach iſt) Wo die Sünde vnd der Tod her komen ſey / nemlich / durch Adams fall / aus des Teufels boſheit. Aber bald darauff / ehe denn Moſes geſetz kompt / leret er / Wo her die Hülffe wider komen ſolt / die Sünde vnd Tod zu vertreiben. nemlich / nicht durch Geſetz noch eigen werck / weil noch kein Geſetz war / Sondern durch des Weibes ſamen / Chriſtum / Adam vnd Abraham verheiſſen. Auff das alſo der glaube von anfang der Schrifft durch vnd durch gepreiſet werde / vber alle werck / Geſetz vnd verdienſt. Alſo hat das erſte buch Moſe faſt eitel exempel des glaubens vnd vnglaubens / vnd was glaube vnd vnglaube fur früchte tragen / vnd iſt faſt ein Euangeliſch buch. Darnach im andern Buch / da die Welt nu vol vnd in der blindheit verſuncken war / das man ſchier nicht mehr wuſte / was Sünde war / oder wo Tod her komen ſey / bringet Gott Moſen erfur mit dem Geſetz / Vnd nimpt ein beſonders Volck an / die Welt an jnen wider zu erleuchten / vnd durchs Geſetz die ſunde wider zu eröffenen. Vnd verfaſſet alſo das Volck mit allerley Geſetzen / vnd ſondert ſie von allen andern Völckern. Leſſt ſie eine Hütten bawen / vnd richtet einen Gottesdienſt an / Beſtellet Fürſten vnd Amptleute / vnd verſorget alſo ſein Volck beide mit Geſetzen vnd Leuten auffs allerfeineſt / wie ſie / beide leiblich fur der welt / vnd geiſtlich fur Gott / ſollen regiert werden. Jm dritten Buch / wird in ſonderheit das Prieſterthum verordnet mit ſeinen Geſetzen vnd Rechten / dar nach die Prieſter thun / vnd das Volck leren ſollen. Da ſihet man / wie ein Prieſterlichampt nur vmb der Sünde willen wird eingeſetzt / das es dieſelbige ſol dem Volck kund machen vnd fur Gott verſünen. Alſo / das alle ſein werck iſt / mit ſunden vnd Sündern vmbgehen. Derhalben auch den Prieſtern kein zeitlich Gut gegeben / noch leiblich zu regieren befolhen oder zugelaſſen wird / Sondern allein des Volcks zu pflegen in den sünden. jnen zugeeigent wird. Jm vierden / da nu die geſetze gegeben / Prieſter vnd Fürſten eingeſetzt ſind / die Hütten vnd Gottesdienſt angericht ſind / vnd alles bereit iſt / was zum volck Gottes gehöret / Hebt ſich das werck vnd vbung an / vnd wird verſucht / wie ſolche Ordnung gehen vnd ſich ſchicken wil. Darumb ſchreibt das ſelb Buch von ſo viel vngehorſam vnd plagen des Volcks. Vnd werden etliche Geſetz verkleret vnd gemehret. Denn alſo findet ſichs alle zeit / das Geſetze bald zu geben ſind / Aber wenn ſie ſollen angehen vnd in den ſchwang komen / da begegent nicht mehr denn eitel hindernis / vnd wil nirgend fort / wie das Geſetz foddert. Das dis Buch ein mercklich Exempel iſt / wie gar es nichts iſt / mit Geſetzen die Leute from machen / Sondern wie S. Paulus ſagt / Das Geſetze nur sünde vnd zorn anrichte. Jm fünften / da nu das volk vmb ſeinen vngehorſam geſtrafft iſt / vnd Gott ſie mit gnaden ein wenig gelockt hatte / das ſie aus wolthat / da er jnen die zwey Königreich gab / bewegt wurden ſein Geſetz mit luſt vnd liebe zuhalten / widerholet Moſe das gantz Geſetz mit allen Geſchichten / ſo jnen begegent war (on was das Prieſterthum betrifft) vnd verkleret alſo von newen an alles / was beide zum leiblichen vnd geiſtlichen Regiment eines Volcks gehört. Das alſo Moſe / wie ein volkomener Geſetzlerer allenthalben ſeinem Ampt gnug thet / vnd das Geſetz nicht alleine gebe / ſondern auch da bey were / da mans thun ſolt / vnd wo es feilet / verkleret vnd wider anrichtet. Aber dieſe verklerung im fünfften Buch / helt eigentlich nichts anders innen / denn den glauben zu Gott / vnd die liebe zum Neheſten / Denn da hin langen alle geſetze Gottes. Darumb wehret Moſe mit ſeinem verkleren / alle dem / das den glauben an Gott verderben mag / bis hin an in das xx. Cap. Vnd alle dem / das die Liebe hindert / bis an des Buches ende. Hje bey iſt nu zu mercken auffs erſte / das Moſe das Volck ſo genaw mit Geſetzen verfaſſet / das er keinen raum leſſt der Vernunfft jrgend ein werck zu erwelen oder eigen Gottesdienſt erfinden. Denn er leret nicht allein Gott fürchten / trawen vnd lieben / Sondern gibt auch ſo mancherley weiſe euſſerlichs Gottesdienſts / mit opffern / geloben / faſten / caſteien etc / Das niemand not ſey / etwas anders zu erwelen. Jtem er leret auch pflantzen / bawen / freien / ſtreitten / Kinder / Geſind vnd Haus regieren / keuffen vnd verkeuffen / borgen vnd löſen / vnd alles was euſſerlich vnd innerlich zu thun ſey / So gar / das etliche Satzungen gleich nerriſch vnd vergeblich an zuſehen ſind. LJeber / warumb thut Gott daſs? Endlich darumb / Er hat ſich des Volcks vnterwunden / das es ſein eigen ſein ſolt / vnd er wolt jr Gott ſein / darumb wolt er ſie alſo regieren / das alle jr Thun gewis were / das es fur jm recht were. Denn wo jemand etwas thut / da Gottes wort nicht zuuor auff gegeben iſt / das gilt fur Gott nicht vnd iſt verlorn. Denn er verbeut auch am iiij. vnd xiij. Cap. im v. Buch / das ſie nichts ſollen zuthun zu ſeinen Geſetzen. Vnd im xij. ſpricht er / Sie ſollen nicht thun was ſie recht dünckt. Auch der Pſalter vnd alle Propheten drob ſchreien / Das das Volck gute werck thet / die ſie ſelbs erweleten / vnd von Gott nicht geboten waren. Denn er wil vnd kans nicht leiden / das die ſeinen etwas furnemen zu thun / das er nicht befolhen hat / es ſey wie gut es jmer ſein kan / Denn gehorſam iſt aller werck adel vnd güte / der an Gottes worten hanget. WEil denn nu dis Leben nicht kan on euſſerlich Gottesdienſt vnd Weiſe ſein / hat er jnen furgelegt ſolch mancherley Weiſe / vnd mit ſeinem Gebot verfaſſet. Auff das / ob ſie ja müſten oder auch wolten Gott jrgend einen euqqerlichen Dienſt thun / das ſie dieſer einen angriffen / vnd nicht ein eigen erdechten / Da mit ſie gewis vnd ſicher weren das ſolch jr werck in Gottes wort vnd gehorſam gienge. Alſo iſt jnen allenthalben gewehret / eigener Vernunfft vnd Freiem willen zu folgen / guts zu thun vnd wol zu leben / Vnd doch vbrig gnug / raum / ſtete / zeit / Perſon / werck vnd weiſe beſtimpt vnd furgelegt / das ſie nicht klagen dürffen / noch frembder Gottesdienſt Exempel nachfolgen müſſen. Avffs ander iſt zu mercken / das die geſetz dreierley art ſind. Etliche die nur von zeitlichen gütern ſagen / Wie bey vns die Keiſerlichen geſetze thun. Dieſe ſind von Gott allermeiſt vmb der Böſen willen geſetzt / das ſie nichts ergers theten. Darumb ſind ſolche Geſetze nur Wehrgeſetz / mehr denn Leregeſetz. Als da Moſe gebeut ein Weib mit einem Scheidebrieff von ſich zu laſſen Jtem / das ein Man ſein Weib mit einem Eiueropffer treiben / vnd ander Weiber mehr nemen mag / Solchs ſind alles weltliche Geſetze. ETliche aber ſind / die von euſſerlichen Gottesdienſt leren / wie droben geſagt iſt. VBer dieſe beide gehen nu die Geſetze vom glauben vnd von der Liebe / alſo / das alle ander Geſetz müſſen vnd ſollen jr mas haben vom Glauben vnd von der Liebe / das ſie gehen ſollen / wo jre werck alſo geraten / das ſie nicht wider den glauben vnd die Liebe gehen / Wo ſie aber wider den Glauben vnd Liebe geraten / ſollen ſie ſchlecht ab ſein. DA her leſen wir / das Dauid den mörder Joab nicht tödtet / ſo er doch zwey mal den tod verdienet hatte. Vnd ij. Reg. xiiij. gelobt er dem weibe von Thekoa / jr Son ſolle nicht ſterben / ob er wol ſeinen Bruder erwürget hatte. Jtem / Abſalom tödtet er auch nicht. Jtem / er ſelbs Dauid aſs von dem heiligen Brot der Prieſter j. Reg. xxj. Jtem Thamar meinet / der König möchte ſie geben Amnon jrem Stieffbruder zur Ehe. Aus dieſer vnd der gleichen Geſchichten / ſihet man wol / das die Könige / Prieſter vnd Oberſten haben offt friſch ins Geſetze gegriffen / wo es der Glaube vnd die Liebe haben gefoddert. Das alſo der Glaube vnd die Liebe ſol aller Geſetz Meiſterin ſein / vnd ſie alle in jrer macht haben. Denn ſintemal alle Geſetz auff den Glauben vnd Liebe treiben / ſol keins nicht mehr gelten noch ein Geſetze ſein / wo es dem Glauben oder der Liebe wil zu wider geraten. DErhalben jrren die Jüden noch heutiges tags faſt ſeer / das ſie ſo ſtrenge vnd hart vber etlichen geſetzen Moſe halten / vnd viel ehe Liebe vnd Friede lieſſen vntergehen / ehe ſie mit vns eſſen oder trüncken / oder der gleichen theten / Vnd ſehen des Geſetzes meinung nicht recht an / Denn dieſer verſtand iſt von nöten allen die vnter Geſetzen leben / nicht allein den Jüden. Denn alſo ſagt auch Chriſtus Matth. xij. Das man den Sabbath brechen möcht / wo ein Ochs in eine gruben gefallen war / vnd jm er auſhelffen / Welchs doch nur ein zeitliche not vnd ſchaden war. Wie viel mehr ſol man friſch allerley Geſetz brechen / wo es Leibs not foddert / ſo anders dem Glauben vnd der Liebe nichts zu wider geſchicht. Wie Chriſtus ſagt / Das Dauid gethan hat / da er die heiligen Brot aſs / Mar. iij. Was iſt aber / das Moſe die Geſetze ſo vnordig vnternander wirfft? Warumb ſetzt er nicht die Weltlichen auff einen hauffen / die Geiſtlichen auch auff einen hauffen / vnd den Glauben vnd Liebe auch auff einen? Da zu widerholet er zu weilen ein Geſetz ſo offt / vnd treibt einerley wort ſo viel mal / das gleich verdroſſen iſt zu leſen vnd zu hören? Antwort Moſe ſchreibt / wie ſichs treibt / Das ſein Buch ein bild vnd Exempel iſt des Regiments vnd Lebens. Denn alſo gehet es zu / wenn es im ſchwang gehet / das jtzt dis werck / jtzt jenes gethan ſein mus. Vnd kein Menſch ſein Leben alſo faſſen mag (ſo es anders Göttlich ſein ſol) das er dieſen tag eitel geiſtlich / den andern eitel weltlich Geſetze vbe / Sondern Gott regiert alſo alle Geſetze vnternander / wie die Stern am Himel / vnd die Blumen auff dem Felde ſtehen / Das der Menſch mus alle ſtunde zum jglichen bereit ſein / vnd thun welchs jm am erſten fur die hand kompt / Alſo iſt Moſe Buch auch vnternander gemenget. DAs er aber ſo faſt treibt vnd offt einerley widerholet / Da iſt auch ſeines Ampts art angezeiget. Denn wer ein Geſetzuolck regieren ſol / der mus jmer anhalten / jmer treiben / vnd ſich mit dem Volck / wie mit Eſeln / blewen / Denn kein Geſetzwerck gehet mit luſt vnd liebe abe / es iſt alles erzwungen vnd abgenötiget. Weil nu Moſe ein Geſetzlerer iſt / mus er mit ſeinem treiben anzeigen / wie Geſetzwerck gezwungen werck ſind / vnd das Volck müde machen / Bis es durch ſolch treiben erkenne ſeine kranckheit vnd vnluſt zu Gottes geſetz / vnd nach der Gnade trachte / wie folget. Avffs dritte / jſt das die rechte meinung Moſe / Das er durchs Geſetz die sünde offenbare vnd alle vermeſſenheit menſchlichs vermügens zuſchanden mache. Denn da her nennet in S. Paulus Gal. ij. einen Amptman der sünde vnd ſein Ampt ein ampt des Tods ij. Cor. iij. Vnd Rom. iij. vnd vij. ſpricht er / Durchs Geſetze kome nicht mehr denn erkentnis der sünde. Vnd Rom. iij. Durchs Geſetzs werck wird niemand from fur Gott. Denn Moſe kan durchs Geſetz nicht mehr thun / weder anzeigen was man thun vnd laſſen ſol. Aber krafft vnd vermügen ſolches zu thun vnd zu laſſen / gibt er nicht / vnd leſſt vns alſo in der sünde ſtecken. Gal. 2; 2. Corin. 3; Rom. 3; Rom. 7 WEnn wir denn in der sünde ſtecken / ſo dringet der Tod alſo bald auff vns / als eine rache vnd ſtraffe vber die ſunde. Da her nennet S. Paulus die Sünde / des Tods ſtachel / Das der Tod durch die ſunde alle ſein Recht vnd macht an vns hat. Aber wo das Geſetze nicht were / ſo were auch keine sünde. Darumb iſts alles Moſe ampts ſchuld / der reget vnd rüget die ſunde durchs Geſetze / ſo folget der Tod auff die sünde mit gewalt. Das Moſe ampt billich vnd recht ein ampt der ſunde vnd des todes von S. Paulo genennet wird / Denn er bringet nichts auff vns durch ſein Geſetz geben / denn ſunde vnd tod. 1. Cor. 15 ABer doch iſt ſolch Sündeampt vnd Todampt gut / vnd faſt von nöten / Denn wo Gottes geſetz nicht iſt / da iſt alle menſchliche Vernunfft ſo blind / das ſie die ſunde nicht mag erkennen. Denn kein menſchlich Vernunfft weis / das vnglaube vnd an Gott verzweiueln sünde ſey / Ja ſie weis nichts dauon / das man Gott gleuben vnd trawen ſol / Gehet alſo da hin in jrer blindheit verſtockt / vnd fület ſolche ſunde nimer mehr. Thut dieweil ſonſt etwa gute werck / vnd füret ein euſſerlich erbars Leben. Da meinet ſie denn / ſie ſtehe wol / vnd ſey der ſachen gnung geſchehen Wie wir ſehen in den Heiden vnd Heuchlern / wenn ſie auff jr beſtes leben. Jtem / ſo weis ſie auch nicht / das böſe neigung des Fleiſchs / vnd haſs wider die Feinde / sünde ſey / ſondern weil ſie ſihet vnd fület / das alle Menſchen ſo geſchickt ſind / achtet ſie ſolchs fur natürlich vnd recht gut ding / Vnd meinet / es ſey gnug / wenn man nur euſſerlich den wercken wehret. Alſo gehet ſie da hin / vnd achtet jre kranckheit fur ſtercke / jre sünde fur recht / jr böſes fur gut / vnd kan nicht weiter. SJhe / dieſe blindheit vnd verſtockte vermeſſenheit zu vertreiben / iſt Moſe ampt not. Nu kan er ſie nicht vertreiben / er mus ſie offenbaren vnd zu erkennen geben. Das thut er durchs Geſetz / da er leret / Man ſolle Gott fürchten / trawen / gleuben vnd lieben. Dazu keine böſe luſt noch haſs zu einigem Menſchen tragen oder haben. Wenn nu die Natur ſolchs recht höret / ſo mus ſie erſchrecken / Denn ſie befindet gewis / weder trawen noch glauben / weder furcht noch liebe zu Gott. Jtem weder liebe noch reinigkeit gegen dem Neheſten / Sondern eitel vnglauben / zweiueln / verachtung vnd haſs zu Gott / vnd eitel böſen willen vnd luſt zum Neheſten. Wenn ſie aber ſolchs findet / ſo iſt der Tod alſo bald fur augen / der ſolchen Sünder freſſen / vnd in die Helle wil verſchlingen. SJhe / Das heiſſt den Tod durch die Sünde auff vns dringen / vnd durch die ſunde vns tödten. Das heiſſt durch das Geſetz die ſunde regen / vnd fur die augen ſetzen / vnd alle vnſer vermeſſenheit in ein verzagen / vnd zittern vnd verzweiueln treiben. Das der Menſch nicht mehr kan thun / denn mit den Propheten ſchreien / Jch bin von Gott verworffen / Oder / wie man auff Deudſch ſagt / Jch bin des Teufels / Jch kan nimer mehr ſelig werden. Das heiſſt recht in die Helle gefurt. Das meinet S. Paulus mit kurtzen worten. j. Corin. xv. Der ſtachel des Tods iſt die sünde / Aber das Geſetz iſt der sünden krafft. Als ſolt er ſagen / Das der Tod ſticht vnd vns erwürget / macht die Sünde / die an vns gefunden wird / des tods ſchüldig. Das aber die Sünde an vns funden wird / vnd ſo mechtig vns dem Tod gibt / macht das Geſetz / welchs vns die Sünde offenbart vnd erkennen leret / die wir zuuor nicht kandten / vnd ſicher waren. 1. Cor. 15 Nv ſihe / mit welcher gewalt Moſe ſolchs ſein Ampt treibet vnd auſrichtet / Denn das er ja die Natur auffs allerhöheſt ſchende / gibt er nicht allein ſolche Geſetz / die von natürlichen vnd warhafftigen Sünden ſagen / als da ſind die zehen Gebot / Sondern macht auch sünde / da von natur ſonſt keine sünde iſt / vnd dringet vnd drücket auff ſie mit hauffen sünden. Denn vnglaube vnd böſe luſt iſt von art ſunde vnd des todes werd. Aber das man nicht ſol geſewert Brot eſſen auff Oſtern / vnd kein vnrein Thier eſſen / kein Zeichen an dem Leib machen / vnd alles was das Leuitiſch Prieſterthum mit sünden ſchaffet / das iſt nicht von art sünde vnd böſe / ſondern wird allein darumb ſunde / das durchs Geſetz verboten iſt / welchs Geſetz wol kan abſein. Aber die zehen Gebot mügen nicht alſo abſein / Denn da iſt ſunde / ob ſchon die Gebot nicht weren / oder nicht erkennet weren. Gleich wie der Heiden vnglaube ſunde iſt / ob ſie es wol nicht wiſſen noch achten / das ſunde ſey. ALſo ſehen wir / das ſolche vnd ſo mancherley geſetze Moſe / nicht allein darumb gegeben ſind / das niemand etwas eigens dürffte erwelen guts zuthun / vnd wol zu leben / wie droben geſagt iſt. Sondern viel mehr darumb / das der ſunden nur viel würden / vnd ſich vber die maſs heufften / das gewiſſen zu beſchweren. Auff das die verſtockte blindheit ſich erkennen müſte / vnd jr eigen vnuermügen vnd nichtigkeit zum guten müſte fülen / Vnd alſo durchs Geſetz genötiget vnd gedrungen würde etwas weiters zu ſuchen / denn das Geſetz vnd eigen vermügen / nemlich / Gottes gnade in künfftigen Chriſtum verheiſſen. Denn es iſt je alles geſetz Gottes gut vnd recht / wenn er auch gleich hieſſe nur Miſt tragen / oder Strohalm auff heben. So mus aber der ja nicht from noch gutes hertzen ſein / der ſolch gut Geſetz nicht helt / oder vngerne helt. So vermag alle Natur nicht anders / denn vngerne halten / Darumb mus ſie hie am guten geſetz Gottes / jre boſheit erkennen vnd fülen / vnd nach der hülff göttlicher gnaden ſeufftzen vnd trachten in Chriſto. Darumb / wo nu Chriſtus kompt / da höret das Geſetz auff / ſonderlich das Leuitiſche / welchs ſunde macht / da ſonſt von art keine ſunde iſt / wie geſagt iſt. So hören auch die zehen Gebot auff / Nicht alſo / das man ſie nicht halten noch erfüllen ſolt / ſondern Moſes ampt höret drinnen auff / das es nicht mehr durch die zehen Gebot die sünde ſtarck macht / vnd die sünde nicht mehr des tods ſtachel iſt. Denn durch Chriſtum iſt die sünde vergeben / Gott versünet / vnd das hertz hat angefangen dem Geſetz hold zu ſein / das es Moſes ampt nicht mehr kan ſtraffen vnd zu ſunden machen / als hette es die Gebot nicht gehalten / vnd were des tods ſchüldig / Wie es thet vor der gnade / vnd ehe denn Chriſtus da war. DAs leret S. Paulus ij. Corin. iij. da er ſpricht / Das die klarheit im angeſicht Moſe auffhöret / vmb der klarheit willen im angeſichte Jheſu Chriſti. Das iſt / das ampt Moſe / das vns zu ſunden vnd ſchanden macht / mit dem glantz der erkentnis vnſer boſheit vnd nichtigkeit / Thut vns nicht mehr weh / ſchrecket vns auch nicht mehr mit dem tod. Denn wir haben nu die klarheit im angeſicht Chriſti. Das iſt / das Ampt der gnaden / dadurch wir Chriſtum erkennen / mit welches Gerechtigkeit / Leben vnd Stercke / wir das Geſetze erfüllen / Tod vnd Helle vberwinden. Wie auch die drey Apoſtel auff dem berge Thabor / Moſen vnd Eliam ſahen / vnd doch nicht fur jnen erſchracken / vmb der lieblichen klarheit willen im angeſichte Chriſti. Aber Exod. xxxiiij. da Chriſtus nicht gegenwertig war / kundten die kinder Jſrael die klarheit vnd glentzen in Moſe angeſicht nicht erleiden / drumb muſte er eine Decke dafur thun. 2. Cor. 3; Matt. 17; Luc. 9; Exod. 34. DEnn es ſind dreierley Schüler des geſetzes / Die erſten / die das Geſetz hören vnd verachten / füren ein ruchlos Leben on furcht / Zu dieſen kompt das Geſetz nicht. Vnd ſind bedeut / durch die Kalbdiener in der wüſten / vmb welcher willen Moſe die Tafeln entzwey warff / vnd das Geſetz nicht zu jnen bracht. DJe andern / die es angreiffen mit eigener krafft zu erfüllen on gnade. Die ſind bedeut durch die / ſo Moſe andlitz nicht ſehen kundten / da er zum andern mal die Tafeln bracht. Zu dieſen kompt das Geſetz / aber ſie leidens nicht. Darumb machen ſie eine Decke drüber / vnd füren ein heuchliſch Leben mit euſſerlichen wercken des Geſetzes / welchs doch das Geſetz alles zu sünden macht / wo die Decke abgethan wird / Denn das Geſetz erweiſet / das vnſer vermügen nichts ſey / on Chriſtus gnade. DJe dritten ſind / die Moſen klar on Decke ſehen. Das ſind ſie / die des Geſetzes meinung verſtehen / wie es vmmüglich ding foddere. Da gehet die sünde in der krafft / da iſt der Tod mechtig / da iſt des Goliaths ſpies wie ein Weberbawm / vnd ſein ſtachel hat ſechs hundert ſekel Ertz / das alle kinder Jſrael fur jm fliehen / On der einige Dauid Chriſtus vnſer HErr erlöſet vns von dem allen. Denn wo nicht Chriſtus klarheit neben ſolcher klarheit Moſe keme / kündte niemand ſolche glentze des Geſetzes der Sünd vnd des Tods ſchrecken ertragen. Dieſe fallen abe von allen wercken vnd vermeſſenheit / vnd lernen am Geſetze nicht mehr / denn allein sünde erkennen / vnd nach Chriſto zu ſeufftzen / Welchs auch das eigentlich ampt Moſe vnd des Geſetzs art iſt. ALſo hat Moſe auch ſelbs angezeigt / das ſein Ampt vnd Lere ſolt wehren bis auff Chriſtum / vnd als denn auffhören / da er ſpricht / Deut. xviij. Einen Propheten wird dir der HERR dein Gott erwecken / aus deinen Brüdern / wie mich / Den ſoltu hören etc. Dis iſt der edleſt Spruch vnd freilich der kern im gantzen Moſe / welchen auch die Apoſtel hoch gefurt vnd ſtarck gebraucht haben / das Euangelium zu bekrefftigen / vnd das Geſetz abzuthun / vnd alle Propheten / gar viel draus gezogen. Denn weil Gott hie einen andern Moſe verheiſſet / den ſie hören ſollen / zwinget ſichs / das er etwas anders leren würde / denn Moſe / vnd Moſe ſeine macht jm vbergibt vnd weicht / das man jenen hören ſolle. So kan je der ſelb Prophet nicht Geſetz leren / denn das hat Moſe auffs allerhöheſt auſgericht / vnd were kein not vmbs Geſetzs willen einen andern Propheten zu erwecken / Darumb iſts gewis von der Gnadenlere vnd Chriſto geſagt. Deut. 18 DArumb nennet auch S. Paulus Moſe geſetz / das alte Teſtament / Chriſtus auch / da er das newe Teſtament einſetzet. Vnd iſt darumb ein Teſtament / das Gott darinnen verhies vnd beſchied dem volck Jſrael das land Canaan / wo ſie es halten würden. Vnd gabs auch jnen / vnd ward beſtetiget durch Scheps vnd Bocks tod vnd blut. Aber weil ſolch Teſtament nicht auff Gottes gnaden / ſondern auff Menſchen wercken ſtund / muſt es alt werden vnd auffhören / vnd das verheiſſen Land wider verloren werden / darumb / das durch wercke das Geſetze nicht kan erfüllet werdern. Vnd muſt ein ander Teſtament komen / das nicht alt würde / auch nicht auff vnſerm thun / ſondern auff Gottes wort vnd wercke ſtünde / auff das es ewiglich wehret. Darumb iſts auch durch einer ewigen Perſon tod vnd blut beſtetiget / vnd ein ewiges Land verheiſſen vnd gegeben. Das ſey nu von Moſe Bücher vnd Ampt geredt. Was ſind aber nu die ander Bücher der Propheten vnd der Geſchichten? Antwort / nichts anders / denn was Moſe iſt / Denn ſie treiben alle ſampt Moſes ampt / vnd wehren den falſchen Propheten / das ſie das Volck nicht nicht auff die werck füren / ſondern in dem rechten ampt Moſe vnd erkentnis des Geſetzes bleiben laſſen. Vnd halten feſt drob das ſie durch des Geſetzes rechten verſtand / die Leute in jrer eigen vntüchtigkeit behalten vnd auff Chriſtum treiben / wie Moſe thut. Darumb ſtreichen ſie auch weiter aus / was Moſe von Chriſto geſagt hat / Vnd zeigen an beiderley Exempel / dere / die Moſe recht haben / vnd dere / die jn nicht recht haben / vnd aller beider ſtraff vnd lohn. Alſo / das die Propheten nichts anders ſind / denn handhaber vnd zeugen Moſe vnd ſeines Ampts / das ſie durchs Geſetze jederman zu Chriſto bringen. Avffs letzt / ſolt ich auch wol die geiſtliche Deutung anzeigen / ſo durch das Leuitiſch Geſetz vnd Prieſterthumb Moſe furgelegt. Aber es iſt ſein zu viel zu ſchreiben / es wil raum vnd zeit haben / vnd mit lebendiger ſtimme auſgelegt ſein. Denn freilich Moſe ein Brun iſt aller weiſheit vnd verſtands / dar aus gequollen iſt alles / was alle Propheten gewuſt vnd geſagt haben. Dazu auch das newe Teſtament er aus fleuſſt vnd drein gegründet iſt / wie wir gehört haben. Aber doch ein kleins kurtzes Grifflin zu geben / den jenigen / ſo gnade vnd verſtand haben / weiter darnach zu trachten / ſey das mein Dienſt. WEnn du wilt wol vnd ſicher deuten / So nim Chriſtum fur dich / Denn das iſt der Man / dem es alles vnd gantz vnd gar gilt. So mache nu aus dem Hohenprieſter Aaron niemand denn Chriſtum alleine / wie die Epiſtel an die Ebreer thut / welche faſt alleine gnugſam iſt / alle figurn Moſe zu deuten. Alſo iſts auch gewis / das Chriſtus ſelbs das Opffer iſt / ja auch der Altar / der ſich ſelbs mit ſeinem eigen Blut geopffert hat / Wie auch die ſelb Epiſtel meldet. Wie nu der Leuitiſche Hoheprieſter / durch ſolch Opffer nur die gemachten ſunde wegnam / die von natur nicht ſunde waren / Alſo hat vnſer Hoheprieſter Chriſtus / durch ſein ſelbs Opffer vnd Blut / die rechte ſunde / die von natur ſunde iſt / weggenomen. Vnd iſt ein mal durch den Vorhang gegangen zu Gott / das er vns versüne. Alſo / das du alles / was vom Hohenprieſter geſchrieben iſt / auff Chriſtum perſönlich / vnd ſonſt auff niemand deuteſt. ABer des Hohenprieſters Söne / die mit dem teglichen Opffer vmbgehen / ſoltu auff vns Chriſten deuten / die wir fur vnſerm Vater Chriſto im Himel ſitzend hie auff Erden mit dem leibe wonen / vnd nicht hin durch ſind bey jm / on mit dem glauben geiſtlich. Derſelben Ampt / wie ſie ſchlachten vnd opffern / bedeut nichts anders / denn das Euangelium predigen / Durch welchs der alte Menſch getödtet vnd Gott geopffert / durchs fewr der liebe / im heiligen Geiſt verbrand vnd verzeret wird / Welchs gar wol reucht fur Gott / das iſt / es macht ein gut / rein / ſicher Gewiſſen fur Gott. Dieſe deutung trifft S. Paulus Rom. xij. da er leret / wie wir vnſere Leibe ſollen opffern Gott zum lebendigen / heiligen / angenemen Opffer. Welchs wir thun (wie geſagt) durch ſtettige vbung des Euangelium beide mit predigen vnd gleuben. Das ſey dis mal gnug zur kurtzen anleitung / Chriſtum vnd das Euangelium zu ſuchen im alten Teſtament.
Das Erſte Buch Moſe. Capitel 1 AM anfang ſchuff Gott Himel vnd Erden.Vnd die Erde war wüſt vnd leer / vnd es war finſter auff der Tieffe / Vnd der GeiſtWind iſt da zumal noch nicht geweſt / darumb mus es den heiligen Geiſt deuten. Gottes ſchwebet auff dem Waſſer.Joh. 1.; Col. 1.; Ebre. 11.; Pſal. 33.VND Gott ſprach / Es werde Liecht / Vnd es ward Liecht.Vnd Gott ſahe / das das Liecht gutDas iſt / nütz / fein / köſtlich. war / Da ſcheidet Gott das Liecht vom Finſternis /vnd nennet das liecht / Tag / vnd die finſternis / Nacht. Da ward aus abend vnd morgen der erſte Tag.VND Gott ſprach / Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.Da machet Gott die Feſte / vnd ſcheidet das waſſer vnter der Feſten / von dem waſſer vber der Feſten / Vnd es geſchach alſo.Vnd Gott nennet die Feſten / Himel. Da ward aus abend vnd morgen der ander Tag.VND Gott ſprach / Es ſamle ſich das Waſſer vnter dem Himel / an ſondere Örter / das man das Trocken ſehe / Vnd es geſchach alſo.Vnd Gott nennet das trocken / Erde / vnd die ſamlung der Waſſer nennet er / Meer. Vnd Gott ſahe das es gut war.VND Gott ſprach / Es laſſe die Erde auffgehen Gras vnd Kraut / das ſich beſame / vnd fruchtbare Bewme / da ein jglicher nach ſeiner art Frucht trage / vnd habe ſeinen eigen Samen bey jm ſelbs / auff Erden / Vnd es geſchach alſo.Vnd die Erde lies auffgehen / Gras vnd Kraut / das ſich beſamet / ein jglichs nach ſeiner art / vnd Bewme die da Frucht trugen / vnd jren eigen Samen bey ſich ſelbs hatten / ein jglicher nach ſeiner art. Vnd Gott ſahe das es gut war.Da ward aus abend vnd morgen der dritte Tag.VND Gott ſprach / Es werden Liechter an der Feſte des Himels / vnd ſcheiden tag vnd nacht / vnd geben / Zeichen / ZeitenLentz / Sommer / Herbſt / Winter. / Tage vnd Jare /vnd ſeien Liechter an der Feſte des Himels / das ſie ſcheinen auff Erden / Vnd es geſchach alſo.Vnd Gott machet zwey groſſe Liechter / ein gros Liecht / das den Tag regiere / vnd ein klein Liecht / das die Nacht regiere / dazu auch Sternen.Vnd Gott ſetzt ſie an die Feſte des Himels / das ſie ſchienen auff die Erdevnd den Tag vnd die Nacht regierten / vnd ſcheideten Liecht vnd Finſternis. Vnd Gott ſahe das es gut war.Da ward aus abend vnd morgen der vierde Tag.VND Gott ſprach / Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren / vnd mit Geuogel / das auff Erden vnter der Feſte des Himels fleuget.Vnd Gott ſchuff groſſe Walfiſche vnd allerley Thier / das da lebt vnd webt / vnd vom Waſſer erreget ward / ein jglichs nach ſeiner art / vnd allerley gefidderts Geuogel / ein jglichs nach ſeiner art / Vnd Gott ſahe das es gut war.Vnd Gott ſegnet ſie / vnd ſprach / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd erfüllet das Waſſer im Meer / Vnd das Geuogel mehre ſich auff Erden.Da ward aus abend vnd morgen der fünffte Tag.VND Gott ſprach / Die Erde bringe erfür lebendige Thier / ein jglichs nach ſeiner art / Vieh / Gewürm vnd Thier auff Erden / ein jglichs nach ſeiner art / Vnd es geſchach alſo.Vnd Gott machet die Thier auff Erden / ein jglichs nach ſeiner art / vnd das Vieh nach ſeiner art / vnd allerley Gewürm auff Erden / nach ſeiner art. Vnd Gott ſah das es gut war.VND Gott ſprach / Laſſt vns Menſchen machen / ein Bild / das vns gleich ſey / Die da herrſchen vber die Fiſch im Meer / vnd vber die Vogel vnter dem Himel / vnd vber das Vieh / vnd vber die gantzen Erde / vnd vber alles Gewürm das auff Erden kreucht.VND Gott ſchuff den Menſchen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.Vnd Gott ſegnet ſie / vnd ſprach zu jnen / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd füllet die Erden / vnd macht ſie euch vnterthanWas jr bawet vnd erbeitet auff dem Lande / das ſol ewr eigen ſein / vnd die Erde ſol euch hierin dienen / tragen vnd geben.. Vnd herrſchet vber Fiſch im Meer / vnd vber Vogel vnter dem Himel / vnd vber alles Thier das auff Erden kreucht.Matt. 19.VND Gott ſprach / Sehet da / Jch hab euch gegeben allerley Kraut / das ſich beſamet auff der gantzen Erden / vnd allerley fruchtbare Bewme / vnd Bewme die ſich beſamen / zu ewr Speiſe /vnd aller Thiere auff Erden / vnd allen Vogeln vnter dem Himel / vnd allem Gewürm das das Leben hat auff Erden / das ſie allerley grün Kraut eſſen / Vnd es geſchach alſoVnd Gott ſahe an alles was er gemacht hatte / Vnd ſihe da / es war ſeer gut. Da ward aus abend vnd morgen der ſechſte Tag.Capitel 2 ALſo ward volendet Himel vnd Erden mit jrem gantzen Heer.Vnd alſo volendet Gott am ſiebenden tage ſeine Werck die er machet / vnd rugete am ſiebenden tage / von allen ſeinen Wercken die er machet.Vnd ſegnete den ſiebenden Tag vnd heiliget jn / darumb / das er an dem ſelben geruget hatte von allen ſeinen Wercken / die Gott ſchuff vnd machet.Ebre. 4.ALſo iſt Himel vnd Erden worden / da ſie geſchaffen ſind / Zu der zeit / da Gott der HERR Erden vnd Himel machte /vnd alerley Bewme auff dem Felde / die zuuor nie geweſt waren auff Erden / Vnd allerley Kraut auff dem Felde / das zuuor nie gewachſen war. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regenen laſſen auff Erden / vnd war kein Menſch der das Land bawete /Aber ein Nebel gieng auff von der Erden / vnd feuchtet alles Land.VND gott der HERR machet den menſchen aus dem Erdenklos / vnd er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen / Vnd alſo ward der Menſch eine lebendige Seele.1. Cor. 15.VND Gott der HERR pflantzet einen Garten in Eden / gegen dem morgen / vnd ſetzet den Menſchen drein / den er gemacht hatte.Vnd Gott der HERR lies auffwachſen aus der Erden allerley Bewme / lüſtig an zuſehen / vnd gut zu eſſen / Vnd den Bawm des Lebens mitten im Garten / vnd den Bawm des Erkentnis gutes vnd böſes.VND es gieng aus von Eden ein Strom zu weſſern den Garten / vnd teilet ſich da ſelbs in vier Heubtwaſſer.Das erſt heiſſt PiſonJſt das groſſe waſſer in Jndia / das man Ganges heiſſet / denn Heuila iſt Jndienland. / das fleuſſet vmb das gantze Land Heuila / Vnd daſelbs findet man gold /vnd das gold des Lands iſt köſtlich / vnd da findet man Bedellion vnd den eddelſtein Onix.Das ander waſſer heiſſt GihonJſt das waſſer in Egypten / das man Nilus heiſſt. / das fleuſſt vmb das gantze Morenland.Das dritte waſſer heiſſt HidekelJſt das waſſer in Aſſyria / das man Tygris heiſſt. / das fleuſſt fur Aſſyrien. Das vierde waſſer iſt der PhrathAber iſt das neheſt waſſer in Syria / das man Euphrates heiſſt..VND Gott der HERR nam den Menſchen vnd ſatzt jn in den garten Eden / das er jn bawet vnd bewaret.Vnd Gott der HERR gebot dem Menſchen / vnd ſprach / Du ſolt eſſen von allerley Bewme im Garten.Aber von dem Bawm des Erkentnis gutes vnd böſes ſoltu nicht eſſen Denn welches tages du da von iſſet / wirſtu des Todes ſterben.VND Gott der HERR ſprach / Es iſt nicht gut das der Menſch allein ſey / Jch wil jm ein Gehülffen machen / die vmb jn ſeyDas iſt / Kein Thier nam ſich des Menſchen an vmb jn zu ſein / das jm hülffe ſich mehren vnd neeren etc.Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erden allerley Thier auff dem Felde / vnd allerley Vogel vnter dem Himel / bracht er ſie zu dem Menſchen / das er ſehe / wie er ſie nennet / Denn wie der Menſch allerley lebendige Thier nennen würde / ſo ſolten ſie heiſſen.Vnd der Menſch gab einem jglichen Vieh / vnd Vogel vnter dem Himel / vnd Thier auff dem felde / ſeinen namen / Aber fur den Menſchen ward kein Gehülffe funden / die vmb jn were.DA lies Gott der HERR einen tieffen Schlaff fallen auff den Menſchen / vnd er entſchlieff. Vnd nam ſeiner Rieben eine / vnd ſchlos die ſtet zu mit Fleiſch.Vnd Gott der HERR bawet ein Weib aus der Riebe / die er von dem Menſchen nam / vnd bracht ſie zu jm.Da ſprach der Menſch / Das iſt doch Bein von meinen Beinen / vnd Fleiſch von meinem fleiſch / Man wird ſie Mennin heiſſen / darumb / das ſie vom Manne genomen iſt.Darumb / wird ein Man ſeinen Vater vnd ſeine Mutter verlaſſen / vnd an ſeinem Weibe hangen vnd ſie werden ſein ein Fleiſch.Vnd ſie waren beide nacket / der Menſch vnd ſein Weib / vnd ſchemeten ſich nicht(Jd eſt) / Dürfften ſich nicht ſchemen..1. Tim. 2.; Matt. 19.; Ephe. 5.; 1. Cor. 11.Capitel 3 VND die Schlange war liſtiger denn alle Thier auff dem felde / die Gott der HERR gemacht hatte / vnd ſprach zu dem Weibe / Ja / ſolt Gott geſagt haben / Jr ſolt nicht eſſen von allerley Bewme im Garten?2. Cor. 11.DA ſprach das Weib zu der Schlangen / Wir eſſen von den früchten der bewme im Garten.Aber von den früchten des Bawms mitten im Garten hat Gott geſagt / Eſſet nicht da von / rürets auch nicht an / Das jr nicht ſterbet.Da ſprach die Schlang zum Weibe / Jr werdet mit nicht des tods ſterben /Sondern Gott weis / das / welchs tags jr da von eſſet / ſo werden ewre augen auff gethan / vnd werdet ſein wie Gott / vnd wiſſen was gut vnd böſe iſt.2. Cor. 11.VND das Weib ſchawet an / das von dem Bawm gut zu eſſen were / vnd lieblich anzuſehen / das ein lüſtiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd aſſ / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er aſſ.Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das ſie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zuſamen / vnd machten jnen Schürtze.VND ſie höreten die ſtimme Gottes des HERRN / der im Garten gieng / da der tag küle worden warDas war vmb den abend / wenn die hitze vergangen iſt. Bedeut / das nach gethaner Sünde / das Gewiſſen angſt leidet. Bis das Gottes gnedige ſtim kome vnd wider küle vnd erquicke das hertze. Wie wol ſich auch die blöde Natur entſetzt vnd fleucht fur dem Euangelio / weil es das creutz vnd ſterben leret.. Vnd AdamAdam heiſſt auf Ebreiſch Menſch / darumb mag man menſch ſagen / wo Adam ſtehet / vnd widerumb. verſteckt ſich mit ſeinem Weibe / fur dem angeſicht Gottes des HERRN vnter die bewme im Garten.Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd ſprach zu jm / Wo biſtu? Vnd er ſprach /Jch hörete deine ſtimme im Garten / vnd furchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verſtecket ich mich.Vnd er ſprach / Wer hat dirs geſagt / das du nacket biſt? Haſtu nicht geſſen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du ſolteſt nicht da von eſſen?Da ſprach Adam / Das Weib / das du mir zugeſellet haſt / gab mir von dem Bawm / vnd ich aſſ.Da ſprach Gott der HERR zum Weibe / warumb haſtu das gethan? Das Weib ſprach / Die Schlange betrog mich alſo / das ich aſſ.DA ſprach Gott der HERR zu der Schlangen / Weil du ſolches gethan haſt / Seiſtu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch ſoltu gehen / vnd erden eſſen dein leben lang /Vnd Jch will Feindſchaft ſetzen zwiſchen Dir vnd dem Weibe / vnd zwiſchen deinem Samen vnd jrem Samen / Der ſelbDis iſt das erſt Euangelium vnd Verheiſſung von Chriſto geſchehen auff Erden / Das er ſolt / Sünd / Tod vnd Helle vberwinden vnd vns von der Schlangen gewalt ſelig machen. Daran Adam gleubet mit allen ſeinen Nachkomen / Dauon er Chriſten vnd ſelig worden iſt von ſeinem Fall. ſol dir den Kopff zutretten / Vnd Du wirſt Jn in die Verſen ſtechenPlagen creutzigen vnd martern. Denn ſo gehets auch Chriſtus zutritt dem Teufel ſeinen Kopff (das iſt / ſein Reich des Todes / Sünd vnd Helle) So ſticht jn der Teufel in die Verſchen (das iſt / er tödtet vnd martert jn vnd die ſeinen leiblich.).VND zum Weibe ſprach er / Jch wil dir viel ſchmertzen ſchaffen wenn du ſchwanger wirſt / Du ſolt mit ſchmertzen Kinder geberen / Vnd dein wille ſol deinem Man vnterworffen ſein / Vnd Er ſol dein Herr ſein.VND zu Adam ſprach er / Die weil du haſt gehorchet der ſtimme deines Weibes / Vnd geſſen von dem Bawm da von ich dir gebot / vnd ſprach / Du ſolt nicht da von eſſen / Verflucht ſey der Acker vmb deinen willen / mit kummer ſoltu dich drauff neeren dein Leben lang /Dorn vnd Diſteln ſol er dir tragen / vnd ſolt das Kraut auff dem felde eſſen.Jm ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen / Bis das du wider zu Erden werdeſt / da von du genomen biſt / Denn du biſt Erden / vnd ſolt zu Erden werden.VND Adam hies ſein Weib HeuaHai / heiſſt Leben / Da her kompt Heua oder Haua / leben oder lebendige. / darumb / das ſie eine Mutter iſt aller Lebendigen.Vnd Gott der HERR machet Adam vnd ſeinem weibe Röcke von Fellen / vnd zog ſie an.VND Gott der HERR ſprach / Sihe / Adam iſt worden als vnſer einer / vnd weis was gut vnd böſe iſt / Nu aber / das er nicht ausſtrecke ſeine hand / vnd breche auch von dem Bawm des Lebens / vnd eſſe vnd lebe ewiglich.DA lies jn Gott der HERR aus dem garten Eden / das er das Feld bawet / da von er genomen iſt /Vnd treib Adam aus / vnd lagert fur den garten Eden den Cherubim mit einem bloſſen hawenden Schwert / zu bewaren den weg zu dem Bawm des Lebens.Capitel 4 VND Adam erkandte ſein Weib Heua / Vnd ſie ward ſchwanger / vnd gebar den Kain / vnd ſprach. Jch habe den Man des HERRNEy Gott ſey gelobt / Da hab ich den HERRN den Man / den Samen / der dem Satan oder Schlangen den Kopff zutretten ſol / Der wirds thun..Vnd ſie fur fort / vnd gebar Habel ſeinen bruder / Vnd Habel ward ein Schefer / Kain aber ward ein Ackerman.ES begab ſich aber nach etlichen tagen / das Kain dem HERRN Opffer bracht von den Früchten des feldes /Vnd Habel bracht auch von den Erſtlingen ſeiner Herde vnd von jrem fetten. Vnd der HERR ſahe gnediglich an Habel vnd ſein Opffer /Aber Kain vnd ſein Opffer ſahe er nicht gnediglich an / Da ergrimmet Kain ſeer vnd ſein geberde verſtellet ſich.Da ſprach der HERR zu Kain / Warumb ergrimmeſtu? vnd warumb verſtellet ſich dein Geberde?Jſts nicht alſo? Wenn du from biſt / ſo biſtu angeneme / Biſtu aber nicht from / So ruget die Sünde fur der thürEbreiſch lautet Thür / ſo viel als das offenſtehet / oder auffgethan wird / Mar. vij. Hephethah / thu dich auff etc / vnd iſt die meinung / Die ſünde ligt vnd ruget / wie ein Ochſlin ligt vnd ruget. Aber ſie ligt in der Thür / das iſt / Sie wird offen ſtehen / oder offenbar werden / ob der Sünder wol eine zeit lang ſicher da hin gehet als ſchlaffe die ſünde oder ſey tode: / Aber las du jr nicht jren willen / ſondern herrſche vber ſie.Da redet Kain mit ſeinem bruder HabelDas iſt / Scham halben muſt er ſich euſſerlich ſtellen vnd reden mit ſeinem Bruder / weil er geſtrafft ward / Ob er wol im hertzen jn zu tödten gedacht. Alſo iſt Kain aller Heuchler vnd falſcher Heiligen vater..Ebre. 11. VND es begab ſich / da ſie auff dem Felde waren / erhub ſich Kain wider ſeinen bruder Habel / vnd ſchlug jn tod.Da ſprach der HERR zu Kain / Wo iſt dein bruder Habel? Er aber ſprach / Jch weis nicht / Sol ich meines bruders Hüter ſein?Er aber ſprach / Was haſtu gethan? Die ſtim deines Bruders blut ſchreiet zu mir von der Erden /Vnd nu verflucht ſeiſtu auff der Erden / die jr maul hat auffgethan / vnd deines Bruders blut von deinen henden empfangen.Wenn du den Acker bawen wirſt / ſol er dir fort ſein vermügen nicht geben / Vnſtet vnd flüchtig ſoltu ſein auff Erden.KAin aber ſprach zu dem HERRN / Meine Sünde iſt gröſſer / denn das ſie mir vergeben werden müge.Sihe / Du treibeſt mich heute aus dem Lande / vnd mus mich fur deinem Angeſicht verbergen / vnd mus vnſtet vnd flüchtig ſein auff Erden / So wird mirs gehen / das mich todſchlage wer mich findet.Aber der HERR ſprach zu jm / Nein / Sondern wer Kain todſchlegt / das ſol ſiebenfeltig gerochen werden. Vnd der HERR macht ein Zeichen an Kain / das jn niemand erſchlüge / wer jn fünde.Alſo gieng Kain von dem Angeſicht des HERRN / vnd wonet im Lande Nod / jenſeid Eden gegen dem morgen.VND Kain erkandte ſein Weib / die ward ſchwanger vnd gebar den Hanoch. Vnd er bawete eine Stad / die nennet er nach ſeins Sons namen / Hanoch.Hanoch aber zeugete Jrad. Jrad zeugete Mahuiael. Mahuiael zeugete Methuſael. Methuſael zeugete Lamech.LAmech aber nam zwey Weiber / eine hies Ada / die ander Zilla.Vnd Ada gebar Jabal / Von dem ſind her komen die in Hütten woneten vnd vieh zogen /Vnd ſein Bruder hies Jubal / Von dem ſind herkomen die Geiger vnd Pfeiffer.Die Zilla aber gebar auch / nemlich / den Thubalkain den Meiſter in allerley ertz vnd eiſenwerck / Vnd die Schweſter des Thubalkain / war Naema.VND Lamech ſprach zu ſeinen weibern Ada vnd Zilla / Jr weiber Lamech höret meine rede / vnd merckt was ich ſage. Jch hab einen Man erſchlagen mir zur wunden / vnd einen Jüngling mir zur beulen.Kain ſol ſieben mal gerochen werden / Aber Lamech ſieben vnd ſiebenzig mal.Adam erkandte aber mal ſein weib / vnd ſie gebar einen Son den hies ſie Seth / Denn Gott hat mir (ſprach ſie) einen andern ſamen geſetzt fur Habel den Kain erwürget hat.Vnd Seth zeuget auch einen Son / vnd hies jn Enos / Zu derſelbigen zeit fieng man an zu predigen von des HERRN NamenNicht das zuuor nicht auch Gottes Name were geprediget / Sondern nach dem durch Kains bosheit der Gottesdienſt gefallen war / ward er dazu mal wider auffgericht / vnd jrgend ein Altarlin gebawet / dahin ſie verſamleten / das Gottes wort zuhören vnd zubeten..Capitel 5 DJS iſt das Buch von des Menſchen geſchlecht / Da Gott den Menſchen ſchuff / machet er jn nach dem gleichnis Gottes /Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin / vnd ſegenet ſie / vnd hies jren namen Menſch / zur zeit da ſie geſchaffen wurden.VND Adam war hundert vnd dreiſſig jar alt / vnd zeuget einen Son / der ſeinem Bild ehnlich war / vnd hies jn Seth.Vnd lebet darnach acht hundert jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward neunhundert vnd dreiſſig jar / Vnd ſtarb.Luc. 3.; 1. Par. 1.SEth war hundert vnd funff jar alt / vnd zeuget Enos.Vnd lebet darnach acht hundert vnd ſieben jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward neunhundert vnd zwelff jar / Vnd ſtarb.ENos war neunzig jar alt / vnd zeuget Kenan.Vnd lebet darnach acht hundert vnd funffzehen jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward neun hundert vnd funff jar / Vnd ſtarb.KEnan war ſiebenzig jar alt / vnd zeuget Mahalaleel.Vnd lebet darnach acht hundert vnd vierzig jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / neunhundert vnd zehen jar / Vnd ſtarb.MAhalaleel war funff vnd ſechzig jar alt / vnd zeuget Jared.Vnd lebet darnach acht hundert vnd dreiſſig jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / acht hundert funff vnd neunzig jar / Vnd ſtarb.JAred war hundert vnd zwey vnd ſechzig jar alt / vnd zeuget Henoch.Vnd lebet darnach acht hundert jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / neunhundert zwey vnd ſechzig jar / Vnd ſtarb.HEnoch war funff vnd ſechzig jar alt / vnd zeuget Methuſalah.Vnd nach dem er Methuſalah gezeuget hatte / bleib er in eim göttlichen LebenDas iſt / Er wird mit Gottes wort fur andern vleiſſig vmbgangen / vnd ein Prophet geweſt ſein / der allenthalben den leuten Gottes furcht gepredigt / vnd die ſtraffe (ſo die Sindflut hernach thet) verkündigt / vnd viel drüber gelidden vnd gethan hat. drey hundert jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / drey hundert funff vnd ſechzig jar.Vnd die weil er ein göttlich Leben führet / nam jn Gott hin weg / vnd ward nicht mehr geſehen.Ebre. 11.MEthuſalah war hundert ſieben vnd achzig jar alt / vnd zeuget Lamech.Vnd lebet darnach ſieben hundert zwey vnd achzig jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / neunhundert neun vnd ſechzig jar / Vnd ſtarb.LAmech war hundert zwey vnd achzig jar alt / vnd zeuget einen Son /vnd hies jn Noah / vnd ſprach / Der wird vns tröſten in vnſer mühe vnd erbeit auff Erden / die der HERR verflucht hat.Darnach lebet er funffhundert funff vnd neunzig jar / vnd zeuget Söne vnd Töchtere /Das ſein gantzes Alter ward / ſieben hundert ſieben vnd ſiebenzig jar / Vnd ſtarb.NOah war funff hundert jar alt / vnd zeuget Sem / Ham vnd Japheth.Capitel 6 DA ſich aber die Menſchen begunden zu mehren auff Erden / vnd zeugeten jnen Töchtere /Da ſahen die kinder GottesDas waren der heiligen Veter kinder / die in Gottes furcht aufferzogen darnach erger denn die andern worden / vnter dem namen Gottes. Wie alle zeit der Heiligen Nachkomen / die ergeſten Tyrannen vnd verkerteſten zu letzt worden ſind. nach den töchtern der Menſchen / wie ſie ſchön waren / vnd namen zu Weibern / welche ſie wolten.Da ſprach der HERR / Die Menſchen wöllen ſich meinen GeiſtDas iſt / Es iſt vmb ſonſt / was ich durch meinen Geiſt / jnen predigen / ſagen / vnd ſtraffen laſſe / Sie ſind zu gar fleiſchlich worden / verachten vnd leſtern meines Geiſtes wort. Darumb ſol er auff hören / vnd ich will ſie laſſen faren / vnd nicht mehr mich mit jnen zancken vnd ſtraffen. nicht mehr ſtraffen laſſen / denn ſie ſind Fleiſch / Jch wil jnen noch friſt geben hundert vnd zwenzig Jar.ES waren auch zu den zeiten Tyrannen auff Erden / Denn da die kinder Gottes die töchter der Menſchen beſchlieffen vnd jnen Kinder zeugeten / wurden dar aus gewaltige in der Welt vnd berhümbte Leute.DA aber der HERR ſahe / Das der Menſchen bosheit gros war auff Erden / vnd alles tichten vnd trachten jres Hertzen nur böſe war jmer dar /Da rewet es jn / das er die Menſchen gemacht hatte auff Erden / vnd es bekümert jn in ſeinem Hertzen /vnd ſprach / Jch wil die Menſchen / die ich geſchaffen habe vertilgen / von der Erden / von den Menſchen an bis auff das Vieh / vnd bis auff das Gewürme / vnd bis auff die Vogel vnter dem Himel / Denn es rewet mich / das ich ſie gemacht habe.Aber Noah fand Gnade fur dem HERRN.DIS iſt das Geſchlecht Noah. Noah war ein from Man vnd on wandel / vnd füret ein göttlich Leben zu ſeinen zeiten.Vnd zeuget drey Söne / Sem / Ham / Japheth.Aber die Erde war verderbet fur Gottes augen / vnd vol freuels.Da ſahe Gott auff Erden / vnd ſihe / ſie war verderbet / Denn alles Fleiſch hatte ſeinen weg verderbet auff Erden.DA ſprach Gott zu Noah / Alles Fleiſches ende iſt fur mich komen / Denn die Erde iſt vol freuels von jnen / Vnd ſihe da / Jch wil ſie verderben mit der Erden.MAche dir einen Kaſten von tennen Holtz / vnd mache Kammern drinnen / vnd verpiche ſie mit Bech inwendig vnd auswendig /Vnd mache jn alſo. Drey hundert Ellen ſey die lenge / funffzig ellen die weite / vnd dreiſſig ellen die höhe.Ein Fenſter ſoltu dran machen oben an / einer ellen gros. Die Thür ſoltu mitten in ſeine ſeiten ſetzen. Vnd ſol drey Boden haben / Einen vnten / den andern in der mitte / den dritten in der höhe.Denn ſihe / Jch wil eine Sindflut mit waſſer komen laſſen auff Erden / zu verderben alles Fleiſch / darin ein lebendiger Odem iſt / vnter dem Himel / Alles was auff Erden iſt / ſol vntergehen.ABer mit dir wil ich einen Bund auffrichten / Vnd du ſolt in den Kaſten gehen / mit deinen Sönen / mit deinem Weibe / vnd mit deiner ſöne Weibern.Vnd du ſolt in den Kaſten thun allerley Thier von allem Fleiſch / ja ein par / Menlin vnd Frewlin / das ſie lebendig bleiben bey dir.Von den Vogeln nach jrer art / von dem Vieh nach ſeiner art / vnd von allerley Gewürm auff erden nach ſeiner art. Von den allen ſol je ein Par zu dir hinein gehen / das ſie leben bleiben.Vnd du ſolt allerley Speiſe zu dir nemen / die man iſſet / vnd ſolt ſie bey dir ſamlen / das ſie dir vnd jnen zur Narung da ſeien.Vnd Noah thet alles was jm Gott gebot.Capitel 7 VND der HERR ſprach zu Noah / Gehe in den Kaſten / du vnd dein gantz Haus / Denn dich hab ich Gerecht erſehen fur mir zu dieſer zeit.Aus allerley reinem Vieh nim zu dir / ja ſieben vnd ſieben / das Menlin vnd ſein Frewlin. Von dem vnreinen Vieh aber je ein Par / das Menlin vnd ſein Frewlin.Des ſelben gleichen von den Vogeln vnter dem Himel / ja ſieben vnd ſieben / das Menlin vnd ſein Frewlin / Auff das ſame lebendig bleibe auff dem gantzen Erdboden.Denn noch vber ſieben tage wil ich regen laſſen auff Erden / vierzig tag vnd vierzig nacht / vnd vertilgen von dem Erdboden alles was das weſen hat / das ich gemacht habe.VND Noah thet alles was jm der HERR gebot.Er war aber ſechshundert jar alt / da das waſſer der Sindflut auff Erden kam.Vnd er gieng in den Kaſten mit ſeinen Sönen / Weibe / vnd ſeiner Söne Weibern / für dem geweſſer der Sindflut.Von dem reinen Vieh vnd von dem vnreinen / von den Vogeln / vnd von allem Gewürm auff erden /giengen zu jm in den Kaſten bey paren / ja ein Menlin vnd Frewlin / wie jm der HERR geboten hatte.Vnd da die ſieben tage vergangen waren / kam das geweſſer der Sindflut auff Erden.Mat. 24.; Luc. 17.; 1. Pet. 3.JN dem ſechshunderten jar des alters Noah / am ſiebentzehenden tag des andern Monden / das iſt der tag / da auffbrachen alle Brünne der groſſen Tieffen / vnd theten ſich auff die Fenſter des Himels /vnd kam ein Regen auff Erden vierzig tag vnd vierzig nacht.EBen am ſelben tage gieng Noah in den Kaſten mit Sem / Ham vnd Japheth ſeinen Sönen / vnd mit ſeinem Weibe vnd ſeiner Söne dreien Weibern.Da zu allerley Thier nach ſeiner art / allerley Vieh nach ſeiner art / allerley Gewürm das auff Erden kreucht / nach ſeiner art / vnd allerley Vogel nach jrer art / Alles was fliegen kund / vnd alles was fittich hatte /das gieng alles zu Noah in den Kaſten bey Paren / von allem Fleiſch / da ein lebendiger Geiſt innen war /vnd das waren Menlin vnd Frewlin von allerley Fleiſch / vnd giengen hin ein / wie denn Gott jm geboten hatte. Vnd der HERR ſchlos hinder jm zu.DA kam die Sindflut vierzig tage auff Erden / vnd die Waſſer wuchſen / vnd huben den Kaſten auff / vnd trugen jn empor vber der Erden.Alſo nam das Geweſſer vberhand / vnd wuchs ſeer auff Erden / das der Kaſte auff dem geweſſer fuhr.Vnd das geweſſer nam vberhand vnd wuchs ſo ſeer auff Erden / das alle hohe Berge vnter dem gantzen Himel bedeckt wurden /funffzehen Ellen hoch gieng das geweſſer vber die Berge / die bedeckt wurden.DA gieng alles Fleiſch vnter / das auff Erden kreucht / an Vogeln / an Vieh / an Thieren / vnd an allem das ſich reget auff Erden / vnd an allen Menſchen /Alles was einen lebendigen Odem hatte im Trocken / das ſtarb.Alſo ward vertilget alles was auff dem Erdboden war / vom Menſchen an bis auff das Vieh / vnd auff das Gewürm / vnd auff die Vogel vnter dem Himel / das ward alles von der Erden vertilget / Allein Noah bleib vber / vnd was mit jm in dem Kaſten war.Vnd das Geweſſer ſtund auff Erden hundert vnd funffzig tage.Mat. 24.; 2. Pet. 3.; 1. Pet. 3.Capitel 8 DA gedachte Gott an Noah / vnd an alle Thier / vnd an alles Vieh / das mit jm in dem Kaſten war / Vnd lies Wind auff Erden komen / Vnd die Waſſer fielen /vnd die Brünne der tieffen wurden verſtopffet ſampt den Fenſtern des Himels / vnd dem Regen vom Himel ward gewehret /Vnd das Geweſſer verlieff ſich von der Erden jmer hin / vnd nam ab / nach hundert vnd funffzig tagen.AM ſiebenzehenden tag des ſiebenden Monden / lies ſich der Kaſte nider auff das gebirge Ararat.Es verlieff aber das Geweſſer fort an vnd nam abe / bis auff den zehenden Mond / Am erſten tag des zehenden Monds / ſahen der Berge ſpitzen erfür.NAch vierzig tagen / thet Noah das Fenſter auff an dem Kaſten / das er gemacht hatte /vnd lies einen Raben ausfliegen / Der flog jmer hin vnd wider her / Bis das Gewiſſer vertrocket auff Erden.DARnach lies er eine Tauben von ſich ausfliegen / Auff das er erfüre / ob das Geweſſer gefallen were auff Erden.Da aber die Taube nicht fand / da jr fuſſ rugen kund / kam ſie wider zu jm in den Kaſten / Denn das Geweſſer war noch auff dem gantzen Erdboden / Da thet er die hand er aus / vnd nam ſie zu ſich in den Kaſten.DA harret er noch ander ſieben tage / vnd lies aber mal eine Taube fliegen aus dem Kaſten /Die kam zu jm vmb Veſperzeit / Vnd ſihe / ein OleblatDas blat bedeut das Euangelium / das der heilige Geiſt in die Chriſtenheit hat predigen laſſen / Denn Ole bedeut barmhertzigkeit vnd friede / dauon das Euangelium leret. hatte ſie abgebrochen / vnd trugs in jrem Munde / Da vernam Noah / das das Geweſſer gefallen were auff Erden.Aber er harret noch ander ſieben tage / vnd lies eine Taube ausfliegen / die kam nicht wider zu jm.JM ſechſhunderſten vnd einem jar des alters Noah / am erſten tage des erſten Monden / vertrockte das Geweſſer auff Erden. Da thet Noah das dach von dem Kaſten / vnd ſahe / das der Erdboden trocken war.Alſo ward die Erde gantz trocken am ſieben vnd zwentzigſten Tage des andern Monden.Da redet gott mit noah / vnd ſprach /gehe aus dem Kaſten du vnd dein weib / deine Söne vnd deiner ſöne weiber mit dir.Allerley Thier das bey dir iſt / von allerley Fleiſch / an Vogeln / an Vieh / vnd an allerley Gewürm / das auff erden kreucht / das gehe er aus mit dir / Vnd reget euch auff Erden / vnd ſeid fruchtbar vnd mehret euch auff Erden.Alſo gieng Noah er aus mit ſeinen Sönen vnd mit ſeinem Weib vnd ſeiner ſönen Weibern.Da zu allerley Thier / allerley Gewürm / allerley Vogel / vnd alles was auff erden kreucht / das gieng aus dem Kaſten / ein jglichs zu ſeines Gleichen.NOah aber bawet dem HERRN einen Altar / vnd nam von allerley reinem Vieh / vnd von allerley reinem Geuogel / vnd opffert Brandopffer auff dem Altar.Vnd der HERR roch den lieblichen Geruch / vnd ſprach in ſeinem hertzen / Jch wil hin furt nicht mehr die Erde verfluchen vmb der Menſchen willen / Denn das tichten des menſchlichen Hertzen iſt böſe von Jugent auff / Vnd ich wil hinfurt nicht mehr ſchlahen alles was da lebet / wie ich gethan habe.So lange die Erden ſtehet / ſol nicht auffhören / Samen vnd Ernd / Froſt vnd Hitz / Sommer vnd Winter / Tag vnd Nacht.Jeſa. 54.; Gen. 1.Capitel 9 VND Gott ſegenet Noah vnd ſeine Söne / vnd ſprach / Seid fruchtbar vnd mehret euch / vnd erfüllet die Erde.Ewerfurcht vnd ſchrecken ſey vber alle Thier auff Erden / vber alle Vogel vnter dem Himel / vnd vber alles was auff dem Erdboden kreucht / vnd alle Fiſch im Meer ſeien in ewer hende gegeben.Alles was ſich reget vnd lebet / das ſey ewre Speiſe / wie das grüne Kraut / hab ichs euch alles gegeben.ALleine eſſet das Fleiſch nicht / das noch lebt in ſeinem Blut /Denn ich wil auch ewrs Leibs blut rechen / vnd wils an allen Thieren rechen / vnd wil des Menſchen leben rechen an einem jglichen Menſchen / als der ſein Bruder iſt.WEr Menſchen Blut vergeuſſet / Des Blut ſol auch durch MenſchenHie iſt das weltlich Schwert eingeſetzt / Das man die Mörder tödten ſol. vergoſſen werden / Denn Gott hat den Menſchen zu ſeinem Bilde gemacht.Seid fruchtbar vnd mehret euch / vnd reget euch auff Erden / das ewer viel drauff werden.VND Gott ſagt zu Noah vnd ſeinen Sönen mit jm /Sihe / Jch richte mit euch einen Bund auff / vnd mit ewrem Samen nach euch /vnd mit allem lebendigen Thier bey euch / an Vogel / an Vieh / vnd an allen Thieren auff Erden bey euch / von allem das aus dem Kaſten gegangen iſt / waſerley Thier es ſind auff Erden.Vnd richte meinen Bund alſo mit euch auff / Das hinfurt nicht mehr alles Fleiſch verderbet ſol werden / mit dem waſſer der Sindflut / vnd ſol hinfurt keine Sindflut mehr komen / die die Erde verderbe.VND Gott ſprach / Das iſt das Zeichen des Bunds / den ich gemacht habe zwiſchen mir vnd euch / vnd allem lebendigen Thier bey euch hin furt ewiglich.Meinen Bogen hab ich geſetzt in die wolcken / der ſol das Zeichen ſein des Bunds / zwiſchen Mir vnd der Erden.Vnd wenn es kompt / das ich wolcken vber die Erden füre / So ſol man meinen Bogen ſehen / in den wolcken /Als denn wil ich gedencken an meinen Bund / zwiſchen Mir vnd euch / vnd allem lebendigen Thier / in allerley Fleiſch / Das nicht mehr hin furt eine Sindflut kome / die alles Fleiſch verderbe.Darumb ſol mein Bogen in den wolcken ſein / das ich jn anſehe / vnd gedencke an den ewigen Bund zwiſchen Gott vnd allem lebendigen Thier in allem Fleiſch / das auff Erden iſt.Daſelb ſaget Gott auch zu Noah / Dis ſey das Zeichen des Bunds / den ich auffgerichtet habe zwiſchen Mir vnd allem Fleiſch auff Erden.DJE ſöne Noah / die aus dem Kaſten giengen / ſind dieſe / Sem / Ham / Japheth / Ham aber iſt der Vater Canaan.Das ſind die drey ſöne Noah / von denen iſt alles Land beſetzt.NOah aber fieng an vnd ward ein Ackerman / vnd pflantzte Weinberge.Vnd da er des Weins tranck / ward er truncken / vnd lag in der Hütten auffgedeckt.Da nu Ham / Canaans vater / ſahe ſeines Vaters ſcham / ſaget ers ſeinen beiden Brüdern drauſſen.Da nam Sem vnd Japheth ein Kleid / vnd legten es auff jre beide Schulder / vnd giengen rücklings hin zu / vnd deckten jres Vaters ſcham zu / Vnd jr angeſicht war abgewand / das ſie jres Vaters ſcham nicht ſahen.ALS nu Noah erwacht von ſeinem Wein / vnd erfur / was jm ſein kleiner Son gethan hatte /ſprach er / Verflucht ſey Canaan / vnd ſey ein Knecht aller knecht vnter ſeinen Brüdern.Vnd ſprach weiter / Gelobet ſey Gott der HERR des Sems / Vnd Canaan ſey ſein Knecht.Gott breite Japheth aus / vnd las jn wonen in den Hütten des Sems / Vnd Canaan ſey ſein Knecht.NOah aber lebet nach der Sindflut drey hundert vnd funffzig jar /Das ſein gantz Alter ward / neunhundert vnd funffzig jar / vnd ſtarb.Capitel 10 DJS iſt das Geſchlecht der kinder Noah / Sem / Ham / Japheth / Vnd ſie zeugeten Kinder nach der Sindflut.Die kinder Japheth ſind dieſe / Gomer / Magog / Madai / Jauan / Thubal / Meſech / vnd Thiras.Aber die kinder von Gomer ſind dieſe / Aſcenas / Riphath / vnd Thogarma.Die kinder von Jauan ſind dieſe / Eliſa / Tharſis / Kithim / vnd Dodanim.Von dieſen ſind ausgebreitet die Jnſulen der Heiden in jren Lendern / jgliche nach jrer Sprach / Geſchlecht vnd Leuten.DJe kinder von Ham ſind dieſe / Chus / Mizraim / Put / vnd Canaan.Aber die kinder von Chus / ſind dieſe / Seba / Heuila / Sabtha / Raema / vnd Sabtecha. Aber die kinder von Raema ſind dieſe / Scheba vnd Dedan.Chus aber zeuget den Nimrod / Der fieng an ein gewaltiger Herr zu ſein auff Erden.Vnd war ein gewaltiger Jeger fur dem HERRN / Da her ſpricht man / Das iſt ein gewaltiger Jeger fur dem HERRN / wie Nimrod.Vnd der anfang ſeins Reichs war / Babel / Erech / Acad vnd Chalne im land Sinear.Von dem Land iſt darnach komen der Aſſur / vnd bawete Niniue vnd RehobothJr vnd Calah /da zu Reſſen zwiſchen Niniue vnd Calah / Dis iſt eine groſſe Stad.Mizraim zeuget Ludim / Anamim / Leabim / Naphtuhim /Pathruſim / vnd Caſluhim / Von dannen ſind komen die Philiſtim vnd Caphthorim.CAnaan aber zeuget Zidon ſeinen erſten ſon / vnd Heth /Jebuſi / Emori / Girgoſi /Hiui / Arki / Sini /Aruadi / Zemari / vnd Hamathi. Da her ſind ausgebreitet die Geſchlecht der Cananiter.Vnd jre Grentze waren von Zidon an / durch Gerar / bis gen Gaſa / bis man kompt gen Sodoma / Gomorra / Adama / Zeboim / vnd bis gen Laſa.Das ſind die kinder Ham in jren Geſchlechten / Sprachen / Lendern / vnd Leuten.SEm aber / Japheths des gröſſern bruder / zeuget auch Kinder / der ein Vater iſt aller kinder von Eber.Vnd dis ſind ſeine Kinder / Elam / Aſſur / Arphachſad / Lud vnd Aram.Die kinder aber von Aram ſind dieſe / Vz / Hul / Gether vnd Mas.Arphachſad aber zeuget Salah. Salah zeuget Eber.Eber zeuget zween Söne / einer hies PelegAuff Deudſch / Ein zurteilung. / darumb / das zu ſeiner zeit / die Welt zurteilet ward / des Bruder hies Jaketan.Vnd Jaketan zeuget Almodad / Saleph / Hazarmaueth / Jarah /Hadoram / Vſal / Dikela /Obal / Abimael / Seba /Ophir / Heuila / vnd Jobab / Das ſind alle Kinder von Jaketan.Vnd jr Wonung war von Meſa an / bis man kompt gen Sephar / an den Berg gegen dem morgen.Das ſind die Kinder von Sem / in jren Geſchlechten / Sprachen / Lendern vnd Leuten.Das ſind nu die Nachkomen der Kinder Noah / in jren Gſchlechten vnd Leuten / Von denen ſind ausgebreittet die Leute auff Erden nach der Sindflut.Capitel 11 ES hatte aber alle Welt einerley zungen vnd ſprache.Da ſie nu zogen gen Morgen / funden ſie ein eben Land / im lande Sinear / vnd woneten daſelbs.Vnd ſprachen vnternander / Wolauff / laſſt vns Ziegel ſtreichen vnd brennen / Vnd namen ziegel zu ſtein / vnd thon zu kalck /vnd ſprachen / Wolauff / Laſſt vns eine Stad vnd Thurn bawen / des ſpitze bis an den Himel reiche / das wir vns einen namen machen / Denn wir werden vieleicht zerſtrewet in alle Lender.DA fur der HERR ernider / das er ſehe die Stad vnd Thurn / die die Menſchenkinder baweten.Vnd der HERR ſprach / Sihe / Es iſt einerley Volck vnd einerley Sprach vnter jnen allen / vnd haben das angefangen zu thun / ſie werden nicht ablaſſen von allem das ſie furgenomen haben zu thun.Wolauff / laſſt vns ernider faren / vnd jre Sprache da ſelbs verwirren / das keiner des andern ſprache verneme.Alſo zerſtrewet ſie der HERR von dannen in alle Lender / das ſie muſten auffhören die Stad zu bawen /Da her heiſſt jr name BabelAuff Deudſch / Ein vermiſchung oder verwirrung. / das der HERR daſelbs verwirret hatte aller Lender ſprache / vnd ſie zerſtrewet von dannen in alle Lender.Djs ſind die geſchlecht ſem / ſem war hundert jar alt / vnd zeuget Arphachſad / zwey jar nach der Sindflut /Vnd lebet darnach funffhundert jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.ARphachſad ward funff vnd dreiſſig jar alt / vnd zeugete Salah /Vnd lebet darnach vierhundert vnd drey jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.SAlah war dreiſſig jar alt / vnd zeuget Eber /Vnd lebet darnach vier hundert vnd drey jar / vnd zeugete Söne vnd Töchter.EBer war vier vnd dreiſſig jar alt / vnd zeuget Peleg /Vnd lebet darnach vier hundert vnd dreiſſig jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.PEleg war dreiſſig jar alt / vnd zeuget Regu /Vnd lebet darnach zwey hundert vnd neun jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.REgu war zwey vnd dreiſſig jar alt / vnd zeuget Serug /Vnd lebet darnach zwey hundert vnd ſieben jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.SErug war dreiſſig jar alt / vnd zeuget Nahor /Vnd lebet darnach zwey hundert jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.NAhor war neun vnd zwenzig jar alt / vnd zeuget Tharah /Vnd lebet darnach hundert vnd neunzehen jar / vnd zeuget Söne vnd Töchter.THArah war ſiebenzig jar alt / vnd zeuget / Abram / Nahor / vnd Haran.Djs ſind die geſchlecht tharah / tharah zeuget Abram / Nahor / vnd Haran / Aber Haran zeuget Lot.Haran aber ſtarb vor ſeinem Vater Tharah in ſeinem Vaterland zu Vr in Chaldea.Da namen Abram vnd Nahor weiber / Abrams weib hies Sarai / vnd Nahors weib Milca Harans tochter / der ein Vater war der Milca / vnd der Jiſca /Aber Sarai war vnfruchtbar / vnd hatte kein Kind.DA nam Tharah ſeinen ſon Abram / vnd Lot ſeines ſons Harans ſon / vnd ſeine ſchnur Sarai / ſeines ſons Abrams weib / vnd füret ſie von Vr aus Chaldea / das er ins land Canaan zöge / Vnd ſie kamen gen Haran / vnd woneten daſelbs.Vnd Tharah ward zwey hundert vnd funff jar alt / vnd ſtarb in Haran.Capitel 12 VND der HERR ſprach zu Abram / Gehe aus deinem Vaterland / vnd von deiner Freundſchafft / vnd aus deines Vatershauſe / Jn ein Land / das ich dir zeigen wil.Vnd ich wil dich zum groſſen Volck machen / vnd wil dich ſegenen / vnd dir einen groſſen Namen machen / vnd ſolt ein Segen ſein /Jch wil ſegenen die dich ſegenen / Vnd verfluchen die dich verfluchen. Vnd in dir ſollen geſegenet werden alle Geſchlecht auff Erden. Acto. 7.;Ebre. 11.; Gal. 3.DA zoch Abram aus / wie der HERR zu jm geſagt hatte / vnd Lot zoch mit jm / Abram aber war funff vnd ſiebenzig jar alt / da er aus Haran zoch.Alſo nam Abram ſein weib Sarai / vnd Lot ſeines Bruders ſon / mit aller jrer Habe / die ſie gewonnen hatten / vnd Seelen die ſie gezeuget hatten in Haran / vnd zogen aus zu reiſen in das land Canaan. Vnd als ſie komen waren in dasſelbige Land /zog Abram durch / bis an die ſtet Sichem / vnd an den hayn More / Denn es woneten zu der zeit die Cananiter im Lande.DA erſchein der HERR Abram / vnd ſprach / Deinem Samen wil ich dis Land geben. Vnd er bawet daſelbs dem HERRN einen Altar / der jm erſchienen war.Darnach brach er auff von dannen an einen Berg / der lag gegen dem Morgen der ſtad BethEl / vnd richtet ſeine Hütten auff / das er BethEl gegen abend / vnd Ai gegen dem morgen hatte. Vnd bawet daſelbs dem HERRN einen Altar / vnd predigte von dem Namen des HERRN.Darnach weich Abram ferner / vnd zoch aus gegen dem mittag.ES kam aber eine Thewrung in das Land. Da zoch Abram hin ab in Egypten / das er ſich daſelbs / als ein Frembdling / enthielte / Denn die Thewrung war gros im Lande.Vnd da er nahe bey Egypten kam / ſprach er zu ſeinem weibe Sarai / Sihe / Jch weis / das du ein ſchön Weib von angeſicht biſt /Wenn dich nu die Egypter ſehen werden / ſo werden ſie ſagen / Das iſt ſein Weib / Vnd werden mich erwürgen vnd dich behalten.Lieber ſo ſage doch / Du ſeiſt meine Schweſter / Auff das mirs deſte bas gehe vmb deinen willen / vnd meine Seele bey dem Leben bleibe vmb deinen willen.ALs nu Abram in Egypten kam / ſahen die Egypter das Weib / das ſie faſt ſchön war.Vnd die Fürſten des Pharao ſahen ſie / vnd preiſeten ſie fur jm. Da ward ſie in des Pharao haus bracht /Vnd er thet Abram guts / vmb jren willen / vnd er hatte ſchafe / rinder / eſel / Knecht vnd Megde / eſelin vnd kameel.Aber der HERR plaget den Pharao mit groſſen Plagen vnd ſein Haus / vmb Sarai Abrams weibs willen.DA rieff Pharao Abram zu ſich / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu mir das gethan? Warumb ſageſtu mirs nicht / das dein Weib were?Warumb ſprachſtu denn / ſie were deine Schweſter? Derhalben ich ſie mir zum Weibe nemen wolt. Vnd nu ſihe / Da haſtu dein weib / nim ſie vnd zeuch hin.Vnd Pharao befalh ſeinen Leuten vber jm / das ſie jn geleiten vnd ſein Weib vnd alles was er hatte.Capitel 13 ALſo zoch Abram er auff aus Egypten mit ſeinem Weibe vnd mit allem das er hatte / vnd Lot auch mit jm / gegen dem Mittag.Abram aber war ſeer Reich von vieh / ſilber / vnd gold.Vnd er zoch jmer fort von Mittag / bis gen BethEl / an die ſtet / da am erſten ſeine Hütten war / zwiſchen BethEl vnd Ai /eben an den Ort / da er vorhin den Altar gemacht hatte / Vnd er predigt alda den Namen des HERRN.Gen. 12.LOt aber der mit Abram zoch / der hatte auch ſchaf vnd rinder vnd Hütten /Vnd das Land mochts nicht ertragen / das ſie bey einander woneten / Denn jr Habe war gros / vnd kundten nicht bey ein ander wonen.Vnd war jmer zanck zwiſchen den Hirten vber Abrams vieh / vnd zwiſchen den Hirten vber Lots vieh / So woneten auch zu der zeit die Cananiter vnd Phereſiter im Lande.DA ſprach Abram zu Lot / Lieber las nicht zanck ſein zwiſchen mir vnd dir / vnd zwiſchen meinen vnd deinen Hirten / denn wir ſind Gebrüder.Stehet dir nicht alles Land offen? Lieber ſcheide dich von mir / Wiltu zur Lincken / ſo wil ich zur rechten / Oder wiltu zur rechten / ſo wil ich zur linken.Da hub Lot ſeine augen auff / vnd beſahe die gantze Gegend am Jordan / Denn ehe der HERR Sodoma vnd Gomorra verderbet / war ſie waſſerreich / bis man gen Zoar kompt / als ein Garten des HERRN / gleich wie Egyptenland.DA erwelet jm Lot / die gantze Gegend am Jordan / vnd zoch gegen Morgen. Alſo ſcheidet ſich ein Bruder von dem andern /das Abram wonet im lande Canaan / vnd Lot in den ſtedten der ſelben Gegend / vnd ſetzt ſeine Hütten gen Sodom /Aber die Leute zu Sodom waren böſe / vnd ſundigeten ſeer wider den HERRN.Ezech. 16.DA nu Lot ſich von Abram geſcheiden hatte / ſprach der HERR zu Abram / Heb deine Augen auff / vnd ſihe von der ſtet an da du woneſt / gegen Mitternacht / gegen dem Mittag / gegen dem Morgen / vnd gegen dem Abend /Denn alle das Land / das du ſiheſt / wil ich dir geben vnd deinem Samen ewiglich.Vnd wil deinen Samen machen wie den ſtaub auff erden / Kan ein Menſch den ſtaub auff erden zelen / der wird auch deinen Samen zelen.Darumb ſo mach dich auff / vnd zeuch durch das Land / in die lenge vnd breite / denn dir wil ichs geben.Alſo erhub Abram ſeine Hütten / kam vnd wonet im Hayn Mamre / der zu Hebron iſt / Vnd bawet daſelbs dem HERRN einen Altar.Gen. 12.Capitel 14 VND es begab ſich zu der zeit des königes Amraphel von Sinear Arioch des königes von Elaſſar / Kedor Laomor des königes von Elam / vnd Thideal des königes der Heiden /Das ſie kriegten mit Bera dem könige von Sodom / vnd mit Birſa dem könige von Gomorra / vnd mit Sineab dem könige von Adama / vnd mit Semeber dem könige von Zeboim / vnd mit dem könige von Bela / die heiſſt Zoar.DJeſe kamen alle zuſamen in das tal Siddim / da nu das Saltzmeer iſt /Denn ſie waren zwelff jar vnter dem könige KedorLaomor geweſen / vnd im dreizehenden jar waren ſie von jm abgefallen.Darumb kam KedorLaomor vnd die Könige die mit jm waren / im vierzehenden jar / vnd ſchlugen die Riſen zu AſtarothKarnaim / vnd die Suſim zu Ham / vnd die Emim in dem felde Kiriathaim /vnd die Horiter auff jrem gebirge Seir / bis an die breite Pharan / welche an die wüſten ſtöſſt.Darnach wandten ſie vmb / vnd kamen an den born Miſpat / das iſt Kades / vnd ſchlugen das gantze Land der Amalekiter / dazu die Amoriter / die zu HazezonThamar woneten.DA zogen aus der könig von Sodom / der könig von Gomorra / der könig von Adama / der könig von Zeboim / vnd der könig von Bela / die Zoar heiſſt / vnd rüſten ſich zu ſtreiten / im tal Siddim /mit KedorLaomor / dem könige von Elam / vnd mit Thideal dem könige der Heiden / vnd mit Amraphel dem könige von Sinear / vnd mit Arioch dem könige von Elaſſar / vier Könige mit fünffen /Vnd das tal Siddim hatte viel Thongruben. ABer der König von Sodom vnd Gomorra wurden daſelbs in die Flucht geſchlagen vnd nidergelegt / vnd was vberbleib / flohe auff das Gebirge.Da namen ſie alle habe zu Sodom vnd Gomorra vnd alle ſpeiſe / vnd zogen da von.Sie namen auch mit ſich Lot Abrams bruder ſon vnd ſeine habe / Denn er wonete zu Sodom / vnd zogen da von.DA kam einer der entrunnen war / vnd ſagets Abram an dem auslender / der da wonet im hayn Mamre des Amoriter / welcher ein Bruder war Eſcol vnd Aner / Dieſe waren mit Abram im Bund.Als nu Abram höret / das ſein Bruder gefangen war / wapnet er ſeine Knechte / drey hundert vnd achzehen / in ſeinem Hauſe geborn / vnd jaget jnen nach bis gen Dan /Vnd teilet ſich / Fiel des nachts vber ſie mit ſeinen Knechten / vnd ſchlug ſie / vnd jaget ſie bis gen Hoba / die zur lincken der ſtad Damaſcus ligt.Vnd bracht alle Habe wider / dazu auch Lot ſeinen Bruder mit ſeiner Habe / auch die Weiber vnd das Volck.ALs er nu widerkam von der ſchlacht des KedorLaomor vnd der Könige mit jm / giengen jm entgegen der könig von Sodom / in das feld das Königstal heiſſt.ABer Melchiſedech der König von Salem / trug brotNicht das ers opfferte / ſondern das er die Geſte ſpeiſet vnd ehret / Dadurch Chriſtus bedeut iſt / der die Welt mit dem Euangelio ſpeiſet. vnd wein erfur. Vnd er war ein Prieſter Gottes des höheſten /Vnd ſegnet jn / vnd ſprach / Geſegnet ſeiſtu Abram dem höheſten Gott / der Himel vnd Erden beſitzt /Vnd gelobet ſey Gott der höheſt / der deine Feinde in deine hand beſchloſſen hat. Vnd dem ſelben gab Abram den Zehenden von allerley.Ebre. 7.DA ſprach der könig von Sodom zu Abram / Gib mir die Leute / die Güter behalt dir.Aber Abram ſprach zu dem könige von Sodom / Jch hebe meine hende auff zu dem HERRN / dem höheſten Gott / der Himel vnd Erden beſitzt /Das ich von allem das dein iſt / nicht einen faden noch einen ſchuchrimen nemen wil / Das du nicht ſageſt / du habeſt Abram reich gemacht.Ausgenomen was die Jünglinge verzehret haben / vnd die menner Aner / Eſcol vnd Mamre / die mit mir gezogen ſind / die las jr Teil nemen.Capitel 15 NAch dieſen Geſchichten begab ſichs / das zu Abram geſchach das wort des HERRN im Geſicht / vnd ſprach / Fürchte dich nicht Abram / Jch bin dein Schilt / vnd dein ſeer groſſer Lohn.Abram ſprach aber / HErr HERR / Was wiltu mir geben? Jch gehe dahin on Kinder / vnd mein Hausuogt hat einen Son / dieſer Elieſer von Damaſco.Vnd Abram ſprach weiter / Mir haſtu keinen Samen gegeben / Vnd ſihe / der Son meines geſinds / ſol mein Erbe ſein.VND ſihe / der HERR ſprach zu jm / Er ſol nicht dein Erbe ſein / Sondern der von deinem Leibe komen wird / der ſol dein Erbe ſein.Vnd er hies jn hin aus gehen / vnd ſprach / Sihe gen Himel / vnd zele die ſterne / Kanſtu ſie zelen? Vnd ſprach zu jm / Alſo ſol dein Same werden /Abram gleubte dem HERRN / Vnd das rechent er jm zur Gerechtigkeit.Gen. 17.; Rom. 4.; Gal. 3.; Ebre. 11.VND er ſprach zu jm / Jch bin der HERR / der dich von Vr aus Chaldea gefurt hat / das ich dir dis Land zu beſitzen gebe.Abram aber ſprach HErr HERR / Wo bey ſol ichs mercken / das ichs beſitzen werde?Vnd er ſprach zu jm / Bringe mir eine dreyierige Kue / vnd ein dreyierige Zigen / vnd ein dreyierigen Wider / vnd eine Dordeltauben / vnd eine Jungetauben.Vnd er bracht jm ſolchs alles / vnd zurteilet es mitten von ander / vnd leget ein teil gegen das ander vber / aber die Vogel zurteilet er nicht.Vnd das GeuogelDas geuogel / vnd der rauchend ofen vnd der fewrige brand / bedeuten die Egypter / die Abrahams kinder verfolgen ſolten. Aber Abram ſcheucht ſie dauon das iſt / Gott erlöſet ſie vmb der verheiſſung willen / Abram verſprochen. Das aber er nach der Sonen vntergang erſchrickt / bedeut / Das Gott ſeinem Samen eine zeit verlaſſen wolt / das ſie verfolget würden / wie der HERR ſelbs hie deutet. Alſo gehet es auch allen Gleubigen / das ſie verlaſſen / vnd doch erlöſet werden. fiel auff die aſſ / Aber Abram ſcheuchet ſie dauon.DA nu die Sonne vnter gegangen war / fiel ein tieffer Schlaff auff Abram / Vnd ſihe / ſchrecken vnd groſſe finſternis vberfiel jn.Da ſprach er zu Abram / Das ſoltu wiſſen / Das dein Same wird frembd ſein in einem Lande das nicht ſein iſt / vnd da wird man ſie zu dienen zwingen vnd plagen vier hundert jar.Aber ich wil richten das Volck / dem ſie dienen müſſen. Darnach ſollen ſie ausziehen mit groſſem Gut.Vnd du ſolt faren zu deinen Vetern mit frieden / vnd in gutem Alter begraben werden /Sie aber ſollen nach vier Mansleben wider hieher komen / Denn die miſſethat der Amoriter iſt noch nicht alle.Als nu die Sonne vntergegangen / vnd finſter worden war / Sihe / da rauchete ein Ofen / vnd ein Fewerflammen fuhr zwiſſchen den ſtücken hin.Act. 7.; Exod. 12.AN dem tage machte der HERR einen Bund mit Abram / vnd ſprach / Deinem Samen wil ich dis Land geben / von dem waſſer Egypti an / bis an das groſſe waſſer Phrat /die Keniter / die Kiniſiter / die Kadmoniter /die Hithiter / die Phereſiter / die Riſen /die Amoriter / die Cananiter / die Gergeſiter / die Jebuſiter.Capitel 16 SArai Abrams weib gebar jm nichts / Sie hatte aber eine Egyptiſche magd / die hies Hagar.Vnd ſie ſprach zu Abram / Sihe / der HERR hat mich verſchloſſen / das ich nichts geberen kan / Lieber / lege dich zu meiner Magd / ob ich doch vieleicht aus jr mich bawenDas iſt / kinder kriegen. müge. Abram der gehorcht der ſtimme Sarai.Da nam Sarai Abrams weib jr Egyptiſche magd Hagar / vnd gab ſie Abram jrem Man zum Weibe / nach dem ſie zehen jar im lande Canaan gewonet hatten.Pſal. 127.; Exo. 2.VND er legt ſich zu Hagar / die ward ſchwanger. Als ſie nu ſahe / das ſie ſchwanger war / achtet ſie jr Frawen geringe gegen ſich.Da ſprach Sarai zu Abram / Du thuſt vnrecht an mir / Jch hab meine Magd dir beygelegt / Nu ſie aber ſihet / das ſie ſchwanger worden iſt / mus ich geringe geachtet ſein gegen jr / Der HERR ſey Richter zwiſchen mir vnd dir.Abram aber ſprach zu Sarai / Sihe / Deine Magd iſt vnter deiner gewalt / thue mit jr wie dirs gefelt. DA ſie nu Sarai wolt demütigen flohe ſie von jr.Aber der Engel des HERRN fand ſie bey einem Waſſerbrun in der wüſten / nemlich / bey dem Brun am wege zu Sur /der ſprach zu jr / Hagar Sarai magd / wo komſtu her? vnd wo wiltu hin? Sie ſprach / Jch bin von meiner Frawen Sarai geflohen.Vnd der Engel des HERRN ſprach zu jr / Kere vmb wider zu deiner Frawen / vnd demütige dich vnter jre hand.VND der Engel des HERRN ſprach zu jr / Jch wil deinen Samen alſo mehren / das er fur groſſer menge nicht ſol gezelet werden.Weiter ſprach der Engel des HERRN zu jr / Sihe / Du biſt ſchwanger worden / vnd wirſt einen Son geberen / des namen ſoltu JſmaelHeiſt Gott erhöret. heiſſen / Darumb / das der HERR dein elend erhöret hat.Er wird ein wilder Menſch ſein / Seine hand wider jderman / vnd jedermans hand wider jn / vnd wird gegen allen ſeinen Brüdern wonen.VND ſie hies den Namen des HERRN / der mit jr redet / Du Gott ſiheſt mich / denn ſie ſprach / Gewiſlich hie hab ich geſehen den / der mich hernach angeſehen hat /Darumb hies ſie den Brunnen / ein brunnen des Lebendigen / der mich angeſehen hat / welcher Brun iſt zwiſchen Kades vnd Bared.VND Hagar gebar Abram einen ſon / vnd Abram hies den Son / den jm Hagar gebar / Jſmael.Vnd Abram war ſechs vnd achzig jar alt / da jm Hagar den Iſmael gebar.Capitel 17 ALs nu Abram neun vnd neunzig jar alt war / erſchein jm der HERR / vnd ſprach zu jm / Jch bin der allmechtige Gott / wandele fur mir / vnd ſey from.Vnd ich wil meinen Bund zwiſchen mir vnd dir machen / vnd wil dich faſt ſeer mehren.Da fiel Abram auff ſein angeſicht. VND Gott redet weiter mit jm / vnd ſprach /Sihe / Jch bins / vnd hab meinen Bund mit dir / Vnd du ſolt ein Vater vieler Völcker werden /Darumb ſoltu nicht mehr AbramAbram Heiſſt hoher Vater. Abraham aber der Hauffen Vater wiewol die ſelben hauffen nur mit einem Buchſtaben angezeigt werden in ſeinem namen / nicht on vrſach. heiſſen / ſondern Abraham ſol dein name ſein / Denn Jch habe dich gemacht / vieler völcker Vater.Vnd wil dich faſt ſeer fruchtbar machen / vnd wil von dir Völcker machen / vnd ſollen auch Könige von dir komen.Rom. 4.VND ich wil auffrichten meinen Bund / zwiſchen mir vnd dir / vnd deinem Samen nach dir / bey jren NachkomenLedorotham / das iſt ſo lang jr ding wehren wird / Denn Moſe hie mit deutet / das jr ding ſolle endlich auffhören / vnd ein anders komen. / das es ein ewiger Bund ſey / Alſo das ich dein Gott ſey / vnd deines Samens nach dir.Vnd wil dir vnd deinem Samen nach dir geben das Land da du ein Frembdling innen biſt / nemlich / das gantze land Canaan / zu ewiger beſitzung / Vnd wil jr Gott ſein.VND Gott ſprach zu Abraham / So halt nu meinen Bund / du vnd dein Same nach dir / bey jren Nachkomen.Das iſt aber mein Bund den jr halten ſolt zwiſchen mir vnd euch / vnd deinem Samen nach dir / Alles was Menlich iſt vnter euch / ſol beſchnitten werden.Jr ſolt aber die vorhaut an ewrem Fleiſch beſchneiten / Dasſelb ſol ein Zeichen ſein / des Bunds / zwiſchen mir vnd euch.Ein jglichs Kneblin wens acht tag alt iſt / ſolt jr beſchneiten bey ewern Nachkomen. Desſelben gleichen auch alles was Geſinds da heim geborn / oder erkaufft iſt von allerley frembden / die nicht ewrs Samens ſind /Alſo ſol mein Bund an ewrem Fleiſch ſein zum ewigen bund.Vnd wo ein Kneblin nicht wird beſchnitten / an der vorhaut ſeines Fleiſchs / Des Seele ſol ausgerottet werden aus ſeinem Volck / darumb / das es meinen Bund vnterlaſſen hat.Act. 7.; Luc. 2.VND Gott ſprach abermal zu Abraham / Du ſolt dein weib Sarai / nicht mehr Sarai heiſſen / ſondern Sara ſol jr namen ſein /Denn ich wil ſie ſegenen. Vnd von jr wil ich dir einen Son geben / Denn ich wil ſie ſegenen / vnd Völcker ſollen aus jr werden / vnd Könige vber viel Völcker.Da fiel Abraham auff ſein angeſicht vnd lachet / vnd ſprach in ſeinem hertzen / ſol mir hundert jar alt ein Kind geboren werden / vnd Sara neunzig jar alt geberen?Gen. 18.; Gen. 21.VND Abraham ſprach zu Gott / Ah das Jſmael leben ſolt fur dir.Da ſprach Gott / Ja / Sara dein Weib ſol dir einen Son geberen / den ſoltu Jſaac heiſſen / Denn mit jm wil ich meinen ewigen Bund auffrichten / vnd mit ſeinem Samen nach jm.Dazu vmb Jſmael habe ich dich auch erhöret / Sihe / Jch habe jn geſegnet / vnd wil jn fruchtbar machen / vnd mehren faſt ſeer / Zwelff Fürſten wird er zeugen / vnd wil jn zum groſſen Volck machen.Aber meinen Bund wil ich auffrichten mit Jſaac / den dir Sara geberen ſol / vmb dieſe zeit im andern jar.Vnd er höret auff mit jm zu reden / vnd Gott fuhr auff von Abraham.DA nam Abraham ſeinen ſon Jſmael / vnd alle Knechte die da heim geboren / vnd alle die erkaufft / vnd alles was Mans namen war in ſeinem Hauſe / vnd beſchneit die vorhaut an jrem Fleiſch eben desſelbigen tages / wie jm Gott geſagt hatte.Vnd Abraham war neun vnd neunzig jar alt / da er die Vorhaut an ſeinem Fleiſch beſchneit.Jſmael aber ſein Son war dreizehen jar alt / da ſeines Fleiſchs vorhaut beſchnitten ward.Eben auff einen tag / worden ſie alle beſchnitten / Abraham / ſein ſon Jſmael /vnd was Mans namen in ſeinem Hauſe war / daheim geborn / vnd erkaufft von frembden / Es ward alles mit jm beſchnitten.Capitel 18 VND der HERR erſchein jm im Hayn Mamre / da er ſas an der thür ſeiner Hütten / da der tag am heiſſesten war.Vnd als er ſeine augen auffhub / vnd ſahe / da ſtunden drey Menner gegen jm. Vnd da er ſie ſahe / lieff er jnen entgegen / von der thür ſeiner Hütten / vnd bücket ſich niderFur einem felt er nider / vnd redet auch als mit einem / vnd doch mit dreien. Da iſt die Dreifaltigkeit in Gott angezeigt. auff die Erden /vnd ſprach / HERR Hab ich gnade funden fur deinen Augen / So gehe nicht fur deinem Knecht vber.Man ſol euch wenig Waſſers bringen / vnd ewre Füſſe waſſchen / vnd lehnet euch vnter den Bawm.Vnd ich wil euch ein biſſen Brots bringen / das jr ewr Hertz labet / darnach ſolt jr fort gehen / Denn darumb ſeid jr zu ewrem Knecht komen. Sie ſprachen / Thu / wie du geſagt haſt.Ebre. 13.ABraham eilet in die hütten zu Sara / vnd ſprach / Eile vnd menge drey mas Semelmelh / knete / vnd backe Kuchen.Er aber lieff zu den Rindern / vnd holet ein zart gut Kalb / vnd gabs dem Knaben / Der eilet vnd bereitets zu.Vnd er trug auff Butter vnd Milch / vnd von dem Kalbe das er zubereit hatte / vnd ſatzts jnen fur / vnd trat fur ſie vnter dem Bawm / vnd ſie aſſen.Math. 13.DA ſprachen ſie zu jm / Wo iſt dein weib Sara? Er antwortet / Drinnen in der Hütten.Da ſprach er / Jch wil wider zu dir komen / ſo ich lebe / Sihe / ſo ſol Sara dein weib einen Son haben. Das höret Sara / hinder jm / hinder der thür der Hütten.Vnd ſie waren beide / Abraham vnd Sara alt vnd wol betaget / Alſo das es Sara nicht mehr gieng / nach der Weiber weiſe.Darumb lachet ſie bey ſich ſelbs / vnd ſprach / Nu ich alt bin / ſol ich noch wolluſt pflegen / vnd mein Herr auch alt iſt.1. Pet. 3.DA ſprach der HERR zu Abraham / Warumb lachet des Sara / vnd ſpricht / Meinſtu das war ſey / das ich noch geberen werde / ſo ich doch alt bin?Solt dem HERRN etwas vmmüglich ſein? Vmb dieſe zeit wil ich wider zu dir komen ſo ich lebeGott als ein Menſch / Gene. 3. Adam / Wo biſtu? Jtem Gen. xj. Jch wil hin ab fahren vnd ſehen. Gen. 19. Jch wil ſehen / obs ſo ſey. Denn dis wort (So ich Lebe) ſetze es wo du wilt ſo lauts doch nicht. Als wenn er von der Frucht / oder Eltern wolt ſagen / Du ſolt einen Son haben / ſo er lebet / oder / ſo jr lebet. Meinſtu er wiſſe nicht ob der Son oder die Eltern leben werden Ja wo ſie nichtigewis leben würden was were die verheiſſung? / So ſol Sara einen Son haben.Da leugnete Sara / vnd ſprach / Jch habe nicht gelachet / Denn ſie furcht ſich / Aber er ſprach / Es iſt nicht alſo / du haſt gelacht.4. Reg. 4.; Rom. 9.Da ſtunden die menner auff von dannen / vnd wandten ſich gegen Sodom / Vnd Abraham gieng mit jnen / das er ſie geleitet.Da ſprach der HERR / Wie kan ich Abraham verbergen / was ich thu?Sintemal er ein gros vnd mechtiges Volck ſol werden / vnd alle Völcker auff Erden in jm geſegnet werden ſollen.Denn ich weis / er wird befelhen ſeinen Kindern / vnd ſeinem Hauſe nach jm / das ſie des HERRN wege halten / vnd thun was recht vnd gut iſt / Auff das der HERR auff Abraham komen laſſe / was er jm verheiſſen hat.VND der HERR ſprach / Es iſt ein geſchrey zu Sodom vnd Gomorra / das iſt gros / vnd jre Sünde ſind faſt ſchwere.Darumb wil ich hin abfaren / vnd ſehen / Ob ſie alles gethan haben / nach dem geſchrey das fur mich komen iſt / Oder obs nicht alſo ſey / das ichs wiſſe.Vnd die Menner wandten jr angeſicht / vnd giengen gen Sodom.Ezech. 16. ABer Abraham bleib ſtehen fur dem HERrn /vnd trat zu jm / vnd ſprach / Wiltu denn den Gerechten mit den Gottloſen vmbbringen?Es möchten vieleicht funffzig Gerechten in der ſtad ſein / Wolteſtu die vmbbringen / vnd dem Ort nicht vergeben vmb funffzig Gerechter willen / die drinnen weren?Das ſey ferne von dir / das du das thuſt / vnd tödteſt den Gerechten mit den Gottloſen / das der Gerechte ſey gleich wie der Gottloſe / Das ſey ferne von dir / der du aller welt Richter biſt / Du wirſt ſo nicht richten.Der HERR ſprach / Finde ich funffzig Gerechten zu Sodom in der ſtad / ſo wil ich vmb jrer willen alle den Orten vergeben.ABraham antwortet / vnd ſprach / Ah ſihe / Jch hab mich vnterwunden / zu reden mit dem HErrn / wiewol ich Erde vnd Aſſchen bin /Es möchten vieleicht fünff weniger / denn funffzig Gerechten drinnen ſein / Wolteſtu denn die gantze Stad verderben vmb der funffe willen? Er ſprach / Finde ich drinnen fünff vnd vierzig / So wil ich ſie nicht verdeben.Vnd er fuhr weiter mit jm zu reden / vnd ſprach / Man möcht vieleicht vierzig drinnen finden. Er aber ſprach / Jch wil jnen nichts thun / vmb vierziger willen.ABraham ſprach / Zürne nicht HErr / das ich noch mehr rede / Man möcht vieleicht dreiſſig drinnen finden. Er aber ſprach / Finde ich dreiſſig drinnen / So wil ich jnen nichts thun.Vnd er ſprach / Ah ſihe / Jch habe mich vnterwunden mit dem HErrn zu reden / Man möcht vieleicht zwenzig drinnen finden. Er antwortet / Jch wil ſie nicht verderben vmb der zwenzig willen.Vnd er ſprach / Ah zürne nicht HErr / das ich nur noch ein mal rede / Man möchte vieleicht zehen drinnen finden. Er aber ſprach / Jch wil ſie nicht verderben / vmb der zehen willen.VND der HERR gieng hin / da er mit Abraham ausgeredt hatte / Vnd Abraham keret wider hin an ſeinen Ort.Capitel 19 Dje zween Engel kamen gen Sodom des abends. Lot aber ſas zu Sodom vnter dem thor / Vnd da er ſie ſahe / ſtund er auff jnen entgegen / vnd bücket ſich mit ſeinem angeſicht auff die erden.Vnd ſprach / Sihe / HErr / Keret doch ein zum hauſe ewers Knechts / vnd bleibet vber nacht / Laſſet ewr Füſſe waſſchen / So ſtehet jr morgens früe auff / vnd ziehet ewr ſtraſſe. Aber ſie ſprachen / Nein / Sondern wir wollen vber nacht auff der gaſſen bleiben.Da nötiget er ſie faſt / Vnd ſie kereten zu jm ein / vnd kamen in ſein Haus. Vnd er macht jnen ein Mal / vnd buch vngeſeurte Kuchen / vnd ſie aſſen.Ebre. 13.ABer ehe ſie ſich legten / kamen die Leute der ſtad Sodom / vnd vmbgaben das Haus / jung vnd alt / das gantze Volck aus allen enden.Vnd fodderten Lot / vnd ſprachen zu jm / Wo ſind die Menner / die zu dir komen ſind dieſe nacht? Füre ſie eraus zu vns / das wir ſie erkennen.LOt gieng eraus zu jnen fur die thür / vnd ſchlos die thür hinder jm zu /vnd ſprach / Ah lieben Brüder / Thut nicht ſo vbel.Sihe / ich habe zwo Töchter / die haben noch keinen Man erkennet / die wil ich eraus geben vnter euch / vnd thut mit jnen / was euch gefellet / Alleine dieſen Mennern thut nichts / Denn darumb ſind ſie vnter die ſchatten meines dachs eingegangen.Sie aber ſprachen / Kom hie her / Da ſprachen ſie / Du biſt der einiger Frembdling hie / vnd wilt regieren / Wolan / wir wollen dich bas plagen denn jene. VND ſie drungen hart auff den man Lot / Vnd da ſie hinzu lieffen / vnd wolten die thür auffbrechen /griffen die Menner hinaus / vnd zogen Lot hin ein zu jnen ins Haus / vnd ſchloſſen die thür zu.Vnd die Menner fur der thür am Hauſe / worden mit Blindheit geſchlagen / beide klein vnd gros / bis ſie müde wurden / vnd die thür nicht finden kundten.2. Pet. 2.VND die Menner ſprachen zu Lot / Haſtu noch jrgend hie einen Eidam vnd Söne vnd Töchter / vnd wer dich angehöret in der Stad / den füre aus dieſer ſtet /Denn wir werden dieſe ſtet verderben / Darumb das jr geſchrey gros iſt fur dem HERRN / der hat vns geſand ſie zuuerderben.Da gieng Lot hinaus / vnd redet mit ſeinen Eidam / die ſeine Töchter nemen ſolten / Machet euch auff / vnd gehet aus dieſem Ort / Denn der HERR wird dieſe Stad verderben / Aber es war jnen lecherlich.DA nu die Morgenröte auffgieng / hieſſen die Engel den Lot eilen / vnd ſprachen / Mach dich auff / nim dein Weib vnd deine zwo Töchter / die furhanden ſind / Das du nicht auch vmbkomeſt in der miſſethat dieſer Stad.Da er aber verzog / ergriffen die Menner jn / vnd ſein Weib / vnd ſeine zwo Töchter bey der hand / darumb das der HERR ſein verſchonet / vnd füreten jn hin aus vnd lieſſen jn auſſen fur der Stad.VND als er jn hatte hin aus gebracht / ſprach er / Errette deine Seele / vnd ſihe nicht hinder dich / auch ſtehe nicht in dieſer gantzen gegend / Auff dem Berge errette dich / das du nicht vmbkomeſt.Aber Lot ſprach zu jnen / Ah nein HErr /Sihe / die weil dein Knecht gnade funden hat fur deinen Augen / So wolteſtu deine Barmhertzigkeit gros machen / die du an mir gethan haſt / das du meine Seele bey dem leben erhielteſt / Jch kan mich nicht auff dem Berge erretten / es möcht mich ein vnfal ankomen / das ich ſtürbe.Sihe / da iſt eine Stad / nahe / dar ein ich fliehen mag / vnd iſt klein / daſelbs wil ich mich erretten / Jſt ſie doch klein / das meine Seele lebendig bleibe.DA ſprach er zu jm / Sihe / Jch hab auch in dieſem ſtück dich angeſehen / das ich die Stad nicht vmbkere / da von du geredt haſt.Eile vnd errette dich daſelbs / Denn ich kan nichts thun / bis das du hin ein komeſt / Da her iſt dieſe ſtad genennet / ZoarHeiſſt klein..Vnd die Sonne war auffgegangen auff erden / da Lot gen Zoar einkam.DA lies der HERR Schwebel vnd Fewr regenen von dem HERRN vom Himel erab / auff Sodom vnd Gomorra /vnd keret die Stedte vmb / die gantze gegend / vnd alle Einwoner der ſtedte / vnd was auff dem Lande gewachſen war.Vnd ſein Weib ſahe hinder ſich / vnd ward zur Saltzſeule.Luc. 17.; 2. Pet. 2.ABraham aber macht ſich des morgens früe auff an den Ort / da er geſtanden war / fur dem HERRN /Vnd wand ſein angeſicht gegen Sodom vnd Gomorra / vnd alles Land der gegend / vnd ſchawet / Vnd ſihe / da gieng ein Rauch auff vom Lande / wie ein rauch vom ofen.Denn da Gott die Stedte in der gegend verderbet / gedachte er an Abraham / vnd geleitet Lot aus den ſtedten die er vmbkeret / darin Lot wonete.Vnd lot zoch aus zoar / an bleib auff dem Berge mit ſeinen beiden Töchtern / Denn er furchte ſich zu Zoar zu bleiben / vnd bleib alſo in einer Höle mit ſeinen beiden Töchtern.Da ſprach die Elteſte zu der Jüngſten / Vnſer Vater iſt alt / vnd iſt kein Man mehr auff erden / der vns beſchlaffen müge / nach aller Welt weiſe.So kom / las vns vnſerm Vater wein zu trincken geben / vnd bey jm ſchlaffen / das wir Samen von vnſerm Vater erhalten.Alſo gaben ſie jrem Vater wein zu trincken in der ſelben nacht. Vnd die Erſte gieng hin ein / vnd legt ſich zu jrem Vater / vnd er wards nicht gewar / da ſie ſich leget / noch da ſie auffſtund.DES morgens ſprach die Elteſte zu der Jüngſten / Sihe / ich hab geſtern bey meinem Vater gelegen / Las vns jm dieſe nacht auch Wein zu trincken geben / das du hin eingeheſt / vnd legeſt dich zu jm / das wir Samen von vnſerm Vater erhalten.Alſo gaben ſie jrem Vater die nacht auch Wein zu trinken. Vnd die Jüngeſt macht ſich auch auff / vnd leget ſich zu jm / Vnd er wards nicht gewar / da ſie ſich leget noch da ſie auffſtund.ALſo wurden die beide töchter Lots ſchwanger von jrem Vater /Vnd die Elteſte gebar einen Son / den hies ſie Moab / Von dem komen her die Moabiter / bis auff dieſen heutigen tag.Vnd die Jüngſte gebar auch einen Son / den hies ſie / das kind Ammi / Von dem komen die kinder Ammon bis auff den heutigen tag.Capitel 20 ABraham aber zoch von dannen ins Land gegen Mittag / vnd wonete zwiſchen Kades vnd Sur / vnd ward ein Frembdling zu Gerar.Vnd ſprach von ſeinem weibe Sara / Es iſt meine Schweſter. Da ſandte Abimelech der König zu Gerar nach jr / vnd lies ſie holen.ABer Gott kam zu Abimelech des nachts im Trawm / vnd ſprach zu jm / Sihe da / du biſt des tods / vmb des Weibs willen / das du genomen haſt / Denn ſie iſt eines Mannes eheweib.Abimelech aber hatte ſie nicht berüret / vnd ſprach / HErr / Wiltu denn auch ein gerecht Volck erwürgen?Hat er nicht zu mir geſagt / ſie iſt meine Schweſter? Vnd ſie hat auch geſagt / er iſt mein Bruder? Hab ich doch das gethan mit einfeltigem hertzen vnd vnſchüldigen henden.VND Gott ſprach zu jm im traum / Jch weis auch / das du mit einfeltigem hertzen das gethan haſt / Darumb hab ich dich auch behut / das du nicht wider mich ſündigeteſt / vnd habs dir nicht zugegeben / das du ſie berüreſt.So gib nu dem Man ſein Weib wider / denn er iſt ein Prophet / Vnd las jn fur dich bitten / ſo wirſtu lebendig bleiben. Wo du aber ſie nicht wider gibſt / ſo wiſſe / Das du des tods ſterben muſt / vnd alles was dein iſt.Pſal. 105.DA ſtund Abimelech des morgens früe auff / vnd rieff allen ſeinen Knechten / vnd ſaget jnen dieſes alles fur jren ohren / Vnd die Leute furchten ſich ſeer.Vnd Abimelech rieff Abraham auch / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu vns das gethan? Vnd was habe ich an dir geſundiget / das du ſo eine groſſe ſunde wolteſt auff mich vnd mein Reich bringen? Du haſt mit mir gehandelt / nicht wie man handeln ſol.Vnd Abimelech ſprach weiter zu Abraham / Was haſtu geſehenWeil du ein Prophet biſt / magſtu was geſehen haben / das ichs verdienet habe / mit meinen ſunden. / das du ſolchs gethan haſt?ABraham ſprach / Jch dacht / Vieleicht iſt kein Gottes furcht an dieſen Orten / vnd werden mich vmb meines Weibs willen erwürgen.Auch iſt ſie warhafftig meine Schweſter / denn ſie iſt meines Vaters tochter / aber nicht meiner Mutter tochter / vnd iſt mein Weib worden.Da mich aber Gott auſſer meines Vaters hauſe wandernGott hieſſen mich in die jrre ziehen / als werens viel / vnd doch ein Gott. hies / ſprach ich zu jr / Die barmhertzigkeit thu an mir / das / wo wir hin komen / du von mir ſageſt / Jch ſey dein Bruder.Gen. 12.DA nam Abimelech ſchafe vnd rinder / Knecht vnd Megde / vnd gab ſie Abraham / vnd gab jm wider ſein weib Sara /Vnd ſprach / Sihe da / mein Land ſtehet dir offen / wone wo dirs wolgefellet.Vnd ſprach zu Sara / Sihe da / Jch habe deinem Bruder tauſent ſilberlinge gegeben / Sihe / das ſol dir eine Decke der augen ſein / fur allen die bey dir ſind / vnd allenthalben / Vnd das war jre ſtraffeDie Heilligen werden ſeuberlich vnd mit gewinſt geſtrafft. Als hie Sara wird geſtrafft / das ſie Abraham hatte Bruder genennet / vnd kriegt groſſe wolthat..ABraham aber betet zu Gott / Da heilete Gott Abimelech vnd ſein Weib vnd ſeine megde / das ſie Kinder gebaren /Denn der HERR hatte zuuor hart verſchloſſen alle Mütter des hauſes Abimelech / vmb Sara Abrahams weibs willen.Capitel 21 VND der HERR ſucht heim Sara / wie er geredt hatte / vnd thet mir jr / wie er geredt hatte.Vnd Sara ward ſchwanger / vnd gebar Abraham einen Son in ſeinem Alter / vmb die zeit / die jm Gott geredt hatte.Vnd Abraham hies ſeinen Son / der jm geborn war / Jſaac / den jm Sara gebar.Vnd beſchneit jn am achten tage / wie jm Gott geboten hatte /Hundert jar war Abraham alt / da jm ſein ſon Jſaac geborn ward.Ebre. 11.; Gen. 18.; Math. 1.; Luc. 3.; Gen. 17.VND Sara ſprach / Gott hat mir ein lachen zugericht / Denn wer es hören wird / der wird mein lachen. 7Vnd ſprach / Wer dürfft von Abraham ſagen / das Sara kinder ſeuget / vnd hette jm einen Son geborn in ſeinem alter?Vnd das Kind wuchs vnd ward entwenet / Vnd Abraham macht ein gros Mal am tage / da Jſaac entwenet ward.VND Sara ſahe den ſon Hagar der Egyptiſchen / den ſie Abraham geborn hatte / das er ein Spötter war /Vnd ſprach zu Abraham / Treibe dieſe Magd aus mit jrem Son / Denn dieſer magd Son ſol nicht erben mit meinem ſon Jſaac.Das wort gefiel Abraham ſeer vbel / vmb ſeines ſons willen.Aber Gott ſprach zu jm / Las dirs nicht vbel gefallen des Knaben vnd der Magd halben / Alles was Sara dir geſagt hat / dem gehorche. Denn in Jſaac ſol dir der Same genennet werden.Auch wil ich der magd Son zum Volck machen / Darumb das er deines Samens iſt.Gal. 4.; Rom. 9.; Gen. 16.DA ſtund Abraham des morgens früe auff / vnd nam Brot vnd eine Flaſſche mit waſſer / vnd legts Hagar auff jre ſchulder / vnd den Knaben mit / vnd lies ſie aus. Da zog ſie hin / vnd gieng in der wüſten jrre bey Berſaba.Da nu das Waſſer in der Flaſſchen aus war / warff ſie den Knaben vnter einen Bawm /vnd gieng hin vnd ſatzte ſich gegen vber von ferns eins Bogenſchos weit / Denn ſie ſprach / Jch kan nicht zuſehen / des Knabens ſterben. Vnd ſie ſatzte ſich gegen vber / vnd hub jre ſtimme auff vnd weinet.DA erhöret Gott die ſtimme des Knabens. Vnd der Engel Gottes rieff vom Himel der HagarMercke hie auff Hagar / wie die des glaubloſer werk Figur iſt / Gal. 4. vnd dennoch ſie Gott zeitlich belohnet vnd gros macht auff erden. / vnd ſprach zu jr / Was iſt dir Hagar? Fürchte dich nicht / denn Gott hat erhöret die ſtim des Knabens / da er ligt.Stehe auff / nim den Knaben / vnd füre jn an deiner hand / Denn ich wil jn zum groſſen Volck machen.Vnd Gott thet jr die augen auff / das ſie einen Waſſerbrun ſahe / Da gieng ſie hin / vnd füllet die Flaſſche mit waſſer / vnd trenckt den knaben.Vnd Gott war mit dem Knaben / der wuchs vnd wonet in der wüſten / vnd ward ein guter Schütze /vnd wonet in der wüſten Pharan. Vnd ſeine Mutter nam jm ein Weib aus Egyptenland.ZV der ſelbigen zeit redet Abimelech vnd Phichol ſein Feldheubtman mit Abraham / vnd ſprach / Gott iſt mit dir in allem das du thuſt /So ſchwere mir nu bey Gott / Das du mir / noch meinen Kindern / noch meinen Neffen / kein vntrewe erzeigen wolleſt / Sondern die Barmhertzigkeit / die ich an dir gethan habe / an mir auch thuſt / vnd an dem Lande / da du ein Frembdling innen biſt.Da ſprach Abraham / Jch wil ſchweren.VND Abraham ſtrafft Abimelech vmb des Waſſersbrunnen willen / den Abimelechs knechte hatten mit gewalt genomen.Da antwortet Abimelech / Jch habs nicht gewuſt / wer das gethan hat / auch haſtu mirs nicht angeſagt / Dazu hab ichs nicht gehöret / denn heute.DA nam Abraham ſchafe vnd rinder / vnd gab ſie Abimelech / vnd machten beide einen Bund mit einander /Vnd Abraham ſtellet dar ſieben Lemmer beſonders.Da ſprach Abimelech zu Abraham / Was ſollen die ſieben Lemmer die du beſonders dar geſtellet haſt?Er antwortet / Sieben lemmer ſoltu von meiner hand nemen / das ſie mir zum Zeugnis ſeien / das ich dieſen Brun gegraben habe.Da her heiſſt die ſtet BerSabaHeiſſt auff Deudſch / Schwerbrun oder Eidbrun / Möcht auch wol ſiebenbrun heiſſen. / das ſie beide miteinander da geſchworen haben /Vnd alſo machten ſie den Bund zu BerSaba. DA machten ſich auff Abimelech vnd Phichol ſein Feldheubtman / vnd zogen wider in der Philiſterland.Abraham aber pflantzt bewme zu BerSaba / vnd predigt daſelbs von dem Namen des HERRN des ewigen Gottes /Vnd war ein Frembdling in der Philiſterlande eine lange zeit.Capitel 22 Nach dieſen Geſchichten / Verſuchte Gott Abraham / vnd ſprach zu jm / Abraham / Vnd er antwortet / Hie bin ich.Vnd er ſprach / Nim Jſaac deinen einigen Son / den du lieb haſt / vnd gehe hin in das land MorijaMorija heiſſt Gottes furcht / reuerentia Dei / cultus Dei Denn die Altueter / Adam / Noah / Sem auff demſelben Berge Gott geehret / gefurcht / gedienet / haben / Wir Deudſchen hieſſen es vieleicht den heiligen Berg oder da man Gott dienet mit loben / beten vnd dancken. / vnd opffere jn da ſelbs zum Brandopffer auff einem Berge / den ich dir ſagen werde.Judit. 8.; Ebre. 11.DA ſtund Abraham des morgens früe auff / vnd gürtet ſeinen Eſel / vnd nam mit ſich zween Knaben / vnd ſeinen ſon Jſaac / vnd ſpaltet holtz zum Brandopffer / Macht ſich auff / vnd gieng hin an den Ort / da von jm Gott geſagt hatte.Am dritten tage hub Abraham ſeine augen auff / vnd ſahe die ſtet von ferne /Vnd ſprach zu ſeinen Knaben / Bleibt jr hie mit dem Eſel / Jch vnd der Knabe wollen dort hin gehen / Vnd wenn wir angebetet haben / wollen wir wider zu euch komen.VND Abraham nam das holtz zum Brandopffer / vnd legets auff ſeinen ſon Jſaac / Er aber nam das Fewr vnd Meſſer in ſeine hand / Vnd giengen die beide miteinander.Da ſprach Jſaac zu ſeinem Vater Abraham / Mein vater. Abraham antwortet / Hie bin ich / mein Son. Vnd er ſprach / Sihe / Hie iſt fewr vnd holtz / Wo iſt aber das ſchaf zum Brandopffer?Abraham antwortet / mein Son / Gott wird jm erſehenGott ſihet vnd weis wol wo das Schaf ſey / las jn da fur ſorgen / er ſihets beſſer denn wir. ein ſchaf zum Brandopffer. Vnd giengen die beide miteinander.VND als ſie kamen an die ſtet / die jm Gott ſaget / bawet Abraham daſelbs einen Altar / vnd legt das holtz drauff / Vnd band ſeinen ſon Jſaac / legt jn auff den Altar oben auff das holtz /Vnd recket ſeine Hand aus / vnd faſſet das Meſſer / das er ſeinen Son ſchlachet.Ebre. 11.DA rieff jm der Engel des HERRN vom Himel / vnd ſprach / Abraham / Abraham / Er antwortet / Hie bin ich.Er ſprach / Lege deine hand nicht an den Knaben / vnd thu jm nichts / Denn nu weis ich / das du Gott fürchteſt vnd haſt deines einigen Sons nicht verſchonet / vmb meinen willen.Da hub Abraham ſeine augen auff / vnd ſahe einen Wider hinder jm / in der Hecken mit ſeinen Hörnern hangen / Vnd gieng hin / vnd nam den Wider / vnd opffert jn zum Brandopffer an ſeines Sons ſtat.Vnd Abraham hies die ſtet / Der HERR ſihetEbrei dicunt Dominus videbitur / Sed nos Hieronymum ſecuti / Rabinos Grammaticos cum ſuis punctis et Cammetz hoc loco negligimus / et ſine punctis dicimus. Der HERR ſihet / das iſt / Gott ſorget fur alles vnd wachet. Etiamſi ſenſus ille / Dominus videbitur / ſit plus valde / quod Deus apparet / vbi verbum eius docetur / quod Rabini Grammatici non intelligunt. / Da her man noch heutiges tages ſagt / Auff dem Berge / da der HERR ſihet.VND der Engel des HERRN rieff Abraham abermal vom Himel /vnd ſprach / Jch habe bey mir ſelbs geſchworen / ſpricht der HERR / Die weil du ſolchs gethan haſt / vnd haſt deines einigen Sons nicht verſchonet /Das ich deinen Samen ſegenen vnd mehren wil / wie die Stern am Himel / vnd wie den Sand am vfer des Meers / Vnd dein Same ſol beſitzen die Thor ſeiner Feinde /Vnd durch deinen Samen ſollen alle Völcker auff Erden geſegenet werden / Darumb / das du meiner ſtimme gehorchtHie wird Abraham nicht gerecht durch ſeinen glauben fur ſich / ſondern verdienet ſolche herrligkeit ſeines Samens / denn er zuuor gerecht iſt. vt ſupra. haſt.Alſo keret Abraham wider zu ſeinen Knaben / Vnd machten ſich auff / vnd zogen miteinander gen BerSaba / vnd wonet daſelbs.Ebre. 6.; Gen. 12.; Act. 3.; Gal. 3.NAch dieſen Geſchichten begab ſichs / das Abraham angeſagt ward / Sihe / Milca hat auch Kinder geborn deinem bruder Nahor /nemlich / Vz den erſtgebornen / vnd Bus ſeinen Bruder / vnd Kemuel / von dem die Syrer komen /vnd Cheſed / vnd Haſo / vnd Pildas / vnd Jedlaph / vnd Bethuel.Bethuel aber zeuget Rebeca. Dieſe acht gebar Milca dem Nahor Abrahams bruder.Vnd ſein Kebsweib mit namen Rehuma gebar auch / nemlich den Thebah / Gaham / Thahas vnd Maacha.Capitel 23 Sara ward hundert ſieben vnd zwenzig jar alt /vnd ſtarb in der Heubtſtad die heiſſt HebronHebron iſt Kiriath Arba (ſpricht Moſe) das iſt / Die Vierſtad / Denn die hohen Heubtſtedte waren vor zeiten / alle Arba / das iſt in vier teil geteilet / wie Rom / Jeruſalem / vnd Babylon auch. im lande Canaan. Da kam Abraham / das er ſie klaget vnd beweinet.DArnach ſtund er auff von ſeiner Leich / vnd redet mit den kindern Heth / vnd ſprach /Jch bin ein Frembder vnd einwoner bey euch / gebt mir ein Erbbegrebnis bey euch / das ich meinen Todten begrabe der fur mir ligt.Da antworten Abraham die kinder Heth / vnd ſprachen zu jm /Höre vns / lieber Herr / du biſt ein fürſt Gottes vnter vns / Begrabe deinen Todten in vnſer ehrlichſten Grebern / Kein Menſch ſol dir vnter vns wehren / das du in ſeinem Grabe nicht begrabeſt deinen Todten.Gen. 10.DA ſtund Abraham auff vnd bücket ſich fur dem volck des Lands / nemlich / fur den kindern Heth /Vnd er redet mit jnen / vnd ſprach / Gefellet es euch / das ich meinen Todten / der fur mir ligt / begrabe / So höret mich / vnd bittet fur mich gegen Ephron dem ſon Zohar /Das er mir gebe ſeine zwifache Höle / die er hat am ende ſeines Ackers / Er gebe mir ſie vmb geld / ſo viel ſie werd iſt / vnter euch zum Erbbegrebnis /Denn Ephron wonete vnter den kindern Heth. DA antwortet Ephron der Hethiter Abraham / das zuhöreten die kinder Heth / fur allen die zu ſeiner Stadthor aus vnd eingiengen / vnd ſprach /Nein / mein Herr / ſondern höre mir zu / Jch ſchencke dir den Acker / vnd die Höle drinnen dazu / vnd vbergebe dirs fur den augen der Kinder meines Volcks / zu begraben deinen Todten.DA bückt ſich Abraham fur dem volck des Lands /vnd redet mit Ephron / das zuhörete das volck des Lands / vnd ſprach / Wiltu mir jn laſſen / ſo bitte ich / Nim von mir das geld fur den Acker / das ich dir gebe / ſo wil ich meinen Todten daſelbs begraben.Ephron antwortet Abraham vnd ſprach zu jm /Mein Herr / höre doch mich / Das feld iſt vierhundert SekelSekel iſt ein gewichte / an der müntze / ein ortes gülden / Denn vor zeiten man das geld ſo wug / wie man jtzt mit gold thut. ſilbers werd / Was iſt das aber zwiſchen mir vnd dir? Begrab nur deinen Todten.Abraham gehorcht Ephron / vnd wug jm das Geld dar / das er geſagt hatte / das zuhöreten die kinder Heth / nemlich / vierhundert Sekel ſilbers / das im kauff geng vnd gebe war.Alſo ward Ephrons acker / darin die zwifache Höle iſt gegen Mamre vber / Abraham zum eigen Gut beſtetiget / mit der Höle darinnen / vnd mit allen bewmen auff dem Acker vmb her /das die kinder Heth zuſahen / vnd alle die zu ſeiner Stadthor aus vnd ein giengen.DARnach begrub Abraham Sara ſein weib / in der Höle des ackers / die zwifach iſt / gegen Mamre vber / das iſt Hebron / im lande Canaan.Alſo ward beſtetiget der Acker vnd die Höle darinnen / Abraham zum Erbbegrebnis von den kindern Heth.Capitel 24 ABraham war alt vnd wol betaget / vnd der HERR hatte jn geſegnet allenthalben.Vnd ſprach zu ſeinem elteſten Knecht ſeines Hauſes / der allen ſeinen gütern furſtund / Lege deine Hand vnter meine Hüffte /vnd ſchwere mir bey dem HERRN dem Gott des Himels vnd der Erden / Das du meinem ſon kein Weib nemeſt von den Töchtern der Cananiter / vnter welchen ich wone /Sondern das du zieheſt in mein Vaterland / vnd zu meiner Freundſchafft / vnd nemeſt meinem ſon Jſaac ein Weib.DEr Knecht ſprach / Wie / wenn das Weib mir nicht wolt folgen in dis Land / Sol ich denn deinen Son widerbringen in jenes Land / daraus du gezogen biſt?Abraham ſprach zu jm / Da hüt dich fur / das du meinen ſon nicht wider dahin bringeſt.Gen. 12.; Gen. 15.Der HERR der Gott des Himels / der mich von meines Vaters hauſe genomen hat / vnd von meiner heimat / Der mir geredt hat vnd mir auch geſchworen hat / vnd geſagt / Dis Land wil ich deinem Samen geben / Der wird ſeinen Engel fur dir her ſenden / das du meinem ſon daſelbſt ein Weib nemeſt.So aber das Weib dir nicht folgen wil / ſo biſtu dieſes Eides quit / Alleine bringe meinen Son nicht wider dorthin.Da legt der Knecht ſeine hand vnter die hüffte Abraham ſeines Herrn / vnd ſchwur jm ſolchs.ALſo nam der Knecht zehen Kamel / von den kamelen ſeines Herrn / vnd zoch hin / vnd hatte mit ſich allerley Güter / ſeines Herrn / vnd macht ſich auff vnd zoch gen Meſopotamian zu der ſtad Nahor.Da lies er die Kamel ſich lagern / auſſen fur der Stad / bey einem Waſſerbrun / des abends vmb die zeit / wenn die Weiber pflegten eraus zu gehen / vnd waſſer zuſchepffen /vnd ſprach. HERR du Gott meines herrn Abrahams / begegen mir heute / vnd thu Barmhertzigkeit an meinem herrn Abraham.Sihe / Jch ſtehe hie bey dem Waſſerbrun / vnd der Leute töchter in dieſer Stad werden er aus komen waſſer zu ſchepffen.Wenn nu eine Dirne kompt / zu der ich ſpreche / Neige deinen Krug / vnd las mich trincken / Vnd ſie ſprechen wird / Trincke / Jch wil deine Kamel auch trencken / Das ſie die ſey / die du deinem diener Jſaac beſcheret habſt / Vnd ich daran erkenne / das du Barmhertzigkeit an meinem Herrn gethan haſt.VND ehe er aus geredt hatte / Sihe / da kam eraus Rebeca Bethuels tochter / der ein Son der Milka war / welche Nahors Abrahams bruder Weib war / vnd trug einen Krug auff jrer achſeln /Vnd ſie war ein ſeer ſchöne Dirne von angeſicht / noch eine Jungfraw / vnd kein Man hatte ſie erkand / Die ſteig hin ab zum Brunnen vnd füllet den Krug / vnd ſteig er auff.Da lieff jr der Knecht entgegen / vnd ſprach / Las mich ein wenig waſſers aus deinem Kruge trincken.Vnd ſie ſprach / Trinck mein Herr / Vnd eilend lies ſie den Krug ernider auff jre hand / vnd gab jm zu trincken /Vnd da ſie jm zu trincken gegeben hatte / ſprach ſie / Jch wil deinen Kamelen auch ſchepffen / bis ſie alle getrincken /Vnd eilet vnd goſſ den Krug aus in die trencke / vnd lieff aber zum Brun zu ſchepffen / vnd ſchepffete allen ſeinen Kamelen.Gen. 22.DEr Man aber wundert ſich jr / vnd ſchweig ſtille / bis er erkennete / Ob der HERR zu ſeiner reiſe gnad gegeben hette / oder nicht.Da nu die Kamel alle getruncken hatten / nam er eine gülden Spangen eins halben ſekels ſchweer / vnd zween Armringe an jre Hende / zehen ſekel golds ſchweer /vnd ſprach / Meine tochter / Wem gehöreſtu an? das ſage mir doch / Haben wir auch raum in deines Vaters hauſe zu herbergen?Sie ſprach zu jm / Jch bin Bethuels tochter / des ſons Milca / den ſie dem Nahor geborn hat /Vnd ſagt weiter zu jm / Es iſt auch viel ſtro vnd futter bey vns / vnd raums gnug zu herbergen.DA neiget ſich der Man vnd betet den HERRN an /vnd ſprach / Gelobet ſey der HERR der Gott meines herrn Abraham / dei ſeine Barmhertzigkeit vnd ſeine Warheit nicht verlaſſen hat an meinem Herrn / Denn der HERR hat mich den weg gefüret zu meines Herrn Bruders haus.Vnd die Dirne lieff vnd ſaget ſolchs alles an in jrer Mutter hauſe.VND Rebeca hatte einen Bruder der hies Laban / vnd Laban lieff zu dem Man drauſſen bey dem Brun.Vnd als er ſahe die ſpangen und armringe an ſeiner ſchweſter hende / vnd höret die wort Rebeca ſeiner Schweſter / das ſie ſprach / Alſo hat mir der Man geſagt / kam er zu dem Man / vnd ſihe / Er ſtund bey den Kamelen am Brun.Vnd ſprach / Kom er ein du geſegneter des HERRN / Warumb ſteheſtu drauſſen? Jch habe das haus gereumet / vnd für die Kamel auch raum gemacht.Alſo füret er den Man ins haus vnd zeumet die Kamel ab / vnd gab jnen ſtro vnd futter / Vnd waſſer zu waſſchen ſeine füſſe vnd der Menner die mit jm waren /vnd ſatzte jm eſſen fur. ER ſprach aber / Jch wil nicht eſſen / bis das ich zuuor meine Sache geworben habe. Sie antworten / ſage her.Er ſprach / Jch bin Abrahams knecht /vnd der HERR hat meinen herrn reichlich geſegnet / vnd iſt gros worden / vnd hat jm ſchaf vnd ochſen / ſilber vnd gold / Knecht vnd Megde / kamel vnd eſel gegeben /Dazu hat Sara meines Herrn weib einen Son geborn meinem Herrn in ſeinem alter / dem hat er alles gegeben was er hat.Gen. 21.VND mein Herr hat einen Eid von mir genomen / vnd geſagt / Du ſolt meinem Son kein Weib nemen von den töchtern der Cananiter / in der Land ich wone.Sondern zeuch hin zu meines Vaters hauſe vnd zu meinem Geſchlecht / daſelbs nim meinem ſon ein Weib.Jch ſprach aber zu meinem herrn / Wie / Wenn mir das weib nicht folgen wil?Da ſprach er zu mir / Der HERR fur dem ich wandele / wird ſeinen Engel mit dir ſenden / vnd gnad zu deiner reiſe geben / das du meinem Son ein Weib nemeſt / von meiner Freundſchafft vnd meines Vaters hauſe.Als denn ſoltu meines Eides quit ſein / wenn du zu meiner Freundſchafft komſt / Geben ſie dir nicht / ſo biſtu meines Eides quit.ALſo kam ich heute zum Brun / vnd ſprach / HERR Gott meines herrn Abraham / Haſtu gnad zu meiner Reiſe gegeben / daher ich gereiſet bin /Sihe / ſo ſtehe ich hie bey dem waſſerbrun / Wenn nu ein Jungfraw eraus kompt zu ſchepffen / vnd ich zu jr ſpreche / Gib mir ein wenig waſſer zu trincken aus deinem Krug /vnd ſie wird ſagen / Trincke du / Jch wil deinen Kamelen auch ſchepffen / Das die ſey das Weib / das der HERR meines Herrn Son beſcheret hat.EHe ich nu ſolche wort ausgeredt hatte in meinem hertzen / Sihe / da kompt Rebeca eraus mit einem Krug auff jrer achſeln / vnd gehet hinab zum Brun vnd ſchepffet. Da ſprach ich zu jr / Gib mir zu trincken.Vnd ſie nam eilend den Krug von jrer achſeln / vnd ſprach / Trincke / vnd deine Kamel wil ich auch trencken / Alſo tranck ich / vnd ſie trencket die Kamel auch.VND ich fraget ſie / vnd ſprach / Wes tochter biſtu? Sie antwortet / Jch bin Bethuels tochter des ſons Nahor / den jm Milca geborn hat. Da henget ich ein SpangenDieſe gülden Spange iſt geweſt ein halber Cirkel auff der Stirn / bis zu beiden Ohren / darumb heiſſt ers jtzt Ohrenring / jtzt Stirnſpangen. Vnd ſihet / als habens beide Man vnd Weibsbilde getragen zum ſchmuckt. vt Jnfra cap. 35. Prouer 11. Circulus aureus in naribus ſuis. Das ſagen wir Deudſchen / Die Saw gekrönet. Jnde diadema Regum et lamina ſummi Sacerdotis in fronte etc. an jre ſtirn / vnd Armringe an jre hende.Vnd neiget mich vnd betet den HERRN an / vnd lobet den HERRN den Gott meines herrn Abraham / der mich den rechten weg gefüret hat / das ich ſeinem Son / meines Herrn bruder tochter neme.SEid jr nu die / ſo an meinem Herrn freundſchafft vnd trewe beweiſen wolt / So ſage mirsEr handelt zuuor mit Mutter vnd Brüdern vmb die Braut. Darans man ſihet / das heimliche verlöbnis on vorwiſſen der Eltern nicht recht iſt.. Wo nicht / ſo ſagt mirs aber / Das ich mich wende zur rechten oder zur lincken.DA antwortet Laban vnd Bethuel / vnd ſprachen / Das kompt vom HERRN / darumb können wir nichts wider dich reden / weder böſes noch guts.Da iſt Rebeca fur dir / nim ſie vnd zeuch hin / das ſie deines Herrn Son weib ſey / wie der HERR geredt hat.DA dieſe wort höret Abrahams knecht / bücket er ſich dem HERRN zu der erden /Vnd zoch erfur ſilber vnd gülden Kleinod vnd Kleider / vnd gab ſie Rebeca / Aber jrem Bruder vnd der Mutter gab er WürtzeKöſtliche früchte. .Da aſſ vnd tranck er / ſampt den Mennern die mit jm waren / vnd bleib vber nacht alda. DEs morgens aber ſtund er auff / vnd ſprach / Laſſt mich ziehen zu meinem Herrn.Aber jr Bruder vnd Mutter ſprachen / Las doch die Dirne einen tag oder zehen bey vns bleiben / darnach ſoltu ziehen.Da ſprach er zu jnen / Haltet mich nicht auff / Denn der HERR hat gnade zu meiner reiſe gegeben / Laſſt mich / das ich zu meinem Herrn ziehe.DA ſprachen ſie / Laſſt vns die DirneDie Braut ſol vngezwungen zur Ehe gegeben ſein von den Eltern / da zu auch gefragt werden vmb jren willen. ruffen / vnd fragen / Was ſie da zu ſagt.Vnd rieffen der Rebeca / vnd ſprachen zu jr / Wiltu mit dieſem Man ziehen? Sie antwortet / Ja / ich wil mit jm.Alſo lieſſen ſie Rebeca jre Schweſter ziehen mit jrer Ammen ſampt Abrahams knecht / vnd ſeinen Leuten.Vnd ſie ſegneten Rebeca / vnd ſprachen zu jr / Du bis vnſer Schweſter / Wachſe in viel tauſent mal tauſent / vnd dein Same beſitze die Thor ſeiner Feinde.Alſo macht ſich Rebeca auff mit jren Dirnen / vnd ſetzt ſich auff die Kamel / vnd zogen dem Manne nach. Vnd der Knecht nam Rebeca an vnd zoch hin.JSaac aber kam vom brunnen des Lebendigen vnd Sehenden / Denn er wonete im Lande / gegen mittag /vnd war ausgegangen zu beten auff dem Felde vmb den abend. Vnd hub ſeine augen auff / vnd ſahe das Kamel daher kamen.Vnd Rebeca hub jre augen auff / vnd ſahe Jſaac / da fiel ſie vom Kamel.Vnd ſprach zu dem Knecht / Wer iſt der Man / der vns entgegen kompt auff dem felde? Der Knecht ſprach / Das iſt mein Herr / Da nam ſie den Mantel vnd verhüllet ſich.Vnd der Knecht erzelet Jſaac alle ſache die er ausgerichtet hatte.Da füret ſie Jſaac in die hütten ſeiner mutter Sara / Vnd nam die Rebeca / vnd ſie ward ſein weib / vnd gewan ſie lieb / Alſo ward Jſaac getröſtet vber ſeiner Mutter.Capitel 25 ABraham nam wider ein Weib / die hies Ketura /Die gebar jm Simron vnd Jakſan / Medan vnd Midian / Jeſbak vnd Suah.Jakſan aber zeuget Seba vnd Dedan. Die Kinder aber von Dedan waren / Aſſurim / Latuſim vnd Leumim.Die kinder Midian waren / Epha / Epher / Hanoch / Abida / vnd Eldaa. Dieſe ſind alle kinder der Ketura.VNd Abraham gab alle ſein gut Jſaac /Aber den Kindern / die er von den kebsweibern hatte / gab er Geſchencke / vnd lies ſie von ſeinem ſon Jſaac ziehen / weil er noch lebet / gegen dem auffgang in das Morgenland.DAS iſt aber Abrahams alter / das er gelebet hat / hundert vnd fünff vnd ſiebentzg jar /vnd nam ab / vnd ſtarb / in einem rügigem alter / da er alt vnd lebens ſat war / Vnd ward zu ſeinem Volck geſamlet.Vnd es begruben jn ſeine ſöne Jſaac vnd Jſmael / in der zwifachen höle auff dem acker Ephron / des ſons Zohar des Hethiters / die da ligt gegen Mamre /in dem felde / das Abraham von den kindern Heth gekaufft hatte / Da iſt Abraham begraben mit Sara ſeinem Weibe.Gen. 23.VND nach dem tod Abraham ſegnete Gott Jſaac ſeinen Son / Vnd er wonete bey dem brun des Lebendigen vnd Sehenden.Gen. 16.DJs iſt das geſchlecht Jſmaels Abrahams ſon / den jm Hagar gebar / die magd Sara aus Egypten /vnd das ſind die namen der kinder Jſmael / dauon jre geſchlecht genennet ſind. Der Erſtegeborn ſon Jſmaels / Nebaioth / Kedar / Adbeel / Mibſam /Miſina / Duma / Maſa /Hadar / Thema / Jetur / Naphis vnd Kedma.Dis ſind die kinder Jſmael mit jren namen in jren Höfen vnd ſtedten / zwelff Fürſten vber jre Leute.Vnd das iſt das alter Jſmaels / hundert vnd ſieben vnd dreiſſig jar / vnd nam ab / vnd ſtarb / vnd ward geſamlet zu ſeinem Volck /Vnd ſie woneten von Heuila an / bis gen Sur gegen Egypten / wenn man gen Aſſyria gehet / Er fielMancherley deutung kan hie ſein. Meine iſt dieſe / Das Jſmael ein herrlich Mann geweſt ſey / das zu ſeinem Ende komen ſind alle ſeine Brüder vnd Freunde / vnd iſt fur den ſelben ehrlich vnd löblich geſtorben. aber fur allen ſeinen Brüdern.DJs iſt das geſchlechte jſaacs abrahams ſon / Abraham zeuget Jſaac.Jſaac aber war vierzig jar alt / da er Rebeca zum weibe nam / die tochter Bethuel des Syrers von Meſopotamia / Labans des Syrers ſchweſter.1. Par. 1.JSaac aber bat den HERRN fur ſein Weib / denn ſie war vnfruchtbar / Vnd der HERR lies ſich erbitten / vnd Rebeca ſein weib ward ſchwanger /Vnd die kinder ſtieſſen ſich miteinander in jrem Leib. Da ſprach ſie / Da mirs alſo ſolt gehen / Warumb bin ich ſchwanger worden? Vnd ſie gieng hin den HERRN zu fragen.Vnd der HERR ſprach zu jr / Zwey Volck ſind in deinem Leibe / vnd zweierley Leute werden ſich ſcheiden aus deinem Leibe / vnd ein Volck wird dem andern vberlegen ſein / Vnd der Gröſſer wird dem Kleinen dienen.Mal. 1.; Rom. 9.DA nu die zeit kam / das ſie geberen ſolt / ſihe / da waren zwilling in jrem Leibe.Der erſt der eraus kam / war rötlicht / gantz rauch wie ein fell / Vnd ſie nenneten jn Eſau.Zu hand darnach kam er aus ſein Bruder / der hielt mit ſeiner Hand die ferſen des Eſau / Vnd hieſſen jn Jacob. Sechzig jar alt war Jſaac da ſie geborn wurden.Vnd da nu die Knaben gros wurden / Ward Eſau ein Jeger vnd ein Ackerman / Jacob aber ein from Man / vnd bleib in den Hütten.Vnd Jſaac hatte Eſau lieb / vnd aſſ gerne von ſeinem Weidwerg / Rebeca aber hatte Jacob blieb.VND Jacob kocht ein gerichte / Da kam Eſau vom feld / vnd war müde /vnd ſprach zu Jacob / Las mich koſten das rote gericht / denn ich bin müde / Daher heiſſt er EdomHeiſſt Rötlicht..Aber Jacob ſprach / Verkeuffe mir heute deine Erſtgeburt.Eſau antwortet / Sihe / Jch mus doch ſterben / was ſol mir denn die Erſtgeburt?Jacob ſprach / So ſchwere mir heute / Vnd er ſchwur jm / vnd verkaufft alſo Jacob ſeine Erſtgeburt.Da gab jm Jacob brot vnd das Linſengericht / Vnd er aſſ vnd tranck / vnd ſtund auff vnd gieng dauon / Alſo verachtet Eſau ſeine Erſtgeburt.Ebre. 12.Capitel 26 ES kam aber ein Thewrung ins Land / vber die vorige / ſo zu Abrahams zeiten war. Vnd Jſaac zoch zu Abimelech der Philiſter könig gen Gerar.DA erſchein jm der HERR / vnd ſprach / Zeuch nicht hin ab in Egypten / ſondern bleibe in dem Lande / das ich dir ſage /Sey ein Frembdling in dieſem Lande / vnd ich wil mit dir ſein / vnd dich ſegenen / Denn dir vnd deinem Samen wil ich alle dieſe Lender geben /vnd wil meinen Eid beſtetigen / den ich deinem vater Abraham geſchworen habe. Vnd wil deinen Samen mehren / wie die Sterne am Himel / vnd wil deinem Samen alle dieſe lender geben / Vnd durch deinen Samen ſollen alle Völcker auff erden geſegnet werden.Darumb / das Abraham meiner ſtimme gehorſam geweſen iſt / vnd hat gehalten meine Rechte / meine Gebot / meine weiſe vnd mein geſetz.Gen. 12.; Gen. 13.; Gen. 15.ALſo wonet Jſaac zu Gerar.Vnd wenn die Leute am ſelben ort fragten von ſeinem Weibe / ſo ſprach er / Sie iſt meine Schweſter / Denn er furchtet ſich zu ſagen / ſie iſt mein weib / Sie möchten mich erwürgen / vmb Rebeca willen / Denn ſie war ſchön von angeſicht.ALS er nu eine zeitlang da war / ſahe Abimelech der Philiſter König durchs fenſter / vnd ward gewar / das Jſaac ſchertzet mit ſeinem weibe Rebeca.Da rieff Abimelech dem Jſaac / vnd ſprach / Sihe / es iſt dein weib / Wie haſtu denn geſagt / ſie iſt meine Schweſter? Jſaac antwortet jm / Jch gedacht / Jch möchte vieleicht ſterben müſſen vmb jren willen.Abimelech ſprach / Warumb haſtu denn vns das gethan? Es were leicht geſchehen / das jemand vom Volck ſich zu deinem Weibe gelegt hette / vnd hetteſt alſo eine ſchuld auff vns bracht.Da gebot Abimelech allem Volck / vnd ſprach / Wer dieſen Man oder ſein Weib antaſtet der ſol des tods ſterben.VND Jſaac ſeete in dem Lande / vnd kriegt desſelben jars hundertfeltig / Denn der HERR ſegenet jn.Vnd er ward ein groſſer Man / gieng vnd nam zu / bis er faſt gros ward /das er viel guts hatte an kleinem vnd groſſem vieh / vnd ein gros Geſinde. Darumb neideten jn die Philiſter /vnd verſtopfften alle Brünne die ſeines Vaters knechte gegraben hatten / zur zeit Abraham ſeines Vaters / vnd fülleten ſie mit erden /Das auch Abimelech zu jm ſprach / Zeuch von vns / Denn du biſt vns zu mechtig worden.DA zoch Jſaac von dannen / vnd ſchlug ſein Gezelt auff im grunde Gerar / vnd wonet alda.Vnd lies die Waſſerbrünne wider auffgraben / die ſie zu Abrahams zeiten ſeines Vaters gegraben hatten / welche die Philiſter verſtopffet hatten nach Abrahams tod / Vnd nennet ſie mit den ſelben namen da ſie ſein Vater mit genant hatte.Auch gruben Jſaacs knechte im grunde / vnd funden daſelbs einen Brun lebendiges waſſers.Aber die Hirten von Gerar zanckten mit den hirten Jſaacs / vnd ſprachen / Das waſſer iſt vnſer / Da hies er den brun / EſeckHeiſſt vnrecht / wenn man jemand gewalt vnd vnrecht thut. / Darumb / das ſie jm da vnrecht gethan hatten.Da gruben ſie einen andern Brun / Da zanckten ſie auch vber / darumb hies er jn SitnaHeiſſt widerſtand. Daher der Teufel Satan heiſſt / ein Widerwertiger..Da macht er ſich von dannen / vnd grub einen andern Brun / da zanckten ſie ſich nicht vber / darumb hies er jn / Rehobothheiſſt raum oder breite / das nicht enge iſt. / vnd ſprach / Nu hat vns der HERR raum gemacht / vnd vns wachſen laſſen im Lande.DARnach zoch er von dannen gen BerSaba.Vnd der HERR erſchein jm in der ſelben nacht / vnd ſprach / Jch bin deines vaters Abraham Gott Fürcht dich nicht / Denn ich bin mit dir / vnd wil dich ſegenen / vnd deinen Samen mehren vmb meines knechts Abrahams willen.Da bawet er einen Altar daſelbs / vnd prediget von dem Namen des HERRN / Vnd richtet daſelbs ſeine Hütten auff / vnd ſeine Knecht gruben daſelbs einen Brun.VND Abimelech gieng zu jm von Gerar / vnd Ahuſath ſein freund / vnd Phichol ſein Feldheubtman.Aber Jſaac ſprach zu jnen / Warumb kompt jr zu mir? Haſſet jr mich doch / vnd habt mich von euch getrieben.Sie ſprachen / Wir ſehen mit ſehenden augen / das der HERR mit dir iſt / darumb ſprachen wir / Es ſol ein Eid zwiſchen vns vnd dir ſein / vnd wollen einen Bund mit dir machen /das du vns keinen ſchaden thuſt / Gleich wie wir dich nicht angetaſtet haben / vnd wie wir dir nichts denn alles guts gethan haben / vnd dich mit frieden ziehen laſſen / Du aber biſt nu der geſegnete des HERRN.Da macht er jnen ein Mal / vnd ſie aſſen vnd truncken.Vnd des morgens früe ſtunden ſie auff / vnd ſchwur einer dem andern / Vnd Jſaac lies ſie gehen / vnd ſie zogen von jm mit frieden.Gen. 21.DEsſelben tages kamen Jſaacs knechte / vnd ſagten jm an von dem brun / den ſie gegraben hatten / vnd ſprachen zu jm / Wir haben waſſer funden.Vnd er nant jn / SabaHeiſſt ein Eid / oder ſchwur / oder die fülle. / Da her heiſſt die ſtad BerSabaAber heiſſt ein Brun. / bis auff den heutigen tag.DA Eſau vierzig jar alt war / nam er zum Weibe / Judith / die tochter Beri des Hethiters / vnd Baſmath die tochter Elon des Hethiters /Die machten beide Jſaac vnd Rebeca eitel hertzeleid.Capitel 27 VND es begab ſich / da Jſaac alt war worden / das ſeine augen tunckel worden zu ſehen / rieff er Eſau ſeinem gröſſern Son / vnd ſprach zu jm / Mein ſon / Er aber antwortet jm / Hie bin ich.Vnd er ſprach / Sihe / Jch bin alt worden / vnd weis nicht wenn ich ſterben ſol.So nim nu deinen zeug / köcher vnd bogen / vnd gehe auffs feld / vnd fahe mir ein Wildbret /vnd mach mir ein eſſen / wie ichs gern habe / vnd bring mirs erein das ich eſſe / Das dich meine Seele ſegene / ehe ich ſterbe.Rebeca aber höret ſolche wort / die Jſaac zu ſeinem ſon Eſau ſagt / Vnd Eſau gieng hin auffs feld / das er ein Wildbret jaget vnd heim brechte.DA ſprach Rebeca zu Jacob jrem ſon / Sihe / Jch hab gehöret deinen Vater reden mit Eſau deinem Bruder / vnd ſagen /Bringe mir ein Wildbret / vnd mach mir eſſen / das ich eſſe / vnd dich ſegene fur dem HERRN ehe ich ſterbe /So höre nu mein Son meine ſtimme / was ich dich heiſſe.Gehe hin zu der Herd / vnd hole mir zwey gute Böcklin / das ich deinem Vater ein eſſen dauon mache / wie ers gerne hat /das ſoltu deinem Vater hin ein tragen / das er eſſe / Auff das er dich ſegene fur ſeinem tod.JAcob aber ſprach zu ſeiner mutter Rebeca / Sihe / Mein bruder Eſau iſt rauch / vnd ich glat /So möchte vieleicht mein Vater mich begreiffen / vnd würde fur jm geacht / als ich jn betriegen wolt / vnd brechte vber mich einen Fluch / vnd nicht einen Segen.Da ſprach ſeine Mutter zu jm / Der Fluch ſey auff mir / mein Son / Gehorche nur meiner Stimme / gehe vnd hole mir.DA gieng er hin vnd holet / vnd bracht ſeiner Mutter / Da machet ſeine Mutter ein eſſen / wie ſein Vater gerne hatte.Vnd nam Eſaus jres gröſſern Sons köſtliche Kleider / die ſie bey ſich im Hauſe hatte / vnd zoch ſie Jacob an / jrem kleinern Son.Aber die fell von den Böcklin thet ſie jm vmb ſeine Hende / vnd wo er glat war am halſe /Vnd gab alſo das eſſen mit brot / wie ſie es gemacht hatte / in Jacobs hand jres Sons.VND er gieng hinein zu ſeinem Vater / vnd ſprach / Mein vater / Er antwortet / Hie bin ich. Wer biſtu mein ſon?Jacob ſprach zu ſeinem vater / Jch bin Eſau dein erſtgeborner Son / Jch hab gethan / wie du mir geſagt haſt / Stehe auff / ſetze dich / vnd iſſ von meinem Wildbret / auff das mich deine ſeele ſegene.Jſaac aber ſprach zu ſeinem Son / Mein ſon / wie haſtu ſo bald funden? Er antwortet / Der HERR dein Gott beſcheret mirs.Da ſprach Jſaac zu Jacob / Trit er zu / mein Son / das ich dich begreiffe / ob du ſeieſt mein ſon Eſau oder nicht.Alſo trat Jacob zu ſeinem vater Jſaac / vnd da er jn begriffen hatte / ſprach er / Die ſtim iſt Jacobs ſtim / Aber die hende ſind Eſaus hende.Vnd erkand jn nicht / denn ſeine hende waren rauch / wie Eſaus ſeins Bruders hende / Vnd ſegenet jn.VND ſprach zu jm / Biſtu mein ſon Eſau? Er antwortet / Ja ich bins.Da ſprach er / So bringe mir her / mein ſon / zu eſſen von deinem Wildbret / das dich meine ſeele ſegene / Da bracht ers jm / vnd er aſſ / Vnd trug jm auch Wein hin ein / vnd er tranck.Vnd Jſaac ſein Vater ſprach zu jm / Kom her vnd küſſe mich / mein Son.Er trat hin zu vnd küſſet jn / Da roch er den geruch ſeiner Kleider / Vnd ſegnet jn / vnd ſprach. SJhe / der geruch meins Sons iſt wie ein geruch des Feldes / das der HERR geſegnet hat.Gott gebe dir vom taw des Himels / vnd von der fertigkeit der Erden / vnd Korn vnd Weins die fülle.Völcker müſſen dir dienen / vnd Leute müſſen dir zu fuſſe fallen. Sey ein Herr vber deine Brüder / vnd deiner Mutterkinder müſſen dir zu fuſſe fallen. Verflucht ſey / wer dir flucht / Geſegnet ſey / wer dich ſegnet.Ebre. 11.ALS nu Jſaac volendet hatte den Segen vber Jacob / vnd Jacob kaum hin aus gegangen war von ſeinem vater Jſaac / Da kam Eſau ſein Bruder von ſeiner jaget /vnd macht auch ein eſſen / vnd trugs hin ein zu ſeinem vater / vnd ſprach zu jm / Stehe auff mein Vater / vnd iſſ von dem Wildbret deines Sons / das mich deine Seele ſegene.Da antwortet jm Jſaac ſein vater / Wer biſtu? Er ſprach / Jch bin Eſau dein Erſtgeborner Son.Da entſatzt ſich Jſaac vber die mas ſeer / vnd ſprach / Wer? Wo iſt denn der Jeger / der mir bracht hat / vnd ich hab von allem geſſen / ehe du kameſt / vnd hab jn geſegnet? Er wird auch geſegnet bleiben.ALS Eſau dieſe Rede ſeines Vaters höret / ſchrey er laut / vnd ward vber die mas ſeer betrübt / vnd ſprach zu ſeinem vater / Segene mich auch mein vater.Er aber ſprach / Dein Bruder iſt komen mit liſt / vnd hat deinen Segen hinweg.Da ſprach er / Er heiſſt wol Jacob / denn er hat mich nu zwey mal vntertrettenEkeb heiſſt ein Fusſol / daher komet Jakob oder Jacob / ein vntertretter / oder der mit Füſſen tritt. Vnd bedeut alle Gleubigen / die durch das Euangelium die Welt / das Fleiſch / vnd den Teufel mit ſünde vnd Tod vnter ſich treten / durch Chriſtum etc. / Meine Erſtgeburt hat er da hin / Vnd ſihe / nu nimpt er auch meinen Segen. Vnd ſprach / Haſtu mir denn keinen Segen vorbehalten?JSaac antwortet / vnd ſprach zu jm / Jch habe jn zum Herrn vber dich geſetzt / vnd alle ſeine Brüder hab ich jm zu Knechte gemacht / Mit korn vnd wein hab ich jn verſehen / Was ſol ich doch dir nu thun / mein Son?Eſau ſprach zu ſeinem vater / Haſtu denn nur einen Segen mein vater? Segene mich auch / mein vater / Vnd hub auff ſeine ſtimme / vnd weinet.Da antwortet Jſaac ſein vater / vnd ſprach zu jm. Sihe da / Du wirſt eine fette Wonung haben auff Erden / vnd vom taw des Himels von oben her.Deins Schwerts wirſtu du dich neeren / vnd deinem Bruder dienen. Vnd es wird geſchehen / das du auch ein Herr / vnd ſein Joch von deinem halſe reiſſen wirſt.VND Eſau war Jacob gram vmb des Segens willen / da mit jn ſein Vater geſegnet hatte / Vnd ſprach in ſeinem hertzen / Es wird die zeit bald komen / das mein Vater leide tragen mus / Denn ich wil meinen bruder Jacob erwürgen.Da wurden Rebeca angeſagt dieſe wort jres gröſſern ſons Eſau / Vnd ſchickt hin / vnd lies Jacob jrem kleinern Son ruffen / vnd ſprach zu jm / Sihe / Dein bruder Eſau drewet dir / das er dich erwürgen wil.VND nu höre meine ſtim / mein Son / Mach dich auff vnd fleuch zu meinem bruder Laban in Haran /vnd bleib eine weile bey jm / Bis ſich der grim deines Bruders wende /vnd bis ſich ſein zorn wider dich von dir wende / vnd vergeſſe was du an jm gethan haſt / So wil ich darnach ſchicken / vnd dich von dannen holen laſſen / Warumb ſolt ich ewr beider beraubt werden einen tag?VND Rebeca ſprach zu Jſaac / Mich verdreuſſt zu leben fur den Töchtern Heth / Wo Jacob ein Weib nimpt von den töchtern Heth / die da ſind wie die Töchter dieſes Lands / was ſol mir das leben?Capitel 28 DA rieff Jſaac ſeinem ſon Jacob / vnd ſegenet jn / vnd gebot jm / vnd ſprach zu jm / Nim nicht ein Weib von den töchtern Canaan /ſondern mach dich auff / vnd zeuch in Meſopotamian zu Bethuel / deiner mutter Vater haus / vnd nim dir ein Weib daſelbs von den töchtern Laban deiner mutter Bruder.Aber der Allmechtige Gott ſegene dich / vnd mache dich fruchtbar / vnd mehre ſich / das du werdeſt ein hauffen völcker /Vnd gebe dir den ſegen Abraham / dir vnd deinem ſamen mit dir / Das du beſitzeſt das Land da du frembdling innen biſt / das Gott Abraham gegeben hat.Alſo fertiget Jſaac den Jacob / das er in Meſopotamian zog zu Laban Bethuels ſon in Syrien / dem bruder Rebeca ſeiner vnd Eſau mutter. Oſee. 12.ALS nu Eſau ſahe / das Jſaac Jacob geſegnet hatte / vnd abgefertiget in Meſopotamian / das er daſelbs ein Weib neme / Vnd das / in dem er jn geſegnet / jm gebot / vnd ſprach / Du ſolt nicht ein Weib nemen von den töchtern Canaan /Vnd das Jacob ſeinem Vater vnd ſeiner Mutter gehorchet / vnd in Meſopotamian zoch /Sahe auch / das Jſaac ſein Vater nicht gern ſahe die töchter Canaan /Gieng er hin zu Jſmael / vnd nam vber die Weiber / die er zu uor hatte / Mahalath / die tochter Jſmael / des ſons Abrahams / die ſchweſter Nebaioth / zum weibe. ABer Jacob zoch aus von BerSaba / vnd reiſet gen Haran.Vnd kam an einen Ort / da bleib er vber nacht / denn die Sonne war vntergegangen /Vnd er nam einen Stein des orts / vnd legt jn zu ſeinen Heubten / vnd leget ſich an dem ſelbigen Ort ſchaffen.Vnd jm trewmet / Vnd ſihe / eine Leiter ſtund auff erden / die rüret mit der ſpitzen an den Himel / Vnd ſihe / die Engel Gottes ſtiegen dran auff vnd nieder.Joh. 1.VND der HERR ſtund oben drauff / vnd ſprach / Jch bin der HERR / Abrahams deines vaters Gott / vnd Jſaacs Gott / Das Land da du auff ligeſt / wil ich dir / vnd deinem SamenHie wird dem dritten Patriarchen / Chriſtus verheiſſen / der Heiland aller Welt / vnd das künfftige Euangelium von Chriſto in allen Landen zu predigen / durch die Engel auff der Leiter furgebildet. geben.Vnd dein Same ſol werden wie der ſtaub auff Erden / Vnd du ſolt ausgebreitet werden / gegen dem Abend / Morgen / Mitternacht vnd Mittag. Vnd durch dich vnd deinen Samen ſollen alle Geſchlecht auff Erden geſegnet werden.Vnd ſihe / Jch bin mit dir / vnd wil dich behüten / wo du hin zeuchſt / vnd wil dich wider her bringen in dis Land / Denn ich wil dich nicht laſſen / bis das ich thu / alles was ich dir geredt habe.DA nu Jacob von ſeinem Schlaff auffwachte / ſprach er / Gewiſlich iſt der HERR an dieſem Ort / vnd ich wuſts nicht.Vnd furchte ſich / vnd ſprach Wie heiligHeilig heiſſt hie metuendus / terribilis / Nota / da man Gott fürchten vnd ehren ſolle / als der daſelbs wil gefürchtet vnd geehret ſein. Daher auch der ſelbberg Morija / timor / reuerentia / cultus Dei heiſſt. Sup. cap. 22. Denn Gottes furcht iſt der höchſte Gottesdienſt. Vnd iſt hie angezeigt / Wo Gottes wort iſt / (wie Jacob hie höret) da iſt Gottes Hauſe / da ſtehet der Himel offen mit allen gnaden etc. iſt dieſe Stet / Hie iſt nichts anders denn Gotteshauſe / Vnd hie iſt die Pforte des Himels.Vnd Jacob ſtund des morgens früe auff / vnd nam den Stein / den er zu ſeinen Heubten gelegt hatte / vnd richtet jn auff zu einem Mal / vnd gos öle oben drauff /Vnd hies die ſtet BethEl / vorhin hies ſonſt die ſtad Lus.Gen. 35.VND Jacob thet ein Gelübd / vnd ſprach / So Gott wird mit mir ſein / vnd mich behüten auff dem wege / den ich reiſe / vnd Brot zu eſſen geben / vnd Kleider an zu ziehen /vnd mich mit frieden wider heim zu meinem Vater bringen / So ſol der HERR mein Gott ſeinNicht das er vor hin nicht ſein Gott geweſen ſei / Sondern er gelobt ein Gottesdienſt auff zurichten / da man predigen vnd beten ſolt / da wil er den Zehenden zugeben / den Predigern. Wie Abraham dem Melchiſedeck den Zehenden gab..Vnd dieſer Stein / den ich auff gerichtet habe zu einem Mal / ſol ein Gottes haus werden / Vnd alles was du mir gibſt / des wil ich dir den Zehenden geben.Capitel 29 DA hub Jacob ſeine füſſe auff / vnd gieng in das Land das gegen Morgen ligt.Vnd ſahe ſich vmb / vnd ſihe / da war ein Brun auff dem felde / vnd ſihe / drey Herde ſchafe lagen da bey / Denn von dem Brunne pflegten ſie die herde zu trencken / vnd lag ein groſſer Stein fur dem loch des Bruns.Vnd ſie pflegten die Herd alle daſelbs zuuerſamlen / vnd den ſtein von dem Brunloch zu weltzen / vnd die ſchafe trencken / vnd thaten als denn den ſtein wider fur das loch an ſeine ſtet.VND Jacob ſprach zu jnen / Lieben brüder / Wo ſeid jr her? Sie antworten / Wir ſind von Haran.Er ſprach zu jnen / Kennet jr auch Laban den ſon Nahor? Sie antworten / Wir kennen jn wol.Er ſprach / Gehet es jm auch wol? Sie antworten / Es gehet jm wol / Vnd ſihe / da kompt ſeine tochter Rahel mit den Schafen.Er ſprach / Es iſt noch hoch tag / vnd iſt noch nicht zeit das Vieh ein zutreiben / Trencket die ſchafe / vnd gehet hin vnd weidet ſie.Sie antworten / Wir können nicht / bis das alle Herde zuſamen gebracht werden / vnd wir den ſtein von des Brunnenloch waltzen / vnd alſo die ſchafe trencken.ALs er noch mit jnen redet / kam Rahel mit den ſchafen jres Vaters / denn ſie hütet der ſchafe.Da aber Jacob ſahe Rahel die tochter Labans ſeiner mutter Bruder / vnd die ſchafe Labans ſeiner mutter bruder / trat er hinzu / vnd waltzet den ſtein von dem loch des Brunnen / vnd trencket die ſchafe Labans ſeiner muter Bruder /Vnd küſſet Rahel vnd weinet laut /vnd ſaget jr an / das er jres Vaters bruder were / vnd Rebeca ſon / Da lieff ſie / vnd ſagets jrem Vater an.DA aber Laban höret von Jacob ſeiner ſchweſter Son / lieff er jm entgegen / vnd hertzet vnd küſſet jn / vnd füret jn in ſein Haus / Da erzelet er dem Laban alle dieſe ſache.Da ſprach Laban zu jm / Wolan / du biſt mein bein vnd fleiſch. Vnd da er nu ein Mond lang bey jm geweſt war /ſprach Laban zu Jacob / Wiewol du mein Bruder biſt / ſolteſtu mir darumb vmb ſonſt dienen? Sage an / Was ſol dein lohn ſein?LAban aber hatte zwo Töchter die elteſte hies Lea / vnd die jüngeſte Rahel /Aber Lea hatte ein Blöde geſicht / Rahel war hubſch vnd ſchön.Vnd Jacob gewan die Rahel lieb / vnd ſprach / Jch wil dir ſiben jar vmb Rahel deine jüngeſte Tochter dienen.Laban antwortet / Es iſt beſſer / ich gebe dir ſie / denn einem andern / Bleib bey mir.ALſo dienete Jacob vmb Rahel ſieben jar / vnd dauchten jn als werens einzele tage / ſo lieb hatte er ſie.Vnd Jacob ſprach zu Laban / Gib mir nu mein Weib / denn die zeit iſt hie / das ich beylige.Da lud Laban alle Leute des orts / vnd machte ein Hochzeit mal.Des abends aber nam er ſeine tochter Lea / vnd brachte ſie zu jm hin ein / Vnd er lag bey jr.Vnd Laban gab ſeiner tochter Lea ſeine magd Silpa zur magd.DEs morgens aber / Sihe / da war es Lea / Vnd er ſprach zu Laban / Warumb haſtu mir das gethan? Habe ich dir nicht vmb Rahel gedienet? warumb haſtu mich denn betrogen?Laban antwortet / Es iſt nicht ſitte in vnſerm Lande / das man die Jüngſte ausgebe vor der Elteſten.Halte mit dieſer die wochen aus / ſo wil ich dir dieſe auch geben / vmb den Dienſt / den du bey mir noch ander ſieben jar dienen ſolt.Jacob thet alſo / vnd hielt die wochen aus / Da gab jm Laban Rahel ſeine tochter zum Weibe.Vnd gab ſeiner tochter Rahel ſeine magd Bilha zur magd.Alſo lag er auch bey mit Rahel / Vnd hatte Rahel lieber denn Lea / Vnd dienet bey jm fürder die andern ſieben jar.DA aber der HERR ſahe / das Lea vnwerd war / macht er ſie fruchtbar vnd Rahel vnfruchtbar.Vnd Lea ward ſchwanger / vnd gebar einen Son / den hies ſie RubenHeiſſt ein Schawkind. / vnd ſprach / Der HERR hat angeſehen mein elende / Nu wird mich mein Man lieb haben.Vnd ward abermal ſchwanger / vnd gebar einen Son / vnd ſprach / Der HERR hat gehöret / das ich vnwerd bin / vnd hat mir dieſen auch gegeben / vnd hies jn SimeonHeiſſt ein Hörer. .Aber mal ward ſie ſchwanger / vnd gebar einen Son / vnd ſprach / Nu wird ſich mein Man wider zu mir thun / denn ich hab jm drey Söne geborn / Darumb hies ſie jn LeuiHeiſſt zugethan. .Zum vierden ward ſie ſchwanger / vnd gebar einen Son / vnd ſprach / Nu wil ich dem HERRN dancken / darumb hies ſie jn JudaHeiſſt ein Bekenner oder Danckſager. / Vnd höret auff Kinder zugeberen.Capitel 30 DA Rahel ſahe / das ſie dem Jacob nichts gebar / neidet ſie jre ſchweſter / vnd ſprach zu Jacob / Schaffe mir Kinder / Wo nicht / ſo ſterbe ich.Jacob aber ward ſeer zornig auff Rahel / vnd ſprach / Bin ich doch nicht Gott / der dir deines Leibes früchte nicht geben wil.Sie aber ſprach / ſihe / Da iſt meine magd Bilha / Lege dich zu jr / das ſie auff meinen Schos gebere / vnd ich doch durch ſie erbawet werde.Vnd ſie gab jm alſo Bilha jre magd zum Weibe. VND Jacob leget ſich zu jr /Alſo ward Bilha ſchwanger / vnd gebar Jacob einen Son.Da ſprach Rahel / Gott hat meine ſache gerichtet / vnd meine ſtim erhöret / vnd mir einen Son gegeben / Darumb hies ſie jn DanHeiſſt gerich..Abermal ward Bilha Rahels magd ſchwanger / vnd gebar Jacob den andern ſon.Da ſprach Rahel / Gott hat es gewand mit mir vnd meiner Schweſter / vnd ich werds jr zuuor thun / Vnd hies jn NaphthaliHeiſſt verwechſelt vmbgewand / vmbgekeret / wenn man das widerſpiel thut / Pſal. 18. Mit den verkerten verkereſtu dich..DA nu Lea ſahe / das ſie auff gehöret hatte zu geberen / nam ſie jre magd Silpa / vnd gab ſie Jacob zum weibe.Alſo gebar Silpa Lea magd / Jacob einen Son.Da ſprach Lea / Rüſtig / Vnd hies jn GadHeiſſt rüſtig zum ſtreit..Darnach gebar Silpa Lea magd / Jacob den andern Son.Da ſprach Lea / Wol mir / Denn mich werden ſelig preiſen die Töchter / Vnd hies jn AſſerHeiſſt ſelig..RVben gieng aus zur zeit der Weitzenernd / vnd fand DudaimFrage du ſelbs was Dudaim ſind. Es ſollen Lilien / Es ſollen Beer ſein / vnd niemand weis / was es ſein ſollen. Es heiſſens etliche Jüden Kirſchen / die in der Weitzenernd reiff ſind etc. auff dem felde / vnd bracht ſie heim ſeiner mutter Lea. Da ſprach Rahel zu Lea / Gib mir der Dudaim deines Sons ein teil.Sie antwortet / Haſtu nicht gnug / das du mir meinen Man genomen haſt / vnd wilt auch die Dudaim meines Sons nemen? Rahel ſprach / Wolan / las jn dieſe nacht bey dir ſchlaffen vmb die Dudaim deines Sons.DA nu Jacob des abends vom felde kam / gieng jm Lea hinaus entgegen vnd ſprach / Bey mir ſoltu ligen / Denn ich habe dich erkaufft vmb die Dudaim meines Sons. Vnd er ſchlieff die nacht bey jr /Vnd Gott erhöret Lea / vnd ſie ward ſchwanger / vnd gebar Jacob den fünfften Son /vnd ſprach / Gott hat mir gelohnet / das ich meine magd meinem Manne gegeben habe / Vnd hies jn JſascharHeiſſt Lohn..Abermal ward Lea ſchwanger / vnd gebar Jacob den ſechsten Son /vnd ſprach / Gott hat mich wol beraten / Nu wird mein Man wider bey mir wonen / Denn ich habe jm ſechs Söne geboren / Vnd hies jn SebulonHeiſſt bey wonung..Darnach gebar ſie eine Tochter / die hies ſie DinaHeiſſt eine ſache oder gericht..DEr HERR gedacht aber an Rahel / vnd erhöret ſie / vnd macht ſie fruchtbar.Da ward ſie ſchwanger / vnd gebar einen Son / vnd ſprach / Gott hat meine ſchmach von mir genomen /Vnd hies jn JoſephHeiſſt zunemung. / Vnd ſprach / Der HERR wolte mir noch einen Son dazu geben.DA nu rahel den joſeph geborn hatte / ſprach Jacob zu Laban / Las mich ziehen vnd reiſen an meinen Ort vnd in mein Land /Gib mir meine Weiber vnd meine Kinder / darumb ich dir gedienet habe / das ich ziehe / Denn du weiſſest / wie ich dir gedienet habe.Laban ſprach zu jm / Las mich gnade fur deinen augen finden / Jch ſpüre / das mich der HERR ſegenet vmb deinen willen /Stimme das Lohn das ich dir geben ſol.ER aber ſprach zu jm / Du weiſſest / wie ich dir gedienet habe / vnd was du fur Vieh haſt vnter mir.Du hatteſt wenig ehe ich her kam / Nu aber iſts ausgebreitet in die menge / vnd der HERR hat dich geſegenet durch meinen fusDas iſt / Jch hab müſſen lauffen vnd rennen durch dünne vnd dicke / das du ſo Reich würdeſt / Mein Fus hats müſſen thun. Jnde pedes Euangeliſantium pacem / et curſus verbi ſeu miniſterij. / Vnd nu / Wenn ſol ich auch mein Haus verſorgen?Er aber ſprach / Was ſol ich dir denn geben? Jacob ſprach / Du ſolt mir nichts vberal geben / Sondern ſo du mir thun wilt / das ich ſage / So wil ich widerumb weiden vnd hüten deiner Schafe.ICH wil heute durch alle deine Herde gehen / vnd ausſondern alle fleckete vnd bundte ſchafe / vnd alle ſchwartze ſchafe vnter den lemmern / vnd die bundten vnd flecketen ziegenDu muſt hie dich nicht jrren / das Moſes / das kleine vieh / jtzt ziegen / jtzt lemmer / jtzt böcke heiſſet / wie dieſer ſprache art iſt / Denn er wil ſo viel ſagen / Das Jacob habe alles weis vieh behalten / vnd alles bundte vnd ſchwartze Laban gethan. Was nu bund von dem einferbigen vieh keme / das ſolte ſein lohn ſein. Des ward Laban fro / vnd hatte die natur fur ſich / das von einferbigen nicht viel bundte natürlich komen. Aber Jacob halff der natur mit kunſt / das die einferbigen viel bundte trugen. / Was nu bund vnd flecket fallen wird / das ſol mein Lohn ſein.So wird mir mein gerechtigkeit zeugen heute oder morgen / wenn es kompt / das ich meinen Lohn von dir nemen ſol / Alſo / das / was nicht flecket oder bund / oder nicht ſchwartz ſein wird vnter den lemmern / vnd ziegen / das ſey ein Diebſtal bey mir.DA ſprach Laban / Sihe da / es ſey wie du geſagt haſt.Vnd ſonderte des tages die ſprenckliche vnd bundte böcke / vnd alle fleckete vnd bundte ziegen / Wo nur was weiſſes daran war / vnd alles was ſchwartz war vnter den lemmern / vnd thats vnter die hand ſeiner Kinder /vnd macht raum dreier Tagereiſe weit zwiſſchen jm vnd Jacob / Alſo weidet Jacob die vbrigen herde Laban.JAcob aber nam ſtebe von grünen Papelnbawm / Haſeln / vnd Caſtaneen / vnd ſchelet weiſſe ſtreiffe daran / das an den ſteben das weiſſe blos wardvnd legt die ſtebe / die er geſchelet hatte / in die Trenckrinnen / fur die Herde / die da komen muſten zu trincken / das ſie empfangen ſolten / wenn ſie zu trincken kemen.Alſo empfiengen die Herde vber den ſteben / vnd brachten ſprenckliche / fleckete vnd bundte.Da ſcheidet Jacob die lemmer / vnd thet die abgeſonderte Herde zu den flecketen vnd ſchwartzen in der Herde Labans / vnd macht jm ein eigen Herde / die thet er nicht zu der herde Labans.Wenn aber der Laufft der früelinge Herde war / legte er dieſe ſtebe in die Rinnen fur die augen der Herde / das ſie vber den ſteben empfiengen /Aber in der Spetlinger laufft / leget er ſie nicht hinein. Alſo wurden die Spetlinge des Labans / aber die Früelinge des Jacobs /Da her ward der Man vber die mas reich / das er viel ſchafe / megde vnd knechte / kamel vnd eſel hatte.Capitel 31 VND es kamen fur jn die Reden der kinder Laban / das ſie ſprachen / Jacob hat alle vnſers vaters gut zu ſich gebracht. Vnd von vnſers Vaters gut / hat er ſolche Reichthum zu wegen gebracht.Vnd Jacob ſahe an das angeſicht Laban / Vnd ſihe / es war nicht gegen jm / wie geſtern vnd ehegeſtern.VND der HERR ſprach zu Jacob / Zeuch wider in deiner Veter land / vnd zu deiner Freundſchafft / Jch wil mit dir ſein.Da ſandte Jacob hin / vnd lies ruffen Rahel vnd Lea auffs feld bey ſeine Herde /vnd ſprach zu jnen / Jch ſehe ewrs Vaters angeſicht / das es nicht gegen mir iſt / wie geſtern vnd ehegeſtern / Aber der Gott meines Vaters iſt mit mir geweſen.VND jr wiſſet / das ich aus allen meinen krefften ewrem Vater gedienet habe /Vnd er hat mich geteuſcht / vnd nu zehen mal mein lohn verendert / Aber Gott hat jm nicht geſtattet / das er mir ſchaden thet.Wenn er ſprach / die bundten ſollen dein Lohn ſein / ſo trug die gantze Herd bundte / Wenn er aber ſprach / Die ſprenckliche ſollen dein Lohn ſein / ſo trug die gantze Herd ſprenckliche.Alſo hat Gott die güter ewers Vaters jm entwand / vnd mir gegeben.DEnn wenn die zeit des Lauffs kam / hub ich meine Augen auff / vnd ſahe im trawm / vnd ſihe / die Böcke ſprungen auff die ſprenckliche / fleckete / vnd bundte Herde.Vnd der Engel Gottes ſprach zu mir im traum / Jacob / Vnd ich antwortet / Hie bin ich.Er aber ſprach / heb auff deine augen / vnd ſiehe / Die Böcke ſpringen auff die ſprenckliche / fleckete vnd bundte Herde / Denn ich habe alles geſehen / was dir Laban thut.Jch bin der Gott zu BethEl / da du den ſtein geſalbet haſt / vnd mir daſelbs ein Gelübde gethan. Nu mach dich auff / vnd zeuch aus dieſem Lande / vnd zeuch wider in das Land deiner freundſchafft.Gen. 28.DA antwortet Rahel vnd Lea / vnd ſprachen zu jm / Wir haben doch kein Teil noch Erbe mehr in vnſers Vaters hauſe /Hat er vns doch gehalten als die frembden / Denn er hat vns verkaufft / vnd vnſer Lohn verzehret.Darumb hat Gott vnſerm Vater entwand ſeinen Reichthum zu vns vnd vnſern Kindern / Alles nu was Gott dir geſagt hat / das thu.ALſo machet ſich Jacob auff / vnd lud ſeine Kinder vnd Weiber auff Kamelen /vnd füret weg alle ſein Vieh / vnd alle ſeine Habe / die er zu Meſopotamia erworben hatte / das er keme zu Jſaac ſeinem Vater ins land Canaan(Laban aber war gangen ſeine Herde zu ſcheren) Vnd Rahel ſtal jres Vaters Götzen.Alſo ſtal Jacob dem Laban zu Syrien das hertzHertz ſtelen iſt Ebreiſch geredt / ſo viel / als etwas thun hinder eines andern wiſſen. / da mit / das er jm nicht anſaget / das er flohe.Alſo flohe er vnd alles was ſein war / machte ſich auff / vnd fuhr vber das waſſer / vnd richt ſich nach dem berge Gilead.AM dritten tage wards Laban angeſagt / das Jacob flöhe /Vnd er nam ſeine Brüder zu ſich / vnd jaget jm nach ſieben Tagereiſe / vnd ereilet jn auff dem berge Gilead.Aber Gott kam zu Laban dem Syrer im traum des nachts / vnd ſprach zu jm / Hüte dich / das du mit Jacob nicht anders redeſt denn freundlich.Vnd Laban nahet zu Jacob / Jacob aber hatte ſeine Hütten auffgeſchlagen auff dem Berge / Vnd Laban mit ſeinen Brüdern ſchlug ſeine hütten auch auff / auff dem berge Gilead.DA ſprach Laban zu Jacob / Was haſtu gethan / das du mein hertz geſtolen haſt / vnd haſt meine Töchter entfüret / als die durchs Schwert gefangen weren?Warumb haſtu heimlich geflohen / vnd haſt dich weggeſtolen / vnd haſt mirs nicht angeſagt / das ich dich hette geleitet mit freuden / mit ſingen / mit Paucken vnd Harffen?vnd haſt mich nicht laſſen meine Kinder vnd Töchter küſſen / Nu du haſt thörlich gethan.Vnd ich hette / mit Gottes hülffe / wol ſo viel macht / das ich euch künd vbels thun / Aber ewrs vaters Gott hat geſtern zu mir geſagt / Hüte dich / das du mit Jacob nicht anders denn freundlich redeſt.VND weil du denn ja wolteſt ziehen / vnd ſehneteſt dich ſo faſt nach deines vaters hauſe / Warumb haſtu mir meine Götter geſtolen?Jacob antwortet / vnd ſprach zu Laban / Jch furchte mich vnd dachte / du würdeſt deine Töchter von mir reiſſen.Bey welchem aber du deine Götter findeſt / der ſterbe hie fur vnſern Brüdern / Süche das deine bey mir / vnd nims hin (Jacob wuſte aber nicht / das ſie Rahel geſtolen hatte)Da gieng Laban in die hütten Jacob / vnd Lea / vnd der beide Megde / vnd fand nichts. Vnd gieng aus der hütten Lea in die hütten Rahel /Da nam Rahel die Götzen vnd legt ſie vnter die ſtrew der Kamel / vnd ſatzte ſich darauf. Laban aber betaſtet die gantze Hütte / vnd fand nichts.Da ſprach ſie zu jrem Vater / Mein Herr / zürne nicht / Denn ich kan nicht auffſtehen gegen dir / Denn es gehet mir nach der Frawen weiſe. Alſo fand er die Götzen nicht / wie faſt er ſucht.VND Jacob ward zornig / vnd ſchalt Laban / vnd ſprach zu jm / Was hab ich miſgehandelt oder geſundiget / das du ſo auff mich erhitzt biſt?Du haſt alle mein Hausrat betaſtet / Was haſtu deines hausrats funden? Lege das dar / fur meinen vnd deinen Brüdern / das ſie zwiſchen vns beiden richten.Dieſe zwenzig jar bin ich bey dir geweſen / deine ſchafe vnd ziegen ſind nicht vnfruchtbar geweſen / die wider deiner Herde hab ich nie geſſen.Was die Thier zuriſſen / bracht ich dir nicht / ich muſt es bezalen / du fodderſt es von meiner hand / es were mir des tages oder des nachts geſtolen.Des tages verſchmacht ich fur hitze / vnd des nachts fur froſt / vnd kam kein Schlaff in meine augen.ALſo habe ich dieſe zwenzig jar in deinem Hauſe gedienet / vierzehen vmb deine Töchter / vnd ſechs vmb deine Herde / vnd haſt mir mein Lohn zehen mal verendert.Wo nicht der Gott meines Vaters / der Gott Abraham / vnd die FurchtJacob nennet hie Gott Jſaacs furcht / darumb / das Jſaac Gottfürchtig war vnd Gottes Diener. Jſaac / auff meiner ſeiten geweſen were / du hetteſt mich leer laſſen ziehen. Aber Gott hat mein elend vnd mühe angeſehen / vnd hat dich geſtern geſtrafft.LAban antwortet / vnd ſprach zu Jacob / Die Töchter ſind meine töchter / vnd die Kinder ſind meine kinder / vnd die Herde ſind meine herde / vnd alles was du ſiheſt / iſt mein / Was kan ich meinen Töchtern heut / oder jren Kindern thun / die ſie geboren haben?So kome nu / vnd las vns einen Bund machen / ich vnd du / der ein Zeugnis ſey zwiſchen mir vnd dir.Da nam Jacob einen ſtein / vnd richtet jn auff zu einem Mal /vnd ſprach zu ſeinen Brüdern / Leſet ſteine auff. Vnd ſie namen ſteine / vnd machten einen hauffen / vnd aſſen auff dem ſelben hauffen /Vnd Laban hies jn Jegar Sahadutha / Jacob aber hies jn Gilead.DA ſprach Laban / Der hauffe ſey heute Zeuge zwiſchen mir vnd dir (Daher heiſſt man jn GileadGilead heiſſt ein Zeugehauffe / Vnd bedeut die Schrifft da viel zeugnis von Gott heuffig innen ſind.vnd ſey eine Warte / Denn er ſprach / Der HERR ſehe dar ein zwiſchen mir vnd dir / wenn wir von einander komen /wo du meine Töchter beleidigeſt / oder andere Weiber dazu nimpſt vber meine Töchter. Es iſt hi kein Menſch mit vns / ſihe aber / Gott iſt der Zeuge / zwiſchen mir vnd dir.Vnd Laban ſprach weiter zu Jacob / Sihe / das iſt der Hauff / vnd das iſt das Mal / das ich auffgerichtet hab zwiſchen mir vnd dir.Der ſelb hauff ſey zeuge / vnd das mal ſey auch zeuge / wo ich herüber fare zu dir / oder du herüber fereſt zu mir vber dieſen hauffen vnd mal zu beſcheidigen.Der Gott Abraham / vnd der Gott Nahor / vnd der Gott jrer veter ſey Richter zwiſchen vns.VND Jacob ſchwur jm bey der Furcht ſeines vaters Jſaac. Vnd Jacob opfferte auff dem Berge / vnd lud ſeine Brüder zum eſſen / Vnd da ſie geſſen hatten / blieben ſie auff dem Berge vber nacht.Des morgens aber ſtund Laban früe auff / küſſet ſeine Kinder vnd Töchter / vnd ſegenete ſie / vnd zoch hin / vnd kam wider an ſeinen ort.Capitel 32 JAcob aber zoch ſeinen weg / Vnd es begegneten jm die Engel Gottes.Vnd da er ſie ſahe / ſprach er / Es ſind Gottes Heere / Vnd hies die ſelbige ſtet / MahanaimHeiſſt Heerlager..Pſal. 34.Jacob aber ſchicket Boten fur jm her / zu ſeinem Bruder Eſau ins land Seir / in der gegend Edom /vnd befalh jnen / vnd ſprach / Alſo ſagt meinem herrn Eſau / Dein knecht Jacob leſſt dir ſagen / Jch bin bis daher bey Laban lange auſſen geweſt /vnd habe rinder vnd eſel / ſchafe / Knecht vnd Megde /Vnd habe ausgeſand dir meinem Herrn an zuſagen / das ich gnade fur deinen augen fünde.DJe Boten kamen wider zu Jacob / vnd ſprachen / Wir kamen zu deinem bruder Eſau / vnd er zeucht dir auch entgegen mit vier hundert Man. Da furcht ſich Jacob ſeer / vnd jm ward bange / Vnd teilet das Volck das bey jm war / vnd die ſchafe / vnd die rinder / vnd die kamel / in zwey Heere /vnd ſprach / So Eſau kompt auff das eine Heer / vnd ſchlegt es / ſo wird das vbrige entrinnen.Weiter ſprach Jacob. GOtt meines vaters Abraham / vnd Gott meines vaters Jſaac / HERR / der du zu mir geſagt haſt / Zeuch wider in dein Land / vnd zu deiner Freundſchafft / Jch wil dir wolthun /Jch bin zu geringe aller barmhertzigkeit vnd aller trewe / die du an deinem Knechte gethan haſt (Denn ich hatte nicht mehr weder dieſen Stab / da ich vber dieſen Jordan gieng / vnd nu bin ich zwey Heere worden)Errette mich von der hand meines Bruders / von der hand Eſau / Denn ich fürchte mich fur jm / das er nicht kome / vnd ſchlage mich / die Mütter ſampt den Kindern.Du haſt geſagt / Jch wil dir wolthun / vnd deinen Samen machen / wie den ſand am meer / den man nicht zelen kan fur der menge.Gen. 31.VND er bleib die nacht da / Vnd nam von dem das er fur handen hatte / Geſchenck ſeinem bruder Eſau /zwey hundert ziegen / zwenzig böcke / zweyhundert ſchafe / zwenzig wider /vnd dreiſſig ſeugende kamel mit jren füllen / vierzig küe / vnd zehen farren / zwenzig eſelin mit zehen füllen.Vnd thet ſie vnter die hand ſeiner Knechte / ja eine Herde ſonderlich / vnd ſprach zu jnen / Gehet vor mir hin / vnd laſſet raum zwiſchen einer Herde nach der andern /Vnd gebot dem Erſten / vnd ſprach. WEnn dir mein bruder Eſau begegnet vnd dich fraget / Wen gehöreſtu an / vnd wo wiltu hin / vnd wes iſts / das du fur dir treibeſt?Soltu ſagen / Es gehöret deinem knechte Jacob zu / der ſendet Geſchenck ſeinem herrn Eſau / vnd zeucht hinder vns hernach.Alſo gebot er auch dem Andern / vnd dem Dritten / vnd allen die den Herden nach giengen / vnd ſprach / Wie ich euch geſagt habe / ſo ſaget zu Eſau / wenn jr jm begegnet.Vnd ſaget ja auch / ſihe / Dein knecht Jacob iſt hinder vns / Denn er gedacht / Jch wil jn verſünen mit dem Geſchenck / das vor mir her gehet / darnach wil ich jn ſehen / vieleicht wird er mich annemen.ALſo gieng das Geſchenck vor jm her / Aber er bleib die ſelbe nacht beim Heer.Vnd ſtund auff in der nacht / vnd nam ſeine zwey Weiber / vnd die zwo Megde / vnd ſeine eilff Kinder / vnd zoch an den furt Jaboc /nam ſie vnd füret ſie vber das Waſſer / das hinüber kam was er hatte /Vnd bleib allein. DA rangJm Ebreiſchen kompt ringen vom ſtaub her / Als wenn Zween miteinander ringen / das der ſtaub ſich erhebt vnd dicke vmb ſie wird. Vnd lautet ſo viel / Es ſteubet ein Man mit jm / das iſt / Ein hefftiger Kampff war es / das ſol niemand verſtehen / denn die Erfarung. ein Man mit jm bis die morgenröte anbrach.Vnd da er ſahe / das er jn nicht vbermocht / rüret er das Gelenck ſeiner hüfft an / Vnd das gelenck ſeiner hüfft ward vber dem ringen mit jm / verrenckt.Vnd er ſprach / Las mich gehen / denn die morgenröte bricht an / Aber er antwortet / Jch las dich nicht / du ſegeneſt mich denn.Er ſprach / Wie heiſſestu? Er antwortet / Jacob.Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern JſraElJſrael kompt von Sara / das heiſſet kempffen oder vberweldigen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Fürſtin oder Fraw heiſſt / vnd Jſrael ein Fürſt oder Kempffer Gottes / das iſt / der mit Gott ringet vnd angewinnet. Welchs geſchicht durch den glauben der ſo feſt an Gottes wort helt / bis er Gottes zorn vberwindet / vnd Gott zu eigen erlanget zum gnedigen Vater. / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.VND Jacob fraget jn / vnd ſprach / Sage doch / wie heiſſestu? Er aber ſprach / Warumb frageſtu / wie ich heiſſe? Vnd er ſegenete jn daſelbs.Vnd Jacob hies die ſtet PnielPniel oder Pnuel / heiſſt Gottes angeſicht oder erkentnis. Denn durch den glauben im ſtreit des Creutzes lernet man Gott recht erkennen vnd erfaren / So hats denn keine Not mehr, ſo gehet die Sonne auff. / Denn ich habe Gott von angeſicht geſehen / vnd meine Seele iſt geneſen.Vnd als er fur Pnuel vber kam / gieng jm die Sonne auff / Vnd er hincket an ſeiner Hüfft /daher eſſen die kinder Jſrael keine ſpanader auff dem gelenck der hüfft / bis auff den heutigen tag / Darumb / das die ſpanader an dem gelenck der hüfft Jacob gerüret ward.Capitel 33 JAcob hub ſeine augen auff / vnd ſahe ſeinen bruder Eſau komen mit vierhundert Man. Vnd teilet ſeine Kinder zu Lea / vnd zu Rahel / vnd zu beiden Megden /Vnd ſtellet die megde mit jren Kindern forne an / vnd Lea mit jren Kindern hernach / vnd Rahel mit Joſeph zu letzt.Vnd er gieng fur jnen her / vnd neigete ſich ſieben mal auff die Erden / bis er zu ſeinem Bruder kam.ESau aber lieff jm entgegen / vnd hertzet jn / vnd fiel jm vmb den hals / vnd küſſet jn / Vnd ſie weineten.Vnd hub ſeine augen auff / vnd ſahe die Weiber mit den Kindern / vnd ſprach / Wer ſind dieſe bey dir? Er antwortet / Es ſind Kinder / die Gott deinem Knecht beſcheret hat.Vnd die Megde traten erzu mit jren Kindern / vnd neigten ſich fur jm.Lea trat auch erzu mit jren Kindern / vnd neigeten ſich fur jm. Darnach trat Joſeph vnd Rahel erzu / vnd neigeten ſich auch fur jm.VNd er ſprach / Was wiltu mit alle dem Heere / dem ich begegnet bin? Er antwortet / Das ich gnade fünde fur meinem Herrn.Eſau ſprach / Jch habe gnug / mein Bruder / behalt was du haſt.Jacob antwortet / Ah nicht / Hab ich gnade funden fur dir / ſo nim mein Geſchencke von meiner hand / Denn ich ſahe dein angeſicht / als ſehe ich Gottes angeſicht / vnd las dirs wolgefallen von mir /Nim doch den Segen von mir an / den ich dir zubracht habe / Denn Gott hat mirs beſcheret / vnd ich habe alles gnug / Alſo nötiget er jn / das ers nam.VND er ſprach / Las vns fort ziehen vnd reiſen / ich wil mit dir ziehen.Er aber ſprach zu jm / Mein Herr / du erkenneſt / das ich zarte Kinder bey mir habe / dazu vieh vnd ſeugende küe / Wenn ſie einen tag vbertrieben würden / würde mir die gantze Herde ſterben.Mein Herr ziehe vor ſeinem Knechte hin / Jch wil meilichMerck / das recht Gleubigen vnd werckheiligen nicht können mit einander wandeln. Denn die Gleubigen faren ſeuberlich mit ſtillem geiſt / Aber die Werckheiligen faren ſtarck mit vermeſſenheit jrer werck in Gottes Geſetzen. hanach treiben / darnach das vieh vnd die Kinder gehen können / bis das ich kome zu meinem Herrn / in Seir.ESau ſprach / So wil ich doch bey dir laſſen etliche vom Volck / das mit mir iſt. Er antwortet / Was iſts von nöten? Las mich nur gnade für meinem Herrn finden.Alſo zoch des tages Eſau widerumb ſeines wegs gen Seir.Vnd Jacob zoch gen Suchoth / vnd bawet jm ein Haus / vnd machet ſeinem Vieh hütten / Da her heiſſt die ſtet Suchoth.DArnach zoch Jacob gegen Salem / zu der ſtad des Sichem / die im lande Canaan ligt / nach dem er aus Meſopotamia komen war / vnd machet ſein Lager fur der ſtad.Vnd kaufft ein ſtück Ackers / von den kindern Hemor des vaters Sichem / vmb hundert groſſchenOder ſchafe. / Daſelbs richtet er ſeine Hütten auff.Vnd richtet daſelbs einen Altar zu / vnd rieff an den Namen des ſtarcken Gottes Jſrael.Capitel 34 DJna aber Lea tochter / die ſie Jacob geborn hatte / gieng heraus / die Töchter des Landes zu ſehen.Da die ſahe Sichem Hemors ſon des Heuiters / der des landes Herr war / nam er ſie / vnd beſchlieff ſie / vnd ſchwechet ſie.Vnd ſein hertz hieng an jr / vnd hatte die Dirne lieb / vnd redet freundlich mit jr.Vnd Sichem ſprach zu ſeinem vater Hemor / Nim mir das Meidlin zum weibe.VNd Jacob erfur / das ſeine tochter Dina geſchendet war / Vnd ſeine Söne waren mit dem vieh auff dem felde / vnd Jacob ſchweig bis das ſie kamen.Da gieng Hemor Sichems vater heraus zu Jacob / mit jm zu reden /Jn des kamen die ſöne Jacob vom felde / vnd da ſie es höreten / verdros die Menner / vnd wurden ſeer zornig / das er ein narrheit an Jſrael begangen / vnd Jacobs tochter beſchlaffen hatte / denn ſo ſolts nicht ſein.DA redet Hemor mit jnen / vnd ſprach / Meines ſons Sichems hertz ſehnet ſich nach ewer Tochter / Lieber / gebt ſie jm zum Weibe.Befreundet euch mit vns / Gebt vns ewre Töchter / vnd nemet jr vnſere Töchter /vnd wonet bey vns / das Land ſol euch offen ſein / wonet vnd werbet vnd gewinnet drinnen.Vnd Sichem ſprach zu jrem Vater vnd Brüdern / Laſſt mich gnade bey euch finden / Was jr mir ſagt / das wil ich geben /fordert nur getroſt von mir Morgengabe vnd Geſchenck / ich wils geben / wie jr heiſſchet / Gebt mir nur die Dirne zum weibe.DA antworten Jacobs ſöne dem Sichem vnd ſeinem vater Hemor betrieglich / Darumb / das jre ſchweſter Dina geſchendet war /vnd ſprachen zu jnen / Wir können das nicht thun / das wir vnſer Schweſter einem vnbeſchnitten Man geben / Denn das were vns eine ſchande.Doch denn wöllen wir euch zu willen ſein / ſo jr vns gleich werdet / vnd alles was menlich vnter euch iſt / beſchnitten werde /Denn wollen wir vnſer Töchter euch geben / vnd ewer Töchter vns nemen / vnd bey euch wonen vnd ein Volck ſein.Wo jr aber nicht willigen wollet euch zubeſchneiten / So wöllen wir vnſere Töchter nemen vnd davon ziehen.DJe Rede gefiel Hemor vnd ſeinem Son wol /Vnd der Jüngling verzoch nicht ſolchs zu thun / denn er hatte luſt zu der tochter Jacob / Vnd er war herrlich gehalten vber allen in ſeines Vaters hauſe.DA kamen ſie nu / Hemor vnd ſein ſon Sichem vnter der Stadthor / vnd redten mit den Bürgern der ſtad / vnd ſprachen /Dieſe Leute ſind friedſam bey vns / vnd wöllen im Lande wonen vnd werben / So iſt nu das Land weit gnug für ſie / wir wollen vns jre Töchter zu weiber nemen / vnd jnen vnſer Töchter geben.Aber denn wöllen ſie vns zu willen ſein / das ſie bey vns wonen / vnd ein Volck mit vns werden / wo wir alles was menlich vnter vns iſt / beſchneiten / gleich wie ſie beſchnitten ſind.Jr Vieh vnd Güter vnd alles was ſie haben / wird vnſer ſein / So wir nur jnen zu willen werden / das ſie bey vns wonen.VND ſie gehorchten dem Hemor vnd Sichem ſeinem ſon / alle die zu ſeiner Stadthor aus vnd eingiengen / vnd beſchnitten alles was menlich war / das zu ſeiner Stad aus vnd eingieng.VND am dritten tage / da ſie es ſchmertzet / namen die zween ſöne Jacob / Simeon vnd Leui / der Dina brüder / ein jglicher ſein ſchwert / vnd giengen in die Stad thürſtiglich / vnd erwürgeten alles was menlich war /vnd erwürgeten auch Hemor vnd ſeinen ſon Sichem mit der ſcherffe des ſchwerts. Vnd namen jre ſchweſter Dina aus dem hauſe Sichem / vnd giengen dauon.DA kamen die ſöne Jacob vber die Erſchlagene / vnd plünderten die Stad / Darumb / das ſie hatten jre Schweſter geſchendet.Vnd namen jre ſchafe / rinder / eſel vnd was in der Stad vnd auff dem Felde war /Vnd alle jre Habe / alle Kinder vnd Weiber namen ſie gefangen / vnd plünderten alles was in den Heuſern war.VNd Jacob ſprach zu Simeon vnd Leui / Jr habt mir vnglück zugericht / das ich ſtincke fur den Einwonern dieſes Lands / den Cananitern vnd Phereſitern / vnd ich bin ein geringer Hauffe / Wenn ſie ſich nu verſamlen vber mich / ſo werden ſie mich ſchlahen / Alſo werde ich vertilget ſampt meinem Hauſe.Sie antworteten aber / Solten ſie denn mit vnſer Schweſter / als mit einer Huren / handeln?Capitel 35 VND Gott ſprach zu Jacob / Mach dich auff / vnd zeuch gen BethEl / vnd wone daſelbs / vnd mache daſelbs einen Altar dem Gott / der dir erſchein / da du floheſt für deinem bruder Eſau.Gen. 28.DA ſprach Jacob zu ſeinem Hauſe vnd zu allen die mit jm waren / Thut von euch die frembden Götter / ſo vnter euch ſind / vnd reiniget euch / vnd endert ewre Kleider /Vnd laſſt vns auff ſein / vnd gen BethEl ziehen / Das ich daſelbs einen Altar mache dem Gott / der mich erhöret hat / zur zeit meines trübſals / vnd iſt mit mir geweſen auff dem wege / den ich gezogen bin.DA gaben ſie jm alle frembde Götter / die vnter jren henden waren / vnd jre OhrenſpangenLunulas / das man heiſſt gülden Harband. Nu ſinds Perlenporten worden. Prou. xj. Circulus aureus in naribus ſuis / vt Sup. cap. xxiiij. / Vnd er vergrub ſie vnter eine Eiche / die neben Sichem ſtund /vnd ſie zogen aus. Vnd es kam die furcht Gottes vber die Stedte die vmb ſie her lagen / das ſie den ſönen Jacob nicht nachiageten.Alſo kam Jacob gen Lus im lande Canaan / die da BethEl heiſſt / ſampt alle dem Volck / das mit jm war /Vnd bawet daſelbs einen Altar / vnd hies die ſtet ElBethElDas iſt / Gott zu BethEl. / Darumb / das jm daſelbs Gott offenbart war / da er flohe fur ſeinem Bruder.DA ſtarb Debora der Rebeca amme / vnd ward begraben vnter BethEl / vnter der Eichen / vnd ward genennet die Klageiche.VND Gott erſchein Jacob aber mal / nach dem er aus Meſopotamia komen war / vnd ſegenet jn /vnd ſprach zu jm / Du heiſſest Jacob / Aber du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern Jſrael ſoltu heiſſen / Vnd alſo heiſſet man jn Jſrael.Vnd Gott ſprach zu jm / Jch bin der allmechtige Gott / Sey fruchtbar vnd mehre dich / Völcker vnd völcker hauffen ſollen von dir komen / vnd Könige ſollen aus deinen Lenden komen.Vnd das Land / das ich Abraham vnd Jſaac gegeben habe / wil ich dir geben / vnd wils deinem Samen nach dir geben.Alſo fuhr Gott auff von jm / von dem Ort / da er mit jm geredt hatte.Jacob aber richtet ein ſteinern Mal auff an dem ort / da er mit jm geredt hatte / vnd gos TranckopfferDas war wein wie das in den folgenden Büchern genugſam geſehen wird. drauff / vnd begos jn mit öle /Vnd Jacob hies den ort / da Gott mit jm geredt hatte / BethEl.Gen. 32.VND ſie zogen von BethEl / Vnd da noch ein Feldwegs war von Ephrath / da gebar Rahel /Vnd es kam ſie hart an vber der geburt. Da es jr aber ſo ſawr ward in der geburt / ſprach die Wehmutter zu jr / Fürchte dich nicht / denn dieſen Son wirſtu auch haben.Da jr aber die Seele ausgieng / das ſie ſterben muſte / hies ſie jn BenOniHeiſſet meines ſchmertzen Son. / Aber ſein Vater hies jn BenJaminHeiſſt der rechten Son..Alſo ſtarb Rahel / vnd ward begraben an dem wege gen Ephrath / die nu heiſſt BethLehem.Vnd Jacob richtet ein Mal auff vber jrem Grab / dasſelb iſt das grabmal Rahel bis auff dieſen tag.VNd Jſrael zoch aus / vnd richtet eine Hütten auff jenſeid dem thurn Eder.Vnd es begab ſich / das Jſrael im lande wonet / Gieng Ruben hin / vnd ſchlieff bey Bilha ſeines vaters Kebsweibs / Vnd das kam fur Jſrael. ES hatte aber Jacob zwelff Söne.Die ſöne Lea waren dieſe / Ruben der erſtgeboren ſon Jacob / Simeon / Leui / Juda / Jſaschar / vnd Sebulon.Die Söne Rahel waren / Joſeph vnd BenJaminDie ſöne Bilha Rahels magd / Dan vnd Naphthali.Die ſöne Silpa Lea magd / Gad vnd Aſſer. Das ſind die ſöne Jacob / die jm geboren ſind in Meſopotamia.VND Jacob kam zu ſeinem vater Jſaac gen Mamre in die Heubtſtad / die da heiſſt Hebron / da Abraham vnd Jſaac frembdlinge innen geweſen ſind.Vnd Jſaac ward hundert vnd achzig jar alt /vnd nam ab / vnd ſtarb / Vnd ward verſamlet zu ſeinem Volck / alt vnd des lebens ſat / Vnd ſeine ſöne Eſau vnd Jacob begruben jn.Capitel 36 DJS iſt das Geſchlecht Eſau / der da heiſſt Edom.Eſau nam Weiber von den töchtern Canaan / Ada die tochter Elon des Hethiters / vnd Ahalibama die tochter des Ana / die neffe Zibeons des Heuiters /Vnd Baſmath Jſmaels tochter / Nebaioths ſchweſter.Vnd Ada gebar dem Eſau / Eliphas / Aber Baſmath gebar Reguel.Ahalibama gebar Jehus / Jaelam vnd Korah / Das ſind Eſau kinder / die jm geboren ſind im lande Canaan.VND Eſau nam ſeine Weiber / Söne vnd Töchter / vnd alle Seelen ſeines hauſes / ſeine Habe vnd alles vieh mit allen gütern / ſo er im lande Canaan erworben hatte / vnd zoch in ein Land von ſeinem bruder Jacob /Denn jre Habe war zu gros / das ſie nicht kundten bey einander wonen / vnd das Land / darin ſie Frembdlinge waren / mocht ſie nicht ertragen fur der menge jres Viehs.Alſo wonet Eſau auff dem gebirge Seir / Vnd Eſau iſt der Edom.Gen. 13.DJS iſt das geſchlechte Eſau / von dem die Edomiter her komen auff dem gebirge Seir /vnd ſo heiſſen die kinder Eſau. Eliphas der ſon Ada Eſaus weib. Reguel der ſon Baſmath Eſaus weib.Eliphas ſöne aber waren dieſe / Theman / Omar / Zepho / Gaetham vnd Kenas.Vnd Thimna war ein kebsweib Eliphas Eſaus ſon / die gebar jm Amalek. Das ſind die kinder von Ada Eſaus weib.Die kinder aber Reguel ſind dieſe / Nahath / Serah / Samma / Miſa. Das ſind die kinder von Baſmath Eſaus weib.Die kinder aber von Ahalibama Eſaus weib / der tochter des Ana der neffe Zibeons / ſind dieſe / die ſie dem Eſau gebar / Jeus / Jaelam / vnd Korah.DAS ſind die Fürſten vnter den kindern Eſau / Die kinder Eliphas / des erſten ſons Eſau waren dieſe / der fürſt Theman / der fürſt Omar / der fürſt Zepho / der fürſt Kenas /der fürſt Korah / der fürſt Gaetham / der fürſt Amalek. Das ſind die Fürſten von Eliphas im lande Edom / vnd ſind kinder von der Ada.Vnd das ſind die kinder Reguel Eſaus ſon / Der fürſt Nahath / der fürſt Serah / der fürſt Samma / der fürſt Miſa. Das ſind die Fürſten von Reguel im lande der Edomiter / vnd ſind kinder von der Baſmath Eſaus weib.Das ſind die kinder Ahalibama Eſaus weib / Der fürſt Jeus / der fürſt Jaelam / der fürſt Korah. Das ſind die Fürſten von Ahalibama der tochter des Ana Eſaus weib.Das ſind die kinder / vnd jre Fürſten / Er iſt der Edom.DJE Kinder aber von Seir des Horiten / der im Lande wonete / ſind dieſe / Lothan / Sobal / Zibeon / Ana / Diſon / Ezer vnd Diſan /Das ſind die Fürſten der Horiten / kinder des Seir im lande Edom.Aber des Lothans kinder waren dieſe / Hori vnd Heman / Vnd Lothans ſchweſter hies Thimna.Die kinder von Sobal waren dieſe / Alwan / Manahath / Ebal / Sepho vnd Onam.Die kinder von Zibeon waren / Aia / vnd Ana / Das iſt der Ana / der in der wüſten Maulpferde erfand / da er ſeines vaters Zibeon eſel hütet.Die kinder aber Ana waren / Diſon vnd Ahalibama / das iſt die tochter Ana.Die kinder Diſon waren / Hemdan / Eſban / Jethran / vnd Charan.Die kinder Ezer waren / Bilhan / Sawan / vnd Akan.Die kinder Diſan waren / Vz vnd Aran.DJS ſind die Fürſten der Horiten / Der fürſt Lothan / der fürſt Sobal / der fürſt Zibeon / der fürſt Ana /der fürſt Diſon / der fürſt Ezer / der fürſt Diſan / Das ſind die Fürſten der Horiten / die regiert haben im lande Seir.DJE Könige aber / die im lande Edom regiert haben / ehe denn die kinder Jſrael Könige hatten / ſind dieſe.Bela war könig in Edom ein ſon Beor vnd ſeine Stad hies Dinhaba.Vnd da Bela ſtarb / ward König an ſeine ſtat Jobab ein ſon Serah von Bazra.Da Jobab ſtarb / ward an ſeine ſtat könig Huſam / aus der Themaniter lande.Da Huſam ſtarb / ward König an ſeine ſtat Hadad / ein ſon Bedad / der die Midianiter ſchlug auff der Moabiter felde / vnd ſeine Stad hies Awith.Da Hadad ſtarb / regiert Samla von Maſrek.Da Samla ſtarb / ward Saul könig von Rehoboth am waſſer.Da Saul ſtarb / ward an ſeine ſtat könig Baal Hanan / der ſon Achbor.Da Baal Hanan Achbors ſon ſtarb / ward an ſeine ſtat könig Hadar / vnd ſeine Stad hies Pagu / vnd ſein Weib hies Mehetabeel eine tochter Matred die Meſahab tochter war.ALſo heiſſen die Fürſten von Eſau / in jren Geſchlechten / Ortern vnd Namen / Der fürſt Thimna / der fürſt Alwa / der fürſt Jetheth /der fürſt Ahalibama / der fürſt Ela / der fürſt Pinon /der fürſt Kenas / der fürſt Theman / der fürſt Mibzar /der fürſt Magdiel / der fürſt Jram / Das ſind die Fürſten in Edom / wie ſie gewonet haben in jrem Erblande / Vnd Eſau iſt der Vater der Edomiter.Capitel 37 JAcob aber wonet im Lande / da ſein Vater ein Frembdling innen geweſt war / nemlich / im lande Canaan.Vnd das ſind die Geſchlechte Jacob. Joſeph war ſiebenzehen jar alt / da er ein Hirte des viehs ward mit ſeinen Brüdern / Vnd dei Knabe war bey den kindern Bilha vnd Silpa ſeines Vaters weibern / vnd bracht fur jren Vater / wo ein böſe Geſchrey wider ſie war.JSrael aber hatte Joſeph lieber denn alle ſeine Kinder / darumb das er jn im Alter gezeuget hatte / Vnd machet jm einen bundten Rock.Da nu ſeine Brüder ſahen / das jn jr Vater lieber hatte denn alle ſeine Brüder / waren ſie jm feind / vnd kundten jm kein freundlich wort zuſprechen.Act. 7.DA zu hatte Joſeph ein mal einen Traum / vnd ſaget ſeinen Brüdern dauon / Da wurden ſie jm noch feinder.Denn er ſprach zu jnen / Höret / lieber / was mir doch getreumet hat /Mich dauchte / wir bunden Garben auff dem Felde / vnd meine Garbe richtet ſich auff vnd ſtund / vnd ewre Garben vmbher neigeten ſich gegen meiner Garben.Da ſprachen ſeine Brüder zu jm / Solteſtu vnſer König werden / vnd vber vns herrſchen? Vnd wurden jm noch feinder vmb ſeines Traums vnd ſeiner Rede willen.VND er hatte noch einen andern Traum / den erzelet er ſeinen Brüdern / vnd ſprach / Sihe / Jch habe noch einen Traum gehabt / Mich dauchte / die Sonne vnd der Mond vnd eilff Sternen neigten ſich fur mir.Vnd da das ſeinem Vater vnd ſeinen Brüdern geſagt ward / ſtraffet jn ſein Vater / vnd ſprach zu jm / Was iſt das fur ein Traum / der dir getreumet hat? Sol ich vnd deine Mutter vnd deine Brüder komen / vnd dich anbeten?Vnd ſeine Brüder neideten jn / Aber ſein Vater behielt dieſe wort.DA nu ſeine Brüder hin giengen zu weiden das vieh jres Vaters in Sichem /ſprach Jſrael zu Joſeph / Hüten nicht deine Brüder des viehs in Sichem? Kom / ich wil dich zu jnen ſenden / Er aber ſprach / Hie bin ich.Vnd er ſprach / Gehe hin vnd ſihe / obs wol ſtehe vmb deine Brüder / vnd vmb das vieh / vnd ſage mir wider / wie ſichs helt / Vnd er ſandte jn aus dem tal Hebron / das er gen Sichem gienge.DA fand jn ein Man / das er jrre gieng auff dem Felde / der fraget jn / vnd ſprach / Wen ſucheſtu?Er antwortet / Jch ſuche meine Brüder / Lieber ſage mir an / wo ſie hüten.Der Man ſprach / Sie ſind von dannen gezogen / Denn ich hörte / das ſie ſagten / Laſſt vns gen Dothan gehen / Da folget Joſeph ſeinen Brüdern nach / vnd fand ſie zu Dothan.ALs ſie jn nu ſahen von ferne / ehe denn er nahe bey ſie kam / ſchlugen ſie an / das ſie jn tödten /vnd ſprachen vnternander / Sehet / der Treumer kompt daher /So kompt nu / vnd laſſet vns jn erwürgen / vnd in eine gruben werffen / Vnd ſagen / Ein böſes Thier habe jn gefreſſen / So wird man ſehen / was ſeine Treume ſind.DA das Ruben höret / wolt er jn aus jren henden erretten / vnd ſprach / Laſſet vns jn nicht tödten.Vnd weiter ſprach Ruben zu jnen / Vergieſſet nicht Blut / ſondern werffet jn in die Gruben / die in der wüſten iſt / vnd legt die hand nicht an jn / Er wolt jn aber aus jrer hand erretten / das er jn ſeinem Vater widerbrechte.Gen. 42.ALs nu Joſeph zu ſeinen Brüdern kam / zogen ſie jm ſeinen Rock mit dem Bundtenrock aus / den er an hatte /vnd namen jn / vnd worffen jn in eine Gruben / Aber die ſelbige grube war leer vnd kein waſſer drinnen /Vnd ſatzten ſich nider zu eſſen. Jn des huben ſie jre augen auff / vnd ſahen einen hauffen Jſmaeliter komen von Gilead / mit jren Kamelen / die trugen Würtz / Balſam / vnd Myrrhen / vnd zogen hin ab in Egypten.DA ſprach Juda zu ſeinen Brüdern / Was hilffts vns / das wir vnſern Bruder erwürgen vnd ſein Blut verbergen?Kompt / laſſet vns jn den Jſmaeliten verkeuffen / das ſich vnſer hende nicht an jm vergreiffen / denn er iſt vnſer Bruder / vnſer fleiſch vnd blut / Vnd ſie gehorchten jm.Vnd da die Midianiter die Kauffleute fur vber reiſeten / zogen ſie jn heraus aus der Gruben / vnd verkaufften jn den Jſmaeliten vmb zwenzig Silberling / die brachten jn in Egypten.Act. 7.ALS nu Ruben wider zur gruben kam / vnd fand Joſeph nicht dar innen / zureis er ſein Kleid /vnd kam wider zu ſeinen Brüdern / vnd ſprach / Der Knabe iſt nicht da / Wo ſol ich hin?Da namen ſie Joſephs rock / vnd ſchlachten ein Ziegenbock / vnd tunckten den Rock im blut /vnd ſchickten den Bundten rock hin / vnd lieſſen jn jrem Vater bringen / vnd ſagen / Dieſen haben wir funden / Sihe / Obs deines Sons rock ſey oder nicht?ER kennet jn aber / vnd ſprach / Es iſt meines Sons rock / Ein böſes Thier hat jn gefreſſen / Ein reiſſend Thier hat Joſeph zuriſſen.Vnd Jacob zureis ſeine Kleider / vnd leget einen Sack vmb ſeine Lenden / vnd trug leide vmb ſeinen Son lange zeit.Vnd alle ſeine Söne vnd Töchter traten auff / das ſie jn tröſten / Aber er wolt ſich nicht tröſten laſſen / Vnd ſprach / Jch werde mit leide hinunter faren in die gruben / zu meinem Son / Vnd ſein VaterDas war Jſaac. beweinet jn.ABer die Midianiter verkaufften jn in Egypten dem Potiphar / des Pharao kemerer vnd hofemeiſter.Pſal. 105.Capitel 38 ES begab ſich vmb die ſelbige zeit / das Juda hinab zoch von ſeinen Brüdern / vnd thet ſich zu einem Man / von Odollam / der hies Hira.Vnd Juda ſahe daſelbs eines Cananiters mans Tochter / der hies Suha / vnd nam ſie. Vnd da er ſie beſchlieff /ward ſie ſchwanger / vnd gebar einen Son den hies er Ger.Vnd ſie ward aber ſchwanger vnd gebar einen Son / den hies ſie Onan.Sie gebar abermal einen Son / den hies ſie Sela / vnd ſie war zu Cheſib / da ſie jn gebar.1. Par. 2.VND Juda gab ſeinem erſten Son / Ger / ein weib / die hies Thamar.aber er war böſe fur dem HERRN / darumb tödtet jn der HERR.Da ſprach Juda zu Onan / Lege dich zu deines Bruders weib / vnd nim ſie zur Ehe / das du deinem Bruder ſamen erweckeſt.Aber da Onan wuſte / das der Same nicht ſein eigen ſein ſolt / wenn er ſich zu ſeines Bruders weib leget / lies ers auff die erden fallen / vnd verderbts / auff das er ſeinem Bruder nicht ſamen gebe.Da gefiel dem HERRN vbel / das er thet / vnd tödtet jn auch.Num. 26.; Deu. 25.; Mat. 22.DA ſprach Juda zu ſeiner ſchnur Thamar / Bleibe eine Widwen in deines Vaters hauſe / bis mein ſon Sela gros wird / Denn er gedachte / Vieleicht möcht er auch ſterben / wie ſeine Brüder / Alſo gieng Thamar hin / vnd bleib in jres Vaters hauſe.DA nu viel tage verlauffen waren / ſtarb des Suha tochter Juda weib. Vnd nach dem Juda ausgetrauret hatte / gieng er hinauff ſeine ſchafe zu ſcheren gen Thimnath / mit ſeinem hirtenMag auch heiſſen (Freund) darnach die Puncta im Ebreiſchen ſich ſetzen laſſen / Denn Judas hat ja müſſen weide haben / vielleicht auch eines Freundes nicht geraten mügen. Puncta künnen ſo wol feilen als treffen / vt Jeſa. vij. et ſepe alias etc. Hira von Odollam.Da ward der Thamar angeſagt / Sihe / dein Schweher gehet hinauff gen Thimnath ſeine ſchafe zu ſcheren.Da leget ſie die Widwenkleider von ſich / die ſie trug / decket ſich mit einem Mantel vnd verhüllet ſich / vnd ſatzte ſich für die thür heraus an dem wege gen Thimnath / Denn ſie ſahe / das Sela war gros worden / vnd ſie war jm nicht zum Weibe gegeben.DA ſie nu Juda ſahe / meinet er / es were eine Hure / Denn ſie hatte jr angeſicht verdecket /vnd macht ſich zu jr am wege / vnd ſprach / Lieber / las mich bey dir ligen / denn er wuſte nicht / das ſeine Schnur were. Sie antwortet / Was wiltu mir geben / das du bey mir ligeſt?Er ſprach / Jch wil dir einen Ziegenbock von der herde ſenden. Sie antwortet / So gib mir ein Pfand / bis das du mirs ſendeſt.Er ſprach / Was wiltu fur ein Pfand / das ich dir gebe? Sie antwortet / Deinen Ring / vnd deine Schnur / vnd deinen Stab / den du in den henden haſt. Da gab ers jr / vnd lag bey jr / Vnd ſie ward von jm ſchwanger.Vnd ſie macht ſich auff vnd gieng hin / vnd legt den Mantel ab / vnd zoch jre Widwenkleider wider an.JVda aber ſandte den Ziegenbock durch ſeinen HirtenOder / Freunde welchs du wilt. von Odollam / das er das Pfand widerholet von dem Weibe / vnd er fand ſie nicht.Da fraget er die Leute desſelbigen orts / vnd ſprach / Wo iſt die Hure / die auſſen am wege ſas? Sie antworten / Es iſt keine Hure da geweſen.Vnd er kam wider zu Juda / vnd ſprach / Jch habe ſie nicht funden / Dazu ſagen die Leute desſelben orts / es ſey keine Hure da geweſen.Juda ſprach / Sie habs jr / Sie kan vns doch ja nicht ſchande nachſagen / Denn ich hab den Bock geſand / ſo haſtu ſie nicht funden.VBer drey monden ward Juda angeſagt / Deine ſchnur Thamar hat gehuret / Dazu ſihe / ſie iſt von Hurerey ſchwanger worden. Juda ſprach / Bringet ſie herfur / das ſie verbrand werde.Vnd da man ſie herfur bracht / ſchicket ſie zu jrem Schweher / vnd ſprach / Von dem Man bin ich ſchwanger / des dis iſt. Vnd ſprach / Kenneſtu auch / wes dieſer Ring / vnd dieſe Schnur / vnd dieſer Stab iſt?Juda erkands / vnd ſprach / Sie iſt gerechter denn ich / denn ich habe ſie nicht gegeben meinem ſon Sela / Doch beſchlieff er ſie nicht mehr.VND da ſie geberen ſolt / worden Zwilling in jrem Leibe erfunden.Vnd als ſie jtzt gebar / that ſich eine Hand heraus / Da nam die Wehmutter vnd band einen roten Faden darumb / vnd ſprach / Der wird der erſte heraus komen.Da aber der ſeine hand wider hinein zoch / kam ſein Bruder heraus / Vnd ſie ſprach / Warumb haſtu vmb deinen willen ſolchen Riſſ geriſſen? Vnd man hies jn PerezPerez ein Zureiſſer..Darnach kam ſein Bruder heraus / der den roten Faden vmb ſeine Hand hatte / Vnd man hies jn SerahHeiſſt Auffgang..1. Par. 2.; Matt. 1.Capitel 39 JOſeph ward hin ab in Egypten gefüret / vnd Potiphar ein Egyptiſcher man / des Pharao kamerer vnd hofemeiſter / kaufft jn von den Jſmaeliten / die jn hinab brachten.Vnd der HERR war mit Joſeph / das er ein glückſeliger Man ward / vnd war in ſeines Herrn des Egypters hauſe.Vnd ſein Herr ſahe / das der HERR mit jm war / denn alles was er thet / da gab der HERR glück zu durch jn.Alſo / das er gnade fand fur ſeinem Herrn / vnd ſein Diener ward / der ſetzt jn vber ſein Haus / vnd alles was er hatte / thet er vnter ſeine hende.Vnd von der zeit an / da er jn vber ſein Haus vnd alle ſeine Güter geſetzt hatte / ſegenete der HERR des Egypters haus / vmb Joſephs willen / vnd war eitel Segen des HERRN in allem / was er hatte zu Hauſe vnd zu Felde.Darumb lies ers alles vnter Joſephs henden / was er hatte / Vnd er nam ſich keins dings an / weil er jn hatte / denn das er aſſ vnd tranck. Vnd Joſeph war ſchön vnd hübſch von angeſicht.Pſal. 105.VND es begab ſich nach dieſem geſchicht / das ſeines Herrn weib jre augen auff Joſeph warff / vnd ſprach / Schlaffe bey mir.Er wegert ſichs aber / vnd ſprach zu jr / Sihe / Mein Herr nimpt ſich nichts an fur mir / was im Hauſe iſt / vnd alles was er hat / das hat er vnter meine hende gethan /Vnd hat nichts ſo gros in dem Hauſe / das er fur mir verholen habe / On dich / in dem du ſein Weib biſtSonſt muſt er auch die Frawen verſorgen / eben ſo wol als das gantze Hauſe / On das er nicht bey jr ſchlaffen ſolt. Wie ſolt ich denn nu ein ſolch gros vbel thun / vnd wider Gott ſündigen?Vnd ſie treibe ſolche wort gegen Joſeph teglich / Aber er gehorcht jr nicht / das er nahe bey jr ſchlieff / noch vmb ſie were.ES begab ſich der tage einen / das Joſeph in das Haus gieng / ſein Geſchefft zu thun / vnd war kein Menſch vom geſinde des hauſes dabey /Vnd ſie erwiſcht jn bey ſeinem Kleid / vnd ſprach / Schlaffe bey mir. Aber er lies das Kleid in jrer Hand / vnd flohe / vnd lieff zum hauſe heraus.Da ſie nu ſahe / das er ſein Kleid in jrer hand lies / vnd hin aus entflohe /rieff ſie dem Geſinde im hauſe / vnd ſprach zu jnen / Sehet / Er hat vns den ebreiſchen Man herein gebracht / das er vns zuſchanden mache. Er kam zu mir herein / vnd wolt bey mir ſchlaffen. Jch rieff aber mit lauter ſtim /Vnd da er höret / das ich ein geſchrey machte vnd rieff / da lies er ſein Kleid bey mir / vnd flohe / vnd lieff hinaus.VND ſie leget ſein Kleid neben ſich / bis ſein Herr heim kam /vnd ſaget zu jm eben die ſelben wort / vnd ſprach / Der Ebreiſche knecht / den du vns herein gebracht haſt / kam zu mir herein / vnd wolt mich zuſchanden machen.Da ich aber ein geſchrey machte / vnd rieff / da lies er ſein Kleid bey mir / vnd flohe hin aus.Als ſein Herr höret die rede ſeines Weibes / die ſie jm ſaget / vnd ſprach / Alſo hat mir dein Knecht gethan / ward er ſeer zornig.DA nam jn ſein Herr / vnd legt jn ins Gefengnis / da des Königs gefangene inne lagen / Vnd er lag alda im gefengnis.Aber der HERR war mit jm vnd neiget ſein Hulde zu jm / vnd lies jn gnade finden fur dem Amptman vber das Gefengnis /Das er jm vnter ſeine hand befalh alle Gefangenen im gefengnis / auff das alles was da geſchach / durch jn geſchehen muſte.Denn der Amptman vber das Gefengnis / nam ſich keines dings an / denn der HERR war mit Joſeph / Vnd was er thet / da gab der HERR glück zu.Pſal. 105.; Sap. 10.Capitel 40 VND es begab ſich darnach / das ſich der Schenck des Königes in Egypten vnd der Becker verſündigten an jrem Herrn / dem könige in Egypten.Vnd Pharao ward zornig vber ſeine beide Kemerer / vber den Amptman vber die Schencken / vnd vber den Amptman vber die Becker /vnd lies ſie ſetzen in des Hofemeiſters haus ins Gefengnis / da Joſeph gefangen lag.Vnd der Hofemeiſter ſetzet Joſeph vber ſie / das er jnen dienete / Vnd ſaſſen etliche tage im Gefengnis.VND es treumet jnen beiden / dem Schencken vnd Becker des königs zu Egypten / in einer nacht / einem jglichen ein eigen Traum / vnd eines jglichen Traum hatte ſeine bedeutung.Da nu des morgens Joſeph zu jnen hinein kam / vnd ſahe / das ſie traurig waren /Fraget er ſie / vnd ſprach / Warumb ſeid jr heute ſo traurig?Sie antworten / Es hat vns getreumet / vnd haben niemand / der es vns auslege. Joſeph ſprach / Auslegen gehöret Gott zu / doch erzelet mirs.DA erzelet der öberſt Schenck ſeinen traum Joſeph / vnd ſprach zu jm / Mir hat getreumet / Das ein Weinſtock fur mir were /der hatte drey Reben / vnd er grünete / wuchs vnd blüete / vnd ſeine Drauben worden reiff /Vnd ich hatte den becher Pharao in meiner hand / vnd nam die Beer vnd zudruckt ſie in den Becher / vnd gab den becher Pharao in die hand.JOſeph ſprach zu jm / Das iſt ſeine deutung. Drey Reben / ſind drey tage /Vber drey tage wird Pharao dein Heubt erheben / vnd dich wider an dein Ampt ſtellen / das du jm den Becher in die hand gebeſt / nach der vorigen weiſe / da du ſein Schenck wareſt.Aber gedenck meiner / wenn dirs wol gehet / vnd thu Barmhertzigkeit an mir / das du Pharao erinnerſt / das er mich aus dieſem hauſe füre /Denn ich bin aus dem Lande der Ebreer heimlich geſtolen / Dazu hab ich auch allhie nichts gethan / das ſie mich eingeſetzt haben.DA der öberſt Becker ſahe / das die deutung gut war / ſprach er zu Joſeph / Mir hat auch getreumet / Jch trüge drey weiſſe Körbe auff meinem Heubt /vnd im öberſten korbe allerley gebacken Speiſe dem Pharao / Vnd die Vogel aſſen aus dem korbe auff meinem Heubt.Joſeph antwortet / vnd ſprach / Das iſt ſeine deutung. Drey Körbe / ſind drey tage /Vnd nach dreien tagen wird dir Pharao dein Heubt erheben / vnd dich an Galgen hengen / vnd die Vogel werden dein Fleiſch von dir eſſen.VND es geſchach des dritten tages / da begieng Pharao ſeinen Jartag / vnd er macht eine Malzeit allen ſeinen Knechten. Vnd erhub das Heubt des öberſten Schencken / vnd das Heubt des öberſten Beckers vnter ſeinen Knechten /Vnd ſetzet den öberſten Schencken wider zu ſeinem Schenckampt / das er den Becher reichet in Pharao hand /Aber den öberſten Becker lies er hencken / wie jnen Joſeph gedeutet hatte.Aber der öberſte Schenck gedacht nicht an Joſeph / ſondern vergas ſein.Capitel 41 VND nach zweien jaren hatte Pharao einen Trawm / Wie er ſtünde am waſſer /vnd ſehe aus dem waſſer ſteigen ſieben ſchöne fette Küe / vnd giengen an der weide im graſe.Nach dieſen / ſahe er ander ſieben küe aus dem waſſer auffſteigen / die waren heſlich vnd mager / vnd traten neben die Küe an das vfer am waſſer /Vnd die heſlichen vnd magere fraſſen die ſieben ſchönen fette Küe / Da erwacht Pharao.VND er ſchlieff wider ein / vnd jm treumet abermal / vnd ſahe / Das ſieben Ehern wuchſen aus einem Halm vol vnd dicke.Darnach ſahe er ſieben dünne vnd verſengete Ehern auffgehen /Vnd die ſieben mager Ehern verſchlungen die ſieben dicke vnd volle Ehern. Da erwachet Pharao / vnd merckt / das ein Traum war.Vnd da es morgen ward / war ſein Geiſt bekümmert / vnd ſchicket aus / vnd lies ruffen alle Warſager in Egypten vnd alle Weiſen / vnd erzelet jnen ſeine Treume / Aber da war keiner / der ſie dem Pharao deuten kundte.DA redet der öberſte Schencke zu Pharao / vnd ſprach / Jch gedencke heute an meine ſünde /Da Pharao zornig ward vber ſeine Knechte / vnd mich mit dem öberſten Becker ins Gefengnis legt / ins Hofemeiſters hauſe /Da treumet vns beiden in einer nacht einem jglichen ſein Traum / des deutung jn betraff.Da war bey vns ein ebreiſcher Jüngling / des Hofemeiſters knecht / dem erzeleten wirs / Vnd er deutet vns vnſere Treume / einem jglichen nach ſeinem Traum.Vnd wie er vns deutet / ſo iſts ergangen / Denn ich bin wider an mein Ampt geſetzt / vnd jener iſt gehenckt.DA ſandte Pharao hin / vnd lies Joſeph ruffen / Vnd lieſſen jn eilend aus dem Loch / Vnd er lies ſich beſcheren / vnd zoch andere Kleider an / vnd kam hin ein zu Pharao.Da ſprach Pharao zu jm / Mir hat ein Traum getreumet / vnd iſt niemand / der jn deuten kan / Jch hab aber gehöret von dir ſagen / wenn du einen Traum höreſt / ſo kanſtu jn deuten.Joſeph antwortet Pharao / vnd ſprach / Das ſtehet bey mir nichtWil ſagen / Jch bins nicht / der die Treume gedeutet hat / oder könne / Gott iſts / der es durch mich gethan hat / kan dirs auch thun. Dat gloriam Deo / nec tamen negat miniſterium ſuum. / Gott wird doch Pharao gutes weisſagen.Pſal. 105.PHArao ſaget an zu Joſeph / Mir treumete / Jch ſtunde am vfer bey dem Waſſer /vnd ſahe aus dem waſſer ſteigen ſieben ſchöne fette Küe / vnd giengen an der weide im graſe.Vnd nach jnen / ſahe ich andere ſieben dürre / ſeer heſliche vnd magere Kühe her aus ſteigen / Jch hab in gantz Egyptenland nicht ſo heſliche geſehen.Vnd die ſieben magere vnd heſliche Küe / fraſſen auff die ſieben erſten fette Küe.Vnd da ſie die hinein gefreſſen hatten / mercket mans nicht an jnen / das ſie die gefreſſen hatten / vnd waren heſlich gleich wie vorhin / Da wachet ich auff.VND ſahe aber mal in meinem Traum / ſieben Ehern auff einem Halm wachſen / vol vnd dicke.Darnach giengen auff ſieben dürre Ehern / dünne vnd verſenget /Vnd die ſieben dünne Ehern verſchlungen die ſieben dicke Ehren / Vnd ich habs den Warſagern geſagt / Aber die könnens mir nicht deuten.JOſeph antwortet Pharao / Beide treume Pharao ſind einerley / Denn Gott verkündiget Pharao / was er fur hat.Die ſieben ſchöne Küe / ſind ſieben jar / Vnd die ſieben gute Ehern / ſind auch die ſieben jar / Es iſt einerley Traum.Die ſieben magere vnd heſliche Küe / die nach jenen auffgeſtigen ſind / das ſind ſieben jar / Vnd die ſieben magere vnd verſengete Ehren / ſind ſieben jar Thewre zeit.Das iſt nu / das ich geſagt habe zu Pharao / Das Gott Pharao zeiget / was er fur hat.SJhe / ſieben reiche jar werden komen in gantz Egyptenlande.Vnd nach den ſelben werden ſieben jar Thewrezeit komen / das man vergeſſen wird aller ſolcher fülle in Egyptenlande / Vnd die Thewrezeit wird das Land verzehren /das man nichts wiſſen wird von der fülle im Lande / fur der Thewrenzeit / die her nach kompt / denn ſie wird faſt ſchweer ſein.Das aber dem Pharao zum andern mal getreumet hat / bedeut / Das ſolchs Gott gewiſlich vnd eilend thun wird.NV ſehe Pharao nach einem verſtendigen vnd weiſen Man / den er vber Egyptenland ſetze /vnd ſchaffe / das er Amptleute verordne im Lande / vnd neme den Fünfften in Egyptenlande / in den ſieben reichen jaren /vnd ſamle alle Speiſe der guten Jare / die komen werden / Das ſie Getreide auffſchütten in Pharao kornheuſer zum Vorrat in den Stedten / vnd verwarens /Auff das man Speiſe verordnet finde dem Lande in den ſieben thewren Jaren / die vber Egyptenland komen werden / das nicht das Land fur Hunger verderbe.DJE rede gefiel pharao vnd allen ſeinen Knechten wol.Vnd Pharao ſprach zu ſeinen knechten / Wie kündten wir einen ſolchen Man finden / in dem der geiſt Gottes ſey?Vnd ſprach zu Joſeph / Weil dir Gott ſolches alles hat kund gethan / iſt keiner ſo verſtendig vnd weiſe als du.Du ſolt vber mein Haus ſein / vnd deinem wort ſol alle mein Volck gehorſam ſein / Alleine des königlichen Stuels wil ich höher ſein denn du.VND weiter ſprach Pharao zu Joſeph / Sihe / Jch habe dich vber gantz Egyptenland geſetzt.Vnd that ſeinen Ring von ſeiner Hand / vnd gab jn Joſeph an ſeine Hand / vnd kleidet jn mit weiſſer Seiden / vnd hieng jm ein gülden Keten an ſeinen Hals.Vnd lies jn auff ſeinem andern Wagen fahren / vnd lies vor jm her auſruffen / Der iſt des LandeſuaterWas Abrech heiſſe / laſſen wir die Zencker ſuchen bis an den Jüngſtentage / wollens die weil verſtehen / wie es gedeudſcht iſt. . Vnd ſetzt jn vber gantz Egyptenland.Vnd Pharao ſprach zu Joſeph / Jch bin Pharao / on dein willen ſol niemand ſeine Hand oder ſeinen Fus regen in gantz Egyptenland.Vnd nennet jn / den heimlichen Rat / Vnd gab jm ein weib Aſnath die tochter Potiphera des Prieſters zu On. Alſo zog Joſeph aus / das land Egypten zu beſehen /Vnd er war dreiſſig jar alt / da er fur Pharao ſtund / dem könige in Egypten / Vnd fuhr aus von Pharao / vnd zoch durch gantz Egyptenland.Vnd das Land thet alſo die ſieben reichen Jar /vnd ſamleten alle Speiſe der ſieben jar / ſo im lande Egypten waren / vnd theten ſie in die Stedte. Was fur Speiſe auff dem felde einer jglichen Stad vmbher wuchs / das theten ſie hinein /Alſo ſchüttet Joſeph das Getreide auff / vber die mas viel / wie ſand am meer / alſo / das er auffhöret zu zelen / denn man kunds nicht zelen.VND Joſeph wurden zween Söne geboren / ehe denn die Thewrezeit kam / welche gebar jm Aſnath / Potiphera des Prieſters zu On tochter.Vnd hies den erſten ManaſſeHeiſſt vergeſſen. / Denn Gott (ſprach er) hat mich laſſen vergeſſen alles meines vnglücks / vnd alle meines Vaters hauſes.Den andern hies er / EphraimHeiſſt gewachſen. / Denn Gott (ſprach er) hat mich laſſen wachſen in dem lande meines elends.DA nu die ſieben reiche Jar vmb waren im lande Egypten /Da fiengen an die ſieben thewre Jar zu komen / da Joſeph von geſagt hatte. Vnd es ward eine Thewrung in allen Landen / Aber in gantz Egyptenland war Brot.Da nu das gantze Egyptenland auch hunger leid / ſchrey das volck zu Pharao vmb brot. Aber Pharao ſprach zu allen Egyptern / Gehet hin zu Joſeph / Was euch der ſaget / das thut.Als nu im gantzen lande Thewrung war / thet Joſeph allenthalben Kornheuſer auff / vnd verkauffte den Egyptern / Denn die Thewrung ward je lenger je gröſſer im Lande.Vnd alle Land kamen in Egypten zu keuffen bey Joſeph / Denn die Thewrung war gros in allen Landen.Capitel 42 DA aber Jacob ſahe / das Getreide in Egypten veil war / ſprach er zu ſeinen Sönen / Was ſehet jr euch lang vmb?Sihe / Jch höre / es ſey in Egypten getreide veil / Zihet hinab / vnd keufft vns getreid / das wir leben vnd nicht ſterben.Alſo zogen hinab zehen Brüder Joſeph / das ſie in Egypten getreide keufften.Aber BenJamin Joſephs bruder lies Jacob nicht mit ſeinen Brüdern ziehen / Denn er ſprach / Es möchte jm ein vnfal begegnen.Alſo kamen die kinder Jſrael getreide zu keuffen / ſampt andern / die mit jnen zogen / Denn es war im lande Canaan auch thewr.Aber joſeph war der regent im lande / vnd verkeufft getreide allem Volck im Lande. Da nu ſeine Brüder zu jm kamen / fielen ſie fur jm nider zur Erden auff jr andlitz.Vnd er ſahe ſie an / vnd kandte ſie / vnd ſtellet ſich frembd gegen ſie / vnd redet hart mit jnen / vnd ſprach zu jnen / Woher kompt jr? Sie ſprachen / Aus dem lande Canaan / ſpeiſe zu keuffen.Aber wiewol er ſie kennet / kandten ſie jn doch nicht.VND Joſeph gedacht an die Treume / die jm von jnen getreumet hatten / vnd ſprach zu jnen / Jr ſeid Kundſchaffer / vnd ſeid komen zu ſehen / wo das Land offen iſt.Sie antworten jm / Nein / mein Herr / Deine knechte ſind komen Speiſe zu keuffen.Wir ſind alle eins Mans ſöne / wir ſind redlich / vnd deine knechte ſind nie Kundſchaffer geweſen.Er ſprach zu jnen / Nein / Sondern jr ſeid komen zu beſehen / wo das Land offen iſt.Sie antworten jm / Wir deine knechte ſind zwelff Brüder eins mans Söne im lande Canaan / vnd der Jüngſte iſt noch bey vnſerm Vater / Aber der eine iſt nicht mehr furhanden.Gen. 37.JOſeph ſprach zu jnen / Das iſts / das ich euch geſagt habe / Kundſchaffer ſeid jr.Daran wil ich euch prüfen / bey dem leben Pharaonis / Jr ſolt nicht von dannen komen / es kome denn her ewer jüngſter Bruder.Sendet einen vnter euch hin / der ewrn Bruder hole / Jr aber ſolt gefangen ſein. Alſo wil ich prüfen ewer rede / ob jr mit warheit vmbgehet oder nicht / Denn wo nicht / ſo ſeid jr / bey dem leben Pharaonis / Kundſchaffer.Vnd lies ſie bey ſamen verwaren drey tage lang.AM dritten tage aber ſprach er zu jnen / Wolt jr leben / ſo thut alſo / denn ich fürchte Gott.Seid jr redlich / ſo laſſt ewer Brüder einen gebunden liegen in ewrem Gefengnis / Jr aber ziehet hin / vnd bringet heim was jr gekaufft habt fur den Hunger /Vnd bringet ewren jüngſten Bruder zu mir / So wil ich ewren worten gleuben / das jr nicht ſterben müſſet / Vnd ſie theten alſo.SJE aber ſprachen vnternander / Das haben wir an vnſerm Bruder verſchuldet / das wir ſahen die angſt ſeiner Seelen / da er vns flehet / vnd wir wolten jn nicht erhören / Darumb kompt nu dieſe trübſal vber vns.Ruben antwortet jnen / vnd ſprach / Sagt ich euchs nicht / da ich ſprach / Verſündiget euch nicht an dem Knaben / vnd jr woltet nicht hören? Nu wird ſein Blut gefoddert.Sie wuſten aber nicht das Joſeph verſtund / Denn er redet mit jnen durch einen Dolmetſcher /Vnd er wand ſich von jnen / vnd weinet. Da er nu ſich wider zu jnen wand / vnd mit jnen redet / Nam er aus jnen Simeon / vnd band jn fur jren augen.VND Joſeph thet befelh / das man jre Secke mit getreide füllet / vnd jr Geld widergebe / einem jglichen in ſeinen ſack / Dazu auch Zerung auff den weg / Vnd man thet jnen alſo.Vnd ſie luden jre Wahr auff jre Eſel / vnd zogen von dannen.Da aber einer ſeinen Sack auffthet / das er ſeinem Eſel futter gebe in der Herberge / ward er gewar ſeines Gelds / das oben im ſack lag /vnd ſprach zu ſeinen Brüdern / Mein geld iſt mir wider worden / ſihe / in meinem ſack iſt es. Da entfiel jnen jr hertz / vnd erſchrocken vnternander / vnd ſprachen / Warumb hat vns Gott das gethan?Gen. 37.DA ſie nu heim kamen zu jrem vater jacob ins land Canaan / ſagten ſie jm alles / was jnen begegnet war / vnd ſprachen /Der Man / der im lande Herr iſt / redet hart mit vns / vnd hielt vns fur Kundſchaffer des Lands.Vnd da wir jm antworten / Wir ſind redlich / vnd nie Kundſchaffer geweſen /ſondern zwelff Brüder vnſers Vaters ſöne / Einer iſt nicht mehr fur handen / vnd der Jüngſt iſt noch bey vnſerm Vater im lande Canaan /Sprach der Herr im Lande zu vns / Daran wil ich mercken ob jr redlich ſeid / Einen ewer Brüder laſſet bey mir / vnd nemet die Notdurfft fur ewer Haus / vnd ziehet hin /vnd bringet ewern jüngſten Bruder zu mir / So mercke ich / das jr nicht Kundſchaffer / ſondern redlich ſeid / So wil ich euch auch ewren Bruder geben / vnd mügt im Lande werben.VND da ſie die Secke ausſchutten / fand ein jglicher ſein Bündlin gelds in ſeinem ſack. Vnd da ſie ſahen / das es Bündlin jres gelds waren / ſampt jrem Vater erſchracken ſie.DA ſprach Jacob jr Vater zu jnen / Jr beraubt mich meiner Kinder. Joſeph iſt nicht mehr fur handen / Simeon iſt nicht mehr fur handen / BenJamin wolt jr hin nemen / Es gehet alles vber mich.Ruben antwortet ſeinem Vater / vnd ſprach / Wenn ich dir jn nicht wider bringe / ſo erwürge meine zween Söne / Gib jn nur in meine Hand / ich wil jn dir wider bringen. Er ſprach /Mein Son ſol nicht mit euch hinabziehen / denn ſein Bruder iſt tod / vnd er iſt allein vberblieben / Wenn jm ein vnfal auff dem wege begegnete / da jr auff reiſet / würdet jr meine grawe Har mit hertzeleide in die Gruben bringen.Capitel 43 DJE Thewrung aber drückte das Land.Vnd da es verzeret war / was ſie fur Getreide aus Egypten gebracht hatten / ſprach jr Vater zu jnen / Ziehet wider hin / vnd keufft vns ein wenig ſpeiſe.Da antwortet jm Juda / vnd ſprach / Der Man band vns das hart ein / vnd ſprach / Jr ſolt mein angeſicht nicht ſehen / es ſey denn ewr Bruder mit euch.Jſts nu / das du vnſern Bruder mit vns ſendeſt / So wöllen wir hinab ziehen / vnd dir zu eſſen keuffen.Jſts aber / das du jn nicht ſendeſt / So ziehen wir nicht hinab / Denn der Man hat geſagt zu vns / Jr ſolt mein angeſicht nicht ſehen / ewer Bruder ſey denn mit euch.JSrael ſprach / Warumb habt jr ſo vbel an mir gethan / das jr dem Man anſaget / wie jr noch einen Bruder habt?Sie antworten / Der Man forſchet ſo genaw nach vns vnd vnſer Freundſchafft / vnd ſprach / Lebt ewr Vater noch? Habt jr auch noch einen Bruder? Da ſagten wir jm / wie er vns fraget. Wie kundten wir ſo eben wiſſen / das er ſagen würde / Bringet ewren Bruder mit hernider?DA ſprach Juda zu Jſrael ſeinem Vater / Las den Knaben mit mir ziehen / das wir vns auffmachen vnd reiſen / vnd leben / vnd nicht ſterben / beide wir vnd du vnd vnſer Kindlin /Jch wil Bürge für jn ſein / von meinen henden ſoltu jn foddern. Wenn ich dir jn nicht wider bringe vnd fur deine augen ſtelle / So wil ich mein leben lang die ſchuld tragen /Denn wo wir nicht hetten verzogen / weren wir ſchon wol zwey mal wider komen.DA ſprach Jſrael jr Vater zu jnen / Mus es denn ja alſo ſein / ſo thuts. Vnd nemet von des Landes beſten Früchten in ewer ſecke / vnd bringet dem Manne geſchencke hinab / ein wenig Balſam / vnd Honig / vnd Würtz / vnd Myrrhen / vnd Datteln / vnd MandelnDieſe namen der Früchte ſind noch bis her vngewis / auch bey den Jüden ſelbs. .Nemet auch andere Geld mit euch / Vnd das geld / das euch oben in ewern ſecken wider worden iſt / bringet auch wider mit euch / Vieleicht iſt ein jrthum da geſchehen.Da zu nemet ewren Bruder / macht euch auff / vnd komet wider zu dem Manne.Aber der allmechtige Gott / gebe euch barmhertzigkeit fur dem Manne / das er euch laſſe ewern andern Bruder vnd BenJamin / Jch aber mus ſein / wie einer / der ſeiner Kinder gar beraubt iſt.DA namen ſie dieſe geſchenke / vnd das geld zwifeltig mit ſich / vnd BenJamin / machten ſich auff / zogen in Egypten / vnd traten fur Joſeph.Da ſahe ſie Joſeph mit BenJamin / vnd ſprach zu ſeinem Haushalter / Füre dieſe Menner zu hauſe / vnd ſchlachte vnd richte zu / Denn ſie ſollen zu mittag mit mir eſſen.Vnd der Man thet / wie jm Joſeph geſaget hatte / Vnd füret die Menner in Joſephs haus.SJe furchten ſich aber / das ſie in Joſephs haus gefurt wurden / vnd ſprachen / Wir ſind her ein gefurt vmb des Gelds willen / das wir in vnſern ſecken vor hin wider funden haben / das ers auff vns bringe / vnd felle ein Vrteil vber vns / da mit er vns neme zu eigen Knechten / ſampt vnſern eſeln.Darumb tratten ſie zu Joſephs haushalter / vnd redten mit jm fur der Hausthür /vnd ſprachen / Mein Herr / Wir ſind vorhin herab gezogen ſpeiſe zukeuffen /Vnd da wir in die Herberge kamen / vnd vnſere Secke aufftheten / ſihe / da war eines jglichen Geld oben in ſeinem ſack mit volligem gewicht / Darumb haben wirs wider mit vns bracht.Haben auch ander Geld mir vns herab bracht / ſpeiſe zu keuffen / Wir wiſſen aber nicht, wer vns vnſer Geld in vnſer ſecke geſteckt hat.Gen. 42.ER aber ſprach / Gehabt euch wol / fürcht euch nicht / ewer Gott vnd ewers vaters Gott hat euch einen Schatz gegeben in ewer ſecke / Ewer geld iſt mir worden. Vnd er füret Simeon zu jnen heraus /vnd füret ſie in Joſephs haus / gab jnen waſſer / das ſie jre Füſſe wuſſchen / vnd gab jren eſeln futter.Sie aber bereiten das Geſchencke zu / bis das Joſeph kam auff den mittag / Denn ſie hatten gehöret / das ſie daſelbs das Brot eſſen ſolten.DA nu Joſeph zum Hauſe eingieng / brachten ſie jm zu hauſe das Geſchencke in jren henden / vnd fielen fur jm nider zur Erden.Er aber grüſſet ſie freundlich / vnd ſprach / Gehet es ewrem Vater dem alten wol / von dem jr mir ſagetet? Lebet er noch?Sie antworten / Es gehet deinem Knechte vnſerm Vater wol / vnd lebet noch / vnd neigeten ſich / vnd fielen fur jm nider.VND er hub ſeine augen auff / vnd ſahe ſeinen bruder BenJamin ſeiner mutter Son / vnd ſprach / Jſt das ewer jüngſter Bruder / da jr mir von ſagetet? Vnd ſprach weiter / Gott ſey dir gnedig mein Son.Vnd Joſeph eilete / denn ſein hertz entbrand jm gegen ſeinem Bruder / vnd ſucht / wo er weinete / vnd gieng in ſeine Kammer / vnd weinete daſelbs.Vnd da er ſein angeſicht gewaſſchen hatte / gieng er heraus / vnd hielt ſich feſt / vnd ſprach / Legt brot auff.VND man trug jm beſonders auff / vnd jenen auch beſonders / vnd den Egyptern die mit jm aſſen / auch beſonders / Denn die Egypter thüren nicht brot eſſen mit den Ebreern / Denn es iſt ein grewel fur jnen.Vnd man ſatzt ſie gegen jm / den Erſtgebornen nach ſeiner Erſtengeburt / vnd den Jüngſten nach ſeiner jugent / Des verwunderten ſie ſich vnternander.Vnd man trug jnen eſſen fur / von ſeinem tiſch / Aber dem BenJamin ward fünff mal mehr denn den andern / Vnd ſie truncken / vnd wurden truncken mit jm.Capitel 44 VND Joſeph befalh ſeinem Haushalter / vnd ſprach / Fülle den Mennern jre ſecke mit ſpeiſe / ſo viel ſie füren mügen / vnd lege jglichem ſein Geld oben in ſeinen ſack.Vnd meinen ſilbern Becher lege oben in des Jüngſten ſack / mit dem gelde fur das getreide / Der thet / wie jm Joſeph hatte geſagt.DES morgens / da es liecht ward / lieſſen ſie die Menner ziehen mit jren eſeln.Da ſie aber zur Stad hin aus waren / vnd nicht ferne komen / ſprach Joſeph zu ſeinem Haushalter / Auff / vnd jage den Mennern nach / Vnd wenn du ſie ergreiffeſt / ſo ſprich zu jnen / Warumb habt jr gutes mit böſem vergolten?Jſts nicht das / da mein Herr aus trincket / vnd da mit er weisſaget? Jr habt vbel gethan.Vnd als er ſie ergreiff / redet er mit jnen ſolche wort.SJE antworten jm / Warumb redet mein Herr ſolche wort? Es ſey ferne von deinen Knechten ein ſolchs zu thun.Sihe / Das geld / das wir funden oben in vnſern ſecken / haben wir widerbracht zu dir aus dem lande Canaan / Vnd wie ſolten wir denn aus deines Herrn hauſe geſtolen haben ſilber oder gold?Bey welchem er funden wird vnter deinen Knechten / der ſey des tods / Dazu wöllen auch wir meines Herrn Knechte ſein.Er ſprach / Ja / es ſey / wie jr geredt habt / Bey welchem er funden wird / der ſey mein Knecht / Jr aber ſolt ledig ſein.VND ſie eileten / vnd legt ein jglicher ſeinen Sack abe / auff die erden / vnd ein jglicher thet ſeinen ſack auff.Vnd er ſuchte / vnd hub am Gröſſesten an bis auff den Jüngſten / da fand ſich der Becher in BenJamins ſack.Da zu riſſen ſie jre Kleider / vnd lud ein jglicher auff ſeinen Eſel / vnd zogen wider in die Stad.VND Juda gieng mit ſeinen Brüdern in Joſephs haus / denn er war noch daſelbs / Vnd ſie fielen fur jm nider auff die erden.Joſeph aber ſprach zu jnen / Wie habt jr das thun dürffen? Wiſſet jr nicht das ein ſolcher Man / wie ich bin / erraten künde?Juda ſprach / Was ſollen wir ſagen meinem Herrn / oder wie ſollen wir reden? Vnd was können wir vns rechtfertigen? Gott hat die miſſethat deiner Knechte funden. Sihe da / Wir vnd der / bey dem der Becher funden iſt / ſind meines Herrn knechte.Er aber ſprach / Das ſey ferne von mir ſolchs zu thun / Der Man bey dem der Becher funden iſt / ſol mein Knecht ſein / Jr aber ziehet hinauff mit frieden zu ewrem Vater.DA trat Juda zu jm / vnd ſprach / Mein Herr / las deinen Knecht ein wort reden fur deinen ohren / mein Herr / vnd dein zorn ergrimme nicht vber deinen knecht / denn du biſt wie Pharao.Mein Herr fraget ſeine Knechte / vnd ſprach / Habt jr auch einen Vater oder Bruder?Da antworten wir / Wir haben einen Vater der iſt alt / vnd einen jungen Knaben in ſeinem alter geborn / vnd ſein Bruder iſt tod / vnd er iſt allein vberblieben von ſeiner Mutter / vnd ſein Vater hat jn lieb.Da ſprachſtu zu deinen Knechten / Bringet jn herab zu mir / ich wil jm gnade erzeigen.Wir aber antworten meinem Herrn / Der Knab kan nicht von ſeinem Vater komen / Wo er von jm keme / würde er ſterben.Da ſprachſtu zu deinen Knechten / Wo ewr jüngſter Bruder nicht mit euchher kompt / ſolt jr mein angeſicht nicht mehr ſehen.Da zogen wir hinauff zu deinem Knecht / meinem Vater / vnd ſagten jm an meins Herrn rede.Da ſprach vnſer Vater / Ziehet wider hin / vnd keufft vns ein wenig ſpeiſe.Wir aber ſprachen / Wir können nicht hinab ziehen / Es ſey denn vnſer jüngſter Bruder mit vns / ſo wöllen wir hinab ziehen / Denn wir können des Mans angeſicht nicht ſehen / wo vnſer jüngſter Bruder nicht mit vns iſt.Da ſprach dein Knecht / mein Vater / zu vns / Jr wiſſet / das mir mein Weib zween geboren hat /Einer gieng hin aus von mir / vnd man ſaget / Er iſt zuriſſen / vnd hab jn nicht geſehen bis her.Werdet jr dieſen auch von mir nemen / vnd jm ein Vnfal widerferet / So werdet jr meine grawe Har / mit jamer hinunter in die Gruben bringen.Gen. 37.NV ſo ich heim keme zu deinem Knecht / meinem Vater / vnd der Knabe were nicht mit vns / weil ſeine Seele an dieſes ſeele hanget /So wirds geſchehen / wenn er ſihet / das er Knabe nicht da iſt / das er ſtirbt / So würden wir deine Knechte / die grawen har deines Knechts / vnſers Vaters / mit hertzenleide in die Gruben bringen.Denn ich / dein Knecht / bin Bürge worden fur den Knaben gegen meinem Vater / vnd ſprach / Bringe ich jn dir nicht wider / So wil ich mein lebenlang die ſchuld tragen.Darumb las deinen Knecht hie bleiben / an des Knaben ſtat / zum Knecht meines Herrn / vnd den Knaben mit ſeinen Brüdern hin auff ziehen.Denn wie ſol ich hin auff ziehen zu meinem Vater / wenn der Knabe nicht mit mir iſt? Jch würde den jamer ſehen müſſen / der meinem Vater begegnen würde.Gene. 43.Capitel 45 DA kund ſich Joſeph nicht lenger enthalten / fur allen die vmb jn her ſtunden / vnd er rieff / Laſſt jederman von mir hin aus gehen / Vnd ſtund kein Menſch bey jm / da ſich Joſeph mit ſeinen Brüdern bekennete.Vnd er weinet laut / das es die Egypter vnd das geſinde Pharao höreten /Vnd ſprach zu ſeinen Brüdern / Jch bin Joſeph / Lebet mein Vater noch? Vnd ſeine Brüder kundten jm nicht antworten / ſo erſchracken ſie fur ſeinem angeſicht.Act. 7.ER ſprach aber zu ſeinen Brüdern / Trett doch her zu mir / Vnd ſie traten erzu / vnd er ſprach / Jch bin Joſeph ewr Bruder / den jr in Egypten verkaufft habt.Vnd nu bekümmert euch nicht / vnd denckt nicht / das ich darümb zürne / das jr mich hie her verkaufft habt / Denn vmb ewrs Lebens willen / hat mich Gott für euch her geſand.Denn dis ſind zwey jar / das thewr im Lande iſt / vnd ſind noch fünff jar / das kein pflügen noch kein Erndten ſein wird.Aber Gott hat mich fur euch her geſand / das er euch vberig behalte auff Erden / vnd ewr Leben errette durch eine groſſe Errettunge.Vnd nu / jr habt mich nicht her geſand / ſondern Gott / der hat mich Pharao zum Vater geſetzt / vnd zum Herrn vber alle ſein Haus / vnd einen Fürſten in gantz Egyptenland.EJlet nu vnd ziehet hinauff zu meinem Vater / vnd ſagt jm / Das leſſt dir Joſeph dein Son ſagen / Gott hat mich zum Herrn in gantz Egypten geſetzt / Kom herab zu mir / ſeume dich nicht /Du ſolt im lande Goſen wonen / vnd nahe bey mir ſein / du vnd deine Kinder / vnd deine Kindskinder / dein klein vnd gros Vieh / vnd alles was du haſt /Jch wil dich daſelbs verſorgen. Denn es ſind noch fünff jar der Thewrung / Auff das du nicht verderbeſt mit deinem Hauſe / vnd allem das du haſt.Sihe / Ewer augen ſehen / vnd die augen meines Bruders BenJamin / das ich mündlich mit euch rede.Verkündiget meinem Vater alle meine herrligkeit in Egypten / vnd alles was jr geſehen habt / Eilet vnd kompt hernider mit meinem Vater hie her.VND er fiel ſeinem bruder BenJamin vmb den Hals / vnd weinet / Vnd BenJamin weinet auch an ſeinem halſe.Vnd küſſet alle ſeine Brüder / vnd weinet vber ſie. Darnach redten ſeine Brüder mit jm.VND da das geſchrey kam in Pharao haus / das Joſephs brüder komen weren / gefiel es Pharao wol / vnd allen ſeinen Knechten.Vnd Pharao ſprach zu Joſeph / Sage deinen brüdern / Thut jm alſo / beladet ewr thiere / ziehet hinLaſſt euch ewren Hausrat nicht hindern / Was jr nicht verkeuffen künd / in ſolcher thewerzeit / das laſſt hinder euch. /Vnd wenn jr komet ins land Canaan / ſo nemet ewrn Vater / vnd ewr Geſinde / vnd kompt zu mir / Jch wil euch Güter geben in Egyptenland / das jr eſſen ſolt das marck im Lande.Vndgebeut jnen / Thut jm alſo / Nemet zu euch aus Egyptenland / wagen zu ewrn Kindern vnd Weibern / vnd füret ewrn Vater / vnd kompt.Vnd ſehet ewrn Hausrat nicht an / Denn die güter des gantzen landes Egypten ſollen ewr ſein.DJE kinder Jſrael theten alſo. Vnd Joſeph gab jnen Wagen / nach dem befelh Pharao / vnd Zerung auff den weg /Vnd gab jnen allen / einem jglichen ein Feierkleid / Aber BenJamin gab er drey hundert Silberling vnd fünff Feierkleider.Vnd ſeinem Vater ſandte er da bey zehen Eſel mit Gut aus Egypten beladen / vnd zehen Eſelin mit Getreide / vnd brot vnd ſpeiſe ſeinem Vater auff den weg.Alſo lies er ſeine Brüder / vnd ſie zogen hin / Vnd ſprach zu jnen / Zancket nicht auff dem wege.Alſo zogen ſie hin auff von egypten / vnd kamen ins Land Canaan zu jrem vater Jacob /vnd verkündigeten jm / vnd ſprachen / Joſeph lebet noch / vnd iſt ein Herr im gantzen Egyptenlande. Aber ſein hertzHeiſſt eigentlich / anders thun / anders werden / Threno. 2. vnd 3. Jch kan nicht anders / Fleio et non deſpugath tibi / neque quieſcat pupilla oculi tui. Weine vnd las deine augen nichts anders thun. Lex Tapug / Haba. 1. Es gehet anders denn recht / Recht gehet anders / gilt nichts. Sic Jacob longe aliud ſentit / quam illi narrant. dacht gar viel anders / denn er gleubet jnen nicht.Da ſagten ſie jm alle wort Joſeph / die er zu jnen geſagt hatte. Vnd da er ſahe die Wagen / die jm Joſeph geſand hatte jn zu füren / ward der geiſt Jacob jres Vaters lebendig.Vnd Jſrael ſprach / Jch hab gnug das mein ſon Joſeph noch lebet / Jch wil hin vnd jn ſehen / ehe ich ſterbe.Capitel 46 JSrael zoch hin mit allem das er hatte. Vnd da er gen BerSeba kam / opfferte er Opffer dem Gott ſeines vaters Jſaac.Vnd Gott ſprach zu jm des nachts im geſicht / Jacob / Jacob. Er ſprach / Hie bin ich.Vnd er ſprach / Jch bin Gott / der Gott deines vaters / Fürcht dich nicht in Egypten hinab zu ziehen / Denn daſelbs wil ich dich zum groſſen Volck machen.Jch wil mit dir hinab in Egypten ziehen / vnd wil auch dich erauff füren / Vnd Joſeph ſol ſeine hende auff deine augen legen.DA macht ſich Jacob auff von BerSaba / vnd die kinder Jſrael füreten Jacob jren Vater mit jren Kindlin vnd Weibern auff den wagen die Pharao geſand hatte jn zufüren.Vnd namen jr Vieh vnd habe / die ſie im lande Canaan erworben hatten / vnd kamen alſo in Egypten / Jacob vnd alle ſein Same mit jm /ſeine Kinder vnd ſeine Kindskinder mit jm / ſeine Töchter vnd ſeiner Kinds töchter / vnd alle ſein Same / die bracht er mit ſich in Egypten.Djs ſind die namen der kinder jſrael die in Egypten kamen. Jacob vnd ſeine Söne. Der erſtgeborne Jacobs ſon / Ruben.Die kinder Ruben / Hanoch / Pallu / Hezron vnd Charmi.Die kinder Simeon / Jemuel / Jamin / Ohad / Jachin / Zohar / vnd Saul der ſon von dem Cananiſchen weibe.Die kinder Leui / Gerſon / Cahath vnd Merari.Die kinder Juda / Ger / Onan / Sela / Perez vnd Serah. Aber Ger vnd Onan waren geſtorben im lande Canaan. Die kinder aber Perez / Hezron vnd Hamul.Die kinder Jſaschar / Thola / Phua / Job vnd Semrom.Die kinder Sebulon / Sered / Elon vnd Jahleel.Das ſind die kinder von Lea / die ſie Jacob gebar in Meſopotamia / mit ſeiner tochter Dina / die machen alleſampt mit Sönen vnd Töchtern / drey vnd dreiſſig Seelen.Gen. 38.DJE kinder Gad / Ziphion / Haggi / Suni / Ezbon / Eri / Arodi vnd Areli.Die kinder Aſſer / Jemna / Jeſua / Jeſui / Bria / vnd Serah jre Schweſter. Aber die kinder Bria / Heber vnd Malchiel.Das ſind die kinder von Silpa / die Laban gab Lea ſeiner Tochter / vnd gebar Jacob dieſe ſechzehen Seelen.DJe kinder Rahel Jacobs weib / Joſeph vnd BenJamin.Vnd Joſeph wurden geboren in Egyptenland / Manaſſe vnd Ephraim / die jm gebar Aſnath die tochter Potiphera / des Prieſters zu On.Die kinder BenJamin / Bela / Becher / Aſbel / Gera / Naaman / Ehi / Ros / Mupim / Hupim vnd Ard.Das ſind kinder von Rahel / die Jacob geboren ſind / alleſampt vierzehen Seelen.DJe kinder Dan / Huſim.Die kinder Naphthali / Jahzeel / Guni / Jezer vnd Sillem.Das ſind die kinder Bilha die Laban ſeiner tochter Rahel gab / vnd gebar Jacob die ſieben ſeelen.Alle ſeelen die mit Jacob in Egypten kamen / die aus ſeinen Lenden komen waren (ausgenomen die weiber ſeiner Kinder) ſind alle zuſamen ſechs vnd ſechzig ſeelen.Vnd die kinder Joſeph die in Egypten geboren ſind / waren zwo Seelen / Alſo das alle ſeelen des hauſes Jacob / die in Egypten kamen / waren ſiebenzig.Vnd er ſandte juda fur jm hin zu joſeph / das er jn anweiſet zu Goſen / vnd kamen in das land Goſen.Da ſpannet Joſeph ſeinen Wagen an / vnd zoch hin auff ſeinem vater Jſrael entgegen gen Goſen / Vnd da er jn ſahe / fiel er vmb ſeinen Hals / vnd weinet lange an ſeinem halſe.Da ſprach Jſrael zu Joſeph / Jch wil nu gerne ſterben / nach dem ich dein angeſicht geſehen habe / das du noch lebeſt.JOſeph ſprach zu ſeinen Brüdern vnd ſeines Vaters hauſe / Jch wil hin auff ziehen / vnd Pharao anſagen vnd zu jm ſprechen / Meine brüder vnd meines Vaters haus iſt zu mir komen aus dem lande Canaan /vnd ſind Viehhirten / Denn es ſind Leute die mit vieh vmbgehen / Jre klein vnd gros Vieh / vnd alles was ſie haben / haben ſie mit bracht.Wenn euch nu Pharao wird ruffen / vnd ſagen / Was iſt ewr narung?So ſolt jr ſagen / Deine knechte ſind Leute die mit Vieh vmbgehen / von vnſer Jugent auff biſher / beide wir vnd vnſere Veter / Auff das jr wonen mügt im lande Goſen / Denn was Viehhirten ſind / das iſt den Egyptern ein grewel.Capitel 47 DA kam Joſeph vnd ſagets Pharao an / vnd ſprach / Mein Vater / vnd meine Brüder / jr klein vnd gros Vieh / vnd alles was ſie haben / ſind komen aus dem lande Canaan / Vnd ſihe / ſie ſind im lande Goſen.Vnd er nam ſeiner jüngſten Brüder fünff / vnd ſtellet ſie fur Pharao.Da ſprach Pharao zu ſeinen Brüdern / Was iſt ewr narung? Sie antworten / Deine knechte ſind Viehhirten / wir vnd vnſere Veter.Act. 7.VND ſagten weiter zu Pharao / Wir ſind komen bey euch zu wonenZur herberge / Gaſt ſein / frembdling ſein / Non ciues aut domeſtici huius mundi. im Lande / Denn deine Knechte haben nicht weide fur jr Vieh / ſo hart drückt die Thewrung das land Canaan / So las doch nu deine knechte im land Goſen wonen.Pharao ſprach zu Joſeph /Es iſt dein Vater / vnd ſind deine Brüder / die ſind zu dir komen / Das land Egypten ſtehet dir offen / Las ſie am beſten ort des Lands wonen / las ſie im lande Goſen wonen. Vnd ſo du weiſſest / das Leute vnter jnen ſind / die tüchtig ſind / So ſetze ſie vber mein Vieh.Joſeph bracht auch ſeinen vater jacob hin ein / vnd ſtellet jn fur Pharao. Vnd Jacob ſegenet den Pharao.Pharao aber fraget Jacob / Wie alt biſtu?Jacob ſprach zu Pharao / Die zeit meiner Walfart iſt hundert vnd dreiſſig jar / wenig vnd böſe iſt die zeit meines Lebens / vnd langet nicht an die zeit meiner Veter in jrer walfart /Vnd Jacob ſegenet den Pharao / vnd gieng eraus von jm.ABer Joſeph ſchafft ſeinem Vater vnd ſeinen Brüdern wonung / vnd gab jnen ein Gut in Egyptenlande / am beſten ort des Lands / nemlich / im lande Raemſes / wie Pharao geboten hatte.Vnd er verſorget ſeinen Vater vnd ſeine Brüder / vnd das gantze haus ſeines Vaters / einem jglichen nach dem er KinderQuia nos ſenes mali propter pueros omnibus bonis fruimur. Wir alten Narren eſſen mit den Kindern / nicht ſie mit vns. Jpſi Domini / nos procuratores. hatte.Es war aber kein brot in allen landen / denn die Thewrung war faſt ſchweer / das das land Egypten vnd Canaan verſchmachten fur der Thewrung.Vnd Joſeph bracht alles Geld zuſamen / das in Egypten vnd Canaan funden ward / vmb das Getreide das ſie kaufften / Vnd er thet alles geld in das haus Pharao.DA nu geld gebrach im lande Egypten vnd Canaan / kamen alle Egypter zu Joſeph / vnd ſprachen / Schaff vns brot / Warumb leſſestu vns fur dir ſterben / darumb / das wir on geld ſind?Joſeph ſprach / Schafft ewr Vieh her ſo wil ich euch vmb das vieh geben / weil jr on geld ſeid.Da brachten ſie Joſeph jr vieh / Vnd er gab jnen brot vmb jre pferd / ſchafe / rinder vnd eſel. Alſo erneeret er ſie mit Brot das jar vmb alle jre Vieh.DA das jar vmb war / kamen ſie zu jm andern jar / vnd ſprachen zu jm / Wir wöllen vnſerm Herrn nicht verbergen / das nicht allein das Geld / ſondern auch alles Vieh dahin iſt / zu vnſerm Herrn / vnd iſt nichts mehr vberigs fur vnſerm Herrn / denn nur vnſer Leibe / vnd vnſer Feld.Warumb leſſestu vns fur dir ſterben vnd vnſer Feld? Keuffe vns vnd vnſer Land vmbs Brot / das wir vnd vnſer land Leibeigen ſeien dem Pharao / Gib vns Samen das wir leben vnd nicht ſterben / vnd das Feld nicht verwüſte.ALſo kaufft Joſeph dem Pharao das gantz Egypten / Denn die Egypter verkaufften / ein jglicher ſeinen Acker / Denn die Thewrung war zu ſtarck vber ſie / Vnd ward alſo das land Pharao eigen.Vnd er teilet das Volck aus in die Stedte / von einem ort Egypten bis ans ander.Ausgenomen der Prieſter feld / das kaufft er nicht / Denn es war von Pharao fur die Prieſter verordnet / das ſie ſich neeren ſolten / von dem benanten / das er jnen gegeben hatte / darumb durfften ſie jr Feld nicht verkeuffen.DA ſprach Joſeph zu dem volck / Sihe / ich hab heut gekaufft / euch vnd ewr feld dem Pharao / Sihe / da habt jr ſamen vnd beſeet das feld /Vnd von dem getreide ſolt jr den Fünfften Pharao geben / Vier teil ſollen ewr ſein / zu beſeen das Feld / zu ewr ſpeiſe / vnd fur ewr haus vnd Kinder.Sie ſprachen / Las vns nur leben vnd gnade fur dir vnſerm Herrn finden / wir wöllen gerne Pharao Leibeigen ſein.Alſo macht Joſeph jnen ein Geſetz bis auff diſen tag / vber der Egypter feld / den Fünfften Pharao zu geben / Ausgenomen der Prieſter feld / das ward nicht eigen Pharao.Alſo wonete jſrael in egypten / im lande Goſen / vnd hattens innen / vnd wuchſen vnd mehreten ſich ſeer.Vnd Jacob lebet ſiebenzehen jar in Egyptenland / Das ſein gantz alter ward hundert vnd ſieben vnd vierzig jar.DA nu die zeit erbey kam / das Jſrael ſterben ſolt / rieff er ſeinem ſon Joſeph / vnd ſprach zu jm / Hab ich gnade fur dir funden / So lege deine Hand vnter meine Hüfften / das du die liebe vnd trew an mir thuſt / vnd begrabeſt mich nicht in Egypten /Sondern ich wil ligen bey meinen Vetern / Vnd du ſolt mich aus Egypten füren / vnd in jrem Begrebnis begraben.Er ſprach / Jch wil thun / wie du geſagt haſt. Er aber ſprach / So ſchwere mir / Vnd er ſchwur jm / Da neigetEr lag im bette kranck / richtet ſich doch auff / neiget ſich zun heubten / betet vnd dancket Gott / dieweil thet Joſeph den Eid. ſich Jſrael auff dem bette zun Heubten.Gene. 24.; Ebre. 11.Capitel 48 DARnach ward Joſeph geſagt / Sihe / dein Vater iſt kranck / Vnd er nam mit ſich ſeine beide Söne / Manaſſe vnd Ephraim.Da wards Jacob angeſagt / Sihe / dein ſon Joſeph kompt zu dir / Vnd Jſrael macht ſich ſtarck / vnd ſatzte ſich im Bette /vnd ſprach zu Joſeph: DER allmechtige Gott erſchein mir zu Lus im lande Canaan / vnd ſegenet mich /vnd ſprach zu mir / Sihe / Jch wil dich wachſen laſſen vnd mehren / vnd wil dich zum hauffen Volcks machen / vnd wil dis Land zu eigen geben / deinem Samen nach dir ewiglich.So ſollen nu deine zween Söne Ephraim vnd Manaſſe / die dir geborn ſind in Egyptenland / ehe ich her ein komen bin zu dir / mein ſein / gleich wie Ruben vnd Simeon.Welche du aber nach jnen zeugeſt / ſollen dein ſein vnd genent werden / wie jre Brüder in jrem Erbteil.Gene. 35.VND da ich aus Meſopotamia kam / ſtarb mir Rahel im land Canaan / auff dem weg / da noch ein Feldwegs war gen Ephrath / Vnd ich begrub ſie daſelbs an dem wege Ephrath / die nu Bethlehem heiſſt.Gene. 35.VND Jſrael ſahe die ſöne Joſeph / vnd ſprach / Wer ſind die?Joſeph antwort ſeinem Vater / Es ſind meine Söne / die mir Gott hie gegeben hat. Er ſprach / Bringe ſie her zu mir / das ich ſie ſegene /Denn die augen Jſrael waren tunckel worden fur alter / vnd kund nicht wol ſehen / Vnd er bracht ſie zu jm. Er aber küſſet ſie vnd hertzet ſie /vnd ſprach zu Joſeph / Sihe / Jch hab dein Angeſicht geſehen / des ich nicht gedacht hette / vnd ſihe / Gott hat mich auch deinen Samen ſehen laſſen.Vnd Joſeph nam ſie von ſeinem ſchos / vnd neiget ſich zur erden / gegen ſein angeſicht.Da nam ſie Joſeph beide / Ephraim in ſeine rechte hand / gegen Jſraels lincke hand / vnd Manaſſe in ſeine lincke hand / gegen Jſraels rechte hand / vnd bracht ſie zu jm.Aber Jſrael ſtreckt ſeine rechte hand aus / vnd legte ſie auff Ephraims des Jüngſten heubt / vnd ſeine lincke auff Manaſſes heubt / vnd thet wiſſend alſo mit ſeinen henden / denn Manaſſe war der Erſtgeborne.Vnd er ſegenet Joſeph / vnd ſprach / Gott / fur dem meine veter Abraham vnd Jſaac / gewandelt haben / Gott / der mich mein lebenlang erneeret hat / bis auff diſen tag /Der Engel der mich erlöſet hat von allem vbel / Der ſegene die Knaben / das ſie nach meinem / vnd nach meiner veter / Abraham vnd Jſaac / namen genennet werden / das ſie wachſen / vnd viel werden auff ErdenChriſtus mittendus Deus eſſe / hic ſignificatur. .DA aber Joſeph ſahe / das ſein Vater die rechte hand auff Ephraim heubt legt / gefiel es jm vbel / vnd faſſet ſeines Vaters hand / das er ſie von Ephraims heubt auff Manaſſes heubt wendet.Vnd ſprach zu jm / Nicht ſo / mein Vater / Dieſer iſt der Erſtgeborner / Lege deine rechte hand auff ſein heubt.Aber ſein Vater wegert ſich / vnd ſprach / Jch weis wol / mein Son / ich weis wol. Dieſer ſol auch ein Volck werden / vnd wird gros ſein / Aber ſein jüngſter Bruder wird gröſſer denn er werden / vnd ſein Same wird ein gros Volck werden.Alſo ſegenet er ſie des tages / vnd ſprach / Wer in Jſrael wil jemand ſegenen / der ſage / Gott ſetze dich wie Ephraim vnd Manaſſe / Vnd ſetze alſo Ephraim Manaſſe vor.VND Jſrael ſprach zu Joſeph / Sihe / Jch ſterbe / vnd Gott wird mit euch ſein / vnd wird euch wider bringen in das Land ewr Veter.Jch habe dir ein ſtückHeiſſt im Ebreiſchen / Sichem / Vnd die ſelbe Stad meinet er hie. Landes gegeben auſſer deinen Brüdern / das ich mit meinem Schwert vnd Bogen aus der hand der Amoriter genomen habe.Johan. 4.; Gene. 34.Capitel 49 VND Jacob berieff ſeine Söne / vnd ſprach / Verſamlet euch das ich euch verkündige / was euch begegnen wird in künfftigen zeiten.Kompt zu hauff / vnd höret zu jr Kinder Jacob / vnd höret ewren Vater Jſrael.Gene. 29.RVbenSolt der Erſte geburt wirde haben nemlich das Prieſterthum vnd Königreich. Nu aber wird beides von jm genomen / vnd Leui das Prieſterthum / vnd Juda das Königreich geben. Hie iſt bedeut die Synagoga / die das Bette Jacob / das iſt / die Schrifft beſudelt mit falſcher lere / darüber ſie verloren hat Prieſterthum vnd Königreich. mein erſter Son / Du biſt meine krafft / vnd meine erſte macht / der öberſt im Opffer / vnd der öberſt im Reich.Er fuhr leichtfertig da hin / wie waſſer / Du ſolt nicht der Oberſt ſein / Denn du biſt auff deines Vaters lager geſtiegen / daſelbs haſtu mein Bette beſudelt mit dem auffſteigen.Gene. 35.DJe brüder Simeon vnd Leui / Jre Schwerter ſind mordiſche woffen.Meine Seele kome nicht in jren Rat / vnd meine Ehre ſey nicht in jrer Kirchen / Denn in jrem zorn haben ſie den Man erwürget / vnd in jrem mutwillen / haben ſie den Ochſen verderbet.Verflucht ſey jr zorn / das er ſo hefftig iſt / vnd jr grim das er ſo ſtörrig iſt / Jch wil ſie zurteilen in Jacob / vnd zerſtrewen in Jſrael.Gene. 34.JVda / Du biſts / Dich werden deine Brüder loben / Deine hand wird deinen Feinden auff dem halſe ſein / Fur dir werden deines Vaterskinder ſich neigen.Juda iſt ein junger Lewe / Du biſt hoch komen / mein Son / durch groſſe Sieg / Er hat nider gekniet / vnd ſich gelagert wie ein Lewe / vnd wie ein Lewin / Wer wil ſich wider jn auff lehnen?ES wird das Scepter von JudaHie fehet an der Segen von Chriſto / der von Juda geborn ſolt werden. Vnd heiſſt jn Silo / das iſt / der Glückſelig ſein / vnd friſch durchdringen ſolt / mit geiſt vnd glauben das zuuor durch werck ſaur vnd vnſelig ding war. Darumb nennen wir Silo / ein Helt. Denn das vorige teil dis Segens / betrifft den König Dauid / Vnd iſt ſonſt in allen ſegen nichts mehr von Chriſto / Sondern alles ander iſt von zeitlichem heil / das den kindern Jſrael gegeben iſt. Als das Sebulon ſolt am meer wonen bis gen Sidon. Vnd Jſaschar mitten im Land vom meer wonen / vnd doch zinſbar geweſen iſt / den Königen von Aſſyrien. nicht entwendet werden / noch ein Meiſter von ſeinen füſſen / Bis das der Helt kome / Vnd dem ſelben werden die Völcker anhangen.Er wird ſein Füllen an den Weinſtock binden / vnd ſeiner Eſelin ſon an den edlen Reben / Er wird ſein Kleid im Wein waſſchen / Vnd ſeinen Mantel in weinbeer blut.Seine Augen ſind rötlicher denn Wein / vnd ſeine Zeene weiſſer denn Milch.SEbulon wird am anfurt des Meers wonen / vnd am anfurt der Schiffe / vnd reichen an Sidon.JSaſchar wird ein beinern Eſel ſein / vnd ſich lagern zwiſchen die Grentzen.Vnd er ſahe die ruge / das ſie gut iſt / vnd das Land / das es lüſtig iſt / Er hat aber ſeine Schuldern geneigt zu tragen / vnd iſt ein zinſbar Knecht worden.DANDen Segen Dan hat Simſon erfüllet / Jud. 12. wird Richter ſein in ſeinem Volck / wie ein ander Geſchlecht in Jſrael.Dan wird eine Schlange werden auff dem wege / vnd ein Otter auff dem ſteige / vnd das Pferd in die ferſſen beiſſen / das ſein Reuter zu rücke falle.HERR ich warte auff dein Heil.GADGad hat ſeinen Segen ausgericht da ſie fur Jſrael her zogen / Joſu. 1. / Gerüſt / wird das Heer füren / vnd wider herumb füren.VON Aſſerhat gut getreide Land innen gehabt. kompt ſein fett Brot / Vnd er wird den Königen zugefallen thun.NAphthaliSegen iſt erfüllet durch Debora vnd Barac / Jud. 5. iſt ein ſchneller Hirs / Vnd gibt ſchöne rede.JOſephDer ſegen Joeſph gehet auff das Königreich Jſrael / vnd iſt gantz von leiblichem Regiment geſagt / Das die Töchter (das iſt / die Stedte im Lande) wol regieret worden zeitlich vnd viel Propheten vnd groſſe Leute zu Eckſteinen hatten. Vnd wiewol ſie offt angefochten worden / gewonnen ſie doch. Vnd dis Königreich war im geſchlecht Ephraim. Alſo bleibt der geiſtlich Segen vnd Reich auff Juda / vnd das leibliche Reich auff Ephraim. wird wachſen / Er wird wachſen / wie an einer quelle / Die Töchter tretten ein her im Regiment.Vnd wiewol jn die ſchützen erzürnen / vnd wider jn kriegen / vnd verfolgen /ſo bleibt doch ſein Boge feſt / vnd die Arm ſeiner hende ſtarck / durch die hende des mechtigen in Jacob / Aus jnen ſind komen Hirten / vnd Steine in Jſrael.Von deines vaters Gott / iſt dir geholffen / vnd von dem Allmechtigen biſtu geſegnet / mit ſegen oben von Himel erab / mit ſegen von der tieffe die unden ligt / mit ſegen an brüſten vnd beuchen.Die Segen deines Vaters gehen ſtercker denn die ſegen meiner Voreltern (nach wundſch der Hohen in der welt) vnd ſollen kommen auff das heubt Joſeph / vnd auff die ſcheitel des Naſir vnter ſeinen Brüdern.BEnJaminſegen hat erfüllet / der könig Saul vnd die bürger zu Gaba / Jud. 20. / iſt ein reiſſender Wolff / Des morgens wird er Raub freſſen / Aber des abends wird er den Raub austeilen.Das ſind die zwelff ſtemme jſrael alle / vnd das iſts das jr Vater mit jnen geredt hat / da er ſie ſegenet / einen jglichen mit einem ſondern Segen.VND er gebot jnen / vnd ſprach zu jnen / Jch werde verſamlet zu meinem volck / Begrabt mich bey meine Veter / in der Höle auff dem acker Ephron des Hethiters /in der zwifachen höle die gegen Mamre ligt / im lande Canaan / die Abraham kauffte ſampt dem acker / von Ephron dem Hethiter zum Erbbegrebnis.Daſelbs haben ſie Abraham begraben / vnd Sara ſein Weib. Daſelbs haben ſie auch Jſaac begraben / vnd Rebeca ſein Weib. Daſelbs hab ich auch Lea begraben /in dem Acker vnd der Höle / die von den kindern Heth gekaufft iſt.Gen. 23.VND da Jacob volendet hatte die gebot an ſeine Kinder / thet er ſeine Füſſe zu ſamen auffs bette / vnd verſchied / vnd ward verſamlet zu ſeinem Volck.Capitel 50 Da fiel Joſeph auff ſeines Vaters angeſicht / vnd weinet vber jm / vnd küſſet jn.VND Joſeph befalh ſeinen Knechten den Ertzten / das ſie ſeinen Vater ſalbeten / Vnd die Ertzte ſalbeten Jſrael /bis das vierzig tage vmb waren / Denn ſo lange weren die Salbetage / Vnd die Egypter beweineten jn ſiebenzig tage.DA nu die Leidetage auswaren / redet Joſeph mit Pharao geſinde / vnd ſprach / hab ich gnade fur euch funden / ſo redet mit Pharao / vnd ſprechtMein Vater hat einen Eid von mir genomen / vnd geſagt / Sihe / ich ſterbe / Begrabe mich in meinem Grabe / das ich mir im lande Canaan gegraben habe. So wil ich nu hin auff ziehen / vnd meinen Vater begraben / vnd widerkomen.Pharao ſprach / Zeuch hin auff / vnd begrabe deinen Vater / wie du jm geſchworen haſt.ALſo zoch Joſeph hinauff / ſeinen Vater zu begraben / vnd es zogen mit jm alle knechte Pharao / die Elteſten ſeines Hauſes / vnd alle Elteſten des lands Egypten.Dazu das gantze geſinde Joſephs / vnd ſeine brüder / vnd das geſinde ſeines Vaters / Alleine jre Kinder / ſchafe vnd ochſen lieſſen ſie im Lande Goſen.Vnd zogen auch mit jm hin auff Wagen vnd Reiſigen / vnd war ein faſt groſſes Heer.DA ſie nu an die tennen Atad kamen / die jenſeid dem Jordan ligt / da hielten ſie ein ſeer groſſe vnd bittere Klage / Vnd er trug vber ſeinem Vater leide ſieben tage.Vnd da die Leute im lande / die Cananiter / die Klage bey der tennen Atad ſahen / ſprachen ſie / Die Egypter halten da groſſe Klage / Daher heiſſt man den Ort / der Egypter klage / welcher ligt jenſeid dem Jordan.VND ſeine Kinder theten wie er jnen befolhen hatte /vnd füreten jn ins land Canaan / vnd begruben jn in der zwifachen Höle des ackers / die Abraham erkaufft hatte / mit dem acker / zum Erbbegrebnis / von Ephron dem Hethiter gegen Mamre.Als ſie jn nu begraben hatten / zoch Joſeph wider in Egypten mit ſeinen Brüdern / vnd mit allen die mit jm hinauff gezogen waren / ſeinen Vater zu begraben.DJe Brüder aber Joſeph furchten ſich / da jr Vater geſtorben war / vnd ſprachen / Joſeph möcht vns gram ſein / vnd vergelten alle bosheit die wir an jm gethan haben.Darumb lieſſen ſie jm ſagen / Dein Vater befalh fur ſeinem tod / vnd ſprach /Alſo ſolt jr Joſeph ſagen / Lieber / vergib deinen Brüdern die miſſethat vnd jre ſünde / das ſie ſo vbel an dir gethan haben. Lieber / So vergib nu dieſe miſſethat vns den Dienern des Gottes deines Vaters / Aber Joſeph weinet / da ſie ſolchs mit jm redten.Vnd ſeine Brüder giengen hin / vnd fielen fur jm nider / vnd ſprachen / Sihe / Wir ſind deine Knechte.Joſeph ſprach zu jnen / Fürchtet euch nicht / Denn ich bin vnter Gott.Jr gedachtets böſe mit mir zumachen / Aber Gott gedachts gut zu machen / das er thet / wie es jtzt am tage iſt / zu erhalten viel volcks.So fürchtet euch nu nicht / Jch wil euch verſorgen vnd ewre Kinder / Vnd er tröſtet ſie / vnd redet freundlich mit jnen.ALſo wonet Joſeph in Egypten mit ſeines Vaters hauſe / Vnd lebete hundert vnd zehen jar.Vnd ſahe Ephraims kinder bis ins dritte Gelied. Desſelbigen gleichen die kinder Machir / Manaſſes ſon / zeugeten auch Kinder auff Joſephs ſchos.VND Joſeph ſprach zu ſeinen Brüdern / Jch ſterbe / vnd Gott wird euch heimſuchen / vnd aus dieſem Lande füren / in das Land das er Abraham / Jſaac vnd Jacob geſchworen hat.Darumb nam er einen Eid von den kindern Jſrael / vnd ſprach / Wenn euch Gott heimſuchen wird / So füret mein Gebeine von dannen.Alſo ſtarb Joſeph / da er war hundert vnd zehen jar alt / Vnd ſie ſalbeten jn / vnd legten jn in eine Lade in Egypten. - Ende des Erſten Buchs Moſe.